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Nr. 236

Das Neueste.

Reichskanzler Dr. Wirth kündigt in einer Rede an, daß die Regierung den Deveschenwechsel bei Kriegsausbruch in den nächsten Tagen ver- öffentlichen werde.

Lord Curzon ist gestern nach Paris gereist und hat in der Nacht noch eine Besprechung 'mit Poincarè gehabt,

Die Konferenzverhandlungen in Mudania sollen heute wieder ausgenommen werben. Trotz­dem wird die Situation als gespannt bezeichnet.

Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, der Bundesversammlung eine Beteiligung an der Hilfsaktion zu Gunsten Oesterreichs bis zum Be­trage von 20 Missionen Franken oorzuschlasen.

Die Neubildung des Prager Kabinetts ist bisher nicht gelungen.

Wiederaufnahme der Konferenz von Mudania.

Corb Curzon bei Poincarö Unerwartete Forderungen der Türken Die Situation weiter gespannt.

Paris, 7. Oktbr. Lord Curzon ist gestern abend 11 Uhr in Paris angekommen und hat sofort seine Besprechungen mit Polncare be­gonnen. Kurz darnach erschien der Sekretär des italienischen Botschafters in Paris, des Gra­fen Sforza, der augenblicklich von Paris ab­wesend ist, im Ministerium, um zu fragen, ob auch die Anwesenheit des italienischen Ge­schäftsträgers bei den Beratungen erwünscht sei. Auf eine bejahende Antwort erschien dann Herr Galli der sofort zu den Besprechungen der beiden Minister zugelassen wurde. Die Lage, die zu dem Besuch Lord Curzons in Paris ge-

un

E , jaben bis unerwartete Forderung daß Thrazien sofort von den Türken besetzt werde. Diese For­derung gehe nach Ansicht der englischen Ver­treter über den Rahmen der Wafsenstillsiands- verhandlungen hinaus. Trotz vermittelnder Erklärungen Franklin Bouillons beschlossen die alliierten Generäle die Konferenz zu unter­brechen und mit den alliierten Kommissaren in Konstantinopel in Verbindung zu treten. Das englische Kabinett betrachtet die tür­kischen Forderungen als unvereinbar mit dem pariser Abkommen und als unannehm­bar. Um dazu gemeinsam mit Frankreich Stellung zu nehmen, ist Lord Curzon nach Paris gefahren. Wenn auch noch nicht gesagt werden kann, ob in diesen Beratungen das Pariser Abkommen vom 23. September eine Aenderung erfahren wird, glaubt man doch nicht, daß die englische Regierung zu wesenk- lichen Aenderungen zu haben sein wird. Eine türkische Besetzung Thraziens würde England nicht früher als nach der Entscheidung der Frie­denskonferenz zugeben.

Der kritische Punkt ist jetzt nicht nur die Wiederherstellung des Friedens im Osten, sondern, wie auch im Einklang mit der eng- liichen offiziellen Meinung, Bonar Law in einem Brief an dieTimes" erklärt, für den Bestand der Entente zu sorgen. Bonar Law kommt zu folgenden Schlutzsolge- rungen: Es ist unsere Pflicht, dem französischen Alliierten offen zu sagen, daß die Lage in Konstantinopel und den Meerengen einen ebenso wesentlichen Teil des Friedens bildet, wie das Abkommen mit Deutschland. Wenn sie uns in diesem Punkt nicht unterstützen wer­den wir nicht allein die Lallen des Friedens tränen können, sondern in diesem Falle dem Beispiel Amerikas folgen und uns auf die Wahrung unserer eigenen Interessen beschrän- ren müssen.

Paris,7. Oktbr. Eine Reutermeldung aus ..^E'nopel besagt, daß General Harrington Dorren alliierten Generäle am Freitag abend nach Mudania zurückgekehrk seien, um die aufzunehmen. Die Alliierten haben aber den kemalistischen Truppen ver- f O en y01^1 Entscheidung der Friedenskou- ^^^Sen zu überschreiten und in Grazien zu landen. Die Situation bleibt ge- fpannt. Eine weitere Reuter-Depesche aus Konstantinopel meldet, daß fünf briki che Flie- g-r,gestern früh über Soußanttnopel OchLn

Tie Fafzislengefahr in Italien.

^-O^br. Ministerpräsident Facla ist gestern nach Rom zuruckgekehrk. Der Mini- sterrat wurde sofort einberufen. Im Border- arrnd seiner Beratungen stand die innere Lage mit dem Problem, ob die Kammer aufgelöst Md die Seifen der Verwaltung der neuen Pro­

AmMches Organ für Sla-l- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierlag»

Samskag den 7. Oktober

aacMMwaHamMHaHMMMittHiwi vinzen gewechselt werden sollen. Die FasUslen besetzten die Gemeindehäuser zwi'<ben Bozen und Saturn. Infolge der Teilung und Zer- sehuna der sozialistischen Partei kündigte der Gewerksckafksv-'rband den Bundesvertrag und erklärte sein Ziel ohne politische Auflehnung durch Klassenkampf aber mit nationaler Ten­denz verfolgen tu wollen.

Rom, 7. Oktbr. Infolge der faszistischer Staatsbedrohung ist die Realer-,kritisch. Facta hatte Besprechungen mit dem König und mit Giolitti. Die Morgenpresse behandelt den Staatsstreich bereits als Tatsache. Vor dem Ministerrat erklärte aber Facta, der Staat würde verteidigt werden und jedenfalls fei mit einer vorzeitigen Einberufung der Kammer zu rechnen.

In Italien herrscht allgemeine Hochspannung, weil die Faszisien einen Handstreich planen, und zwar auf der ganzen Front. Ihr Führer Mussolini hat vor kurzem Worte gesprochen, die nicht mißzuverstehen sind, und die Faszisten sind auch schon zu Taten übergegangen, die ebensowenig eine Msizdeutung vertragen. Die italienische Regieruna scheint schon vor der Drohung deS allgemeinen FaszistenausstandeS zusammenzubrechen, «ie ist nur ein schwoches Gebilde. In Italien hätte nach dem Kriege nur ein Kabinett Giolitti auf die DauerRvb«uudOrdn>!na schaffen können. Aber der mait- volle und deutschfreundliche Politiker vermochte sich nicht durchzusetzen und blieb ebenso im Hintergrund wie Nitti, dessen Ministerpräsldentschaft nicht von langer Dauer war. Die italienischen Kabinette, die in der letzten Zeit einander gefolgt sind, waren mühsante Konstruk­tionen und ohne wirkliche Schaffenskraft. Ihre Schwäche hat ei den Faszisten erlaubt, sich zu einer Partei im Lande zu entwickeln, die heute eine bewaffnete Macht ist und ihre Macht mit Rücksichtslosigkeit on- wendet. Die Faszisten kennen nur zwer Ziele: Innenpolitisch gegen Sozialisten und Kommunisten und außenpolitisch für ein gröberer Italien, für eine Durchsetzung der Ziele, um bie Italien zum griffen

Er so as etgitsr p ëiiièf .. ..,_.., ..,.,..,. sein uni er wäre, wenn er erfolgte, sicher her Anfang schwerer innerer Erschütterungen in Italien. Ob an» der Drohung Ernst gemacht wird, muh sich bald »eigen.

Tirol«» Protist gegen die Kaszisten.

Auf Antrag der deutsch-vilkischen Arbeikgemem- schaft fand gestern in Innsbruck eine Protestlund- gcbung gegen die Faszisten statt. Die Redner betonten, er denke niemand daran, an den Italienern, die sich in Nord-Tirol aufhalten, gleiches mit gleichem zu ver­gelten. Ein laizistischer Ueberfall in Jnnrbruck könnte aber unabsehbare Folgen haben. Auf Erjuchen des LandedhauptmannS wurden die Grenzbehörde» ange­wiesen, alle Einreiscndcn streng nach Waffen zu unter­suchen.

Schulden und Repara!i»nen.

Vorschlag der Rewyorker Bankiers.

Rewyork, 6. Oktbr. Der Resolutivnsausschuß hat dem Bankierkongreß empfohlen, zu ver­langen, daß ein amerikanischer Vertreter zum Mitglied der Reparationskommission ernannt wird, und daß die amerikanische Regierung unverzüglich eine Erklärung abgibt betreffend die Grundsätze, nach denen sie mit den anderen Ländern für die Wiederherstellung Europas zu­sammenwirken werde.

Amerikas Sreditbedingugsn.

London, 5. Oktbr. Einer Exchangemeldung zufolge erklärte ein offizieller Wortführer der amerikanischen Regierung erneut, daß, bevor die Vereinigten Staaten direkt mithelfen wür­den, Europa finanziell wieder herzustellen, die auswärtigen Länder sich bereit erklären müßten

1. zu einer Verminderung der Ausgaben für militärische Streitkräfte,

2. zur Preisgabe von ungefähr 60 Prozent der deutschen Reparationen und

3. zur Preisgabe der habgierigen imperia­listischen Bestrebungen, die zu einer Beun­ruhigung und zum Kriege führten.

Auf die Frage, ob die Bereinigten Staaten es sich leisten könnten, einen Teil oder den Ge­samtbetrag der mehr als 11 Milliarden Dollar, die den Vereinigten Staaten geschuldet wer­den, zu streichen, erwiderte der Wortführer der amerikanischen Regierung mit Nachdruck: Nein.

Frankreichs Werke« um RutzlasS.

Paris, 6. Oktbr. Nach demPetit Journal" soll der Abg. Herriot mitgeteilt haben, daß er am 15. Oktober von Rußüind zurückkehre. Der Moskauer Berichterstatter derChicago Tribune" will eine Unterredung mit Herriot ge= habt haben, der ihm auch u. a. erklärt habe, die Russen erklärten sich bereit, ihre Vorkrieg r- chulden an Frankreich anzuer- kennen, ein Zugeständnis, das das Haupt­hindernis beseitigen würde. Herriot soll wörtlich gesagt haben:Wenn ich nach Paris zurück­kehre, werde ich die französische öffentliche Mei­nung davon zu überzeugen suchen, daß die Auf-

Trsiillitna-ort und Terichtrstand für beibe Teile vanau a. M. - 2m Fall« böberer Seroalt. 6tre« Miro., bat bet Seitebet (einen Anloruch auf Ütefetuna aber NaLlitferuna oder auf Rüekzabluna der Bern«. Preises. Für Vlatzvorschrist u. ®tf<beinuna$taae bet Anreisen wird keine Gewähr geleistet

richtigkeit dieses Versprechens anerkannt wer­den muß. Sobald Frankreich das einsieht, wird eine A n n ä h e ru n g die Folge fein. Wir soll­ten mit einem Wirtschaftsvertrag be­ginnen, der zur Anerkennung Sowjetrußlands durch Frankreich führen würde."

Der Berichterstatter will Herriot gefragt haben, ob die französischen R a d i k a l - So­zialisten die Furcht Poincarès vor einem deutschen Revanchekrieg teilten und deshalb auf eine Vereinigung mit Rußland gegen Deutschland bedacht seien. Herriot habe geantwortet:Heute ist Deutschland schwach, in der Zukunft aber wird es äußerst gefähr. l i ch für uns werden. Deutschland hat weniger von einer Republik als Rußland. Es gibt nur ein paar wirkliche Demokraten in Deutschland. Denn in Deutschland ist die Demo­kratie Oberfläche, hier in Rußland sitzt sie tief. In Deutschland sind von den Monar­chisten, die noch das mächtigste Element im Reiche darstellen, nur die Uniformen gewechselt worden."

Eine bezeichnende Dekorierung.

Stockholm, 6. Oktbr. Frau Anna Bran­kin g, die Gattin des sozialistischen Staats- ministers Branting, ist von P o i n c a r é zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wor­den. Diese Auszeichnung war natürlich schon Branting selbst zugesagt; da dieser aber nach den noch immer geltenden Grundsätzen seiner Partei keinerlei Orden oder Ehrenzeichen an­nehmen kann, so wurde jetzt seine Frau aus­gezeichnet. Frau Branting hat übrigens, wie ihr Mann, immer die größte Zuneigung für Frankreich und die französische Kultur gezeigt, sodaß die ausgesuchte Artigkeit Poincarèz sehr wohl zu verstehen ist. Die Verleihung der Ehrenlegion an Frauen erfolgt im übrigen auch

jetzt iwa; jeilen, m Schweden war bisher nur eine Romanschriftstellerin damit bedacht wor­den, die sich um die Propaganda für Frankreich große Verdienste erworben hatte.

Eine Re-e -es Aeichskanzlers.

Konstanz, 6. Oktbr. Gestern abend waren Vertreter der hiesigen Behörden sowie Abge­ordnete des Reichs- und Landtags aus dem Be­zirk Konstanz im Jnselhotel vom Reichskanzler Dr. Wirth, der am Bodensee seinen Urlaub verbringt, zu Gast geladen. Nach einer Be­grüßungsansprache durch den Oberbürgermeister hielt der Reichskanzler eine längere Rede. Er bezeichnete es als Hauptaufgabe der deutschen Politik der letzten Jahre, die Einheit des Reiches zu retten. Das sei gelungen. Die Atmosphäre des Hasses schwinde von Jahr zu Jahr. Das Reparationsproblem sei heute in ganz andere Bahnen gelenkt als zu Anfang. Der Reichs­kanzler rechtfertigte die deutsche Politik. Auch eine andere Parteikonstellation könne keine andere Politik treiben. Der Kanzler sagte weiter, kein Stand könne allein das deutsche Volk retten, das ganze Volk müsse mithelfen. Nach dem Zusammenbruch habe nicht die Parole Geltung: Republik oder Monarchie, sondern Chaos oder Republik. Der Reichswehr widmete der Reichskanzler Worte der Anerkennung und wandte sich zum Schluß gegen die Aufbürdung der All ein schuld am Kriege. Diese Last könne auf die Dauer kein Volk tragen. Sobald wir etwas Positives in den Händen hatten, haben wir Schritte dagegen unter­nommen, daß man uns allein die Schuld am Kriege ausbürdet. Jetzt haben wir Beweise. Unser Depeschenwechsel wird in den nächsten Tagen in roter Schrift veröffent­licht werden. Dem kommenden Winter sieht der Kanzler mit Sorge entgegen. Es handle sich dabei um die Organisierung des Kampfes gegen den Hunger. Die kommenden Reichtagsverhandlungen haben schwere Entscheidungen zu treffen. An die Ausführungen des Reichskanzlers sästoß sich eine zwanglose Unterhaltung.

Sozial-rmskraie« unter sich.

Ein überaus bemerkenswertes Urteil hat das

Schöffengericht Berlin-Mitte gefällt. Es handelt sich um eine Klage desVorwärts"-Redakteurs Erich Kuttner gegen den ehemaligen sozia­listischen Abgeordneten Davidsohn. David­sohn hat in der Geschichte der sozialistischen Nachrevolutionszeit eine für die Genossen sehr unerfreuliche Rolle gespielt, in der er nicht nur gegen die Gebrüder Sklarz, sondern auch gegen andere Mitglieder der Partei, unter ihnen Scheidemann, scharfe Angriffe und ihnen aller­lei unerfreuliche Sachen nachzuweisen versuchte.

1922

Herr Kuttner allerdings etwas anders gedacht. Das Gerichtsurteil lautete auf Freisprechung Davidsahns, weil die Behauptungen des Be­klagten in vollem Umfange erwiesen seien.

Um was handelte es sich? Als im Januar 1919 die Unruhen in Berlin stattfanden, soll Kuttner einen Soldaten des RegimentsReichs­tag" unter merkwürdigen Umständen erschossen haben. Der Vorfall wird etwa folgendermaßen dargestellt: Kuttner durchsuchte als Patrouillen- führer im Kampfe gegen die Kommunisten ein Haus am Schiffbauerdamm und fand dort ein angetrunkenes Mitglied des RegimentsReichs- tag". Die Patrouille entwaffnete den Mann, fand aber Widerstand seitens des Trunkenen und Kuttner behauptete, daß er ihn in der Not­wehr durch Revolverschüsscunschädlich" ge­macht habe. Wie sich später herausstellte, han­delte es sich um einen Feldwebel Eichhorn der zur,3. Kompagnie des RegimentsReichstag" gehörte. Vernommene Zeugen sagten seinerzeit, daß Eichhorn ohne Waffen gewesen sei und auch keineswegs Handgranaten in der Hand gehabt habe. Die Frau eines Zeugen sagte sogar, daß Kuttner von hinten Eichhorn erschossen habe. Selbst der Kommandeur des Regiments Reichstag", General Grautoff, äußerte sich dahin, daß es nicht notwendig gewesen wäre, Eichhorn zu erschießen. In der alten Armee würde man einen Offizier, der so gehandelt hätte, streng zur Rechenschaft gezogen haben. Merkwürdigerweise ist das damals angestrengte Verfahren gegen Kuttner nicht wieder aufge- nommen worden und alles verlief im Sande.

Nun hat die Klage Kuttner gegen Davidsohn dieses üble Bild aus den Unruhetagen wieder ans Licht gezerrt. Das Schöffengericht hielt es, wie schon e/wähnt, nach Prüfung des Tatbe­standes für erwiesen, daß Kuttner den Waffen- losen Mann ohne Grund niedergeschossen habe.

trat, rief der Kommunist Schulz-Neukölln:Der Mörder hat Platz genommen. Warum sitzt er noch nicht in der Zelle?", worauf der sozia­listische Abgeordnete Heilmann erwiderte: Kuttner hat in der Notwehr gehandelt!"

Die Erhöhung -er Äohlenpreise.

Berlin, 6. Oktbr. Die Organe der Kohlenwirt» schaft hatten sich anschließend an die bekannten Lohnschiedssprüche und die Preisentwicklung für Holz, Frachten, Materialien usw. gestern wieder mit neuen Kohlenpreisfestsetzungen zu beschäftigen. Vorverhandlungen zwischen In­teressenten und dem Reichswirtschaftsmimste- rtum war es gelungen, ein Einvernehmen zu erzielen, das immerhin die dieser Tage in der Presse genannten Sätze der Erhöhungen etwas hinter sich läßt. Es wurden nach eingehender Erörterung mit allen gegen zwei Stimmen der Verbraucher folgende Preiserhöhungen gut­geheißen:

Ruhrfettförderkohle um 639 Mk. pro Tonne Niederfchles. Steinkohle durchschnittlich um 867 Mk. pro Tonne

Sächsische Steinkohle um 996 Mk, pro Tonne Aachen-Eschweiler um 850 Mk. pro Tonne Aachen-Nordstern um 954Sit. pro Tonne. Sämtliche Erhöhungen verstehen sich rein netto, also ausschließlich der Steuerzuschläge und treten am 1. Oktober in Straft. Die Nach­geordneten Organe der Kohlenwinschaft sollen ersucht werden, die durch die Rückwirkung der Erhöhung im Kohlenhandel entstehenden Ver­luste einigermaßen au, zugleichen.

Im Braunkohlenbergbau treten mit Wir­kung vom 6. Oktober ab folgende Erhöhunge» ein:

Rheinland-Rohbraunkohle.um 92 Mk.

Briketts um 331 Mk.

Mitteldeutschland und Ostelbien (unter Ab» lehnung namhafter weitergehender Ansprüche der Interessenten) 127 Mk. bezw. 321 Mk. netto.

Auch hier treten die Steuern hinzu. Die Ver­sammlung wies eindringlich auf die Beunruhi­gung hin, die über dem Bergbau dadurch schwebt, daß die Reichsbank vielfach nicht in der Lage war, die angeforderten Gelder an Lohn­tagen zur Verfügung zu stellen. An die Be­hörden und die Reichsbank wurde ein Appell gerichtet, Alchilfe zu schaffen. Die Erhöhung wird zur Ausgleichung der Löhne und in ge­ringem Umfange zur Ausgleichung der Mate« rialkoften verwandt werden. Der Absatzeffekt für den September lautet pro Schicht und Mann im Ruhrgebiet 525 Klg., Aachen 393, Sachsen 339, Niederschlesien 371, Ibbenbüren 450 und Niedersachsen 340 Kilogramm.

ICl UHCIJLCUUU^ ÖUUfCH MUajßULUeifKH VdfUUJtC. Q Kuttner hat deshalb Davidsohn vor die Schran­ken des Gerichts zitiert. Das Ergebnis hat sich '

Dollar (16 Ahr vorm.) 2230