Be»«e«vreis: MonatlichMk. 130.-ohneTräger, lob«: Eimeinummer Mk. 6.-. A n, e i g e n v r e i I e: Die 33 mm breite Zeile Mk. 14.-; Finanzinferate Mk.16.-: Reklame (68 mm breit) Mk. 35.—. Inserate. mA laufende, werden nur zum jeweiligen Tages- »teile berechnet. — Offertengebübr Mk. 6.—.
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AmMches Organ für Slaöl- und Landkreis Sana«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertag«
Sir. 234
Donnerslag Den 5. Oktober
1922
Das seltene.
Der frühere britische Schatzminister Reginas Mac Kenna hielt auf der amerikanischen Bankierkonferenz eine Rede über die Zahlungs- mrsähigkeit Deutschlands.
— Die Neuwahl des Reichspräsidenten soll im Dezember d. Js. stattfinden.
— Der Druckpapierpreis wird erneut erhöht.
— In der Provinz Sachsen steht ein großer Streik im Baugewerbe bevor. Das Bezirkslohnamt hat gegen die Stimmen der Arbeitgeber durch Schiedsspruch den Stundenlohn auf 96.20 Mk. bis zum 14. Oktober und von da bis Ende Oktober auf 103.60 Mark festgesetzt.
— Sir Robert Horne beabsichtigt am 18. Oktober nach den Bereinigten Staaten zu reisen, um mit den Vereinigten Staaten in der Frage der britischen Kriegsschulden ein Arrangement zu treffen. Er wird von Montague Norman von der Bank von England begleitet werden.
— Auf der Konferenz von Mudania soll es zu einer Einigung zwischen den Alliierten und Türken gekommen sein.
Die Zahlungsunfahigkeil Deulschlands.
In New Bork findet gegenwärtig eine Konferenz der amerikanischen Bankiers statt, an der etwa 1000 Delegierte teilnehmen, die sich hauptsächlich mit der Frage der interalliierten Schulden und der Reparationsfrage beschäftigen werden. Gestern hielten auf dieser Konferenz der frühere Schatzkanzler und jetzige Vorsitzende der Londoner Joint City and Midland Bank, M a c K e n n a, eine wichtige Rede über „R e - parationen und internationale Schulden", Er sagte u. a.: Der Bankierausschuß, der anfangs dieses Sommers in Paris tagte, habe in seinem Bericht an die Reparationskommission LieNotwendigkeit der Wiederaufnahme normaler Handelsbeziehungen zwischen den Ländern, sowie der Stabilisierung der Wechselkurse hervorgehoben. Der Ausschuß sei zu dem Schluß gekommen, daß keines dieser Ziele erreicht werden könne ohne endgültige Regelung der Reparations- und anderer internationaler Schulden. Mac Kenna sagte, jedermann werde darin übereinstimmen, daß augenblicklich keine Frage von größerer Wichtigkeit für den Welthandel bestehe als die der Reparationszahlungen und der internationalen Schulden. Er spreche als Bankier, der seinen persönlichen Ansichten Ausdruck gebe; er habe nichts mit der Politik zu tun, er trete an die Frage nur vom wirtschaftlichen Standpunkt heran und werde zeigen, daß England die Fähigkeit habe, zu zahlen und, nachdem dies einmal feststes, könne er ohne zu zögern der Entschlossenheit Englands Ausdruck geben, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. An der Frage der übrigen internationalen Schulden seien Amerika und England in gleicher Weise als Gläubiger interessiert. Die größte aller dieser Schulden sei die deutsche Reparationsschuld, an der die Vereinigten Staaten jeden Anteil abgelehnt hätten. Das Londoner Ultimatum habe diese Schuld auf 32 Milliarden Dollar festgesetzt. Frankreich und Italien schuldeten den Vereinigten Staaten und Großbritannien 6% bezw. 4% Milliarden Dollar, Rußland schulde Amerika und England 3% Milliarden Dollar und eine weitere Milliarde an Frankreich. Dies seien die Hauptschulden, die anderen seien im Verhältnis dazu gering. England sei unter den Gläubigern des europäischen Kontinents der größte. Mac Kenna befaßte sich hierauf mit der durch den Vertrag von Frankfurt a. M. im Jahre 1871 von Deutschland festgesetzten und bis zum September 1873 voll entrichteten französischen Kriegsentschädigung von rund 1 Milliarde Dallor und der Art ihrer Bezahlung. Er bezeichnete sie als Beispiel einer ie9r beträchtlichen internationalen Schuld, die worden sei, ohne irgendeine ernst- "cheV^^ivirrung im Wellhandel hervorzurufen.
Kenna fuhr fort, die erste Frage sei: A" lst die Zahlungsfähigkeit D e u t s ch l a n d s? Es müsse untersucht werden nicht die Fähigkeit Deutschlands, Reich- ^,-2U.ptoduzleren, sondern .seine Fähigkeit, ausländische Schulden zu bezahlen. Dies sei die Quelle des Irrtums, in den die Versailler Sachverständigen gefallen zu sein schienen. Niemand habe je das riesige Produktionsoer- mogen Deutschlands angezweifelt, Produktion an sich sei jedoch nicht genug. Deutschland müsse einen Markt für seine Ausfuhr finden und damit werde das Problem ein Problem der Feststellung einer möglichen Ausdehnung des deutschen Ausfuhrhandels. Es dürfe zugleich nicht vergessen werden, daß eine Vermehrung der
deutschen Ausfuhrmittel für Reparationszwecke geschaffen werde, wenn keine entsprechende Vermehrung der deutschen Einfuhr erfolge. Nur sein ausführbarer Ueberschuß sei für Reparationen verfügbar. Welches sei die heutige Lage Deutschlands? Deutschland habe die meisten seiner ausländischen Kapitalsanlagen verloren. . Einiges sei während des Krieges verkauft worden, anderes sei als feindliches Eigentum von den Regierungen der alliierten und assoziierten Mächte beschlagnahmt worden und der größte Teil des Verbleibenden habe seinen Wert verloren, wie im Falle der russischen Kapitalsanlage. Die deutsche Schiffe seien zum größten Teil konfisziert worden und Deutschland sei einiger seiner produzierenden Gebiete beraubt worden; Elsaß-Lothringen, das Saarbecken und der polnischen Provinzen. All die Quellen, aus denen ausführbare Ueberschüsie hätten gezogen werden können, seien sehr beeinträchtigt, wenn nicht völlig zerstört worden.
Zu keiner Zeit war Deutschland ausführbarer Ueberschuß genügend, um es in den Stand zu sehen, die in dem Londoner Ultimatum geforderten Iahreszahlungen zu leisten. Daß Deutschland dies jetzt tun kann, ist völlig ausgeschlossen.
Es stehe außer Frage, daß Deutschland in den letzten drei Jahren jede Anstrengung unternommen habe, um seinen Außenhandel zu entwickeln. Der deutsche Arbeiter, dessen Fleiß und Tüchtigkeit allgemein anerkannt sei, sei vollauf beschäftigt und die Fabriken seien in ganz Deutschland eifrig tätig gewesen. Es dränge sich daher die Folgerung auf, daß Deutschland augenblicklich nicht fähig ist, einen Ueberschuß aus der Ausfuhr von Waren zu erhalten. Selbst angenommen, Deutschland könnte zahlen, was von ihm gefordert wird, so würde die e i n z i g e M e t h o d e, u m G e l d zuerhalten, diefein, seine Ausfuhr zu vermehren.
Zu der Frage übergehend, was Deutschland bezahlen könne, erklärte Mac Kenna, Deutschland könne gewiß etwas bezahlen, obgleich nicht in der Form, oder unter den Bedingungen, die man jetzt Deutschland aufzuerlegen unternehme. Mac Kenna fuhr fort, er habe nicht den Wunsch, die gerechten Forderungen der Alliierten gegen Deutschland zu verkleinern, und er erkenne die ernsten politischen Schwierigkeiten an, die einer Verminderung im Wege stehen. Eine Lösung des Reparationsproblems sei aber nicht möglich, wenn sich politische Erwägungen nicht wirtschaftlichen Tatsachen unterordnen würden.
Barihou Präsiden! der Reparations« Kommission.
Paris, 4. Okt. In seiner heutigen Rede in Straßburg kündigte Barthou offiziell an, daß er dar Präsidium der Rrparationsk«mmisfion übernehme.
Die Bezüge der Mitglieder der KoniroUKommissionen.
Berlin, 5. Oktbr. Die Botschafterkonferenz hat die Bezüge der Mitglieder der Interalliierten Kentrollkommissionen mit Wirkung ab 1. Oktober auf das Dreifache erhöht. Demgemäß erhalten die Mitglieder außer ihrem Hcimatloh« noch u. a. folgende Zuschüsse: Der Vorsitzende General monatlich Mark 319 800.—, Oberste und Oberstleutnants 229 400.—, Majore, Hauptleute und Leutnants zwischen 163 875.— und 147 525.— bezw. 139 000.—, Unteroffiziere er» halten 75 730.— und Gemeine 45 900.—.
Zur Neuwahl des Reichspräsidenien.
Berlin, 4. Oktbr. Heute mittag 12 Uhr sind die Parteiführer zu einer Besprechung in der Reichskanzlei zusammengetreten, um über die Wahl des Reichspräsidenten zu beraten. Nach den Mitteilungen des Vizekanzlers Bauer ist anzunehmen, daß bereits Anfang Dezember ü. Js. die Wahl des Reichspräsidenten ftattfinden wird. Der Reichstag wird spätestens am 17. Oktober wieder zusammentreten und auf der Tagesordnung der ersten Sitzungen steht die Wahl des Reichspräsidenten und die Frage des Preises für das Umlagegetreide, also zwei Fragen von größter innerpolitischer Bedeutung. Das Reichskabinett wird spätestens im Laufe des morgigen Tages zu dem Termin der Präsidentenwahl Stellung nehmen. Die Initiative ist übrigens dieses Mal von der Reichsregierung ausgegangen. Es ist anzunehmen, daß, wenn das Kabinett endgüllig entschieden hat, es die Parteiführer nochmals zufommenrufen wird.
Ein Brief des Reichskanzlers.
Karlsruhe, 4. Oktbr. Bei hem hier »bgchaltenen Volksparteitag für Mittelbaben wurde ein Schreibt« des Reichskanzlers Dr. Wirth verlesen, in dem der Reichskanzler u. a. ausführtr
Die Partei ist sich nicht selbst Zweck, Ein« und Ziel jeder Parteibewegung ist Dienst dem Vaterland und Volk, wenn sie nicht in die Irre gehen soll. Grundsätzliche Opposition ist im neuen demokratischen Staat nutzlose Vergeudung moralischer und materieller Kräfte. Weiter hebt der Reichskanzler hervor, die Wohlfahrt unseres Volkes hänge davon ab, ob es gelingt, die Einheit des Reiches zu wahren. Im Hinblick auf den kommenden Winter müsse unter allen Umständen eine Verständigung mit den sozialen Klassen erreicht werden, die Arbeit in den letzten Jahren sei nicht vergeblich gewesen. Jede Regierung verdiene ein gewisses Maß von Kritik und er habe auch eine Kritik, aber nur kritisieren, wie es jetzt vielfach geschieht, sei kein Dienst für das Vaterland. Der Reichskanzler schließt sein Schreiben: Der schwere Winter soll uns wie der schwierige Sommer auf unserem Posten in treuer Pflichterfüllung sehen.
Hilfsaktion für Oberschlesien.
Berlin, 5. Oktbr. Der preußische Landtag setzte gestern die begonnene Aussprache über die Hilfsaktion für Oberschlesien fort. Eine große Anzahl von Anträgen sind von den einzelnen Fraktionen eingebracht worden, um der dringendsten Not in Oberschlesien abzuhelfen. Der Zentrumsabgeordnete Goebel schilderte die Not und die traurige Lage der Flüchtlinge, die teilweise in Räumen untergebracht werden mußten, die nichts Menschenwürdige» mehr hätten, zum Teil in Schule wohnten, wodurch der Schulunterricht leide und leiden werde. Er schloß mit dem Bemerken, daß noch viele, Geschädigte aus der Aufstandszeit auf die restlose Wiedergutmachung der Schäden warteten. Auch der Redner der Vereinigten Sozialdemokraten, sowie die Redner der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei begründeten die Anträge ihrer Fraktionen nyd forderten fteimac^ Das Haus wählte dann eine âuS acht Mitgliedern bestehende Kommission, I die die Behandlung der Anträge und Anfragen über die Not in Oberschlesien weiter beraten solle. Dann nahm der Kommunist Pieck das Wort zu einer gewaltigen Schimpfkanonade gegen den Kapitalismus im Allgemeinen und die-Politik der preußischen Regierung insbesondere in Oberschlesien.
Eine Einigung in Mudania?
L o n d o n, 5. Okèbr. Es verlautet hier, daß zwischen den Alliierten und den türkischen Generälen in Mudania eine Vereinigung zustandegekommen sei, jedoch liegt noch keine ossi- zielle Bestätigung vor.
Auch die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Konstantinopel, daß nach Agentur- meldungen in Mudania zwischen den alliierten und sättigen Generälen ein Avkommen abgeschlossen worden sei auf der Grundlage der Rote vom 23. September b, 3s. Hiernach dürfen die Türken erst nach dem Lvschlusse des Friedens Thrazien besetzen. England hält also an seinem Standpunkte fest, daß ein früheres Einrücken der Türken in Thrazien ausgeschlossen ist.
Paris, 5. Oktbr. Zugleich mit dem offiziellen englischen und französischen Kommunique, das über den ersten Tag der Konferenz von Mudania ausgegeben wurde, kam gestern eine Agenturmeldung nach London, die besagt, daß zwischen den alliierten Generälen und Ismed Pascha ein Abkommen getroffen worden sei. Das Protokoll der Konferenz werde voraussichtlich noch heute unterzeichnet werden. Die Stimmung in London war gestern weniger zuversichtlich, da Rachrichten eingelaufen sind. daßdieTürkenmitgroßerZähigkeil die Räumung von Tschanak fordern und daß die Griechen sich weigern, Thrazien zuräumen. Die Mißstimmung wurde gesteigert durch den verlängerten Aufenthalt von Veniselos in London, der von dem größten Teil der englischen Presse ungünstig beurteilt wird.
Der Verlauf der Verhandlungen.
Paris, 5. Oktbr. In einem Havasbericht werden folgende Einzelheiten über die bisherigen Verhandlungen in Mudania, die bekanntlich hinter verschlossenen Türen geführt werden, bekannt. Der englische Vertreter General Harrington hat gleich zu Beginn der Verhandlungen die Frage der Meerengen und dertürkischenTruppenansamm- l u n g e n aufgeworfen. Jsmed Pascha antwortete darauf, daß die Türkei keineswegs die Absicht habe, Zwischenfälle mit den Engländern : herbeizuführen, im Gegenteil Weisungen ge- : geben haben, jeden Zwischenfall zu vermeiden, j Die zweite Frage, die zur Besprechung kam, i war die thrazische. Der türkische Ver- ' tretet setzte in zweistündigen Ausführungen die Kaltuna Ler härtet in dieser Frage auseinan
der, wobei er über die von den griechischen Truppen in Thrazien begangenen Ansschreitun- gen Belege übereichte, die General Harrington indessen nicht als ausreichend bezeichnete. Jsmed erklärte daraufhin, daß die Türkei keine Bedingungen und keine Konferenz annehmen könne, ohne vorher über das Schicksal in Ost- thrazien und namentlich über die Lage der Türkei in diesem Lande beruhigt zu sein. Danl der maßvollen Haltung der französischen unlf englischen Delegierten und dem Entgegenkom- men des General Harrington, endete bü Sitzung mit einem befriedigenden Eindruck. Du Konferenz wurde am Mittwoch vormittag wie der ausgenommen und Harrington formuliert« die Antwort der alliierten Generäle auf bl türkischen Vorschläge.
Die Unterhändlirtätigkeit von Senifeto#.
London, 4. Okt. Offiziös wird der Vorschlag von Benisclos, Ostthrazien durch alliierte Truppen besetzen und vorläufig die griechische Verwaltung fortbestehen zu lassen, mit aller Bestimmtheit abgelehnt, obwohl er eigentlich den einzigen Ausweg zeigt, da ja England von einer Zulassung der Türken in Ostthrazien vor dem Abschluß der Verhandlungen nichts wissen will.
Veniselos hiesige Tätigkeit erregt im übrigen vielfach Mißtrauen, da sie die Feindschaft der Türken steigern könnte. Daher läßt der Kreter heute in der „Times" andeuten, er habe der Athener Regierung angeraten, sich mit den nun einmal unvermeidlichen Verzichten in Thrazien abzufinden, unb habe sogar die Uebernahme der ihm angebotenen diplomatischen Generalvertretung davon abhängig gemacht.
Die Abdankunasurkunde Konstantins verschwunden.
Paris, 5. Oktbr. Aus Athen wird gemeldet: Die Abdankungsurkunde des Königs Konstantin ist immcknnondau. .Der tmihm» ÖftmiftexpräfU
Dokument in die Nationaldrückerei gefchM worden sei, daß aber royliftifche Offiziere den Abdruck verweigert haben. Wahrscheinlich sei es weggebracht worden in der Hoffnung, daß nach Entfernung der revolutionären Truppen der alte Zustand wieder hergestellt werde. 6« soll jedoch ein Brief König Konstantins vorhanden sein, der die Abdankungsurkunde ersetzt
Bulgarien und Jugoslawien.
Belgrad, 5. Oktober. Die bulgarische Negierung hat an Jugoslawien eine Antwort auf die letzte Note der Belgras-r Regierung erteilt, die sehr freundschaftlich und äußerst entgegenkommend ist. Die, Note betont, es liege im Interesse, daß das Königreich Jugoslawien in gutem Einvernehmen mit Bulgarien lebe und die bulgarische Negierung sei bereit so weit nur irgend möglich Entgegenkommen zu zeigen. Die bulgarische Negierung nehme den Vorschlag auf ge- meinfameS Vorgehen der beiden Negierung zur Bekämpfung der Banden an den Grenzen an. Sie sei weiterhin bereit alle Grenzbeamten zu entfernen, die verdächtig erschienen, den Banden Unterstützung zu gewähren. Dieses Entgegenkommen der bulgarischen Negierung wird viel dahin gedeutet, daß sie die Hilfe Jugoilawien sich sichern will zur Erreichung eines Ausganges zum Aegaeischcn Meer durch Ostthrazien.
Polen, Rußland und die Orientalist«
Warschau, 4. Okt. Der in Warschau weilend« russische Volkskommißar de» Auswärtigen Tschitscherin, erklärte einem Journalisten, daß die Lage Sowjetruß- land« heute recht befriedigend sei. Das Verhältnis zwischen Polen und Rußland sollte sich noch mehr vertiefen und zwar insbesondere durch die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. Auf die Frage nach der Möglichkeit eines Krieges im Nahen Osten antwortete Tschitscherin, daß eine Krise dort' selbst katastrophale Folgen für die politische Situation und die Entwicklung Europas nur dann herbeijühren könnte, wenn Rumänien zufamme« mit der Kleinen Entente gegen die Türkei aktiv auftrete.
Ein neuer Wsllsrieüenskongreh.
Rotterdam, 4. Okt. Der Vorstand des Internationalen Eewerkichaitsverbandes hat als Programm für den vom 10. bis l-.^vezember im Haag statt findenden Weltiriedenskongreß folgende Ge- fichtsduntte vrogrammatiich feftgelegt: Was haben die Arbeiterorgantiationen für den Frieden «etan und was können sie für eine beschleunigte Herstellung des Friedenszustandes in der Wett weiter tun? Was haben die Regierunaen und die politischen Parteien getan und was tonnten biete zur Förderung des Friedens tun ? Wie kann man durch die Schulen und die Erziehungsanstalten den Friedensgedanken in der Jugend propagieren? Die Einladungen für den Weltfriedenskongreß find nunmehr vom Vorstand des Internationalen Kewertichaftsverbandes veriandt worden.
Dollar (10 Ahr norm«) 2050