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General-Anzeiger

Amtliches Organ sür Slaöl- und Landkreis Kanan

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Nr. 229

Freilag den 29. Seylember

1922

Serbiens Eingreifen am Balkan, glue serbische Expedition nach Kvnsianiivopel? Die Kritische Nalional- versammlung lehnt die Einstellung der Feindseligkeiten ab. Beunruhigung in London. Die Türken marschieren.

Wie bei früheren Gelegenheiten erweist sich ^uch heute wieder der Balkan als eine Gegend, in der die gefährlichsten Zündstoffe angehäuft sind. Von dem Feuer, das in Kleinasien schon seit langer Zeit Flammen schlug und das den Boden dort von dem Kriegs» gereinigt hat, sind die Funken nach dem Balkan hinüber gestoben und wie sie in Konstantinopel gezündet haben, so scheinen jetzt unter ihrer Wirkung sich nettere Brandherde zu bilden. Die Nachbarn Griechen­lands sind schon seit einiger Zeit unruhig. Bul­garien, das ebenso wie die Türken unter dem Joch eines ungerechten Friedens aufs schwerste zu leiden hat, ist durch den türkischen Waffen­erfolg bis in das Innerste aufgerüttelt worden. Serbien und Rumänien, die ähnlich wie Grie­chenland Nutznießer des Weltkrieges geworden sind, fühlen ihre Vorherrschaft am Balkan be- droht und die heute vorliegenden Meldungen zeigen, daß auch in Serbien die Erregung eine gefährliche Hochspannung erreicht hat und daß man dort bereit ist, militärische Garantien vor­zunehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ge­schieht dies auf Geheiß der Engländer, die jetzt sehen, daß Griechenland ihre Interessen nicht mehr vertreten kann. Diese Vorgänge können von größter Tragweite sein. Es wäre nicht das erste Mal, daß aus diesem dunklen Wetter­winkel ein Wetter losbrechen sollte, das feine Blitzè"uberallhin zucken läßt. Der äußere. An­schein darf uns darüber nicht hinwegtäuschen. Wir sind bei den Ereignissen, die sich dort ab­spielen, zunächst nur unbeteiligte Zusckauer. Wir sehen aber aufs neue die Wahrheit bestä­tigt, daß durch den brutalen Abschluß des Welt­krieges, durch die Vergewaltigung wehrloser Völker ein Zustand geschaffen worden ist, der von dem wirklichen Frieden himmelweit ent­fernt ist. Ueberall regen und drängen sich Kräfte gegen die Aufrechterhaltungen des Zustandes, der durch die Verträge von Versailles und die anderen seinesgleichen geschaffen worden sind.

Belgrad, 28. Sept. Der Schwerupnkt der Entscheidung auf dem Balkan scheint sich nach Belgrad zu verschieben. Die heutigen Zeitungen vermerken in auffallendem Druck Audienzen des Chefs des Generalstabs beim König, der eben aus London zurückgekehrt ist. Sämtliche Führer der parlamentarischen Parteien waren heute beim stellverttetenden Ministerpräsiden­ten und berieten mit ihm über die Lage. Der Finanzminister hat außerordentliche Kredite verlangt. Die Blätter sprechen offen von der Möglichkeit einer südslawischen Expe­dition gegen Konstantinopel, um den Wiederanfall Thraziens an die Türken zu verhindern. Sie nennen auch die Bedingungen, die Südslawien daran knüpft. Es sind dies die endgültige Entwaffnung Ungarns und Bulga­riens, gewisse Grenzverbesserungen zwischen Südslawien und Rumänien und Ungarn und Rumänien. Das BlattPravda" behauptet, daß England und Frankreich sich bereits über die Bedingungen, unter denen man Konstantinopel den Türken überlassen will, geeinigt haben. Die Türkei müßte die Befestigungen der Meerengen schleifen. Die Freiheit des Schiffsverkehrs müßte gesichert werden und Gallipoli werde einer Mi- litärkontrolle unterstellt, an der alle interessier­ten Staaten teilnehmen. Thrazien und Adria­nopel erhalten eine Selbstverwaltung. An den Verhandlungen, die diesen Abmachungen vor­nusgingen, nahm Südslawien teil. In diesen Verhandlungen sei den Sdslawen Saloniki ver­krochen worden.

Agram, 29. Sept. Die südslawischen Truppen- verschiebungen an der mazedonischen Grenze vnd die noch immer fortdauernden Einberu­fungen werden als der Beginn einer M o b i l i - si e r u n g Südslawiens angesehen. Von offizieller Seite wurde bisher als Ursache für das Vorgehen Südslawiens nur die Befürchtung angegeben, daß eine neue Regelung der thra- ^fchen Grenze, insbesondere eine unmittelbare Nachbarschaft Bulgariens und der Türkei die Eesamtlage zu ungunsten des südslawischen Reiches beeinflussen könnte. Es scheint, daß England nach der Erledigung der griechischen Armee eine Rückendeckung aus dem Balkan sucht und in Jugoslawien vielleicht schon gefunden hat. Seit Italien, der Hauptrivale des südlawi- schen Reiches, auf der Pariser Vorkonferenz sich Mf Frankreichs Seite gestellt hat, begegnete

zurückgelassen worden. Nach Versicherungen Kemal Paschas wird das Gros des türkischen Heeres anfang nächster Woche feine neuen Auf- marfchstellungen beziehen.

London, 29. Sept Das Auswärtige Amt gibt über die militärische Lage in der neutralen Zone folgendes bekannt: Die türkische Kavalle­rie rückt von Erenköy auch durch die neutrale Zone in nordöstlicher Richtung aus Osmanli Tepe vor, um anscheinend den dortigen vorge­schobenen britischen Posten zu entsetzen. Das bri­tische Oberkommando hat Befehl gegeben diesen Hormsrto de- Z-m^M-m aufzuhalten.

Smyrna, 29. Sept. Ein türkisches Flugzeug hat gestern die Insel Chios überflogen und auf die griechische Flotte, die dort zusammengezogen ist, sowie auf die griechischen Truppen, die sich auf der Insel befinden, verschiedene Bomben abgeworfen.

Paris, 29. Seht. Der Korrespondent desPetit Journal" meldet aus London, daß her militärische Korrespondent derDaily News" in Konstantinopel folgendes Telegramm gesandt habe: Die Loge in Tschanak wird immer mehr unb mehr verwickelter- Türkische Trnppenabteilungen überschreiten fortwährend die Grenze der neutralen Zone unb befinden sich jetzt in unmittelbarer Nähe der englischen Vorposten, die um Tschanak einen Halbkreis von etwa 16 Kilometer bilden. Es besteht kein Zweifel mehr, daß diese tüt» kischc« Truppen auf Grund von Befehlen aus Smyrna handeln. Kleinere Abteilungen nähern sich der öfteren den britischen Truppen mit weißen Fahnen in der Hand und erklären ben englischen Soldaten,, daß sie sich gegen die Engländer nicht schlagen wollten. In militâ^ scher Hinsicht sind die Stellungen I der britischen Truppen bei Tschanak vor jeder Ueber. mtamn^Ä^ ÄWÄjMUUi ; treibitng der türkischen Truppen an« der neutralen Zone eine äußerst schwie­rige Operation. Wenn die englischen Ab­teilungen sich aus Tschanak zurückzögen, bevor eine Konferenz ben Frieden herbeigcführt habe, so würde die militärische Operation äußerst erschwert werden. In London hat man aber immer noch die Hoffnung auf einen günstigen Ausgang der diplomatischen Verhandlungen, die zur Zeit hin und bergeben. Immerhin betont man, daß, wenn man einen Konflikt vermeiden wolle, man rasch unb schnell handeln müsse.

Cugfcua räumt die Tfckanak-Zone?

Pütts, 29. Sept. Nach einer Meldung der Chicago Tribune" aus Konstantinopel haben die britischen Behörden Tschanaks in einem An­schlag erklärt, daß, um die Einwohnerschaft nicht dem 'Schrecken des Krieges auszusetzen, die ganze Zone geräumt werden solle. Ueber die Vorgänge vom Samstag abend glaubt das Blatt zu wissen, daß sich eine anscheinend starke griechische Abteilung in die neutrale Zone zu­rückgezogen hätte, der die Türken bis in die Nähe von Tschanak auf dem Fuße gefolgt seien. Der englische Kommandant verlangt den Ab­schluß eines Waffenstillstandes und Aufklärung, warum die Türken in die neutrale Zone einge­drungen seien. Diese hätten geantwortet, sie wüßten von keiner solchen Zone und hätten vor allem Befehl, die Griechen zu verfolgen, wohin diese sich auch wenden mögen.

Auch Konsta«ti«opel soll von den Englândtr» g««n»t werden.

London, 29. September. Lloyd George hat gestern nachmittag zusammen mit dem Mimsterrat die Berichte, bte aus Konstantinopel »erliegen, an Hand von Karten geprüft, speziell die Nachrichten von der neuerlichen Zusammenziehung türkischer Truppen in der Nähe von Konstantinopel. Gleichzeitig wurde die Frage aufgeworfen, ob Konstantinopel gehalten werden könne, wenn stemal Pascha es angreift. Man war allgemein der Meinung, daß dies nicht möglich sein wird. Die britischen Truppen und die der Alliierten würben also gezwungen sein, die Stadt zu räumen und sich nur auf Gallipoli unb Tschanak zu stützen, um von dort au« die Freiheit der Meerengen zu verteidizen.

Die engl. Flotte an den Dardanellen.

London, 28. Sept. Aus Malta wird gemeldet, daß die KriegsschiffeBagony",Keres",Carys- foot".Calocon".Rockot",Tosca".Tumult" Bengal" den Befehl erhalten haben, nach Kon­stantinopel abzufahren. Die PanzerschiffeRo- vongo" undBindicife" sind in Gibraltar an ge­kommen. Associated Preß meldet aus Konstanti­nopels daß am 26. September die englische Flotte an den Dardanellen felgende Stärke hatte: 6 Dread­noughts. 7 Schlachtkreuzer, 20 Zerstörerbort«, mehrere Unterseeboot«, sowie eine Anzahl Schiffe zum Transport von Flugzeugen. Die englischen Landstreitkräfte in Kanstantinovel und Tschanak belaufen sich auf 30000 Mann.

eine englisch-jugoslawische Verständigung keinen Hindernissen. Man erwartet, daß eine südsla­wische Hilfe um den Preis einer von England befürworteten Abtretung Salonikis oder irgend eines Korridors an das Aegäische Meer erfolgt.

Die Mniwvrk Kemals auf das

Räumungsverlanste»;.

Paris, 28. Septbr. Die Antwort Kemal« auf bat Verlangen der englischen Regierung und der alliierten Oberkommissar-, die neutrale Zone zu räumen, cntbält in den Hauptpunkten keinerlei Ant­wort. Kemal bat e? vollständig vermieden, von dem Rückzug der Truppen zu sprechen und erklärt nur, daß er überhaupt von der Existenz einer neutralen Zone nichts wisse. Im übrigen versichert er, daß er gewillt sei, jeden Konflikt zu vermeiden, weist aber darauf bin. das; englische Truppen sich die Zerstörung von Straßen und einer Reihe von Häusern hätten zuschulden kommen lassen.

Bruuruhigung in London.

London, 29. September. In hiesigen politischen Kreisen beurteilt man die Lage im Orient äußerst ernst. Man weist darauf hin, daß bic Antwort Kemal Paschas auf die Note des ©euernl Harringtons, feine Truppen au$ »er neutralen Zone endlich zurückzn- zieden äußerst auswei-t ^ ausgefallen ist. Man betont ebenfalls, daß das trntäße Vorgehen, daß.sie den neutralen Cbaraticr der .Hone mrui anerkennen könnten, nicht ernst zU nehmen sei. Man weigert sich zu glauben, daß Kemal Pascha nicht wisse, wo die neutrale Zone beginne und weist bemqcgrnüber auf die Tatsache hin, daß die türkischen Abteilungen nicht nur die Gegend von Tscharuak sondern auch von Jsmid besetzt haben. Man legt die Antwort so aus, daß man in ihr die Absicht Kemal P-schas erkennen will, Zeit zu gewinnen und dank dieser gewonnenen Zeit «nd hinter einem Schleier von Kavakerie eine bedeu­tende Truppenkonzentratian auf dem asia­tischen Ufer der Dardanellen vorzunclzmeu, um damit den Uebergang über die Darda­nellen zu erreichen und Konstantinopel zu besetze«. In türkischen Streifen ist man ebenfalls überzeugt, daß die 30 000 Mann der alluertenTruppen nicht fähig sein werden, in einem solchen Falle Konstantinopel zu halten.

Kemal Paschas Bedingungen.

Paris, 28. Sept. Wie dieChicago Tribune" aus Konstantinopel meldet, verlautet in natio­nalistischen Kreisen, daß Kemal die V edin - g u n g e n der Prinzipennote der Alliierten mit folgenden Einschränkungen anneh­men werde:

1. sofortige Räumung Thraziens durch die Griechen anstatt der versprochenen Garantien; .

2. keine Völkerbundskontrolle über irgendwelches türkisches Gebiet;

3. keine Einbeziehung Iapans m die Re­gelung der Meerengenfrage; .

4. w o z u solle die R ä u m u n g Konstan­tinopels durch die Alliierten bis zum Ab­schluß des Friedens aufgeschoben werden.

Die Kemalisten trauten der zweideutigen Ausdrucksweise der Note nicht, weil diese die Besetzung Thraziens bis zur Maritza mast kupp und klar den Nationalisten zugestehe, sondern sie von der Respektierung der neutralen Zone abhängig mache.

Die türkische Natioual-Versammlung lehnt ab Paris, 29. Septbr. Die AgenturRadio" meldet aus Konstantinopel, daß Nachrichten zufoLge, die ans Angora tingetroffen find, die Nationalversammlung in ihrer geheimen Gitzttng bestiessen habe, Kemal Pascha mit- zuteilen, daß sie in die Pinstellung der Feind­seligkeiten und die Teilnahme an einer Kon- fereuz nicht eiuivillige, solange nicht alle der Türkei gehörenden nationalen Terri­torien, besonders Thrazien und die Halb­insel Gallipoli effektiv zurückgtgeben worden seien.

Beschleunigtes Vorrücken der Türken.

Rom, 29. Sept Nach Meldungen aus Smyrna rückt die Armee Kemal Paschas in 3 Heeressäulen in Eilmärschen nach Korben vor. Der rechte Flügel marschiert auf Ismid. das Zentrum auf Panderms und der linke Flügel auf Tschanak. 3m Bezirk von Smyrna sind nur noch schwache Kräfte zur Sickerung der Etappe

Frankreich verweigert «int Bet«ili«ung RusilandS.

Paris, 2$. G-pt. Die Sowjetregierung hat gleich» zeitig an die sranztstsche Regierung eine bereits be» kanatgegebene Note gerichtet, in der Rußland feine Hinzuziehung zu den Orientv-rhandlungen fordert. El verlautet hier offiziös, daß er äußerst unwahrscheinlich sei, daß die französische Regierung überhaupt auf diese N»tc antworten werde. Sollte demnach eine Antwort abgegeben werden, so könnte sie nur negativ «ur- fallen, da man hier betont, daß die russische Regierung von der französischen Regierung über­haupt nicht anerkannt werde.

König Kvnsianlins Abdankungs- Urkunde.

Athen, 28. Sept. König Konstantin hat fol­gende Botschaft an das griechische Volk erlassen:

Entsprechend beut feierlich kundgegebenen Wunsche der hellenischen Nation kehrte ich am 6. Dezember 1920 nach Griechenland zurück und übernahm wieder mein königliches Amt. Ich er­klärte damals und beschwor, daß ich die Bestim­mungen der Verfassung einhalten würde. Diese Erklärung entsprach ebenso meinem innigsten Wunsche wie demjenigen des Griechenvolkes und den internationalen Interessen unseres Va­terlandes. In den von der'Verfassung gezogenen Grenzen tat ich alles, was mir als Mensch für die Verteidigung der Interessen der Nation möglich war. Heute brachten betrübende Ereignisse unser Land in eine kritische Lage. Aber Griechenland wird ebenso wie in so viel anderen Fällen in seiner jahrhunderte­langen Geschichte auch diese Hindernisse über« winden und auf seinem ruhmreichen und gtäiv zenden WeLe foctschrcitec;, vorausgesetzt, daß es oer Gefahr in voller Einigkeit begegnet und von seinen mächtigen Freunden untersttißt wird. Da ich nicht will, daß irgendjemand auch nur im geringsten glaube, daß ich auch nur in irgendetwas durch mein Verbleiben auf dem Throne der Einigkeit im Wege stehe, ver­zichte ich auf die königliche Gewalt. Mein ältester Sohn Georg ist von diesem Augenblick ab Euer König. Ich bin gewiß, daß sich die gesamte Nation um ihn scharen und ihn mit allen Kräften und um den Preis aller Opfer in seiner schwierigen Aufgabe unterstützen wird. Ich selbst bin glücklich, daß sich mir eine neue Gelegenheit bietet, mich abermals für unser Griechenland aufzuopfern. Noch glücklicher werde ich sein, wenn ich sehen werde, daß mein Volk, das ich so liebe, in vollkommener Einmü­tigkeit zu seinem neuen König steht und das Vaterland zu neuem Ruhme und zu neuer Größe führt. Jedes Opfer ist gering. Ich bin bereit, anderSpitze derArmeefür die Interessen des Landes zu kämpfen, wenn die Regierung und das Volk Griechenlands glauben, daß dieser Dienst meinem Vaterlands nützen könnte.

(Kronprinz Georg ist der älteste Sohn Kon­stantins. Er steht im 33. Lebensjahre und hat sich vor anderthalb Jahren mit der Prinzessin Elisabeth von Rumänien vermählt.)

Konstantin gefangen.

Paris, 28. Sept. Die Abendpresse veröffent­licht eine Reutermeldung, König Konstantin sei gefangen genommen worden und ein Mi­nister sei während der Unruhen getötet worden.

Paris, 29. Sept. Die Meldung von der Ge­fangennahme König Konstantins wurde gestern abend bald nach sieben Uhr als bestätigt bezeichn net. In französischen amtlichen Kreisen hält man es für wahrscheinlich, daß in Athen die Repu­blik ausgerufen wird. Der Ministerrat, der g "fern in Rambouillet unter beni Vorsitz Millerands tagte, hat sich haupt-- fächlich mit den griechischen Ereignissen beschäf­tigt. Das amtliche Kommunique besagt: Der Ministerrat hat beschlossen, daß die Ereignisse in Griechenland die Beschlüsse nicht ändern könnten, die Frankreich gemeinsam mit den Ver­bündeten gefaßt hat und die in den an Musta­pha Pascha übermittelten Vorschlägen enhalten sind.

«rhötzuna ber Bcraarbtittrlöhu«. Wir die deutsche Berparbcitcrzeitung erfährt, hat der RecwS- arbeitsmincster die Vertreter der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer des Bergbaues wegen der geforderten Lohn- erhöhung von 50 Prozent seitens der Bergarbeiter zu Einignngsvcrhandlnngen nach Berlin berufen. Di« Arbeitnehmer wollen au ben am 29. September äuge- fetzten Verhandlungen nicht teilnehmen und man rechnet demnach mit einem Schiedsspruch der R-ichsarbcit,- Ministers.

Dollar (10 Mr oorm») 1600