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Hanauer S Anzeiger

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ES

Nr. 227

Mittwoch Sen 27. September ratm^Mraams«^

1922

Das Neueste.

Sie Antwort aus Angora wird Beute oder morgen erwartet. Kemal Pascha wird verlangen, daß er Thrazien besetzen und die Dardanellen über- toreiten kann. Auch Rußland und Bulgarien sollen zur Friedenskonferenz zugelassen werden,

- Rußland fordert in einer Note seine Hinzu- ziebun« bei der Regelung der Orientfrage.

Brüsseler Nachrichten zufolge beabsichtigt die belgische Regierung, dir deutschen Schatzwechsel in den Bereinigten Staaten, England und in der Schweiz unterzubringen.

Der Etadtkämmerer von Berlin teilt mit, daß der Fehlbetrag der Stadt Berlin infolge der letzten Lohn- und Gehaltserhöhungen sich für dieses Rechnungsjahr auf über drei Milliarden Mark erhöht habe.

Bisher noch nicht verbürgten Belgrader Nach­richten zufolge soll Prinz Georg zum König aus­gerufen worden und die Hauptstadt der Schauplatz blutiger Zusammenstöße geworden fein.

Der Anspruch der Russen.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Rußland mit der Einigung der Herren Poincarö, Lord Curzon und Graf Sforza über die orientalische Frage und der selbstherrlichen Verteilung der Güter dieser Erde absolut nicht einverstanden und es protestiert in einer unten wiedergegebe­nen Note ganz entschieden dagegen, daß es bei der Orientregelung völlig außer Spiel gelassen werden soll. Dieser Protest ist verständlich und war, wie schon gesagt, zu erwarten, denn für Rußland ist Konstarüinopel in kommerzieller und strategischer Hinsicht von der allergrößten Bedeutung die Meerengen bilden für das durch Löll- es den be- quemsten Zugang zur übrigen Kulturwelt und zum Warmen Meer hat, und von dem aus es die lebenswichtigsten Teile feines Gebiets am leichtesten verteidigen kann. Solange die Meer­engen sich in den Händen einer anderen Macht, bezw. einer mit Rußland nicht verbündeten Macht befinden, kann diese jederzeit den größten und wichtigsten Teil des russischen Handels lahmlegen. Was die Meerengen strategisch für Rußland bedeuten, hat sich im Krimkrieg und später im Weltkrieg gezeigt. Hätte Rußland da­mals denVerschluß" der Dardanellen be­sessen, so wäre es im Süden ebenso unan­greifbar wie im Norden gewesen, wo die eng­lisch-französische Flotte trotz ihrer Üeberlegenheit so gut wie nichts ausrichten konnte. Im Welt­krieg ist Rußland aus dem Grunde mit vorzeitig zusammengebrochen, weil ihm die Verbindung mit den Verbündeten durch die Meerengen nicht zur Verfügung stand und die Waffen- und Mu­nitionsversorgung über Archangel und Ostasien unzureichend war. Konstantinopel mit den Meerengen ist deshalb immer das Hauptziel der russischen Politik gewesen, und der Kampf um den Hausschlüssel bildet den eigentlichen Inhalt der russischen Geschichte. Wenn Rußland sich nach anderen Richtungen wandte, so geschah dies deshalb, weil es auf dem Wege nach Kon- stantinopel auf unüberwindliche Hindernisse stieß und deshalb den Ausgang zum Warmen Meere an anderen Punkten suchen mußte. Nur einmal, im Vertrag von Hunkjar Skelessi (1833), in dem der Sultan das türkische Reich und die Meerengen unter russischen Schutz stellte, ist Rußland an das Ziel feiner Wünsche gelangt. Dieser Vertrag wurde aber auf Betreiben Frankreichs wieder aufgehoben, das auch im Krimkriege und auf der Pariser Konferenz dis russische Stellung am Schwarzen Meere ver­nichtete.

Die Meerengenfrage ist dann noch des öf­teren akut geworden, so im rustin-japanischen Kriege und während der bosnischen Krise und hat bis zum Weltkriege niemals völlig geruht. Nach dem letzteren, als Rußland als Macht­faktor ausgeschieden und die Türkei zerstückelt war, sollte durch den Vertrag von Ssvres die Meerengenfrage ein für âllemal im Sinne Englands und der Entente gelöst werden. Diese Absicht wurde jedoch durch die türkischen Siege vereitelt und da Rußland ein Bundesgenosse der Türken geworden ist und damit bekundet hat, daß es seine traditionelle Politik wieder auf­zunehmen beabsichtigt, ist es verständlich, daß es verlangt bei der Regelung der Meerengen- uage mit hinzugezogen zu werden. Und die Türkei? Diese besteht, wie aus den unten fol­genden Forderungen Kemal Paschas hervorgeht, ebenfalls auf diese Hinzuziehung. Damit ergibt sich für England, wie für Frankreich eine neue heckte Lage. Frankreich sträubt sich noch immer wit allen Mitteln, die Sowjetregierung politisch Lusuerkennen, und gerade dieser Umstand bat in

der Hauptsache zum Scheitern der Konferenz von Genua geführt. Es müßte also die französi­sche Regierung ihre Affassung in dieser Rich­tung vollkommen ändern, wenn sie jetzt mit Rußland einträchtig über die Lösung euro­päisch-asiatischer Fragen verhandeln sollte. In dieser Hinsicht braucht sich England keine Schranke aufzuerlegen, weil es bereits in poli­tischen Beziehungen zu Sowjetruhland steht. Aber dessen Eintreten in die bevorstehenden Verhandlungen würde wegen seines Freund­schaftsverhältnisses zu den Türken gerade für England ein großes Moment der Ungewißheit hineintragen und das Ziel der englischen Po­litik, die Kontrolle über die Meerengen, in Frage stellen.

Aus alledem ergibt sich, daß trotz der großen zur Schau getragenen Zufriedenheit der Herren Poincare, Lord Curzon und Graf Sforza Keime neuen ernsten Verwicklungen vorhanden sind, daß die Gewitterschwüle im Orient noch immer besteht und daß er noch lange dauern wird, bis geregelte Zustände dort herbeigeführt sind.

Die russische Note an England.

Moskau, 26. Sept. Der Kommissar für Aus­wärtige Angelegenheiten, K a r a ch a n, hat an die englische Regierung in der Orientfrage eine Note gerichtet, worin es u. a. heißt:

Die Lage in der Frage des Nahen Ostens hat sich so drohend zugespitzt, daß nur noch eine so­fortige friedliche Intervention die Ereignisse auf ihren Herd beschränken kann, und den Südosten Europas vor einm neuen Blutvergießen zu be­wahren vermag, das'einmal begonnen ganz Europa in neue schwere Erschütterungen zu stür­zen droht. Die russische Regierung erblickt ihren Standpunkt in dieser Frage nur einzig und WH*i4^^

Souveränität über die türkischen Gebiete, die Hauptstadt Konstantinopel und die Meerengen. Die Frage der Meerengen ist eine Frage der Lebensnotwendigkeit insbeson­dere für die dem Schwarzen Meere benachbar­ten Staaten, Rußland, seiner Verbündeten und der Türkei. Die offiziellen Auslassungen der Westmächte, die sich mit dieser Frage befaßten, erkennen als interessiert an dieser Frage nur die im Weltkriege siegreich gebliebenen Groß­mächte an, und leugnen die berechtigten An­sprüche Rußlands ab. Die russische Regierung muß in entschiedenster Form gegen d-iese Anmaßung eigentlicher Rechte Rußlands und seiner Verbündeten durch die Westmachte Einspruch erheben- Rußland mit seinen Verbündeten, den Republiken der Ukraine und Georgien ist nach der Türkei an erster Stelle an der Freiheit der Meerengen in­teressiert. Die Westmächte, weit davon entfernt dieses Recht Rußland ableugnen zu können, haben sogar die Interessen Rußlands aner­kannt, indem die Ententeregierungen sich im Jahre 1916 den Interessen Rußland gegenüber verpflichteten, ihm durch Sondervertrag die Meerengen und Konstantinopel zu überlassen. Die Sowjetregierung erachtete es nicht als in ihrem Interesse liegend einen Teil des türki­schen Volkes zu absorbieren, und aus diesem Grunde hat sie auch den Vertrag der zaristischen Regierung annulliert. Die Sowjetregierung ww- derholt ihre frühere Erklärung, wonach Ruh­land keinerlei Entscheidungen annimmt oder an­erkennt, die ohne ihre Mitbestimmung und die Wahrung ihrer und ihrer Verbündeten berech­tigten Interessen getroffen werden. Rußland und die Türkei haben sich über diese Fragen ins Einvernehmen gesetzt, in welcher Form die Freiheit der Meerengen verwirklicht werden kann. Kein einziger ohne Mitwirkung aller be­teiligten Mächte abgeschlossener Vertrag kann von Dauer sein. Eine solche Entscheidung würde nur neue Konflikte und in ihrer Gefolof-baft neue Kriegsgefahren heraufbeschwören. Die Freiheit der Meerengen" wie sie England tm Sinne hat, entspricht lediglich dem Wunsche einer großen Seemacht, einen für andere Staa­ten wichtigen Handelsweg dauernd zu kontrol­lieren und diese Staaten dauernd unterdrückt zu halten England schickt bewaffnete Armeen nach dem Nahen Orient und versucht Italien, Frankreich, Jugoslawien und Rumänien in den Krieg mit hineinzuziehen. Die Ziele dieses Krie­ges sind angeblich die Verteidigung Konstanti­nopels und der neutralen Zone, wie auch der Schutz Europas gegen eine feindliche Offensive der Türken. Die Verteidigung Konstantinopels gegen das türkische Volk, Armee und Regierung ist nur ein Vorwand, ebenso muß eine Vertei- diaung der neutralen Zone als eine schwere Verletzung der türkischen Souveränität betrach­tet werden Die russische Regierung ist der

Ueberzeugung, daß die Anstrengungen einzelner Staaten, durch Abkommen einen Ausweg aus der Krise im Nahen Osten zu finden, die dro­hende Gefabr eines neuen Krieges nicht abwen­den kann. Rußland schlägt daher im Na­men der interessierten Völker eine friedliche Lö­sung des Konfliktes vor, durch sofortige Ein­berufung einer Konferenz aller interessierten Staaten und haupt­sächlich aller Nachbarstaaten des Schwarzen Meeres und hofft, daß seine Stimme von allen denen gehört wird, die einen Frieden suchen, der auf der Gleichheit der Parteien und der Achtung der türkischen Souveränität über alle türkische Gebiete beruht.

Die Forderungen Kemal Paschas.

Paris, 26. Sept. Kemal Pascha hat auf bie vor drei Tagen übermittelte Note der Alliierten noch immer nicht geantwortet. Sein Schweigen gibt naturgemäß zu den mannigfachsten Kombinationen Anlaß. Die gestrige, an» englischer Quelle stammende Darstellung, daß die kemalistische Regierung die vorgeschlagene Kon­trolle über die Meerengen ablchnc und daß sie darauf bestehe, Thrazien schon jetzt ju besetzen, eine Dar­stellung, die von der französischen Presse als tendenziöse Uebertreibung bezeichnet wird, findet in einem Tele­gramm aus Konstantinopel eine Bestätigung, wonach der offizielle Vertreter der Regierung von Angora, Hamid Bey, erklärt haben soll, Kemal Pascha werde folgende Forderungen stellen:

1. Die Erlaubnis zur Ucberschreitung der Meer­engen zum Zwecke der militärischen Besetzung Thra­ziens und die Ermächtigung zur Errichtung von Verteidigungsanlagen in der Umgebung von Kon­stantinopel, um die Stadt gegen jede Ueberraschung zu sichern;

3. die sofortige Einstellung der englischen Truppen­bewegungen im Meerengengebiet.

Unruhen in Konstantinopel befürchtet.

Haag, 27. Ecptbr. Dem Korrespondenten der Daily Mail" erscheint der Zustand in Konstantinopel gefährlich. Man befürchtet, daß die bolschewistischen Organisationen, die dort sehr umfangreich sind, Un­ruhen anstiften könnten. Die türkischen Agitatoren, die bis jetzt für Kemal Pascha gewirkt habe», sollen jetzt in bolschewistische Dienste getreten sein. Es werden Flugschriften verbreitet, die die Türken zu Gewalttätigkeiten gegen die Engländer aufricsen. Ebenso regen sich die zaristischen Russen, die in Konstantinopel in großer Zahl vorkanoen sind. Charakteristisch ist, daß durch einen kleinen Braud in einem Kino sofort eine Panik in der ganzen Stadt ansbrach und die Garnison alarmiert wurde.

Meuterei von NeichsWehrtruppen

infolge kommunistischer Verhetzung.

Berlin, 26. Sept. DieRote Fahne" ver- öffentudjie gestern einen tätigeren Bericht über Vorkommnisse bet den in der Feste Lötzen liegen­den Truppenteile der Reichswehr. Im Großen und Ganzen scheint die Darstellung derRoten Fahne" über den Vorfall, der bereits längere Zeit zurückliegt, zuzutreffen. Wenigstens hat, wie dieP. P. N." von zuständiger Stelle er­fahren, die Heeresleitung bereits unter dem 7. August an sämtliche ihr unterstellten Truppen­teile von dem Vorfall ourch einen Tagesbefehl Kenntnis gegeben, in dem es heißt:Etwa ein Drittel der Mannschaften der drei Infanterie- kompagnien des III./Jnfanterieregiments 2 ver­anstaltete am 10. Juli 1922 eine Versammlung und zog dann geschlossen und teilweise bewaff­net nach der Kaserne, um ihre Forderungen: Weniger Dienst, Absetzung der Unteroffiziere, Zahlung der rückständigen Teuerungszulagen, vorzubringen. Angesichts der festen Haltung des Restes des Bataillons ließen sie sich jedoch in der Kaserne entwaffnen und festnehmen. Bei einem Rädelsführer wurden sogenannte Programm- punkte gefunden. (Sie enthalten Forderungen auf Entlassung der monarchistischen Offiziere und Mannschaften, Aufnahme von Verbindung mit arbeitenden Eisenbahnern, Entlassung der Unteroffiziere, Zahlung rückständiger Teu- rungzsulagen usw.) Neben politischer Ver­hetzung hat besonders die Frerydheit und Lange­weile der kleinen ostpreußischen Garnison dazu beigetragen, bei den meist aus Brandenburg und Mitteldeutschland stammenden Leuten Un­zufriedenheit hervorzurufen." Weiter wird durch das Reichswehrministerium erklärt, es sei ihm bekannt geworden, daß seit der Ermordung Rathenaus in verstärktem Maße versucht werde, kommunistische Agitati»»4unter bar Reichswehr

mittels der oben erwähnten Forderungen zu be­treiben.

Steuerreform für -le Lan-wlrlschafl.

Berlin, 26. Sept. Auf der Konferenz der der Demokratischen Partei angehörenden Minister des Reichs und der Länder, die am Samstag und Sonntag in Braunschweig statt« sand, hielt der oldenburgische Minister Tantzen einen Vortrag, in dem er den Vorschlag machte, an Stelle der Reichreinkommen« und Ver« mvgcnrsieuern, sowie der Grundsteuern der Länder eine Naturalwertrente vom land« und forstwirtschaftlichen Kulturboden zu erheben. Er erklärte, die gegenwärtige Steuerzahlung erfolge verspätet und mache den Ertrag de« Reichs, der Länder und Gemeinden aus der Steuer gering. Eine nach dem Wert bes wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisie«, de« Brotgetreides, berechnete Naturalwertrente bringe erheblich höhere Erträge. Diese Steuer­erhebung sei außerordentlich einfach. An dem Ertrag müßten bas Reich, die Länder und Ge­meinden beteiligt sein. An Hand von Zahle« erklärte er, daß der gesamte land- und forst­wirtschaftliche Kulturboden Deutschlands rund 42 859 880 Hektar betrage. Eine Abgabe von zwei Doppelzentnern je Hektar den Brot- getreibepreis für 1922 mit 4000 Mark je Doppelzentner gerechnet würde eine Natural, wertrente von insgesamt 342 879 400 000 Mark ergeben. Der Vorschlag Tantzen« wurde von den anwesenden Ministern einmütig begrüßt und soll einer eingehenden Bearbeitung unter« zogen werden.

Vom preußischen Landtag.

Berlin, 27. Sept. Gestern tagten im preuSt« schen Landtage di» Fraktionrvorständ« ber Sozialdemokraten und der Unabhängigen zum ersten ^iai« gememjum. Der Vorstand uer ver­einigten Landtagefraktion wird aus den Ab­geordneten Limvertz. Essen, Krüger, Heilmann und Leid als Vorsitzenden bestehen.

Die Koalitionsparteien werden im preußi­schen Landtag einen gemeinsamen An- trag einbringen, wonach zur Fortsetzung der Wohnungsbauten 3 Milliarden aus preußischen Staatsmitteln und 1,82 Milliarden aus Reichsmitteln sofort den Ge­meinden zur Verfügung gestellt werden sollen, um die Stillegung der Bauten und den Eintritt größerer Schäden zu verhüten. Die Regierung dürfte mit dem Anträge einverstanden sein.

Ein Puffch des Prinzen Georg von Serbien?

Basa, 27. Sept. Bisher noch nicht verbürgte» Belgrader Nachrichten aufolge, soll Prinz Georg zum König ausgerufen worden und die Hauptstadt infolgedessen der Schauplatz blutiger Zusammen­stöße geworden sein. Die Eeorgisten sollen sich auf die militärische Organisation der schwarze« Hand und auf die kroatischen Dezentralisten stützen

Porittfche Tagesberichte.

Das Bemelmanns-Uhkommeu in Neafi«

Die am 2. Juli 1922 zwischen der deutschen Regierung und der Entschädigungskommission über die Aurführuu- der im Friedensvertrag übernommenen Sachleistungen getroffene Vereinbarung (sog. Cuntze - Bemelman»«- Abkommen) ist, nachdem die belgische Regierung ihre« Beitritt erklärte, Belgien gegenüber mit Wirkung bott 15. September ab in Kraft getreten.

Zu den sSchfischeu Landtagswahlen. Sei Landesansschuß des sächsischen Handwerk« hat in eine, Entschließung für die kommenden Landtagswahlen die Unterstützung einer, eigenen Mittelstandtpartci all frevelhafte Zersplitterung einmütig abgelegt. Dai sächsische Handwerk weist entschieden dahinzielende Ein­mischungen Berliner Kreise in sächsische Verhältnisse zurück. Da« Handwerk wird aufgefordert, den im Ein« vernehmen mit dem Landesausschuß ausgestellten Hand« werkervertrctern bei den bürgerlichen Parteien stüu Stimme zu geben.

Annahme der ZoAerhShungen. I» Reichrtagsausschuß für Volkswirtschaft wurde gestern nachmittag der Entwurf einer Verordnung über Zoll- erhöhungen "behandelt. Ministerialdirektor Denhard vom Rcichrfmanzministerium begründete die Verord­nung mit dem in der letzten Zeit eingetretenen jähen Sturz der deutschen Mark und der damit Hand in Hand gehenden sich immer mehr fühlbarer machenden Teuerung. Deshalb müsse die Einfuhr aller enttehr- lichen Luxutwaren nach Mtglichkeit eingeschränkt wer­den. Ser Ausschuß stimmte den Z»llerhöhunge» nach kurzer Debatte einstimmig zu. '

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