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HamueM Anzeiger

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General-Anzeiger

AmMches Organ sur Staöl- und Landkreis Kanan

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Nr. 226

Dienslag den 26. September

1922

Das meueRe.

Der Reichsrat sprach sich gestern für Sperr- Me auf entbehrliche Luxuswaren aus.

Wie gemeldet wird, finden am kommenden Donnerstag im Reichsfinanzministerium Verhand­lungen mit den Spitzenorganisationen der Beamten und Angestellten über eine Neufestsetzung der Grund­gehälter und der Kinderbeihilfen statt.

Der südslawische Ministerrat beschloß anstatt des Mehkontingents, das Deutschland noch in diesem Jahre zu liefern hat, verschiedene landwirtschaftliche Geräte im Werte von 15 Millionen Goldmark zu übernehmen.

Etoile Belge" erklärt, es sei sicher daß die Finanzkonferenz zur Regelung der interalliierten Schulden und die Reparationen noch vor Ende dieses Jahres in Brüffel stattfinden werde.

Die Türken werden der Alliierten-Note gegen­über verschiedene Einwendungen machen.

Die Dereinigke Sozial-emokra- lische Parlei.

Im parteipolitischen Sprachschatze des deut­schen Volkes sind zwei Posten gestrichen und da­für ein neuer eingesetzt worden. S. P. D. und U. S. P. haben das Zeitliche gesegnet und an ihrer Stelle ein neues Sebilbe entstehen lassen, das auf dem Einigungs-Parteitage in Nürn­berg wie es hießfeierlich" aus der Taufe gehoben wurde und dabei den Namen V. S. P. D." Vereinigte Sozialdemokra­tische Partei Deutschlands empfing. Der Vor­gang verdient ohne Zweifel im politifchen Gärungsprozeß, von dem die deutfche Republik noch immer erfaßt ist, ernste Beachtung. Eine gewisse symptomatische Bedeutung ist ihm sicher­lich nicht abzusprechen. Um diese jedoch richtig einzuschätzen, bedarf es vorerst noch einigen Zu­wartens. Vor allem ist das nötig, damit zu­nächst einmal erkennbar^welchs^Kgur auf dem parteipolitischen Schachbrett zu sein von der B. S. P. D. beansprucht wird. Bis zu.einem gewissen Grade ist die Einigung an sich schon eine grundsätzliche Entscheidung. Die alte So­zialdemokratie war die Partei der Koalitions­regierung mit den Bürgerlichen. Sie sitzt in Preußen und in einer Anzahl von Ländern mit der Deutschen Volkspartei in einem Kabinett. Die Unabhängige Sozialdemokratie war bisher der geschworene Feind eines solchenTechtel­mechtels" mit den bürgerlichen Parteien. Bei der Vereinigung der beiden Parteien sind die Unabhängigen von ihrem Standpunkt gewichen, die alten Sozialdemokraten nicht. Die Vereinigte Sozialdemokratie übernimmt denn auch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit das parla­mentarische Erbe der alten Sozialdemokratie. Es ist auch sicher kein Zufall, daß die beiden Einzelparteitage und der Vereinigungstag in Nürnberg nichts beschlossen oder in Aussicht ge­nommen haben, was eine Bindung gegen die Koalition mit den bürgerlichen Parteien wäre. Aber damit ist das Rätsel praktisch doch noch nicht gelöst. Die V. S. P. D. wird erst noch Farbe zu bekennen haben, ehe man wirklich weiß, wie die Dinge sich weiter entwickeln wer­den. DerVorwärts" hat in einem Kommentar M dem etwas übereifrigen Einigungsbeschluß von Augsburg die Befürchtung ausgesprochen, daß die Unabhängigen ein verneinendes Ele­menten die sozialdemokratische Politik bringen könnten. Daß sie der innerpolitischen Gesamtlage durch ihren (Eintritt in die Sozialdemokratische Partei eine gewisse Schärfe geben, ist unver­kennbar. Man wird nicht so leicht vergessen, daß Herr Crispien, der jetzt im Vorstand der V. S. P. D. sitzt, sich auf dem Leipziger Parteitag der Unabhängigen mit vollem Bewußtsein selbst als vllterlandslosen Gesellen gepriesen hat.,, Und man hat es auch noch srisch im Gedächtnis, welche tollen Sprünge sich Herr Dr. Rosenfeld im Reichstag und im preußischen Landtag zu leisten pflegte. Wenn diese Elemente, soweit es ihre Natur zuläßt, durch die Vereinigung mit der alten Sozialdemokratie nicht eine gewisse Läuterung erfahren, so werden sie trotz aller Bekehrung zum Koalitionsgedanken in Wirr- "chkeit doch der Koalition gefährlich werden. Nicht umsonst hat, wie wir an anderer Stelle be­richten, der Abgeordnete Dr. von Campe als Führer der deutschvolksparteilichen Fraktion in âeslau warnend darauf hingewiesen, daß ein Zusammengehen mit der Vereinigten Sozial­demokratie unmöglich sei, wenn sich in ihr der Geist eines Crispien bemerkbar machen sollte.

Die Sozialdemokratie tritt äußerlich als -Nachtfaktor auf, innerlich ist sie noch keine Ein­heit. Es wird sich erst zeigen müssen, ob sie durch dsn Zuwachs radikalisiert worden ist oder ob sie ' die unabhängige, neugewonnene Gefolgschaft in nch aufzunehmen vermag, ohne dabei ihr Wesen und ihren Kurs zu verändern. Von der Ant­wort auf diese Frage wird unsere innervolitiiche Entwickeluna abbänaen.

Einwenöungen her Türken.

Die englischen Rüstungen dauern an. Griechenland über die Untreue Englands verstimm!. Ein neuer türkischer Bvrstotz in die neutrale Zone.

Paris, 26. Septbr. Die Nachrichten, die über die Haltung der Türken der alliierten Note gegenüber jetzt vorlicgcn, deuten darauf hin, daß die Türken nicht ohne weitere» die Einladung annehmen, sondern in verschiedenen Punkten Einwendungen geltend machen werden. Diese Nachrichten stammen zwar aus englischer Quelle und enthalten in der Hauptsache die Versicherung, daß die Note der Mächte in den kem«- listischen Kreisen als Basis zu Verhandlungen be­trachtet werde, daß aber die Regierung von Angora die militärischen Operationen erst einstellen werde, wenn sich die Mächte ihrerseits verpflichtet haben werden, keine neue Verstärkungen nach dem Orient zu schicken. Der Vertreter Kemal Pascha» in Konstan­tinopel hat erklärt, daß auf Grund -der Einladung der Alliierten eine Diskussion ausgenommen werden könne, daß aber besonders die Bestimmungen hinsicht­lich der Entmilitarisierung der Meerenge und gewisser Teile Thrazien» unvereinbar seien mit der Ausübung der Rechts der Souveränität. Im übrigen müßten sämtliche Staaten der Schwarzen Meere» über das Statut der Meerenge befragt werden, einbegriffen Rußland, die Ukraine, Georgien «sw. Wenn die Türkei ihre Truppenbewegungen einstellen soll, so müßten die Alliierten zum mindesten in der neutralen Zone dasselbe tun.

Eine Nachricht aur Konstantinopel besagt im übrigen, daß dort das Gerücht umgehe, und anscheinend he»

scheint entschlossen zu sein, wie der »Daily Mail" aus Konstantinopel telegraphiert wird, die Einladung der Alliierten nur anzunehmen, wenn Rußland, da» eine lange Küste am Schwarzen Meer besitzt, zur Konferenz zugezogen wird. Dasselbe Blatt erklärt aber, daß man in gut informierten Londoner Kreisen hervor­hebt, daß Frankreich Versprechungen gegeben habe, er solle seinen Einstuß auf Mustapha Kemal benutzen, um ihn davon «bzuhaltin, Rußland zur Teilnahme an der Konferenz heranznziehen. Die Alliierten wollte« unter keinen Umständen eine Teilnahme Rußlands an der Konferenz zulassen, da Rußland nicht Mitglied der Völkerbundes sei. Würden die Alliierten diese Haltung aufrechterhalten, so müßte man mit einer neuen Krise in der Orientfrage rechnen. Der New Park Herold" veröffentlicht eine Unterredung seines Moskauer Vertreters mit dem Volkkkommissar Karachan, sowie Unterredungen mit türkischen und russischen Vertretern in Rom. Alle drei laufen darauf hinaus, daß Rußland bei der Entscheidung über die Meerengenfrage unbedingt ein Wort mitreden wolle.

Ein neuer türkischer Borslotz.

Paris« 28. Sept. Heute wird ein neuer türkischer Borstotz in die neutrale Zone ge­meldet. Die Türken, die am letzten Samstag bei Tschanak in das neutrale Gebiet eingr- drungen waren, haben sich nach Unterhand­lungen wieder zurückgezogen. Gestern sollen

ilbbanfuxg zczwimgen werbe. Kie mtmmex dauern im Zusammenhang mit dieser Befürchtunz weiter an. Heute wird «u» London gemeldet, daß neue englische Jnfanterietruppen morgen Mittwoch nach dcm Oricnt abgeschicktwerden. Sobald diese Truppe« ix bett Dardanellen anzekommen sein werde«, sollen sie mit dem 2. Bataillon der Grenadiergarde, das am letzten Freitag abgereift ist, verschmolzen werden und mit ihm eine Brigade bilden. Au» Gibraltar wir bie Ankunft bei Dampfer»Huntsent" gemeldet, der eine Ladung von Artilleriematerial und vor allem Gebir-skanoueu an Bord hat. Der Dampfer wirb sich nach Malta be«, gehen um von dort eine Artillerieabteilung nach bem nahen Orient zu transportiere«.

In Athen hat ein Ministerrat stattgefunden, der sich mit der Prüfung der Alliiertennote befaßte. Die griechischen Blätter erklären, daß die Minister über die Maßnahmen beraten hätten, bie sie für notwendig erachte«, um der gegenwärtigen Situation gewachsen zu sein. Et hätten eingehende Besprechungen über die Reorganisation der griechischen Armee in Thrazien stattgefunden. Da» Kabinett hat außerdem beschlossen, die Nationalversammlung auf den 2. Oktober einru- 6erufen. Nach Blätterstimme« aus Athen ist man dort über die Untreue En, land» auf das tiefste et» regt und will trotz des Pariser Kompromisses noch einmal einen letzten Widerstand gegen Kemal Pascha auf europäischen Boden versuchen. Mit bem Verlust Klcinafiens hat man sich abgefnnben. Ente Rück­gabe Thrazien»' mir Adrian ° pel will die griechische Regierung jedoch auf keinen Fall anerkennen um sich der Abtretung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln widersetzen. Sollten die Türken mit ober ohne Genehmigung der Verbündeten über den Bosporu? vordringen, so will Griechenland in Thrazien ein Heer von 150000 Mann stellen.

L-ikhon, 26. Sept. Ter Vertreter der Regierung von Angora in Konstantinopel Hamid Bey erklärte gegenüber dem Korrespondenten derSundaö Times", daß die Kemalistc» bereit seien, die Freiheit der Meer­engen anzncrkcnncn und an einer Konferenz über den Nahen Orient teilznnehmcn, aber vor Eröffnung der Konferenz müßte den Türken das Recht eingeräumt werden, die Meerenge zu überschreiten und Thrazien zu^esetzen. Sollte der vorherigen Besetzung Thrazien» ein Hindcrui» entgegengeftetlt werden, so würden sie feine Konferenz annehmen können. Sollten sie bei der Ueberschreitung der Dardanellen von den Alliierten beschossen werden, so würden sie nicht zögern, da» Feuer zu erwidern. Die gemaltster, feien aber bereit, bte Frage Thrazien» einer Volksabstimmung zu unter­ziehen.

Die Ballung Ruhlands in der Orienlsrage.

Paeis, 26. Sept. Der Kernpunkt des Olient- Vroblem» ist noch immer Ruslans Muürvbr Kemal

ente

Auf dieser Gmndlage fußend, verlangt nun Dariac folgendes:

Der erste Akt der aktiven französischen Rheinlandspalitik ist die finanzielle Organi­sierung des Rheinlandes: Aufrichtung einer Z o 11 g t c n 3 e im Osten gegen Deutschland, Niederlegung der Zollgrenze im Westen gegen Frankreich. 3m Zusammenhang mit dieser finanziellen Organisation müßte die Tren­nung des Staatshaushaltes der Rheinlande von denen des Reiches und der Länder erfolgen, und gleichzeitig wird die Ein­führung einer gesunden Wähning an Stelle der entwerteten Mark verlangt. In der zweiten Etappe verlangt Dariac den Ersatz der preußi­schen Beamten dnrch rheinische.

Drittens wird die Erweiterung der Voll­machten der gewählten rheinischen Volksvertretung gefordert. Das Haupt­ziel dieser Politik ist nach den eigenen Worten Dariacs, einfreiesRheinland unter dem militärischen Schutz Frankreichs und Belgiens von Deutschland abzutrennen.

Knapper und deutlicher sind die französischen Formulierungen in der Rheinfrage bisher nicht erfolgt als durch diesen einflußreichen Abgeord­neten in einem Bericht an die Regierung.

mit

Aeberreichung der Schatzwechsel.

Paris, 28. Sept. Gestern sind bei be» Reparationskommisfion die auf 6 Monate laufenden deutschen Schatzwechsel für die am 15. August und 18. September sättigen Repa- ratiousraten durch Vermittlung der Kriegs- lasttnkommission eingetroste». In der hente stattfindenden Sitzung der Kommission, bie bekanntlich noch der zurückgetreteue Präsident i Dubois leiten wird, wird die offizielle Ent- acn-nnabm« erfow«». $U ^»Nb»«*^*«*W- sodantt der beltzkfche'n Delegation zur Wetter­gabe an die belgische Regierung in Brüssel übergeben werden.

Die Wahlen in Polnisch-Oberschlesien.

BeUtften, 25. Septbr. Von den Wahlen in der Wojewodschaft Schlesien liegen bereit» vorläufige Er­gebnisse vor. Die Wojewodschaft Schlesien ist eingeteilt in drei Wahlkreise. Der erste Wablkrei» umfaßt Teichen, Pleß und Rybnik, der zweite Katt»- Witz und Ruda. der dritte KönigShütte, T«rn»witz und Lublinitz. Bis heute mittag 1 Udr hat sich ergeben, daß die drei Städte Kattowitz, König»hütte und Laura- Hütte die Hochburgen de» Deutschtums ix den polnisch gewordenen Gebieten sind. In Kattowitz entfielen von allen abgegebenen Stimmen 67 Prozent für die deutschen Parteien, in König»hütte 6t Prozent, in Laurahütte 61 Prozent. Da« Endergebnis steht iirher nur für den dritten Wahlbezirk, d. h. für Königkhütte, Tarxo« Witz und Lublinitz fest. Dort erhielten die Nationale Arbeiterpartei, die Partei de« Wojwoden Rymer 8466 Stimmen, die polnische Sozialdemokratie 3>06, die deutsche Sozialdemokratie 8763, bie Remmutufkii 3490, die polnische Bauernpartei 806, die Katholische Volks, Partei 1454, die Deutsche VolkSpartei 14692 u«d der Nationale Block Koifinty 33682. Von den 16 in eie em Wahlbezirk zur Verteilung kommenden Mandaten entfallen auf die drei deutschen Parteien 7 Mandate und auf die polnische« 8.

Arbeitszeit der gewerblichen Arbetter«

Berlin, 25. Sept. Der sozialpolitische Autschuß des Rcichrwlrtschaft»r«lS beriet heute den Gesetzemwnrf über die Arbeitzeit der gewerblichen Arbeiter weiter. Es wurde u. a. ein Antrag der Arbeitgeber angenommen, wonach ständige gewerbliche Nebenarbeiten bei einem anderen Arbeitgeber insoweit nicht übernommen werden dürfen, als sie zusammen mit der ordentlichen Arbeit die zulässige Grenze der Arbeitszeit überschreiten. Du Bestimmungen über den Schutz Jugendlicher und Kinder wurden erheblich erweitert. Die Arbeitszeit Jugendlicher bis 18 Jahre« soll nicht vor 6 Uhr be­ginnen und die Pauieu sollen von jedweder Bcschäftiguu, f-eigelaffen werden. Die Bestimmungen, durch welche in einzelnen Betrieben, besonders im Stein- u. Braun­kohlenbergbau, Nachtarbeit der Jugendlichen zulässt- fein sollte, wurden mit 12 gegen 11 Stimmen gestrichen. @1 wurden weiter Bestimmungen angenommen, welche di« Beschäftigung von Arbeiterinnen in bestimmten Bee trieben überhaupt ausschlicßen. Vor allem wurb» die Frauenarbeit bei der Aufbereitung der Kohlen ver­boten. Die Ausnahmen vom Arbeitkzeitgesetz sollen nicht durch das Gesetz sondern durch besondere Verb einbeinngen zwischen den Arbeitgeber» und Arbeit» nehmeiorganiiationen geregelt werden. Eine zweit« Lesung soll die Einzelheiten der Gesetze» regeln, übe« die man sich jetzt noch nicht verständigen konnte.

Maifeierta« und ©rb#lut»a<u»l«uK Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, Den öffenrlicht der Finanznnntster zugleich im Namen bei Ministeriums de» Innern nachstehende versügungt Da» StaatSminlsterium hat unter «bixberun« bei bisherigen Regelung beschlossen, daß eine Anrechnung der Maifeiertagek auf den Erholungrurlaub nicht stattfinden soll, sofern auch eine Anrechnung religiöser Feiertage, die nicht zugleich gesetzliche Feiertage find, auf den Erholungsurlaub nicht stattfindet.

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Dollar (10 Uhr vorm.) 1410

brungen sein und zwar diesmal mit Ar- tillerie ausgerüstet. Währen» bei bem letzten Vorstoß die türkischen Truppen auf unge­fähr 1000 Mann geschätzt wurden, sollen sie diesmal 8000 Mann betragen. Der englische General Harrington hat sofort den Vertreter Kemals in Konstantinopel ersucht, bei Mu- ' stapha Kemal den Rückzug zu verlangen, ; Er hat zugleich für diesen Rückzug eine an« i gemessene Krist festgesetzt, die eS ermöglicht, diese Order zu erteilen. Die englischen Truppen haben fich angesichts dieser neuen Verletz«»- der neutralen Zone auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Eine Mahnung sur Wachsamkeit.

Frankreichs Rheinlandpläne entschleiert.

Von besonderer Seite wird derGermania" geschrieben: Wenn auch eine gewisse Entspan­nung der politischen Verhältnisse zwischen Deutschland und seinen Gläubigern verzeichnet werden kann, wäre es doch grundfalsch, sich jetzt einem sorglosen Optimismus hinzugeben. So lange der nationale Block in Frankreich be­steht, bestehen diè Gefahren unvermin­dert fort, die das Rheinland und da­mit die Einheit des Reiches überhaupt be­drohen. Der französische Ministerpräsident wird sich natürlich hüten, Frankreichs Annexions­pläne unverhüllt zuzugeben. Dies Geschäft be­sorgen die französische Presse und die französi­schen Militärpolitiker viel besser. Die franzö­sische Regierung wird indessen nicht in der Lage sein, die Pläne zu verleugnen, die ihr von Da- riac, dem Präsidenten des Finanzausschusses der französischen Kammer, vorgelegt wurden. Dariac, ein einflußreiches Mitglied des natio­nalen Blocks, der im Auftrage der französischen Regierung eine Dienstreise in das besetzte Ge­biet unternommen hatte, ist kein Eigenbrödler, und dasJournal" gibt selbst zu, daß die Pläne Dariacs die völlige Billi - gung Poincarës gefunden haben. Das Journal" gibt aus dem Bericht Dariacs einen Auszug, in dem es heißt:

Wir haben einen großen Teil des Ruhr­gebietes besetzt, ebenso einen Ruhr- und Rhein­hafen, durch den die Hochöfen mit Erzen ver­sorgt werden. Damit schneiden wir die Eisen­industrie mitten durch. Wenn wir wollen, können wir die von den Rohstoffen ab­hängigen und sie verarbeitenden Fabriken im unbesetzten Deutschland, die nichts weiter tun, als diese Erzeugnisse fertigzustellen, von ihrer Kohle, ihren Erzen, ihren Eisen- und Stahl- erzeugnissen a b s ch n'e i d e n. So lange wir unsere gegenwärtige Stellung am Rl^ein inne­haben, stellen wir also eine ständige Drohung für 10 bis 12 Herren der deutschen Industrie dar, die tatsächlich die finanziellen Herrscher Deutirbland« finh."