Einzelbild herunterladen
 

IC

b-

in

le' n

le t

I

Bezussvreis: MonatlichMk. 100. ohneTräger- lobn: Einzelnummer Mk. 4.. Anzeig envreile: Die 33 mm breite Zeile Mk. 10.; Finanzinserate Mk. 12.; Reklame (68mm breit)Mk.24,Inserate, auâ laufende, werden nur zum jeweiligen Tages­preise berechnet. Offertengebübr M. 4..

General-Anzeiger

AMkliches Organ für S!aök- m- Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. M. Im Falle böberer Gewalt. Streik usw., bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferuna oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugs­preises. Für Platzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr aeleistet.

8ME

Nr. 225

LW

Die WiWW M der R

Einladung zu einer Friedenskonferenz

Am 10. oer Türkei

MoMag ÄSN 25» SsMMher

Alliierten. AnsschalkAng Nußlanös

August 1920 hatten folgende Mächte den sogenannten Frieden von

Sèvres angekündigt: England, Frankreich, Italien, Japan, Armenien (!), Belgien, Grie­chenland, Hedschas ein Vertreter des unzu­friedenen neuen Königs des Hedschas, Hussein, hat den Frieden nicht unterzeichnet, Polen, Portugal, Rumänien, Südslavien und die Tschecho-Slowakei. Durch die Bestimmungen dieser Ankündigung wurden die arabischen Ge­biete von der Türkei getrennt, es wurde ein StaatArmenien geschaffen, Thrazien, d. h. der Rest der europäischen Türkei bis auf einen schmalen Streifen bei Konstantinopel, fiel an Griechenland, und in Kleinasien wurde Smyrna mit Hinterland durch eine Autono­mie der türkischen Herrschaft entzogen. Die Meerengen, der Bosporus und die Darda­nellen, wurden mit sehr breiten Streifen Lan­des dahinter einem internationâlen Ausschuß unterstellt. Konstantinopel sollte, im Falle der Erfüllung aller anderen Bestimmungen der Au- kündigung, den Türken zurückgegeben werden; falls die Türkei aber Hindernisse bereiten sollte, würden die Türken diesmal endgültig aus Europa hinausgeworfen werden. Die finanzielle Hoheit des Staates wurde durch den Frieden" gänzlich vernichtet. Eine internatio­nale Kommission hatte das entscheidende Wort in allen Finanzfragen; der Staatshaushalt war durch diese Kommission zu genehmigen. In Kon­stantinopel sollten zum persönlichen Schutz des

ningen viel dazu bett wecken. Der Dierbuni

im Lande , ________

Truppen 50 000 nicht überschreiten. An dem­selben Tage wurde das dreiseitige Ab­kommen zwischen England, Frankreich und Italien unterzeichnet, durch das Anatolien in sogenannte Mandatszonen zerlegt wurde: Italien erhielt das westlich der Bahn Is- milKonia liegende Gebiet bis an das Hinter­land von Smyrna; Frankreich begnügte sich mit Zilizien und dem ganzen andern Rest Anato­liens bis nördlich von Simas, unter Aussparung des Landes westlich von Siwas bis Eskischehir; England hatte sich an dieser Zerstückelung nicht beteiligt, Frankreich und Italien sollten dagegen das Recht haben, ihre Zonen mit eigenen Trup­pen zu besetzenzum Schutz der Minderheiten".

Die Durchführung der Beschüsse von Sèrres hatte das Ende der Türkei bedeutet. In Europa

1922

Bedingte ZugeftänSnisse Ler

letztere wünschten keinesfalls die Herrschaft der Türken gegen eine Herrschaft der Engländer umzutauschen; regsame Sendboten durchzogen die Länder des Islams; in Indien schmoll die Bewegung gefahrdrohend an; Türkistan und Afghanistan entsandten Freiwillige. Mächuge Kundgebungen in Indien forderten von der eng­lischen Regierung Erhaltung der türkischen Vor­macht, Befreiung Konstantinopels und des Ka­lifen von fremder Besatzung und fremdem Druck, Erhaltung von Thrazien und Anatolien bei der Türkei.

Die Frucht dieses Auftauchens mohammeda­nischer Gemeinsamkeit war ein plötzliches Ver­stummen der Stimmen, die kurz vorher in Eng­land und Frankreich den Kreuzzug gegen den Halbmond gepredigt hatten. Es war nicht mehr die Rede davon, demgeschicktesten Soldaten Europas", dem Marschall Foch, die von ihm verlangten 300 000 Mann Berbandstruppen zu bewilligen, um die Türken auf die Knie zu zwinaen. Die bis dahin übersehenen Schwierig­keiten in den heimischen Parlamenten wurden ein neuer Bundesgenosse der tapferen Anato­lier gegen die Pläne der Regierungen. Als Ret­ter in der Not, denn es war eine' Not, erschie­nen die Griechen. Dergeschickte Soldat" wurde durch einen sehr unglücklichen Soldaten, den König Konstantin, ersetzt, der nun im Bewußt­sein, als Soldat des Verbond-s m wirken und danach belohnt zu werden, seine Kreuzzüge be­gann. DieKreuzzüge endeten»tH^.--v»i» mit

die Beute der Griechen, in Asien derwirtschaft­lichen Durchdringung" Frankreichs und Ita­liens ausgeliefert, wäre die bisherige Vormacht des Islams zu einem Schattendasein verurteilt gewesen. Gewiß hat die Unmäßigkeit der Forde- 'getragen, den Islam zu er- ...____________cd war zerfallen. Bulgarien

war 1918 zusammengebrochen, Oesterreich- Ungarns lockeres Gefüge auseinandergeborsten, Deutschland hatte sich feinen vielköpfigen Fein­den ergeben. Nur ein Glied des Vierbundes wies entehrenden Frieden zurück und wollte lie­ber in Ehren untergshen: die Türken, der »kranke Mann Europas". Und nicht der Sultan, nicht der Kalif war es, der die Halbmondfahne hochhielt; er war unter dem Druck der Besetzung seiner Hauptstadt durch Verbandstrupxen machtlos geworden, ein landloser, mohamme­danischer Papst, machtloser als die letzten byzan­tinischen Stadtkaiser. Das anatolische Volk, der Kern des echten Türkentums, stellte sich ^ge­schlossen hinter neue Männer, die der Augenblick geboren und emporgetragen hatte. Seit 1911 waren die Anatolier im Kriege: zuerst mit Ita­lien, dann folgten die Kriegsjahre gegen den Balkanbund 1912/13 und seit 1914 der Welt­krieg, nicht zu rechnen, daß seit Jahrzehnten onatolisches Blut in Renten floß. Und dennoch fand das Volk die Kraft zur Rettung. Die Ant­wort auf das Werk von Sèvres war dernatio­nale Pakt", den die Volksversammlung in An­gara erließ und zur Richtfchnur des Handelns erhob, ein Schwur, wie der der Eidgenossen auf bem Rütli. Der nationale Pakt verlangt, daß der Krieg fortgeführt werde bis zur Befreiung der von den Vorjahren überkommenen Manier mit türkischer Mehrheit der Bevölkerung. Da­mit war ganz Kleinasien, außer den arabischen. Ländern, und ganz Thrazien gemeint. 3n= Zwischen entstand den Türken ein Bundesgenosse dar ihren europäischen Peinigern, den Mächten des Verbandes, zu denken geben sollte. Im Islam war in diesen schweren Stunden das,Ec- fühl der Gemeinsamkeit erwacht; die Gegensätze Zwischen Türken und Arabern schwanden. denn

Me^ur^e?SS||!tt^^^

lich standen letztere vor den Toren von Konstan­tinopel und stellten verschiedene Forderungen; wie Rückgabe Thraziens einschließlich Adria- nopels, Freiheit der Dardanellen, Souveränität Konstantinopels usw. Wie eine Bor ;e schlug in Paris, ja fast in ganz Europa und selbst in London die Reutersche Note ein, in der mitge­teilt wurde, die englische Regierung hakte die Verteidigung der um Konstantinopel in weitem Vogen gezogenen neutralen Zone für erforder­lich, erwarte dasselbe von den anderen großen und kleineren Mächten, die dort interessiert sind, und habe militärische Verstärkungen nach den Dardanellen gesandt sowie gleichzeitig die Do­minien zur Teilnahme am Verteidigungswerk aufgefordert, Als ein Schlag ins Gesicht Eng­lands wirkte darauf der unmittelbar nachher in Paris und Rom gefaßte Beschluß, die französi­schen und italienischen Truppen von Tschanak, dem bisherigen Stützpunkt der Entente an den Dardanellen zurückzuziehen und damit zu be­weisen, daß sie das türkische Heer auf dem Zuge nach Konstantinopel und Thrazien nicht aufhal­ten wollen.

England schickte sofort den Minister des Auswärtigen Lord Curzon nach Paris, um über die Orientfrage zu verhandeln und diese Verhandlungen sind am Samstag zum Ab­schluß gelangt. Man hat sich dahin geeinigt, eine gemeinsame Einladung, die mir weiter unten wiedergeben, an die Regie­rung von Angora zur Beschickung einer Friedenskonferenz abzusenden. Ob sich nun Kemal Pascha mit den in der Einladung gegebe­nen Zusicherungen zufrieden geben wird, muß abgewartet werden. Die Alliierten garantieren den Türken zwar die Rückgabe des östlichen Thraziens bis zur Maritza, sprechen sich aber hinsichtlich der Freiheit der Dardanellen und der SouveränitätKonstantinopels sehr vage aus. Die Einladung der Alliierten spricht nur von der spä­teren Wiederherstellung der türkischen Autorität in den durch den Vertrag von Sèvres neutrali­sierten Zonen, erklärt dagegen ausdrücklich, daß die alliierten Mächteim Interesse der Türkei und ihrer Nachbarn und zur Aufrechterhaltung des Friedens" die Entmilitarisierung gewisser im einzelnen noch sestzulegender Userstreifen zu beiden Seiten der Meerengen beabsichtigen. Entmilitarisierung bedeutet in diesem Falle zum mindesten die Schleifung der Befestigungen und das Verbot für die Türken, zu beiden Seiten der Meerengen Garnisonen ZU unterhalten. Unter diesen Umständen ist es also fraglich, ob Kemal Pascha auf die Note der Alliierten ein- gehen, bezw. als ausreichende Grundlage zu Verhandlungen ansehen wird. Auch die völlige Ausschaltung Rußlands dürfte nicht gerade günstig wirren. Das Wort hat jetzt die Regie­rung von Angora, auf dis jetzt die ganze Welt mit "Spannung schaut.

Die Einladung an Mustapha Kema.

Paris, 24. Sept. Der Text der gemeinsamen Note der Alliierten an Mustapha Kemal lautet folgendermaßen:

»Die drei alliierten Mächte bitten die Regie­rung von Angora, ihnen bekannt zu geben, ob sie geneigt wäre, ohne Zögern einen Ver­treter mit allen notwendigen Vollmachten zu einer Konferenz zu entsenden, die in Venedig oder in einem anderen Orte abge­halten würde, und zu der gleichfalls die Ver- tretet Englands, Frankreichs, Italiens, Japans, Rumäniens, Jugoslawiens und Griechenlands eingelabcn würden. Diese Konferenz würde staltfinden, sobald von den interessierten Regie­rungen alle notwendigen Dispositionen für sic getroffen sein werden. Sie hätte den Zweck, über einen Friedensvertrag zwischen der Türkei, Griechenland und den alliierten Rogier « n a e n zu verban­deln, und einen solchen Friedensvertrag abzu­schließen . Die drei alliierten Regierungen be­nutzen die Gelegenheit um zu erklären, daß sie mit Genugtuung davon Kenntnis genommen haben, daß die Türkei den Munsch habe, Thra­zien bis zur Ulari^c und Adrianopcl wieder zu erlangen. Unter der Bedingung, daß die Regie­rung von Angora ihre Armee nicht in die provi­sorische Zone einmarfchicren läßt, die die alliier­ten Mächte als eine neutrale bezeichnet haben, werden die drei genannten Regierungen auch die Z u w e i s u n g dieser Grenze an die Türkei aus der Konferenz u n! e r st ü tz e n, wobei es sich von selbst versteht, daß in dem Friedensuertrag Maßnahmen in einem gemein­samen Einvernehmen getroffen werden, damit die Interessen der Türkei und ihrer Nachbar­staaten gewährt werden. Ferner mühten zur Aufrechterhaltung des Friedens gewisse, noch

an Toten und Gefangenen verloren. Große und edle türkische Nation! Dein siegreiches Heer grüßt Dich vom Strande des Mittel- meeres!"

Slresemann über die politische Lage.

Breslau, 25. Sept. Bei der Tagung des Zen- tralvorstandes der Deutschen Volkspartei sprach gestern der Abg. Dr. S t r e s e m a n n in länge­ren Ausführungen über die politische Lage. Zunächst wandte er sich den auswärti­gen Fragen zu, wobei er die E r f ü l l u n g s - Politik mit scharfen Worten ab« lehnte. Den Vertrag, den Stinnes mit Lubersac abgeschlossen hat, begrüßte er als einen Schritt auf dem Wege zu einer Annäherung mit Frank­reich und betonte dabei, daß Stinnes erklärt habe, daß er keinen Pfennig an dem Abkommen verdienen will und er die an ihn fließenden Provisionssummen an die wirklich Bedürftigten in Deutschland verteilen werde. Im übrigen warnte er davor, das; ein Wettrennen deutscher Jndustricgesellschaften einsetze, um ein Abkom- men dem anderen folgen zu lassen, ohne daß uns dabei politische Auswirkungen gesichert sind, die wir von dem Vertrage Stinnes-Lubersac erwarten können. Zur Frage der Innenpo­litik bedauerte der Redner die Ermordung Rathenaus, die das Volk auscinandergerissen habe In bissest schweren Tagen sei der Gedanke der Arbeitsgemeinschaft der Mitte geboren mordens Nachdem Dr. Stresemann das Schutzgesetz, die bayerische Frage und die Ge- ftaltung der parteipolitischen Verhältnisse be­sprochen hatte, wandte er sich der w i r t s ch a f t- lichen Lage Deutschlands zu. Er get» sielte das Verhalten der Devisenspekulanten, die durch ihre Spekulationen auch dâs Steigen des Dollars, die Währung im eigenen Lande schwer schädigen und verwarf auch das Vorgehen der

ii

èn SutfofMf

siäüng 8er für cn ÄKoriM hcrzüstclksn, und endlich, um die friedliche und rechèmäßige Wiederherstellung der èürkischen Slukorikäk durch, zufetzen und unter dem wirksamen Schuh des Völkerbundes die Freiheit der Meerengen, des Marmarameeres und des Bosporus zu sichern sowie auch den Schutz der völkischen und reli­giösen Minderheiten zu gewährleisten. Die drei Regierungen werden auch gern die Zulassung der Türken in den Völkerbund uniersiützen. Sie geben erneut die bereits im März gegebenen Versicherungen ab, daß die alliierten Truppen aus Konstantinopel zu­rückgezogen werden sollen, sobald der Arie- bensoertrag in Kraft getreten sein wirb.

Die drei alliierten Regierungen werden all ihren Einfluß ausüben, um vor Eröffnung der Konferenz denRückzugdergriechischen Truppen auf eine Linie herdeizuführen, die von den alluerken Regierungen im Einverneh­men mit den türkifchen und griechffchen zustän­digen Stellen festgesetzt werden wird. Für diese Inierveniion wird die Regierung von Angora sich verpflichten, weder vor, noch während der Konferenz Truppen in die Zone abzuscnden, die provisorisch als neutral erklärt werden würde und die Meerengen und das Marmara­meer nicht zu überschreiten. Um die Linie feft- zulegeu, von der oben die Rede ist, könnte eine Konferenz sofort zwischen Musiasa Kemal und den alliierten Regierungen in Modena oder Ismid siakèfindeu. Die alliierten Regierungen haben die Reberzeuguna, daß ihr Aufruf gehört werden wird und daß sie mit der Türkei sowie mit ihren Alliierten an der Wiederherstellung des Friedens arbeiten können, den die ganze zivilisierte Menschheit anftrebt.

LürK. Kavallerie in der neutral» Ione

Konstantinopel, 24. Sept Reuter meldet: kemalistische Kavallerie ist gestern in Tschanak in die neutrale Zone Ein britischer General ist heul

der Nähe von Ts, eingedrungen. Ein britischer General ist heute früh mit türkischen Parlamentären zu einer Be­sprechung zusammengekommen. Man hofft, die Türken auf freundschaftlichem Wege zum Rück-

zug zu veranlassen.

Konstantinopel, 24. Sept. Keuter. Das Eindringen der Semalisien in die neutrale Zone erfolgte bei dem Dorf Erenkeuy in Sano­nenschußweike von der britischen Linie. Genera! Harrington ließ den Vertreter von Angora zu sich bitten, dem er nahelegte, daß es ratsam sei, die kemalisiischen Truppen zum Rückzug zu be­wegen.

Au das türkische Volk.

Smyrna, 25..Sept. Kemal Pascha hat fol­gende Proklamation an das türkische Volk ge­richtet:

Edle türkische Nation! Wir sind siegreich. Unser Sieg ist einzig und allein Dein Werk. Bisher hat der Feind mehr als 100 000 Mann

Visionen belohne. Die Ausblicke auf die Zukunft feien wenig erfreulich. Ob mir in der Außen­politik wirklich in ber nächsten Zeit eine Atem­pause haben werden, läßt sich noch nicht garan­tieren. Wir müssen uns durch größere Leistungs­fähigkeit und durch größere Produktivität vor dem drohenden Verfall retten. Den Notwendig­keiten her unmittelbaren Gegenwart müssen mir größere Beachtung schenken und wir müssen uns dabe! leiten lassen von dem Gedanken der Volksgemeinschaft. Deshalb bekennen wir uns auch zu dem Grundsätze der Arbeitsge- meinfchafè der Mitte, die nicht eine Kampfansage ist, sondern die Zusammenfassung der Kräfte. Das ist die einzige Politik, die wir treiben müf- sm, wenn anders das Volk nicht leiden soll.

Der Rede folgte Minutenlanger Beifall, der sich immer wieder erneuerte.

Poliijsche Tagesberichts.

Oberst von Nylander auS derBayerifcheN Rittelpartei auSaefchieden. Die Parteileitung der Bayerischen Mittelpartei (Deulschiiationale Volks» vartci) erklärt, da« der bisherige 1. Versitzende ihres tkreisverbandcs in München, Herr Oberst den Tylandei sich selber außerhalb der Partei gestellt babe. Den Vorsitz des Kreisverbandes München hatReichsrechtsanw. Janson übernommen. Der Grund für diesen Ruf. Üben erregenden Entschluß liegt tiefer als die Oeffent- lichkeit vermutlich weiß. Vielleicht hängt el mit der Ltellungnahme der Mehrheit der Partei zusammen, die den bekannten. Meinungsstreit zwischen Berlin und München bereits als abgeschlossen ansieht, und die in einer mehr abwartenden Haltung das Heil steht. An­scheinend nimmt Oberst Thlander mehr den deutsch» nationalen Standpunkt ein, der in einem Rücktritt beS Braren Lerchenfeld die Rettung siebt. Zur veunruhigun, liegt jedoch zurzeit ein Grund nicht vor, denn bisher / ist immer noch der Wunsch der Vater bei GesankcnS und hinter Oberst Xylander steht nur eine kleine Gruppe.

Demisstov von Subtil. Wie dasEcho Nation«!' niitteilt,. hat Dubois am 2. September Poinc«, weil er sich mit ihm über die Rcparations- fraje nicht einig war, seine Demission eingereicht. Du- bo'S soll sich nach demTempi" zu diesem Schritt besonders infolge eines Briefe? entschlossen Haden, den er am 31. August nach der einstimmigen Entscheidung der Reparationsrommission v»m Ministerpräsidenten Doincaré erhalten haben soll. Als Nachfolger wird verschiedentlich Jonnart 4n Aussicht gestellt. Es sei aber daran erinnert, daß Jonnart schon einmal all Vertreter in die Reparationskommsssion gewählt w»rden war, daß er aber sein Amt schon einige Tage nach feiner Ernennung niebcrlegte mit der Begründung, daß ihm der Vcrssiller Friesensvertrag Schwierigkeiten in den Weg lege, die er nicht auf sich nehmen könne. Es steht infolgedessen noch nicht fest, ob Jonnart biet« mal diesen Posten annehmen wird.

Demission des fr«nj3fi[Äen Gesandten in »erlitt. Am Dienstag wlrc> im MlNlsterrat über die Asuderuno.en in der Bmetzuna der ver- ichiedenen divtoinatiichen Posten eine Enticketduna fallen. Der iranzösitche Gesandte in Berlin Hot geilern beim Ministerpräsidenten Poincarè offiziell sein Entlassungsgesuch bestätigt.

Dollar ttOAHr vorm.) 1380-1400