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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

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Nr. 224

Samslag den 23. September

1922

Das Neueste.

Die Verhandlungen über die Erhöhung 5er Beamten- und Staatsarbeiterbezüge haben zu einer Einigung geführt.

Der Reichsparteivorstand und der Reichs­ausschuß der Zentrumspartei find für den 14. bezw. 15. und 16. Oktober nach Berlin ein­berufen.

Die Orientverhandlungen in Paris wer­ben voraussichtlich heute zum Abschluß geführt werden. Man rechnet mit einer Note an Kemal Pascha.

Tschitscherin erklärte einem Korrespon­denten, daß Konstantinopel die Hauptstadt der Türkei sein müsse.

Aus Newyork wird gemeldet, Präsident Harding habe die Absicht, Anfang des nächsten Jahres eine Weltwirtschaftskonferenz nach Washington einzuberufen.

Die Orie«lverhan-lungen in Paris.

Paris, 23. Sept. Die Orientverhandlungen, die gestern in Paris zwischen Lord Curzon, Poincars und dem Grafen Sforza stattgefunden haben, sind bis gestern abend zu keinem Ab­schluß gekommen. Die Besprechungen wurden aus heute vertagt, ohne daß ein positives Ergeb­nis erreicht worden wäre. Alles, was bis jetzt darüber verlautet, geht dahin, daß die französi­sche Regierung, die, um eine dauernde Fest­setzung Englands an dem östlichen Schlüssel zum Mittelmeer zu verhindern, die Wiederher­stellung der vollen Souveränität der Türkei über Konstantinopel und das Meerengengebiet wünscht und bisher die Regierung von Angora in ihren Forderungen ermutigt und unterstützt hat, die aber andererseits alles Interesse daran ^en Sonffiltes^^

Alternative stellen würde, zwischen London und Angora zu wählen, auf der Suche nach einer Kompromißformel ist. Und zwar wünscht Frankreich eine Kompromißlösung in dem Sinne, daß die Türken sich verpflichten, auf einen Vormarsch nach Konstantinopel und die lleberschreitung der neutralen Zone zu verzich- ten gegen Garantien und die Zusicherung, daß sie später im Friedensoertrag die volle Souve­ränität über Konstantinopel und die Meerengen, sowie die Besitznahme von Thrazien bis zur Maritza wiedererlangen sollen. Es scheint allerdings sehr fraglich, ob England auf diese Lösung eingeht. Wenn man einem Bericht des Temps" aus London glauben schenken darf, hätte Lord Curzon im Gegensatz zu anders­lautenden Meldungen für die Pariser Orient­besprechungen weitgehende, ja sozusagen abso­lute Vollmachten erhallen. Es sei unzutreffend, daß Lord Curzon für jede wichtige Entscheidung bei seiner Regierung um Instruktionen nach­suchen müßte. Hinsichtlich der englischen Stim­mung meint der Korrespondent, die englische Oeffentlichkeit schwanke zwischen zwei Gefüh­len: einerseits der Verstimmung gegen Frank­reich, daß ein Teil des neutralen Gebietes von den Franzosen geräumt worden sei Und an­dererseits der Befürchtung, daß die Unerbittlich- I keit der englischen Regierung einen neuen Krieg Mr Folge haben könnte. Als größte Gefahr für den Frieden erachte man in England eine Poli­tik der Verzögerung, wie sie von Downingstreet aus an der Regierung von Angora geübt werde.

sei nicht zu leugnen, daß ebenso wie in An­gora und Smyrna in gewissen englischen Krei­sen eine Kriegsstimmung oder zum mindesten eine Stimmung äußerster Unerbittlichkeit und ogar Herausforderung der Türkei gegenüber herrsche.

Die Großmächte erstreben Waffenstillstands- Verhandlungen.

Paris, 23. Sept. Heute nachmittag 2 Uhr werden die Verhandlungen über die orienta- üschen Angelegenheiten weitergeführt werden, ^s übliche Communiquè, das über die gestrige Sitzung ausgegeben wurde, lautete dahin, daß man über die Bedingungen beraten habe, unter denen an die Regierung von Angora eine Einladung zur Friedenskonferenz erlassen wer­den soll. Es handelt sich um Verhandlungen für einen Waffenstillstand, die wahrscheinlich in Mundania abgehalten werden sollen. Es liegt aber auf der Hand, daß die Redaktion dieser Einladungsnote an Mustafa Kemal eine ein- ge 'ende Besprechung aller Grundzüge des zu­künftigen Friedens mit sich bringt. Infolgedessen haben sich gestern die Verhandlungen Poincars, Lord Curzon und Graf Sforza während vier Stunden mit diesen Bedingungen befaßt. Die Einladung muß, wenn sie irgend welchen Er­

folg haben soll, so abgefaßt sein, daß die Türken mit einer Annahme antworten. Die englische Regierung hat, wie es scheint, noch gestern zum Ausdruck gebracht, daß sie über die Ansich­ten Mustafa Kemals nicht unterrichtet sei. Poincarè soll darauf Lord Curzon in dieser Richtung Aufklärung gegeben haben und zwar in dem Sinne, wie die französische Regierung durch General Pellet und Admiral du Mesnil nach deren Unterhaltung mit Mustafa Kemal in Smyrna informiert worden ist. Daraus geht hervor, daß die Türken im allgemeinen aUf ihrem Nationalprogramm besteben und zwar eine friedliche Lösung nicht ausschlagen, daß sie aber großen Wert darauf legen, daß diese Lösung sobald als möglich eintritt.

Eine Reuternote betont heute, daß die eng­lische Regierung vor allem auf freie Durchfahrt d er D ard anellen und ihreNeutralisation sowie auf ihre Be­wachung durch eine internationale Organisation, eventuell dem Völkerbund, besteht, und daß alle anderen hemmenden Fragen in zweiter Linie in Betracht kommen und zwischen der Türkei und den beteiligten Staaten auf friedliche Weise geregelt werden können. DerPetit Pa- rifien" betont heute, daß auch Frankreich den britischen Standpunkt mindestens in zwei Punk­ten vollkommen teile, nämlich 1. gehe Frankreich mit England vollkommen darin einig, daß die Dardanellen für den freien Handelsverkehr ab­solut frei bleiben müssen und daß die Türkei sich verpflichten soll, für alle Staaten die freie Durchfahrt vom Mittelländischen in das Schwarze Meer zu garantieren. Es sei offen­sichtlich, da England unfähig sei, seine Bevölke­rung selbst zu ernähren, es auf den See-Han- delsweg angewiesen sei und Frankreich sowie Italien unterstützten England in diesem Punkte vollkommen. Ferner gehe die Feindseligkeit -WMMMi«&* und Armenier dem mohammedanischen Fanatis­mus auszuliefern. Frankreich werde seinerseits verlangen, daß der Bevölkerung von der Türkei genügend Schutzmaßnahmen geboten werden.

Auf jeden Fall nimmt man an, daß die Verhandlungen heute zum Ab­schluß gelangen werden. Man läßt aber durchblicken, daß die Alliierten in den gestrigen Verhandlungen sich in den Hauptpunkten nicht näher gekommen sind und daß wahrscheinlich nichtdamitzurechnenist, daß sie è ine gemeinsame Note an die Türkei a b s ch i ck e n werden, sondern daß vielmehr jede Macht für sich an Mustafa Kemal eine Note übermitteln wird, alles allerdings nach vorheriger Besprechung unter sich.

Die Verteidigung von Tschanak.

London, 22. Septbr. Für die Verteidigung des Abschnittes von Tschanak sind jetzt alle not­wendigen militärischen und mari­timen Vorbereitungen getroffen. Die gesamte englische Mittelmeerflotte ist in den Meerengen versammelt, vor Tschanak sind eng­lische Vorposten aufgestellt, wie auch englische Posten an allen Straßen zusammengezogen sind, auf denen die Türken etwa vorrücken könnten. Der Kommandant der englischen Trup­pen in diesem Abschnitt, General Shuttleworth, erklärte, er habe genügend Kräfte zur Verfü­gung und beherrsche die Lage vollkommen. Neue Truppen sind von England und den Kolonien unterwegs, aus Aegypten und aus Malta find Truppen bereits eingetroffen. Die türkischen Flüchtlinge sind nach Kleinasien zurückgeschickt worden, und die türkischen Arbeiter im Gebiete der alliierten Armeen sind durch russische Arbei­ter ersetzt worden. Die Nachrichten aus Konstan­tinopel zeigen, daß dieLageeine sehr k r i t i s ch e ist, da sowohl Hamid Bey wie auch Mustafa Kemal in Reden erklärt haben, sie werden vorrücken und nach Konstantinopel marschieren.

Die Orierrlfrage vor dem Völkerbund.

Genf, 22. Septbr. Nachdem gestern im 3. Ausschuß der Völkerbundsoersammlung die Re- parationssrage behandelt worden war, stand heute im fünften Ausschuß für polttische Ange­legenheiten, wenn auch in weniger feierlicher Form, die Orientfrage anläßlich eines An­ttages Nansens zur Debatte, der die Been­digung des griechisch-türkischen Krieges fordett und von Lord Robert Cecil lebhaft unterstützt wurde. F i s h e r-England und in Unbereinstim- mung mit ihm H a n o t a u x-Frankreich l e h n- t e n den Antrag ab. Fisher schlug einen eigenen Text vor, der den Großmächten die Initiative für alle Schritte vorbehalten will. Da weder über diese Fassung noch über den neuen, dem englischen Text sich nähernden Entwurf Ishii-

Japan ein Einvernehmen erzielt werden konnte, wurde das Redaktionskomitee mit der Ausarbei­tung des endgültigen Textes betraut. Im Verlaufe der sehr langwierigen Ausein­andersetzungen wurde von den Vertretern der alliierten Großmächte, mit besonderer Lebhaf­tigkeit von H a n o t a u x-Frankreich, der Grundsatz vertreten, daß der Völkerbund nicht das Recht habe, Frankreich, Italien und England, die gegenwärtig die Verhandlungen über das Orientproblem führten, das Problem aus der Hand zu nehmen, wobei die Ueber- einstimmungder anwesenden Vertreter der drei Großmächte deutlich zutage trat.

Tfchilscherin über bett Orientkonsttkl.

Berlin, 23. Septbr. Der russische Volkskom­missar Tschitscherin, der demnächst nach Moskau zurückkehrt, erklätte in einer Unterredung mit dem Vertreter desBerliner Tageblattes , Dr. Jordan, u. a. über die Ereignisse auf dem tür- kisch-aricchiscken Kriegsschauplatz folgendes:

Wir hallen die Befreiungsbewegung der afiaif den Völker für eine der wichtigsten Er­scheinungen der Gegenwart. Die freundschaft­lichen Beziehungen zwischen Rußland und die­sen Völkern haben sich aus der Ratnr der Dinge ergeben. Besonders mit der für ihre Freiheit kämpfenden neuen Türkei steht Sowletrußland in einem engen Freundschaftsverhältnis, das im Bewußtsein des türkischen und russischen Volkes tiefe Wurzeln geschlagen hat. Auch hinsichlli^ der Regelung der Meerengenfrage herrscht völliges Einvernehmen zwischen der Türkei und uns. In der letzten Role an England hat sich unsere Regierung im Sinne der mit den Tür­ken in dieser Frage getroffenen Abmachungen ausa"ttrochen. Rach diesen Abmachungen wird das Recht, ein endgültiges, internationales Statut für die Meerenge auszuarbellen, aus-

staalen stehen bereits vier, nämlich Rußland, die Ukraine, Georgien und die Türkei auf diesem Standpunkt. Konstantinopel muß die Hauptstadt der Türkei sein, das steht für uns fest. Bei der Schwäche der­jenigen Regierungen im südöstlichen Europa, die als etwaige Gegner der Türkei in Betracht kommen könnten, bin ich vollkommen sicher, daß die Türkei am Ende ihr Ziel, nämlich die Wie­dervereinigung aller von Türken bewohnten Gebiete, erreichen wird."

Luberfae verteidigt fein Abkommen mit Stinnes.

Paris, 22. Sept. Der französische Senator de Lubersac hielt in Laon eine große Rede, in der er das Abkommen mit Hugo Stinnes ein­gehend verteidigte. Wenn es ihm gelungen sei, einen Mann wie Hugo Stinnes dazu zu brin­gen, einen Vertrag für Lieferung in die befrei­ten Gebiete abzuschließen, so müsse das als ein Erfolg gebucht werden. Stinnes habe kein Monopol bekommen, er habe das auch niemals verlangt. Was die 6 Prozent Provisiion für Stinnes anbelangt, so könne dagegen vom französischen Standpunkt aus nichts eingewen­det werden, weil durch diesen Betrag der Preis der gelieferten Materialien nicht höher zu stehen kommen dürfe, als wenn man die betreffenden Materialien in Frankreich selbst beziehen würde. Hauptsache sei, daß zu diesem Preise die deut­schen Waren angeboten würden. Damit Frank­reich für die deutschen Fabrikanten interessieren­der Käufer werde, müßten vor allem zwei Be­dingungen erfüllt werden:

1. die, daß die deutschen Lieferanten mit anderen Papieren als mit Schecks auf die Reichskassen bezahlt werden, denn das Reich gelle nicht als guter Zahler. Daher rühre die Bestimmung, daß eventuell die Dresdener Bank intervenieren könne, um die Durchführung der Kontrakte zu finanzieren; 2. daß die deutschen Lieferanten auch Sicherheit hätten, daß die ver­kaufte Ware 'beim Eintritt in Frankreich nicht wieder zurückgesandt werde. Infolgedessen wurde eine Bestimmung ausgenommen, daß die Waren in Deutschland zu übernehmen und zu konttollieren seien.

Lubersac kam sodann auf das Kohlen-Ab­kommen mit Stinnes zu sprechen, das die fran­zösische Regierung in der Weise abgeändert hätte, daß die Korporativgenossenschaften von den Franzosen eine gewisse Menge von Kohlen zu kaufen und zu bezahlen hätten. Diese Kohle könne dann nach Deutschland zurückgeliefert werden.

Der Parteitag Ser Unabhängige«.

Gera, 22. Sept. In der heutigen Debatte mahnte Dißmann die Anhänger Ledebours,

sich den Schritt, den sie zu tun beabsichtigen, noch einmal ernstlich zu überlegen. Er gelte die alten Grundsätze der U. S. P. in bet neuen Partei durchzusetzen. Zubeil-Berlln ist zwar grundsätzlich für die Einigung, aber et kritisiert die Ueberstürzung. Ueber die Rede Crispiens sei er entsetzt. Trotz einzelner Hem» mungen werde er der Verschmelzung zustim­men, obwohl in der neuen Partei zwischen Mehrbeitssozialisten und Unabhängigen ein hef» tiger. Kampf entstehen werde. Er beschwört Ledebour, sich nicht abseits zu stellen. Lede- bours getreuer Anhänger Toni Sender- Frankfurt a. M. erhebt den schon oft gegen Hilfferding und Crispien gerichteten Vorwurf, daß die Gelegenheit zu einer gemeinsamen pro­letarischen Aktion als feste Vorbedingung einer spontanen Einigung nach dem Rathenaumord verpaßt worden sei. Mit der Koalitionspolitil müsse ein Ende gemacht werden. Die Bürger­lichen regierten nur mit den Sozialisten zu» fammen, um sie an die Verantwortung zu fesseln. Toni Sender empfahl daher die An« nähme einer von Dißmann eingebrachten Reso- lution, die entsprechend den Leipziger Beschlüs­sen die Koalitionspolitik ablehnt, allerdinas mif der dehnbaren Einschränkung, wie sie bisher betrieben worden sei. In dieser Entschließung wird auch gesagt, daß die Verschmelzung kein Aufgeben der bisherigen Grundsätze der U. <5. P. bedeute. Stein-Berlin warnt Ledebour nor einer Se-ellion. Die Resolution Dißmann bittet er, im Hinbllck auf die dort geforderte Ab­lehnung der Koalitionspolitik nicht anzu- nehmen.

Jetzt schick! die Opposition Rosenfeld vor, der ähnlich wie Ledebour mit dem Crispien von gellern den Crisvien von heute zu wider­legen sucht. Er "mit die Gefahr einer K o a l i t i o n m i t d e r D e u t s ch e n Boi k s- partei an die Wand. Die Resolution Diß- Imann pe-rrgâs 0^,".l".> MW^WfstW?' -Wfr Entschließung ist geeignet, als Sprengpulver zu wirken. Die M .pnung Steins, sich in Augs­burg nicht wie tote Hunde behandeln zu lassen, gebe doch zu bedenken, ebenso die Tatsache, daß das Aktionsprogramm in Augsburg fast ohne Debatte angenommen worden ist. Eine Eini­gung mit den Kommunisten fei zur Stunde ebenso ausgeschlossen, wie die mit den Mehr­heitssozialisten, aber man dürfe die Brücke nach links nichi obbrechen. Er stimmte Ledebour da­rin zu, daß die Unabhänoiae Soualdemokra- tische Partei als Sammelbecken des Proletariats selbständig fortbestehen müsse. Rosenfeld fin­det etwas mehr Zustimmung als Ledebour. Die Regie stellt ihm Breitscheid als gefährlichsten Gegner gegenüber, der in kurzer Zeit die Der- sammlung in die Hand bekommt. Breitscheid erklärte, er verzichte darauf, frühere Beschlüsse so lange zu kneten, bis sie zur heutigen Lage paßten; wenn, man seine Taktik der Lage an­passe, so sei dâs keine Konjunkturpolitik. Lede­bour könne nicht hoffen, mit einer Sekte das zu erreichen, was die große Unabhängige So­zialdemokratische Partei nicht habe erreichen können. Die Einigung komme in einem Mo­ment, wo der Kapitalismus außenpolitisch und innenpolitisch außerordeptlich stark sei, gerade deshalb sei die Versch m elzuno das a b - soluteGebotderStunde, wie es früher die Loslösung gewesen sei.Wenn wir sterben," so schloß Breitscheid unter stürmischem Beifall, sterben am Parteitag, so ist übermorgen Auf­erstehungstag für die Unabhängige Sozialdemo­kratische Partei. Unsere Arbeit ist nicht zu Ende, sie beginnt erst."

Sodann entspinnt sich eine Auseinander- setzung über den Antrag auf Schluß der Debatte. Ledebour ruft:Es würden ja doch nur Parade- reden gehalten werden!" Der Antrag wird an­genommen. Die Verhandlungen werden mar- gen vormittag mit Schlußworten Crispiens und Ledebours und der Abstimmung über die vor- liegenden Anträge zu Ende gehen.

Vorläufig kein Volksbegehren in Thü­ringen. Sämtliche Abgeordnete der bürgerlichen Parteigruppen des Thüringer Landtages waren in Weimar versammelt, um zu der Frage eines Volksbegehrs auf die Auflösung des Landtages nach dem Ausfall der Kreisrats- und Gemein­deratswahlen Stellung zu nehmen. Man einigte sich dahin, vorläufig von der Ausführung des Planes Abstand zu nehmen, die Einberufung des Landtages aber noch für Oktober.zu ver­langen. Im Landtag sollen dann die Mängel der jetzigen Thüringer Regierung eingehend er­örtert und Abhilfe derselben verlangt werden. BMM» MaMMWI1»»!»»

Dollar (10 Ahr vorm.) 1380