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General-Anzeiger
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Nr. 217
Freitag den 15. September
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1922
Das Neueste.
— Der jetzige Pariser Mi. " rrat hat sich für die Feststellung eines freiwilligen deutschen Verschuldens ausgesprochen.
— Dradburv soll Belgien einen Komvro- inlßvorschlag für die Annahme der von der deutschen Regierung angebotenen Garantien gemacht haben.
— Dr. Wirtb hat gestern eine Rede gegen SU Poetik der Termine gehalten.
— Smyrna ist von den Truppen Kemals in Brand gesetzt worden.
Die Presse in Slot
Von allen Seiten werden die Reichs- regierung und die Regierungen der Länder mit Eingaben bestürmt, in denen verlangt wird, in letztes Stunde entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, um der aufs höchste gestiegenen Not der deut? sten Presse einigermaßen Abhilfe zu schaffen. Im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags hat man sich eingehend damit beschäftigt und Anträge amrermmmen, die auf F^ebuna von Höchstpreisen für Holz, Holzstoff, Zellstoff und Druckpapier, Zusammenschluß der Erzeuger von Zellstoff, Ho^stofs und Dvuckv-pier zu Vereinigungen zum Zwecke der Festsetzung von Einheitspreisen und Preisausgleich unter behördlicher Mitwirkung, ferner erträgliche Zahlungsbedingungen und Kreditbedingungen für die Presse und schließlich Sicherstellung der zur Papiereweugung notwendigen Rodaffe verlangen. Der Verein Deutscher Zeitungsverleger hat Forderungen aufgestellt, die auf die Festsetzung von Höchst- für Zellstoff. Holzstoff und Zeitungs- ^kckpapie^ G«h«.stâng eines ausreichenden Einschlages von Papierhölz in den Forsten und Bereitstellung der erforderlichen Maste von Papierholz zu angemessenen Preisen, Verstärkung des Fonds der Rückvergütungskaste, Beseitigung der neuerlichen Verschärfung der Zahlungsbedingungen beim Postbezug von Zeitungen und auf Beseitigung der steuerlichen Mehrbelastungen hinauslaufen. Da bereits über eine Woche verstrichen ist, feitdem der Verein Deutscher Zeitungsverleger mit diesem Wunsch an die Reichsregierung herangetreten ist, ohne daß von irgendwelchen Schritten in dieser Richtung etwas bekannt geworden wäre, hat sich der preußische Landtagsabgeordnete Buchhorn abermals mit einer Anfrage an die Staatsregierung gewandt, ob sie sich für die schleunigste Ausführung dieser Vorschläge einsetzen wolle.
. Im Lauf der Verhandlungen des volks- wirtschaftlichen Ausschusses hat der Reichswirtschaftsminister ausgeführt, daß er sich von einer Zusammenlegung der Verbände und ähnlichen Maßregeln wenig Erfolg verspreche. Darin mag er recht haben. Zweierlei aber kann sofort gestehen. Die Reichsregierung kann die Sondersteuer auf Zeitungen, nämlich die Anzeigen- steuer, sofort suspendieren und beim Reichstag ihre Aufhebung beantragen; denn es ist in der Tat der Gipfel des Unsinns, ter in den Wen Zügen liegenden deutschen Presse durch eine solche, ihre stärkste Lebensader treffende Steuer noch ganz die Kehle zuzuschnüren. Zweitens aber * können sämtliche Landesregierungen durch Bereit stellung vonPapierholz durchgreifend helfen. Zur Ergänzung einer solchen Maßnahme, auch als ausgleichende Gerechtigkeit, müssen die Privatwaldbesitzer im Wege der Ee- Webung gleichermaßen herangezogen werden. Er verschließen uns keinen Augenblick der Tatsache, daß das ein wenig erfreulicher und keineswegs wünschenswerter Rückfall in die Zwangswirtschaft ist. Aber wenn es um Leben oder Sterben geht, muß man solche Rücksichten beiseite schieben. Es ist richtig, daß ein nicht unwesentlicher Teil des Papierholzes und des Pavierzell'^ffes aus dem Auslande kommt. Es ist aber ebenso richtig, daß sich in deutschen Wäldern sehr viel mehr Holz für wo Papiererzeugung bereitstellen läßt als bis- yer. Es ist wohl zu verstehen, wenn sich ote Forstwirte mit Händen und Füßen dagegen 'krauben, denn dem armen deutschen Wald werden heute von allen Seiten gewaltige Zu- wutungen gestellt. Außer den Papierfabriken oerlangt die frierende Bevölkerung nach Brennholz. Bei dem Mangel aff Futter- auttein und Viebstreu wird der Waldboden durch Vieheintrieb zur Weide und durch Streu- ^öUi.g stark in Anspruch genommen. Vor auen Singen müssen wir auf Grund des uttebensvertrages Riefenmengen von Holz
Die Garantiesrage.
Der franz. Minisierra! stell! ein freiwilligen Verschulden Deutschlands fest.
Paris, 15. Sept Ueber den gestern ab- gehaltenen Ministerrat werden folgende Einzelheiten bekannt: Poincar6 fehle zunächst den S^'d der Reparationsfrage auf Grund des Scheiterns der Berliner Verhandlungen auseinander. Die französische Regierung sei der Ansickl. daß sich die Alliierten folgender Sstkernaüve gegenüber befänden: Denkschland wird enf- weder die Zahlnu "^n lei^m. ober es wird sich weigern sie zu leisten. Tm fr^u'"ü?cfre Regierung könne einen dritte" Dost nickt ins A«"? fasten. Einer drille" Kow^'nalion. sasts sie G”?- frefe. könne man keine Reckmwo fragen. In Frankreich sei man übeweuok. daß Deust^gnd die nost—"digen Denis"n besitze, um h}» sfiMoon Zahst'n^^n vom 15. Auoust Und 15, ^.«nf«rn^r zu leisten. Menn Deulschtond sich entschließen sollte, vor beule nackt 12 Uhr diese Ioßlunoen zu leisten, so wäre die Fraoe wenigstens bis 15. Oktober erlöst. Diese Knentnolilâl wird als kaum wabrickeinlich anaeseben. Wenn andererseits Deuticklond auf seiner M"ioer«no besiehe und neue Re^bandlnn-en an^"knü"len kucke k-- sei ,Drg-nkr"'ck pn^A^f^n sofort bas freiwillige Verschulden Deutschlands s e st stellen zu lassen. Dies ist der Sm- der allgemeinen Rickklinien. die den sranzösi- schen Delegierten gestern mitoeleilt worden sind und die der M i n i sk e r r a k e i n ft i m m i g gebilligt hat.
Was die Frage derAusqlsicks- a h l u n g e n anbelangt, so hat Poincars den
der letzten d ^ecknung ge
hak, welche betonst daß Deutschland nur in ter Lage fei, 500 000 Pfund anstatt 1,5 Millionen Pfund zu bezahlen. Da die Frage dieser Zahlungen bei der letzten Konferenz von London gelöst worden fei, so hat die französische Regierung angesichts dieser neuen Weigerung Deutschlands, seinen Ur^^ftngen nachmfom- men, soforkdieMatzreaelnberaken, dieergriffen werden können.
Was die O r i e n t f r a g e anbelangt, so hak Poincarc betont, daß angesichts der Ereignisse
Friedensver^r'i'cs Riesenmengen von Holz, namentlich Bau- und Grubenholz, Eisenbahnschwellen usw., an die Entente liefern. Aber auch hier wieder kennt die Not kein Gebot. Die deutsche F 0 rstwirts " befindet sich auf einem s 0 hohen S und sie ist schon so vielfachen Anforderungen gerecht geworden, daß man das Vertrauen in sie setzen darf, sie werde auch hier nicht versagen. Die allgemeinen Holzpreise sind so kolossal in die Höhe gegangen, daß Besitzer rch umfassenden Ein- Riesenvermögen ver-
mittlerer Waldgüter bun schlag in einem Jahre L ,
dienen. Das ist Raubbau, und dem muh im Interesse des Ganzen entgegengetreten werden Es wird sich in diesem einen Fall eine Festsetzung von Höchstpreisen für den Rohstoff der Papiererzeugung um so leichter bewerkstelligen lassen, als schließlich doch die weitaus größte Menge sowieso aus fiskalischen Wäldern kommen muß, und dann lassen sich auch die Höchstpreise für Papier selbst auf ihnen aufbauen. .
Die Einfuhr ausländischen Papierholzes ist nicht so groß, wie man vielfach annimmt. In den Monaten April, Mai und Juni dieses Jahres sind insgesamt 12 500 Waggons zu zehn Tonnen Paplerholz em- aeführt worden, und Zwar ausschließlich aus Polen und der Tschecho-Slowaker; nebenbei sei bemerkt, daß unter Polen in der Hauptfach die uns geraubten Provinzen Posen und Westpreußen mit ihrem Waldreichtum zu verstehen sind was wiederum von unserer Regierung der Entente und der Oeffentlichkeit gegenüber als Hinweis auf die vernichtenden wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages benutzt werden sollte. Im Juni allerdings ist tm Vergleich zu den beiden Vormonaten die Einfuhr in die Höhe geschnellt. Die angeführten Zistern lassen ledoch erkennen, daß die Hauptmasse unseres Papierbo zes aus den heimischen Wäldern stammt. Schweden und Finnland, die ' 7 stark m Frage kamen, sind in letzter Zeit so gut wie ausgeschieden, wohl wegen Devisenschwierigkeiten. ,
Es liegt also in der Hand der Reicks- regierung wie der Landesregierungen, sofort und kräftig einzuareifen, um
in Kleinasien ein Umschwung in der einzuhal- lenden Politik und im ganzen Orientproblem eingetrefen sei. Aus feinen Vorfcklaa hin der Minillerral ebenfalls einstimmig bet An- ficht gewesen, daß ohne 5 mess el ein sofortiger Wassenstslsstnnd das Mte fein würde, was man im Orient erteilen tönnte. Es fei felbsiver- llän'-l,^ fiafi dieler Wassenllillsta-d heute nicht mehr <mter den Bebmmitmen des Akkords vom 26. März akeekchsosien werden könnte. Die kematistische Armee hätte seit diesem ^atum b-de , lende Siege errungen, denen man vnbedi«gt unb nofaebrnngen Rechnvnntraaen mäste. Was die Furcht "nbe^ufff. hie in London h-wrkcke. hob die kur- stschen Nationalisten die Dardanellen über- "-hreif-m könnten. Hat PoincarL b-tont. daß die
Deaierun" bie-e Durchs nickt teile.
-’m s"! sis-^r,o"nl, daß K"mal Vascka die 1918 aesckasfene neutrale Zone nicht überschreiten werde.
'' n L ampromiß.norscklaa Brc^ ......?
Der Rescksbankpräsidenk n^ck London gereift
Berlin, 15. Sept. Nach einem Pariser Tefw-*”r ^f de- g~- ^7*» 7»--"' aker im Wie- dert -'-ste^'""'«i-'n^ck»ch. Bradb'-rn. bet be^’M’-n rc'.-rhmmi einen kompromißvor- schla" für die Annahme der von her deutschen Beeidung cri^^ven Garantien gemacht. Der 7'---t"— r-n h:- p;!- '5--^'’!c;wn hereifg v27"- - n.
Daraus ist es wobl zurückzuführen, daß man
v. Havenstein, dessen Abreise inzwi erfolgt ist, nach London zu entsenden. Man hofft auf deutscher Seite, daß sich Lie Bank von England vielleicht doch bereit erklären würde, mit der Reichsbank zusammen die Garantie für die Schahwechsel zu übernehmen. Die Beantwortung der belgischen Note wird erst nach der Rückkehr Havensteins aus London erfolgen, da das Ergebnis der Besprechung natürlich von großem Einfluß auf den Inhalt der deutschen Antwort sein wird.
noch in der allerletzten Minute wenigstens einen Teil der deutschen Presse vor dem sonst unvermeidlichen Tod zu retten. Gerade die
Regierungen mit dem Reichskanzler an
schaft der Spitze sollten begreifen, Stand deutschen Presse ih
Werkzeu um die I
i, daß ,mit der hr wichtig st es im politischen Kampf
. _ , u n g des deutschen Volkes vernichtet wird.
Der Türkensieg.
Smyrna in $V ntnen.
Rom, 15. Sept. Ein Funkspruch der ifa- lieni^en Kriegsschiffe vor Smyrna meldet, daß der Brand der Stadt einen ungeheueren Umfang angenommen hak. Die italienische Regierung entsandte sofort aus Neapel Dampfer mit Lebensmilkkeln unb Medizinalien dorthin. Ferner eilen alle zur Zeit im Mittelmeer in Fahrt befindlichen erreichbaren italienischen Dampfer zur Aufnahme der italienischen Kolonie nach Smyrna. Nach dem „Journal d' Italia" legten die Truppen Kemals den Brand an als Rache für die ?e»-k » mg von Avium Karahinar. Der herrschende Südwind jagte das Feuer nach dem NordAierlel der Stadt hinüber, fodaß der Brand nicht mehr löschbar ist. Die Schiffe im Hafen mußten vom Lande abrücken, um nicht in die Gefahr zu geraten.
Türkische Mobilmachung.
Genf, 15. Sept. „Havas" meldet: Die türkische Nation"^Versammlung in Angora hat die Generalmobilisierung aller wehrfähigen Türken von 18—46 Jahren anxeordnet, um die tür- kiiche Souveränität über die abgekrennten Gebiete des türkischen Volksstammes wieder herzu- stellen.
Der «indruck d « türkischen «ie«es auf die Nachbarstaaten.
Paris, 15. Scpttr. Man meldet auf Koboul, daß die Einnahme von der Stadt Smyrna durch die Armee von Kemal in Nfzbaxistan eine große Kuf* re«un, hervor,erufen habe. DcrEwirvsnAfzhanistan hat den Tag der Einnahme von Smyrna als offiziellen Feiertag erklärt und Mustapha Kemal ein langer Glückwunschtelegramm geschickt. Ebenso melden Tele- gramme ans Kairo, daß der türkische Sieg in den Kreyex der Islam mehr und mehr als der »rößte
Siez angesehen wird, den die Türkei je badongetrager haben. Alle politischen muselmännischen Organisationei vom Mittelmeer bis zum persischen Meerbuse» seien ir äußerster Aufregung.
Englisch-ârcmalistischer Zusaminenstost?
Adrianoptl, 14. Sept. Ein englische» Defadjement landete zur Sicherung der Dardanellen in Karabig«. Es verlautet, daß die Kemalisten in Konstantinopel einen blutigen Zusammenstoß mit Engländern batten. Eine Bestätigung dieses Gerüchts bleibt abjuwarten Da» Konstantinopeler Parlament ist telegraphisch eiw berufen worden.
Wichtiger K«binettSr«t in Loredo«.
London, 15. Sept. Das englische Kabinett wiâ heute nachmittag über die Lage des nahen Orients beraten. Alle Minister die man erreichen konnte, wurden nach London berufen. Das Präskdium führt Lloyd George.
Landwirschaflsverlreler beim Reichskanzler.
Berlin, 15. Se<. Reichskanzler Dr. Wirth emrrhm '-•rtcrn die Vertreter der !^»^-'-^rqa- nisationen der Deutschen Landwirtschaft. An der Besprechung nahm auch der Reichsernährungs- mir:^— m^-'r-u^r her Landwirtlbaft betonten, bo5 ~*aetreibe''rnfe unter zwei Drittel des vorjährigen Ergebnisses ausfo^en mürbe. Aus diesem Grunde würde es der Landwirtschaft unmöglich sein, hie IWnge aufzubrinoen. Die Notwendigkeit der möaiirhften Veschleuni- gmm einer erneuten Preisfestsetzung füx das erste Drittel her Setreibumtaae begründeten die Vertreter der Landwirtscbaft mit dem dringenden Bedarf nach Betriebskapital. Der äugen* blicklicke Umlaaevreis würde eine Kavita!ein-
WF FEHR vor'ouszuschcnde Steigerung erfahren haben. Die Aussichten der Zw' rrüben- und Kartoffelernte bezeichneten die Vertreter der Landwirtschaft als gut. Man könne hoffen, mit Hilfe der Kartoffeln die @c-e
aber als mb
treidevorrüte zu strecken. Die Kartoffeln seien
'chtiges Nahrungsmittel in der gra^mabpolint besser zu berücksichtigen als
bisher.
Die Forderungen der Gewerkschaften fanden zum Teil durchaus die Zustimmung der Land- wir-schaft, während der Teil, der auf Wieder- Herstellung der Zwang' wirtsckrst hinarsläuft, als der Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion durchaus "ntgegen bezeichnet wurde. Das Reich müsse die Brotverbilligung auf trag- fähigere breitere Kreise legen. Die Sorge um die Zukunft haben die Vertreter der Landwirtschaft zum Reichskanzler geführt, um darauf hinzu- meijen, daß der Landwirtschaft durch Revision des Umlagegesetzes sowie durch Gewährung von genügenden ^eOtmitfein geholfen werden müsse,
Der Ernäbrunosminister begrüßte den Entschluß des Volkswirtfi' Etlichen Ausschusses des Reichstages, die Preisfestsetzung wegen der all- gerne.:n brm-'ücfren und im Hinblick auf die schleunige Ablieferung noch vor dem Zusammen/, 'tt des Reichstages vowumehmen. Der Reichskanzler wies daraufhin, daß die wichtige Frage der Preisgestaltung in der 20. Kommission, die im He ^ cc ---'"nwientritt, zur Erörterung komme. Er sprach den Wunsch aus, daß diese Erörterung sich rein sachlich gestalten möge.
Kommunistische Machenschaften.
Bochum, 15. Sept. Von kommunistischer Seite wurde hier eine Betriebsrätckonferenz veranstaltet, auf der ein KontrollanSschuß ,ebildet wurde, der die Herabsetzung der Preise im Groß- und Kleinhandel herbei, führen soll. ES wird die Anstellung der Mitglieder dieses AnSschnyrS als städtische Beamte verlangt. Weiter wird die Entfernung der Schupoabteilung ge. fordert, die die Unruhen auf dem Marktplatz unter drückt hatte. Die Arbeiter werden aufgefordert, füi den Monat September eine blondere Teuerungszulag« von 5000 Mark zu verlangen. Falls diese Forderuuge« Nicht bewilligt werden, wird der schärfste Kampf an gekündigt. — Die Gewerkschaften erklären, daß sie dieser kommunistischen Machenschaften völlig fern stehen.
- Die Ausl-sung des sächsischen Landtag« beschlossen. Der sächsische Landtag bat ,ester« nachmittag nach zweistündiger außerordentlich lebhafter, telweise soqor Zramatn'cher Debatte mit den Stimmen der Bürgerlichen uns Kommunisten (68) gegen die Stimmen der beiden sozialisten Parteien (39) die sofortige Auflösung beschlossen. Der Präsident schloß die Sitzung mit der Erklärung: «Der Landtag ist aufgelöst. Die Neuwahl findet am S November statt.
Dollar (10 Mr vorm.) 1480