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General-Anzeiger
AmMches Organ sür Slüöl- und Landkreis Kanan
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Nr. 216
DormersèW Len 14. SeMmbsr
1922
Das Neueste.
— Belgien fordert in einer Note an die deutsche Regierung die Hinterlegung von 100 Millionen Goldmark in der belgischen National- iank.
— Die deutsche Regierung wird am 18. September eine weitere Abschlagszahlung auf )ie am 15. August fällig gewesenen Ausgleichszahlungen leisten.
— Der Reichsverkehrsminister hat zum 16. September den Ausschuß des Reichseifenbahn- :ats nach Berlin eingeladen. Der Ausschuß soll über die prozentualen Tariferhöhungen beraten, die zum 1. Oktober mit Rücksicht auf die letzten Preiserhöhung für Material und auf die jüngste Erhöhung der Teuerungszulagen für das Personal notwendig werden.
— Eine Negerdelegation beantragte beim Völkerbund die eigene Verwaltung der ehemaligen deutschen Kolonien.
— Die Türken haben Brussa besetzt. Rumänien fordert den status quo auf dem Balkan.
Die belgische Note an Deulschlanb.
Hinterlegung von 100 Millionen Gold in der belgischen chakicmalbank gefordert.
Berlin, 14. Sept. Die belgische Regierung hat dem deutschen Geschäftsträger in Brüssel gestern nachmittag eine von dem Minister des Aeußern, Jasper, gezeichnete Rote folgenden Inhalts übermittelt:
Nach den Bestimmungen der Entscheidung der Reparationskommission vom 31. August sollte die deutsche Regierung zur Abdeckung der Fälligkeiten vom 15. August und 15. September luz2 der belgischen Regierung deutsche Schatzbons aushändigen, welche durch zwi- Narantien fschergestellk werden sollten; M an - gels einer Einigung sollten die Dons durch ein Golddepot sichergestellt werden, das in einer der belgischen Regierung genehmen Dank zu stellen wäre.
Die Besprechungen, die in Berlin zwischen den Vertretern der deutschen Regierung und den Delegierten der belgischen Regierung über die von der deutschen Regierung bereitzustellenden Garantien erfolgt sind, haben zu keinem Ergebnis geführt. Die belgische Regierung bittet die deutsche Regierung daher ihr unverzüglich zwei deutsche Schahdons. zahlbar in Gold in einem Betrage von je 50 Millionen Goldmark für die Fälligkeiten Dom 15. August und 15. September zukommen zu lassen und in der belgischen Rationalbank 10 0 Millionen Goldmark als Sicherheit für diese beiden Dons niederzu- legen.
„Die Krisis ist wieder da".
London, 13. Sept. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Chronicle" schreibt zu dem Beschluß der belgischen Reigerung: Die Forderung, daß Deutschland Sechsmonats- Zchatzscheine geben und eine Goldreserve deponieren soll, sei gleichbedeutend mit überhaupt keinem Moratorium, also keiner Atempause. Im Gegenteil: es werde auf siner Zahlung Deutschlands bestanden, in einer Form, die für Deutschland drückend sei und seine finanzielle Stabilität auf das schwerste schädige. Wenn, wie wahrscheinlich, Deutsch- bmd seine Unfähigkeit erkläre, die belgische Forderung zu erfüllen, so müsse die Angelegenheit an die Reparationskommission verwiesen werden. Dann wird es an der Kommission sein, zu erklären, ob Deutschland des vorsätzlichen Verzuges schuldig sei. Wenn die Kommission einen vorsätzlichen Verzug erklärt, so wird es Sache der Alliierten sein, zu entscheiden, welche Sanktionen erzwungen werden sollen. Kurz: die Krisis, die man für überwunden gehalten habe, sei wieder da, es sei jedoch noch zu früh. zum Pessimismus; es könne immer lloch ein Ausweg gefunden werden.
Gewiß, Lloyd Georges Blatt hat recht: es ■onn immer noch ein Ausweg gefunden werden. Man sieht nur nicht recht, welcher. Die ranzösische Presse rechnet unbedingt mit der offenbar ja auch dem „Daily Chronicle" wahr- cheinlichen Erklärung einer „bewußten Verfehlung" Deutschlands durch die Repko; daß Belgien in diesem Falle mit Frankreich Zusammengehen wird, kann wohl kaum ernsthaften Zweifeln unterliegen. Hst. es doch offenbar von poincaré vorgezogen, um mit seiner Unnach- ziebigkeit für Frankreich günstige Präzedenz- mlle zu schaffen; für Frankreich, das nach dem Willen Poincarës die Nichtleistung der näch- ^en ihm rustebenden Zahlungen im Sinne
Der Balkan als Pulverfaß.
Die politischen Auswirkungen des türkischen Sieges über Gricchenlaird treten immer deutlicher hervor und ziehen immer weitere Kreise. Es scheint als ob die ganze Orientfrage neu aufgerollt werden und das ganze Kartenhaus des Friedensvertrages von Sèvres zusammstürzen sollte. Auch die Kleine Entente meldet sich jetzt und wünscht zur Regelung des Orientproblcms herangezogen zu werden. Die rumänische Regierung hat bereits wie aus einer unten folgenden Meldung hervorgeht, im Sinne einer Aufrechterhaltung des status quo am Balkan interveniert.
Die Türken wiederum find durchaus nicht zurückhaltend in ihren Forderungen und scheinen sich wenig um die englischen und rumänischen Einwände zu kümmern, ja, sie sagen glatt heraus, daß wenn die Engländer die türkischen Anspüche in Europa ablehnen sollten, so würden die Türken Mesopotamien überrennen und auch sonst den Engländern alle möglichen Schwierigkeiten für ihre Mattstellung im Osten bereiten. Man sieht, der Balkan hat nichts von seiner politischen Zündkraft gegen früher verloren, und er droht wieder zum Pulverfaß Europas zu werden.
Von den heute vorliegenden Meldungen geben wir folgende wieder:
Paris, 13. Sept. Der „Temps" meldet aus London, daß die englische Regierung nur eine grundsätzliche Uebereinstimmung in der Meerengenfrage erzielte. Vorerst will man allgemeine Richtlinien für das Verhalten der Alliierten aufstellen, die in Paris mit den hierzu bevollmächtigten englischen und italienischen Botschaftern besprochen werden sollen. Später soll dann auch die Türkei zu einer Konferenz hinzu- gezoaen werden. Bei den Pariser Besprechun- iMMM «MH * bringen. Was die Haltung Rumäniens anlangt, so liegt eine Erklärung des rumänischen Außenministers vor, worin dieser erklärt, daß angesichts der Kriegsgefahr auf dem Balkan Rumänien nicht zugeben könnte, daß territoriale Veränderungen auf dem Balkan ohne Einvernehmen aller Alliierten vorgenommen würden.
Heute erfährt man auch zum ersten Male aus einer sichtlich offiziös inspirierten Erklärung des „Temps", welche Haltung Frankreich in der Orientfrage einnimmt. Wenn Frankreich auch prinzipiell für die Freiheit der Meerengen eintritt, so wünscht es doch zunächst zu wissen, durch welche Mittel diese Freiheit der Meerengen erzielt werden soll, und zwar nicht zum Vorteil einer Macht (das ist natürlich England), sondern zum Vorteil aller Völker, die an den Meerengen interessiert sind. Für Thrazien for= der Frankreich große Konzessionen zugunsten der Türkei. Die Beschlüsse der Außenminister vom 26. März ließen sich nicht mehr aufremt- erhalten, da man damals der Türkei Zusicherungen in Kleinasien gegeben hatte, wenn es auf Thrazien verzichte. Nun aber habe sich die llage in Kleinasien grundlegend geändert, weshalb den Türken weitgehende Zugeständnisse in Thrazien gemacht werden müßten, jedenfalls größere, als England sie vorläufig im Auge habe, das den Türken die Linie Enos-Midia zugsstehen wolle.
Harke türkische WaffsnsMstandsbedlngungsn.
Paris, 14. Sept. Der „Jntransegeant" meldet aus Konstantinopel, daß die kemalistische Regierung auf den griechischen Waffenstillstandsvorschlag noch nicht geantwortet habe und man glaube nicht, daß die Angoraregierung so schnell darauf antworten werde. Man hat nämlich allen Anlaß zu glauben, daß sie versuchen wird, Griechenland äußerst strenge Waffenstittstandsbedingungen aufzuerlegen, in welchen sie vor allen Dingen die Abtretung eines grüßen Teiles des griechischen Konstantinopels verlangen wird. Weiter verlautet, daß die kemalistische Regierung direkt mit Griechenland die Vorfrie- densvrrhandlun.gsn abschließen möchte, in welchen sie dem „Jntransegeant" zufolge die Autonomie der Insel Samos, Mytilene und Chios verlangen wird. Weiterhin wird die Türkei darauf bestehen, daß Ostthrazien in einen autonomen Staat umgewandelt wird, daß hingegen die Stadt und Umgebung vonAdrianopeldenTürken abgetreten wird. Es bestätigt sich aber vorläufig nicht, daß die Türkei die Auslieferung der griechischen Festungen verlangen werde. Dafür wird sie aber eine äußerst strenge Kriegsentschädigung für die von den Griechen angerichteten Schäden verlangen. Das Blatt spricht von 2 Milliarden Kranken. Als Pfand für die Ausführung der
des weiteren Ruins Deutschlands ausnutzen soll.
Auf der anderen Seite ist vollkommen klar, daß die Reichsregierung keine Möglichkeit besitzt, weder die Reichsbank zu zwingen, Sechsmonats-Schatzwechsel zu garantieren, noch selbst in dieser Zeit 100 Millionen Goldmark aufzubringen. Es handelt sich also absolut nicht mehr um den guten oder den schlechten Willen der deutschen Regierung, sondern um rein finanzielle Voraussetzungen, die ganz außerhalb ihres Machtbereichs liegen. Mit Diktat oder Gewaltakten läßt sich auf diesem rein finanziellen Gebiet nichts erreichen. Auch ist bei der deutschen Regierung der Wille zur Erfüllungspolitik noch vollkommen ungeschwächt, nur die M ö g l i ch k e i t zur Erfüllung ist vollkommen zerstört. Mithin würde es nicht nur Recht und Gerechtigkeit, sondern sogar auch dem „Buchstaben und Geist" selbst des Schandvertrages von Versailles widersprechen, wenn die Repko diese Unfäbigkeit Deutschlands, zu leisten, zu einer Verfehlung von ihm-stempeln sollte. Gleichwohl ist mit der Wahrscheinlichkeit unbedingt zu rechnen, daß er dies tun wird. Und damit ist in der Tat die Krise da, wieder da, die durch alle provisorischen Lösungen nur von Woche zu Woche latent weiter geschmält hat; eine Zeit, die als einzige Frucht di- weitere ungeheuerliche Zerrüttung der deutschen Valuta gebracht hat. Gewiß, ein Ausweg kann noch gefunden werden, wir wiederholen es. Aber, daß es noch zu früh für Pessimismus wäre — welcher Deutsche wollte nach allen Erfahrungen dem Blatte Lloyd Georges auch in diesem Punkte beistimmen?
Wir haben alle Ursache pessimistisch zu sein. Als die Verhandlungen mit den belgischen Vertretern begannen, glaubte man .noch, daß Bel- «r ü-MOMWWWWM lung gern bereit sei. Heute muß man annehmen, daß die belgische Regierung das politische Spiel des französischen Ministerpräsidenten spielt. Die belgische Forderung hat die trügerischen Schleier gelüftet, hinter denen man bis vor kurzem noch die Möglichkeit einer annehmbaren Vereinbarung vermuten konnte. Poin- caré steht, wie wir schon gestern sagten, hinter der belgischen Forderung und von diesem Manne haben wir nichts Gutes zu erwarten. Poincars will Deutschland unterdrücken, aussaugen, auspressen — sei es, daß er andere Rettungsmöglichkeiten für Frankreich nicht sieht sei es, daß er von napoleonischen Ideen besessen ist. Pessimistisch müssen wir die Lage auch dann betrachten, wenn es der Regierung in der Absicht weiter zu erfüllen, wirklich gelingen sollte, die 100 Goldmillionen aufzutreiben. Ist erst dieses Gold, die letzte schwache Stütze und Hoffnung unserer Währung, aus Deutschland heraus, dann werden sehr bald die „absichtlichen Verfehlungen" folgen müssen und dann wird das Ruhrgebiet als Pfand an die Reihe kommen. . . .
Die Hetze in Paris.
Varis, 13. Sept. Es wird versichert, daß der Wiederherstellungsausschuß am F r e i t a g zu einer amtlichen Sitzung zusammenkommen werde. Einzelne Muglleder der Kommission hatten gestern Bespreuungen mit den belgischen Delegierten Bemelmans und Delacroix. Die französische Presse hetzt Sie fordert die Kommission auf, sofort die „schuld- hafte Verfehlung" Deutschlands festzustellen. Besonders heftig gebärdet sich der „Matm . Das Blatt befürchtet, daß gewisse Mitglieder der Kommission (damit ist wahrscheinlich Bradbury gemeint) für einen weiteren Zahlungsaufschub eintreten könnten.
Deuischland zahlt weiter*
500 000 Pfund Sterling als Rate der Aus- gleichsznhlungrn.
Berlin 14 Sept. Halbamtlich wird gemeldet- Die deutsche Regierung hat der britischen und französischen Regierung mitgeteilt, daß am 18 September eine weitere Zahlung von 500 000 Piund (rund 10 Millionen Goldmark) auf den Rest der Ausgleichsrate vom 15. August erfolgen wird. Die Bereitstellung dieses Betrages ist durch das Entgegenkommen der Reichsbank ermöglicht worden, und geschieht mit Rücksicht auf das von der deut men Regierung den Alliierten früher gemachten Angebot, einen derartigem Betrag für die Ausgleichszahlungen monatlich verfügbar zu machen. Der verbleibende Restbetrag der deutschen Rate Dom 15. August (1 Million Pfund Sterling - 20 Mil- lonen Goldmark) wird den Alliierten übermittelt werden sobald es die Verhältnisse zulassen.
Griechenland auferlegten Bedingungen verfügt die Türkei gegenwärtig über 50 000 Gefangene griechischer Soldaten und gegen 2000 Offiziere.
Ruhe in Smyrna. — Die Türken in Brussa.
London, 13. Sept. Nach offiziellen Nachrichten aus Smyrna ist in der Stadt jetzt alles ruhig. Der türkische Oberbefehlshaber hält bei den Truppen auf strengste Disziplin. Inzwischen hat das dritte griechische Korps feinen Rückzug aus Brussa angetreten. Die Türken sind gestern in Brussa eingezogen.
Jugoslawien und Rumänien bieten Hilfe am
Boris. 14. Sept. Die Agentur „Central News" hat von ihrem Athener Korrespondenten ein Telegramm erhalten, in welchem dieser be- Hauplet, daß er aus äußere.drntlich glaubwür biger Duelle erfahren habe, daß Jugoslawien und Rumänien in Athen hätten willen lassen, daß sie Griechenland im Falle eines Balkan, stiegen Hilfe leisten würden. Der Korrespondent fügt hinzu. daß Jugoslawien bereits im Bo griffe sei, in der Gegend von Uesküb Truppen zu konzentrieren.
(Die Welt in Mitteleuropa ist plötzlich wie» der auf den Kopf gestellt. Die Kleine Entente lwt bis vor kurzem ausschließlich franaöfif*e Politik getrieben und sollte das weiter tun — jetzt wendet sie sich gegen Frankreich. Frankreich ist der schroffste Feind Sowjetrußlands und dieses ist verbündet mit der Türkei, hinter der roteberum Frankreich steht. Mit einem Schlage sind fast überall die Rollen vertauscht, was beweist, daß noch lange nicht alle Tage Abend ist
' D. Red.)
Kabinsllsws-chsel in Frankreich?
Paris, 14. Ecptbr. Man scheint jetzt ernstlich baxtit zu rechnen, daß falb nach dem Wiederbeginn denNachk^herPouuorèzwirdiebtvick u cheui benicknet. Seine Ernennung zum Ministerpräsidenten wird anscheinend auch von den industriellen Krnsci gewünscht. Sein wichttgsier Mitarbeiter würde nack einem ernsten Beurteiler der Lage vorautsichtliä Bartbon sein.
Steuer beantragen die eigene Ver.
Wallung der deutschen Kolonien.
Paris, 14. Septbr. Man meldet aus Genf, haft eine Delegation von vier Negern beim Völkerbund vorstellig geworden ist und dort beantragt hat, daß der Völkerbund den Negern die Verwaltung der früberen deutschen Kolonial übertragen miga Ein Vertreter der Delegation hat dem Korre- svondenteu de« .Echo dePari«" erklärt, daß die Neger k inerw-e« beabsichtigen, einen KonfliU herbeizuführen. Sie wollten nur beweisen, bei sie betätigt seien, durch eigene Mittel ihr Land zu verwalten.
Der bürgerliche Wahlsieg inThiiringea
Eisenach, 13. Sept. Die Gemeinde- und Krei«rat«>vahlen in Thüringen haben mit einem cindruckrvollcn Siege über die sozialistischen Listen geendet. Von den kre>efrcicn Städten haben nur noch :wei (Altenburg und Gera) eine sozialistische Mehrheit, die anderen haben sämtlich eine teilweise recht erheblich« bürgerliche Mehrheit errungen. Da« Ge- samtergebni« der Thüringer Gcmeinderatrwahlea weist 195 bürgerliche Mandate gegen 161 sozialistische Sitze auf.
Die Kreirratrwahlcn haben ein dem vorgenannten ähnliches (Ergebnis gebracht. Er fehlen aller- d ng? noch die KreisratZwahleriebnisse von Nltenbur,, Arnstadt und Sondershausen, aber auf Grund der vorliegenden Ergebnisse der 13 Landwahlkreise kann mit 175 nichtsozialistischen Sitzen und mit 132 sozialisti- scheu Sitzen gerechnet werden. Auch die noch ausstehenden Wahlergebnisse werden nicht« an diesem Stärkeverhältnis zu ändern vermögen. In Anbetracht dieser Ergebnisse» ist der Ausspruch bei Innenminister? Hermann in Erinnerung zu bringen, daß der Ausgang bei Kceiriats- und Stadtratswahlen in Thüringen im Falle einer nichtsozialistischen Mehrheit zu einem M i ß t r a u e n « V o t u m für die thüringischi Negierung führen würde. Dieser Fall wäre nnnmehi emgetrcten.
— TieEiui«ui»gSverhandlui»sett den ®o$i«l bemusterte. Der Partcivorsta«d der G. P. D. mx» die Zentralleitung her U. S. P. geben bekannt, daß am 24. Sevtember in Nürnberg ein gemeinsame, Parteitag, vorbehaltlich der Zustimmung der Parteitage von Augsburg und Nürnberg, stattfinden soll mit der Tagesordnung: Die Einigunz der deutschen Sozialdemokratie. Die ausländischen Abordnunze» der beiden Parteien sind zur Teüxahme auch a» der Nürnberger T«guna eiageleden.
— Deutsche Industrielle Gäste der franzS- slfchen Industrie. Eine Reihe deutscher Industrieller, darunter Stinnes, Sorge, Klöckner, Duisberg, Deutsch und Krämer, werden sich in etwa zehn Tagen als Gäste der französischen Industrie nach Nordfrankreich begeben, um die zerstörten Gebiete zu besichtigen.
Dollar (10 Uhr vorm.) 1600-1610