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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Str-t- und Landkreis Kanan

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Nr. 215

Mittwoch den 13. September

SSSSS,

1922

Das Neaeste.

- Belgien hat beschlossen, von Deutschland die Bezahlung der am 15. August und 15. September fälligen Zahlungen mit Schatzscheinen zu verlangen, die durch ein Golddepot von 100 Millionen Mark iiâergestellt werden sollen.

Der Reichsrat nahm in seiner gestrigen Sitzung die Vorlagen zur neuen Portoerhöhung ohne Erörterung an.

In Pariser Kreisen glaubt man. dab Lloyd Leorge am 16. oder 17. September nach Genf reisen werde und dab er sich vorher einen Tag in Paris ouibalten wird, um mit Poincarè über dir Orient- frage zu konferieren.

Ueber Konstantinopel ist der Kriegszustand verhängt warben.

Oesterreich soll nunmehr ein Kredit von 10 Millionen Pfund bewilligt werden. Die Sicherheit soll in der Schaffung einer internationalen Finanz- 'ontralle bestehen.

Eine unerfüllbare Forderung Belgiens.

Berlin, 13. Sept Nach einer Meldung der »Agence Havas" hat die belgische Regie­rung beschlossen, von Deutschland die Beglei­chung der beiden am 15. August und 15. Sep­tember fälligen Raten von je 50 Millionen Goldmark durch Schahwechsel zu verlangen, die durch ein Golddepot von 100 Millio­nen Mark in einer Belgien geneh­men Bank gesichert werden sollen. Da die Meldung von dem halbamtlichen belgischen Telegraphenbüro stammt, wird man keinen Anlaß haben, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln, zumal sie auch aus Paris bestätigt wird. Wie es scheint, geht die Forderung der belgischen für die Rate vom 15. August sofort der Wechsel für die Septemberrate am 15. September über­geben werde und daß bis dahin auch das Gold­depot zur Garantie der beiden Wechsel errich- tel werde.

P a r i s, 13. Sept. Der BrüsselerTemps"- üorrespondent, der die Meldung derAgence Beige wiedergibt, meldet noch, daß nun alles davon abhängen werde, ob Deutschland seine Verpflichtungen erfülle oder nicht. 3n Brüsseler offiziösen Kreisen glaubt man jedoch an eine Ablehnung Deutschlands. Die Reparations- kommiffion hätte sodann die Verfehlung Deutschlands festzusiellen, und man nimmt dem BrüsselerTsmps"-Korresponden- lm zufolge an, daß in der Reparakionskommis- sion diese Verfehlung einstimmig fesigeftellt werden würde, weil es nicht möglich sei, die Laufzeit der Wechsel von sechs Monaten aus ein Jahr zu verlängern.

Alle Bemäntelungsoersuche linksstehender Blätter können über die Tatsache nicht mehr hinwegtäuschen, daß die Berliner Verhandlun­gen zwischen Belgien und Deutschland geschei­tert und endgültig abgebrochen sind. Wer da­rüber bis jetzt noch im Unklaren war, wird es begreifen beim Lesen der obigen ultimativen Forderung Belgiens. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir sagen, daß hinter dieser Forde­rung Poincars steht, der befürchtet, daß eine Verlängerung der Laufzeit unserer Schatz­wechsel automatisch eine Hinausschiebung der deutschen Zahlungen an Frankreich zur Folge haben könnte.

Die Entscheidung der Brüsseler Regierung stellt die Reichsregierung vor eine sehr ernste ~a9e. Es werden an sie Ansprüche gestellt, die ste zu erfüllen von vornherein nicht in der Lage R- Die Reichsregierung ist schon aus dem Grunde nicht in der Lage, das gewünschte Gold- depot von 100 Millionen Mark zu hinterlegen, weil der Reichsbankpräsident, wie es auch in der unten folgenden Erklärung Dr. Wirths heißt, sich geweigert hat, bei einer sechsmonati­gen Lauffrist der Schatzwechsel die Bürgschaft ou übernehmen. Und einen Einfluß auf die ^èichsbank besitzt die Regierung nicht mehr, seitdem dem Zentralbankinstitul auf Geheiß der Entente die Autonomie verliehen worden ist. Diese Tatsache war der belgischen Regierung be­kannt, weshalb die heutige Forderung befon- auffallen muß. .

Was die Reichsregierung nun tun wird? Unseres Erachtens ist die Sachlage durch die D^o^gerung des Reichsbankpräsidenten ein- umschrieben sie kann nicht anders als aus die Undurchführbarkeit der belgischen For- dsamg Hinweisen und sie ablehnen. Auch wenn we Regierung über die Reichsbank noch ver­fügen könnte, so dürfte letztere auf keinen Fall sinsn so großen Teil ihres Goldvorrates der esefahr der Beschlagnahme durch Belgien aus­

setzen, da sie ihren ohnehin schon arg zusam­mengeschmolzenen Goldbestand für eine spätere Währungsstabilisierung unversehrt bereitbalten muß.Erst Brot für unser Volk, dann Repa­rationen!" Das bißchen Gold, was wir noch besitzen, brauchen wir für unser Brot und des­halb ist die belgische Forderung als undurchführ­bar zu erklären. Geschieht dies, dann wird Belgien dies aller Wahrscheinlichkeit nach der Repko mitteilen und diese wird dann, wie wir schon gestern sagten, das Wort haben. Die Frage, was sie tun wird, steht noch offen.

Die deutschen Sachverständigen in Paris.

Paris, 12. Sept. Die deutschen Staatssekre­täre Fischer und Bergmann sind heute in Paris eingetroffen. Sie übergaben der Reparations­kommission die Aufklärungen, die von ihr ver­langt worden waren. Diese Aufklärungen be­ziehen sich auf die Ablehnung der deutschen Re- gierung, die von Belgien für die Sechsmonats­wechsel geforderten Garantien zu geben. Ein Teil der Pariser Presse kann es nicht unter­lassen, dazu zu bemerken, man wisse eigentlich nicht recht, was die deutschen Delegierten woll­ten, da sie von niemanden gerufen worden seien. Wir haben Anlaß zu der Vermutung, daß die Blätter in diesem Falle nicht ganz rich­tig unterrichtet sind und wenn es sich auch nicht um eine Berufung im eigentlichen Sinne han­delt, so kann doch gesagt werden, daß die Reise jedenfalls nicht ohne Wissen der Mitglieder der Reparationskommission erfolgt ist.

Der Reichskanzler über den Verhandlungs- abbruch.

Berlin, 12. Sept. Reichskanzler Dr. W i r t h machte dem Berliner Vertreter desMatin" Mitteilung über den Abbru chderdeutsch- belgischen Verhandlungen. Er süyrte u ü. au- ixe u^e -^b-^o ^ pn guten Glauben versucht, den Anweisungen im letzten Bescheid der Reparationskommifsion eine konkrete Form zu geben. Sie hat ohne Verzug die Besprechungen mit den Vertretern der belgi­schen Regierung begonnen und Vorschläge ge­macht, um die für Belgien bestimmten Schatz­scheine zu garantieren. Es war dies keine leichte Aufgabe, denn die Reichsregierung als solche ist nicht im Besitz von Werten, die als Garantie gestellt werden könnten. Dis Reichs­bank hat in loyaler Weise sich ihr zur Ver­fügung gestellt und erklärt, daß sie b e r e i t sei, diese Schatzscheine gegenzuzeichnen und die G a r a n t i e zu übernehmen, allerdings unter der Bedingung, daß die Zahlungsfrist um sechs Monate verlängert wird. Diese Bedingung war notwendig, weil die Reichs­bank, die als geschäftliches Institut geleitet wird und vor allem ihre kaufmännische Ehre wahren muß, nicht in der Lage ist, in einer Frist von sechs Monaten die Summe von 270 Goldmillio­nen zu bezahlen.

Die Reichsregierung bereitete, um ergän­zende Garantien zu erhalten, Verhandlungen mit der Industrie und deutschen Privatbanken vor Sie wollte außerdem die Unterhandlungen mit dem A u s l a n d, besonders mit Eng - ! a n d, zu einem positiven Ergebnis führen. Es war daher eine kaufmännische Basis für das Abkommen mit Belgien gefunden, die in Ueber­einstimmung mit der Entscheidung der Repa- rastonskommission stand und am letzten Sams­tag hätte der Vertrag bereits abgeschlossen wer­den können. Dann hätten wir eine fühlbare Erleichterung der wirtschaftlichen und politischen Atmosphäre gehabt. Deutschland hatte sich auf den Winter vorbereiten und die Vorarbeiten für die nächste Konferenz in Angriff nehmen kön­nen. Alles dies wurde i n F r a g e g e st e l l t, weil die belgische Regierung sich an den B u ch st a b e n d e r E n t s ch e i d u n g der Revarationskommission klammert, die nur sechsmonatige Schatzscheine vorgesehen hat. Jcy will die Entscheidung der belgischen Regierung nicht kritisieren, ich b e d a u e r e sie aber, weil ich glaube daß sie weder unserem, noch dem Interesse Europas dient. Ich kann nicht an­nehmen daß die Revaratwnskommisiwn sich einer Regelung widersetzt hätte, die die belgi­schen Delegierten zufriedenstellend gefunden hätten.

Slrefsmann über die As! der deutschen Wirtschaft.

Köln 13. Sept. Der Deutsch-volksparteiliche Abgeordnete Dr. Stresemann sprach gestern in einer außerordentlichen 9JI itglieber= Versammlung des Verbandes Rheinischer In­dustrieller über die Not der deutschen Wirt­schaft und führte u. a. folgendes aus:

Die Not der deutschen Wirtschaft interessiere nicht nur die deutsche Oeffentlichkeit, sondern sie sei ein Weltproblem geworden. Die Haupt­

ursache für die deutsche Wirtschaftsnot sei der Friede von Versailles. Man müsse vor allem die zerrütteten Währungsverhältnisse Deutsch­lands in Ordnung bringen. Die Gründe für das Nachlassen der deutschen Arbeits­intensität seien vor allem in der Gleich - stellung derjugendlichenArbeiter mit den älteren verheirateten Ar­beitern zu suchen. Auch die gewaltige Stei­gerung des S ch n a p s k o n s u m s in Deutsch­land sei mit schuld an dem Rückgänge der Pro- duktionsfäbigkeit. Die private Spekulation in Devisen bedeute die moralische Verlumpung eines Volkes, gegen die angekämpft werden müsse. TW Redner erklärt es für unrichtig, wenn unsere Industrie in ausländ. Währung fakturiere. Das wichtigste für den Wiederauf­bau fei besonders die Erhaltung des Reicbes und des Kernstaates Preußen. Ob wir die Revolution vollkommen überwunden hätten und ob wir nicht noch einmal vor einer anderen Sozialrevolution stehen, über diese Frage sei noch nicht entschieden. Gehe uns das Rheinland verloren, so sei damit die deutsche Wirtschaft vernichtet. In Deutschland würde es keine Rheinfroge geben, sondern nur ein Rhein­land im deutschen Reiche. Die Führer der deut­schen Industrie im Rheinland müßten führend sein in dem Bestreben, das Rheinland Deutsch­land zu erhalten und bei dem Bestreben der Wiedergesundung unseres deutschen Vater­landes.

Gegen die Wirischasiliche Slot

Berlin, 13. Sept. Im Reichswirtschaftsmi­nisterium fand gestern eine erneute Aussprache der Gewerkschaftsführer mit der Leitung des Reichswirtschafts- und Rsichsernährungsmini- steriums statt. Die Führer der Gewerkschaften anerkannten, daß seit der Besprechung mit dem der Regierung erfüllt seien. Sie wiesen indessen auf die starke Erregung hin, in der sich nach wie vor die gesamte Verbraucherschaft ange­sichts der weiteren Preisentwicklung auf allen Gebieten des notwendigen^('msbebarfes be­findet. Der Reichswirtschaftsminister legte die von ihm inzwiffden angesichts der valutarischen Entwicklung auf dem Gebiete des Außenhan­dels getroffenen Maßnahmen dar, welche die volle Zustimmung der Gewerkschaftsführer fanden, z. B. Erhöhung der Ausfuhrabgabe und Beschränkung der Einfuhr von nicht lebens­wichtigen Waren, Besteuerung der Börsenge­winne bezw. ihre schärfere Erfassung bei der Einkowmenstsuerabgahe. Unter Zustimmung der Erschienenen stellte der Minister fest, daß er an den P r e i s p r ü f u n g s- und Wu ch e r= Bestimmungen grundsäglicb fe sth alten werde. Der Reichsernährungsminister kam dann eingehend auf die Frage der Wieder­einführung der Zwangswirtschaft zu forschen. Er ging dann ausführlich auf die Aussichten unserer Ernährung ein. Die klleichs- getreidestelle habe für die nächsteZsitge- nügend Brotgetreide. Unter Berück­sichtigung der Auslandskäufe fei die B r o t - Versorgung bis zum Frühjahr 1923 s i ch e r g e st e l l t. Den Ausfall der Ernte schätze er mit 20 Prozent niedriger ein als im Vorjahre. Die Kartoffelernte verspreche in allen Teilen Deutschlands sehr gut zu werden. Den Verkauf durch unmittelbaren Verkehr zwischen Erzeugern und Verbrauchern, vor allem unter Hinzuziehung der Konsumge­nossenschaften begrüße er mit allen Mitteln. In der Zuckerbewirtschaftung werde er für die kommende Erzeugung durch festen Zusammenschluß der Fabriken und des Handels für eine besondere Versorgung der Bevölkerung bemüht sein. Damit schloß die Besprechung.

Die Umwälzung im nahen Osten.

Militärische Maßnahmen der Alliierten.

Paris, 12. Sept lieber die in der Meer­enge von den Alliierten getroffenen militäri­schen Maßnahmen wird aus Konstantinopel ge­meldet, daß, während bisher das anakoiische Ufer des Bosporus ausschließlich von englischen Truppen und türkischen Gendarmen unter dem Kommando englischer Offiziere beseht gewesen ist gestern auch französische und italienische De­tachements auf die asiatische Seite übergesetzt worden seien. Ein Teil des englischen Geschwa­ders, das bisher vor Smyrna gelegen hat, hat nor Tfchankak Anker geworfen, weil man einen Handstreich auf diesen befestigten Platz befürch­tet, falls die Kemalislen ihre Drohung, auf Kon- slantiopel zu marschieren, wahr machen sollten. Außerdem sind seit gestern neue Schiffsein­heiken in die Meerengen eingelaufen, sodaß die gesamte englische Mittelmeerflotte jetzt zwischen Gallipoli und Slambul konzentriert ist In den durch den Vertrag von Sevres als neutral er­

klärten Ionen auf dem asiatischen Ufer Konstan­tinopels und der Dardanellen wurde gestern die englische, französische und italienische Flagge ge­hißt, um die fiemaliffen darauf aufmerksam zu machen, daß die Verletzung der neutralen Ione einen feindseligen Akt gegen die Alliierten dar­stellt.

Paris, 13. Sept. Der französische Geschäfts­träger hat sich gestern abend auf das englische auswärtige Amt begeben und Lord Curzon da­von in Kenntnis gesetzt, daß die französische Regierung offiziell mit der britischen in der Frage der Aufrechterhaltung der Freiheit der Meeresenge einig ist und daß sie bereit ist, die Möglichkeit einer Lösung in dieser Frage zu suchen, um eine dauerhaste Regelung derselben herbeizuführen, wobei aber den legitimen For­derungen der türkischen Nation Rechnung ge­tragen werden müsse.

»Der Weg zum Triumph."

Angora, 12. Sept. Mustafa Kemal Paschâ hat an das türkische Volk einen Aufruf erlassen, in dem es heißt:Unsere Offensive, die am 26. August in Form einer großen Schlacht begon­nen hatte, dauerte fünf Tage. Der Mut, die Schnelligkeit und die Heldenhaftigkeit der Ar­meen der Regierung der großen Nationalver­sammlung haben es ermöglicht, das Gros der Truppen unserer grausamen und hochmütigen Feinde an vernichten." Der Aufruf schließt mit den Worten:

Unsere Nation kann Vertrauen in die Zu­kunft haben, und wir können sicher sein, das unsere Armee zu dem Triumph den Weg finden wird, den sie sich vorgezeichnet hat."

Ausschreitungen in Konstantinopel.

Paris, 12. Sept. Nach Meldungen aus Konstantinopel ist es dort gestern zu fchwe- kerungsklassen hatten für den Abend eine große patriotische Kundgebung angekündigt. Aus Be­sorgnis, daß es dabei zu Ausschreitungen kom­men würde, hatte die Polizei die Brücke von Galata hochziehen lassen, um das Eindringen der Demonstranten in das Fremdenviertel zu verhindern. Trotzdem gelang es einigen Hun­dert Manifestanten, in die von Galata nach Pera führende Hauptverkehrsstraße einzudrin­gen und dort in sämtlichen europäischen Ge­schäften und einigen fremden Konsulatsgebäu­den die Fensterscheiben einzuschlagen. Ueber Konstantinopel ist der Kriegszustand verhängt worden.

Eine warnende englische Stimme.

London, 13. Sept.Daily Chronicle" sagt jeder Engländer, der in Gallipoli oder in Meso­potamien gefallen sei, werde vergeblich gefallen sein, wenn die Türkei im nahen Osten wieder als erobernde Militärmacht auftreten sollte. Diese ernste Gefahr drohe. Man scheine zu ver­gessen, daß England sich noch im Kriege mit der Türkei befinde; der Friedcnsvertrog sei nie­mals ratifiziert worden und die gesamte Politik der Angora-Regierung sei eine Fortsetzung des letzten Krieges. Könnten denn loyale Alliierte beabsichtigen, eine solche Aktion als eine zwischen. Griechenland und der Türkei allein schwebende Frage zu betrachten? Es könne kein Zweifel darüber obwalten, daß Griechenland tatsächlich, ob klug oder un­klug, im Interesse der mutierten gehandelt habe. Griechenland verdiene Rücksicht durch die Alli­ierten in seinem gegenwärtigen Unglück. Nur ein vereintes Europa könne die Christen des nahen Ostens vor der Tyrannei und einem Massakre schützen. Es sei nicht der geringste Be­weis dafür vorhanden, daß der Türke seine Na­tur ändert, der die Fähigkeit gewonnen habe, über andere zu herrschen. Die furchtbare War­nung des Gallipolifeldzuges führe das überwäl­tigende britische Interesse an der Sicherheit der Meerengen gegenüber der Gefahr ihrer Schlie­ßung so nachdrücklich vor Augen, daß England berechtigt sein würde, jede Aktion mit oder ohne die Alliierten 31t unternehmen, um sie zu schützen. Es sei notwendig, deutlich zu reden. Ein großer Teil der Pariser Presse schreibe über die türkischen Siege, als ob sie der Triumph Frankreichs seien. Wenn das die offizielle fran- zösisGe Politik wiedergebe, so würde es das Ende der Entente fein. Frankreich könne die Türkei bei ihren Kriegshandlungen unterstützen, könne aber nicht gleichzeitig die Entente auf« rechtorhalten. E s müsse wählen zwi­schen der britischen Freundschaft und der Freundschaft mitdermili - tärischen und aggressiven Türkei.

Dollar (10 Mr vorm.) 1600