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General-Anzeiger

Amtliches Orga« für Starr- und Landkreis Sanou

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Nr. 207

Montag ben 4. September

1922

Das Neueste.

» Bei der Abstimmung in Oberschlesien über die Autonomiefrage haben im Durcbschmtt 90 Prozent für Preußen und nur 10 Prozent für eine Autonomie gestimmt.

Der Reichspräsident Ebert hat eine Ver­ordnung erlassen, wonach gemäß seiner Verfü­gung vom 11. August 1922 für die Reichswehr dasDeutschlandlied" als Nationalhymne zu gelten hat.

Die deutsch-polnischen Wirtschaftsver­handlungen werden am 9. d. Mts. in Dresden wiederaufgenommen werden. Von deutscher Seite wird Ministerialdirektor Stockhammer und polnischerseits Minister Olschowski teil nehmen.

In Berlin kam es gestern bei einer kom­munistischen Demonstration zu blutigen Zu­sammenstößen.

Der Friedensschritt 1817.

« Parlamentarische Feststellungen.

, Nach Prüfung des aus dem Auswärtigen Amt und dem Reichsarchiv vorgelegten Akten­materials sowie auf Grund der eidlichen Ver­nehmungen der Staatssekretäre a. D. v. Kühl­mann, Helfferich, Zimmermann, des Reichs­kanzlers a. D. Michaelis, der Reichsminister a. D. Rosen, Graf v. Brockdorff-Rantzau, der Gesandten v. d. Lancken, Riezler und Freiherrn v. Romberg, der Generale v. Haeften und von Bartenwerffer, des Botschafters v. Bergen und des Reichstagsabgeordneten Scheidemann ist der zweite Untersunchungsausschuß in der Un­tersuchung der päpstlichen Friedensvermittlung des Jahres 1917 zu folgenden Ergeb- niffen gelangt^

1. Ein Friedensangebot Englands lag im Sommer 1917 nicht vor.

2. Ebensowenig kann in Anbetracht der vielfachen Schwierigkeiten und der immer­hin fraglichen Verständigungsbereitschaft auf feindlicher Seite von einer starken Friedens­wahrscheinlichkeit gesprochen werden.

3. Eine ernste, von feiten der deutschen Re­gierung gewissenhaft zu prüfende Friedens- Möglichkeit war bei Beginn der päpst - l i ch e n Friedensaktion vorhanden.

4. Die Ereignisse der Monate Juli und August in Deutschland und Oesterreich-Un­garn haben die an sich n i ch t st a r k e Friedens­geneigtheit der Westmächte nicht erhöht.

5. Die deutsche Regierung hat in der for­mellen Behandlung der päpstlichen Friedens­aktion Fehler begangen.

6. Auf Grund der vorliegenden Aussagen und Dokumente kann es als wahrschein­lich bezeichnet werden, daß England und Frankeich jedenfalls Ende August 1917 ein Eingehen auf die päpstliche Friedensvermitt­lung mit Rücksicht auf die gesamte Kriegslage lllsnichtinihremJnteresfeliegend betrachten.

7. Die Frage, ob die päpstliche Friedens­aktion allein durch die Verzögerung der von der Kurie gewünschten deutschen Er­klärung über die Freigabe Belgiens ver­eitelt worden ist, kann auf Grund der vorliegen­den Akten und Zeugenaussagen n i ch t b e j a h t werden.

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Bei aller Vorsichtigkeit der Formulierung sind mese Ergebnisse des Untersuchungsausschusses doch schon um deswillen zu begrüßen, weil sie mit den vielen übertriebenen Behauptungen über die Frie- »ensmöglichkeiten des Jahres 1917 gründlich auf- roumen. Uebrig bleibt lediglich von allen den Vor­würfen, die der damaligen Reichs- und Heeresleitung von ihren Kritikern gemacht wurden, die Feststellung ^Mngener Fehler in der formalen Behandlung, dem noessen nach den übrigen Urteilen, zu denen der , n^evausschuß gelangt ist, schwerlich eine weittragende Schliche Bedeutung beigelegt werden kann. Mit den s-relgnissen der Monate Juli und August, von denen unter Nr. 4 die Rede ist, sind offensichtlich die Frie- oensresolution des Reichstages und der Kanzler- wechsel gemeint. Es ist immerhin wertvoll, nun auch °n dieser parlamentarischen Körperschaft bestätigt .sehen, daß diese unselige Friedensresolution die vnedensgeneigtheit der Westmächte nicht erhöht hat, "urend die damalige Reichstagsmehrheit gerade in m Glauben, daß eine solche Wirkung von ihrer Won unfehlbar ausgehen werde, mit aller Gewalt ui ihrer Kundgebung bestand. Die Arbeiten des Parlamentarismen Untersuchungsausschusses haben wie für den Fortgang der Ereignisse keine große eoeutung mehr. Immerhin darf man ihre Ergeb- als einen wertvollen Abschluß dieser ganzen .^vsuchungskampagne bezeichnen. Die Arbeit wird m«t vernebens aeleiitet iei»,

Die deutsch-belgischen Verhandlungen

Gold oder gleichwertige Sicherheit.

Paris, 4. Sept. Heute Montag werden sich die belgischen Delegierten Delacroix und Bemelman» zu den Verhandlungen mit der Reichkregierung nach Berlin begeben. Sie werden nach Brüsseler Meldungen von zwei hervorragenden Persönlichkeiten der Brüsseler Finanzwelt begleitet sein, die den Besprechungen in der Eigenschaft als Sachverständige beiwohnen sollen. DerTemps", der sich während der letzten zwei Tage um die belgischen Interessen ganz besonder» und über­mäßig besorgt gezeigt hat, läßt sich heute aus Brüssel berichten, daß man in dortigen offiziellen Kreisen großen Wert darauf lege, von Deutschland al» Garantie für die Schatzwechsel GolddepotS oder andere gleichwertige Sicherheiten zu erhalten. Ministerpräsident Theuni» habe der belgischen Dele­gation bereits Instruktion gegeben, do« der Neichs- regierung anstelle einer Garantie in Gold nur ganz vollwertige Sicherheiten anzunehmen, die geeignet seien, die Diskontierung der deutschen Schatzwechsel ohne Schwierigkeiten zu ermöglichen. DerTemps" be­richtet weiterhin, daß eine belgische osfiziö» gehaltene Note, die sich bemühe, , alle Befürchtungen über eventuelle deutsche Ausflüchte bei den kommenden Ver­handlungen zu beschwichtigen, zweifellos die Ansichten der belgischen RegierungSkreise wiedergebe. Die be­treffende Note erklärt, daß durch die in der Entschei­dung der Reparationskommission enthaltene Klausel, daß für den Fall, daß eine belgisch-deutsche Einigung über die Pfänder nicht zustande komme, die deutschen Schatzscheint durch ein Golddepotfitum in einer von Belgien zugelassenen ausländischen Bank garantiert werden müsse. Klar ausgesprochen sei, daß nur gleich­wertige Sicherheiten in Betracht kommen können. Als Aequivalent nennt die Note unterschriftlich verbürgte

Goldreserven oder einen einwandfreien Kredit ver­fügen. Die Gerüchte, wonach Belgien mit England oder mit englischen Finanzkreisen bereits über die Diskontierung der deutschen Schatzwechsel Abmachungen getroffen hätte, werden sowohl von englischer offizieller Seite als auch von belgischen maßgebenden Kreisen dementiert.

Der Wiederaufbau Nvrdfrankreichs.

Das Zustandekommen des Lieferungsvertrages mit Stinnes.

Paris, 4. Septbr. Der französische Senator Lubersac, der in seiner Eigenschaft als Prä­sident des Zentralverbandes für den Wiederauf­bau der zerstörten Gebiete mit Herrn Hugo Stinnes über die Lieferung von Wiederaufbau­materialien einen Vertrag abgeschlossen hat, hat imEcho de Paris" über das Zustandekommen des Vertrages sowie über seine Besprechungen mit Stinnes ausführlich berichtet. Der Senator hat u. a. erklärt, er habe als Präsident des Zentralverbandes, der die Interessen von 130 000 Kriegsbeschädigten mit einem aüf 13 Milliarden geschätzten Schaden zu vertreten habe, die Initiative ergriffen, mit Stinnes in persönliche Verhandlungen zu treten, nach dem die französischen Kriegsgeschädigten seit 4 Jah­ren vergeblich auf eine Wiederherstellung der Zerstörungen gewartet und die Geduld ver­loren hätten. Am 13. August sei er in der Nähe von Mainz mit Stinnes zu einer Unterredung zusammengetroffen. Der ganze Inhalt drr ver­einbarten Konvention sei in der Einleitung zu diesem Dokument wiedergegeben, die folgender­maßen lautet: In einer Zusammenkunft zwi­schen Lubersac und Hugo Stinnes hat Lubersac die besonders kritische Lage auseinandergesetzt, in der sich heute die französischen Kriegsgeschä­digten befinden, die immer noch obdachlb* sind und er hat auf den beruhenden Einfluß hinge­wiesen, den eine wirksame Beteiligung Deutsch­lands zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete auf die deutsch-französischen Beziehungen aus­zuüben vermöchte. Stinnes, der sich den Anschau­ungen Lubersac durchaus anschloß und seine Be­reitwilligkeit zu dieser Wiederaufbauarbeit zum Ausdruck bringen will, hat mit Lubersac folgen­des vereinbart: Es folgen die einzelnen Artikel des Uebereinkommens, in denen sich Stinnes verpflichtet, dem Korporativverband Materia­lien zu liefern, die für den Wiederaufbau in Nordfrankreich geeignet sind. Dèr Senator fügte weiter bei, daß der Zentralverband einen be­sonderen Ausschuß ernannt habe, bestehend aus den Verwaltungsmitgliedern des Zentralver­bandes der Union, der Architekten-Syndikate und des internationalen Bauverbandes, welcher sich mit diesen deutschen Naturallieferungen be­sonders zu befassen habe. Frankreich könne nichts besseres tun, als dem Beispiel Englands un^ anderer Alliierten folgen und mit Deutschland

in direkte Verhandlungen einzutreten. Gerade durch diese Methode könne am allerehesten die Entente Cordiale mit England gerettet werden. Loucheur habe bei den Wiesbadener Verhand­lungen den richtigen Weg gewählt. Dem fran­zösischen Wiederaufbauministerium sei es über­lassen, den Anteil der französischen Industrie an den Lieferungen zu bestimmen. Man habe be­reits begriffen, daß das allgemeine Interesse es notwendig mache, von Deutschland Materialien zu beziehen, wie z. B. Zement, Backsteine, Kali, Ziegel, Schiefer, Holzgerüste und kleinere Zu­taten zum Baugewerbe.

Ueber den persönlichen Eindruck der Be­sprechungen mit Stinnes in Mainz hat der Se­nator erklärt: Seine Unterhandlungen mit Stinnes haben sich entgegen der Legende als ob Stinnes ein pangermanischer Bar sei, in den Formen der vollkommensten Höflichkeit abge­spielt. Ich habe in Stinnes einen außerordent­lich intelligenten und entschlossenen Deutschen gefunden, der bereit ist, aufs äußerste die In­teressen seines Landes zu verteidigen. Daraus kann ihm niemand einen Vorwurf machten. Er ist in der Unterredung sachlich und von einer manchmal großen Aufrichtigkeit, aber er weiß, ob er ja oder nein sagen will. Ich bin sicher, daß Stinnes, als er das fragliche Dokument unter­zeichnete, ebenso überzeugt war, im Interesse seines Landes zu handeln, als ich es bin, fran­zösische Interessen verteidigt zu haben.

Stinnes stellt Bedingungen für ein großes W irkfchafksabkommen.

Paris, 3. Septbr. DasJournal" und dasOeuvre" begrüßen ebenso wie verschiedene andere Blätter lebhaft das von dem Präsidenten des Zenkralverbandes für den französischen Wie­derausbau mit Hugo Stinnes getroffenen Ab­kommen und sagen, daß damit eine neue j!Mhobi^pi^£eMrartiön5a^

Behörden feien damit auf eine sehr angenehme Art vereinfacht und abgekürzt worden. Das Oeuvre" erinnert daran, daß auch alle übrigen Gruppen für den Wiederaufbau die von den von Lubersac vertretene Verbände nicht ein­begriffen sind, und die fast ein Viertel der fran­zösischen Kriegsbeschädigten umfassen, diesem Beispiel folgen werden.

DerEclair" wagt eine Behauptung, die geeignet sein dürfte, in der Presse einen Sturm zu entfesseln. Das Blatt behauptet in der Lage zu sein, nach Informationen aus guter Quelle mitzukeilen, daß Stinnes als Bedin­gung für ein großes Wirtschafts­abkommen die Forderung gestellt habe, baf die französischen Truppen 3uetfl das linke Rheinufer räumen müß- t e n. Auch Thyssen von einer maßgeben­den französischen Persönlichkeit befragt, habe die gleiche Antwort gegeben. DerEclair" sagt, wenn Frankreich eine solche Schwäche an den Tag legen würde, so hätte Deutschland sein Ziel erreicht und eine derartige Konzession würde ganz einfach die Aufhebung des Ver­sailler Vertrages bedeuten.

Pvincarvs Sonnlagsrede.

Paris, 4. Septbr. Ministerpräsident Poin- carè hat gestern nachmittag der Einweihung eines Denkmals zu Ehren des französischen Hi­storikers Lorel Honfleus beigewohnt. Die AK- sprache hat sich im Rahmen der bei solchen An­lässen üblichen Reden gehalten. Der Minister­präsident hatte es sich aber nicht versagen können, zum Schluß noch einige Anspie­lungen aus Deutschland zu machen. Unter anderem unternahm es Poincarâ, Frank­reich gegen die Verdächtigungen des Militaris­mus zu verteidigen und er schloß seine Rede da­mit, daßdie Deutschen uns jetzt Imperialismus vorwerfen, während wir vor aller Welt Geduld wie Mäßigung an den Tag legen; sie selber haben neuerdings Deutschland, Deutschland über alles zur Nationalhymne erhoben. Also, meine Herren, pflegen wir die Werke Lorel Honfleus und halten uns bereit, unsere Rechte zu ver­teidigen."

Die Abstimmung in Deutsch- Oberschlesien.

Beuthen, 4. Septbr. Die Volksabstimmung über die Autonomiefrage verlief abgesehen von einem Zwischenfall in Sosnitza im Kreise Hin­denburg im allgemeinen ruhig. In Sosnitza stellten sich mehrere Wahlberechtigte, die nicht in der Stimmliste eingetragen waren, dem Wahlvorsteher entgegen, nahmen die Wahlliste fort und zerrissen sie, sodaß das Wahllokal ge­schlossen werden mußte.

Von insgesamt 765 322 Wahlberechtigten stimmten 513 760 für ein Verbleiben Oberschle-

lens bei Preußen und nur 50 528 sprachen sich lir eine Autonomie aus. Das ergibt im Durch, schnitt 90 Prozent der abgegebenen Stimmen ür Preußen und nur 10 Prozent für eine Autonomie Oberschlesiens.

Blutige Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Polizei.

Berlin, 4. Septbr. Die Kommunistische Par« tei hatte gestern die kommunistische Arbeiterju­gend aufgerufen, um gegen den Woh- nungs- und Lebensmittelwucher zu d e m0nftr iere n. Bei Rückzug der De­monstranten in das Stadtinnere kam es am Bahnhöfe Witzleben zu dem ersten Zwischenfall. Der Installateur Pusch reizte die Vorüber- ziehepden durch Worte, worauf ihn die Demon­stranten verprügelten. Pusch flüchtete blutttber- strömt in fein Geschäft zurück, verfolgt von den Kommunisten, die darauf alles kurz und klein schlugen. Schupo stellte schließlich die Ordnung wieder her. Darauf zog der Zug wieder weiter. Die Demonstranten verhinderten sodann in der Bismarckstraße das Weiterfahren eines Stra­ßenbahnwagens sowie einer Kutsche. Es kam abermals zu einem Zusammenstoß, in dem die Arbeiter Rößling und Köhler die Menge auf­hetzten und zu Tätlichkeiten aufforderten. Die beiden Arbeiter sollten daraufhin von der Po­lizei sistiert werden, letztere stieß jedoch auf Widerstand seitens der Demonstranten. Es kam zu einem Handgemenge zwischen den Beamten und Demonstranten. Die Beamten führten schließlich Köhler und Rößling ab, verfolgt von den Demonstranten. Nachdem auf die Beamten ein Flaschenbombardement eröffnet wurde und auch aus einem Hause in der Nähe des Sophie Charlotteplatz Schüsse fielen, zog die Schutzpo­lizei nunmehr blank. Es gelang, die beiden Ver- hafteten in das Polizeipräsidiuin Charlottenburg emzuliesern. Darauf versuchte die. Menge unter Schutzpolizisten!" und unter dem Verlangen nach Herausgabe der Gefangenen bedrohten sie das Gebäude zu stürmen. Nachdem die Demon­stranten versucht hatten, die Tür einzuschlagen, sahen sich die Beamten gezwungen, mit blanker Waffe vomugehen und die Menge zurückzu- drängen. Als die Beamten mit Schüssen und Flaschengeschossen empfangen wurden, zogen die Beamten ihre Dienstpistolen und gaben mehrere Schüsse in die Luft. Trotzdem ging die Menge nicht zurück und während ein Teil der Beam­ten in das Gebäude zurücklief, ihre Karabiner zu holen, mußten die auf der Straße geblie­benen Polizisten abermals von ihrer Schuß­waffe Gebrauch machen und schossen scharf. ßirfl als weitere Verstärkungen von Polizisten heran- rückten, zerstreute sich die Menge langsam. Nach den bisherigen Ermittlungen scheinen drei De­monstranten und ebenfalls drei Polizisten ver­letzt worden zu sein.

Ein Polizeibeamker erschossen.

Berlin, 4. Septbr. Im Stadtinnern wurde gestern abend ein Polizeioberwachtmeister von einem von zwei miteinander streitenden Bursche» erschossen, ohne daß der Beamte sich überhaupt schon in den Streit eingemischt hatte. LautBer­liner Lokälanzeiger" verhinderte die vorüber­ziehende kommunistische Jugendabteilung die Verhaftung des Täters.

Terror in Offenbach.

Offenbach, 8. September. Während eine» Demo» stranouszugk der fommuniffifchcn Jugend in Offenbach drangen Sonntagnachmittag größere Trupp» in bte Wohnung des Stadtverordneten Nessel, der bei Zentrumspartei angehört, und zwangen ihn, im Zug mitzugehen. Nessel mußte ein Schild mit der Inschrift! Ich bin der größte Lehrlinzsschinder" tragen. Alt Polizei erschien, zogen sich die Kommunisten auf Frankfurter Gebiet zurück.

Die Breslauer Herbstmesse.

Bretlan, 4septbr. Die 10. Brerlauir 6erbst messe wurde Sonata, nachmittag um 8 Uhr eröffnet Von einer besonderen Eröffnungsfeierlichkeit war mit Rücksicht' auf Jie Teuerung abgesehen worden. Die Messe ist reich beschickt. Nur in der Abteilung Web- war«« und Bekleidung war ein gewisser Rückgang a» Ausstellern zu bemerken, wofür die Warenknavpheii »erantwortlich zu machen ist. Viele Stände sind nm teilweise autgenutzt. Di« Firmen sind schon auf lang« hinaus «ilsverkauft. Sehr reich beschickt it die Messt mit Schubwareu. In der Genuhmittclabteilung big Zahl der vertretenen Ltkârfabriken sehr stark gestiege» 61 fehlt an Aufträgen ebenso für Qu«litiè1zig»rr«< sie zur Zeit schon Phantasiepreise erreicht haben. Au», chlitßlich für Ware« de» täglichen Bedarf» herrscht zrohe» Interesse, i«ibrc»d 2«xn»«rtikel i« wesentlichm nur der <ch«al»st bienen. Käufe von ÄuIIänberx waren kaum zu beobachten.

Dollar (10 Ahr öorm,) 1450-1500