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Nr. 201
Montag den 28. August
1922
-Die regierung im Laufe
Das Neueste.
Revarationskommission hat die Reichs- davon verständigt, daß sie geneigt ist, des kommenden Mittwochs nochmals
deutsche Delegierte tu hören.
— Das Reichkabinett hat zur Linderung der wirtschaftlichen Not verschiedene Beschlüsse geiaht
— Die kommunistische Fraktion des sächsischen Landtags hat einen Antrag auf Auflösung der Landtages eingebracht.
— Die Leipziger Herbstmesse ist gestern eröffnet worden.
— Wie in London an gut unterrichteter Stelle verlautet, wird sich Llo,d George zu der am 30. stattfindenden Tagung des Bölkerbundsrates selbst nach Genf begeben.
Am das Moratorium.
Die Entscheidung auf Mittwoch vertagt. — Berufung deutscher Vertreter nach Paris.
Paris, 28. Aug. Die Reparationskommission ist gestern vormittag zu einer Sitzung zusammengetreten, die von 11 bis 1 Uhr gedauert hat. Die nur als offiziös bezeichnete Aussprache hat ergeben, daß dieGegensätze,die zum Scheitern der Londoner Konferenz geführt haben und die die Reparationskommission, als sie in der vergangenen Woche mit der Angelegenheit befaßt wurde, durch ein Kompromiß überbrücken zu können hoffte, auch heute noch unvermindert fortbestehen. Eine Art Probeabstimmung, die heute morgen veranstaltet wurde, ergab, daß ein Teil der Delegierten für die bedingungslose Gewährung des von Deutschland verlangten Moratoriums ist, ein anderer sie davon abhängig macht, daß Deutschland produktive Pfänder als Sicherheit M Verfügung stellt. Ueber das Stimmenverhältnis war leider nichts zu erfahren. Dagegen scheint nicht von der von Herrn Poincars geforderten Verpfändung der staatlichen Gruben und Forsten, sondern von Pfändern schlechthin die Rede gewesen zu sein. Das Zünglein an der Wage bilden also nach wie vor die Belgier, über deren Haltung bisher nichts bekannt geworden ist, was die von den französischen Blättern neuerdings ausgesprochene Hoffnung berechtigt erscheinen lassen könnte, daß Belgien, wenn es gezwungen sein werde, sich zwischen England und Frankreich zu entscheiden, sich auf die Seite des letzteren schlagen werde.
Ueber die gestrige Sitzung ist folgendes Kommunique herausgegeben worden:
»Die Kommission ist der Auffassung, daß sie über das von der deutschen Regierung am 12. 7. 22 eingereichte Stundung^?such nicht vor kommenden Mittwoch eine Entscheidung treffen kann. Die Kommission hak die Reichsregierung davon verständigt, daß sie geneigt ist, im Laufe des Mittwochs bevollmächtigte deutsche Vertreter an- zuhören, falls die deutsche Regierung von dem in Artikel 234 des Versailler Friedens
vertrages stipulierken Rechte ihrerseits ihre Meinung zu äußern, Gebrauch machen will."
Es ist hervorzuheben, daß dieser Beschluß unstimmig gefaßt worden ist, daß alle, auch her französische Delegierte, sich einer neuen Aussprache mit den deutschen Vertretern äiicyt widersetzt hat, „angesichts des außerordentlichen Ernstes der gegenwärtigen Situation", wie sich ;. B. der „Jntransigeant" ausdrückt. Dieser läßt vermuten, daß immerhin noch eine Aus- simt besteht, daß die alliierten Vertreter hinsichtlich der an Deutschland zu erteilenden Antwort zu einer Einigung gelangen. Die Kommission hat die deutsche Regierung sofort tele= graphisch heute nachmittag voü ihrem Beschluß in Kenntnis gesetzt, während die Entscheidung der Kommission andererseits der Kriegslastenkommission in Paris sofort bekannt gegeben wurde. Die allseits möglichst rasch gewünschte Entscheidung würde, wie man hier glaubt, Mittwoch abend zu erwarten sein in der Voraussetzung, daß die deutschen Vertreter, als die
iß die deutschen Vertreter, als^ie man bereits Reichsfinanzminister Dr. Hermes und Staatssekretär Dr. Bergmann bezeichnet, schon am Dienstag mit der Reparationskom- mchwn in Verhandlungen eintreten werden.
Der Zweck der Pfänder.
Paris, 27. Aug. Der Vorschlag der Garantierung der Holz- und Kohlenlieferungen, der den Delegierten der Reparationskommission unmittelbar vor ihrer Abreise aus Berlin in feinen Grundzügen bekanntgegeben wurde und ^en die hiesige Presse auf Grund der in deut- rnjen Blättern erfolgten Mitteilungen bekannt- ßub, soll, wie von gewissen Seiten behauptet wird, in der gestrigen offiziellen Sitzung der -revarationskommission nicht diskutiert wor-
Das Gebot -er Slunöe.
Kalle Dich auf dem Laufenden.
Das alte, weise Sprichwort: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not" steht heute nicht mehr höher im Kurse wie unsere Papiermark. Betrachten wir zunächst einmal die verhältnis- mäßig'nicht gerade dünn gesäten Glücksritter, die durch Spekulationsgeschäfte, durch außergewöhnliche und mitunter sehr bedenkliche Begabungen oder sonstwie, dank einer besonderen Gunst des Augenblicks, noch immer viel Geld „verdienen" und nicht zu rechnen brauchen. Sie trauen selbst der Beständigkeit ihres papiernen Mammons nur noch wenig und beeilen sich darum, Sachgüter von vermeintlich bleibendem Werte dagegen einzutauschen; oder sie erwerben Devisen und helfen so mit, die deutsche Valuta vollends auf den Hund zu bringen. Soweit aber derartige „sichere" Anlagen ihnen nicht gelingen, wird der mehr oder weniger mühelos erworbene neue Reichtum von vielen schnell wieder skrupellos vertan. Wie gewonnen, so zerronnen! Daher auch der ärgerniserregende Luxus, die Prasserei und die Leichtlebigkeit, die sich nicht nur in den von Ausländern wimmelnden Großstädten des besetzten Gebietes beobachten lassen und die sich direkt wie ein Hohn auf die deutscbe Not ausnehmen.
Wie aber steht es um die breiten Schichten, um 95 oder mehr v. H. unseres Volkes? Diese sinken tiefer und tiefer ins P r o l e t a.r i a t hinab, das von der Hand in den Mund lebt und nicht daran denken kann, sich für noch schlimmere Tage etwas beiseite zu legen. Gespart muß ohnedies schon genug werden, um lebendig
Zwar gingen gleich den Ausgaben auch die Einnahmen in gewaltiger Kurve noch oben, aber doch nicht in demselben Maße. Wie denn überhaupt die Löhne und Gehälter immer hinter den Preisen zurückbleiben werden, weil ihre Erhöhung regelmäßig und automatisch eine sofortige neue Preissteigerung auslöst. Einmal direkt durch Verteuerung der Herstellungskosten, und zum andern indirekt, weil der Staat sich zur Ausgabe von noch mehr Papiergeld genötigt sieht, wodurch dessen Kaufkraft im In- wie im Auslande werter abnimmt. So treibt und schiebt das eine das andere, wir drehen uns im Kreise und werden uns aus ihm nie herausfinden, solange der Druck, um nicht zu sagen die Erpressung, von außen anhält.
Und doch ist es unsere heilige Pflicht, bis zum letzten Mann und Augenblick alles daran zu setzen, daß wir als Volk und Staat nicht untergehen. Wir müssen unserer Regierung den Rücken stärken, wir müssen treu zusammenhalten, jeder seine persönlichen Sonderinteressen denen der Gesamtheit ein- und unterordnen. Die Zeiten des „Jeder für sich, Gott für alle" sind vorbei. Wir müssen arbeiten, rastlos arbeiten, um unsere nationale Produktion und mit ihr unseren Kredit in der Welt zu mehren; wir müssen mit dem uns Verbliebenen vorlieb nehmen, uns willig einschränken, ohne jedoch damit auch das Streben nach vorwärts und aufwärts preiszugeben. Alle Mittel und Möglichkeiten uns wirtschaftlich und politisch weiter und wieder mehr zur Geltung zu bringen, als Staats- und Weltbüraer uns zu vervollkommnen, müssen wir nutzen. DieAugen auf! lautet das Gebot der Stunde. Die Lawine, die uns alle unter sich zu begraben droht, ist im Rollen. Sehe jeder sich vor!
Aber wie? Nun, die Antwort ist in der Hauptsache schon erteilt. Unter den Mitteln jedoch, die im besonderen jedem einzelnen zur Verfügung stehen, um sich im Kampfe um Sein oder Nichtsein zu behaupten, ist als erstes und wichtigstes eines-zu nennen, dessen Bedeutung gerade heute nicht hoch genug eingeschätzt werden kann; es ist die Tageszeitung. Wenn sie nicht schon da wäre, müßte sie, als Freund in der Not, schleunigst geschaffen werden. Für die Zeitung gibt es keinen Ersatz, sie ist und bleibt unentbehrlich für den Armen wir für den Reichen, für den Geschäftsmann wie für den Politiker, für die Hausfrau wie für den Hausvater, kurz, für jeden, wer er auch sei. Sie ist das Hauptverkehrs- und Hauptbildungsmittel unserer Zeit, der Wegweiser in allen Wechsel
den fein. Die Presse beginnt bereits, dieses deutsche Anerbieten als absolut ungenügend zu bezeichnen und definiert den französischen Standpunkt dahin, daß man in London die Kontrolle der staatlichen Minen
fällen des Lebens; sie bringt Licht und Wärme, ja demjenigen, der sie täglich mit Muße und Ueberlegung — also nicht nur flüchtig im Wirts- Hause oder zeitkarg im Teil-Abonnement mit dem Nachbar — liest und aus dem Gelesenen die richtige Nutzanwendung zu ziehen weiß, indirekt auch bessere Daseinsbedingungen, Geld und Segen ins Haus. Und wie wird auf der anderen Seite derjenige oft zu Schaden kommen, der sich keine Zeitung hält und infolgedessen nicht erfährt, was von politischen und wirtschaftlichen Ereignissen, von neuen Gesetzen und Bekanntmachungen er unbedingt wissen muß; der nicht erfährt, wo ihm und denSeini- gen eine neue, bessere Verdienstmöglichkeit oder sonst ein Glück winkt, wo er Gesuchtes finden, wohlfeil einkaufen oder Entbehrliches verkaufen kann! Er verliert den Anschluß an seine Zeit und Umwelt, vermag schon bald bei Dritten nicht mehr mitzureden, steht da wie die Stange im Nebel, ist lebendig tot.
Also, nur nicht am verkehrten Ende sparen, nur nicht an der Zeitung, wenn Not an den Mann geht! Sie ist das Manna in der Wüste der Gegenwart, eines jeden Stab und Stütze und dazu dis billigste von allen Lebensnotwendigkeiten. Man stelle doch nur selbst einmal Vergleiche an, und es wird sich zeigen, daß sowohl die Bezugs- wie die Anzeigenmeise der Tagespresse hinter allen sonstigen Preissteigerungen fast durchweg um mehr als die Hälfte heute noch zurückstehen. Wäbrend das
Druckpapier im Einkäufe bis jetzt mehr als das 7 ~“ '"/"^ «Wommen. i iw äSUBMÄÄS*
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jedem Händler das 300fache gezahlt wird, sind die Bezugspreise der Zeitungen bis jetzt meist nur knapp um das 60—70fache und die Anzeigenpreise um das 30—40farhe gestiegen. Im August betrug der Bezugspreis pro Mo Zeitungspapier 27.50 Mark, für den Monat September ist dieser vorläufig auf 70 Mark festgesetzt worden, was eine Steigerung von 42.50 Mark pro Kilo bedeutet. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Papierbelieferungen im Verlauf des Monats September erfolgen, die Rechnung jedoch erst Ende September ausgestellt wird, d. h. mit anderen Worten, der Preis von 70 Mk. pro Kilo ist noch nicht als endgültig anzusehen — er kann noch höher kommen, ohne daß es den Zeitungen mög lich ist, die weitere Erhöhung eimukalkulieren. Dazu kommen die neuen Lohnerhöhungen für das technische Personal, die ab 21. August wöchentlich 470 Mark und ab 1. September weitere 285 Mark, gültig bis 17. September, betragen. Drei Tage zuvor, also Mitte des Monats, tritt der Tarifausschuß der Buchdrucker zusammen und es ist ganz bestimmt miteiner weiteren Lohirerhöhung zu rechnen. Auch die An- gestelltengehälter sowie die übrigen Materialpreise steigen von Monat zu Monat, — sodaß es jedem ohne weiteres einleuchten muß, wie verzweifelt die Lage im Zeitungsgewerbe, von dem Hunderttausends Deutsche mit ihren Familien leben müssen, heute ist. Kein Wunder darum auch, daß jetzt allmonatlich Dutzende Zeitungen und Zeitschriften ihr Erscheinen einzustellen sich gezwungen sehen, nachdem sie vielleicht schon jahrelang aus eigenen Mitteln draufgelegt und durchgehalten haben, in der vergeblichen Erwartung besserer Tage. Geht das aber so weiter, dann werden wir schließlich unsere Tagespresse, die uns eine treue Wegegefährtin und Führerin war durch schlimme wie durch gute Zeiten, vielleicht noch ganz verlieren. Wir sind dann um eines unserer allerletzten und allerkostbarsten Nationalgüter ärmer, um ein Nationalgut, auf das wir Hunderte Jahre hindurch stolz waren und stolz sein durften. Wer will das? Treue um Treue! Wer seine Zeitung im Stich läßt, der läßt sich selbst und sein Vaterland im Stich!
und Forsten nicht als Sicherheit für die lückenlose Erfüllung der Kohlen- und Holzlieferungen seitens Deutschlands verlangt habe, sondern daß dieses Pfand nach der französischen Auffassung als allgemeine produktive Garantie für sämt
liche deutschen Verpflichtungen gedacht war. Der „Temps" erklärt heute, die Auslegung der deutschen Regierung sowie gewisser Alliierter, daß durch eine anderweitige Garantieleistung für diese Lieferungen eine Kontrolle ff* Minen und Forsten von selbst hinfällig werde, als irrig. Ministerpräsident PoincarS habe noch gestern nachmittag in seiner Besprechung mit den französischen Delegierten Mauclcre und Dubois ausdrücklich erklärt, daß die Garantie der Minen und Forsten weiterhin die Bedingung sine qua non eines Moratoriums bilden müsse, weil sie nicht nur hinsichtlich der Naturallieferungen sondern als Garantie der deutschen Verpflichtungen von Frankreich beansprucht werde. Der „Temps" sagt dazu, wenn man den Deutschen erzählt hat, Frankreich verlange Garantien nur für die Sachleistungen, so hat man sie irre geführt. Frankreich verlange Pfänder angesichts der von der deutschen Regierung selbst bezeugten Zahlungsunfähigkeit Deutschlands. Frankreich verlange ein Akti oum, das den Alliierten verbleibt für den Fast daß Deutschland sich unfähig erklärt, seine Ver pfuu,hingen zu erfüllen.
(Die französische Argumentierung beweist aufs neue, daß für Frankreich die produktiven Pfänder nicht ein Mittel zur Sicherung der deutschen Reparationsleistungen, sondern S ' zweck sind. D. Red.)
Eine amerikanische Bankierkonferenz.
London, 26. Hug. »Laily Telegraph" melbet aus New Port: In Williamstown« (Massachusetts) findet eine nichtoffizielle Konferenz amerikanischer Bankier» statt, auf welcher Pläne zur Wiederherstellung Europa« erörtert werden. In diesen Plänen werde die Streichung der Schulden der kontinentalen Alliierten
an Amerika in Autsicht genommen, die Schulden Eng»
Er tuurhe bot»
dann gemeinsam mit Groß
britannien den wirtschaftlich schwächeren Ländern Bc-
dingungcn auserlesen würde, welche die Wiederher» sieCuiig des Handels und bei wirtschaftlichen Gleichgewicht» bezweckten. Sie Reformen auf dem Kontinent, auf denen bestanden werden mähte, umfaßten:
1. Reform der Staattfinanzen einschließlich der Steuererhöhung, Verminderung der Heeresautgaben:
3. Wiederherstellung der Goldbasi» auf einer neuen und viel niedrigeren Goldparität;
3. wirtschaftliche Regelung der deutsche» Reparationk- frage, die eine große Herabsetzung der Forderungen an Deutschland umfasse, sowie ein Moratorium von drei oder fünf Jahren, fall» keine aurländische Anleihe el Deutschland ermöglicht, eine» Teil bei Reparationen zu zahlen;
4. Beseitigung der zahlreichen künstlichen Handelsschranken, die verschiedene Länder Europas errichtet haben.
Dieser Plan, welcher von dem Wirtschaftler Dr. Anderson von der Trabe National Bank in New, Dark flammt, protestiert auch gegen die hohen amerikanischen kchutzzolltarifc, die ein Hindernis für den Wiederaufbau der Welt bildeten.
Slrahenkämpse in Le Kavre.
Paris, 28. Aug. Die Streikbewegung in 2t Havre, die in der Metallindustrie bereit» sei zwei Monaten ohne jeden Zwischenfall andauert und die neuerdings mit der Arbeitsniederlegung der Dockarbeitci eine neue Wendung genommen hat, führte am Sams» tag und Sonntag zu ernsten Unruhen und Straßen- gefechten zwischen Arbeitern und Polizei. Die Streiken, den, bei denen durch das Eintreffen von Sicherheit», truppen große Erbitterung herrschte, rissen in be^ Nacht vom SamStag zum Sonntag mitten in der Stadt das Straßenpflaster auf um Bairikaden zu errichten, die dazu dienen sollten, ihr Versammlungshau» vor der Besetzung durch Truppen zu schützen. Gegen ‘/gl Uhr morgens unternahmen die Polizeitruppen einen regelrechten Ansturm auf das Gebäude, in dessen Besitz sie ohne Blutvergießen gelangten. St wurden eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen, obwohl sich die meisten Arbeiter ans dem Gebäude vor Ankunft der Truppen geflüchtet hatten. Als Opfer der Straßenkämpfe vom Samstag werden auf feiten der Streikenden drei Tote und ein Verwundeter gemeldet. Auch bei den Gendarmerietruppen sind Verwundete zu zählen. Die Blätter erklären, daß von den 8u4« ständischen mehr als 800 Rcvolverschüssc auf die Polizei abgegeben worden seien. — Für heute werden neue Zusammenstöße erwartet. — Ueber die Stadt wurde der Belagerungszustand verhängt.
Dottar (10 Ahr vorm.) 1700