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Nr. 185 MMwoch K§K 9. August 1922

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Das Neueste.

Wie verlautet, hat die französische Re­gierung mit dem Präsidenten Harding eine Anzahl Telegramme gewechselt. Präsident Har­ding dürfte einer Aussprache über die Repa­rationen noch zustimmen, ehe Poincarè wieder nach Paris zurückgekehrt ist.

Graf Lerchenfeld ist gestern in Begleitung des bayerischen Innenministers und des Justiz- Ministers nach Berlin abgereist.

Ein Koffer mit Dokumenten für den Völkerbund, der von einem Kurier von Paris nach Genf gebracht werden sollte, ist gestern auf dem Bahnhof von Paris gestohlen worden.

Die Londoner Konferenz.

Poincarès Entstellungen.

Oer von Poincarè in der Montagvormittag­sitzung gegebene Bericht, den wir in der gestri­gen Ausgabe schon inhaltlich wiedergaben, wird jetzt von der Havas-Agentur sehr ausführlich, zum Teil dem Wortlaut nach, veröffentlicht. Der Vollständigkeit halber verzeichnen wir aus der halbamtlichen Darstellung folgende Stellen:

Der französische Ministerpräsident erinnerte zunächst an die verschiedenenVerfehlungen" Deutschlands im Laufe der drei Jahre gegen­über dem Friedensvertage von Versailles, na­mentlich an die Nichtauslieferung der Kriegs­beschuldigten, an die Entwaffnung, die nur un­vollkommen wäre, und stützte sich in dieser Be­ziehung auf die Auskünfte, die er von dem Vorsitzenden der interalliierten Militärkontroll­kommission in Berlin General Rollet erhalten habe. Ueber die Wiederher stellungs- srage sagte Poincarè, er habe sogar daran »»Wäscht, .daß eine Regelung der interalliierten Schulden dank der Liquidation der Schatzbonds, die der Zahlungsplan von London vorgesehen habe, eintreten könne. Er wäre einer derartigen Gesamtoperation günstig gesinnt, vorausgesetzt, daß ein Prioritätsrecht für die ver­wüsteten Gebiete geschaffen werde. Aber Deutschland habe die Geldzahlungen nicht regel­mäßig geleistet.Unser Land'", so fuhr Poin- carè fort, das schon für Deutschland 90 Milliar­den Goldmark vorgeschossen hat, davon die Hälfte auf Reparationskonto, muß das Defizit in seinem Budget vergrößern. Das ist unge­recht. Rach den Worten Lloyd Georges darf man Deutschland nicht' zur Verzweiflung trei­ben. Aber auch Frankreich nicht! Wenn wir die Ausführung des Friedensvertrages verlangen, so sind wir wederimperralistisch noch m i l i t a r i st i s ch. (!) Wir wollen auch Deutsch­land nicht zerstückeln, wir wollen nur dem Ruin entgehen. Wir sind bereit, an dem Wiederauf­bau Europas mitzuarbeiten, der aber unmöglich gemacht wird, wenn Frankreich zusammen­bricht und wenn es nicht seine Rtzparations- kosten zurückerhält, wie die Konferenz der Sach­verständigen im Jahre 1920 in Brüssel sie fest­gestellt hat." Aber es sei unmöglich, in Frank­reich die Ausgaben zu vermindern und die Steuern zu erhöhen. In dieser Richtung sei die Bemerkung Sir Robert Hornes, die er jüngst gemacht habe, nicht ganz begründet. Frankreich habe tatsächlich 10 verwüstete De­partements, die nicht einmal normale Steuern bezahlten. Es wäre am Ende seiner Kraft. Es erhalte sich nur durch den Kredit, der ihm un­erläßlich sei, um den Wiederaufbau der ver­wüsteten Gebiete, während der Dauer eines Moratoriums fortsetzen zu können, das man Deutschland bewilligen werde. Man wende wohl ein, daß sich Deutschland durch die Ent­wertung der Mark und wegen der Un­möglichkeit, ausländische Devisen für seine Bar­zahlung zu kaufen, in einer prekären Lage be­ende. Dieser Fehler liege an Deutschland Übst. (!) Zur Unterstützung seiner Behauptung führte Poincarè alleübertriebenen Ausgaben^ an, die das Deutsche Reich mache, um seine Handelsmarine zu verstärken, seine Eisenbahn- ünd Schiffsweae zu verbessern usw. Außerdem habe sich Deutschland nicht ernstlich mit Steuern velastet. (!) Es habe absichtlich seinen Noten­umlauf vergrößert. (!) Wenn Frankreich auch m der gleichen Weise gehandelt hätte, würde es ebenfalls herabgesunken sein. Es sei also uner- staglich, daß Frankreich die Folgen einer Lage über sich ergehen lassen, für deren Abänderung Deutschland nicht das geringste getan habe. Im Gegenteil.

Auf diese Ausführungen antwortete

Lloyd George h der Nachmittagssitzung u. a. wie folgt: tuenn Poincarè auf die Vergangenheit zu spre- men komme, sei er wohl etwas bart aeweien

wegen des Versailler Vertrags. Als einer der Urheber des Vertrags glaube er, Lloyd George, daß er wirkungsvoller gewesen sei als Poin- caré zugeben wolle, z. B. wegen der Entwaff­nung. Diese sei sehr wichtig für Frankreichs Sicherheit. Deutschland habe 33 478 Geschütze ausgeliefert, vielleicht seien noch einige versteckt. Aber diese genügten nicht, um ein Heer damit auszurüsten. Deutschland habe ferner 38 Millio­nen scharfe Granaten, über 11000 Graben­mörser, mehr als 87 000 Maschinengewehre, 4% Millionen Handwaffen und 458 Millionen Patronen ausgeliefert. Das fei schon etwas, und dies sei eine Rechtfertigung des Versailler Vertrags. Es bedeute, daß Deutschland nicht in der Lage sei, seine früheren Gegner über­raschend anzugreifen. Auf Grund seiner Tätig­keit im Kriege als Munitionsminister wisse er, wie lange Zeit nötig sei, um Munition herzu­stellen. Wenn Großbritannien während des Krieges genötigt gewesen wäre, seine Muni­tion insgeheim herzustellen, so würden 30 Jahre dazu nötig gewesen sein. Keine militärische Autorität könne somit sagen, daß Deutschland gegenwärtig sähig sei, irgendein großes Heer auszurüsten, das auch nur einem der kleineren der alliierten und associerten Mächte gewachsen sei. Selbst wenn jede Fabrik offen arbeiten würde, würde Deutschland seines Erachtens nicht so viel Material herstellen können, wie in zwei Jahren ausgeliefert worden sei, und lange vorher würden die früheren Gegner Deutsch­lands eingeschritten sein. Die m N i t ä r i s ch e Macht Deutschlands sei gebrochen. Statt 5 Millionen Mann, die früher unter den Waffen standen, habe es jetzt 100 000. Diese, zusammengerechnet, seien kaum in der Lage, die innere Ordnung aufrecht zu erhalten. Die juyge Gen-ration Deutschlands wachse ohne militä- IISMM* MM

mäß jedes Jahr. Die deutsche Flotte sei voll­ständig zerstört, und das sei wichtig für Frank­reich ebenso wie für Großbritannien. Wegen der Entwaffnung habe also der Friedensvertrag gute Dienste geleistet.

Hierauf kam Lloyd George auf die deut­schen Zahlungen zu sprechen.

Der Wiederherstellungsausschuß sei einge­setzt worden, um zu entscheiden, was Deutsch­land zahlen solle. Alle Deutschland gewährten Erleichterungen seien auf Antrag dieses Aus­schusses bewilligt worden, wobei zu bemerken sei, daß der Ausschuß keine unparteiische Kör­perschaft darstelle, da sie lediglich Vertreter der siegreichen Mächte umfasse. Trotz der bewillig­ten Aufschube habe Deutschland tatsächlich bis­her insgesamt 500 Millionen Pfund Sterling bezahlt, d. h. 10 Milliarden Goldmark. Das sei immerhin eine Summe. In Deutschland hätten drei Revolutionen stattgefunden, und die deutsche Regierung habe offenbar nur unvoll­kommene Gewalt über alle Teile des Reiches. Bayern z. V. habe in der Entwaffnungsfrage Schwierigkeiten verursacht, und man wisse, daß Bayern auch in anderen Angelegenheiten eine selbständige Haltung einnehme. Trotzdem habe der Garantieausschuß einen im großen und gan­zen günstigen Bericht über Deutschlands Be­mühungen zur Einziehung der Steuern er­stattet. In dieser Beziehung habe Deutschland nicht schlecht gearbeitet. Es sei wahr, daß Deutschland Klagen über seine schwere Lage erhebe. Die Versicherungen eines Schuldners dürften nicht ohne Nachprüfung hingenommen werden. Aber es handle sich bei Deutschland nicht um ein bloßes Gejammer. Der Wechsel­kurs sei ein wichtiges Fieberthermometer. Wenn jemand erklärt, er sei krank, so sei das vielleicht nicht wahr, wenn man ihm aber ein Thermo­meter in den Mund stecke und dieses Thermo­meter zeige 104 Grad Fahrenheit, so werde seine Versicherung eine gewisse Beachtung fin­den müssen. Der deutsche Wechselkurs habe 4000 Mark für das Pfund Sterling erreicht. Das müsse von den alliierten Staatsmännern in Rechnung gezogen werden. Er sei nicht der Ansicht, daß man Deutschland von irgendeines Zahlung, die es zu leisten imstande wäre, ent­binden sollte. An der deutschen Zahlung seien alle interessiert. Es handle sich bloß um die ge­eignetste Methode. Er schlage daher vor, einen Aufschub zu verlangen, um der Konferenz Be­richt zu erstatten.

Die Sachversèändigenberakungen.

Paris, 9. Aug. In London haben g e st e r n vormittag die Sachverständigsnbe- ratungen begonnen und damit auch gleich­zeitig die privaten Besprechungen unter den verschiedenen Delegationen, aus denen die Ent­scheidung der Konferenz hervorgeht.

Ueber die Ergebnisse des gestrigen Tages verlautet in Paris nicht viel. Man weiß, daß Poincarè sich neuerdings mit dem belgischen Ministerpräsidenten unterhalten hat. Man weiß ferner, daß in der französischen Botschaft in London gestern ein Frühstück zu Ehren der französischen Delegation gegeben wurde, zu dem Lloyd George und seine Kollegen geladen waren. Ueber die politischen Unterhaltun­gen, die zweifellos aus diesem Anlaß und noch nachher geführt wurden, verlautetnichts. Ein französisches Kommunique spricht von der Sachverständigenberatung, die im Schatzamt unter Borsitz von Sir Horne eröffnet wurde, um den praktischen Wert der von Frankreich vorgeschlagenen Garantien festzustellen, die für ein Moratorium von Frankreich verlangt werden.

Die Vormittagsverhandlungen, die um 1.50 Uhr geschlossen wurden, sollen, wie das Kommuniquè sagt, dazu geführt ha­ben, einftimimg zu erklären, daß in Anwen­dung dieser Maßnahmen im Verhältnis zur deutschen Reparationsschuld geringe, aber im­merhin zu berücksichtigende Beträge von 3400 Goldmillionen zu erwarten seien. Von eng­lischer Seite kann jedoch der Einwand geltend gemacht werden, daß dies ein schwaches Er­gebnis wäre und zudem die Gefahr bestünde, das deutsche Wirtschaftsleben durch derartige Maßnahmen zu desorganisie­ren. Die Havas-Note meint, daß die englische Opposition sich vor allem auf die Sonderbe­steuerung der Rohprodukte beziehe. Verschie­dene andere Meldungen deuten aber darauf hin, daß Herr Poincarè die Errichtung der Zollschranken im Osten des besetzten Gebietes, ferner die Beteiligung der Alliierten an den Großindustriellen-Unternehmungen infolge des -r-^.... "'- '-rantie

an der Aufrechterhaltung eines g e m e k n s a - men Vorgehens der Alliierten gelegen sei. Verschiedene französische Blätter verzeichnen zwar den Verzicht Poincarès auf die Feststel­lung einer absichtlichen Verfehlung Deutsch­lands als gewaltiges Opfer, das der französische Premier ein für allemal der Einigkeit der Alliierten gebracht habe und scheinen damit sa­gen zu wollen, man dürfe darüber hinaus von ihm keine weiteren Zugeständnisse in feinem Garantieplan verlangen. Jedoch scheint man sich damit abgefunden zu haben, daß die Ver­wirklichung des Garantieplanes, wenn sie über­haupt Tatsache wird, in bedeutend bescheidene­ren Formen geschehen dürfe.

In Londoner Berichten heißt es: Man wird in London fast sicher über die von Poincarè verlangten Garantien zu einem K o m p r o- m i ß gelangen, d. h. es wird eine gewisse An­zahl der vorgeschlagenen Maßnahmen ange­nommen werden und man wird an der von Poincarè gewünschten Anwendungsmethode einige Abänderungen vornehmen.

DerTemps" schließt aus der Tatsache, daß man über die Garantieforderungen Poincarès überhaupt diskutiere, daß die 2llliieifkn sie i n= direkt gutheißen. Damit meint das Blatt, sei eine Debatte über die Vorschläge er­öffnet. Da die Sachverständigen in eine Bera­tung über die Garantien eingetreten sind, sind mir zu dem Glauben berechtigt, daß sie im Prinzip bereits von den Alliierten angenom­men sind. Wir vertreten die Auffassung, wir hoffen, daß wir nicht dementiert werden, daß alle Alliierten sich schon darüber einig sind, daß man nur unter der Bedingung positiver Garan­tien ein Moratorium gewähren könne. Wenn trotzdem dies nicht der Fall sein würde, würde dieChiago Tribune" mit Recht behauptet sta­ben» daß die französischen Forderungen auf ein totes G e l e i s geschoben worden seien.

Die gestrige Nachmittagssitzung.

London, 9. Aug. Das Komitee der alliierten Finanzminister und Sachverständigen hat ge­stern nachmitag eine lange Sitzung abgehalten, die im englischen Schatzamt stattfand. Die Si­tzung dauerte von mittag 3117 Uhr abends. Trotz der Länge der Beratungen ist es noch nicht gelungen, den Text des Berichtes fertig« zustellen, den die Sachverständigen den Regie­rungschefs und Minister des Aeußern über­geben werden. Die Debatte in der gestrigen Nachmittagssitzung war wiederum außer­ordentlich erregt und es kam mehrfach zu ernsthaften Zusammenstößen zwischen dem englischen Schatzkanzler Sir Horne und dem französischen Minister der Finanzen de Lastery./

Heute vormittag %9 Uhr wird eine neue Sitnma des Komitees stattfinden. Man

hofft, daß dann der Bericht fertiggestellt wird, sodaß es möglich sein wird, daß die am Nach­mittag tagende Vollkonferenz eine Prüfung des Berichtes vornehmen kann.

Die Einwendungen gegen Poincarès Vorschläge

London, 9. Aug. Von halbamtlicher engli­scher Seite erfährt man, daß man den Vorschlä­gen Poincarès nicht zuzustimmen geneigt ist, da Deutschland durch diese wirtschaftlich geradezu stranguliert werde. Man erinnert an die Feststellungen, die seinerzeit die Sachverständigen von Spaa gemacht haben, wonach zu einer Besetzung des Ruhrgebietes mindestens 7 Divisionen nötig sind. Es Herr, schen aber berechtigte Zweifel darüber, ob unter den heutigen Verhältnissen diese Besatzungs­stärke ausreichen würde, die Bevölkerung des neu zu besetzenden Gebietes im Schach zu hal­ten. Zwar haben die französischen Delegierten in dieser Frage völlig neue Argumente nach London gebracht, durch die sie aber keine ein­zige andere Delegation überzeugen können.

Italien für Revision der wirtschaftlichen Be­stimmungen des Friedensvertrages.

London, 9. Aug. In Kreisen der italieni­schen Delegation ist man mit Rücksicht auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutsch­lands sowohl gegen die Besetzung des Ruhrgebiet es wie auch gegen die Maß­nahmen, die Deutschland Hilfe nur für eine gewisse Zeit gewähren können, z. B. für ein Moratorium und hält es für bester, sofort durchgreifende Maßnahmen zu treffen, um die wirtschaflichen Bestimmungen des Friedensver- träges zu revidieren. Deshalb schlagen die italienischen Delegierten die Einsetzung einer - .....KommWon vor, tM Mittel ersinnen solle, durch die Deutschland seine Finanzen stabilisieren kann.

Marschbereitschaft in den Ruhrhäfen?

DemTag" wird durch ein Privattele­gramm aus Köln gemeldet: Die französische Besatzungsbrigade in Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort hat Befehl zur Bereitschaft erhalten und ist angeblich zusammen mit französischen Truppenteilen, die Bonn und das dahinter­liegende Gebiet links des Rheins besetzt haben, dem französischen General Niessell unterstellt worden, der in Düsseldorf das Kommando über, nommen hath und, falls es dazu tommen sollte, die mit den in den drei Ruhrhäfen liegenden Truppenteilen geplante sogenanntePolizei­aktion" ins Ruhrgebiet führen soll. Diese soll sich zunächst nur auf die Städte Essen und Mülheim erstrecken und angeblich erst statt- finden, wenn andere Zwangsmaßnahmen ge­genüber Deutschland fruchtlos geblieben sind. Eine Verstärkung des augenblicklich in Düssel­dorf, Duisburg und Ruhrort befindlichen Trup- penkontingents ist aus Anlaß der Polizeiaktion zunächst nicht vorgesehen, man glaubt, mit die­sem auskommen zu können. Auch die belgischen Truppen werden sich zunächst an ihr nicht be­teiligen, dagegen aber sich zur Verstärkung und Unterstützung der Franzosen im Bedarfsfalls in ihren Garnisonen bereits) alten. Das englische Oberkommando im Brückenkopf Köln ist an­geblich durch die bei diesem befindlichen Ge­neralstabsoffiziere offiziell von der geplanten französischen Polizeiaktion und ihrem Charak­ter unterrichtet und aufgefordert worden, eng- lische Offiziere zu den einzelnen mit der Aus­führung der Aktion beauftragten französischen Truppenteilen zu kommandieren und sich da­von zu überzeugen, daß die Aktion wirklich nicht über den Rahmen einer eiüfachen Poli- zeiaktion hinausgehe und keine anderen Zwecke als die dieser zugrunde liegenden verfolge. Der englische Oberkommandierende soll die französische Aufforderung mit dem Bemerken abgelehnt haben, hierzu ^inp Anweisung feiner Regierung zu haben.

Morgan will nach Amerika zurück.

Paris 9. Aug. Der amerikanische Bankier Morgan hat sich nach London begeben, um dort das Resultat der Verhandlungen abzu­warten Er erklärte vor seiner Abreise, von London nach Amerika zurückzukehren, wenn dort nicht eine grundsätzliche Klärung der euro« päischen Politik erreicht werde. Falls London nichts bringe, feien alle Aussichten auf eine internationale Anleihe geschwunden.

Dollar (10 Uhr morgens) 770-00