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Nr.
177
General-Anzeiger
Anzeiger
AmMches Organ für Statt- und Landkreis Kanan
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Montag den 31. Juli
1922
Das NeuefZs.
—- Jm Reichsfinanzministerium haben gestern Besprechungen stattgefunden, mit welchen Mitteln der wilden Devisenspekulation entgegengetreten werden könne.
— Das Garantiekomitee überreichte am Samstag abend der Reparationskommission seinen Bericht. Das Komitee soll kerne Aeußerung darüber abgegeben haben, ob Deutschland ein Moratorium gewährt werden kann.
tand. Man müsse das Versprechen abgeben, daß )as schuldige Deutschland bezahlen müsse, ob es wolle oder nicht. Dieses, wenn auch den Umständen angepaßte Versprechen das stei dieser Gelegenheit unausbleiblich war, kommt aber diss-
Die Drvhnole
durch die Frankreich eine Herabsetzung der Aus- glsichszahlung ablehnt, ist jetzt im Wortlaute bekannt; derselbe soll am heutigen Montag ver- Sffentlicht werden. Aus diesem Wortlaut ergibt sich mit noch größerer Deutlichkeit als aus der Inhaltsangabe, über die wir bereits in der Samstagsausgabe berichteten, daß die französische Regierung ihre Ablehnung in die denkbar chroffste Form gekleidet hat. Es ist wirklich ein tarkes Stück, der deutschen Regierung zuzu-
mal in seiner Stärke ungefähr dem zum Sprichwort gewordenen Trostwort gleich: „Deutschland muß zahlen." Der Ministerpräsident sagte u. a.: Wer hätte damals als Deutschland durch alle Alliierten bedrängt um Gnade bat nicht gedacht, daß es in 3—4 Jahren seine Niederlage leugnen, sein Versprechen abstreiten und seine Sieger herausfordern würde? Sollte soviel blühende Jugend Frankreichs in den Argonnen gefallen sein und sollte dieses Denkmal, das Frankreich ihrem Andenken errichtet der unermüdlichen systematischen Rache der Besiegten gelten? Es wäre ein Verrat an den Gefallenen. Um uns liegen soviel verarmte Dörfer, um uns sehen wir soviel Ruinen und Elend, daß wir unsere Pflicht klar erkennen: Deutschland, das am Kriege schuld ist, muß das Zerstörte wieder aufhauen. Freiwillig oder mit Gewalt wird Deutschland das tun. — Amüsant ist, daß es dem Ministerpräsidenten diesmal gefiel, seine Reise mit dem Hinweis auf die Reise Goethes nach den Argonnen im September 1792 einzuleiten. Schon in diesem Frankreichs Kultur am wenigsten fernstehenden deutschen Dichter habe der gewalttätige deutsche Geist gelebt, sonst würde Goethe nicht wünschen können, daß ein Vandermcule den damals zuerst siegreichen Vormarsch in einem Gemälde hätte verewigen sollen. Goethe habe auch damals schon die Zerstörung der Dörfer mit dem lügenhaften Vorgehen gerechtfertigt, daß die Einwohner aus den Häusern schossen und die Armee zum Kriegsrecht gezwungen hätten.
Paris, 29. Juli. Nach dem „Temps hat die griechische Regierung nach der an England gerichteten Note, in welcher angekündigt wird, daß Griechenland nach dem Scheitern der Vergleichsvorschläge seine Handlungsfreiheit zurücknehme, an Frankreich, England und Italien eine Note überreichen lassen. Das Blatt bezeichnet folgende Stelle als wesentlich: Die griechische Regierung sieht sich genötigt, die Maßnahmen zu ergreifen, die zur Beendigung des Konfliktes am besten geeignet find. Griechenland wird jedoch immer bereit fein, gemeinsam mit den Verbündeten jeden Friedensvorschlag zu prüfen, der aber nur dann verwirklicht werden kann, wenn
muten, daß sie ihre Hand für eine internationale Brandmarkung deutscher Staatsangehöriger leihen soll, die nach Ansicht Frankreichs ihren ausländischen Schuldverpflichtungen nicht in der richtigen Weise nachkommen. Mit einem solchen Verlangen hat die französische Regierung übrigens auch sachlich unrecht. Die deutschen Staatsbürger, die Schuldverpflichtungen in den Ententeländern haben, sind zum größten Teil schon vor längerer Zeit ihrer Zahlungspflicht der deutschen Regierung gegenüber nachgekommen. Bei der ungeheuer raschen Entwertung der deutschen Valuta ist aber inzwischen die Summe, die die deutsche Regierung an den ausländischen Gläubiger weiter zahlen muß, ganz «^lich gewachsen. In âneQ -äest^jlL der; dâ deutsche Finanzzusammenbruch vor der Türe steht, sollte man für die Schwierigkeiten einer solchen Lage auch in Frankreich Verständnis haben und zu einem Zugeständnis bereit sein. Es handelt sich ja dabei keineswegs um einen Verzicht auf die Ausgleichsforderung, sondern um ein weniger rasches Tempo des Ausgleichs, wie es nach allgemeiner Auffassung dem deutschen Zahlungsvermögen entspricht.
Am gestrigen Sonntag fand in der Reichskanzlei unter bem Vorsitze des Reichskanzlers eine Besprechung mit dem Reichsfinanzminister und den Chefs der verschiedenen Ressorts über die Ausgleichszahlungen und die deutsche Antwort, die bis zum Sonntag, den 6. August erstattet sein muß, statt. Die Besprechung stand unter dem schweren Druck des am Samstag eingetretenen neuen M a r k st u r z e s. Er hat auch die Möglichkeiten eines nochmaligen Entgegenkommens. das vielleicht beabsichtigt war, u ö l l i g z e r st ö r t. Der Entwurf der deutschen Regierung ist, wie der Lokal-Anzeiger berichtet, !wch nicht fertiggestellt, er wird jedoch in der heute stattfindenden Kabinettssitzung formuliert werden. Es soll beabsichtigt sein, die deutsche Antwort noch vor Ablauf der lOtägigen Frist, Mitte der Woche abzusenden.
Belgien gegen die französische Auffassung.
Paris, 30. Juli. Der Korrespondent des »Temps meldet aus Brüssel, daß die belgische Regierung sich der Anschauung der französischen Regierung in der Angelegenehit der Ausgleichszahlungen nicht angeschlossen habe. Obgleich der belgische Sachverständige anderer Meinung gewesen sei, habe die belgische Regierung ihren abweichenden Standpunkt Deutschland zur Kenntnis gebracht. Die Regierung glaubt, daß die Regelung der Ausgleichszahlungen im Augenblick im Zusammenhangs mit der Repa- sationsfrage eingeleitet werden müßte. Da Deutschland ein Moratorum für die Repara- uonszahlungen und zugleich eine Herabsetzung der Ausgleichszahlungen beantragt habe, müssen diese beiden Zahlen miteinander verbunden werden. Die Reparationszahlungen gingen nach dem Vertrag von Versailles allen übrigen Verpflichtungen gegen die Verbündeten ®°r. Die Regierung, die in der Reparations- frage der Anschauung Frankreichs am nächsten hat sich also mit der'Meinung der franzö- Regierung über die Zahlungen in Aus- üwichszahlungen nicht für solidarisch erklärt.
Wieder eine Hetzrede Poineares»
Angriffe gegen Goethe.
, Paris, 31. Juli. Ministerpräsident Poincars
M diesmal bei einer Festrede anläßlich der Einweihung des Schlachtendenkmals in den Arenen keine politische Rede gehalten. Er hat M darauf beschränkt, eine sehr ausführliche Milderung der auf diesem Frontabschnitt abge- iPtelten Kämvfe zu gebenbis zum Wasfenstill-
Zusammenbruch unserer Kohlenwirtschast.
Der Reichskohleurat beschäftigte sich in einer am Samstag in Berlin stattgefuudenen Vollversammlung mit der katastrophalen Lage am Kohlenmarkte. Der Geschäftsführer Berghauptmann a. D. Bennhold äußerte sich in einem ausführlichen Bericht zunächst über den
Rückgang unserer Steinkohlenfördecung u. a. wie folgt: Schon die Aprilzahlen zeigten in fast allen Steinkohlenrevieren einen merklichen Abfall, der sich dann im Mai noch schärfer aus- gewirkt und im Juni, namentlich im Ruhrrevier, ein geradezu erschreckendes Ausmaß angenommen hat. Den besten Vergleich liefern die arbeitstäglichen Förderzahlen. Während sich diese Ziffern, wenn man den gesamten deutschen Steinkohlenbergbau (abgesehen von dem des Saarbeckens und Bayerns) zusammenfaht, im Januar und Februar d. Js. in Höhe von etwas über 480 000 Tonnen bewegten, brachte der März eine Steigerung auf beinahe 500 ÖOO To., im April fiel die Zahl dagegen auf rund 490 000 To. und im Mai gar auf 460 000 To. ab. Der Juni läßt noch wesentlich ungünstigere Ergebnisse erwarten. Unsere Steinkohlen not aber wird noch besonders verschärft durch die nunmehr zur Tatsache gewordene Abtrennung des polnisch gewordenen Teiles von Oberschlesien. Durch diesen Verlust entgehen der deutschen Kohlenwirtschaft in Zukunft rund 20 v. H. unserer bisherigen deutschen Gesamt- steinkohlensörderung. Statt der im letzten Jahre bezogenen Menge von monatlich rund 1,2 Mill. To hat Deutschland schon im Juni dieses Jahres nur noch rund 500 000 bis 600 000 To. aus Oberschlesien erhalten, so daß ein Ausfall von rund 600 000 To. bestand.
die Türke: die gemeinsamen Beschlüsse der Siegerstaaten vollführt, ohne auszuweichen. — Der „Temps" schreibt hierzu, wenn Griechenland gegen die Türkei Gewalt anwenden wolle, ei das nur an zwei Stellen möglich, an der leinasiatischen Front oder in der Gegend von Konstantinopel. Es lägen zahlreiche Anzeichen dafür vor, daß der griechische Generalstab Konlantinopel besetzen wolle. Frankreich und Jta- ien könnten die Verwirklichung dieses Planes nicht zulasten. Die französische Regierung habe ihre Auffassung in London zum Ausdruck gebracht. Sie sei der Ansicht, daß Angriffe auf Konstantinopel nicht geduldet werden dürften und daß ihnen, wenn nötig, mit Gewalt Widerstand zu leisten sei. Die italienische Regierung, agt der „Temps", sei genau derselben Ansick Sie habe wie Frankreich und England Truppen in Konstantinopel und stehe auf dem Standpunkt, daß gegen jeden Angreifer Gewalt angewendet werden müsse. Die französische Regierung habe ihre Ansicht auch in Athen mitgeteilt.
Operationen der griechischen Motte.
London, 31. Juli. Die griechische Flotte nimmt seit einigen Tagen Operationen im Schwarzen Meere vor. Die Sowjetregierung hat. sich veranlaßt gesehen, dagegen in London zu protestieren. Die Antwort des Londoner Auswärtigen Amtes war ablehnend.
Griechisch-türkisches Feuergefechk.
Paris 31. Juli. Aus Konstantinopel wird zu den Landungen griechischer Truppen in Rosto gemeldet: Eine griechische Patruoille, die die neutrale Zone betreten hat, wurde nach kurzem Feuergefecht von den türkischen Gendarmen zu- rückgewiesen.
Die italienische Winislerkrise.
Rom. 30. Juli. Orlando wurde heute vom König empfangen, um über seine Schritte zur Lösung der Ministerkrisis zu berichten. Nach einer Mitteilung der Agenzia Stefani glaubt man in parlamentarischen Kreisen nicht an die Möglichkeit eines Erfolges Orlandos bei feinen Temühungen, ein Kabinett unter Leteiligmig der katholischen Volkspartei, der Demokraten, ; FasMen und Sozialisten zustande zu bringen.
die sich naturgemäß' nicht nur bei der Schwerindustrie, sondern auch für die mittleren und , kleinen Betriebe sowie für den auf Zentral- ' Heizung angewiesenen Hausbrand außerordentlich fühlbar macht, hat in der letzten Zeit sehr lebhaft die Frage der Wiedereinbeziehuna des Kokses in die strenge Zwangswirtschaft erörtern lassen. Seit Herbst vorigen Jahres war a bekanntlich angesichts der damals zu beobachtenden Flüssigkeit des Koksmarktes die Bezugscheinpflicht für Koks aufgehoben worden. Eine Rückkehr zu dieser weitgehenden Fesselung l^r Wirtschaft, die zunächst besonders von den Landern Bayern und Preußen mit Nachdruck ange- trebt wurde, hat man allerdings als unzeitgemäß schließlich nicht weiter verfolgt.
In nicht weniger bedrängter Kohlenlage als die Industrie, für deren einzelne Gruppen noch eine Fülle bezeichnender Beispiele „ angeführt w'erden könnte, befinden sich die öffentlichen Unternehmungen. Der Reichseisenbahn ist es bisher nicht gelungen, einen höheren Bestand als im allgemeinen nur für etwa zwölf Tage anzusammeln, während zur entsprechenden Zeit des Vorjahres, das überdies auch schon schlecht war, der Bestand die doppelte Höhe hatte; im besetzten Gebiet haben die Besatzungsbehorden dagegen Bestände für mehr als vierzig Tage verlangt und auch durchgesetzt. Die Aussichten für die Gasanstalten und Elektrizitätswerke gestalten sich in hohem Maße ernst. Das vom Reichskohlsnkommiffar für die Gaswerke festgesetzte Kontingent ist so berechnet, daß mit ihmetwazweiDritteldesBedarfs g e d e ck t w e r d e n. Die bisherigen Lieferungen darauf haben aber in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres zum Teil noch nicht einmal die Hälfte dieses an sich schon eng bemessenen Kontingents erreicht. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Elektrizitätswerken.
Die Bevorratung des
Hausbrandes, die in den letzten verflossenen Jahren während der Sommermonate wenigstens immer noch m gewissem Grade möglich-gewesen ist, laßt im allgemeinen und besonders in den weiter von den Erzeugungsrevieren entfernt liegenden Gebieten, namentlich auch Süddeutschlands, alle Fortschritte vermissen. Bei diesem alle âe und Bevölkerungsgruppen der deutschen Lande treffenden Brennstoffmangel kann es kein Amn- der nehmen, daß die Einfuhr fremder Kohle einen alle Erwartungen übertretenden Umfang angenommen hat. Während wir rm ganzen Jahr 1921 nur etwas über eineinhalb Millionen Tonnen Steinkohle aus dem Ausland I hereingebracht haben, betrug diese Menge allein : aus England, dem Hauptsächlichsten Emfuhr- : land, im Monat Juni rund 1,3 MilliLnen I To., im Werte von ungefähr monatlich aa Alm. i Goldmark. .
, Die neuerdings wieder stark gewordene . Spannung zwischen den deutschen und den für
den Weltmarkt maßgebenden englischen Kohlen- preisen läßt im Augenblick die Frage des allgemeinen Abbaues der deutschen Kohlensteuer etwas mehr in der Hintergrund treten.
Das bis Ende dieses Monats laufende Pro« gramm über die Lieferung
der Kohlen auf Reparakionskonko
ieht bekanntlich eine monatliche Menge von 1,916 Mill. To. vor, darunter, was besonders drückend ist, 638 000 To. Koks gegen etwa 240 000 To. im vorigen Sommer. Die Summe bedeutet, vulgär ausgedrückt, daß an jedem Arbeitstage alle 10 Minuten ein Zug von 50 Eisenbahnwagen mit je 10 To. Ri. kohlen beladen über die Grenze rollen muh. Dieses Beispiel beweist schlagend, zu welchen Widersinnigkeiten die Ueberspannung der gegnerischen Anforderungen in Reparationskohle
eparations-
führen muß.
Die bei den Pariser Verhandlungen selbs noch vorbeholtene
Entscheidung der Reparationskommission x ist jetzt, nachdem anscheinend erst noch der Be« richt der Garantiekommission abgewartet worden war, in den letzten Tagen ergangen. Sie übertrifft die schlimmsten Erwartungen. Die Entscheidung läßt jedes Verständnis für die in der Zwischenzeit eingetretene schwere Beein- trächtigung der bisherigen deutschen Kohlen- grundlage vermissen. Die in ihr vorgesehene geringe mengenmäßige Erleichterung um gerade 10 v. H. entspricht weitaus nicht den Rücksichten, die gerade nach dem Versailler Friedensdiktat auf die gewerblichen Bedürfnisse und die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands hätten genommen werden müssen.
K egen feste, welches übrigens für die tW Deutschland so dringend verlangte und für Die ganze Weltwirtschaft nach der Auffassung aller vorurteilslosen Sachverständigen so bitter nötige Revision des gesamten Reparationsprogramms nur Böses ahnen läßt, nicht anders als nur mit einem entschiedenen „Nein" beantwortet werden. „ .
Der Referent legte der Vollversammlung eine bereits vom Kohlenverband gefaßte Ent- chließunq vor, in der es u. a. heißt:
„Das von der Reparationskommission für die Monate August bis Oktober neu festgestellte Lieferungsprogramm ist unvereinbar mit der deutschen Kohlenproduktion, die infolge des Verlustes eines großen Teiles Ober- chlesiens um 25 Prozent gegem.oer dem ersten Vierteljahr zurückgegangen ist. Das Programm trägt den wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten Deutschlands keinerlei Rechnung und belastet die deutsche Wirtschaft noch stärker als das bisherige Programm, dessen Undurchführbarkeit die Erfahrung bereits gelehrt hat. Während in Deutschland eine Kohlennot herrscht, habe England und Frankreich einen Kohlenüberfluß. Aus allen diesen Gründen erachtet der Reichskohlenrat und der Kohlenverband das neue Kohlenreparations- programm für unerfüllbar und erwartet feine Ablehnung durch die Reichsregierung.
Berghauptmann Bennhold regte an, diese Entschießung durch eine aus der Versammlung zu wählende Abordnung dem Reichskanzler zu unterbreiten. „, r .
In der an das Referat sich anschließenden Aussprache wies Ministerialrat Prinz vom Reichsverkehrsministerium auf die auch in diesem Jahre außerordentlich ungünstige Versorgung der Eisenbahn mit Kohle hin. Reichstags- abgeordneter Girbig (Bergarbeiterverband) be- tonte ebenfalls die Notwendigkeit einer ^oduk» tionssteigerung, da sonst dem g anzen Wrrt- schaftslebcn eine Erdrosselung drohe. Der zum Reichskanzler zu entsenden» nde Abordnung gab er mit auf den Weg, besonders daraus hinzuweisen, daß Paris geradezu im Licht schwimme, das aus deutscher Kohle erzeugt sei, während schon tm vorigen Winter viele Tausende in Deutschland nicht in der Lage waren, sich ein warmes Zimmer zu gönnen In vielen Familien konnten die Kinder nicht aus dem Bett genommen werden, weil öie Wohnung nicht geheizt werden konnte. In diese mWinterwerdenflch dieVer- hältnisse noch verschlimmern.
In einer gestern stattgefundenen SchuNg hat der Reichskohleurat einstimmig eins Entschließung angenommen, in der das von der Reparationskommission für die nächsten Monate voraus festgestellte Liese- rungssoll für unvereinbar mit der deutschen Kohlen Produktion
' klärt wird.