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Sanauer 8 Anzeiger

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Nr. 171

Montag den 24. IM

1922

Das Neueste.

Der französische Ministerpräsident hat Lloyd George mitteilen lassen, daß er am 1. August die Verhandlungen über die Repara­tionsfragen in London aufzunehmen gewillt ist. Poincarè wird sich Ende Juli mit de Laftery, dem Finanzminister, nach London begeben.

Die Neuregelung der deutschen Kohlen­zwangslieferung an Frankreich durch den Wie­dergutmachungsausschuß bedeutet keine Er­leichterung, sondern eine Verschärfung der bis­herigen Lasten.

Litauen ist jetzt von den Ententemächten- offiziell anerkannt worden.

Die australische Regierung verweigert die Zulassung deutscher Konsuln.

Die künftigen Reparations- besprechungen.

Zusammenkunft Poincar« Lloyd George 1. August 1922.

Paris, 24. Juli. Der französische Minister­präsident hat dem englischen Premier mitteilen lassen, daß er ab 1. August die Verhandlungen über die Reparationsfragen in London aufzu­nehmen gewillt sei. Poincarè wird sich Ende dieses Monats mit dem Finanzminister de La- stery und dem Direktor des Außenamtes Per­ret, sowie einigen Sachverständigen für das Reparationsproblem nach London begeben.

Zu dieser Entscheidung haben zweifellos auch die in der französischen Presse laut gewordenen Stimmen beigetragen, die sich zu bemerken ge­statteten, daß in der Reparationsfrage nur durch persönliche Besprechungen mit den Alli­ierten, nicht aber durch lange juristische Ex- . posss wirksam gearbeitet werden könne. Der Brief Poincarès an den Delegierten Dubois, der in England mit Recht auf heftige Kritik ge­stoßen war, wird im Hinblick auf die Zusam­menkunft der beiden Ministerpräsidenten, die eine Entscheidung über das Moratorium brin­gen soll, einer Berichtigung unterzogen. Die französischen Zeitungen sind zu der Erklärung ermächtigt, daß diese Instruktionen des Herrn Poincarè in der Stundungsfrage eine zu rigo­rose Auslegung erfahren hätte und überdies keinen endgültigen Charakter trage. Der Temps" korrigiert die Haltung Frankreichs wie folgt:Frankreich wünscht nicht, vor jeder Diskussion eine absichtliche Verfehlung Deutsch­lands zu konstatieren! Es bestünde wenig Aus­sicht, daß die Alliierten Frankreich auf diesem Wege folgen würden und Frankreich lege Wert auf ein gemeinsames Vorgehen aller Alliierten. Frankreichs Mahnung ginge dahin, daß die Reparationskommission von Deutschland neue Finanzreform und Garantien verlangten sollte, bevor eine lange Stundung bewilligt werde; hingegen könnten 12monatliche Teilzahlun­gen schon jetzt gestattet werden und diese Atem- ee Deutschland gleichzeitig als Frist für die führung der geforderten neuen Reformen gesetzt werden. Die Ergebnisse dieser ergänzen­den Reformen im Verein mit den Resultaten der interalliierten Finanzkontrolle würden dann die deutsche Außenanleihe ermöglichen, auf Grund deren dann ein Moratorium von engerer Laufzeit gewährt werden dürfte. Die Presse ist sich darüber einig, daß die Stun­dungsfrage in London und nicht im Hotel Mona (Sitz der Reparationskommission) in Paris entschieden wird. Belgier und Italiener Herden an den Verhandlungen teilnehmen. Die Mitglieder der Reparationskommission haben gch damit zu begnügen, auf Grund der Lon- uoner Beschlüsse die entsprechenden Instruktiv­en ihrer Regierungen entgegenzunehmen und alsdann einen vorbestimmten Beschluß auszu- lprechen.

$>e Erwartungen Frankreichs von der Lon­doner Konferenz.

Paris, 24. Juli. DerTemps" äußert sich über die Erwartungen, die man französifcherseits an die künftigen Reparationsbefprechungen in. vonbon knüpft, wiè folgt: Die Franzosen erhoffen einen interalliierten Schuldenausgleich, der von keiner Entscheidung der Ver. Staaten abhängig gemacht werden dürfe und dessen Folge eine Reduktion des Normalbetrages der deutschen Schulden wäre;

- Abmachungen, wonach die Reparationszahlungen "oi allen Dingen dem Wiederaufbau der zer- störten Gebiete zu gute kämen;

-Die Gewißheit, daß eine deutsche Außenanleche âu gunsten der Reparationen in kürzester Zeit ausgegeben und untergebracht wird, und zwar £ einer Höhe, die Deutschland gestattet, seine »Manzen in Ordnung zu bringen.

Das Blatt bezeichnet dieses Programm als einen äußersten Preis, für dessen Annahme England zu sorgen habe, wenn es sich irgendwelcher Hoffnung auf Bezahlung der französischen Kriegsschulden hingeben wolle.

Eine Mahnung.

Paris, 24. Juli. Das BlattOevre" erließ heute an Lloyd Georges, aber in erster Linie an Poincare die dringende Mahnung, die kom­mende Reparations-Konferenz nicht wie üblich aus persönlicher Eitelkeit scheitern zu lassen. In den gegenwärtig schmierigen Verhältnissen wäre eine resultatlose Besprechung der beiden Minister-Präsidenten von sehr fchwerwiegenden Folgen. Die französisch-englische Spannung würde sich noch verschärfen und zwar in einem Maße, daß man mit einem Bruche rechnen müsse. Ueber dies würde die Reparationskommission, die spätestens am 15. August Deutschland auf das Stundungsgesuch zu antworten habe, sich in die schwierige Lage versetzt sehen, entweder ge­gen England oder gegen Frankreich eine Ent­scheidung zu treffen, wenn die beiden Länder nicht vorher zu einem Verständnis über die Po­litik gelangen sollten. Lloyd Georges und Poin- caré haben es entgegen der politischen Gewohn­heit von vornherein unternommen, ihre ent­gegengesetzte Meinung öffentlich zu erklären. Lloyd Georges habe sich hierbei für die Be­willigung des von Deutschland verlangten Mo­ratoriums von 2M Jahren ausgesprochen. Poin- caré dagegen erklärt, nur eine 6 wöchentliche Stundung gewähren zu können. Er habe außer­dem auch eine Feststellung der absichtlichen deut­schen Verfehlung gemacht. Notwendigerweise müsse der eine oder andere Staatsmann erst Konzessionen machen, wenn die Konfe- t)as^^ de èarts"' führt heute morgen aus, daß die französische Regierung immer noch zwifchen den seither verschiedenen Zügen schwanke, ob sie auf einer sofortigen Feststellung der beabsichtigten deutschen Verfehlungen be­harren wolle und an eine Stundung von 6 Wochen festhalten solle, oder ob sie im Hinblick auf eine Gesamtaktion aller Alliierten auf diese Konstatierung verzichten will, und ihre Hoffnun­gen auf eine interalliierte Anleihe setzt.

DasPetit Journal" meint, daß die kom­menden Londoner Verhandlungen höchstens 7 Tage dauern. An erster Stelle steht auf dem Programm selbstverständlich das Reparations­problem. Außer ihm beabsichtigt Iran auch das griechisch-türkische Problem, ferner über Tanger zu sprechen. Lloyd Georges habe auch bereits den Wunsch ausgesprochen, die Situation Oesterreichs zu prüfen.

DieAnwork an Ken GaranlieLUsschutz.

Auf das der deutschen Regierung vom Garantieausschuß übergebene Memorandum, dessen Inhalt wir unseren Lesern bereits in der Samstagsnummer mitgeteilt haben, ist dem Präsidenten der Delegation des Ausschusses in Berlin am Samstag die folgende

Antwortnote des Reichskanzlers vom 21. Juli übergeben worden:

Herr Präsident! In Erwiderung des Schreibens des Garantiekomitees vom 18. Juli, durch welches mir das Ergebnis der Beratungen des Garantiekomitees mit den deutschen Ver­tretern über die von der Reparationskommis­sion gewünschte Nachprüfung der Einnahmen und Ausgaben und der schwebenden Schuld sowie über Maßnahmen gegen die Kapital­flucht und wegen der statistischen Erhebungen mitgeteilt worden ist, beehre ich mich, folgendes mitzuteilen: «

Trotz der schweren Belastung, welche die vorgesehenen Maßnahmen für Deutschland be­deuten, will die deutsche Regierung es auf sich nehmen, sie für die Dauer des Moratoriums durchzuführen. Wenn sie sich hierzu nach ein­gehender Ueberlegung entschlossen hat, so war für sie die Erwägung bestimmend, daß durch die im Memorandum vorgesehenen Maßnah­men die in dem Notenwechsel vom 21. März bis 14. Juli behandelten Fragen ihre ab­schließende Regelung finden und daß d<mit gleichzeitig für die Reparationskommission die Grundlage einer Entschließung geschaffen wird, welche der gefährlichen wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands, wie sie in der Note vom 12. Juli dargestellt ist, Rechnung trägt. Die deutsche Regierung geht davon aus, daß die in dem Memorandum erwähnten Maßnahmen über die Nachprüfungen in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen zur Ausführung gelangen werden, welche bei der Abfassung der Bestimmungen leitend waren,

barkeit sich praktisch ergeben hat, läßt die im Friedensvertrag vargeschriebene Berücksichti­gung der deutschen Wirtschaft völlig vermissen. Nach dem Urteil aller Sachverständigen ist die Erfüllung des neuen Programms unmöglich. Stone Kohlenpreiserhöhung in Sicht.

Essen, 24. Juli. Die Verhandlungen über die neuen Lohnforderungen der Ruhrbergleute für August beginnen am Dienstag in Berlin. Man glaubt, daß sie zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden Schon jetzt hält man es für sicher, daß die ganze odu teilweise Bewilligung der Forderungen eine beträcht­liche Erhöhung der Kohlenpreise im Befolge habe» muß. In Essen haben mittlerweile die Verhandlungen begonnen. Da Zechenverband und Arbeiterorgani­sationen guten Willen zeigen, zu einer Verständigung zu kommen, so dürften auch diese Verhandlungen bald zum Abschluß gelangen. Die Streikgefahr im Ruhr­gebiet ist damit gebannt; selbst die Unionisten wollen nichts mehr von einem Streik wissen.

Frankreich und die Rheinland' befetzung.

Paris, 23. Juli.Continental News" meldet, daß zwischen Poincarè und dem Eeneralstab eine Aussprache stattgefunden hat über die Frage einer Verminderung der Besatzung im Rheinlande. Das Ergebnis ist nicht bekannt geworden, doch wird von militärischer Seite erklärt, daß Frankreich im Rheinlande ein Faustpfand erblickt, das erst an dem Tage freigegeben werde, wenn Deutschland seine letzte Verpflichtung einlöst. Frankreich sei entschlossen, die Besatzung unter Umständen allein durchzusühren, falls sich die Verbündeten zurückziehen würden. Wenn die Einheit der Alliierten am Rhein ge­brochen werde, habe Frankreich seine Hände frei.

Erhöhung der BeamleugehSNer.

Berlin, 23. Juli. Die Verhandlungen übet die Erhöhung der Beamtengehälter, sowie der Löhne der Staatsangestellten und Staatsarbeiter, die gestern vormittag im Reichsfinanzministerium begannen dauerten den ganzen Tag über und wurden erst kurz nach Mitternacht zu Ende g«. führt. Für die Beamten stellt sich die Er­höhung folgendermaßen dar: Der allgemeine Teuerungszuschlag wird vom 1. Juli ab um 55 %, also von 105 auf 160°/» und vom 1. August ab um 80% also auf 185% erhöht. Das be­deutet gegenüber den bisherigen Bezügen für Juli eine Erhöhung um 24%, für August um rund 34%. Schwierigkeiten ergaben sich da­durch, daß die Gewerkschaften ursprünglich nur für den Monat Juli verhandeln wollten, während die Regierung darauf bestand, daß auch der Monat August bereits in die gesetzliche Rege­lung eingeschlossen werden müsse. Schließlich einigte man sich darauf, schon jetzt die Erhöhung auch für Monat August festzustellen. Die Or­ganisationen behielten sich aber ausdrücklich vor, zu einem späteren Zeitpunkte eine Revision der Äugusterhöhung herbeizuführen, wenn die Geld­entwertung in derselben Weise fortschreiten sollt« wie bisher. Die Organisationen hatten für die Beamten in der Besoldungsgruppe 3, die ein Anfangsgehalt von 44450 Mk. bezog (Orts­klasse A) ab 1. Juli eine Gesamtoerbesserung von jährlich 24 000 Mk. gefordert. Die Regierung ließ sich aber nur zu einer Gesamtoerbessernng von jährlich 9900 Mk. ad 1. Juli und jährlich 15 200 Mk. ab 1. August für di« Beamten bei genannten Gruppe herbei.

Die Verhandlungen über die Erhöhung bei Staatsarbeiterlöhne sind noch nicht voll­ständig abgeschlossen. Der Stundenlohn der Arbeiters in der Lohngruppe 5 wird ab 1. Jul! um 5,10 Mk. ab 1. August um 7,50 Mk. erhöht Morgen wird über die Auswirkung dieser Höchst jätze auf den gesamten Lohntarif weiter »er handelt werden. Die Auszahlung der erhöhte» Bezüge soll mit größter Beschleunigung durch geführt werden.

Die Lage in Bayern.

München, 23. Juli. Es verlautet mit Be» stimmtheck, jo schreibt dieM. A. A.-Ztg.", daß auf Grund des Beschlusses der Bayerischen Volkspartei, dem ja auch der Ministerpräsident und die Minister der Bayerischen Voltspartei zugestimmt haben, noch in allernächster Zeit, vielleicht schon am Montag, eine Verordnung der bayerischen Regierung erscheint, die mate­riell die Reichsschutzgesetze übernimmt, aber di« Durchführung und den Vollzug Bayern vorbe. hält. Es ist wohl zu erwarten, daß diese Ver­ordnung Gegenstand des heutigen Ministerrat! bilden wird.

Rücktritt des bayerischen Handelsministers.

München, 23. Juli. Der bayerische Han« delsminister Hamm hat dem Ministerpräsiden­ten Lerchenfeld seinen Rücktritt angezeigt,^

nämlich Wahrung der Souveränität des Rei­ches, Aufrechterhaltung des ungestörten Gan­ges der Verwaltung und Schutz des Steuer- und Geschäftsgeheimnisses. Was die Bekämp- fung der Kapitalflucht anlangt, so sieht die deutsche Regierung sich gezwungen, die Not­wendigkeit zu betonen, daß die Entschließung des Obersten Rates der alliierten Mächte vom 13. August 1921 jetzt durchgeführt wird. Sie bittet das Garantiekomitee, in geeigneter Weise darauf hinzuwirken.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Ver­sicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung, (gez.) Dr. Wirth."

Die französische Presse zur Antwort der Reichs, egierung.

Paris, 22. Juli. Nach bet Veröffentlichung der zwischen dem Garantieausschuß und der deutschen Regierung ausgetauschten Dokumente stellt die Pariser Presse hierüber Betrachtungen an:

Da«Echo de Paris" schreibt: Was der Garantieausschuß aus Berlin mitgebracht hat, ist ein Ausknnftssystem, daS den Alliierten gestatten wird, von Tag zu Tag den guten Willen Deutschland» zu er­gründen; dieses ist jedoch noch kein Neparations­system. Behalten wir dieses Auskunsttsystem nur ruhig bei, geben wir aber durch die sofortige Fest­stellung der beabsichtigten Verfehlung Deutschland«' durch Sanktionen, durch die Verwendung von Material und Waren und selbst durch die Beschäftigung deutscher Arbeiter dem Ncparationssystcm eine Grundlage, die sicherer als die Träumereien gewisser Personen den Weg zur Mobilisierung unserer Forderungen bahnen kann.

DasI o u r n a I" führt aus, der Inhalt des Briefes des deutschen Reichskanzlers beweise klar, daß die deutsche Regierung die Finanzkontrolle der Alliierten so illusorisch sie auch fei, nur im Hinblick auf da» M erlangende Moratorium annefime. Nicht ein Wort deute auf den Wunsch einer loyalen Zusammenarbeit mit den Gläubigern hin, um int Nahmen des Möglichen die übernommenen Verpflichtungen einhalten zu können. Werde das denen.dieAugen öffnen, die zu allen Zugeständ- nissen bereit seien? An einer anderen Stelle wendet sich das Blatt scharf gegen die Polemik, die sich zwischen Paris und London über die Art, wie die Reparations­frage am besten zu lösen sei, entwickelte. Die beste Art sei die, die praktische Ergebnisse zeitige. Um solche Ergebnisse zu zeitigen, sei es gewiß nicht das beste Mittel, die Debatte mit Nadelstichen einzuleiten. Die Weisungen Poincarès seien nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt gewesen.

Nach demF i g a r o" steht es fest, daß vom Standpunkte der Alliierten die wichtigste Erscheinung, die Kapitalflucht in Form des Exports unerfaßt bleibe mit Hilfe des Bankgeheimnisses, das die ausländischen Kreditinstitute dem Exporteur gewährten. Der Ex­porteur werde so tausend Mittel haben, seine Geschäfte zu verheimlichen.

DerPetit P a r i s i e n" meint: Eine auf diese Weise ausgeübte Kontrolle könne für sich allein der kritischen Lage kem Ende machen, in der sich heute infolge der Erschütterung der Mark die deutschen Finanzen befänden.'

Nur geringe Herabsetzung der Kohienireferungen.

Berlin. 23. Juli. Die deutsche Regierung hatte mit Rücksicht auf den Verlust von Kohlen­gruben in Oberschlesien und im Hinblick auf die Verminderung der Förderung im Ruhrgebiet eine Herabsetzung der Lieferungsverpflichtun­gen von Kohlen und Koks um 30 v. H. verlangt. Die Verbündeten dagegen verlangten eine monatliche Lieferung von 1 900 000 Tonnen. Die Reparationskommission hat entschieden, daß Deutschland vom 1. August ch Js. ab monatlich 1 725 000 Sonaten Kohle gegenüber einem bisherigen Soll von 1 916 000 Tonnen Kohle an die Entente abzuliefern hat. Hierin sind enthalten 620 000 Tonnen Koks, 100 000 Tonnen Koks-Steinkohle und 125 000 Tonnen oberschlesische Kohle, die Deutschland von Polen taufen soll. Sortenmäßig sind daher die drin­gend verlangten Erleichterungen gegenüber dem-bisherigen Programm nicht eingetreten; mengenmäßig sind die Ermäßigungen durch­aus unzureichend, indem die deutsche Forde­rung auf Herabsetzung des Soll um rund 600 000 Tonnen nur zu einem Drittel berück­sichtigt ist. Diese Forderung war wohl be­gründet durch den Verlust Oberschlesiens und den Rückgang der Ruhrförderung, die zusam­men einen monatlichen Kohlenverlust von 3 325 000 Tonnen ergeben. Dieses neue Pro­gramm, das angesichts der verschmälerten Kohlenbasis die deutsche Wirtschaft noch stärker belastet als das bisherige, bessern Undurchführ-