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B«»«s»vreis: Monatlich Mk.26.— ohne Trâger- lobn: Einzelnummer Mk.1.80. Anzeigen»reif«; Die 33 mm breite Seile Mk. 4.—. Finanzinserate SKt4.50: Reklame (68 mm breit) Mk. 10.— Inserate, auch lausende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. — Offertengebübr Mk. 1.50.
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Sanau a. M. — Jm Falle böberer Gewalt bat der
Verieber keinen Anspruch auf Lieferung oder Nach.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan ÄS^^^
Erscheint täglich mit Ausnahme der Som- und Feiertags
wird keine Erwâbr geleistet.
Nr. 169
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Freilag den 21. Juli ■
1925
Das Neueste.
— Die gestern verbreitete Nachricht der ,Chicago Tribune", daß mit Zustimmung der Reparationskommission ein Moratorium für Deutschland für 5 bis 6 Monate bewilligt worden sei, wird von der Reparationskommission nach einer Meldung der „F. Z." dementiert.
— Die Reparationskommission beschäftigte sich gestern mit der Forderung der deutschen Regierung, die Kohlen- und Kokslieferungen herabzumindern.
— Polen hat eingewilligt, daß Deutschland »ollkommen freie Durchfahrt nach Rußland zwecks Gütertransport eingeräumt wird.
— Englische und belgische Finanzier bieten Polen eine Anleihe von 2 Millionen Pfund Sterling an, um Eisenbahnmaterial zu kaufen.
— Jm Chinesenviertel von Amsterdam brach -in Aufruhr der dort wohnenden Chinesen aus, bei dem drei Chinesen getötet und mehrere fchwer verletzt wurden.
Zustimmung Deutschlands zur Finanzkontrolle.
Auf Grund des Notenwechsels vom März, üprtl und Mai dieses Jahres zwischen der Reparationskommission und der deutschen Regie- lg hat sich das Garantiekomitee am 20. Juni zu Beratungen mit der deutschen Regierung und zum Studium der Fragen, die sich auf die Durchführung des Budgets (Einnahmen und Ausgaben), auf die Bekämpfung der Kapitalflucht und auf die Statistik beziehen, nach Berlin begeben. Für die Beratungen wurden vier Unterausschüsse gebildet und zwar je einer für sie Einnahmen, für die Ausgaben, für die âapitatllucht lind, «">“-
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nb für die Statistik. Die Mit- ^usenthalts aud
wantiekomitees haben mit den "^ ^ro^uivuMie purry Unterredungen ^ü^ ...... — lung nahm, wrrd voraussichtlich heute Berlin wieder verlassen.
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deutschen Vertretern in zahlreichen Sitzungen verhandelt. In den Ausschüssen für die Einnahmen und Ausgaben haben die deutschen Vertreter Auskunft erteilt über das Verfahren bei der Veranlagung und der Erhebung der verschiedenen Steuern, über die Aufteilung des Bubgets, das Verrechnungswesen sowie über die Maßnahmen der Regierung zur Veaufsjch- iigung der Arbeiten der Steuerverwaltung und zur Verhütung von Etatsüberschreitungen. Sie haben hierbei auch die im Haushaltsplan vor- zesebenen Ausgaben näher erläutert. Man hat sich Darüber verständigt, daß die Vertreter des Garantiekomitees künftig durch das Reichsfinanzministerium nach näherer Vereinbarung regelmäßig Informationen für die Einnahmen und Ausgaben erhalten und daß ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich über die einschlägigen Bestimmungen und ihre Anwendun-
gm fortlaufend zu unterrichten. Das Finanzministerium richtet einen zentralen
beweglichen Konkrolldienst
ein und wird dem Garantiekomitee die Möglichkeit geben, sich von Zeit zu Zeit von der Wirksamkeit dieses deutschen Kontrolldienstes M überzeugen. In dem Unterausschuß für die Kapitalfluchtbekämpfung wurden zunächst die bestehenden Bestimmungen dargelegt. Im Verlaufe der Erörterungen wurden die Grundsätze weitere Maßnahmen zur Beratung gebracht, um die Kapitalflucht in den verschiedenen Formen, die sie annehmen kann, zu treffen. Das Garantiekomitee hat die Ergebnisse dieser Arbeiten in einem Memorandum zusammen- Iesaßt, das in einer Schlußsitzung am 18. Juli «r deutschen Regierung übermittelt wurde, aas Uebereinstimmung darüber feststellt, daß keine in dem Memorandum vorgesehenen Maßnahmen die Souveränität des deutschen Reicyes antasten, den geordneten Gang der deutschen Haltung stören oder das Geheimnis der putschen Steuerpflichtigen verletzen würden, uie deutsche Regierung hat vorbehaltlich einer chNj.lichen Beantwortung mitteilen lassen, daß e ^schalt dieses Memorandums beitrete. 7" wir hören, wird die schriftliche Beant- ortung des Memorandums des Garantie- aoUm5 m^ möglichster Beschleunigung fertig- L diesem Zwecke wird der auswär- Ausschuß des Reichstages seine Beratungen heute Freitag fortsetzen.
Schuldenstreichung und Besatzungsabbau.
. ^' Hutt- $n Kreisen des Quai ten es für sehr wahrscheinlich gehal-
daß Poincars noch vor Ende dieses Mo- miirh ^^^oträon reift. Von amtlicher Seite denk/ ^^G?' ^"^ Poincars nicht daran den mle ^ise von einem vorherigen Spruch -neparationskommission abhängig zu ^^- 2n Kreisen der diesigen englischen
Botschaft verlautet, Lloyd George wolle Poin- care die völlige Streichung der französischen Schulden anbieten und als Gegenleistung die Zustimmung Frankreichs zu einer starken Herabsetzung der Schulden Deutschlands und zu einer Verminderung der Besatzungstruppen im Rheinlands auf ein Viertel des gegenwärtigen Standes fordern. Die deutsche Schuld sei nach dem Vorschläge Lloyd Georges auf einen Betrag herabzusetzen, der unterhalb der bisher genannten Ziffern für die ermäßigte Schuldsumme bleibt.
Kabinettfitzung in London.
London, 21. Juli. Gestern sand eine Kabinettsitzung statt, der entscheidende Bedeutung für die Stellung in der Reparationsfrage beigemessen wird. Lloyd George betrachtet das Memorandum nur als eine vorübergehende Erleichterung und drängt aus eine Anleihe für Deutschland. Im ganzen werden die Aussichten auf Verständigung als wesentlich gebessert bezeichnet. Sollte jedoch eine Einigung mit Frankreich nicht erzielt werden, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die englische Regierung in gesonderte Verhandlungen mit der deutschen Regierung eintritt.
Morganbank u. Garankiekommission.
Derlin, 21. Juli. Wie das „B. T." von gut unterrichteter Seite erfährt, hatte die Morgan- bank Mister Schütte, einen ihrer hervorragendsten Direktoren, zu den Verhandlungen der Garantiekommission nach Berlin entsandt. Schütte hatte sowohl die Aufgabe, Morgan alle wichtigen Einzelheiten der Verhandlungen der Garantiekommission mitzuteilen, als auch die Stellungnahme Morgans zu den wesentlichen Punkten der Garantieverhandlungen bekannt zu geben. Schütte, der im Laufe seines Aufenthalts auch mit der Berliner Hochfinanz
Der belgische Mènislerral über DeulschlanS.
Brüssel, 21. Juli. Der letzte Ministerrat befaßte sich mit der durch Deutschlands Zahlungsunfähigkeit geschaffenen Lage. Es lagen dazu vertrauliche Berichte vor von Mitgliedern der Garantiekommission und belgischen Autoritäten in Deutschland. In diesen Berichten wird ge» sagt, daß das Finanzchaos in Deutschland die Großindustrie und die Finanzleute nicht beunruhige, da sie von den Umständen nicht betroffen werden. Die direkten Leidtragendn seien die Kleinbürger, Beamte und ungelernte Arbeiter. Die Kapitalflucht nach dem Auslande verschärfe die Lage weiter. Der Ministcrrat kam nach längerer Besprechung dieser Berichte zu dem Schluß, daß Belgien gemeinsam mit Frankreich sich an England wenden müsse, damit Deutschland gezwungen werde, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Von mehreren Ministern wurde die bekannte Behauptung zu begründen versucht, daß Deutschland die Krise absichtlich verschärfe und zu politischen Zwecken ausbeute, um sich vom Friedensvertrag zu befreien.
Ausführung der Nepar.-Lieferungen.
Berlin, 20. Juli. Der „Deutsche Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend die Ausführung der Reparationslieferung im freien Verkehr an Frankreich, sowie die Vereinbarungen über den gleichen Gegenstand vom 2. und 3. Juni. In der Bekanntmachung heißt es, daß das in den Verträgen vereinbarte Lieferungsverfahren am 29. Juli in Wirkung tritt. Nach diesem Verfahren können nur durch französische Kriegsbeschädigte Gegenstände bezogen werden und zwar nur solche Gegenstände, die ausschließlich zur Verwendung für den Wiederaufbau von Immobilien und Mobilien in allen zerstörten Teilen des französischen Staatsgebiets in Europa bestimmt sind. Die Verträge unterliegen den landesüblichen Grundsätzen, sowie den jeweils geltenden Fak- turierungs- und Devisenvorschriften. Es besteht keinerlei Zwang zum Abschlusse derartiger Verträge. Die Verträge müssen Lieferungen im Werte von mindestens 1500 Goldmark zum Gegenstände haben, wobei die Goldmark nach dem Tageskurse des Dollars zu rechnen ist. Ausgeschlossen sind Verträge über Waren fremder Herkunft, soweit sie nicht auf deutschem Gebiete verarbeitet sind, über Nahrungsmittel, die aus eingeführten Rohstoffen hergestellt sind, über Gegenstände aus Gold, Platin sowie Silber und über Lieferungen gewisser in der Anlage zur Vereinbarung vom 2. Juni verzeichneten Gegenstände. Auskünfte über das bei dieser Art von Geschäften zu beobachtende Verfahren
erteilen die Landesauftragstellen, die Handels- und Handwerkskammern, der Reichsverband der deutschen Industrie in Berlin, der Reichsver- band des deutschen Handwerks in Hannover, der Deutsche Genossenschaftsverband in Charlottenburg der Zentralverband des deutschen Großhandels in Berlin, die deutsche Industrie, der Handelstag und der Reichskommissar zur Ausführung von Aufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten. Anfragen möchten möglichst an die aufgeführten Berufsvertretungen gerichtet werden, um die Ueberlastung des Reichskommissariates zu vermeiden.
Die innere Festigung der Republik.
Berlin, 21. Juli. Auf Einladung des Reichsministeriums des Innern an die Unterrichtsminister der Länder fand am 19. Juli eine Besprechung über die Maßnahmen statt, die zum Schutze und zur inneren Festigung der Republik von den Unt-'-wchtsverwaltungen der Länder zu treffen sind. Richtlinien, die vom Reichsministerium des Innern vorgelegt wurden, fanden mit geringfügigen Abänderungen die Zustimmung der Konferenz. Sie beziehen sich einerseits auf Ausgestaltung des staatsbürgerlichen Unterrichts, Umgestaltung der Lehrbücher und Lehrpläne, Ausbildung und Fortbildung der Lehrer aller Schulaattungen, andererseits auf Maßnahmen der Schulordnung und Disziplin. Die Veröffentlichung der Richtlinien wird in nächster Zeit erfolgen.
Umbesetzung preutz. DerWall.-Posten.
Berlin, 20. Juli. Wie das „Berliner Tageblatt" von unterrichteter Seite erfährt, plant die preußische Regierung, für die Durchführung der preußischen Ausführungsbestimmungen zur Schutzverordnung einschneidende Beschlüsse zu fassen.' Das Kabinett wird zuerst die Ent-
über die Besetzung des, Diszixlinar-- Hofes für Die richterlichen und des Disziplinar- senats für die nichtrichterlichen Beamten beschließen. Danach erfolgt eine Beratung von Personalfragen, bei der über die Neubesetzung einer Anzahl der leitenden Regierungs- und Verwaltungsstellen entschieden wird.
Berlin, 20. Juli. Der bekannte volksparteiliche Abgeordnete Dr. W i e m e r ist für den Poften des Regierungspräsidenten in Schneidemühl in Aussicht genommen.
Die polnische Lage in Bayern.
München, 21. Juli. Wie zu erwarten war, hat der Ministerrat, der gestern fast den gatten Tag über dauerte, eine endgültige Entscheidung noch nicht gebracht, da er zum großen Teil nur der Entgegennahme der Berichterstattung diente. Nunmehr werden die politischen Parteien Stellung nehmen. Am heutigen Freitag tagen die Parteiausschüsse der Bayerischen Volkspartei und der Demokratischen Partei, am Samstag der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei, während am Montag-eine Vorstandssitzung des Bayerischen Bauernbundes avgehalten wird. Für die Stimmung der Bayerischen Volkspartei bezeichnend ist ein Artikel im „Bayerischen Kurier" unter der Ueberschrift „Bayerns Schicksalstunde", worin es heißt, daß der Landesaus- ichuß der Bayerischen Volkspartei am morgigen Tage die Mittel zu bestimmen haben werde, denen sich der bayerische Staat bei der Abwehr der Diktatur und bei der Abwehr der Angriffe des revolutionären Sozialismus bedienen könne.
Bayerische und Reichsfinanzpolilik.
München, 21. Juli. Jm bayerischen Landtag erklärte gestern der bayerische Finanzminister Dr. Krauseck, auf seine Vorstellungen hin habe sich die Reichsregierung bereit erklärt, von einer völligen Aufhebung der Regierungsfinanzkammern Abstand zu nehmen. Inzwischen habe sich gezeigt, daß es nicht so weitergehen kann, da bei den Landesfinanzämtern so große Arbeitsrückstände entstanden sind, daß für den bayerischen Staat Millionenverluste eintraten. Die Verhältnisse im Landesfinanzamt Nürnberg seien geradezu katastrophal. Es gehe nicht an, bei der Zunahme der Geschäfte, die Reichsgeichäfte zu erledigen und die Landesgeschäfte liegen zu lassen. Man könne über eine Einigkeit denken wie man wolle, aber sachliche Interessengegensätze seien unrermeid- lich.
München, 21. Juli. Der Haushaltsausschuß des bayerischen Landtages hat sich einmütig dahin ausgesprochen, daß das Finanzministerium über die Einrichtung einer eigenen bayerischen Finanzverwaltung dem Landtag zu Beginn der nächsten Session eine Vorlage unterbreiten soll.
Deutsch -polnische Derhanblunsen.
Berlin, 21. Juli. Die von Ministerialdirektor Stockbammer und dem polnischen Departe
mentsdirektor Olzowski geführten Präliminar- Verhandlungen über ein deutsch-polnisches Wirtschaftsabkommen werden heute schriftlich fixiert. Es ist zwischen dem deutschen und polnischen Entwurf über die Verhandlungsgegenständg eine Mittelstraße erreicht worden. Die eigent- lichen Verhandlungen sollen um den 1. Sep« tember herum in Dresden eröffnet werden. Ei« Teil der Kommission wird in Warschau tagens
Das deutsch.französ. Schiedsgericht.
Baris, 21. Juli. Das deutsch^ranzösifche Schiedsgericht wird nach einer Meldung deq „Journal des Debats" Ende der Woche in Lausanne zusammentreten, um in öffentlicher Sitzung etwa 12 Streitfragen zu klären Es sind in Lausanne deswegen bereits zahlreiche Reichsanwälte aus Metz,; Straßburg und Paris eingetroffen.
Eine amtliche Erklärung der Deutsch» nationalen Partei.
Berlin, 21. Juli. Die Pressestelle der deutsch« nationalen Parteileitung verbreitet folgende parteiamtliche Erklärung: 1. Die Partei und ihre Politik ist und bleibt nach wie vor positiv völkisch eingestellt; 2. bei dem Ausscheiden des Abg. Henning aus der Fraktio i handelt es sich ganz und aar nicht um feine Stellung in der völkischen Bewegung, sondern allein um seine persönliche politische Betätigung; 3. die Erklärung der Herren Graefe und Wulle (die auch inzwischen der Partei den Rücken gekehrt haben. Die Schriftleitung.), ändert daran nicht das Mindeste und auch nichts an bet völkischen Einstellung unserer Partei und Politik. Der Kurs bleibt der alte.
Littwinoff über den Kaager Mißerfolg.
Haag, 21. Juli. Littwinoff hat gestern nach Schluß der ftuuferejiâ bie.&u^
Delegation über die durch den Abbruch der Ver- Handlungen geschaffene Lage auseinandergesetzt. Die russische Regierung wünsche, mit allen Staaten Europas zu einer Verständigung zu kommen. Aber die hier gemachten Erfahrungen bewiesen, daß der Weg dazu geeignet sei, nur Schritt für Schritt vorzugehen. Auf eine Frage antwortete Littwinoff, dies bedeute Einzelverhandlungen mit den dazu geeigneten Staaten.
Das Marokko-Abkommen gefcheilerl.
Berlin, 21. Juli. Halbamtlich werden die Gründe mitgeteilt, die zum Scheitern des deutsch-belgischen Markabkommens geführt haben, nämlich die Weigerung Belgiens, das noch nicht liquidierte Baroermögen deutscher Staatsangehöriger freizugeben und die Forderuna bei der teilweisen Liquidation eines Vermögenskomplexes das freizugebende unbewegliche Eigentum mit den bereits von dem Sequester getilgten Schulden zu belasten.
Generalstreik ln Italien?
Mailand, 20. Juli. Der Zentralausschuß des Arbeiterverbandes hat die Proklamierung des Generalstreiks für ganz Italien beschlossen. Das Datum des Streiks soll aber erst festgesetzt werden.
— Reichskanzler Dr. Wirth wird sich nach Beendigung der Verhandlungen im Auswärtigen Ausschuß Mitte nächster Woche zu einem längeren Erholungsurlaub nach Süddeutschland begeben.
— Der Bankerott der Städte. In der gestri- gen Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung wies der Kämmerer Dr. Kading erneut auf die Finanzlage der deutschen Städte hin. Infolge der katastrophalen Geldentwertung sei die Lage Berlins verzweifelt. Den Ministerien im Reiche und Staat Habs erklärt werden müssen, daß, wenn nicht in allernächster Zeit Durchgreifendes für die Städte geschehe, daß diese dann nicht wissen, wie sie über dèn Zeitpunkt der Geldzählung am 10. Oktober hinauskommen sollen.
— Die Teuerung in Wien. Infolge der vermehrten Geldentwertung ist seit Mittwoch eine Brotpreiserhöhung auf 2170 Kronen eingetreten. Eine weitere Verteuerung des Brotpreises steht bevor. Die übrigen Lebensmittel, wie Fett, Zucker und Mehl, verteuerten sich in der gleichen Weise.
— Die Kämpfe in Irland. In Limerick und Waterford in Irland sind heftige Gefechte im Gange. Die Beschießung Waterfords durch die Regierungstruppen begann amDienstag abend.
— Der Präsident der amerikanischen Eisen- bahncrsyndikate gibt bekannt, daß der Streik der Eisenbahner fortgesetzt werde, trotz hex Drohungen des Präsidenten Hardins.