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TcnnerjfCf, Len 20. Juli

Nr. 168

Lokales.

Hanau, 20. Juli.

JugenSwan-eru und Fugend­herbergen.

Schon öfter ist an dieser Stelle von dem Werte gesprochen, den das Wandern für un­sere Jugend in körperlicher und seelischer Hin­sicht hat. Auch auf die Voraussetzung eines erfolgreichen Jugendwanderns ist immer wie­der mit Nachdruck hingewiesen, nämlich auf die Jugendherbergen. Wir sind noch sehr weit von der Verwirklichung des Gedankens entfernt, ganz Deutschland mit einem dichten Netz von Herbergen zn überspannen. Ueberall sind noch große Lücken zu finden. Doch vorwärts geht es, trotz der Ungunst der Zeit. Leider gilt das nicht für unsere Heimat. Das Verständnis für die Notwendigkeit, unsere Jugend zur Natur zurückzuführen, dadurch ihre Gesundheit und Kraft zu stärken und die Liebe zu Heimatland und Heimatvolk zu wecken, läßt noch sehr zu wünschen übrig. Gewiß, ohne Opfer geht es nicht. Aber anderwärts werden sie gern ge­bracht. Vorbildliches leistet feit Jahren auf diesem Gebiet die Provinz Westfalen. Vereine und Behörden wetteifern in der Einrichtung von Jugendherbergen und haben es fertig ge­bracht, daß dieses Gebiet nahezu ein ideales Herberasnest besitzt. Erst neuerdings hat die Provinz mit einem Kostenaufwand von 300 000 Mark auf der Hohensyburg eine Muster­herberge geschaffen. Im nördlichen Teil der Provinz Hessen-Nassau nimmt die Entwicklung des Her^ergsnetzes einen künftigen Verlauf. Im Gebiet Niederhesscn-Waldeck ist die Zahl der vollständig eingerichteten Herbergen auf 21 ge­stiegen. Erfreuliche Erfolge hat jetzt auch der !Zweiganss-> Main-Lohn- Fulda (Gebbäfts- führer Rektor K. Schmitt, Frankfurt, Schwal- bacherstr. 80) aufzuweisen. Nachdem er früher besonders im Taunus gewirkt, hat er sich in den letzten Jahren der Rhön zugewandt. Dort find 8 Jugerâherbergen zu finden, nämlich in Gers­feld, Habertshof, Hilders, Sannerz, Tann, Wüstensochsen, Bronnzell und Fulda. Dazu kommt die auf der Wegscheide. Das zuver- läßigste Verzeichnis der Herbergen ist bas. vom Hauptausschuß für Deutsche Jugendherbergen herausgegebene: die Geschäftsstelle ' -^ndet sich in Hilchenbach-Westfalen. Sechs von den oben

genannten Herbergen einschließlich Weg­scheide wurden im Jahre 1921 von 2998 Per­sonen benutzt, darunter befinden sich 592 Knaben und 280 Mädchen aus Volksschulen. Biese Zahlen sind der beste Beweis für die Not­wendigkeit der Juoendb^rbergen. Jeder Kreis und jede Stadt sollte sich des segensreichen Werkes annehmen. In anzuerkennender Art unterstützt die Regierung alle Orte, die diesen Zweig der Jugendbewegung pflegen wollen. Für eine im Schloß zu Schmalkalden einzu­richtende Herberge bewilligte der Regierungs­präsident z. B. 30 000 Mark. Hoffentlich er­kennt auch die Stadt Hanau bald ihre Pflicht, eine Jugendherberge größeren Stiles zu schaffen. wp.

Negenlage.

Während es voriges Jahr um diese Zeit andauernd warm und beängstigend trocken war, ist heuer schon seit mehr als einer Woche das Wetter sehr unbeständig. Fast kein Tag ver­geht ohne Regen. Temperaturen bis zu 10' Grad sind jetzt an der Reihe und die Wetterkundigen meinen, daß das Tiefdruckgebiet, das sich infolge

eines Zusammentreffens zweier, von Norden und Süden kommenden Tiefdruckgebiete über der südlichen Ostsee zusammengezogen hat, in den nächsten Tagen noch nicht abziehen wird. Jnfolgedeffen dürften die Regenfälle vorerst noch nicht nachlassen. Trübe Aussichten für alle, die für teures Geld heute mit Kind und Kegel in der Sommerfrische sitzen und frieren müssen. Nun sind die Hundstage, die am 23., also in wenigen Tagen beginnen sollen, der letzte Trost. Sie sollen die größte Hitze des Jahres mit sich bringen; vorläufig aber scheint daran nicht zu denken zu sein.

* Fahrpreisermäßigung zugunsten der öffenklichen Krankenpflege. Auf einen Antrag des Zentralkomitees des Preußischen Landes­vereins vom Roten Kreuz hin hat der Reichs­verkehrsminister Anweisung gegeben, daß die jetzigen Tarifbestimmungen über Fahrpreiser­mäßigung zugunsten der öffentlichen Kranken­pflege auf das Pflegepersonal vom Roten Kreuz insoweit angewandt werden, als dieses die Krankenpflege im Hauptberuf ausübt. Außer­dem ist die Fahrpreisermäßigung zugunsten der öffentlichen Krankenpflege und der Magda- lenenstifte sowie für mittellose Kranke und an­dere hilfsbedürftige Personen auf die 4. Wagen­klasse ausgedehnt worden. Mit Rücksicht auf die beginnende Reisezeit hat der Reichsverkehrs­minister bestimmt, daß die Ausdehnung der Fahrpreisermäßigung fchon mit Wirkung vom 15. Juli an auf die Reichsbahn in Kraft tritt.

* Verbot der deutsch-österreichischen Skuden- kenkagung. Das Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau teilt mit:Die von den auf anti- emitischer Grundlage stehenden Gruppen der reutschen und österreichischen Studentenschaft ür Ende Juli d. Js. nach Marburg einberufene Studententagung wird hiermit auf Grund des allgemeinen preußischen Landrechts II, 17, 10 und auf Grund der Verordnung des Reichs­präsidenten zum Schutze der Republik vom 26. Juni d. Js. verboten.

* Infolge der häufigen Postgebührener­höhungen der letzten Jahre und der Ueberlastung der Reichsdruckerei ist es nicht möglich gewesen, )ie jeweils erforderlichen neuen Markenwerte tets rechtzeitig herzustellen; einige Werte der Zermaniausgâbe haben daher aushilfsweise im Verkehr belassen werden müssen. Der Verkauf der noch vorhandenen Germaniamarken, es handelt sich in der Hauptsache um solche zu

75 Pfg., VA Mk. und 4 Mk., wird nunmehr mit Ablauf des Monats September bei den Postanstalten eingestellt werden. Sämtliche Germaniamarken verlieren mit dem 31. Oktober

dieses Jahres ihre Gültigkeit" 5n"bw ßänben-y^

können bis zu rmMnnge^ Ben

hioforn Tnn» nonon anher» sRnffmortseisbon ^ Revolution über den Verbrecher-Pra rdenten einer diesem Doge gegen andere^ Postwertzeichen zum Republik und ein Sieg der Liebe, alles dar vereinigt Nennwert umgetauscht werden. __ das Rieientchlaaer-Werk..Das Attentat". welckes das

Hk. 9400 Proz. Goldzollaufgeld. Auf Grund der Bestimmungen des Herrn Reichsfinanz­ministers, daß das Goldzollaufgeld dem jeweili­gen Stande des Dollars angepaßt werden soll, ist das Aufgeld für die Woche vom 19. bis 25. Juli auf 9400 Proz. festgesetzt, es wird also das 95fad)e des Friedenszolles erhoben.

Hk. Lin- und Ausfuhr nach und von dem polnischen Oberfchlesien. Infolge der durch die Teilung Oberschlesiens entstandenen neuen Zoll­grenze sind für die gesamte Ein- und Ausfuhr nach und von dem polnisch gewordenen Teile Oberschlesiens Ein- bezw. 'Ausfuhrgenehmi­gungen erforderlich. Der Herr Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung hat zur er­leichterten Abwicklung des Verkehrs einen Dele­gierten in Oppeln bestellt, der der Handels­

kammer angegliedert ist und dessen Zuständig­keit allerdings nur auf gewisse fest umgrenzte Fälle beschränkt ist. Die einzelnen diesbezüg­lichen Bestimmungen sind in einem Rund­schreiben niedergelegt, das auf der Geschäfts­stelle Hanau der Handelskammer Frankfurt a. Main-Hanau jederzeit eingesehen werden kann.

* Falsche Reichsbanknoken. Es befinden sich falsche Reichsbanknoten zu 50 Mark der Aus­gabe vom 23. Juli 1920 im Umlauf. Die falschen Noten sind dadurch erkenntlich, daß das Papier glatter und schwächer als das echte ist, Wasser­zeichen und Faserstreifen fehlen, und die Falsch- stücke seitlich 0,5 Zentimeter kleiner sind. Auf der Vorderseite ist das Druckbild verschwommen auch fehlen die braunen Stempel und Num­mern. Auf der Rückseite ist das Originalbild ebenfalls ungleichmäßig verschwommen, der rote Schutzdruck ist zu klein und in körniger Farbe eingedruckt, auch fehlen hier ebenfalls die braunen Nummern.

* Unnützes Beschreiben des Papiergeldes. Es bürgert sich immer mehr die Unsitte ein, die Banknoten, besonders die neuen weißen Hun­dertmarkscheine, zu beschreiben. Oft sind alle Ränder mit Rechenexempeln, Mitteilung und Grüßen usw. bemalt. Derartig vorsätzlich un­brauchbar gemachtes Papiergeld ist ungültig und wird von keiner amtlichen Kasse in Zah­lung genommen, selbst die Reichsbank lehnt die Einlösung ab. Deshalb ist bei der Annahme solcher Scheine Vorsicht geboten.

* Evang. Kasino. Wir laden unsere Mit­glieder und deren Frauen ganz besonders zu einer Zusammenkunft für heute (Donnerstag) 8% Uhr im Evang. Dereinshaus ein, da wir zur Frage: Beschaffung von Winterkartoffeln Stellung nehmen wollen.

* Der Zenkralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine hält seinen Verbandstag vom 4. bis 8. August in München ab. Verhand­lungsgegenstände sind: Das Reichsmietengesetz. Berichtefftatter Justizrat Dr. Baumert (Span­dau). Die Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengesetz. Stadtrat Humar (Mün­chen). Der Entwurf zum Gesetz über Mieter- chutz und Einigungsämter. Landtagsabgeord- reter Professor Dr.' Bredt (Marburg). Die Wohnungsmangelverordnung. Rechtsanwalt ^ddelbüttel (Hamburg). Die notwendige Zu- ammenarbeit der städtischen und ländlichen Be- wlkerung zur Herbeiführung geregelter wirt- chaftlicher Verhältnisse. Freiherr von Richt- tofen, Mitglied des vorläufigen Reichswirt-

chaftsrates. Außerdem finden Beratungen über Satzungsänderungen usw. statt.

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das Riesenschlager-WerkDas Attentat", welches das morgen beginnende Programm der Asli in seinem

ersten Teil bestreitet, in sich. ES ist keine Fräse mehr, daß der Film dem Publikum sehr gefallen wird, denn die eigentlichen Helden dieser Spiels sind ein 6« bis Zjâbrizes Mädchen, daS Fabelhaftes leistet, und ein vorzüglich dressierter Hund,her. Sieger". Die Kleine spielt mit überraschendem Können Marianne Stawnio. Die Träger der übrigen Hauptrollen: Sascha Gura, Adalbert von Schlettow und Robert Scholz. Die überaus hübschen Aufnahmen werden die allge­meine Bewunderung erregen. Im zweiten Teil des Weltstadtprogramms kommt ein Lustspiel auf die Leinwand, das seinesgleichen noch nicht gefunden hat und nicht finden wird.Joe Martin und der Alkohol". Die Hauptrolle spielt der AffenmenschJoe Martin", die größte Lustspielkanone Amerikas. In der Hand­lung kann man sich der fabelhaften Komik dieser Originalster» nicht mehr erwehren, man ist förmlich zu unausgesetztem Lachen verurteilt.

sammensein statt, wobei noch 19 Kameraden mit lOjähriger Mitgliedschaft und 11 mit 25- ähriger Mitgliedschaft durch Ueberreichung von Diplomen geehrt wurden. Mitglieder vom Verein der Bayern aus Hanau und Frankfurt führten Schuhplattlertänze auf, einige Kame­raden trugen humoristische Lieder vor (inzwi- chen wurde fleißig getanzt) und so nahte der Augenblick des Abschiehnehmens nur allzu früh heran. Mit dem frohen Gefühl, bei all dem Ernst der Sache auch noch einige recht ver­gnügte und angenehme Stunden in Dörnig­heim verlebt zu haben, kam man zum Schluß. Den Freiwilligen, Sanitätskolonnen aber möch­ten wir zurufen, in ihrem menschenfreundlichen Wirken nicht zu erlahmen. Vielmehr muß die wohlgelungene Uebung ein neuer Ansporn ein, weiter auf dem Wege zu f^: ..... 'ch vorgezeichnet haben: ein Hel bedürftigen Menschheit zu sein.

ireiten, den sie

»elfer der hilss-

KreisüdunF der Vereinigten SanUäts' Kolonnen vom Roten Kreuz.

Am Sonntag, 16. Juli veranstalteten di- vereinigten freiwilligen Kolonnen vom Roten i Kreuz eine große öffentliche Kreisübung int » Hochstädter Wald, in der Nähe der Station s Hochstadt-Därnigheim, unter Beteiligung der : Kolonnne von Dörnigheim, Fechenheim, Hanau, I Bergen, Langenselbold, Windecken, Dietesheim i und Mühlheim. Ferner waren anwesend die i Kolonnenärzte Dr. Stahl (Dörnigheim), Kreis, j inspektor Sanitätsrat Dr. Kitffteiner (Hanau) ! und Kreis-Medizinalrat Dr. Schulze (Hanau), ) Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Der Uebung , lag folgender Gedanke zu Grunde: Eine im Walde zwischen Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim ) im Waldgelände rechts der Straße Hochstadt s aufgestabelte Munition gelangte zur Explosion | und hat eine große Zahl von Schwer- und | Leichtverletzten zur Folge gehabt. Da die Straße Hochstadt (Unglücksstelle) gefährdet ist, | kann der Zugang nur von Dörnigheim erfol- i gen. Die Kolonne Dörnigheim alarmierte s sämtliche Kreiskolonnen, die teils zu Rad, teils | mit fahrplanmäßigen Zügen und bespannten I Wagen, Autos usw. zur Unfallstelle eilen und f begeben sich auf die Suche nach Verletzten.

Außerordentlich geschäftig, schnell und ge> | schickt gingen die einzelnen Gruppen und s Mannschaften ans Werk, so daß es eine Freude I war, diesem schönen Hilfswerk zusehen zu k können. Später eintreffende Mannschaften I wurden mit mittlerweile eingetroffenen Trag- | bahren nach der Unfallstelle gesandt, um die s Verletzten nach dem im Bahnhof eingerichteten I Verbandsraume zu überführen. Die Schwer- i verletzten wurden in zwei bereitstehenden f leeren Güterwagen recht vorteilhaft und fach- ' gemäß untergebracht. Die Kritik fand an- f schließend statt. Die anwesenden Aerzte ließen k

durch Herrn Sanitätsrat Dr. Kitffteiner ihre Befriedigung über den wohlgelungenen Ver­lauf dieser Uebung feftftelten, wobei besonders betont wurde, daß das Anlegen der Verbände sowie die einzelnen Handgriffe usw. rech! musterhaft und mit großem Verständnis für eine edle Sache zur Ausführung gelangten. Später fand dann im Lokale zur 'Mainlust ein Vortrag von Herrn Dr. Stahl (Dörnigheim) über Geschlechtskrankheiten statt. Mit Recht betonte der Redner, daß es Pflicht eines jeden einzelnen fein muß, den schärfsten Kamps gegen den schlimmsten Feind der Menschheit aufzunehmen. Unter Zuhilfenahme von Ab­bildungen über das verheerende Wirken der Krankheit konnte der Vortragende recht an­schaulich den Zuhörern diese Geißel der Menschheit vor Augen führen. Reicher Beifall

Ein Frühlingsiraum.

Eine Erzäblnng aus dem Leben von Fr. Lehne.

58. Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

Ganz noch nicht! Nicht wahr, Sie gehen der Herr Hauptmann wird schon nichts dagegen haben, wenn Sie auch ohne erst zu fragen gehen!"

Der nicht aber die Madame! Na, fchad't dann auch nicht!" Eilig machte er sich dann auf den Weg. Mittlerweile kam Doktor Kornelius.

Schwester Konsuelo, um Himmelswillen was ist denn?" rief er erschreckt aus,wie kom­men Sie hierher was ist? Weiß Frau von Wolfsburg?"

Nichts ist, Herr Doktor," sagte sie mit einem schwacyen Versuch zu lächeln,nichts. Sie ließen auf sich warten, und ich wollte unter­dessen gehen. Bin aber doch etwas abgespannt und lasse mir eben einen Wagen holen; ich kam nicht bis zu jener Bank dort! Bitte, ja nichts oben davon sagen!"

Erregt und ängstlich stand er neben ihr. Machen Sie keine Geschichten, Konsuelo! Un­ser kleiner Patient ist außer Gefahr, und Sie werden mir krank! Nachher komme ich gleich mit vor!"

Mittlerweile kam der Wagen vorgefahren, und er war ihr beim Einsteigen hehilflich. Dann ging er hinauf und sagte Bescheid, daß am Spät­nachmittag Schwester Hanna kommen würde. Mit ernster Miene fügte er hinzu, daß er um Schwester Konsuelo große Angst hätte; sie wäre nicht fähig gewesen, zu Fuß nach Hause zu gehen; halb ohnmächtig hätte er sie auf der Treppe sitzend gefunden.

Mit großer Sorge hörte es Wolf und spöt­tisch bemerkte Ella, als der Arzt gegangen: »Auch Doktor Kornelius scheint sich in das hübsche Lärvchen von Fräulein Winters ver­gafft zu haben und von dem sanften Wesen blenden au lassen. Wenn er wüßte, was für

eine bewegte Vergangenheit die sogenannte I Schwester Konsuelo welch töncr.ber Name!

hinter sich hat! Du schweigst? Bist wohl auch über die Dreistigkeit erstaunt, in unser Haus zu kommen? Was denkst Du eigentlich?"

Das werde ich Dir sagen, was ich beab­sichtige, wenn Hasso wieder gesund ist; vor­läufig habe i' keinen Sinn für etwas anderes! Was ich denke? daß es schon eine Ent­weihung für Schwester Konsuelo ist, wenn Du ihren Namen überhaupt nur aussvrichst daß Du nicht wert bist, dem engelgleichen Geschöpf die Schuhriemen zu lösen!" Damit ging er hin­aus, Gabriele ihrer ohnmächtigen Wut über­lassend; seine Ruhe, die allerdings nur äußer­lich war, erbitterte sie aufs äußerste.

Frau Doktor Hamann war Mary beim Auskleiden behilflich, die kaum die Hände rühren konnte vor Schwäche wie eine gebrochene Blume hing sie in dem Arm der kleinen rund­lichen Frau.Sie armes Herzel, haben wohl schwere Nächte gehabt?" Dr. Kornelius hat mir immer Bericht erstatten müssen! Aber Gott sei Dank, das Kind ist ja gerettet!" Mary nickte nur; zum Sprechen war sie zu schwach. End­lich konnte sie sich wohlig im Bett ausdehnen; das Gesichtchen war so heiß wie das Kissen.

Ah, das tut gut," sagte sie leise, tief auf­atmend,wie will ich schön schlafen."

Zärtlich strich Frau Hamann durch das ge­löste Haar ihres Lieblings.Ja, schlafen Sie, wie wird Ihnen das gut tun," und sie küßte sie auf die klare Stirn. Mary schloß müde die Augen, und bald verkündeten ihre tiefen Atem­züge der lauschenden kleinen Frau, daß sie ein­geschlafen war.--

Es war einige Tage später. Mary saß am Fenster des Wohnzimmer mit einer leichten Handarbeit beschäftigt. Es war ihr wieder so weit ganz wohl, wenn sie auch noch sehr blaß war. Die schlaflosen Nackte und die Autreaun-

gen der letzten Tage hatten zusammen gewirkt, daß ihre Nerven versagten. Gabrieles höhnische Worte beim Abschied hatten ihr unsägliches Weh bereitet, und sie kam auch nicht davon los; es hatte sie zu sehr gekränkt. Zwei Tage hatte sie fast ununterbrochen geschlafen und sich dadurch wenigstens etwas erholt.Dacht ich's doch," sagte da Frau Hamann eintretend und ihr die Arbeit aus der Hand nehmend,dacht ich's doch! Sie sollen doch nichts tun, Kindchen! Aber immer ungehorsam!"

O, das dürfen Sie nicht sagen, Tantchen, so fügsam war ich doch, daß Sie keinen Grund zur Klage haben!" erwiderte Mary lächelnd, nun bin ich aber wieder gesund"

So weit sind wir noch nicht! Ich sage Ihnen, wir alle haben uns recht gesorgt um Sie, vor allem aber, na, Sie wissen schon wer wirk­lich rührend war es!"

Eine Wolke erschien auf Marys klarer Stirn; sie senkte die Augen.

Ja, Kindchen, nehmen Sie es nicht übel, aber wie ich den guten Kornelius mit Tränen in den Augen sah ach Gott, nein"

Liebste, Beste, quälen Sie mich doch nicht so! Ich bitte Sie! Jetzt fühle ich mich wieder kräftig und kann von neuem meiner Pflicht nachkömmen; mir hatte nur der Schlaf gefehlt! Wie geht es übrigens meinem kleinen Patien­ten? Hot Kornelius von ihm erzählt?"

Frau Hamann schwieg; sie wußte nicht gleich was sie sagen sollte.

zählt?" lßte nicht gleich

Nun, Sie sagen nichts? Also nicht beson­ders? So sprechen Sie doch!" drängte Mary angstvoll.

Doktor Kornelius ist nicht so recht zufrie­den," meinte die Ängeredete zögernd.

Nicht und warum nicht?" Das Herz schlug ihr so heftig in der Brust, daß sie unwill­kürlich die Hand darauf legte. Hasso war ihr so teuer geworden, daß sie freudig alles hingege­ben hätte. ibn au retten.

, kann ich Ihnen nicht so auseinander- setzen, Kind! Fragen Sie ihn selbst: er ist heute mittag unser Gast. Wissen Sie auch, was es gibt? Gänsebraten! zur Feier des Tages!"

Wie lieb von Ihnen," sagte Mary zer­streut; ihre Gedanken weilten an Hassos Kran­kenbett, und sie sah Wolf in seiner Angst vor sich.

ia-

Ja, und Sie können vielleicht auch den Spender der Blumen erraten, die heute morgen vor ihrem Bette standen," plauderte Frau Ho m&nn weiter doch ohne daß es ihr gelungen wäre, Mary aus ihrer Zerstreutheit zu bringen, âr Ausdruck ihres Gesichts war sorgenvoll am liebsten wäre sie wieder zu Hasso geeilt, ihn gesund zu pflegen; aber der Weg dahin war iho ja verschlossen nie konnte sie den Fuß wieder über die Schwelle jenes Hauses setzen, dessen Hausfrau ihr statt eines guten dankenden Worts die bitterste Kränkung ins Gesicht geschleudert!

Zu Mittag verhehlte ihr Doktor Kornelius denn auch nicht auf ihr Drängen hin, daß Hassos Zustand sich wieder verschlimmert hatte, vor allem hätte er eine große Abneigung gegov Schwester Hanna und gegen seine' Mutter " er verlangte ständig nach der anderen Tante, die doch hatte wiederkommen wollen und dool nicht Wort gehalten hatte!Frau von Walst' bürg ist auch die denkbar schlechteste Kranke«' Pflegerin; statt das Kind zu beruhigen, regt sie es durch ihr Jammern und Klagen noch wem auf; der Hauptmann sieht krank, elend aus un» sagt kein Wort--mir graut förmlich vor der Luft, die mir aus diesem Hause entgegn; weht! Heut' abend gehe ich noch mal schloß der junge Arzt, wenn ich den Knave« nur durchbrächte; wie wollte ich Gott danm für diese Gnade!"

Putzt eure Öfen nur mif ^amM^