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* Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 3. bis 10. Juli ds. Js. zum Preise von 1500 Mark für ein ^manügmarkstück, 750 Mark für ein Zehnmarkstück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise ge­zahlt. Der Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post erfolgt vom 3. bis 10. Juli ds. Js. bis auf weiteres zum 35fachen Betrag des Nennwertes.

* Tagung des Bundes der Sunstgewerbe- fchulmänner. Im Anschluß an die Tagung des Deutschen Gewerbeschulverbandes in Frankfurt am Main tagte der Bund der Kunstgewerbe- fchulmänner, dem heute bis auf ein paar nicht­preußische Schulen alle Kunstgewerbefchulen des Reiches angehören. In mehrtägigen Ver­handlungen wurde wertvolle Arbeit geleistet. Zu den einzelnen Referaten nahm in klaren, lebendigen Ausführungen Ministerialdirektor von Seefeld, als Vertreter des Handelsministers Stellung. Seine Ausführungen bewiesen, mit welchem Verständnis die Behörde alle Arbeit, die dem gewerblichen Nachwuchs gewidmet ist, unterstützt. Eine Ausstellung von Schülerarbei­ten verschiedener Kunstgewerbeschulen gab wertvolle Anregungen für den weiteren Aus­bau der Fachschulen, die mehr und mehr eine wichtige Stellung in unserem Wirtschaftsleben einnehmen werden. Der bisherige verdienstvolle Vorfitzende des Bundes, Prof. Busch, wurde als Regierungs- und Gewerbeschulrat in den Schulaufsichtsdienst berufen. Sein Nachfolger wurde Prof. Poetter, Esten.

* Sommernachtsball in Wilhelmsbad. Als erfreuliche Tatsache fei verbucht, daß viele dem Ruf des R. C. W. Folge leisteten, um wie in geschloffener Familie ein Sommernachtfest im wahrsten Sinne des Wortes zu feiern. So brauchte denn auch der 1. Vorsitzende des Klubs, Herr L. Listmann, nicht lange nach Worten zu suchen, um mit der ihm eigenen Herzlichkeit die befreundeten Vereine, Gönner, sowie alle Mit­glieder zu begrüßen und willkommen zu heißen. Das All heil, welches er zum Schluß den Gästen und dem schönen Radsport im Beson­deren brachte, fand Widerhall in sämtlichen Herzen und klang aus in einem einzigen be­geisterten Jubelschrei der Versammelten. Möge es immer so bleiben. Mit diesem innigen Wunsche trat man den schon längere Zeit von der goldenen Morgensonne beschienenen Heim­weg an.

* Modernes Theater. Der Film „Aus den Geheimnissen eines Frauenarztes" hat auch in Hanau zu einem großen Erfolg geführt, sodaß wir den Besuch der letzten Aufführungen des ersten Teiles nur empfehlen können.

Van-Kreis âanLM

Langendiebach, 3. Juli. (Protestver­sammlung.) heute abend 9 Uhr findet im Saale zur Krone eine öffentliche Protestver­sammlung statt, in welcher Herr Generalsekretär Körber von der Deutschen Demokratischen Partei Frankfurt über den politischen Mord und den deutschen Volksstaat sprechen wird. Alle Männer und Frauen aller Richtungen und Schichten, besonders diejenigen, die auf dem Boden der Verfassung stehen, sind hierzu ein­geladen.

g. Mitkelbuchen, 2. Juli. (Frecher Dieb- st a h l). In der vergangenen Nacht drangen in Anwesenheit des Schäfers Diebe in den Schaf­pferch, raubten 2 Schafe, die sie an Ort und Stelle kunstgerecht abschlachteten und suchten mit der Beute das Weite. Man ist den Dieben aber bereits auf der Spur.

Aus Nah uns Fern.

Castel, 1. Juli. Dieser Tage wurde im nahen Dörnberg ein schwerer Raubüberfall verübt. Während die Familie eines dortigen Einwoh­ners auf dem Felde war, drang ein junger Mann in das Haus ein, in dem sich lediglich die sechzehnjährige Tochter Elise aufhielt. Er überfiel rücklings das Mädchen, versetzte ihm. einen betäubenden Schlag gegen das Kinn, band dann beide Hände auf den Rücken fest, schnürte hierauf beide Beine zusammen und preßte dem Mädchen, um es am Schreien zu verhindern, ein Taschentuch in den Mund. Dann schleppte er die so wehrlos gemachte nach dem ersten Stock des Hauses in die Wurllkam- mer und sperrte sie dort ein. In aller Seelen­ruhe durchsuchte er nunmehr das Haus und raubte 6000 Mark. Die sofort benachrichtete Casseler Kriminalpolizei entwickelte eine rührige Tätigkeit und sie ermittelte, daß lediglich der 15 ^yre alte Arbeiter Hermann Schäfer aus Witten in Betracht kommen konnte. Dieser war auf dem Realgymnasium gewesen, hielt sich aber nicht und wurde dann nach Cassel zu einem Bekannten gebracht, der ihn zu einem anständigen Menschen erziehen sollte. Nac Zwei Tagen war er aber bereits wieder auf der Straße und trieb sich seitdem umher. Am letzten Sonntag erschien er in Dörnberg zu einem Tanzveronügen und blieb in dem Orte. Am Donnerstag beobachteten nun Beamte der Kriminalpolizei in einer engen Gasse der Alt- sladt einen jungen Mann, der öfters mit ^wafer zusammengewesen war. Dieser stand bei^ gewissen Frauenzimmern. Die Beamten griffen zu und fanden Schäfer in dem Hause vor. Er wurde festgenommen und dem Polizei- Präsidium zugeführt, wo dann festgestellt wurde, daß Schäfer mit seinem Freunde zusammen vach Berlin gefahren war. Dort verputzten sie beide das Geld und kehrten vorgestern wieder nach Cassel zurück. Im Besitz Schäfers befanden tzct! nur noch 1.50 Mark.

Griesheim b. D., 1. Juli. hier hat ein Knabe im Alter von 16 Jahren feiner Mutter mehrere tausend Mark aus der Wohnung ent« wendest Der Junge war erst vor kurzem aus der GräfrnhSufer Erziehungsanstalt entlassen worden.

Garbenkeich, 30. Juni. Der bei der Firma B 'erus in Wetzlar in Arbeit stehende 48jähr. Maurer W'"bott von hier ist im Walzwerk tödlich verunglückt. Er wurde von einer an einem Kran hochgezogenen und abstürzenden Walze so unglücklich getroffen, daß der Tod nach wenigen Augenblicken eintrat. Der Ver- ung'lckte war lange Jahre an der Bahn be­dienstet, gab aber dann diese Stellung auf, um

.selbständig zu betätigen. Vor Jahren vcr- unr" ''" Hn erwachsener Sobn an der Bahn tödlich, indem er von einem Zug überfahren wurde. Der niher sehr wohlbabenden, jetzt aber in dürftigen Verhältnissen stehenden und nun ihres Ernährers beraubten Familie wendet sich allseitige Teilnahme zu.

Pforzheim, 30. Juni. Am 29. Juni wurde ein 65 Jahre alter hiesiger Fabrikant an der Ecke Dillsteiner- und Jähnstraße, als er die Straßenkreuzung passieren wollte, von einem die Schwarzwaldstraße herunkerkommenden Radfahrer umgefahren. Er fiel mit dem Hinter- kopf auf den Gehweg und starb an den Folgen der Verletzung auf dem Transport nach dem Krankenhaus. Der Radfahrer kam ebenfalls zu Fall und zog sich am Unterkiefer und an den Zähnen so schwere Verletzungen zu, daß feine Verbring'!ng ins Krankenbaus erfolgen mußte.

Staufen, 30. Juni. Wie das „St. Tgbl." berichtet, hat der 18jährige Metzgerlehrling Schantelmein aus Freiburg im Verlaufe eines Streites den lOjähriaen Mebgerlehrling Blei­fuß erstochen. Die beiden waren bei Metzger- meister Eckerle in Krozingen in Lehre. Der Er­stochene stürzte noch zu seinem Meister in den Laden und rief ihm zu, daß Schantelmein ihn in die Brust gestorben habe, um dann tot zu­sammenzubrechen. Der jugendliche Mörder wurde verhaftet.

Eisenach, 30. Juni. Zwei schwere Jungen konnte die hiesige Polizei dieser Tage hier fest­nehmen, nämlich den angeblichen Handlungs­gehilfen Willi Schoppa aus Königshütte in Oberschlesien und den angeblichen Schlosser Theodor Pietrzik aus Mollna (Kr. Lublinitz). Bei der Vernehmung gaben sie zu, einen Ein­bruch zum Schaden der hiesigen Firma M. be« gangen zu haben, wobei ihnen Tennisstoffe im Werte von 10 000 Mk. in die Hände gefallen waren. Ferner haben sie in der Nacht zum 16. Jupi in Gotha einen Einbruch verübt, wobei ihnen Waren im Werte von 60 000 Mk. in die

"efielen. Einige weitere Einbrüche, die hier in fester Zeit verübt wurden, dürften eben­falls -us ihr Konto zu fetzen sein.

Köulgsieiu, 2. Just. Ein junger Mann, der wegen Zrchvrclltrei fes!gen»mmen Ivar, machte während de? TräuShortes nach Leni Gefängnis einen Flucht­versuch und ging dabei gegen den Beamten tätlich vor. Dieser musste von seiner Waffe Gebrauch machen und verletzte den Mann so schwer, daß er nach der Ein­lieferung ins Krankenhaus verstarb.

Maar, kOberbrffcn) 2. Juli. Die meisten der hier beschäftigten Landwirtschaftsgehilsen legten bie Arbeit nieder, da die Arbeitgeber bie geforderte Lohn- nackforderuug nicht bewilligten. Auch in dem nahen Reuters streiken einige Knechte.

rfibeim v. ». RoSn, 2. Juki. Louis Reichardt aus New-Pork, dessen Vater ein ge Bit t'ger Ostheimer ist, hat dem Pfarramt 20000 Mk. Air die Krieger- Ehrentafel ■ überwiesen.

Spietptan ber Staßfurter Thraker.

Opernhaus. Montag, 3. Juli, 7 Uhr: „Der Freischütz". — Dienstag, 4. Juli, 7 Uhr: „Boccaccio". —Mittwoch, 5. Juli, 7 Uhr: „Das Rheingold". — Donnerstag. 6. Juli, 7 Uhr: „Die verkaufte Braut". — Freitag, 7. Juli, 7 Uhr: „Hoffmanns Erzählungen". — Samstag, 8. Juli, 6 Uhr: „Die Walküre". — Sonntag, 9 Juli: „Der Troubadour". — Montag, 10. Juli, 5% Uhr: „Siegfried". — Dienstag, 11. Juli, 7 Uhr: „Der blaue Mazur". — Mittwoch, 12. Juli, 5 Uhr: „Götterdämmerung". — Don­nerstag, 13. Juli, 7 Uhr: „Die verkaufte Braut". — Freitag, 14. Juli, 7 Uhr: „Barock", Tänze von Rameau; hierauf: „Don Pasquale". — Samstag, 15. Juli, 5 Uhr: „Die Meister­singer von Nürnberg. — Sonntag, 16. Juli, 7 Uhr: „Der blaue Mazur"

Schauspielhaus. Montag, 3. Juli, 7% Uhr: „Das weite Land". — Dienstag, 4. Juli, 7X> Uhr: „Das weite Land". — Mittwoch, 5. Juli, 7% Uh:: „Eine Frau ohne Bedeutung". — Donnerstag, 6. Juli, 7% Uhr: „Eine Fran ohne Bedeutung". — Freitag, 7. Juli, 7% Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung" — Samstag, 8. Juli, 7% Uhr: „Eine Frau ohne Bsdeutung". — Sonntag. 9. Juli, 7% Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung". — Montag, 10. Juli, 7% Ubr: „Lady Windermeres Fächer. — Dienstag, 11. Juli, 7k Uhr: „Lady Windermeres Fächer". — Mittwoch. 12. Juli, 7% Uhr: „Lady Winder­meres Fächer".

.... ......- — imu iMimcgreBEaKZa^^ PoMMe Nachrichten.

Tatsachen und Ziffern.

Die amtlichen statistischen VeroffenUichungen des deutschen Reiches über die Finanzgebarung geben ein zuverlässiges Bild unserer geldlichen Lage. Siezeigen, daß die Steuerkraft über­spannt ist, daß sich, ohne den Bogen zu zer­brechen, einfach nicht mehr herausbolen läßt. Die Gesamteinnahmen betragen bis Mitte Juni 80,8 Milliarden, die Eesmw ausgaben ebenfalls 50,8 Milliarden Mark. Jedoch ist der Ausgleich nur durch die Erhöhung der schwebenden Schuld heraeftefO worden, die seit dem 1. Avril

um über 20 ^.tiliarben Mark zunahm. Auch das ist noch nicht alles. Der Papiergeldumlauf hat ebenfalls eine beträchtliche Erhöhung er­fahren, was bei der Beurteilung der Finanz­gebarung nicht außer Acht gelassen werden darf. Die schwebende Schuld hat nunmehr die Summe von 300 Milliarden Mark erreicht, wo­zu noch ein Notenumlauf von fast 170 Milliar­den Mark kommt. Für die Erfüllung des Friedensvertrages ist ein eigener Haushalt auf­gestellt worden, der ausweist, daß seit 1.. April bis Mitte Juni für die Ausführung rund 21,3 Milliarden Mark aufgewandt worden sind. Wenn sich die Finanzgebarung in diesem Gleise weiter entwickelt, so wird man beim Jahresab­schluß im März 1923 den Haushalt mit Ein­nahmen und Ausgaben im Gesamtbetrag von 250 Milliarden Mark ausgleicben müssen. Je­doch ist noch mit einer wesentlichen Verschiebung der Ziffern zu rechnen. Die Geldentwertung er­zwingt erhöhte Ausgaben für die allgemeine Reichsverwaltung, ohne daß es möglich ist, dieses auf der anderen Seite durch neue Steuern zu decken. Gewiß auch die Steuerein­gänge steigen im Maße der Geldentwertung, aber nicht entfernt so hock, um die notwendigen Ausgaben abzugleichen. Die Erklärung hierfür liegt darin, daß die Wirtschaft im Jnlande unter dem Einfluß der Geldentwertung nicht gleich bleibt oder nicht gleich bleiben kann. Mit Händen ist es z. B. beim Eisenbahnverkehr zu greifen. Seit dem 1. April bis Mitte Juni haben die Eisenbahnen etwa 15 Milliarden Mark Ein­nahmen erzielt. Das ist ein'' unwahrscheinliche Summe, wenn damit der Gesamtertrag von 1912 verglichen wird. Die Betriebseinnahmen beliefen sich auf 3,4, die Ausgaben auf 2.3 Mil­liarden Goldmark, so daß ein Ueberschuh von 1,1 Milliarde Goldmark y^r^anden war. Jedoch kommt es darauf an, welche Leistungen die Eisenbahnen dafür ausführten. Leider fehlen hierfür die Vergleichszahlen.

Einnahmen und Ausnabe,! des Reiches ge­winnen aber erst dann ihre Bedeutung, wenn ihre Belastung für das Volkseinkommen zuver­lässig berechnet werden kann. Denn schließlich ist es ja das Volkseinkommen allein, das die Lasten zu tragen hat. Diese Berechnung ist des­halb schwierig oder unmöglich, weil die Geld­entwertung alle für heute errechneten Zahlen schon morgen nicht mehr gelten läßt. Wenn auch das Volkseinkommen scheinbar in Papiermark berechnet steigt, so wird es gerade wegen dieser Steigerung, richtiger Entwertung, in Wirklich-, seit geringer. Würde eine Geldmarkumrechnung möglich sein, so würde und müßte sich zeigen: daß das gesamte Einkommen des deutschen Borfes heute nicht einmal mehr 18 Wiarben Goldmark beträgt. Es ist ^r, daß es «n-msichts dieses Einkommens nicht eine Wiederher­stellungslast in Höhe von 2 bis 3 Milliarden Goldmark tragen kann, da sich bHe Summe nicht aus dem Ertrag leisten läßt, sondern nur aus dem V m’mensbeftanb.

Der Druck des „^rkter ".

Am 28. Juni waren drei Jahre seit „Fne- dens"schluß um. Wie die Verhältnisse in buten drei Jahren des „Friedens" sich für Deutschlauc. verschlechtert haben, darüber können einige Stichproben aus dem Haushaltbuch einer Ber­linerin belehren, deren Aufzeichnungen sich von denen einer Hanauerin höchstens dadurch unter­scheiden, daß bei dieser die Spannung zwischen 1914 und 1022 noch größer wäre.

Tagespreise im Vrot, vier Pfund Milch, ein Liter Eier, ein Stück Butter, ein Pfund Fleisch, ein Pfund Koks, ein Zentner Briketts, ein Zentner

Juni 1922 Mk. 16.30 „ 10.09 „ 5.40 „ 80.- „ 66.- „ 83.10 „ 65.50 „ 5.50

Juni Mk.

I 1919: . 1.35 0.56 1.30

12.— 4.50 7.85 4.70 0.47

0.40

Gas, ein Kubikmeter

Elektrisches Licht, 1 Std. „ v.»u „ '-^

Auf diese Weise machen sich die Folgen der Leistungen aus. dem Diktat von Versailles und dem Ultimatum für jeden deutschen Haushalt bemerkbar. Wessen Einkommen ist in gleichem Maße gestiegen? Hoffnungslos liegt die Zu­kunft auf dem ganzen deutschen Volke, wenn es nicht noch rechtzeitig gelingt, eine Abänderung der unmöglichen Bedingungen zu erreichen.

Für die Schwerer in den Tod. Der 60jährige Kaufmann Mayas in Breslau erschoß seine gleichalterige S Hwester und nahm sich selbst das Leben. Er wollte die Leiden seiner Schwester

7.20

abkürzen, die schwer am Krebs litt.

Der vertzängnisvvUe Warksturz.

Paris, 2. Juli. Der Berliner Berichterstatter Les „Journal" erfährt aus Pitorisierter Quelle, daß die deutsche Negierung die Absicht habe, das Garantie- komitee zu bitten, dringend bei den Alliierten zu inter­venieren, damit diese Deutschland finanziell zu Hilfe kommen. Die deutsche Regierung sei nicht in der Lage, den Kurzsturz der Mark zu verhindern. Bevor sie daran" denken könne, die Reparationen zu bezahlen, muffe, sie ihre eigene Bevölkerung ernähren, um eine Katastrophe zu vermeiden.

Der Bürgerkrieg in IrianS.

London. I.Juni. Die Dubliner Rebellen haben sich jetzt tu der Sackville-Street, der Hauptstraße bei Stadt, verschanzt und zwar in einem Gebäudeblock von zweihundert Meter Froukbreitc, wozu einige große Hotels geboren, die von den Gästen geräumt werden mußten. Die Rebellen find eifrig damit beschäftigt, diese Gebäude zu befestiaen und einen Tunnel zwischen ihnen zu graben. Mli^ glaubt, daß be Baiera dort das Kommanto führt. Die Freistaatler halten die gegenüberliegende Straßenseite besetzt. Während nachts »et Kampf ruht, wurde die Ruhe heute srüh durch den Angriff eines Panzerautomobilk aus die Freisiaattruppen unterbrochen. Diese erwiderten das Feuer destia. Darauf

•rplobierte eine Mne unter der Straße in der Mb des Automobils, wbne jedoch biefem Schaben uuiifügcn. — Der Stabschef der freistaatler ließ bekanntmachen, daß Plünderer sofort erschossen würden. Heute fnU’ ergaben sich fünfzig Rebellen in der Nähe dec ,f our Courts."

Bei den gestrigen Kämpfen in Dublin gab, es zwölf Tote und über hundert Verivnndete.

, In Drogheda wurde gestern heftig gekämpft, wo­bei die Eisenbalmbrücke gesprengt und damit bte Ver­bindung Dublins mit dem Norden abgeschnitten wurde. Auch ans brrschiedtncii Orten der südivestlichen Ohus« schäften werden Angriffe bet Rebellen auf die frei« ■ftaatler gemeldet.

Das irische Parlament hat sich bis zum 15. Juli vertagt.

— Der Vertrag von Rapallo. Der Aus­wärtig« Ausschuß des Reichstages, an dessen SamStag- Sitznnz Reichskanzler Dr. Wirth teilnahm, tat dem Rapallo-Vertrag zngestjmmt. Die Vertreter der Deutsch- nationalen enthielten sich der Abstimmung, da ihre Fraktion zu dem Vertrag noch nicht Stellung aeuov!- men habe.

Aus aller Welt.

Masfenerkrankungen in einem Mädchcvhestn. Aus Mülheim (Ruhr) wird gemeldet: Rätst l- hafte Massenerkr. ■ gen sind in diesen Tagen im St. Josephshaus in Mülheim, in dem junge Mädchen zu Kürsorgezwecken itrgesamt smd, plötzlich aufgetreten. Die Erkrankungen haben auch das Pflegepersonal ergriffen. Die sofort eingeleitete ärztliche Untersuchung hat die Ursache der Erkrankungen belang nicht fi­stelten können. Allein Anscheine nach ist sie auf den Genuß irgend welcher Gift enthal.nd / ©enuhn-fttef H-rsickzufübref'. ~ c chen ist an einem der letzen Tage von unbe­kannten Personen am Tore der Anstalt Süßig­keiten heimlich zirqesteckt worden. Die Unt-'ß- sÄsuM erstreckt sich jetzt darauf, ob die Süßig­keiten „giftige- Bestandteile enthalten H^b w können." Das -städtische Gesundheitsamt neigt der Ansicht zu, daß eine Fleischvergiftung ober eine gripvon artige Erkrankungsursacbc in frv kommt. Auf telephonische Benachrichtigung sind mehrere auswärtige ärztliche Spbzialistsn ei:;« getroffen, die mit der Feststellung der rä.T - haften Ursache der Massenerkrankungeii l - schäftigt sind. Von der Erkrankung sind bislang über 20 Insassen ergriffen r^-W Neun Mäd­chen sind bereits gestorben. Die Erkrankung scheint in den Fällen, in denen Pflegekräfte ir Mitleidenschaft gezogen sind, meist leichterer Art zu sein.

Vereiue, ^'sr amM«è"'on.

* Turn- und Fechttlub, Dereinskopelle. Heut« abend Künstlich 8 Uhr in unserer Turnhalle.

* Turngememde (Sport- und SflirWstMW! Heute abend 7 , Uhr: Antreten aller iDlitgltctW i i Sportkleidung im Vereinshaus. 591

* Geflügelzucbkoerein Hanan 1878. Mevstcm. abends 8 Uhr: Monntsrersammlunq im Gastho!!s znm Elefanten. AagMordpumgL Ber/chMenes. 3 r Verlosung kommen 1 Paar Straffer Tauben.

* fireisgrunne Hannu d-s Terbondes der fHm- mnnalbcamten und Angestellten Pr-ußens. 9Rc natsverfammlurm am Montag den 3. d. Ms., ah 8% Uhr, im Rest, zur Sonne, Marhtstraße. 881

* T. J. ft. Es ist Pflicht unserer iämtl'w^ Mitglieder, an ber heute abend stattfindenden Sieges­feier ckit Festzug sich «ollzähUa 31t- beteiligen. Türnet end Sportler erscheinen im Treß. Treffpunkt 7 Uhr Pfarrhaus. 603

* Turn- und ^echtklub. Siegesfeier; 7 Ur Abmarsch ber Abteilungen zum Westbalmhof. D>e Älitgliedcr werden gebeten, sich zahlreich zu betei­ligen. 61 'O

* Turnverein 1060. Die Turner werden ge­beten, sich heute abénb 7 Ubr in der „Kartbauiie" ciitjufinben, zwecks Teilnahme an der Siegesfeier. Die Sänger treffen sich K»/, Ubr $urnhalle, Iahn« straße. — Morgen abend 6 Ubr Aorsiaiidèsitzuuq, Turnplatz. 601

* Turngtmciude l«37. Abmarsch zur hemm n Siegerehrung 7V4 Uhr vom PeretiisUans mit pabii-.

* Tnrngcselljchnst Hanan e. V. 1631. liniere Mitglieder treffen sich zum festlichen Einzug ber Station« lieger und zu dem anschließenden Conuners in der" Halle des Turn- und Fechtkluv heute abend 71/« Uhr an ber Post. Anzug beliebig. Schüler- und Schüle- ritiNcii-Abtcilmig Turnanzug. *593

* Rads. - ClUV „SSanderer". Der Clich be­teiligt sich heute abend an dem offiziellen Empfang der Kampfspielteiliiehiiier mit anschließendem Umzugduc j Die Stadt. Treffpunkt aller Mitglieder 7 Uhr nvèhm. am „Goldnen Hecht". p94

* Wartbnrgverein. Jung - Wartburg molgsiu 7 Uhr. Heute 8 Uhr: Beteiligung am Festzug IMt« bahnhof. ool

* Turnabt. Mar. Jüngl. - Kongregation. Heute Montag abend 6 Uhr Schülerturnstunde, Trai­ning für das Hcrbstfcst. 692

* Erster Hananer Schwimmvcrein 1912. Am Mittwoch den d. Juli, ‘/,9 Uhr abends, Mn» ■alieberPetfammhiug imVerciuslokal „Restaurant Krieg", Eanbelbamm. Die Wichtigkeit ber Tagesordnung er» fordert zahlreiches Erscheinen. Tagesordnung: Werhe- jest am 9.7. und 10jähr. Stiftungsfest am 16.7. .116

* Rasfportverein 1912 (V. D. R ). MoutaK

3. Juli, 6 Uhr abends „Bahr. BierhaUe" äufammbn« fünft sämtlicher Fahrer und Fahrerinnen zwecks Be­teiligung an ber Abholung ber Sieger hiesiger Verein: aus- Berlin. 59;)

? Nrancnaruppe der Deutschen Zentrums- Partei, Ortsgruppe Hanau. Wir weisen unsere Mitglieder und die freunbiunen ber Partei auf die am kommenden Mittwoch im Gasthaus „Zum goldneu Hecht" stattfindende RtoiiatSversammlung mit Vortraj hin und bitten um zahlreiches Erscheinen. V?

* Theatral. Art. Bereinignug. Heute Lee- einsabend; ferner bitten wir die zur Prüfung hr stellten Damen und Herren heute pünktlich zu er-, scheinen. -^

* Turnverein Kefselstadt. Zur Seilnabme an bet ©tegerfeter, die vom T. R. f. L. für die StabionMmpfer einberufen wurde, treffen sich bie Djit- glieber um 7 Uhr an ber Turnhalle; Abmarsch 7* 1. Ubr. Die 1. Handballmannjchaft geht in ihrer Kleidung mit, deSgl. bte Jugendmannschait, alle übrigen Mu- glteber in Turnkleidung. Recht zahlreiche Beteilig.mg erwünscht. ^