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General-Anzeiger
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Nr. 153
MoMag den 3. Juli
1922
Das Neueste.
— Die Getreideumlage ist am Samstag in dritter lesung angenommen worden.
— Der beiden noch in Frage kommenden llatbenau - Mörder hat man noch nicht habhaft Derben können.
— Die christlichen Gewerkschaften, sowie die Demokraten lehnen eine Beteiligung an den morgen stattfindenden Protestkundgebungen ab.
— Der Berliner Buchdruckerstreik hat an Ausdehnung zugenommen.
— Der Frauenmörder Großmann hat am Samstag vor Gericht die Tötung von drei Frauen zugegeben, aber die Absicht einer Tötung dieser Frauen bestritten.
Ausklang der Bismarck zeit.
Der 6. Band der dipèomalischen Akten des Auswärtigen Amtes 1871/1914.
Russische Truppenverschiebungen nach Westen und Südosten hatten schon im Spätherbste 1887 Oesterreich argwönisch gemacht. In Petersburg bezeichnete der Außenminister v. Giers diese Maßnahmen als unerläßlich und erklärte den Interessengegensatz zwischen Rußland und Oesterreich als unversöhnbar. In russischen Militärkreisen wünschte man einen baldigen Krieg mit Oesterreich, das gerade sein Gewehrmodell ändern wollte.
Die Dokumente des sechsten Bandes der amtlichen Dokumentensammlung „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914" deren Erscheinen bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin für die nächste Zeit bevorsteht, zeigen uns, daß Bismarck alles getan hm, um Oesterreich von Schritten abzuhalten, die russischerseits als Herausforderung hätten gedeutet werden können. Unter den Dokumenten verdient besonders die grundlegende, an den deutschen Botschafter in Wien, Prinzen Heinrich VII. Reuß, gerichtete Niederschrift des Fürsten Bismarck vom 15. Dezember 1887 die größte Aufmerksamkeit. Bismarck zieht darin eine klare Grenzlinie zwischen politischer und militärischer Verantwortlichkeit und wehrt alle Uebergriffe einflußreicher Militärs in seine -Machtsphäre ab. Der Friede blieb erhalten. Als Kaiser Wilhelm I. am 5. Januar 1888 eine von der Hand des Prinzen Wilhelm geschriebenes eindringliches Friedensbekenntnis an den Zaren gerichtet hatte, empfing er aber in der Antwort zugleich öas bedeutsame Bekenntnis, daß die russische Negierung sich der französischen zu nähern versucht habe, zugleich allerdings auch die Versicherung, daß die Annahme einer Kriegseventualität zwischen Deutschland und Rußland dem Zaren unmöglich erschiene.
In die Einzelheiten der deutsch-österreichischen Verständigung über die militärischen Maßnahmen im Falle eines Krieges erhalten wir wichtigste Aufschlüsse, und erkennen insbesondere, wie sehr Bismarck den österreichischen Wünschen nach genauen Verabredungen Widerstand zu leisten vermochte, um die Donaumonarchie nicht zu einer allzu starken, den Frieden gefährdenden Haltung zu ermutigen.
Zur Entstehungsgeschichte des Zweibundes enthält der Band wichtigstes und bisher unbekanntes Material, ebenso über die französisch-, deutsche Kriegsgefahr 1887 und die Entwicklung des Revanchegedankens in Frankreich. Die bisher noch ganz unbekannt gebliebenen Berichte des deutschen Militärattaches in PariS, Oberstleutnants v. Villaume, bilden ein würdiges Gegenstück zu den bekannten Berichten des französischen Militärattaches, Baron Stoffel, in Berlin aus den Jahren vor dem deutsch-französischen Kriege. Mit dem Regierungsantritte Kaiser Wilhelms II. stellte sich allmählich eine wesentliche Entspannung in den deutsch-französischen Beziehungen ein.
Sehr bedeutsame und in Bezug auf das Ausbleiben Italiens bei Beginn des Weltkrieges interessante Schriftstücke enthält das 41. Kapitel, das uns über die Vereinbarungen der Beneralstäbe des Dreibundes für den -Kriegsfall unterrichtet. Es ermöglicht uns ein gerechtes Urteil über Italiens Haltung im Weltkriege and ist vielleicht gerade aus diesem Grunde politisch wertvoll.
Aus der kurzen Regierungszeit Kaiser Friedrichs II. sind nur wenige, aber aufschlußreiche Schriftstücke mitgeteilt, die sich hauptsächlich auf las vom Fürsten Bismarck hintertriebene Battenbergische Heiratsprojckt und auf die Beurteilung des deutschen Thronwechsels in Petersburg beziehen. Von hohem Wert ist aus diesem Abschnitt eine Aufzeichnung des Grafen Herbert
Bismarck vom 27. April 1888 über eine Besprechung mit dem Großfürsten Wladimir, die den Wert des sogenannten Rückversicherungsvertrages als ziemlich gering erscheinen läßt.
Das 43. Kapitel des sechsten Bandes behandelt den Regierungsantritt Kaiser Wilhelms II. und die deutsche Politik bis zu Bismarcks Abgänge. Es gelang dem jungen Monarchen, die Gegensätze zwischen den östlichen Kaiserreichen zu mildern, soweit es durch die Mittel der Persönlichkeitspolitik möglich war. Andererseits bildeten die Besuche des Kaisers bei anderen Monarchen zeitweise auch den Gegenstand argwöhnischer Betrachtung in Petersburg.
Ueber die Vorgänge, die im Herbst 1890 zur Entlassung des Kanzlers geführt haben, enthält die Publikation nur wenig Dokumente, stellt aber die bisherige Auffassung über die vermeintliche Nichtvorlage der Berichte des Konsuls Raffauf in Kiew richtig, über die bisher irrtümliche Auffassungen verbreitet waren. Der sechste Band schließt mit drei Berichten, die uns den ungeheuren Eindruck des Kanzlersturzes in der Welt vermitteln, überaus wirkungsvoll ab.
Sie Gelreideumiage angenommen
Im Reichstag wurde am Samstag in 3. Lesung der Gesetzentwurf über die Getreideumlage mit 214 gegen 137 Stimmen angenommen. Dafür stimmten die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Demokraten, die Unabhängigen und ein Teil der Bayerischen Volkspartei. N der Vorlage wird also eine Umlage wie im Vorjahr von 2% Millionen Tonnen erhoben werden. Der Preis beträgt für Roggen 6900 Mark pro Tonne, für Weizen 7400 Mark, für ..6700 Mark und fsir fiafer 6600 Mark, or der Abstimmung erklärte Abg. Dr. Becker- Hessen (Vpt.), daß die Vorlage nicht geeignet sei, eine erhebliche Vermehrung der Getreideerzeugung im Jnlande zu sichern. Die Deutsche Volkspartei könnte ihr daher nicht zustimmen. Werde sie trotzdem Gesetz, so werde sie selbstverständlich mit allen Kräften an ihrer Durchführung mitarbeiten. — Abg. Koenen (Kom.) lehnte die Vorlage ab und fordert Reichstagsauflösung. — Abg. Dr. Her tz (Unabh.) wies den kommunistischen Vorwurf wegen der zustimmenden Haltung der U.S.P. zurück und nannte das Vorgehen der Kommunisten Verrat an der Arbeiterklasse. (Beifall bei den Sozialdemokraten und Unabhängigen).
— Abg. Erispien (Unabh.) unterstrich diese Darlegung. Die Kommunisten wollten die Preisfestsetzung der Regierung überlassen. Die Sozialisten hätten durchgesetzt, daß dèr Reichstag die Preise bestimmt hätte. — Angenommen wurde trotz des Widerspruchs des Reichsernährungsministers Fehr ein Antrag Dr. Boehme (Dem.), wonach, wenn die Unterverteilung nach Getreideanbauflächen vor sich geht, zwei Hektar frei bleiben soll, sonst 5 Hektar. — Auf Antrag des Abg. Stegerwald (Ztr.) erklärt der Reichsernährungsminister, daß bei der Brotversorgung der minderbemittelten Bevölkerung die besonderen Verhältnisse der einzelnen Gemeinden berücksichtigt werden sollen.
Preußen und der Schutz der Republik.
Berlin, 2. Juli. Der Berfassungsausschuß des preußischen Landtages hat gestern bis in die Nachtstunden über die Anträge zum Schutze der Republik beraten. Man teilte die Besprechung in fünf Abschnitte: 1. Amnestieanträge; 2. Neues Disziplinarrecht der Beamten; 3. Allgemeine Bestimmungen gegen monarchistische Bestrebungen; 4. Säuberung der Beamtenschaft von monarchistischen Elementen und 5. Anregungen an die Reichsregierung. Bei den Amnestieanträgen kam es nach eingehender Debatte zur Annahme eines von Heilmann (Soz.) gestellten Antrages: „Für Straftaten, die mit den Unruhen im Frühjahr 1921 und dem Eisenbahnerstreik im Februar 1922 im Zusammenhang stehen, wird Straffreiheit gewährt, soweit das Begnadigungsrecht dem Freistaat Preußen zusteht. Ebenso wird Straffreiheit gewährt für solche Straftaten, die im Jahre 1921 im Zusammenhang mit Kundgebungen für die republikanische Staatsform begangen worden sind, insbesondere mit denen wegen Ermordung Erzbergers. Ausgeschlossen sind Straftaten, die ausschließlich auf Roheit und persönlicher Gewinnsucht beruhen, sowie gemeine Delikte." Ferner wurde beschlossen, eine Amnestie-Kommission einzusetzen, die vom Ministerprädenten berufen werden und endgültig über Beschwerden gegen getroffene Entickeidungen befinden soll
Für Bayern das Schutzgesetz unannehmbar.
München, 1. Juli. Ueber die Besprechung der Ministerpräsidenten in Berlin wird von amtlicher bayerischer Seite eine längere Darlegung veröffentlicht, in der über die Stellung des bayerischen Ministerpräsidenten zu dem Gesetzentwurf zum Schutze der Republik u. a. folgendes gesagt wird:
„Die grundsätzlichen Bedenken der bayerischen Regierung gegen den vorliegenden Gesetzentwurf richteten sich namentlich auch dagegen, daß man Vorschriften mehr polizeilicher Natur in einen Gesetzentwurf aufnahm, der im wesentlichen eine Ergänzung des Strafrechtes bedeutet. Die ihrer Natur nach mehr vorübergehenden Bestimmungen sollten nach wie vor dem Verordnungswege Vorbehalten bleiben; auch die Amnestiefrage eigne sich nicht für die gemeinschaftliche Behandlung mit den übrigen Angelegenheiten. Der bayerische Ministerpräsident hob ausdrücklich hervor, daß Bayern durchaus willens fei, bei der Aufgabe mitzuhelfen, die Verfassung durch geeignete, in der Notwendigkeit des Augenblicks begründete Vorschriften strafrechtlicher und politischer Natur zu unterstützen, und ihrerseits mit allen Mitteln beizutragen, der gefährlichen Hetze und Verleumdung im politischen Leben entgegenzutreten. Uebrigens habe die Verfolgung der Mörder und gefährlicher Organisationen wie derjenigen, die die Bezeichnung „C" trage, schon seither in zielbewußter Weise stattgesunden."
Die Haltung „ der bäuerischen Regierung läßt sich dahin zusammenfassen: Die bayerische Regierung hält den Gesetzentwurf in seiner vorliegenden Fassung nach wie vor o b a r." ..... , ______
Zur Arbeilsruhe am Dfenslaq.
Berlin, 2. Juli. Der deutsche Gewerkschaftsbund richtet an seine Mitglieder folgenden Aufruf: Die sozialdemokratischen Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten und die drei sozialistischen Parteien fordern erneut zur Arbeitsruhe für Dienstag den 4. Juli, auf. Der deutsche Gewerkschaftsbund lehnt eine Beteiligung «n dieser abermaligen Lahmlegung des Wirtschaftsleben» m i t E n t s ch icdenb e i t ab. Ein solcher sinnloser Mißbrauch der gewerkschaftlichen Machtmittel schädigt das Volk, er vergrößert nur unsere schreiende Not und fielt Schutz der Verfassung und der Sicherung des allgemeinen Rechts wird damit nicht gedient. Christliche Arbeiter, Angestellte und Beamte, erweist euch erneut als ein Ordnungsblock der deutschen Volksgemeinschaft. — Auch die demokratische Partei'- leitung hat auf Anfrage erklärt, daß für die Demokraten keinerlei Anlaß Bestehe, sich an den angekündigten Kundgebungen und der Arbeitsrube zu beteiligen. In der erwähnten Antwort heißt es u. a.: Das Gesetz zum Schutze der Republik ist in Vorbereitung. Wozu in diesem Stadium der Entwicklung Straßenkuudzebungen nötig sein sollm, ist unerfindlich. Es ist auch nicht anzunehmen, daß die den freien Gewerkschaften nicht angebörenden Arbeiter und Angestellten an der Arbeitsruhe sich beteiligen werden und es sind alle Zweifel darüber erlaubt, ob die Mitglieder der freien Gewerkschaften selber von dieser fortwährenden Arbeitsruhe und dem Verlust an Arbeitsverdienst sehr erfreut sein werden.
„Allerdings versteht die Partei" — so schreibt der Demokratische Pressedienst — „unter Schutz der Republik den der jetzigen demokratisch-liberalen, nicht etwa den einer Räterepublik. Wer es wirklich ernst meint mit der Schaffung dieses Gesetzes, der wird sich davor hüten müssen, ihm einen ausgesprochen einseitigen Charakter zu geben, umsomehr, als schließlich doch auch nicht vergessen werden darf, daß dieses Gesetz eine Verfassungsänderung bedeutet und daß ihm bei einer solchen einseitigen Einstellung die notwendige Zweidrittelmehrheit ganz und gar nicht sicher ist."
Parteipolitische Kege.
Essen, 1. Juli. Im Ruhrecho, dem Organ der Kommunistischen Partei für das Industriegebiet, wird ein Aufsatz aus der Volksstimme, dem sozialdemokratischen Organ für den Bezirk Duisburg, Mülheim, Oberhausen, Hamborn und Wesel abgedruckt. Dieser Aufsatz ist überschrieben: „Knüppelt die deutschnationale Mörderbande nieder!" und fordert demgemäß unverkennbar zur brutalen Gewalt gegen die Dcutschnationalen auf. Es heißt ü. a.: „Wenn ein Deutschnationaler sein verlogenes Maul auftut, muß er niedergeknüppelt werden. Jede öffentliche Feier der Deutschnationalen muß mit Gewalt gesprengt werden. Das deutschnationale Mordgesindel muß fortan vogelfrei
sein. Durch Gesetz und Verordnungen dürfen wir uns nicht mehr hindern lassen. Um es noch einmal zu sagen: Notwehr setzt die Gesetze außer Kraft." Weiter heißt es: „Das Maß ist voll. Wir rufen zur brutalen Gewalt auf gegen jeden deutschnationalen, deutschvölkischen oder nationalistischen Rummel, gegen jeden Deutschnationalen, der es wagt, die Republik oder ihre Anhänger zu schmähen. Mann kann diesen vertierten Kerlen nur imponieren, indem man sie zusammenhaut. Wo sich eine schwarz-weiß- rote Fahne in Deutschland zeigt, dieser Seeräuber- und Banditenfetzen, da muß sie her- untergerissen und in den Kot gezogen werden. Und wer sie hißt, muß so verprügelt vom Platze gehen, daß er sein Leben daran denkt. Soll unser Volk sich wieder emporarbeiten, soll eg genesen, so müssen die deutschnationalen Raubmörder unschädlich gemacht werden. Sonst ist binnen kurzem Deutschland nur noch ein Stall für Wölfe, Hyänen und Aasgeier, und die ganze Welt wird vor uns ausspeien. Raffen mir uns nicht dazu auf, die deutschnationale Mörder- Uique niederzuknüppeln, so verdienen wir es, wenn das Ausland das deutsche Volk für eine Gesellschaft verkommener Hunde hält. Wir sagen das offen in vollem Bewußtsein der Folgen. die daraus entstehen können. Wir wollen auch diese Folgen. Folgt daraus der B ü r zerkrieg, so müssen wir ihn eben durchfechten, denn dann läßt er sich überhaupt nicht oermeiben, sollen die Republik, die Republikaner und insbesondere die Arbeiter sich nicht freiwillig unter das alte Sklaoenjoch beugen, unter die Herrschaft des verblendeten und moralisch verkommenen Fürstenhauses zurückgehen." Dieser in Fettdruck erschienene Aufsatz, der die Form eines Aufrufes hat, ist für das öffentliche Leben von großer Gefahr. Was geschieht zur Sicherheit der Republik gegen Gefahren von links?
Berlin ohne Zeitungen.
Berlin, 2. Juli. Die Berliner Buchdrucker haben in einer außerordentlichen Generalver. sammlung am Eamstagnachmittag einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: 1. Die Buchdrucker verlangen eine wöchentliche Lohnzulag» von Mk. 300.—. 2. Unabhängig davon, ob diese Forderung von einzelnen Firmen bewilligt wird oder nicht, ist die Arbeit in allen Druckerei, betrieben von Samstag mittag an einzustellen. Die Arbeit ist in Groß - Berlin nur nach vollständiger Bewilligung geschlossen wieder auf- zunehmen. 3. Die gesamte Arbeiterpresse ist ebenfalls stillzulegen. — Diesem Beschluß haben sich auch die Vertreter des Gutendergbunde, angeschlossen.
' Berlin, 3. Juli. Der Vuchdruckerstreik verhindert das Erscheinen der Berliner Zeitungen Um die Bevölkerung in dieser politisch bewegter Zeit nicht ohne Nachrichten zu lassen, hat di« Berliner Gewerkschaftskommission einNachrichten blatt herausgegeben.
Neue Zusammenstötze in Gleiwitz.
Gleiwitz, 1. Juli. Schon heute früh machtè sich hier unter der Bevölkerung infolge der Ablieferung der Waffen seitens der Apo an die französischen Besatzungstruppen eine größere Aufregung bemerkbar. In der Schröterstraße, dem Standort der Apo, und am katholischen Vereinshaus kam es zu Zusammenstößen zwischen Zivilisten und französischen Truppen, die gegen Abend einen großen Umfang annahmen. Wie verlautet, wurden sieben Personen, darunter ein französischer Offizier getötet und gegen fünfzehn Personen verwundet. Im Laufe des Nachmittags fuhren französische Panzerwagen burd) die Straßen. Gegen 10 Uhr abends war noch Gewehrfeuer zu hören. Ueber Gleiwitz wurde der verschärfte Belagerungszustand verhängt.
Leuthen, 2. Juli. Ein mit Waffen beladenes Lastauto, das von Beuthen nach Gleiwitz unterwegs war, ist bei Karf von bewaffneten Banditen überfallen und zum Teil ausgeraubt worden. Desgleichen wurden zwei nach Gleiwitz fahrende Automobile, die Gewehre, Munition und Kleidungsstücke der aufgelösten Gemeindewachen mit sich führten, das eine hinter Langendorf, das andere bei Laband, von Banditen überfallen und teilweise ausgeraubt. Mil Maschinengewehren und Handgranaten ausgestattete Banditen versuchten in der Nacht zum Samstag bei den Vocrugwerken in Hindenburg die polnisch-deutsche Grenze zu überschreiten, wobei es zu einem Feuergefecht kam, das bis zum frühen Morgen andauerte. Der, Versuck wurde vereitelt.
(Weite .'olitifche Nachrichten Seite 3.),