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Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Nr. 148
Dienstag den 27. Juni
1822
Das Neueste.
— In Flensburg wurde der Kapitänleutnant Tilleffe«, ein Bruder des Angeblichen Erzberger- Rörders verhaftet, da er als Täter des an Rathenau begangenen Mordes verdächtig sein soll. — Auher- «em wurden in der Mordaffäre noch zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.
— Die Trauerseier im Reichstag finbet heute mittag 12 Uhr statt. Anschließend daran erfolgt die Beisetzung Rathenaus in Oberschöneweide.
— Für die preußischen Schulen sind Trauer- feiern angeordnet worden.
— Das Gesetz zum Schutze der Republik soll noch im Laufe dieser Woche den Reichstag beschäftigen.
— In Hamburg kam es zu einem Zusammenstoß zwischen demonstrierenden Arbeitern und der Schupo.
Sine Regierungskundgebung im preußischen Landtag.
Berlin, 26. Juni. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Regierungserklärung zur Verordnung des Reichspräsidenten in Verbindung mit mehreren Anträgen, die sich mit der Reichswehr und der Schutzpolizei befassen, sowie mit der Auflösung der monarchistischen Organisatinoen.
Ministerpräsident Braun: Lassen Sie mich dem Abscheu und der Entrüstung Ausdruck geben über die feige Mordtat, der einer der Besten zum Opfer gefallen ist! Der Schlag, gegen das Reich gerichtet, trifft mit gleicher Wucht die Länder und namentlich Preußen, die auf Gedeih und Verderb mit dem Reiche verbunden sind. Kaum ein Mann hat sich so hingebend in den Dienst des Reiches gestellt wie Dr. Rathenau! Gerade seiner FähiAeit, ruhig jeden zu verstehen, istes zu danken, daß der Haß zurücktrat, danken, dastivir auf dem Wege waren, den Versailler Friedens- Vertrag abgeändert zu erhalten. Gerade dieser Mann wurde von der Kugel getroffen. Kann es so weitergehen? Der Mord an Rathenauist nureinGliedineinerKette. Bisher hat es Deutschland ausgezeichnet, daß der politische Meuchelmord nicht zur politischen Waffe wurde. Den rechtsstehenden Kreisen ist dies vorbehalten geblieben und zwar in einer Zeit, in der Freiheit allen Kreisen gesichert ist. Die Mordbuben gehören sicher einer weitverzweigten Organisation an. (Zuruf: Rechts stehen fiel Baecker!) Niemals sind Mordtaten durchzuführen, wenn sie nicht durch weitgehende Organisationen gestützt werden. Mitschuldig sind die, die ihre reichen Mittel dazu aufwenden. Einen Dienst leisten sie dem Vaterlande damit nicht! Der Kampf muß denen gelten, die diese Atmosphäre erst schaffen. Heftige Kämpfe haben wir in den letzten vier Jahren erlebt, niemals aber haben wir so verrohte Sitten gesehen! Es muß um die Sache derer, die mit solchen Mitteln kämpfen, traurig bestellt sein; ihnen gilt unser Kampf. Es sind Ihnen die Maßnahmen der Reichsregierung zum Schutze der Republik, die im Einvernehmen mit der preußischen Staatsregierung getroffen worden sind, bekannt. I ch rufe alle, die ein Herz haben für unser armes Vaterland, auf, uns in diesem Kampfe zu unterstützen! Wir müssen zu Mitteln greifen, die wir lieber vermieden wissen möchten. Ich lasse keinen Zweifel auch den ausführenden Organen gegenüber, daß sich diese Maßnahmen lediglich gegen die rechtsstehenden Gruppen richten, die den Meuchelmord begünstigen. Kampf gegen alle Feinde der Republik! (Beifall; Rufe bei den Kommunisten: Von Amnestie kein Wort!)
Minister Severing: Es ist nicht allein der Mensch Rathenau aus dem Leben geschieden. Dieser Mord bedroht unser Wirtschaftsleben wieder. So schweben in Berlin die Verhandlungen der Bergarbeiter. Wenn ich auch hoffe, daß man sich über das Lohnabkommen einigen wird, so habe ich diese Hoffnung hinsichtlich des Ueberschichten-Abkommens nicht mehr; seit dem Mord an Rathenau besteht hier keine Aussicht mehr. Wollen wir aber das Reparationsabkom- men halten und den Hausbrand sicherstellen, so bedürfen wir dieses Ueberschichten-Abkommens!
ist aber nicht die einzige Gefahr: Aus der vberfchlesischen Frage wird eine schlesische Frage. ^UPvengte Selbstschutzkolonnen haben Ruhe und Ordnung in Schlesien derart untergraben
Hört!), daß Vertreter der Sozialdemokra- Gchen Partei beim preußischen Staatsministe- mm und bei den Reichsstellen vorstellig gewor- sind, den Ausnahmezustand über Ober- Weften zu verhängen! Die Ausführungsbestim- mungen sind heute schon an das Oberpräsidium ^^/gegeben worden. (Der Minister verliest ,i^^usführungsbestimmungen.) Die Provin- s aidehorden können nicht im Zweifel sein, daß
diese Maßnahmen nur gegen rechtsradikale Stellen anzuwenden sind. Bei der preußischen Staatsregierung hat es nicht der Anregung bedurft, den rechtsgerichteten Kreisen die Aufmerksamkeit der Polizei zu widmen. Unsere Maßnahmen müssen aber auf gesetzlichen Befugnissen fußen, wollen wir nicht zum Polizeistaat werden. Wenn Angehörige ehemaliger Regimenter zum Antiken Tempel ziehen, um Kränze niederzulegen, so habe ich nichts gegen diesen Akt der Pietät, aber wenn sich dies abspielt unter Benützung von Einrichtungen der Republik, dann ist es notwendig, daß die zuständigen Stellen zur Wahrung des Schutzes der Republik in Anspruch genommen werden! (Sehr wahr!) Die Verordnung wird nicht auf dem Papier stehen bleiben! Ich spreche nicht vom Kampfe gegen Rechtsparteien, sondern von einem solchen gegen jeden Wahnsinn, gegen jedes Verbrechen, das sich mit parteipolitischen Etiketten schmückt; diesem Verbrechertum gilt der Kampf der Regierung! (Lärm und Zurufe bei den Kommunisten.) Wenn Sie (zu den Kommunisten) uns unterstützen wollen, so dürfen Sie uns nicht mit Zweifel und Mißtrauen kommen; Sie haben rein Recht, unsern guten Willen anzuzweiseln! Es gibt Dinge, über die man nicht redet, sondern die man aussührt. Die Republik ist in ihrem Bestand gesichert, wenn wir alle zusammenstehen. (Beifall.)
In der sich anschließenden längeren Debatte verurteilen die Redner aller Parteien den grauenvollen Mord. Während die Redner der Linken und des Zentrums die von der Regierung getroffenen Maßnahmen billigen, stellen die Redner der Rechten die Forderung, daß das Gesetz gleichmäßig gegen alle angewendet wird, die sich gegen den Staat vergehen. — Es wird sodann ein Schlußantrag angenommen, und die
Leidig (D. Vp.) dem Verfassungsausschuß überwiesen. — Darauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch.
Die Trauerseier für Ralhenau.
Die heutige Trauerfeier im Reichstag wird nach den bisherigen Dispositionen wie folgt verlaufen: Um 12 Uhr mittags werden sich im Plenarsitzungssaal des Reichstages die Mitglieder des Parlaments und.der Regierung versammeln. Der Sarg mit 5er Leiche Dr. Rathenaus wird auf dem erhöhten Podium des Präsidiums aufgebahrt werden. Die Trauerrede wird Dr. Wirth halten. Außerdem dürften Reichstagspräsident Löbe und ein MitgliedderdemokratischenFrak- t i o n sprechen. Unbestimmt ist noch, ob auch der Reichspräsiden tdas Wort ergreift. Nach Beendigung der Trauerfeier wird der Sarg aus dem Reichstagsgebäude über die große Freitreppe getragen und auf einen Kordon gehoben werden, der vor dem Hauptportal warten wird. Der Sarg wird an einer Ehrenkompagnie der Reichswehr vorbei über den Königsplatz und um die Siegesfäule herumgeführt werden. Hier endet die öffentliche Trauerfeier. Ein offizieller Trauerzug zu der Gruft der Familie Rathenaus findet nicht statt. An der Beisetzung in der Familiengruft in Oberschöne- weide bei dem gewaltigen Kabelwerk an der Oberspree werden nur die engsten Angehörigen des Ermordeten teilnehmen. Der Zeitpunkt der
Beisetzung läßt sich noch nicht genau bestimmen, doch ist damit zu rechnen, daß sie am Dienstag nachmittag erfolgt, zur gleichen Zeit mit der allgemeinen Arbeitseinstellung und den Demonstrationen aus Anlaß des Mordes.
Ursprünglich war für die Aufbahrung des Sarges im Reichstag die Wandelhalle vorgesehen. Zu diesem Zwecke war von den Links- '' ~ , das
sich in
Parteien die Forderung gestellt worden, große Denkmal Kaiser Wilhelm I., das s , der Wandelhalle befindet, zu entfernen. Dieser Forderung konnte jedoch nicht entsprochen werden, da nach Ausspruch der Sachverständigen, die hinzugezogen worden waren, rasche Entfernung des großen Standbildes nicht durchführbar fei. Der Ausschuß für die Ausschmückung des Reichstages faßte den Entschluß, das Denkmal später aus dem Reichstage zu entfernen.
Zu dieser Angelegenheit erfahren wir noch, daß, als der Denkmalsbeseitigungsplan bekannt wurde, seitens der deutsch-volksparteilichen Abgeordneten Frau von Oheimb die Familie Rathenau telephonisch verständigt worden ist. Infolgedessen war aus dem Kreise der Familie unter Hinweis darauf, daß der Verstorbene nicht nur Kaiser Wilhelm II. nahegestanden hat, sondern auch ein großer Verehrer Kaiser Wilhelms I. war, entschiedener Einspruch dagegen erhoben worden. daß die Entfernuna des Kai
ser Wilhelm-Denkmals in irgendeinen Zusammenhang mit dem Tode Rathenaus gebracht werde. Dieses Argument hat seine Wirkung nicht verfehlt, und so hat man vorderhand die weitere Entscheidung über die Frage zurückgestellt.
3 Minuten Stillstand der Reichsbahnen
Berlin, 27. Juni. Amtlich wird mitge- teilk: Wegen der am Dienstag, 27. Juni, mittags stattfindenden Trauerseier für den ermordeten Minister Dr. Rathenau wird zur Bekundung der Anteilnahme der Reichsbahnen um 12 Uhr mittags bis 12 Uhr 5 der gesamte Zugverkehr auf Stationen und Strecken stillgelegt. Die Angabe von anderslautenden Zeiten für diese Stillegung ist ungültig. — Die mit Reichs- flaggen ausgeslatteken Gebäude flaggen auf Halbmast.
Bei der Post wird die Arbeitsruhe 10 Minuten dauern. — Die privaten Industriebetriebe stellen die Arbeit, wie schon gestern gemeldet, während des Nachmittags vollständig ein und nehmen sie erst am Mittwoch früh wieder auf.
Trauerfeicrn in sämtlich, preußischen «chulen.
Berlin, 27. Juni. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volk»bildunz hat drahtlich angeerbnet, daß heute am Tage bet Beisetzung Dr. Rathenaus oder an einem der nächsten folgenden Tage, in sämtlichen Schulen Preußens kurz» würdige Trauerfeiern veranstaltet werden.
Die Suche nach den Mördern
wird mit größter Energie betrieben. Es ist ein großer Apparat aufgeboten, um der Täter habhaft zu werden. Sämtliche beurlaubte Beamten der Berliner Kriminalpolizei sind telegraphisch zurückgerufen. Im Laufe des Samstags und Sonntags haben sich Zeugen in großer Anzahl gemeldet. Die Arbeit ist so ungeheuer, rmß die Mordkommission in drei Unterabteilungen geteilt werden mußte. Der Verdacht lenkt sich auf gewisse Geheimorganisationen, und verdächtig ist namentlich die Organisation Consul. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchung ist es nicht ausgeschlossen, daß ursächliche Zusammenhänge zwischen der Ermordung Erzbergers, dem Mordversuch auf Scheidemann und der gewaltsamen Beseitigung Rathenaus bestehen. Alle Automobilfabrikett werden polizeilich ersucht, mitzuteilen, an wen sie in den letzten Tagen Automobile verkauft haben. Alle Automobilbesitzer müssen Auskunft über den Verbleib ihrer Wagen geben. Erschwert wird die Arbeit durch die zahllosen Schiebungen mit Automobilen und die massenhaften Diebstähle von Kraftwagen. Aber nicht nur in Berlin und der Mark Brandenburg, sondern bis hinein in den kleinsten Ort und stecken des Deutschen Reiches sind, strenge Anweisungen gegeben, auf alle Personen, die sich irgendwie verdächtig machen, zu achten und sie unverzüglich festzunehmen. Aus der Fülle der Bekundungen, die bisher gemacht worden sind, hat sich eine äußerst wichtige Zeugenaussage herausgeschält. Ein in Potsdam wohnender Zivilförster sah, als er durch die Bismarckstraße kam (eine Nebenstraße der Königsallee), dort ein großes sehr hübsches Tourenauto stehen, wobei ihm auffiel, daß der Motor angelassen war, und daß trotz der Wärme des Tages der Kühler durch eine Wachstuchdecke geschützt war. Als er genauer hinsah, bemerkte er, daß sowohl der Chauffeur, der allerdings Zivilkleidung trug, wie auch einer der beiden jungen Männer, die später im Fond des Wagens saßen, mit Aengstlichkeit den Gang des Motors nachprüften, um sich zu überzeugen, ob alles tadellos funktionierte. Stutzig machte den Förster auch, daß der zweite der jungen Leute immer scharf nach der Königsallee hinabsah und seinem Kollegen wiederholt Worte zurief. Der Förster konnte auch eine bis in Einzelheiten gehende Beschreibung der beiden Mörder, des Chauffeurs und des Wagens geben. Später sah er, wie das Auto mit den Tätern in der Richtuna Schmargendorf verschwand.
Im Verlaufe der Nachforschungstätigkeit sind bereits
zahlreiche Verhaftungen von Verdächtigen erfolgt. Wir erhallen darüber folgende Meldungen:
Auf Veranlassung der Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums ist am Sonntag der Kapitänleutnant K a r l T i l e s s e n, der ältere Bruder des des Mordes an Erzberger verdächtigen Oberleutnants zur See Heinrich Tilessen- Frankiurt a. M. in Flensburg verhaftet worden. Die Festnahme erfolgte auf Grund eines Berichts über Umtriebe Tileffens 3U weiteren
Gewalttaten. Es haben sich verschiedene Zeugen gemeldet, die Tilessen am Montag in Berlin gesehen haben wollen. Als für Tilessen bei Verdacht der Täterschaft auftauchte, wurden für diesen sofort telegraphisch die Grenzen gelverrt und außerdem sämtliche Städte und Ortschaften in der Umgebung Flensburgs, wohin Tilefsene Spur führte, benachrichtigt. Tilessens Vernehmung wird von entscheidender Bedeutung für die weiteren Nachforschungen sein. Man wird nun zunächst Tilessen dem Oberförster, der be° kanntlich eine genaue Beschreibung der Täter abgegeben hat, gegnüberstellen und schon diese Konfrontierung wird zeigen, ob Tilessen einer der Täter ist. Tilessen wird auch mit dem Attentat auf Scheidemann in Verbindung gebracht.
Durch die Aussagen des Oberförsters haben Sachverständige übrigens bereits feststellen können, daß die Täter in einem Opelautomobil und zwar in einem älteren, großen Tourenwagen geflohen sind. Es werden nun bei allen Garagenbesitzern Nachforschungen über einen solchen Wagen angestellt.
In einer Unterredung mit Pressevertretern machte Oberregierungsrat Dr. Weiß, der Chef der Berliner politischen Polizei u. a. folgende Angaben: Zu dem besonderen Beobachtungsdienst gehören auch zahlreiche Haussuchungen bei politischen Organisationen, insbesondere bei antisemitischen Verbänden. So hat in der Nacht von Montag zum Dienstag eine Haussuchung in den Büroräumen des Verbandes nationalgesinnter Soldaten stattgefunden, wobei außerordentlich interessantes Material beschlagnahmt werden konnte. Dieses Material wird nun gesichtet und sofern sich Verhaftungen notwendig machen sollten, wird dies sofort erfolgen. Auch in der bekannten Kommission Roßbach in Wannsee hat gestern eine ^ßujjM*^ Resultat ist noch nichts bekannt, da die Beamten auch hier noch mit der Sichtung des Materials beschäftigt sind.
Von der Staatsanwaltschaft Berlin und von der Staatsanwaltschaft Cassel ist gestern ein Telegramm in München eingelaufen, worin Kapitänleutnant Hoffmann als verdächtig des Attentats auf Scheidemann und der Beteiligung an der Ermordung Rathenaus bezeichnet wird. Hoffmann ist daraufhin festgenommen worden. Hoffmann bestreitet, mit beiden Taten das geringste zu tun zu haben und beruft sich insbesondere daraus, daß er am Tage des Attentats auf Scheidemann bei feinen Eltern zur Teilnahme an der Hochzeit feiner Schwester geweilt habe. '
In Dresden wurde der General M a e r ck è sowie der Vorsitzende des Bundes nationalgesinnter Soldaten, Kapitän v. Abendroth verhaftet. Beide wurden jedoch wieder aus der Haft entlassen.
Wie weiter gemeldet wird. werden Spuren verfolgt, wobei Flugzeuge in Betracht kommen. Kurz nach der Mordtat soll ein Flugzeug von Staaken abgefahren sein. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß die Mörder es zur Flucht benutzten. Es wurden sofort Beamte ausgelandt, um festzustellen, welche Flugzeuge Staaken oder andere Plätze verließen. — Von zehn im Laufe des gestrigen Tages in Berlin verhafteten Personen wurde keine in Haft behalten.
Eine wichtige Verhaftung in Helsingfors.
Helsingfors, 27. Juni. Auf Antrag der deutschen Gesandschaft nahm die Polizei Helsingfors auf dem gestern eingelaufenen Dampfer Rügen drei unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Mord an Rathenau stehende Personen fest, die sich für englische Matrosen ausgaben, die nach Wiborg unterwegs seien. Die Untersuchungen dauern fort.
Römische Trauerfeier für Ralhenau.
Rom, 26. Juni. In ihrer heutigen Sitzung gedachte die italienische Kammer der ermordeten deutsche« Ministers Dr. Rathenau, indem zunächst Ministerpräsident Facta da» W»rt ergriff und erklärte: „Rathenau hat allgemein Bemundcrun» erregt toegen der Höhe seines Geiste», wegen seiner politischen Weisheit und Mäßigung." Facta erinnerte daran, daß er im persönlichen Berkehr mit Rathenau in Genua daz« Gelegenheit gehabt hate, alle diese.Eigenschaften zu schätzen. Namen» der sozialistische« kraktiou würdigte M o d i g i a n i die Tätigkeit Rathenau» al» Denker und «chrisistcller. Er schloß mit dem »»»schlag, dem deutschen Reichstag da» Beileid der italienische« Kammer au»,»sprechen. Dieser Vorschlag wurde «n» gtxexinien.
(Weitere Politische Nachrichten Seite 5.)