General-Anzelger
Mk. 3.50; Reklame (68 mm breit) Mk. 8.—.
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. Al. — 2m Falle höherer Gewalt bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nach«
Bezugspreis: Monatlich Mk. 23.— obne-TrSser- lohn; Einzelnummer mtl.-. Anzeigenpreise: Die 33 mm breite Zeile Mk. 3.—; Finanzinserate
auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tages-
ÄS AmMchrs Organ für MM- uni Landkreis Kanan “zäSXÄS
vreiie berechnet. — Offertengebübr Mk. 1.—,
wird keine Gewähr geleistet.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Kr. 143
Mittwoch den 21. Juni
1922
Das Neueste.
— Die ReichSregierung gab gestern die Erklärung 15, daß sie die Erhöhung der Beamtengehälter von der Annahme des Arbeitszeitgcsetzcs durch die Gewerkschaften abhängig machen müsse.
— Reichskanzler Dr. Wirth gab dem 'Garantie» f, mitte gegenüber seinen lebhafte» Befürchtungen vor einem Weiteren Marksturz Ausdruck.
— Ueber die Frage der Getreideumlage hat noch keine Einigung stattgefunden.
— Im Reichstage werden heute die Sachlcistungs- Ibkommen behandelt werden.
— Von deutschnationaler Seite wird im Steuer- luilschuß des Reichstages ein Antrag eingebracht eerben, wonach die Papierzwangsanleihe durch nne freiwillige Goldanlcihe ersetzt werden soll.
Noch keine Klärung über die Geèrei-eumlKge.
Der interfraktionelle Ausschuß ist gestern nachmittag ergebnislos auseinander gegangen, was beweist, daß man zu einer völligen Klärung innerhalb der Parteien zur Frage der Getreideumlage noch immer nicht gelangen konnte, vielmehr die ganze Hoffnung auf die Ausschußberatungen setzt, wo die zähe Materie so gekartet werden soll, daß ein einigermaßen annehmbares Ganze herausspringt. Seitens des Kanzlers wird i» erster Linie erstrebt, der Gesetzesvorlage eine solche Form zu geben, daß zunächst einmal die differrierenden Teile von Zentrum und Demokraten bei der Stange gehalten werden und fomit die Koalition intakt bleibt. Als Ergebnis der bisherigen Fraktionsberatungen kann man sagen, daß die Einigkeit im Zentrum so zierülich hergestellt zu sein scheint und auch die Demokraten MwW sind, für die Vorlage einzutreten, falls die Kleinbetriebe in der Landwirtschaft nach Möglichkeit geschont werden. Am meisten umkämpft ist die Umlagemenge selbst und es erscheint wahrscheinlich, daß die bürgerlichen Parteien im Ausschuß eine Herabsetzung der Tonnenzahl und auch eine Neuerung des Preises Vorschlägen werden. Ob allerdings dieses Kompromiß die Zustimmung der Sozialdemokraten finden wird, steht nach der gestern gefaßten Entschließung der Berliner S. P. D. (siehe weiter unten) noch offen. Bei der Linken sprechen bei der Beurteilung des Umlagegefetzes außer 3er grundsätzlichen Neigung zur Zwangswirtschaft als einer Stufe auf der Treppe zum Sozialismus noch Erwägungen agitatorischer Art mit. Der Wettlauf zwischen Sozialdemokratie und Unabhängigen um die Gunst der Massen hat einen beinahe sportlichen Charakter angenommen. Mit keinem Schlagwort aber kann selbst der mindestbegabte Agitator größere Er- solge in der Spekulation auf Masseninstinkt erzielen, als mit dem Schlagwort von dem Wucher mit dem täglichen Brot, das man heute täglich in großen Lettern als Ue.berschrift in den sozialdemokratischen Blättern lesen kann. Man erinnert sich, daß die Sozialdemokratie schon in ben Anfängen des Abbaues der Lebensmittelzwangswirtschaft ein glänzendes Agitationsmaterial gefunden zu haben glaubte. An-je chrem Parteitag in Cassel faßte sie den Entschluß, es gründlich auszuwerten und das tut sie heute gründlich. Die genannte Entschließung der S. P. D. kündigt bereits an, daß die Sozialdemokratie, falls man ihren Forderungen nicht nachkommt, aus der Regierung ausscheiden werde, und daß die Folge davon Neuwahlen em, müßten. Daß dieser Wahlkampf „ums mgliche Brot" an Gehässigkeiten und Lügen überbieten würde, was wir in den letzten ^hren gesehen haben, ist klar. Doch wir hoffen, daß es gelingt, diesen Kampf zu vermeiden.
Die gestrige Reichstagssitzung.
Diotz (Ztr.) weist darauf hin, daß es hier um ein Problem handelt, das noch
Mangel an Düngemittel außerordent- uch erschwert wird. Dazu kommt, daß viel zu . mit Schlagworten gearbeitet werde; auf der iinh” «eite spricht man von freier Wirtschaft .?o auf der anderen Seite von Zwangswirt- Die richtige Mitte muß gefunden werden < - 0 ®!r müssen ohne Voreingenommenheit an Lösung einer so wichtigen Aufgabe he.ran-
®'e Notwendigkeit einer gesetzlichen m)00lung des Brotpreisss hm e durch geeignete b b?-aI)n!en zur rechten Zeit vorgsbeugt wer- reit ^sinon. Die deutsche Landwirtschaft ist be- g^' 0ie Bratversorgung der Bevölkerung zu
V ^ "uch Bereit an einer Verbilligung nur d"mproises mitzuarbeiten, sie wehrt sich dagegen, daß eine solche Verbilligung sie
allein tragen müsse. Zu erwägen sei vor allem auch, ob nicht für die Getreidelieferung Stickstoff oder andere künstliche Düngemittel gewährt werden sollen. Auch die Befreiung von der Umsatzsteuer müsse in Erwägung gezogen werden. Vielleicht könne auch eine Verbilligung durch einen Zuschlag aus das markenfreie Brot erfolgen. Das Zentrum behält sich feine Stellung vor. Der Redner regt dann auch noch die frachtfreie Beförderung von Getreide und Mehl an. Im übrigen fei Einigkeit notwendig zwischen Stadt und Land.
Abg. Dusche (Dopt.) macht darauf aufmerksam, daß die landwirtfchaftlichen Vertreter sich einmütig gegen die Getreideumlage ausgesprochen haben. Die deutsche Landwirtschaft habe die Pflicht, die Bevölkerung zu ernähren; man sollte ihr aber die Erfüllung dieser Aufgabe nicht erschweren und tzurch bürokratische Maßnahmen unmöglich machen. Die freie Wirtschaft sei ein Programmpunkt seiner Partei. Der Abbau der Zwangswirtschaft auf dem Gebiete des Ernährungswesen sei unbedingt notwendig. Dies sei auch eine Vorbedingung für die Annahme des Steuerkompromisses gewesen. Die Brotversorgung nach der Ernte dürfe nicht stocken. Die Landwirtschaft habe bèi der bisherigen Umlage ihre Pflicht getan sie werde auch in der freien Wirtschaft nickt versagen. Sie stelle die Volksernährung höher als das eigene Interesse. Alle Besitzenden sollten für die Verbilligung des Brotes das ihre mit beitragen. Der Anteil der Landwirtschaft an Markenbrot sei nur sehr gering. Die Vermehrung der Kartoffelanbaufläche habe in den letzten Jahren gegenüber 1914—20 mehr als 11 Prozent betragen. Die Abbaufläche für Brotgetreide ist jedoch in der gleichen hier genannten Zeit nur um 0,9 Prozent gestiegen. Die Spekulation in Brotgetreide miuM.eine erMilißeJ^ erfahren, wenn nur 1,5—2 Millionen Tonnen auf den freien Markt kommen sollte. Die Ernteaussichten sind allerdings nickt besonders günstig. Ejn verfassungsmäßig zustande gekommenes Gesetz würde auf alle Fälle beachtet werden. Der Redner verlangt eine Sicherung der Ernährungslage der Verbraucher.
Abg. T r i s ch m a n n (Dem.) bedauert, daß die Brotfrage zu einer Parteifrage gemacht worden ist. Die Parteien sollten endlich zu einer inneren Sammlung gelangen, um das Problem endgültig zu lösen. Die Landwirtschaft sei bereit, in der Frage der Ernährung auch weiterhin ihre Pflicht zu tun. Die Zwangswirtschaft bürge die größten Gefahren in sich. Hoffentlich werde man im Ausschuß zu einer Lösung gelangen. Der Landwirtschaft sollten billige Düngemittel zugeführt werden. Endlich sollte man auch eine Kultivierung der Moorländer und Oedländereien in Angriff nehmen.
Abg. Dr. Heim (Bay. Vpt.): Die letzten drei Monate des Winterhalbjahres find in den vergangenen 6 Jahren immer die Zeit gewesen, in der unsere E.rnährungsdecke zu kurz war. In diesem Jahre ist das jedoch anders, da reichte die Decke noch in das neue Wirtschaftsjahr hinein. Die Ernährungsbilanz dieser Ernte kann man heute noch nicht abschätzen. Mir ist eine nasse Kartoffelernte bei einer guten Getreideernte lieber als umgekehrt. Die Annahme als ob man 4% Millionen Tonnen Getreide mit Hilfe der Umlage aus unserer Landwirtsckaft herausholen könne, ist vollständig irrig. Bei einer schlechten Ernte würde dies eine restlose Beschlagnahme des gesamten Ernteertrages bedeuten. Im vorigen Jahre hat man uns ernstlich gesagt, daß die Umlage nur eine einmalige vorübergehende Einrichtung sei, die nicht wiederkehren werde. Auch wir Abgeordnete waren damals von einer solchen Versprechung überzeugt und wir haben uns daher mit dem rohen Maßstabe der Umlage abgefunden. Wenn jedoch die Umlage eine dauernde Einrichtung werden solle, so muß der rohe Maßstab beseitigt
werden. Man muß Rücksicht auf die Stimmung der Landwirtschaft nehmen. Der Vorwurf der Sabotage ist durchaus nicht angebracht. Die Bindung des Umlagepreises ohne eine gleichzeitige Bindung des kornponenten für diesen Preis ist durchaus ungerecht. Man wird den Brotpreis aus politischen Rücksichten festsetzen. Die deutsche Landwirtschaft hat im Jahre 1921 durch die Verbilligung des Umlagebrotgetreides eine Sondersteuer von rund 20 Milliarden dargebracht das ist nicht weniger als die gesamte Reichseinkommensteuer einbringt. Mit dem Erlös des Umlagegetreides im vorigen Jahre konnte der Bauer feinen Betrieb nicht fortsetzen.
siko der Arbeit so groß ist, wie gerade bei der Landwirtschaft.
Abg. Heydemann (Kom.) begrüßt das Erscheinen des Reichskanzlers. Endlich scheine man die Bedeutung der Ernährungsfrage zu erkennen. Oder ist es dem Reickskanzler nur um feinen wackelnden Posten zu tun? Demagoaie wird nicht von den Kommunisten getrieben, sondern von den übrigen Parteien. (Heiterkeit). Der Redner verlangt dann efae Erhöhung der Getreideumlage und billiges Brot. — Damit schließt die erste Aussprache. — Die Vorlage wird an den volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen.
Die VeAiner S. P. D. zur Gelreide- umlage.
Berlin, 21. Juni. 3n seiner gestrigen außc-ardanklicken Sitzung, die sich eingehend mit der Getreideumlage beschäftigte beschloß der Bezirksvorstand einstimmig:
„Der Bezirksvorstand von Berlin der S. p. D. erwartet von der Reichstaassrakiion, daß sie in der Frage der Getreideumlage uneri-bsit- fedr' auf dem bisher eingenommenen Standpunkt beharrt und Konze-ift-nen oder Kompromisse zurückweist. Wird dem Ansturm der Brot- wucherer auch nur im geringsten nachoegeben, so -^en wir (Ereignissen entgegen, die für Reich und Volk verhängnisvoll werden müssen. Talls die Mehrheit des Reichstages unsere Forderungen nicht anerkennt, erwarten wir den sofortigen Austritt unserer Genossen aus der Reichsregierung und unverzüglich Volksbe- fraaura dnrck jtwwSfea.*
Arbettsprogramm des Rekchsiages.
Berlin, 21. Juni. Der Aeltestenrat des Reichstages trat gestern abend während der Plenarsitzung nochmals in Anwesenheit des Reichs- âllziers zu einer Sitzung zufaMpep, um die Tagesordnung für heute zu vereinbaren. Es wurde beschlossen, heute gemeinsam mit dem Wiesbadener Abkommen usw. die 5 Interpellationen auf die Tagesordnung zu setzen, die sich auf die Verhandlungen mit der Reparationskommission und auf die besetzten Gebiete beziehen und ferner über die verschiedenen dem Reichstag zugegangenen Denkschriften über diese Fragen mitzuoerhandeln. Des weiteren ist die Disposition für den Beginn der großen Sommerpause dahin geändert worden, daß der Reichstag nicht am 28. Juni seine letzte Sitzung halten wird, sondern nach kurzer Pause, während der er nach München und Oberammergau fahren wird am 2. Juli nochmals zusammentritt. Dies ist notwendig geworden, weil die Verhandlungen über die Zwangsanleihe und die Aenderung der Steuergesetze längere Zeit in Anspruch nehmen.
Freiwillige Golöanleihe slattJwangs- anleihe?
Berlin, 21. Ium. Der deukschnalionale Abg. Dr. Reichert beabsichtigt Heuke im Skcucraus'-^uß des Reichstages einen Antrag einzubringen,- wonach die Vrpierowa"" mstciö durck eine freiwillige Goldanleihe erlebt werden soll. Dadurch soll 1 Milliarde Gold aufgebracht werden. Das Steuerkompromiß würde also bestehen bleiben und nur die Form geändert werden. Gezeichnet wird in Gold, ein- bezac;. in Papier ebenso getilgt in Vapier, weil wir ja keine Goldbestände zur Verfügung staben. Der Wertungsfakksr unserer Mark wird je nach dem Zeitpunkte der Zeichnung berechnet werden. Wenn also z. B. die Zeichnung am 1. Oktober erfolgt, dann soll der Wert der Mark im Verhältnis zum Gold etwa nach dem Durchschnitt des September berecynet werden. Der Mrfrg®ffelfer erwartet von dieser Form der Anleihe ein sehr gutes Ergebnis, da in der Zeichnung in Gold und der Tilgung in Gold eine große Sicherheit für den ^»ichner liegt. Gleichzeitig wird darin auch der Gedanke eines Opfers des Besitzes zum Ausdruck kommen können.
Kvhlenlieferungen it. Garanttekymttee
Berlin, 21. Juni. Der Reichskohlenkom- miffar hatte am Montag nachmittag bereits eine Besprechung mit den Mitgliedern des Garantiekomitees wegen der rückständigen deutschen Kohlenlieferungen. Das belgische Mitglied des Garantiekomitees Beh m e l -
m a n erklärte, daß die Rückstände nach den Berechnungen der Reparationskommifsion 28 % betrügen. Der Reichskohlottkommifsar dagegen ist der Auffassung, daß die Rückstände nur etwa 8 % betragen. Es wurde vereinbart, daß in weiteren Verhandlungen ein Weg gefunden
Dazu muß jedoch auch noch berücksichtigt wer- j werden soll, um die rückständigen Lieferungen den, daß es keinen Beruf gibt, bei dem das Pi-1 so schnell als möglich nackzuholen-
Rückgang der Kohlenförderung im Ruhrgebiet.
Aus dem Ruhrrevier wird gemeldet, daß der Rückgang der arbeitstäglichen Förderung weiter anhält. Die arbeitstägliche Förderung ist bis Ende Mai gegenüber März um 23 000 und gegenüber April um 15 000 Tonnen ge- iallen und sinkt weiter. Falls die Arbeiterschaft sich nicht zum Fahren von 4 mal eine Stunde Peberschicht in einer Woche entschließt und dadurch eine Förderungssteigerung erreicht wird, wird die Lage auf dem Kohlenmarkt katastrophal werden. Auch der Braunkohlenbergbau meldet einen Rückgang der arbeitstäglichen Förderung.
Der droherrSe Warktturz.
Berlin, 21. Iuni. Die Mitglieder des (Sarantiefomifees statteten gestern dem Reichs- kLyzler, dem Reichsminister Dr. Rathenau und dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes Höstich- keilsbesuche ab. Dr. Wirth gab seinen lebhaften Befürchtungen vor einem weilcrcnMark- " u r $ Ausdruck. Er betonte, daß bei einer weiteren Abwärtsbewegung der Mark Ab- tr rmaßnahmen notwendig seien, da sonst alle finanziellen Pläne der Regierung umgeworfen würden. Die Beratungen mit den, Komitee werden heute im Reichsfinanzministerium mit Dr. Hermes unter Hinzuziehung der anderen beteiligen Restarts geführt worden. Gleichzeitig bat der Kanzler auch mit dem Reichs- bankpräsidenten Havenstein sich über die finanzielle Lage ausgesprochen.
Erhöhung der Beamlengehätter.
Vertin, 21. Juni. Gestern haben im Reichs« finanzministerium die ersten Vcrhandlunüen zwischen Neqierunq und Gewerkschaften zwecks Erhöhung der Beamten-, Angestellten- und Staatsarbeiterbezüge statt- . uehmtou. ,65 .wurde die.LMWtML.Letroffey, daß seit der letzten ÄA-fdrstcrung üie itosten aer Lebeus- Haltung um 24 Proz. gestiegen seien und die Gehälter de,uentshrechriidc Erhöhung erfahren mühten. — Ministerialdirektor V.Schlicben(Neichsfinan Ministerium gab eine Erklärung ab, daß die Regierung die Gewährung dieser Aufbesserung von der Annahme des ArbcitszeitgesetzeS abhängig machen müsse. Diese Erklärung rief bei den Organisationen große Ucber- raschung hervor. Am heutigen Tage werden die spitzcnorganisationen Gelegenheit haben, sich gegenseitig mit dieser Frage zu beschäftigen.
Es verlautet, daß die Eisenbahnerorganisationen gegen das Vorgehen der Regierung Verwahrung einlegen wollen.
Radikalkur in Oesterreich.
Wien, 21. Juni. Ueber den neuen Finanzplan der Regierung erhält der Wiener Vertreter der „Test-Union" von führender parlamentarischer Seite folgende authentische Informationen: Der Plan verfolgt: 1. Die Probleme der (Erfahrungen und der Sanierung der staatlichen Betriebe; 2. die Sicherstellung der Mono- polertrügnisse; die Einführung neuer Steuern und Erhöhung bestehender Steuern und die inneren Anleihen. Der Finanzplan verlangt die Abstoßung der Bundesbahnwerkstätten und deren Ueberführung in den Privatbesitz, sowie die Abstoßung der staatlichen Jndustriewerke.
PolMschs Lagesberèchle.
— Rachklällge aus dem Kapp-Putfch. Während des Kapp-Putsches hatte eine Bande unter Führung des Bergarbeiters Hemmann Hauer die Herrschaft in Osterfelde in Thüringen an sich gerissen; sie hatte den Bürgermeister ermordet und 31 Mann Schutzpolizisten entwaffnet. Hauer, dem nachgesagt wurde, daß er den ermordeten Bürgermeister vor seinem Tode schwer mißhandelt und zwei Schupoleute mit Kolben niedergeschlagen hatte, war ursprünglich wegen Landfriedensbruches angeklagt, infolge des Amnestieerlasses aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft nahm nun neuerdings das Verfahren gegen Hauer wieder auf. Die Naumburger Strafkammer verurteilte ihn wegen schwerer Körperverletzung zu sechs Jahren Gefängnis.
— Riick.rue der fraMiöffhben Truppen aus Sbm'dttcfkm Heme wob offiziell angetiinbigt, da» der WSzut der französischen Trupven aus Ober- fdfafUn befinitfa gegen een 30. Jnm einsetzen wird Zu gleicher Zeit wird angegeben, wohin die einzelner Truppenteile versetzt werden sollen. Das 151. In fantenercsiment z. B. wir» der Rbcmarmec jugeteil' werden. , .
— Die Wahren in Irland. Nach dem vor liegenden Eroelmis der irischen Wahlen sind 35 Vcx- tragsanbängcr, 21 Vertragsgegner, 3 Vertreter der Arbeiterparteien und 2 Uuabhänqize gewählt worden. Griffith wurde in der Grafschaft Carmi wiederzewählt.
kWeitere Volitiscko Nackrickten Seite 5^