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Hanauer »Anzeiger

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General-Anzeiger

AmMches Orga« für Staöl- und Landkreis Kana« ÄÄÄ^

Erscheint tSglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage

«r. 131

Mittwoch den 7. Juni

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. M. Im Falle höherer Gewalt hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nach»

wird keine Eewâbr geleistet

J

1922

Das sreueste.

Die Reparationskommission wird heute eine offizielle Sitzung abhalten und die dem An­leihekomitee zu gebende Antwort festsetzen.

Die Vertreter der englisch-amerikanischen Mrgan-Gruppe, treffen Ende dieser Woche in Wen ein, um mit allen in Betracht kommenden Stellen zu konferieren und um die Kreditver­handlungen fortzuführen.

Es wird als sicher angenommen, daß bei der Begegnung Poincarès mit Lloyd George am 19. Juni die Verhandlungen über den Ab­schluß des französisch-englischen Garantiever­trages wieder ausgenommen werden.

Die Wahlen zur ungarischen National­versammlung haben eine Orientierung nach rechts ergeben.

In der Ukraine ist ein großes Munitions­lager in die Luft gesprengt worden.

oufzuwerfen. Weiter heißt es imTemps": Falls das Anleihekomitee erklären sollte, daß unter den gegenwärtigen Umständen, d. h. mit Beibehaltung des Londoner Ultimatums, eine Anleihe unmöglich sei, dann sollte es seine Be­ratungen einfach einstellen, denn Frankreich wollte selbst bezahlen, was es schulde; infolge­dessen müsse es auch von seinen Schuldnern ver­langen, daß sie vollkommen bezahlen. Es werde niemals zulassen, daß man Deutschland von seinen Zahlungsverpflichtungen entbinde.,, DasJournal des Debüts" führt aus, daß die Frage der Reparationszahlungen ausschließlich die Reparationskommission, aber nicht das An­leihekomitee bekümmere. Dieses könnte nur dann nützliche Arbeit vollbringen, wenn es die Bedingungen für die Anleihe studiere. Es sei aber unzulässig, daß man von Frankreich Zah­lungen fordere und Deutschland nicht gleichzeitig vorschreibe, seinen Zahlungsverpflichtungen

Das Anleiheproblem vor Ser Entscheidung.

Paris, 7. Juni. Im Gegensatz zu den An­kündigungen französischer Morgenblätter, die ton einer Absagung der auf gestern angesetzten Konferenz der Reparationskommission berichtet hatten, fanden im Laufe des gestrigen Tages, wenn auch nicht offizielle, so doch offiziöse Be­ratungen in den Kreisen der Reparationskom­mission statt. Die Reparationskommission hat sich bekanntlich zu der ihr vom Bankier-Komitee vorgelegten Frage zu äußern, ob die deutsche Reparationsschuld unwiderruflich auf der im Londoner Zahlungsetat bestimmten Höhe von 132 Milliarden Goldmark aufrecht erhalten bleibe, oder mit anderen Worten, ob eine Herab­setzung der Reparationsschulden in Erwägung

nachzukommen. DieLiberte" man werde nach diesen fruchtlosen

fen, mn-

gen in der Reparationsfrage nun endlich ein­sehen, daß das Reparationsproblem ein poli­tisches Problem sei und nicht durch Kniffe von Finanzleuten gelöst werden könne.

Sltnnes über das Wiederaufbau- Problem.

Aenderung von Eisenbahnanlagen von Linien im besetzten Gebiete wahrscheinlich eine Mittei­lung an die Botschafterkonferenz und an die alliierten Regierungen gelangen lassen. Darin wird die Reichsregierung voraussichtlich den Standpunkt vertreten, daß ihrer Auffassung nach die alliierte Note die seit Kriegsende veränder­ten Grenzen und Wirtschaftsverhältnisse Deutschlands und des besetzten Gebietes nicht berücksichtigt hätte. Die deutsche Regierung wird jedenfalls auch den Nachweis führen, daß die beanstandeten Eisenbahnbauten fast ausschließ­lich aus wirtschaftlichen Gründen errichtet und in Betrieb genommen wurden. Man wird deut­scherseits auch auf die Milliardenkosten aufmerk­sam machen, die eine Zerstörung von Eisenbahn- material in dem verlangten Umfange erfordern werde.

Der Gesetzentwurf über das Umlage­verfahren.

Berlin, 6. Juni. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat vor einigen Tagen den zuständigen Stellen den Entwurf eines Gesetzes über die Regelung des Verkehrs

Essen, 7. Juni. Auf Veranlassung der Essener Handelskammer sand gestern hier eine Tagung statt, in der die großen wirtschaftspoli­tischen Fragen, deren Lösung die Voraus­setzung für den Wiederaufbau

. , , bildet, erörtert

wurden. An der Tagung nahmen die berufe-

nen und führenden Vertreter des rheinischen Wirtschaftslebens teil. Nach Eröffnung der

mit Getreide aus der Ernte 1922 zur Begut­achtung zugehen lassen. Ueber den Inhalt die­ses Entwurfs erfährt dieTelunion" folgendes:

Da eine Verstärkung der Getreideeinfuhr aus dem Ausland bei der Finanzlage des Reichs und mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, einen erträglichen Brotpreis durchzuhalten, " möglich ist, wird dieUmlageinderg chenHöhe wie im vorigenJahi gefordert. Die Fortführung des Umlage­verfahrens hat sich deshalb als unvermeidlich

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Lengeimann eschäftsführendes

en Vorsitzenden Geheimrat hielt Geheimrat Bücher,

Mittwoch nachmittag einberufenen Sitzung der Reparationskommission werden die einzelnen Delegierte der Kommission ihre An-

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eingehenden Vortrag

Präsidialmitglied

des

herausgestellt, weil nach Ansicht der Regierung die Landwirtschaft Sicherungen für eine ohne behördlichen Zwang durchzuführende Aufbrin­gung einer bestimmt«

en Menge Getreide °zur be-

sicht hierüber bekanntgeben. Die Reparations­kommission wird auf Grund der verschiedenen Anschauungen die an die Anleihekommission zu erteilende Antwort formulieren. Die heutige Sitzung der Reparationskommission wird also von entscheidender Bedeutung sein. Wenn die Reparationskommission beschließen sollte, daß die Anfrage des Anleihekomitees negativ zu be­antworten sei, kann die Tätigkeit des Anleihe­komitees als abgeschlossen betrachtet werden, weil die Mehrheit seiner Mitglieder die Auf­bringung einer internationalen Reparationsan- beihe so lenge für unmöglich hält, als nicht eine Ae mackerung der Reparationsforderungen be- vAigt ist.

Ueber den Verlauf der gestrigen Besprechung der Repko erfährt dieVoss. Ztg." von unter- M.iter Seite: Der französische Dele­gier te hat mit großer Entschiedenheit die An­sicht vertreten, daß der Auftrag für das Anleihe- ^nii-e nur eine Aeußerung darüber vorsieht, ab eine internationale Anleihe gegenwärtig möglich ist oder nicht. Nach französischer Mei­nung hat das Komitee sich nid^t darüber zu äußern, was nach der Meinung seiner Mitglie­der zu geschehen hätte, um eine Anleihe möglich zu machen. Mit anderen Worten: Frankreich mochte verhüten, daß' das Anleihekomitee eine chsrabletzung der deutschen Schulden als not- mendig bezeichnet. Der englische Dele­gierte Hal dagegen den Standpunkt vertreten, daß der Wiedergutmachungsausschuß dem An- leihekomitee keinen Maulkorst anlegen darf, da es von größtem Interesse sei, die Auffassung vie­ler hervorragenden Finanzmänner kennen zu lernen. Ein Beschluß ist in der gestrigen Sitzung lllcht gefaßt worden.

Von französischer Seite wird übereinstim- nend erklärt, daß das Anleihekomitee mit seiner flnsrage seine Befugnisse weit überschritten

DerTemps" schreibt: Das Anleihekomi- m0, das eingesetzt sei, um die finanztechnischen ^oMetiungen einer internationalen Anleihe zur Mobilisierung der Reparationen zu prüfen und darüber ein Gutachten abzugeben, habe folglich auf die Frage zu antworten, ob es die ^Erbringung einer solchen Anleihe für mög- ch halk oder nicht. Man müsse ihm jedoch nicht »statten, darüber hinauszugehen. Das Komitee »""eryohl foin Urteil dahin abgeben, daß Eutschland unter den augenblicklichen Umstän- n mcht kreditfähig fei, aber es habe weder die noch die Kompetenz, die Tatsache eftr oder jener Ursache zuzuschreiben. Also .anderen Worten: DerTemps" zeigt sich vorüber entrüstet, daß das Bankierkomitee sich ^ unterstehen konnte, den Finger auf fioy^, öu legen, nämlich auf die Frage der ubsetzung der deutschen Reparationslasten

deuMâ 2»dlütrie, einen, 'takten Zeit. und zu einem gegenüber dem üb^ ben Wiederaufbau Marktpreis ermäßigten Preise nicht zu geoen europäischen Wirtschafts- vermocht hat, die es der Regierung ermöglichen würde, die Verantwortung für die Vrotverfor-

des deutschen und europäischen Wirtschafte lebens.

Hierauf nahm Hugo S t i n n e s das Wort zu bemerkenswerten Ausführungen über das Reparationsproblem und führte u.a. aus:

Wenn wir leben wollen, muß die deutsch Bevölkerung mehr arbeiten. Die Arbeit muß derart gesteigert werden, daß wir jährlich min­destens 2 Milliarden mehr produzieren. Glau­ben Sie aber, daß die deutsche Arbeiterschaft arbeiten wird, wenn ihr in Aussicht steht, ein ganzes Menschenleben hindurch Sklavendiensie leisten zu müssen, wenn man ihm die verdienten Gelder abnimmt, um sie ins Ausland zu schicken? Die kurzfristige Anleihe schafft für zwei bis drei Jahre eine Atempause, sie schafft künstlich eine Ueberwertung der Mark und eine unerhörte Erschwerung der künftigen Rege­lung unserer Wirkschafisverhällnisse. Es muß eine endgültige Regelung und Klar­heit der Verhältnisse erfolgen. Eine geordnete Wirtschaft ist undenkbar, solange die Zwangs­wirtschaft anhält. Vor allen Dingen muß ener­gisch gefordert werden, daß der unwürdige Zu st and der Besetzung aufhörk; ein solcher Zustand mag im Kriege angebracht ge­wesen sein, im Frieden ist er ungerecht und un­erträglich. Durch eine kleine Anleihe wird unser Elend nur noch ver­größert. Soll eine Anleihe gewährt werden, dann muß sie von großem Umfange sein. Wir müssen unter allen Umständen auf eine d e s i - nitive Regelung der Verhältnisse und eine gründliche Abhilfe dringen, selbst auf die Gefahr hin, daß eine weitere Besetzung deut­schen Gebietes erfolgen sollte. Eine solche Be­setzung würde immer noch das kleinere Uebel

Amerika « die Kaager Konferenz.

Coblenz, 7. Juni. Dem in Eoblenz für die amerikanischen Truppen gedrucktenAmerican News" wird aus Washington gemeldet: Präsi­dent-Harding habe, obwohl die amerikanische Regierung zweimal die Einladung zur Haager Konferenz abgelehnt hat, sich nunmehr dahin entschieden, daß die Vereinigten Staaten doch auf der Konferenz im Haag vertreten sein wür­den. Die betr. Mitteilung soll bereits der Lon­doner Regierung zugegangen sein.

(Diese Mitteilung läßt die Frage offen, ob es sich nur wie in Genua um die Entsendung eines amerikanischen Beobachters oder die offi­zielle Teilnahme an der Konferenz handelt. Man muß aber wohl die erstere Deutung für die wahrscheinlichere halten).

Der Anschlag auf Las rheinische Eisenbahnnetz.

Berlin, 7. Juni. Die deutsche Regierung wird auf die Ententenote über die Zerltöruna und

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gung im kommenden Wirtschaftsjahr zu über­nehmen. Die aufzubringende Menge wird Auf

nehmen. Die aufzubringende Menge 1 '

die Länder nach dem Verhältnis ihrer Ernte im Durchschnitt der Jahre 19061921 verteilt. Länder mit viel kleinem Besitz werden ge­ringer belastet. Das bisherige Verfahren hat sich bewährt, dagegen nicht die Unterverteilung durch die Kommunalverbände oder durch die Erzeuger. Deshalb werden die Bestimmun- genüberdieUnterverteilung eine weitgehende Abänderung erfahren. Den Ländern wird die Ermächtigung erteilt, der Umlage die gesamte landwirtschaftlich be­nutzte Fläche zugrundè zu legen. Für den Fall der Verteilung auf die gesamte landwirtschafft- lich benutzte Fläche ist die F r e i l a s s u n g der Flächen bis zu 5 Hektar vorgesehen. Die Kommunalverbände haben ihr Umlagesoll nach näheren Bestimmungen der oberen Landesbe­hörde auf die Gemeinden oder unmittelbar auf die Untnernehmer landwirtschafftlicher Be­triebe zu verteilen. Bei Festsetzung des Liefer­solls der einzelnen Erzeuger ist den Unter­schieden der Lieferfähigkeit Rechnung zu tragen. Von der öffentlichen Vrotversorgung sollen die Kreise ausgeschlossen werden, die nach Besitz und Einkommen auf eine solche Sicherung des notwendigen Lebensbedarfs nicht angewiesen

irer Ernte

sind. Der Ernährungsminister wird über die­sen Punkt noch nähere Bestimmungen erlassen. Die Festsetzung eines Einheitspreises für das durch Umlage abgeführte Getreide, wie sie im Vorjahr erfolgte, ist mit Rücksicht auf den un­absehbaren Stand der Mark fallen gelassen worden. Die Reichsregierung sxtzt den Preis nach Anhörung eines aus 20 Mitgliedern be­stehenden Ausschusses fest. Wenn sich ergibt, daß die für die erste Hälfte des Liefersolls fest­gesetzten Preise für die zweite Hälfte nicht mehr ausreichen, wird ein neuer Preis festge­setzt. Die Kommunalverbände haben bis zum 1. September 1922 der Reichsgetreidestelle die beim Beginn der planmäßigen Versorgung, dem 16. August, vorhandenen Vorräte an Ge­treide und Mehl anzuzeigen.

Derban-stag d.Gewerkschaflsvereine

Berlin, 6. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten nur allen Teilen der Reich» begann heute - in Berlin der 21. VerbandStag der deutsche« Gewerkschaft »Verein« sHirsch-Duncktr). Nach einer Be«rLhung»ansprache der Zentralr«t»vor- sitzenden begrüßte Rcichrwiitschaftimimster Schmidt den Berbandstag und knüpfte daran einen Ueberdlick über die durch die Neugestaltung »e» «taatrwesen» geschaffene neue Stellung der Arbeiter auf politischem, wirtsclgastlichem und s»zialem Gebiet. Diese gleichbc- rechtcgtc Stellu«, zu behaupten, sei Ausgabe der großen Arbeiterorganisationen. Han»el«mimster Siering betonte dann, die Sorge um die Aufrechterhaltung der achtstündigen Arbeitszeit und der anderen Errungen- schasteu seien die Hauvtaylaabe der Gewerkschaften.

Der Minister bezeichnete al» eine wichtige Aufgab« die Weiterarbeit an einem neuen Arbeit»recht und hob hervor, daß man unter dem achtstündigen Arbcitrta, auch eine volle achtstündige Arbeitszeit verstehen müsse.

Dann sprach Professor Dr. Bonn-München über die Stellung der Arbeiter und ihrer Organisationen in Wirtschaft und Produktion. Ausgehend von dem Hauptproblem der Steigerung aller Preise in Deutsch­land, da« er al» deutsche« Problem bezeichnet und da» bereit» im April zu einer 84fachen Preissteigerung geführt habe, nannte der Redner die immer noch be­stehende Warenknappheit und vor allem die Zerrüttung unseres Geldwesen» infolge der Reparationrlasten, bi< Ursache unserer hoffnungslosen wirt­schaftlichen Lage. Die Entente »erlang« nur die Beseitigung dieser Prozesse« durch nem Steuern. Diese« Verlangen wäre dann berechtig und erfüllbar, wenn man dem deutschen Volk Drrivierttj seine» Einkommen» wcgsteucre und er dann noch lkb:n»fähig erhalten könne. Da» sei aber nicht^ lich. Die Steigerung der Einfuhrpreise habe im April schon dar »bsache der Friedenrpreise betragen. Di« Arbeitslöhne wiesen zwar eine wesentliche Steigerung auf, aber sie seien den Preisen meist nur in großen Abständen nachgehinkt. Als einzige» Mittel zur Besserung betrachtet der Redner die Unter- bindnng der Preirsteigerung. Diese« Problem könne aber nur von außen gelöst werden durch die Zurückschraubung de» Dollar» auf einen angemessenen Stand. Dazu sei eine aktive Zahlungsbilanz Voraussetzung und diese sei nur mög­lich durch die Herabsetzung unserer R«pa» rationilasten. Da» sei aber nur durch eine internationale Anleihe für Deutschland möglich. Einer Stabilisierung der Mark könne zu­nächst der Abbau der Gewinne und bann1 der Abbau der Löhne und Gehälter folgen. Allerdings werd« der Beginn der Prei»- und Lohnabbaus schwere soziale Störungen zur Folge haben. Aber ein Anfang müsse im Interesse der deutschen Wirtschaft gemacht werden.

Dann sprach zum gleichen Thema Reichktag»ab- geordneter Erkelenz. Er erklärte ». a., die s o - zialistische Anschauung habe in den letzten drei JahrenS ch i f f b r u ch erlitten und erleiden müssen. Der Privatbetrieb habe sich nicht nur in Ruß­land, sondern anch bei nn» leistungsfähiger tuM^L «ILLor. Staat»- und komumnale, ^trjeb. Den Arbeitern müsse ein Eigentumsrecht am Verrieb znftehcn, ohne daß sie dafür Einzahlungen zu leisten brauchten. Außerdem sollten die Arboitgeber viel aus­giebiger Gebrauch machen von denen ihnen schon jetzt zur Verfügung stehenden Kapitallräften.

Zum Sittenlos auf Schet-emann.

Cafl«l, 6. Juni. Die amtliche Untersuchung bet auf Oberbürgermeister Scheidemann gespritzten Flüssig­keit hat ergeben, daß diese aus einer aufgelösten gas­förmigen Blausäure bestand, deren Wirkung absolut tödlich ist, wenn auch nur eine Spur davon eingeatmet wird. Er muß sich also offenbar um einen Manu handeln, der gute chemische und pharmakologisch« Kenntnisse hat. Ueber den Ueberfall selbst teilt Oberbürgermeister Scheidemann noch mit: Der Mann ist zunächst ganz dicht von hinten an mich heran,e- kommen und hat mir einen Teil der Flüssigkeit gegen die Wange gespritzt, offenbar in der Absicht, mich zr veranlassen, den Kopf zu wende«, damit er wir bei Rest der Flüssigkeit direkt auf den Mund spritze« konnte. Jedenfalls hat der Täter den Moment av-e- paßt, wo ich ihm den Kopf zuwendete, um mir die noch in der Spritze befindliche Ladung auf die Ober- lippe zu spritzen. Die starke Wirkung der Flüssigkeit geht schon darau» hervor, daß ich, trotzdem ich den Mund geschlossen hielt, «ach Abgabe de» zweiten Schusse» bewußtlos zusammenbrach.

Orientierung nach rechts in Ungarn.

Bttdaptst, 6, Juni. Die Wahlen in Ungarn haben für die Regierung eine wirkliche Mehrheit er­geben. Sie verfügt derzeit über 13t Mandate der eigenen Partei, 8 Mandate einer christlichen Gruppe und 7 Mandate von Parteilosen, die der Regierung in gewissen Fragen nahtstehe«. Die Opposition ver­fügt zur Stunde über 46 Mandate, wozu von den Ende dieser Woche noch zur Entscheidung kommenden 16 Stichwahlen und den 30 Mandaten in Budapest und Umgebung nach Berechnung der Regierung noch 28'Mandate, der Opposition zufallen dürften, sodaß ein Eudergebni» das Verhältnis von 165 bis 176 RègierungSabgeordnetrn und 75 bi» 80 oppositionelle» Abgeordneten, darunter 15 bi» 20 Sozialdemokraten, als oppositionelle Parteien in der Nationalversamm­lung zeigen wird. Infolge dieser Gestaltung der Dinge dürfte schon in den nächsten Tagen eine Um­gestaltung de» Kabinett« mit einer Orientierung nach rechts erfolgen.

Wegen N-rr«pti-w «tu# >«» * V- D. «»«geschlwffen Die Zentrale der K. P. D. ver- öffentlicht heute in der ,Roten 5«bn e' svlaenbeu »e- 'chluß : Die Zentrale bestätigt den «urschlub von Ma, Waltz - Saarbrücken, da anfgrunb der vorliegende» Material» und seine, eigenen Geständnisses festlich daß er größere Geldbeträge von der «aarregierung angenommen bat, um »eu Versuch zu machen, die Politik der Partei in dem von »er Saarreaieruua ae» wäulckte« etxiu r« beeinflussen