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Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Staöt- und Lanödreis Sans«

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ar. 121

Mittwoch den 24. Mai

1922

Das Neueste.

Der Reichsrat hat zu den Erhöhungen der Postgebühren seine Zustimmung gegeben.

In Braunschweig ist eine Regierung der großen Koalition gebildet worden.

Die Sitzung der Londoner, Wiener und Moskauer Internattonale, die gestern im Reichstagsgebäude stattfand, endigte damit, daß der einleitende Derständigungsversuch ergebnis­los abgebrochen wurde.

Londoner Blätter teilen mit, daß bei Maß der Unterhausdebatte am Donnerstag Zloyd George die englische Politik in der Frage neuer Sanktionen gegenüber Deutschland befi« Nieren werde.

Der schweizerische Bundesrat hat die er­lassenen Einfuhrbeschränkungen bis zum 31. Dezember 1923 verlängert.

Französische Kammerdehalte.

Paris, 23. Mai. In der französischen Kam­mer standen heute zur Debatte verschiedene In- erpellationen über die auswärtige Politik der Regierung und über Genua. Andre Tar­dieu erinnerte daran, daß ein amerikanischer Schriftsteller erklärt habe, der Vertrag von Ra- Mo kennzeichne, daß Rußland und Deutsch- lond glaubten, die durch den Sieg geschaffene Lage sei beseitigt. Entspräche dieses ameri­kanische Wort der Wahrheit? Viele Verhand­lungen seien zwischen den Alliierten und

Deutschland geführt worden. Sie hätten die Rechte vermindert, die Frankreich aus dem Friedensvertrag von Versailles hätte erwarten können, und schließlich habe man sich in Genua an die gleiche Tafel mit den Ver- lretern der Sowjets gesetzt. Das könne nicht so weitergehen. Bei jeder diplomatischen Ver­handlung werde. ^ ^'"titx- «>-*» »- Gegenleistung verstümmelt. Es féi'eine a n sächsische These, ;

noch Besiegte geben soll, daß man über die Ver­gangenheit den Mantel der Vergessenheit lege und daß man nur den wirtschaftlichen Mate­rialismus in Betracht ziehe. Das feien die Ar­

Die Zurückhaltung der Union.

es weder Sieger

gumente von Keynes, der einer der stärksten Propagandisten der angelsächsischen Thesen sei. Diese Thesen würden auch von Finanzleuten unterstützt, die ebensowenig wie die Sozialisten Grenzen kennen. (Lebhafter Widerspruch der Sozialisten.)

Trotz dieses Widerspruches blieb Tardieu bei feiner Behauptung, indem er mit Namen eng« fische und amerikanische Bankiers nannte, die sich bemühten, diesen Thesen zum Siege zu ver­helfen. Frankreich behindere diese Finanz- leute, deren Aufgabe durch die Tatsache erleich­tert worden sei, daß die Regierenden in Frank­reich oft dazu beigetragen hätten, die Verträge M diskreditieren, die die Rechte Frankreichs ^erstellten. Das alles fei in Genua stärker öenn je in die Erscheinung getreten. Zum aal seien die Besiegten anwesend ge-

enen

den

erstenmal seien die________ _____a_ befen, aber nicht wie in Spa als Besiegte, fon« fern auf dem Fuß der Gleichheit. Die franzö- 'sche Regierung habe zwar die Vorsicht gehabt, ichsrzustellen, daß von den Reparationen und von der Entwaffnung nicht gesprochen werde, ober sei der von englischer Seite vorbereitete Friedenspakt nicht die Vorbereitung der Ent­waffnung? Die Wirtschaftsthese von Keynes lei dadurch bestätigt worden, daß man die Wie- oeraufrichtung der beiden Besiegten verlangte, bevor Deutschland und Rußland hätten daran denken wollen, das Unrecht wieder gut zu brachen, das sie der zu Unrecht angegriffenen Aation zugefugt hätten. Tardieu weist auf den ernsten Charakter des Vertrages von R a - Polio hin. Er fei nicht nur ein Z w e i - bund, sondern durch die Regierung von An­gora auch ein D r e i b u n d. Er habe umso gere Bedeutung, als durch die wirtschaftliche

Rußlands die Entwaffnungsklausel unnütz

Er wundere sich, daß nach der Ver- ossentlichung dieses Vertrages Frankreich die ^teferung von Waggons und Lokomotiven an ^UBlanb habe ins Äuge fassen können. Er be- chrchte' daß bie französische Delegation nach der Veröffentlichung dieses Bertrages nicht die Haltung eingenommen habe, die notwendig ge= wesen wäre. Tardieu sprach alsdann von der ö"buckziehung der Unterschrift jfhomreichs unter dem Memorandum an die vUsftsche Delegation und ersuchte den Minister­präsidenten Poincars, der eine Bemerkung machen wollte, ihn nicht zu unterbrechen. Wenn Frankreich nicht drei Tage verloren hätte, be- h°E es sich der These I a s p a r s angefchlossen hatten Frankreich und Belgien noch an» ^re Mächte für ihren Standpunkt gewinnen

o habe ins Auge fassen können. Er be- daß die französische Delegation nach der ntlichung dieses V< ....

Ministerpräsident P o i n c a r é bemerkte, die französische Regierung sei vollkommen frei, nicht nach dem Haag zu gehen; sie werde jedenfalls nichts ohne die Zustimmung des Parlaments unternehmen.

Tardieu hielt trotzdem seine Behaup­tung aufrecht, daß Frankreich gegenüber dem Vertrag von Rapallo und der Zusammenkunft im Haag keine genügend starke und klare Stel­lung eingenommen habe. Er sprach alsdann von der wirtschaftlichen Solidari­tät, die während des Krieges die Alliierten gerettet habe und die jetzt nicht mehr vorhan­den sei. Er beklagt, daß die englische und die amerikanische Regierung dem Drucke ihrer Kaufleute nachgeben. Dadurch erkläre sich die Wechselkurskrise und auch die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten. Tardieu bedauert, daß die französische Regierung in Genua die angelsächsische These vom wirtschaftlichen Ma­terialismus nicht dadurch bekämpft habe, daß allein die interalliierte Solidarität mehr dazu hätte beitragen können, den Wirtschaftsfrieden wieder herbeizuführen, als die Wiederaufrich­tung der Besiegten. Die Regierung hätte er­klären müssen, daß Frankreich gesiegt habe, um die Völkervon Elsaß-Lothringen, von Böhmen und von Polen zu be­freien und daß bei den französischen Sol­daten die wirtschaftlichen Fragen niemals den Sieg über die Frage der internationalen Mo­ralität davongetragen hätten. Wenn Frank­reich verlange, daß man sein Recht nicht an« taste, so sei das nicht wegen des eigenen Nutzens, sondern wegen der allgemeinen Sicher­heit Europas halte man die Wacht am Rhein.

Die Weiterberatung wurde auf Mittwoch vertagt.

Zu den Anlerheverhandlungen.

Vertreter Franc V a n d e rl i p einem Vertreter der Pall Mall Gazette, es bestehe kaum Llusficht, daß die Vereinigten Staaten Deutschland und den übrigen europäischen Nationen sowie Ruß­land zu Hilfe kämen, solange deren Finanzen nicht in Ordnung gebracht werden. Dies könne natürlich nicht von heute auf morgen geschehen. Hätten die betreffenden Staaten jedoch ihr Bud­get ausgeglichen, so würde Amerika mit einer finanziellen Hilfe nicht mehr zurückhalten. Die Chicago Tribune will übrigens erfahren haben, daß man die offiziellen deutschen Vorschläge nicht eher empfangen werde, bevor das Komitee Morgan nicht einige Sitzungen abgehalten habe. Das Blatt glaubt, daß die Reparationskommis­sion und der Anleiheausschuß dieselben Be­dingungen stellen würden, die in verschiedenen Fassungen immer wiederkehren, nämlich:

1. Deutschland muß neue Banknotenaus­gaben einstellen, da dadurch der Markkurs ent­wertet und Deutschland in die Unfähigkeit ver­setzt wird, die Reparation zu bezahlen.

2. Deutschland muß sofort seinen Staats­haushalt ins Gleichgewicht bringen, da dadurch seine Valuta gestärkt und die Aussichten auf den Abschluß einer Anleihe dadurch verbessert würden.

3. Die deutsche Regierung muß eine gewisse Finanzkontrolle gestatten, entweder durch die Reparationskommission oder durch ein Anleihe- Komitee.

Inzwischen versuchen Blätter, wie die Action Francaise, auch die Anleiheverhandlungen zu einer deutschen Hetze auszunutzen. Das Blatt schreibt, daß es besser wäre, Frankreich zu helfen als Deutschland. Dr. Hermes würde, wenn man es wolle, die Einstellung der Banknotenausgabe versprechen. Man müsse jedoch jetzt schon die Welt warnen, daß dies ein Signal zu einem Kriege (!) sein könnte, in dem der gegenwärtige Papierneveaustand Deutschlands untergehen würde. Die Unterzeichner der deutschen Anleihe täten gut daran, mißtrauisch zu sein, denn es scheine, daß die Deutschen eine Ueberraschung vorbereiteten.

Kermes reift nach Berlin.

Paris, 23. Mai. Finanzminister Dr. Her­mes soll nach demTemps" heute abend be­reits Paris verlassen haben. Diese Nachricht entspricht nicht den Tatsachen. Wie man ver­nimmt, beabsichtigt Dr. Hermes die Rückreise nach Berlin morgen abend anzutreten. In­zwischen aber bestätigt dasJournal des De­büts", daß mehrere ziemlich delikate Fragen im Laufe der Verhandlungen geregelt wurden, daß aber noch zahlreiche Schwierigkeiten überwun­den werden müßten. Der gute Wille von Dr. Hermes hänge jetzt ab von dem des Reichs- kabinetts. Man könne also nicht jetzt schon

das gesamte Problem, das sich am 31. Mai stelle, für gelöst ansehen, sondern man könne nur sagen, daß die Verhandlungen in der Weise wie sie begonnen worden seien, fortge­führt werden, und es bestehe die Hoffnung, daß es zu einem Einverständnis kommen werde. Nach der Abreise von Dr. Hermes werde Staatssekretär a. D. Bergmann ihn ersetzen und die Verhandlungen weiterführen.

Die Beratungen -es Reichskabinetts.

Brrlin, 24. Mai. Da» Reichrkabinttt hat gestern fast den ganzen Tag die am Montag abgebrochene Beratung über die Genueser Konferenz und di« Sie« parationkangelegenheiten fortgesetzt. Die Nachmittag»- sitzung war gegen Vs 9 Uhr zu Ende. Ueber dar Er­gebnis verlautet nicht». Er wird auch kein amtlicher Bericht über die birherigen Besprechungen aurgegeben werden. Dies bestätigt die Annahme, daß ein ab­schließender Ergebnis überhaupt solange nicht erzielt werden kann, al» Minister Hermes über seine Pariser Verhandlungen und Eindrücke Bericht erstattet hat. Da er erst am Donnerrtag in Berlin eintrifft, werden die Beratungen solange ausgesetzt. El findet infolge» dessen heute keine Kabinetttsitzung statt.

Zusammentritt des Auswärtigen Ausschusses.

Berlin, 23. Mai. Der Aeltestenrat des Reichstages hat in seiner heutigen Sitzung, an der Reichskanzler Dr. Wirth und Dr. Rathenau teilnahmen, beschlossen, daß der auswärtige Ausschuß erst nach der Rückkehr des Reichs­finanzministers Dr. Hermes aus Paris, die am Donnerstag nachmittag zu erwarten ist, mitihn am Freitag vormittag und am Samstag vor­mittag eine Sitzung zur Besprechung der Ge­nueser Konferenz und der oberschlesischen Frage abhalten wird. Im Plenum soll an diesen bei­den Tagen die 2. Lesung des Etats beendet

'enum wird voraussichtlich am Montag und Dienstag der nächsten Woche stattfinden, wobei auch der deutsch-polnische Vertrag über Ober­schlesien und der dänische Handelsvertrag zur Erledigung gelangen werden. Am Mittwoch, 31. Mai soll die 3. Lesung des Etats im Plenum beginnen.

Benesch über öas Genueser Ergebnis.

Prag, 24. Mai. Im Abgeordnetenhaus hat gestern nachmittag Ministerpräsident Dr. Be­nesch in seiner Rede die politische Entwicklung in Europa während und nach der Konferenz von Genua behandelt. Ministerpräsident Be­nesch schilderte zuerst die auf der Konferenz von Genua deutlich zum Vorschein gekommene Krise in der Entente. An eine Zerreißung des bestehenden Bündnisvertrages der Entente sei aber nicht zu denken. Wenn von einer Isolierung Frankreichs geredet wird, so werde darauf hingewiesen, daß gerade extreme nationale Kreise in Frankreich eine derartige Isolierung wünschen. Es sei darum gut, wenn die Tschechoslowakei ihre eigene Politik treibe und weder eine englische noch französische Politik betreibe. Das Interesse der T' Hechoslowakei sei, daß die F r i e d e n s v e r- träge eingehalten werden. Der Lcini- sterpräsident ist nicht der Ansicht, daß Genua keine positiven Ergebnisse gezeitigt habe. Die Konferenz sei die erste internationale Kund­gebung der europäischen Demokratien gewesen. Zweitens sei Rußland zum ersten Male in europäische Verhandlungen eingetreten. Drit- t" 's ist das russische Problem für Europa klarer geworden. Viertens, zahlreiche europäische Fragen wurden einer Klärung entgegenge­bracht, darunter die Beziehungen der Sowjets zu^ den Westmächten. Der Ministerpräsident e.^ärte, daß es seine Pflicht gewesen wäre, als vermittelnder und gemäßigter Faktor in Genua zu wd èen und daß die Richtlinien der tschecho­slowakischen Politik gegenüber den Verbün­deten und auch gegenüber Deutschland unver- rt geblieben sei.

Doru Reèchsverban- der deutschen In-ustrte.

Hamburg, 23. Mai. Der heutige 2. Verhand- lungo^g wurde von Gen.-Direktor Rehwein- Düsseldorf eröffnet. Im Rahmen der darauf folgenden Diskussion nahm Staatssekretär Dr. Augüst.Müller das Wort um über das russische Problem sowie über seine durch längeren Aufenthalt in Rußland gewonnenen versön- lichen Kenntnisse der dortigen wirtschaftlichen und politischen . Verhältnisse zu sprechen. Es sei überraschend, sagte der Redner, mit welcher Zu­versicht die Russen davon überzeugt seien, daß allein der Deutfche ihnen Hilfe bringen kann. Ueber die Dauer des Bolfchewistenregimes ließe

lang, den

sich sagen, daß ein Zusammenbruch desselben nicht erwünscht ist, weil diesem Zusammen­bruche ein anarchistisches Chaos folgen müsse. Wenn Deutschland und die übrige Welt gewillt seien, Rußland zu helfen, dann müßte zweierlei verlangt werden: 1. In rechtlicher Bezieh daß Verhältnisse geschaffen werden, die Wiederaufbau ermöglichen. 2. In wirtschaft­licher Beziehung, daß ein System geschaffen wird, das nicht die Impulse totschlägt, sondern den Wiederaufbau fördert.Ich komme zu der Schlußfolgerung, daß es für die deutsche In­dustrie ein Gebot kluger Voraussicht ist, das russische Problem als eine große Äufgabc anzu­sehen, an der sie beteiligt sein muß; man darf sich aber nicht von ihr schon morgen goldene Berge versprechen, sondern man muß sich be­wußt sein, daß die Volkswirtschaft durch denKommunismus in außer­ordentlichem Maße ruiniert worden ist.

Nach Staatssekretär Dr. Müller sprach Dr, Kraemer über Industrie und Welthandel.

Das gleiche Thema behandelte der Vorsitzendr des Vereins Hamburger Exporteure.

Nach einer Pause erstattete der Präsident Dr. Warmboldt aus Berlin das vorge­sehene Referat über I n d u st r i e u n d Land­wirtschaft. Er betonte die Notwendigkeit, zwischen den Interessen des Handels und der Landwirtschaft einen Ausgleich zu schaffen. In der Diskussion nahm Dr. Krause das Wort als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Jndustrieverbände und landwirtschaft­licher Bauunternehmungen. Er führte aus: Etwa ein Zehntel der gesamten deutschen Reichsfläche liege noch brach. Die Landwirtschaft habe es übernommen ihr Gebiet allmählich aus­zubauen. Auch Edler vonBraun, Vor­sitzender des Reichswirtschaftsrats, unterstrich das notwendige Zusammenarbeiten zwischen Industrie und Landwirtschaft. Er schloß mit der

politisches Manöver.

Oeffnung der Seulfchen Archive.

B e 11 i n, 24. Wal. Halbamtlich wird mitge- teill: Unter dem Titel die große Politik der europäischen Mächte von 1871 bis 1914 beainnt demnächst die Sammlung der diplomatischen Aktenstücke des auswärtigen Amtes zu erschei­nen. Die Drucklegung der ersten 6 Bände dieses -rohen Aktenwerkes der deutschen Regierung ist jetzt beendet. Das Werk ist ein Ergebnis der Prüfung der deutschen Archive. Die jetzt fertig gestellte Gruppe enthält das Aktenmaterial der 3eif vom Frankfurter Frieden bis zur Ent- laffung des Fürsten Bismarck.

Annahme -es Genfer Verirages über Oberschleften.

Korttestand der St«cht-v«rwahrung.

Berlin, 24. Mai. Der Reich«rat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem in Genf abge- fAIoffenen beutfch-p.lnifchen Abkommen über Ober- schlesien. Er stimmte den Beschlüssen der Ausschüsse zu, die da» Abkommen in seiner Form angenommen leben. Der Reichrrat erteilt bem deutsch-polnischen Vertrag über Oberfchlefien feine Zustimmung. Er tritt emtbrücklich der Erklärung bei, die der deutsche Devollmächti»te Minister «. D. Schiffer vor der llnterzeichnnng bet Vertrage» in der öffentlichen Sitzung zu Stzenf am 16. Mai 1922 inbezu, auf bie >eutt*e Rcchttverwahrung gegen bie Ent- fchcidun« der Botschefierkonserenr vom 20. April abgegeben lat. »er preußisch^ Siaattsekretär Seebre banste hierauf dem Minister Schiffer für seine auf« opfernde Tätigkeit.

Msskau zahlt an Polen.

Warschau, 24. Mai. Die Comjetregierung hat ber polnischen Regierung mitgeteilt, bey in ben nächsten Sagen in Antführung des Rigaer FriebcntvertcageS bie Summe von 10 Millionen Goldrubel an Polen bezallt werde. In Wirklichkeit hat bie russische Re- eierung nach dem Friebenipertrage von Riga bi« zum 80. April 30 Mili.uen Goldrube! zu zahlen. Sie hat diese Verpflichtung jedoch nichterfüllt, und Tschitscherin hat bereits in Genua dem polnisch«« Auheuminister darauf aufmerksam gemacht, daß Rußland bie Summe nur zahlen sinne, wenn ihm eine Anleihe gewährt würbe.

Sie nette b»aunschw«i«ische R«»i«run<u Die Rezicninzlkrisc in $r«MHf*tveig ist Seeniet. Di« Mohrhtitrsozioliste«, bie Demokroten unb bie Deutsche L»lk«p«rtri hoben sich zu einer sogenannten großen Realisten zusommeng«schlossen. Dor Kabmeti würbe vom lanbtag gewählt und setzt sich au» bem früheren Ministerhräsibenten Dr. Jasper (Eoz.), Sem bähengen ArbcitSminister Steinbrecher (koz.), Sem Demokraten Rännebur, «nb bem Führer der Deutsche« Solfisertei Starker zusammen. Die neue Regierung stützt sich auf eine Mehrheit von 33 Abgeordneten gegen 27 Oppositionelle. Birher hatte Braunschweig belaiinllich eine rein sozialistische SRegieruna*