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Hanauer N Anzeiger
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flr. 119
Montag den 22. Mai
1922
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Das Neueste.
- Das javanische Parlament hat am Samstag da, auf der Washingtoner Konferenz beschlosiene Zchantungabkommen ratifiziert.
- In Griechenland wurde ein Koalitionskabi- »eit gebildet, in dem Eunarir und Stratos ver- etufgt find. Ministerpräsident wurde Protovapa- batis.
- Das polnische Sejm bat den deutsch-polnischen : Beitrag über die Gerichtsbarkeit in Oberschlesien ratifiziert.
- Morgen Dienstag werden in Paris die Be- ' längen mit Morgan beginnen. Von maßgeben- ■ bei Seite wird hierzu mitgeteilt, daß mehrere 5 deutsche Finanzsachverständige heute nach Paris Mähren werden, um ebenfalls an diesen Verhandlungen mit Morgan teilzunehmen.
- Poincarè bat gestern in Straßburg eine neue i Hetzrede gegen Deutschland gehalten.
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Die neue Ketzre-e Poincarvs.
Poincarè hat gestern abend vor dem Kon- jreß der einstigen Kriegsteilnehmer in S t r a ß- >urg die von uns bereits am Samstag ange- lündigte Rede gehalten, die an Verdrehungen 1er geschichtlichen Wahrheit das unglaublichste inthält, was je die Welt zu hören bekommen hat. Die gesamte Rede ist eine einzige Verleumdung und verfolgt lediglich den einen Zweck, den
französischen Imperialismus zu rechtfertigen, besonders bei den Elsässern. Wer geglaubt hatte, Pomcarè sei durch die Reden Lloyd Georges in Genua eingeschüchtert worden, dem werden durch die neue Hetzrede, die Fortsetzung om Bar-le-Duc, gründlichst die Augen geöffnet. Die Straßburger Rede zeigt, daß Poincarè gewillt ist, den französischen Imperialismus sich ' sustoben zu raffen. Man glaube nicht, daß fM?°1chan aejcheyen ist, ober Np die MM gedungen der französischen Staatsmänner I lediglich leere Drohungen seien.
Von der Straßburger Hetzrede liegt uns , folgender Auszug vor:
Die Elsässer hatten Geduld und die Lothringer hatten Geduld, alle beide fuhren fort, zu hoffen, obwohl wir ihnen nicht mehr gesagt hatten, ja wir wollten noch nicht einmal eine Handbewegung machen oder ein Wort aus- sprechen, das den Lauf der Dinge hätte beschleunigen können. Alles, was das Elsaß end- Üch doch befreite und uns mit einem tiefen Tlllcksgefühl erfüllte, ist für uns mit keinem Aèuegefühl gemischt, denn wir hatten das Bewußtsein, daß wir alles getan hatten, um Frankreich die Ruinen und die Trauer zu ersparen, die das Lösegeld dieser verspäteten Gerechtigkeit waren. Aber als dann die lange Un-
rechtigkeit waren. Aber als dann die lange Unbilligkeit ihr Ende nahm, da durften wir es >ülch nicht mehr dulden, daß die Vergangenheit viÄer aus chrem Grabe hervorsteige, denn wir baden jetzt den Boden des Elfaß wiedergswon- nen und man wird ihn uns auch nicht mehr Eeißen. Die ehemaligen Kriegsteilnehmer Ylllten gute Wacht, indem sie aufmerkfam auf bie Rechte achten werden, die der Versailler Verlag unseren zerstörten Gebieten gibt. Während ^ langer Jahre sahen Sie unsere Felder von Mschllssen aufgewühlt, unsere Städte und Dörfer vom Schlachtenfeuer zerfressen, und als Sie
Ihren Kameraden von den alliierten Armeen den Angreifer zurückschlugen, da fanden «le vor sich nichts mehr als Trümmer und eine ungeheure Menge von Schutt. Das besiegte âMHIffnd versprach, uns für die Uebel zu "fstchadigen, die es hervorgerufen hat. Sie, die
Zeugen der Verwüstung waren, die die •teuften hinter sich zurückließen, Sie werden w'rd^ ^uilden, daß dieses Versprechen gebrochen
Ich danke der nationalen Vereinigung der yemaligen Kriegsteilnehmer, daß sie mir die Präsidentschaft dieser Versammlung anbot. Es m eine Freude, mit Ihnen hier in dieser
Stadt Straßburg zusammenzukommen, re das Heldentum der alliierten Truppen von r fremden Herrschaft befreit und auf immer H°^e>.ch zurückgegeben hat. Indem Sie als Ihres Kongresses die ehrwürdige Stadt ^ljaß ouswähltèn, wollten Sie Ihren Ge- , ein Symbol geben, und wollten damit daß Sie die Vollbringer des Sieges und ^ute auch die treuen Beschützer und Wäch- des Friedens geblieben sind, des Friedens, ÖIe "st nach so großen Anstrengungen und Psern errungen haben, und der nach Ihrem ^vAen nicht mehr zerstört und' nie mehr kom- , o^ntiert werden soll. Sie sind mehr als jeder Fixers an diesen Frieden gebunden, und Sie . "°en auch nicht zulassen, daß dieser Friede »egen die Sieger ausgenutzt wird, sondern Sie o^ien, daß der Friedensoertrag kein Betrug keine Augenwischersi sei. Sie wollen auch
nicht, daß die wesentlichen Bedingungen des Friedensvertrages straflos verletzt werden. Niemand unter Ihnen ist von Gefühlen des Haffes oder der Gewalttätigkeit beseelt, niemand unter Ihnen nährt imperialistische Absichten, die uns interessierte Verleumder immer so gerne zuschreiben. Niemand unter Ihnen wünscht auch, daß unsere Beziehungen zu Deutschland ewig durchs die Erinnerung an die blutigen Kämpfe vergiftet seien, wir alle wünschen im Gegenteil endlich eine wirkliche Befriedigung der Geister.
Aber, meine Herren, hier in unserem Elsaß und hier am Ufer des Rheines sind wir zu nahe an der Grenze, um uns Illusionen auszusetzen. Auf dem Beobachtungsposten, auf den wir gestellt sind, bemerken wir noch große beunruhigende Wolken am Horizont. Wenn wir unsere Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollten, so gebe es keinen Elsässer, der uns nicht sofort zwingen würde, sie wieder zu öffnen. In Straßburg, Eolmar, Mülhausen kennt alle Welt die Alldeutschen, und alle Welt weiß, wessen sie fähig sind, und was sie alles unternommen haben, um sich der Durchführung des Friedensvertrages von Versailles zu entziehen. Niemand im ganzen Elsaß wird wohl die Nachrichten von einer Abrüstung Deutschlands als Wahrheit aufnehmen. Elsaß weiß zu gut, was sich unter der Maske der Polizeistreitkräfte verbirgt, und das Elsaß weiß auch sehr genau, welche Waffen- depots im Gebiete des Deutschen Reiches entdeckt worden sind. Elsaß wird auch nicht an der Wahrheit der moralischen Abrüstung Deutschlands glauben, denn Elsaß ist zu genau unterrichtet über die Gliederung der Gedanken unserer Nachbarn. Es beobachtet auch mit aller Klarheit und mit aller Deutlichkeit die neuen Kundgebungen in Deutschland. Am 6. Mai
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noch lebend und nicht „für ewig" unter französische Herrschaft gestellt worden wäre. Und sehen wir denn nicht, daß in einem großen Teile aller
Länder, vor allem auch in Amerika, eine gewaltige Propaganda mit Flugschriften und mit Broschüren zu Gunsten einer Autonomie und zu mtralität des Elsaß und Loth
Gunsten einer Ne^
ringens getrieben wird? Vor und während des Krieges (zu einer Zeit also, als noch die Unabhängigkeit des Elsaß und Lothringens ein Beweis des Wohlwollens gewesen wäre, das dem Elsaß gewisse Vorteile gebracht haben würde)
lehnten die Deutschen brutal eine Maßnahme ab, deren Folgen sie befürchten mußten. Heute 'iern die Alldeutschen, ohne sich darum zu
fordern ......
kümmern, daß sie einander selbst widersprechen, die Neutralität aber jedesmal, wenn die Devöl
kerung des Elsaß befragt wurde (und noch in dieser Woche bei den Kantonalwahlen), haben die Elsässer deutlich ihren Willen bekundet, Franzosen zu fein. Gegen diesen Beschluß könnte keine Machination von irgendeiner Seite etwas ausrichten. Elsaß weiß, woran es sich zu halten hat. Im Elsaß wird es auch nicht gelingen, die Erschichte zu entstellen. Als wir zu den Elsässern kamen, fanden wir eine Erschütterung des Herzens. Man fragte uns immer: Wann wird uns denn Frankreich wieder befreien? Und wir antworteten darauf immer: Habt Geduld, wir wollen keinen Revanchekrieg führen, denn ein solcher Krieg wäre ein Verbrechen an der Menschheit. Wir wollen nicht die Verantwortung auf uns nehmen, einen solchen Krieg entfesselt zu haben, habt nur immer Geduld, es wird vielleicht noch einmal ein Tag kommen, wo Deutschland im Vertrauen auf feine Kraft sich dazu hinreißen lasten wird, uns anzugreifen, was es dann auch in den Jahren 1875 und 1887 zu tun gedachte. Wenn dieser Tag anbrechen wird, dann werden wir nicht nur den Mut und die Kraft haben, Widerstand zu leisten, sondern auch uns zu wehren und Euch zu befreien. Nur deshalb blieben wir gerüstet und nur des- bo^ haben mir immer gefußt Allianzen und Freundschaften abzuschließen. Habt Cebu®.
Das „Becht auf Gankttsnrn^.
Ein Schriftsatz Poincares.
Paris, 20. Mai. Ter Abgeordnete Klotz, ehemaliger Finan^mimfter im Ministerium Clemenceau und einer bet Unterhändler bei den Friedensverbandlungen in Paris, hat an den MinistzrprHdrnjfen Lineare einen Brief geschrieben, in dem er ihn aufmerksam macht auf die Erklärunrrn, die btr L«rdk*»;ler Thamter- lain im Unterhaus« abgegeben h«t. Er sei ber Ansicht, daß es sich hier um ein Miz»ersts»dni» banbele, bas eiligst beseitigt werben wüsste. Minifter»räfi»ent veincere hat barauf dem Abgeordneten Klotz geantwortet:
Ich yabe die Cch«, Ihnen zur Kenntnis zu bringen, daß die iranrösiick« Neaikruna niemals auf traenb welck«
Rechte, die sie tut« dem Vertrage von DerlailleS verleitet, verzichtet bat. Es bat sicher keinen Augenblick im Gedanken der englifch-n Regierung gelegen, von uns einen derartigen Verzicht zu verlangen, ebensowenig wie er der französischen Regierung möglich gewesen wäre, ibn aiiSzusvrechcn. Es ist wabr. daß im Monat Avril 1920 nach der Besetzung von Frankfurt a. M. und vier anderer deutscher Städte ein MeinnnaSauS- tausch zwischen den Kabinetten von Bari? und London siattgefundenbat. Die enalisckennbframSüsckt Regierung laben gemeinsam da? hervorragende Jnter-sie aner'annt daS in der Einigkeit der Alliierten und in der Gemeinsamkeit der Handlungen bei interalliierten Fragen, bervorgerusen bei der Aursndrung der ^rtebenleer« trage? von Versailles liegt. Zu jener Zeit bandelte es sich um eine Debatte über eine Mabnabme, die Frankreich im Interesse der Völkerrechtes allein bnrck- gefübrt bat, und die nicht aukdrücktick im FriedenS- vertrage von Versailb? vorgestben war. W-'nn am 31. Mai die RwarationSkommission ein beabsichtigte? Verfehlen Deutschlands festgestellt und wenn aemöß 5 17 da? Anhänger 2 nnd des Abschnitte? 8 b?« Vertrage? die interalliierten Regierungen damit befaßt wurden, könnten sie alsdann nach dem Wortlaut des § 18 daS Recht herleiten, resvektiv notwendige Sanktionen zu ergreifen. Sie, bet Sie an der Redaktion dc? griebenBt!ertrage« teilgenommen haben, kennen besser dessen Bedeutung und die Dragweite, und ich danke Ihnen batiir. Die Regierung bot die Absicht, sich mit ihren Alliierten in« Benehmen zu setzen und sie wird aller tun, wo» von ihr abbângt, um ihre Mitwirkung bei einer Handlung zu erzielen, die die Haltung Deut'chlandr notwendig macken könnte. Bei dem Fehlen eines Einverständnisse» wird sie die Reckte auirechterbalten, die die §§ 17 und 18 ihr und jeder der respektiven Regierungen zuerkennen, und Mrs biefe Rechte wird sie nicht verzichten.
Dr. Wirlh und Rathenau in Berlin.
Berlin, 21. Mai. Reichrlavzler Dr. Wirtb und die anderen deutschen Delegatiansmitgliedir sind Sonntag nachmittag kurz nach 2 Uhr wieder tu Berlin ein- getroffen. — Nach kurzer Begrüßung begaben sich die
eine Kabinettsitzung statt. Für Montag Vormittag ist eine Sitzung beS Roichskabnâs anberaumt worden.
ßwlfegimg der ReparaliousVerhandlungen.
Paris, 21. Mai. Die Verbanolungen zwischen Dr. Hermes und der Reparationskommission baue n fort. Die Delegierten Frankreichs, England, Italiens. Belgiens und Japans in der Revara- tionrkommiifion sind heute zusammengetreten, um untereinander einen Meinungsaustausch über die Eindrücke herbeuusühren. di» sie aus den Der, Handlungen in Genua gewonnen haben und über die in diesen Verhandlungen erzielten Ergebnisie einen Ueberblick zu gewinnen. Wie der „Demos" mitteilt, sind die Beratungen noch zu keinem definitiven Ergebnisie gelangt, sie werden tebo* gleichzeitig mit der Sitzung des internationalen Bankierrkomitees, das von der Reoarations-
fommiiRon nationalen
beauftragt ist, die Frage ber intet- Finanzregelung zu vrüren, isrtgeietzt.
Die
Paris,
internationale Anleihe.
21. Mai. In Streifen, die der N para-
tionskommission nahestchen, nimmt man an, baß ber dentsche ReichSfinanzmimster der Rcparalwuslomimssisn in den nächsten Tagen neue LorichlÜgr unterbreiten Wirb, welche eine Grundlage zu «uèsichtsrnchcn Ver- banbluitgen mit der Reparatianskommijfion bilden können. Unter diesen Vorschlägen befindet sich auch ein praktischer Vorschlag über ausreichende Garantien für die Begebung einer internationalen An leche, bei der die deutsche Industrie eine bertiorraganbe Rolle spielen soll.
Amerikas Slekm»g zu Europa.
Rotterdam, 19. Mai. Ser finanziell« Mitarbeiter der »Times" in Newyork, der in der letzte« Zeit verschiedentlich hervargehabr« hatte, daß man in geschäftlichen Kreisen der Vereinigten Staaten nicht damit einverstanden sei, wenn die Regierung der Union sich so stritt von allen europäischen Dingen fernhalte, sagt in seinem letzten Bericht: Wenn die Finanzkreise in dieser Beziehung nicht derselben Meinung seien wie die Regierung, so teilten sie andererseits die Ausfassung des Staatssekretärs Hughes vollkommen, wenn er es für unangebracht halte, sich »orzeitig in die russischen Derhältniffe ein- zumischen oder die Wiederaufnahme der Handels mit diesem Lande zu beschleunigen suche. Ma« habe genau berechnet, was für Vorteile die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland bringen könne, und fei allseitig zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Wiederaufbau zu lange Zeit in Anspruch nehmen müßte, um von Vorteil für die Wiederherstellung normaler Verhältnisse in anderen Län- hoim gy fein. Gonz andere liege die Socke mit
Dnrtschland. Dieses Land könne, wenn ihm die nötige Hilfe zuteil werde, unvergleichlich viel schneller wiederhergestellt und in die Lage versetzt werden, zu der allgemeinen Wiederherstellung beizutragen, und darum sollte daraus in erster Linie die Aufmerksamkeit gerichtet werden. Man dürfe die beiden Länder nicht in einen Topf werfen.
Genua. 20. Mai. Nach dem „Temps" hat zwischen dem amerikanischen Botschafter Ehild, Lloyd George und Schanzer, vor der Abreise der beiden Erstgenannten eine Unterredung stattgefunden, in der El)ild den Standpunkt vertrat, daß Amerika als unumgängliche Notwendigkeit für den Wiederaufbau Rußlands die De- feitigimg des Sowjets-Regime verlange. Amerika' sei nur bereit an der Haager Konferenz teilzunehmen, wenn diese ihr Programm auf eine Untersuchung der Lage in Rußland beschränke.
DerRekchspräsident i-Wilhelmshaven und Oldenburg.
Wilh«lm»havcn, 21. Mai. Hcute bormitta« traf ber R«ick»prästdent in Bezleitimg des Reichswehr« minister« Geßler und bei Chefs der Marineleitun« Admiral Behnke sowie de« Ministerialdirckt»rr Meißner hier ein, um eine Besichtigung der neuen Reichsmarine vorzunehmen. Der Reichspräsident wurde durch ein Minensuchboot zu dem wieder in Dienst gestellten Minenichiff „Braunschweig" gebracht und unternahm auf der „Braunschweig" eine Fahrt in die Jade- münbuna- Gleichzeitig besichtigten unter Führung von Hugo Stinne» ber preußische MinisterprSsidc»! Braun, Oberpräsidrnt Roske sowie eine große Anzahl von Mitgliedern der Zentralarbeitsgememschaft unter denen sich auch Reich»minister a. D. Raumer befand, den Hafen und die Wcrjtanla«en von
lauf be8 Sckiffe? „Karl Segien" statt. Geheimrat Bücher, das Sorflanbimitglieb der Reichrverband-tz deiner Industrielle«, hielt die Taufrede. Dann 6 teilen bet zkichrpräsident and Sünne» kur,« A«. sprachen, in betten sie der Bedeutung Karl Legien» im Rahmen der Volksgemeinschaft gedachten. Zum Schkusir führte Geheimrat Bücher au«, das neue Schiff solle alle Zeit ein Symbol bafür sein, d«b in Deutschland Arbeitnehmer und -Geber trotz aller Sängst gewillt feien, der Wiederherstellung bei Ramenr und dem Wiederaufbau der deutschen Volkswirtschaft zu bienen. Den Lanfschuß vollzog bann Fräulem Kläre Nore Stinnes. Hierauf wurde da» ante Schiff den Fluten übergeben. Im Anschluß an een Taufakt fand im Parkhause ein gemeinsame« Frühstück statt.
Owcttt»»ra, 20 Mai. Um 5 Uhr 20 Minute« nachmutaas verließ ber Reich »Präsident im Kraftwagen Wilvclmshaven, um mit ReichSwehrniinister Geßler und einigen Herren des Ministeriums der Marine- fiatiott der Nordsee in Oldenburg einen Besuch abzu< stottert. Kurz nach sieben Uhr traf er vor dem Gebäude des Stoatrmiuisterium? ein. Eine zahlreich Menschenmenge batte sein Kommen erwartet. I« M unter tun wurde der Reichspräsident von Minister- präüâanr Tannen begrüßt, mit dem er eine längere Aeiprechung batte. Heute abend 10 Uhr 20 Minuten hat der Präsident mit dem Zuge Oldenburg wirder vikl-qlcn und ist nach Berlin zurückg-reist.
Die Eisnerfchen Fälschungen.
Berlin, 21. Mai. Im Reich»t«ge wurde eint Interpellerteon Neck« (dn.) und Fraktion, ebenso vo» Hergt (>n.) und Fraktion eingebracht, die beide b e Regierung auffordern, be« durch den Prozeß Fechenbast eitrgeroliie Material zur Beantragung ber Revisio» i>es 3krf«iIIer SBertragc« zu benutzen. Die J«ter pellationen Reben ans »er Tazes»rdnung bet Reich» tag «Rating am Montag an erster Stelle.
Revvluliv« in Bulgarien?
Öfen, 22. Mai. Gestern nackt waren Gerücht »er breitet, daß tx Bulgarien eine R««olutis> auseebreéen sei. Der König und die Minist« seien geslüchtet. Die Gerüchte sind jevoch weni« wahrscheinlich. Meldungen aus Belgrad besagen daß in Sofia ein fommunifltiÄet Putsch stattge- tunben habe, der jedoch vereitelt worden sei. Zurzeit berriche in Sofia wieder oosifommene Rube. Offiziere der Wrangekarme« wurden über die Grenze gebracht, bis die Ruâ« wieder «ingetreteu sei. Die Interalliierte Militärkontrollkommission hat die dulgarischt Regierung aufgeforbert, di« Wiangelarmee sofort autiuläfen und zu entwaffne* und die Waffen an die Inter-Werte MiUtiir- loutrollkomwiifioa abzulieiera«