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General-Anzeiger

ArMches Organ für Sia-l- vn- Landkreis Lamm ^^^ ^^

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wird keine Gewähr geleistet.

Nr. 107

Monlag den 8. Mai

1922

Das Neueste.

Barchou hat dem italienischen Außen- attoifter Schanzer mitgeteilt, daß die franzö­sische Regierung sich einer Konferenz der Unter- Mchner von Versailles vor dem 31. Mai widsr-

Poincarè still fest entschlossen sein, nicht «ach Genua zu reifen.

Polen und die Kleine Entente haben sich in der Russenfrage auf die Seite Frankreichs gestellt.

Zwischen Dr. Wirch und Lloyd George hat eine neue Besprechung stattgefunden.

Der belgische Abgeordnete Paul Hymann hat in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der letzten Tagung des Völkerbundes die nächste DoLoersammlung auf den 4. September nach Genf einberufen.

Sarlhov bei Lloyd George.

Genua, 7. Mai. Nachdem Lloyd , George gestern den ganzen Vormittag über auf Bar- chou gewartet hatte, Barchou seinen Besuch dann zu 4 Uhr nachmittags angesagt hatte, er­schien er schlieMch gegen 5 Uhr, um die mit großer Spannung erwartete Unterredung mit Aoyd George aufzunehmen. Barthou erklärte, die öffentliche Meinung in Paris fei über den deutsch-russischen Vertrag sehr erregt und auch darüber, daß Belgien das Memoran­dum nicht gucheiße. Er gab aber der Hoffnung Ausdruck, daß ein Weg gefunden werde, damit Belgien unterzeichnen könne. Dann würde auch Frankreich feine Unterschrift geben. Mtt Ausnahme des von Belgien beanstandeten A r tikels 7 sei nicht nur die Regierung, sondern auch das französische Volk für einen erfolg- TPTrbßp- Wschluß. Nachdem so im Laufe der Unterhaltung ein Ausweg in der russischen Frage offengehallen worden und Belgien wei­ter als vorgeschobener Posten eingesetzt blieb, kam Lloyd George auf die Idee einer Zusam­menkunft der allierten Signatar- machte des Versailler Vertrages zu sprechen. Aoi^i -George führte aus, er habe in französi­schen Zeitungen Berichte über die Einberufung des Ober st e n Rates gelesen. Was er vor- I geschlagen habe und was die ttalienische Re- gierung formell vorgeschlagen habe, sei nicht die Einberufung des Obersten Rates, sondern die Unterhaltung der Signatarmächte in Genua. Barthou sagte darauf: Die fran­zösische Regierung habe ausgezeichnet verstan­den, was Aoyd George vorgeschlagen habe. Der Oberste Rat sei eine Ausdrucksweise, deren man sich off inkorrekterwsise bediene. Die französische Regierung verstehe sehr wohl, was vorgsschla- gen sei, nämlich die Unterhaltung der alliierten vignatarmächte des Versailler Friedensoer- trrges. Lloyd George fragte darauf offiziell, welches die Ansicht Frankreichs zu diesem Vorschlag sei, Barthou antwortete:Ich werde Herrn Schanzer, den stellvertretenden Borfthenben der Konferenz, davon benadiriditi» M, daß Frankreich vor dem 31. Mai zu solchen Verhandlungen nicht bereit sei."

Damit ist die hier schon vor längerer Zeit vorausgesagte Haltung 3Frantreid?s deutlich ge­worden. Vor dem 31. Mai will sich Frankreich m Besprechungen über die Separationen nicht kinlassen. In der russischen Frage hat man in= zwischen die Kleine Entente und Polen um Ver­mittlung bemüht, und die Russen selbst haben erklärt, daß sie nicht wünschten, den Faden ab- zenssen zu sehen. Aber sowohl T s ch i t s ch e - r n wie Krassin bleiben fest bei ihrer Mei- mmg, daß sie auf einem Staats-Kredit bestehen müßten. In der Frage der nationali­sierten Güter scheinen neue Verhand­el n s w e g e vorgeschlogen zu werden. Die alliierten bürsten anbieten, eine Expertenkom­mission nach Rußland zu schicken, die seststellen wL, ob man Rußland eine Anleihe geben kann. Das wäre der Ausweg in uferlose Fernen. Nach oiessr Wendung, die wahrscheinlich die Konie- kenz noch zusammenhält, sei aber erneut betont.

das deutsche Interesse an dieser Konferenz wrr noch äußerst gering sein kann. Wie die Dinge gelaufen sind, kann man dein Dbfch-'" bes Russenvertrages mit den Westmächten nur Mes Gute wünschen. Das Schwergewicht der Entscheidungen für Deutschland aber ist nach Paris verlegt, wo am 25. Mai, nicht, wie es am 10., die Sitzung der Expertengremi- imns der Reparationskommission beginnt. Es sei registriert, daß es nicht an Stimmen fehlt, die kelattv gute Verhandlungen erwarten.

Lloytz Teorge entmutigt.

Genua, 8. Mai. Ueber eine eventuelle neue Alse in Genua vernimmt der diplomatische Mitarbeiter desCarriere dello Sera": Lloyd

George fei bei der Unterredung mit den russi- chen Delegierten durch chre Unnachgiebigkeit ehr entmutigt worden. Lloyd George beginne etzt an der Möglichkeit eines Erfolges in Ge­nua zu zweifeln, sodaß er seinen Vertrauten gegenüber von der Absicht einer fortigen A b - reife nach London geäußert habe. Die Russen scheinen neue Gegenforderungen stellen zu wollen, die nicht einmal als Grundlage für neue Verhandlungen annehmbar seien. Beson­ders wünschten die Russen Barkredite, die von keiner europäischen Nation gewährleistet wer­den konnten. Der russische Delegierte Joffe be­gibt sich nicht direkt nach Moskau, sondern trifft N Berlin mit anderen Sachverständigen und Kommissären der Räteregierung: aus Moskau zusammen, denen er Bericht über die Verhand­lungen von Genua geben will. Für Montag vormittag erwartet die russische Delegation durch Funkspruch die letzte Weisung.

.Sie russischen Forderungen.

Paris, 7. Mai. Der Berichterstatter der Oeuvre" will über die Antwort, die die Ruffen am Dienstag auf das Memorandum überreichen werden, erfahren haben, daß die Ruffen fol­gende vier Bedingungen stellen wer­den: 1. Sind die Alliierten geneigt, Rußland ohne Probezett de jure anzuerkennen? 2. Wer­den die Alliierten damit einverstanden sein, daß die ausländischen Eigentümer entschädigt wer­den, ohne daß das Privateigentum in Rußland auch nur in der verstecktesten Form wiederher- gestellt wird? 3. Sind die Alliierten geneigt, Rußland ein Moratorium zu gewähren? Wenn ja, wie lange? 4. Sind die Alliierten geneigt, Rußland Kredite zu gewähren und 'm welcher Höhe?

Genua, 8. Mai. Der russische Delegierte

wie Lloyd George zu dieser französischen Wil­lensäußerung Stellung nimmt. Man glaubt, daß vielleicht der Weg eines Kompromisses gesucht wird und daher einige Tage vergehen können, bis über die weiteren Beschlüsse und den weite­ren Verlauf der Konferenz Klarheit geschaffen wird. Zurzeit finden in Genua dauernd vertrau­liche Besprechungen zwischen den verschiedenen Delegationen statt, denen man besondere Wich­tigkeit in Bezug auf die bevorstehende politische Entscheidung benutzt Auch die deutsche Dele­gation befindet sich in wichtigen Bespechun-

gen mit anderen^Ländern, die von größter sind. Die bereits

politischerBedeutuna sind. Die bereits angekündigte Reise des Reichskanzlers kann des­halb vorläufig nicht erfolgen.

Pvinear« geht nicht nach Genua.

Bertin, 8. Mai. Laut einer Meldung der Montagpost" wird in offiziellen französischen Kreisen erklärt, daß Ministerpräsident Poincarè der die Möglichkeit ins Auge gefaßt hatte, sich nach der Rückkehr Millerands nach Genua zu begeben, jetzt fest entschlossen sei, nicht nach Ge­nua zu reisen.

Amerikanische Auleiheprojekie für DeulschtanS.

Paris, 8. Mai.Ehigago Tribune" berichtet aus Washington: Die Regierung der Bereinig­ten Staaten werde keine Einwendungen erbeben gegen eine amerikanische Anleihe an deutsche Unternehmungen, die über den Betrag der Re- parationsverpflichtungen Hinousginge. Die Re­gierung stehe auf dem Standpunkt, daß An­lechen, wie sie die Morganaruppe vorgeschlagen haben soll, der geeignete Weg lei, den die ame­rikanischen Unternchmungen einschlagen konn­ten. um eine Sanierung der Finanzen Aeutlck

in einem amtlichen Memoran-

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den Goldrubel oder

tutaroen

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früheren amerikanischen Gesandten

als den für einen Wiederaufbau Rußlands innerhalb dreier Jahre nötigen Betrag bezeich­net. Diese Kreditforderung ist von Tschitscherin auch Lloyd George und Schanzer mitgeteilt worden.

Eine Warnung an Rußland.

Genua, 8. Mai, Schanzer richtete gestern eine eindringliche Warnung an die russischen Delegierten die er darauf aufmerksam machte, daß die Konferenz falle mit den Bedingungen des Memorandums, die eine äußerste Grenze eines Entgegenkommens für Rußland erreicht hätten. Man dürfe die Sowjetregierung nicht hoffen lassen, bare Strebite für Rußland zu be­kommen. Diese Möglichkeit schloß Schanzer von vornherein aus. Er verwies nachdrücklichst auf die Vorteile die von den Alliierten den Russen versprochen wurden, wobei für diese zu ihrer Wiederaufrichtung auch begrenzte Barkredite aufgebracht werden könnten.

Pvlen und die Meine Snienfe für Frankreich.

Paris, 8. Blau Polen und die kleine En­tente verständigten gestern die französische Re­gierung. daß sie ihre Unterschrift unser der Denksttwift für die Russen zurückziehen würde«, falls Frankreich und Belgien nicht der Denk­schrift zustimmten. Japan, das Frankreich nach- drücklichsk in der russischen Frage unterstützte, gab im Pariser Auswärtigen Amt eine ähnliche Erklärung ab.

Dr. Wirth bei Lloyd George.

Genus, 8. Mai. Die bei der neuerlichen Zu­sammenkunft Dr. Wirths und Dr. Rathenaus mit Lloyd George in Aussicht genommene weitere Besprechung hat gestern nachmittag Milchen dem Reichskanzler und dem englischen Premier stattgefunden. Sie hat von 5 bis gegen 7 Uhr gedauert und zu einer ausführ­lichen Fortsetzung der neulich begonnenen Aus- fprarhe Gelegenheit gegeben. Näheres über die Besprechung war bisher nicht zu erfahren. Die von Lloyd George in Aussicht genom­mene Besprechung Dr. Wirths mit Barchou wird jedenfalls nicht ftattfinben, Die franzö­sische Regierung läßt in der fresse offiziös durchblicken, datz sie sich gegen derartige Be­sprechungen wenden müsse, weil bei dieser Ge­legenheit das Reparationsproblem zur Erörte­rung stehe. Sie halte an dem Standpunkte fest, daß bis zum 31. Mai ausschließlich die Repa­rationskommission etwaige deutsche Vorschläge in der Entschäoigungsfrage behandeln soll. Der Reichskanzler bleibt in Genua.

Genua, 8. Mai. Durch die Weigerung der Franzosen, vor dem 31. Mai an einer Bespre­chung der Signatarmächre des Versailler Frie­dens teilzuiièhmku, ist m Genua eine neue Si­tuation geschaffen, die die Gefahr neuer Krisen in sich trägt. Es wird zunächst abzuwarten sein.

in der ganzen Welt wieder Wohlstand und ge­regelte Verhältnisse herbeizuführen. Das Gold der Welt liege gefesselt in Amerika, und der Wohlstand der Welt hänge von der Lösuna die­ser Sesseln ab. Amerika sei bisher fair uno ge­duldig gewesen, jedoch es sei nur eine Frage der Aeit, daß die politischen Obstruktioniften, die jetzt den Fortschritt der Welt behinderten, bei­seite geschoben, und die früheren Geschäftsver­bindungen zwischen Deutschland und Amerika wieder herqestellt und aufreanerhalten würden froh fremder Einflüsse. Es sollte dem franzö- sischen Militarismus nicht erlaubt sein, be« Handelsverkehr der West abzuschnüren.

Wie Frankreich sich den Friedens- paM Senkt.

Wie der Franzose den Lloyd Georgesche« Gottesfrieden" auslegt, geht aus in den lltzte» Wochen in- Frankreich von derAction fran- caife" überall angeschlagenen knallroten Pla­katen hervor. In dicsemMaueranschlag heißt es:

Der absurde Vertrag von Versailles, durch den die modernen menschlichen Ideen uns der Frücht« eines harterrungenen Sieges beraubt haben, hätte revidiert werden müssen, um für uns genügend feste Vorst -btsmoßregâ, feste Garantien, greifbare Psân- der zu erlangen. Wien hat sich bemüht, ihn preis­zugeben und ibn zu mildern: Keine Sanktionen gegen die SchuDsgen: keine Sachleistungen. Eines Tages machen wir Deutschland ein Geschenk von 12 Milliarden, ein anderes Mal wird die Kohle, die Deutschland uns gratis schuldet, bezahlt, überbezahlt, um den Engländern zu gefallen. Die republikanischen Politiker sind Verräter oder Profitjäger wie Aristide

Philipp Berthelot, sie haben sich be­reichert und dadurch das Vaterland in Armut ge-

Briand und

stürzt. . . Sechzig Millionen Boches werden dundertvierzig Millionen Aflaten jeder Rasse und jeder Zunge einrohmen, und außerdem werden die ungeheuren Mannlchastsreserven Rußlands in der rn Organisation auczahen; das Ledeuie: den -------r . ,üi. unter Laud, -u» c^emoAel ~ 5 vrrschl-mmcrt durch

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in Genua soll nach einem Privattelegromm aus Washington mit Finanzfragen zusam, nen­hängen. Gerard setzte eine amerikanische Kapi­talistengruppe auf, welche sich über den Stand der Verhandlungen bezüglich der, interna- tionalen Anleihe für Deutschland orientieren will. Diese Gruppe steht nicht mit dem Bankenkonzern in Verbindung, den Mor­gan vertritt. Gerard wird nach Berlin reisen nachdem er in Genua seine Informationen er« halten hat. Dieselbe Gruppe interessiert sich auch für Rußlands Kapitalbedarf, wird aber die Ent­schließung der amerikanischen Regierung ab­warten.

Das Urteil eines Slmetilimms.

Der Abgeordnete des amerikanischen Kon- grefses, Fred A. Britten aus Chicago, der sich zu wirtschaftlichen Studienzwecken in Berlin aufhält und der während des Krieges zu den wenigen zählte, die den Kopf zwischen den Schultern behielten, ließ sich in einer' Unter­redung auch über die Verhandlungen in Genua und über die Haltung Amerikas aus. Er meinte, in Genua kläre sich die Lust in einer Weise, die für Mitteleuropa oerheißnugsvoll sei. Die Mehr­zahl der Staatsmänner dieser Weltversamm­lung sei sich darüber einig, daß der tatsächliche Zustand Deutschlands zunächst erkannt werden müsse, bevor Europa industriell und wirtschaft­lich seine Stabilität wieder erlangen könne. Es sei unmöglich, daß Deutschland die erwarteten Entschädigungszahlungsn mache und gleichzeitig gedronelt nud erwürgt werde. Der Haß müsse beiseite gestellt werden, und in ganz Europa müsse jeder zu seinem Heil sein bestes dazu bei­tragen, ehe man von der übrigen Welt Unter­stützung erwarten könne. Amerika sei sehr gern bereit, sich in industrieller und finanzieller Be­ziehung mit Mitteleuropa zu verkürzen; aber Amerika müsse als eine im geschäftlichen Leben übliche Sortierung erst dessen versichert sein, daß ganz Europa seinen Teil dazu beitrage, sein Haus wieder in Ordnung zu bringen. Die ame­rikanischen Geldgeber müßten überzeugt sein, daß der Militarismus in Europa ein Ende nehme und das habe gerade auf Frankreich Bezug, ehe amerikanisches Kapital, das tatsäch­lich Betätigung suche, sich dazu bereit finden werde, seinen Anteil an der Aufgabe zu über­nehmen, die Industrie der Welt wieder in den vorkriegszeitlichen oder normalen Zustand zu bringen. Amerika müsse sicher sein, daß das angelegte Kapital vernünftig verwandt werde zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nud zum gemeinsamen Wohl von Mitteleuropa und Amerika. Amerikanischer Kredit und amerika­nische Rohstoffe, zu Hunderten von Millionen Dollar, warteten nur auf ein reorganisiertes, vernünftiges, friedfertiges Europa, und lediglich diese eimifle Versicherung fei notwend la. um

die Ochtetk-Ä der Rennmiian, der jüdischen Erabe» rnna und feiner unedlen Rächer. ...

Man muf) diesen Arten verhindern! Man muß ihn um jeden Preis verhindern! Man muß ihn ver« hindern, wie man jedes Verbrechen verhindert, das

im Eniftehen begriffen ist, dadurch, daß man der Misjciâlcr, bei es begehen mill. zur rechten Zeit er« greift und unschädlich macht. Die stärkste militärische Orgmaisatkvn der Welt haben mir. Schmers Opfer haben wir gebracht, um dieselbe aufrecht zu erholt ten zu unserer eigenen Sicherheit, und um den Krise zu verhindern. Möge abo unsere Armee ihre Auf­gabe als Beschüßer des Friedens erfüllen! Deutsch faiih ist unseren Kanonen preisgegeben; wir könner cs vernichten, bevor ein einziger seiner verbreche rillen Anschläge ausgesührt ist. Wir müssen ir Deutschland einmarschicrcn! Wir müssen embrirtgas in seine Städte, -zerstören die Einigkeit der Republit 'Und dirrch fein ganzer Gebiet praktische Maßnahmen treffen, um bk restlose Tilgung der uns schuldigen Reparationen zu erlangen."

Das ist derFriedenspott", wie bk Pariser Militaristen ihn verstehen.

Eine belgische Teuppe«übu«g im Rhernlande.

Köln, 8. Mai.Indopendence Seine" meldet aus Brüssel, gestern seien 4 Extrazüge mit 25 Offizieren und 1069 Mann mit Artillerie nach Sauerbrodt bei Aachen abegegangen. Bier weitere Extrazüge, mH denen der Generalstab und weitere 31 Offiziere und 1041 Mann mii Artillerie befördert werden sollen, werden fol­gen. Das Artilleriematerial soll in gewöhnlicher Zügen Nachfolgen.

Ei« fozialistrfchsr Angriff auf Kermes.

. erlin, 7. Mai. Die lange Unterbrechung der Parlamentarismen Beratungen und die be­vorstehende Ankunft des Reichskanzlers in Berlin führen zu allerhand innenpolitischen Kombinationen ohne ausreichende Begründung. So glaubt dieSozialistische Korrespondenz, daß Reichsfinanzminister Dr. Hermes ^da­rauf abziel«, den Reichskanzlers u stür* zen. Sie schreibt:Wenn wir trotz der Erfolge des Kabinetts Wirth cmnehmsn, daß der Kanz­ler bald gestürzt werden wird, so stützt sich diese Vermutung auf die Rolle, die Dr. Hermes in Genua gespielt hat, und auf die Aktion, die er demnächst in Paris fortsetzen wird. Dieser be­denkenlose Streber und Intrigant arbeitet uner­müdlich baran, das Kabinett Wirth von innen auszuhoylen und von außen, auch von Paris und London aus, zu berennen. Mehr können wir heute darüber noch nicht sagen; sobald die Konferenz von Genua beendet ist, wird mit allem Nachdruck und aller Deutlichkett darüber zu reden fein." ., ,

(Dieser Angriff, d«m jede Begründung fehlt, be­deutet nichts weiter als eine Fortsetzung des Kamp< [es gegen Dr. Hermes. Die Libke hat sich Herm» Beseitigung vorgenommen und dieses Ziel sucht sie mit allen Mitteln zu erreichen. Der neueste Angriff ist im gegenwärtigen Augenblick tn aussenpolitisch« Beziehung besonders gefährlich, zumal er in so ow fiwfter Lor» geführt wird, D. RM