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Hanauer «Anzeiger

General-Anzeiger

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Nr. 96 Dienstag den 25. April 1922

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Eine neue Letzi

Der Vertrag von Rapallo eine Wed Frankreich bereit am 31. Mai sei

Der französische Ministerpräsident Poin- carè hat gestern gelegntlich der Eröffnung des Deneralrates des Maas-Departements in B a r- le-Duc eine bereits seit einigen Tagen an­gekündigte politische Rede gehalten, die mit ^rem intransigeanten Tone auch die Erwartun- K'erer noch übertrifft, die von Poincars ein es Auftreten vorausgesagt hatten. Der Eindruck der Aeußerungen Poincarss wird um«, [o folgenschwerer sein, als die Presse im allge­meinen in den letzten Tagen mit Nervosität auf eine Mobilisierung von oben gewartet und eine zögernde Haltung bewahrt hatte, um in der kritischen Phase der Genua-Verhandlungen der Regierung das erste Wort zu lassen. Poincarè Hat in seiner Rede wieder alles das angerufen, was geeignet ist, die französischen Gemüter zu erregen und in erbitterte Stimmung zu ver­setzen. Diese Stimmung ist wieder mal not­wendig geworden, nachdem die französische Delegation in Genua in der deutsch-russifchen Frage unterlegen und der ersteren so man­ches unliebsame Wort gesagt worden ist und die Gefahr besteht, daß nach so mancherlei Aufklä­rungen über die Katastrophenpolitik der fran- Mcken Staatsmänner. folgen können. Und um diese Erbitterung erneut einzuimpfen, und den Vertrag von Râpallo als eine Bedrohung Frankreichs und Polens hinzustellen, griff Lin­eare wieder zu allen erdenklichen Gerüchten von Deutschlands Kriegsvorbereitungen, Waffen- sabriken, Ausrüstung von Polizei- und Sicher­heitstruppen und frischte weit zuriickliegende Lorfälle in Oberfchleficn auf Lügen, die da- W) nicht besser werden, daß man sie ständig wiederholt, die aber natürlich in den natio­nalistischen Kreisen Frankreichs immer wieder ihre vergiftende Wirkung ausüben. Die fran« zirpen Pressestimmen zeigen, daß die Rede bereits gewirkt hat die Kommentare werden noch das ihrige tun, um der Schlußfolgerung Poincarès, (isolierte Haltung, nötigenfalls èanttionen gegen Deutschland) eine begeisterte Aufnahme zu intern. Die vollständige Aus­wirkungen der Hetzrede lassen sich im Augen­blick noch nicht übersehen, man kann sie st aber ungefähr vorstellen, wenn wir an den 31. Mai denken, jenen Zeitpunkt, an dem die Reparationskommission prüfen wird, was von der deutschen Regierung geschehen ist, um den von der Kommission in ihrer Note vom 22. ^urz erwähnten Bedingungen * Inkraft­setzung eines Zusatzsteuerentwurses, durch den 60 Milliarden aufgebracht werden sollen und Annahme der über die deutschen Finanzen zu verhängenden internationalen Kontrolle Genüge zu leisten. Poincarè muß und wird an der Erfüllung dieser Be­dingungen festigtet und seine Drohun­gen im gegebenen Zeitpunkt auch in die Tot umsetzen. Es wird ihm dies umso leichter sein, wenn es uns nicht gelingt, in den nächsten Zagen in Genua unsere geistigen ^ropaganda- wiUel anzuwenden, die der Welt den Geist und Ersinn von Versailles vor Augen führen und unser Recht und unsere natürlichen Lebensan- Iprüche verdeutlichen. *

Ueber den Inhalt der Poincarè-Rede wird solgendes gemeldet:

,. Poincars gedachte zunächst Lothringens, leines Heimatlandes, das von jeher zuerst und um schlimmsten unter der deutschen Invasion gelitten habe. Uebergehend zum Friedens­schluß sagte Poincarè, der Friedensvertrag von Versailles habe bestimmt, daß die Kriegskosten zu Lasten der siegreichen Völker blieben; er habe aber wenigstens festgelegt, daß mo von den Feinden auf französischem Gebiet Afursachten Schäden und die Pensionen der âwen und der Verwundeten zu Lasten Deutschlands gingen. Es sei auch bestimmt worden, daß Deutschland entwaffnet und zur wuitärischen Ohnmacht verurteilt werde. Wenn °wse Klauseln regelrecht angenommen worden waren, würde sich Frankreich befriedigt er« «oren, denn es würde dadurch zum größten feiner ernsten finanziellen Schwierigkeiten wW und es hätte die Freude, namentlich seine ^cherheit garantiert zu wissen; mehr würde ?s wicht verlangen. Es sei ein ständiges Thema w.den verschiedenen Ländern, Frankreich als imperialistisch anzuklagen und ihm eroberungs- iustige Hintergedanken zuzuschieben.

®s gebe keinen einzigen französischen Politi- tet> der jemals von Annexion geträumt habe.

»Keiner von uns würde sich jemals ent« Hallen haben, den Krieg au beendiaen. ahne

Was sich in Genua ereignet hat, bestätigt in seltsamer Weise alles, was wir über den Zeisteszustand eines großen Teiles des Deut- chen Reiches gehört haben nub worüber ich mich in den letzten Tagen noch vor der Kam­mer ausgesprochen habe. Seit welcher Zeit hatte Deutschland einen Vertrag Mit den Sowjets vorbereitet? Läßt die Veröffentlichung, die ge« macht wurde, den ganzen Vertrag erkennen? Ist der Vertrag Ja oder Nein! von ge­heimen Klauseln begleitet? Eilt er als Schutz­wand für politische oder militärische Ab­machungen? Auf alle Fälle aber vollzieht er eine Annäherung, die morgen eine direkte Bedrohung gegen Polen und eine i n - direkte Bedrohung gegen Frankreich werden kann!"

Der Abschluß der deutsch-russischen Entente, so ernst er auch sei, sei den französischen Dele­gierten trotzdem nicht als ein Akt erschienen, für den man die Verantwortung auf die ge« samte Konferenz hätte zurückfallen lassen können, und sie hätten auch nicht geglaubt, daß die von zwei der eingeladenen Mächte er« griffene Initiative eine vollständige und sofor­tige Aufgabe des begonnenen Werkes recht­fertige. Frankreich. Habe sich unter diesen Um« ftänben nicht von England, Italien, Iavan, Belgien, Polen, der Tschechoslowakei, Rumä­nien, Südslawien und Portugal getrennt. Wenn die französische Delegation in Genua ihre friedlichen und entgegenkommenden Absichten aber nicht durchführen könne, dann werde sie mit Bedauern darauf verzichten, weiter auf einer Konferenz mitzuarbeiten, für die sie wenigstens versucht habe, den Erfolg vorzu­bereiten und sicherzllstellen. Aber wie immer auch die Haltung Deutschlands und Rußlands fein möge, es fei nunmehr eine politische Situo- »WM>iW^ uMzustürzen und der man nickt einfach mit wirtschaftlichen oder finanziellen Formeln, selbst nicht durch große internationale Ver­handlungen begegnen könne. Frankreich werde in Genua unter der Bedingung bleiben, daß keinerlei Konzessionen an Deutschland oder an Sowjet-Rußland

gemacht würden. Frankreich werde sich an den Inhalt seines Memorandums sehr genau hal­ten.Was immer auch auf der Konferenz fick ereignen möge wir» werden ohne Verzug unter den Alliierten, die durch die dsutsch- rullsche Konvention geschaffenen neuen Tat­sachen zu prüfen und daraus alle Konsequen­zen zu ziehen haben, sowohl was die Respek­tierung des Friedensvertrages anbetrifft, als auch, was die Zukunft Europas und die Er­haltung des Friedens anbelangt. Die Alliierten befinden sich gegenwärtig einem der größten Probleme gegenüber, das feit dem Waffsnstill- stand gestellt wurde.Hoffen mir", so schloß Poincarè,daß sie es im Einverständnis und mit Unterstützung der großen Gedanken, für die sie gekämpft haben: des Rechts, der Freiheit und der Zivilisation, lösen können! Frankreich, das die Gefahren von morgen klar erkennt, wird versuchen, seine Alliierten davon zu über­zeugen, daß die beste Art, die Gef<r zu be­stehen, die ist. Vertrauen in Frankreich zu haben und niemals mit Schwäche und einen Ein­schüchterungsversuch zu antworten. Was uns betrifft, so sind wir auf alle Fälle entschlossen, das festzuhalten, was uns ein Vertrag gegeben hat, den unsere Helden mit ihrem Blute be­zahlt haben!" Zum Sckluß appellierte Poin­cars an die Einigkeit der Franzosen mit Hint- ansebung aller Parteiinteressen zu einer Stunde wo Frankreich von einer Eefabr bedroht sei, die zwar weniger nah und meniger schrecklich als die von 1914. aber desto hinterlistiger und durchdringender sei.

Zustimmung der Pariser Presse.

Paris, 25. April. Die Meinung der gestri­gen Abendblätter kann am besten als Kehr­reim der Poincarè-Rede bezeichnet werden. So schreibt dieLiberte": Es wäre ein Zugeständ­nis der Machtlosigkeit, wenn wir uns länger in Genua aufhalten werden. Es war schon stark genug, daß wir den Zwischenfall vom 17. April erduldeten. Der Vertrag von Ver­sailles gibt den Alliierten das Recht, Sank­tionen zu ergreifen. Frankreich wird sie allein ergreifen, wenn die Alliierten es im Stich lasten. DerJntransignant" schreibt: Wir nähern uns dem 31. Mai. Deutschland muß den Forderungen der Reparallonskammillion nachkommen. Wenn aber Deutschland wieder Ausflüchte macht, so ist Frankreich entschloßen, diesmal diese Ausreden nicht zu erlauben. Auch der Lärm, den Lloyd Seorae in Genua »oll­

eüe Poineares. ohung Polens und Frankreichs. »ständig Sanktionen zu ergreifen.

Elsaß und Lothringen wiederzuerlangen. Wer keiner hätte den tollen Gedanken gehabt, gegen ihren Willen fremde Bevölkerungen Frankreich einzuverleiben." Alles, was Frankreich jetzt verlange, sei die Ausführung des Friedensver­trages. Um die Industrie, den Handel und die Landwirtschaft zu heben, habe Frankreich den Wunsch und die Absicht, so viel wie möglich die militärischen Lasten zu verringern. Aber wer würde nach dem Abschluß des Abkommens von Rapallo nicht die Unklugheit empfin­den, die darin bestände, zu rasch abzurüsten! Er, Poincarè, bezweifle nicht, daß die Mehr­heit der Kammer eine glückliche Eingebung ge­habt habe, als sie jüngst in der Frage der natio­nalen Verteidigung der Regierung ihr Ver­trauen ausgesprochen habe. Schon seit längerer Zeit hätten sich

zwischen den Deutschen und den Dolsche- wisten dunkle Sympathien angeknüpft

und diese seien seit dem Abkommen von Ra­pallo ins Helle Sonnenlicht gerückt.Wenn wir aufmerksam das verfolgen, was sich bei unseren östlichen Nachbarn ereignet, sehen wir immer noch auf den: Gebiet des Deutschen Reiches Polizei streitkräfte, zusammengesetzt aus ehemaligen Unteroffizieren, die vollkom­men bereit sind, sich vom Abend zum Morgen in militärische Kadres umzubilden. In Ober­schlesien hält die interalliierte Kommission noch auf einige Wochen die Gewalt in Händen, da man dort Waffendepots, die aus den beut«

Die Nachforschungen hätten Attentate hervor­gerufen, die augenblicklich Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung seien und die strenge Sanktionen erforderten. Alles vollziehe sich mit einem Wort, als wenn die All­deutschen die Gelegenheit erforschten, um früher oder später in einer der Ostprovinzen U n ruhen hervorzurufen und durch Gewalt die Deutschen durch den Friedensvertrag von Versailles Polen zugesvrochenen Gebiete zu- tückzuerobern. Welchen Eifer auch die von General Nollet geleitete Ueberwachungs- kommission entwickelt habe, chre Arbeiten seien noch nicht vollendet und es sei u n e r l ä ß l i ch, daß die Alliierten in Deutschland noch eine umfangreiche Kontrolle über die Luftschiffahrt, die mi l i t ä r i s ch e n Organisationen und die Bewaff­nung unterhielten.

Was die Reparationen anbetreffe, von denen nicht nur das Schicksal der verwüste­ten Departements, sondern die Wiedererhcbung ganz Frankreichs abhänge, so nähere man sich einem Verfalltag. Vor dem 31. Mai habe Deutschland die Verpflichtung, sich dem Pro­gramm unterzuordnen, das die Reparations- kommiffion aufgestellt Habs, d. h. sich zu ver­pflichten, einen Kornplex von neuen Steuern zu votieren und

eine interalliierte Kontrolle über die deutschen Finanzen

anzunehmen. Wenn Deutschland sich widersetze und wenn zur festgesetzten Stunde die Repa- rationskommission eine schuldhafte Verfehlung Deutschlands feststelle, hätten die Alliierten das Recht und infolgedessen auch die Pflicht, zum Schutze chrer Interessen Maßnahmen zu ergreifen, von denen es unzweifelhaft wünschenswert wäre, wenn sie nach gemein­samen Abkommen unter ihnen angenommen und angemenbet würden, die aber nach dem Wortlaut des Vertrages nötigenfalls auch von jeder der interessierten Mächte allein unter­nommen werden könnten und die Deutschland dazu habe es sich durch den Vertrag von Versailles verpflichtet nicht als einen Akt von Feindseligkeit ansehen dürfte.Ich wünsche sehnsüchtig", fuhr Poincarè fort,bei dieser Gelegenheit die Zusammenarbeit aller Alliierten aufrechtzuerhalten. Aber wir werden gegebenenfalls in voller Unab­hängigkeit die französische Sache verteidigen, und wir werden auch nicht eine einzige der Waffen fallen lasten, die uns der Vertrag an die Hand gegeben hat. Wir werden es nicht dulden, daß unser unglückliches Land unter dem Gewicht der Reparationen zu- sommenbricht an der Seite eines Deutschland, das nicht bk notwendigen Anstrengungen machen will, um sich seiner Schuld zu ent« ledürenl

führt, kann diese Sorge bei uns nicht üb«* tönen. Wer immer für den Frieden ist, sann uns nur recht geben, wenn wir daran fest­halten, den Frieden zu garantieren.

Der Eindruck in England.

Paris, 25. April. Ueber den Eindruck, den die Rede Poincarès in London gemacht hat/ heißt es, daß sie große Erregung hervorgerufen habe. Die Möglichkeit, daß Frankreich selbstän­dig Vorgehen könne, beunruhige sehr, umsomehr- als Lloyd George kürzlich auf eine Auflösung der Entente hingewiesen habe. In den Kreisen der englischen Delegation in Genua soll man sich gestern abend lakonisch über die Rede geäußert haben. Sie würde entweder eine Krise in Pari» ober einn solche in London Hervorrufen.

Neue Schwierigkeiten in den russischen Verhandlungen.

Genua, 25. April. Die Verhandlungen mit den Russen sind wieder auf einem total Punkt angelangt. Die Sachverständigen der Delegationen versammelten sich gestern zu du« Sitzung mit den russischen Sachverständigen. Rakowski teilte die .russischen Bedia > g « n g e n mit. U. a. verlangen die Russen ein tzojähriges Moratorium für die Bezah­lung ihrer Schulden, Annullierung fämflidjet Kriegsschulden Rußlands, sofortige bedingungs­lose Anerkenn» g der Sowjetregie­rung, internationale Anleihe an Ruß­land. Anck bezüglich der Rückaabe des nationa­lisierten Eigentums machen die Russen neue Schwierigkeiten. Ihr Sprecher war Rakowski, der aber auf energischen Widerstand bei Bar- thon stieß, der die Fortführung dieser Händler­politik als unzulässig bezeichnete. Die Folge dieses Sitzungsverlaufs ist, daß die Verhand­lungen mit den Russen wieder einmal sine die vertat wurden, da die Delegationen erst die neuen Forderungen der Rust« .hren Regie- rungen unterbreiten muffen.

Kennworthy über Wellkonsereuz mit Wiederaufbau.

Berlin, 25. April. Das Mitglied des eng« lib'cn Unterhauses Kennworthy hat, von Ge- nua kommend, in Berlin einem Vertreter des Lokalanzeigers" u. a. erklärt, was die Welt­konferenz und den Wiederaufbau Europas be« t-effe, wären zwei Dinge nötig. 1. Müsse der Friedensvertrag von Versailles und vor allen die Reparationsbedingungen neu gestaltet wer­den und zwar so, daß Deutschland wirklich zah­lungsfähig werde. Die zweite Bedingung wäre, daß Rußland in die Lage versetzt werde, im europäischen Konzert eine vollgültige Stimme zu haben. Von Lloyd George wäre in Genua genug zu erwarten. Kennworthy ist für die" Zurücknahme aller fremden Armeen aus Deutschland sowie der Kommissionen und Mis­sionen bis auf ein unbedingtes Minimum, ganz besonders aber in Oberschlesien.

Lloyd Georges Politik Krieg Poinear« für Frieden.

Paris, 25. April. DerTemps" geht iif feinem heutigen Leitartikel so wett, die Politik Lloyd Georges als Krieg und die Poincarès als Frieden auszulegen und zwar schickt er sich zu diesem kühnen Unternehmen folgender­maßen an: Er sagt, alle Völker seien jetzt an dem entscheidenden Moment angekommen, wo es heiße, zwischen zwei politischen Systemen zN wählen, dem einen, für das man den Namen Lloyd George als Symbol nehmen könne und dem andern, das unter dem Namen Poincarè bezeichnet wird. Nach einer längeren Analyse der von Lloyd George von jeher verfolgten deutsch-freundlichen Politik kommt derTemps" zu dem Schluß, das System Lloyd Georges bestehe darin, Allianzen zu lösen undwenn die Allianzen einmal zerbrochen sind und wen» Frankreich einmal zu Grunde gerichtet wäre, würde man es erleben, daß Europa unter drei großen Mächten, unter England, Deutschland und Rußland, aufgeteilr mürbe. Da sich aber dann die Völker nicht freiwig unterwerfe» würden, würde das System Lloyd George», das die Auflösung der Allianzen zur Grundlage und die englisck-deutsch-russifche Hegemonie zum Resultat hat. mit Hille von Krieg durch- gefübrt werden. Die Politik Lloyd Georges ist der Krieg, aber die Politik Poincarss die des Gegenteils, des Friedens. Frankreich will bew Frieden verteidigen; das war es, was der Ministerpräsident heute ausführte, als er da­rauf hinwies daß Frankreich, wenn nötig, aw Verfalltage am 31. Mai selbständig Maß­nahmen ergreifen will. Frankreich ist ge­zwungen zu handeln und zwar im Jnlereffe aller Völker.

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