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SanauerN Anzeiger

jZ»,«a»oreto: Monailtch Mk. 17. ohne Irâaer- fobn; E,n»elnummrr 75 'liig. 3 n«e i a e n p r e ti e: Die 53 mm breite Zeile Mk. 3.; Finanzinieraie Pik. 3.50; Reklame (6S mm breit) Mk. 8.. Jnierale. ,uL lautenbe. werden nur jum jeweiligen Tages­preise beregnet - 0 i f e r t e n g e b ü b r Nil. L.

General-Anzeiger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Satten

Erscheint täglich mii Ausnahme der Sonn- und Feiertag»

Lrtüllunosor« und ®erid)t»ftanb für beide Teilt Hanau a. M. 3m Halle höherer Gcwali hat der Benedrr keinen Anloruck aut Vieferung oder Nack- lieieruna oder auf Rüüwdlung de» Be,ug»orei>«». Für Piatzvorichriit u. Erlckrinungstag« der Anreisen wird seine Eewäbr aeleilter.

Sir. 94

eamsfaq den 22. Ayrtt

1922

Die Franzosen protestieren

Die deuksche und russische Anlwsrl. - Die Franzo'en erheben Einspruch. -

Der Rus »ach Poincar« als Retter

zweites Versailles."

Die deutsche Aniworl.

Genua, 21. April Die heute dem Präsi­denten der italienischen Delegation überreichte deutsche Antwort hat folgenden Wortlaut:

Seit mehreren Jahren hat Deutschland die russische Sowjetrepublik aner­kannt. Eine Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern über die Folgen des Kriegszu­standes war jedoch notwendig, bevor die ordent­lichen diplomatischen Beziehungen wieder aus­genommen werden konnten. Die Verhandlun­gen, die hierüber zwischen beiden Regierungen geführt wurden, waren schon vor mehreren Wochen so weit vorgeschritten, daß sie den Ab­schluß ermöglichten.

Die russische Verständigung war für Deutsch­land deshalb besonders wichtig, weil hier die Möglichkeit bestand, mit einem der großen am Kriege beteiligten Staaten zu einem Friedens­zustand zu gelangen, der alle dauernde Schuldnerschaft ausschließt und von Emnd aus erneute, durch die Vergangenheit nicht belastete freundschaftliche Beziehungen er­möglicht. Deutschland ging nach Genua mit dem herzlichen Wunsch auf gemeinsame Arbeit mit allen Völkern zur Wiederausrichtung des leiden­den europäischen Erdtells, und im Vertrauen aus das wechselseitige Verstäirdnis für die Sor­gen aller seiner Glieder.

Sie Vorschläge des Londoner Pro­gramms ließen die deutschen Interessen tlche»âht. Ihre, Unterzeichni!ng hätte drückende Kparationsansprüche Rußlands gegenüber Deutschland hervorgerufen. Eine Reihe von Bestimmungen hätte dazu geführt, daß die Folgen der zaristifchen Kriegsgesetze Deutschland allein zur Last gefallen wären. Wiederholt hat die deutsche Delegation die Mitglieder der Delegation der einladenden Mächte in einge­henden Besprechungen auf diese schweren Ve- 'denken aufmerksam gemacht. Dies ist jedoch ohne Erfolg geblieben; vielmehr wurde der deut­schen Delegation bekannt, daß die einla­denden Mächte Sonderverhand - lungen mit Rußland eingeleitet halten. Die Mitteilungen über diese Verband­lungen ließen darauf schließen, daß eine Ver­ständigung binnen kurzem bevorstand, daß aber die Berücksichtigung der gerechten deutschen Wünsche nicht in Aussicht genommen war. Die deutsche Delegation ließ demgegenüber keinen Zweifel, daß sie gezwungen sei, ihre I n - teressenunmittelbarzuvertreten, da sie sonst in die Lage gekommen wäre, sich in der Kommission einem Entwurf gegenüber M sehen, der für sie unannehmbar, aber von der Mehrheit der Kommissionsmitglieder bereits vereinbart war. Der Vertrag mit Rußland ist deshalb am Sonntag abend in genauer Ueber­einstimmung mit dem bereits vor Wochen aus­gestellten Entwurf unterzeichnet und alsbald bekannt gegeben worden.

Dieser Vorgang zeigt in aller Deutlichkeit, daß die deutsche Delegation den Weg der Ver­handlungen mit Rußland nicht aus Mangel an Gemeinschaftssinn, sondern aus zwingen- denGründen beschritt. Er zeigte eben- 1° deutlich, daß die deutsche Delegation bestrebt gewesen ist, von ihrem Verfahren jede Heim- luhksit fernzuhalten. Es würde durchaus dem Wunsche der deutschen Delegation entsprechen, wenn auf der Konferenz eine allgemeine Regelung der russischen Frage ge- b-nge, und wenn in dieser Gesackitregelung der deutsch-russische Vertrag eingefügt werden konnte. Die Möglichkeit hierfür ist sehr wohl gegeben. Der Vertrag greift in das Verhältnis dritter Staaten zu Rußland in keiner Welle ein. »luch ist ex ; j^er seiner Bestimmungen von dem Gedanken getragen, besten Terwirklichunc

mit Recht als das Hauptziel der Konferenz bezeichnen, nämlich von dem Geist, der das Ergangene als endgültig abgeschlossen cbsieht und eine Grundlage für den gemeinsamen iNèdlicyen Wiederaufbau zu schaffen sucht.

Was die weitere Behandlung der russischen Fragen auf der Konferenz vetrifft, so hält auch die deutsche Delegation es lur richtig, daß sie sich an den Beratungen der ersten Kommission über diejenigen wagen, die den zwischen Deutlchland und Ruß- bereits geregelten Fragen entsprechen, kurLanuüeteili-t, wenn etwa ihre Mit-^

Das Londoner Memorial ein

arbeit besonders gewünscht werden sollte. Da­gegen bleibt die deutsche Delegation an allen denjenigen der ersten Kommission übertragenen Fragen interessiert, die sich nicht auf die im deutsch-russischen Vertrag geregelten Punkte be­ziehen.

Die deutsche Delegation hat mit Genug­tuung die Entwicklung begrüßt, welche die Ver­handlungen der Kommissionen genommen haben. Sie fühlt sich einig mit dem Geiste der Solidarität und des Vertrauens, der diese Ar­beiten beseelt. Weit entfernt von dem Gedan­ken, sich von der europäischen Gemeinschafts­arbeit abzuwenden, ist sie bereit, an den von der Konferenz von Genua zu erfüllenden Auf­gaben im Sinne der Völkerversöhnung und im Sinne des Ausgleichs östlicher und westlicher Wohlfahrt mitznarbeiten.

(Diese Note entspricht in ihren Grundzügen der Inhaltsangabe, die wir gestern verälsentlich'en, und ist geeignet, in Deutschland ungeteilte Zustimmung zu ernten. Die der deutschen Delegation gemmfiten Darwürfe werden in ar/re^ter Sprache zurückqe- miefen, andererseits wird der Geist der Dersöhnlich- keit gewahrt, sodaß zu hoffen ist, daß die Antwort auch bei den Alliierten Würdigung finbet Allerdings nach der unten folgenden Meldung scheint dies, so- weit die Franzosen in Betracht kommen, nicht der Fall zu fein. D. Red.)

Die Stofe T'chtt cherins.

Genua, 21. April. Die an den italienischen Ministerpräsident gerichtete Rote Tschitscherins hat folgenden Wortlaut:

e-

nalistische Prelle lautet

trm un

u

Regierungen geprüft, die in dem Anhang zu dem Protokoll, vom 15. ds. enthalten sind, und hat gleichzeitig die Ansicht ihrer Regierung da­rüber eingeholt. Die russische Delegation ver­bleibt bei der Ansicht, daß die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Rußlands und die Um« stände, die sie herbeigeführt haben, Rußland reichlich berechtigen würden, sich von allen in den oben erwähnten Vorschlägen angeführten Verpflichtungen im Hinblick auf seine Gegen­forderungen befreit zu sehen. Indessen i" die russische Delegation bereit, einen weiteren Schritt zu tun bei dem Bestreben zur Herbei­

führung einer Lösung, um die Differe^ zugleichen. Sie ist bereit, die Artikel

;en aus- , 2 und

3a des oben erwähnten Anhangs unter f o l- genden Bedingungen anzuneh­men:

1. daß die Kriegsschulden und die Zinsrn- rückstände oder die au^-'^nbenen Zinsenzah­lungen aller Schulden vermindert werden, und 2. daß ein angemessener finanizeller Beistand Rußland bewilligt werde, um ihm zu helfen, aus seiner gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage so schnell wie möglich herauszukommen.

Was den Artikel 2b betrifft, so ist die russische Regierung unter dem Vorbehalt der oben an­geführten Bedingungen bereit, den vormaligen Eigentümern die Nutznießung ihrer nationali­sierten oder beschlagnahmten Güter w'.ederzu« geben, oder, falls dies nicht möglich ist, den be­rechtigten Forderungen der ehemaligen Eigen­tümer Genüge zu tun; fei es durm ein gegen­seitiges, direkt mit ihnen abg ^hlossrnes Ab­kommen, oder autarund von Abkommen, deren Einzrlbestimmungen auf der gegenwärtigen Konferenz erörtert und f^^ttf me-ben wür­den. Ein finanzieller Beistand von Seiten des Auslandes ist absolut unentbehrlich für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands. So­lange i*^ keine Aussicht auf Wiederaufbau bietet, sieht die russische Delegation keine Mög­lichkeit, ihr Land mit dem Gewicht der Schul­den zu belasten, die es nicht zahlen könnte.

Die russische Delegation wün^^t auch klar zu verstehen zu geben, obgleich sich dies eigent- Uuz von selbst versteht, daß die f >e Regie­rung keinerlei Verpflichtungen für die Schul­den ihrer Vorgövoerin übernehmen kann, so­lange sie nicht offiziell de jure von allen in­teressierten Mächten anerkannt worden ist.

In der Hoffnung, daß Sie diese Vorl^lage für eine ausreichende Grundlage zur Wied-r- aufnahme der Besprechungen ansehen, verb'eibe ich ... . gez. Ts-'-itscherin. .

Genua, 22. April. In der Sitzung der poli-

tischen Unterfommiffion hat heute nachmittag schafter von Neurath eine Anspräche. Hierbei Schanzer mitgeteilt, daß die r u s s i s ch e A n t - unterstrich er die Bedeutung der Konferenz van wortnote als genügen»« Basis rutGEra tut» ging «4 den Iseben Iwwrtegteit

denweiterenDerhandlungen dienen könnte. Es sind aber noch einige Punkte, die er­setzt werden mühten. Deshalb schlug Schanzer die Bildung eines Unterkomitees vor, um diese Punkte gemeinsam mit den Russen zu studieren, um dann der politischen Kommission diese frag­lichen Punkte klar zu legen. Es wurden in dem Unterkomitee 5 Sachverständige der Einlade- möchte und 2 für die übrigen Staaten gewählt. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenom­men. Die Sachverständigen werden morgen ihre Arbeiten beginnen.

Für Frankreich unannehmbar.

Paris, 22. April. Poivcarè hat der Mei­nung Ausdruck gegeben, daß die Forderungen der Sowjetdeleaierken auf den ersten Blick als unannehmbar erscheinen und Barlhou Hal eben­falls gegen sie Protest einaelsgl (aeaen die An­erkennung de i«re) und wird auch erneut pro­testieren gemäß den Anweisungen, die er von Poincare erhalten hat.

Die kranzösNche Dele-aiion protestier*.

Genua, 2t. April. Die französische Dele­gation hat heute abend an den Vorsitzenden der Konferenz, de Facta, ein Schreiben gesandt, in dem sie gegen den Inhalt der deutschen A n k w o r t auf die Enlschlleßung b-r Alllie-ken Einspruch erhebt. Die französische Dele­gation b e st r e i t e l in diesem Schriftstück d i e Gültigkeit des deutsch-russischen Brrkrav-s, da dieser den Bedin"nraen von Cannes wlb^- -preche. Sie ersucht de Facta, die Vevosimächsia- ken der neun alliierten Mächte, die die Ent­schließung vom 18. April unterzeichnet haben, zu einer Besprechung zufammenzubcrufen.

Welches Echo unter diesen Umständen die Anwortnote und noch mehr die Tatsache, daß man in Genua den Zwischenfall bereits als er- ranzössichen B'ätterwald

gisrung nahestehenden Blätter scheuen sich nicht von einer unmittelbaren militärischen Bedrohung Frankreichs r? sprechen und da^it das künstlich geschürte Feuer zu Hellen Flammen anzufachen. DerTemps" schreibt, seitdem Deutschland den Krieg verloren habe, hätten die Anhänger des Revanchege­dankens ihre Hoffnungen auf Rußland gesetzt, ^hr P^n fei, mit Hilfe der roten Armee zu­nächst Polen zu Boden zu werfen, um dann die verlorene Partie im Westen aufs neue zu be­ginnen. Gegen diese Gefahr gebe es nur ein Mittel: die energischste und umfassendste Gegen­aktion. Erst wenn in Deutschland die Revanche­partei zersprengt sei, könne man mit einem ge­wandelten Deutschland befriedigende Abmachun­gen treffen. Jetzt, wo das deutsch-russische Bünd­nis noch ein Phantom fei, sei die Stunde des Handelns. Eine Politik der Illusion sei außer Stande, den Krieg zu verbindern und in Deutschland Ordnung zu schaffen.

In der augenblicklichen Situation ist es ein sehr durchsichtiges Manöver, wenn von der französischen Presse fast gleichzeitig die Konzen­tration deutscher Truvpen an der Grenze des polnischen Korridors, die Entsendung Dort 12000 Mann Reichswehr in das Ruhrgebiet und die Ansammlung von 90 000 Mann Orgeschtruvpen in Oberschlesien gemeldet wird. Man möchte mit diesen Meldungen, die für jeden vernünf­tigen Deutschen den Stempel der böswilligen Erfindung tragen, offenbar Vorwände für eine militärische Aktion Frankreichs schaffen, von der in der ge'omten fresse seit Tagen sehr un­

zweideutige Gerüchte sprechen und für deren Vorbereitung, wie die gewöhnlich gut unterri > * " * " , der

teteOeuvre" gestern morgen mitteilte.

französische Generalstab bereit» eifrig Werke ist.

Vvincar^ als Retter.

am

Paris, 22. April. »Chicago Tribune" be­richtet aus Genua, in offiziellen hiesigen franzö­sischen Kreisen verlautet, daß Barlhou in Beant­wortung einer telegraphischen Anfrage Mille­rand» die Lage für heikel erklärt und hinzugefügt habe, daß AkiniflerprSsident Poin- caré Herkommen wolle. tun die Lage für J rank- reich zu retten.

Eine Rede des Aeichskranters.

Genua, 22. April. Reichskanzler Dr. Wirth hielt gestern anläßlich eines Empfanges der deutschen Kolonie durch den deutschen Bot­schafter von Neurath eine Ansprache. Hierbei

Zwischensall des Vertrages von Ra­pallo ein. Der Reichskanzler führte u. a. aus:

Auf den Schritt, den wir durch die Unter­zeichnung des Vertrages von Rapallo unter­nommen haben, möchte ich hier nicht ausführ­lich eingehen. Ich bin aber bereit, jederzeit die volle Verantwortung für ihn zu übernehmen. In Genua sollten die Probleme des Ostens ge­meinsam besprochen werden. Es wurde uns da­bei aber Enttäuschung bereitet. Infolge der separaten Verhandlungen eines Teiles der hier vertretenen Mächte mit Rußland waren plötzlich deutsche Interessen bedroh^ und es galt, sie rechtzeitig wahrzunehmen.^ war unsere Pflicht und wir haben unsere Pflicht getan.

Das Londoner Erperlen-Memorandum Halte zu einem zweiten Versailles führen können. Seine Anwendung hätte das endgültige Todesurteil über jeden Wiederaufbau Rußlands bedeutet und wir wären außerdem in eine Schuldknechtschaft auch nach Osten ge­raten, sodaß der Ring der Schuldknechtschaft sich um uns geschlossen hätte. In Genua konnten wir nicht nur daskorrekte Kind" der Konfe­renz spielen. Durch den Vertrag haben wir den Ring, der uns b"drohte, vermieden. Wir sind aber bereit, die Ideen, die in diesem Verträge enthalten sind, in einen größeren gemeinsamer Rahmen einznordnen, allerdings nicht unter- zuordnen im Sinne eines Diktats. Die Entschei­dung darüber siegt seht bei den Großmächten namentlich bei England. Lloyd George Hal gestern eine Rede gehalten und die Ang^egem Heit für erledigt erklärt« Dem schließe ich mich an. Jedoch muß ich mich gegen den Vorwurf der Illoyalität wenden, denn die, auf die es ankam, hätten ganz genau unterrichtet sein können!

Eines unserer deutschen Svrüchworte sagt daß die Frauen die besten seien, von denen

enucfer Kon

5 obgeändert auch auf fereng anwenben, indem ich sage:

D i e Fragen sind die wickliost'-n, von denen man hier nicht fvrlchk.

Dadurch, daß man den Kovf in den Sand' steckt, kann man Tatsachen nicht aus der Welt schaffen. Der Reichskanzler erinnerte in diesem Zusammenhang an die Antwort der Bank von England, daß unter den gegenwärtigen Zah­lungsbedingungen Deutschland nicht krebst. fähig sei.

Der Kanzler schildert weiter die s-tzweren Verhältnisse, unter denen Deutschland unter dem Druck der Kommissionen und sonstiger Entente­organe zu leiden hat und fuhr dann fort: D i e Idee von Genua: Verständigt Euch wirtschaftlich! verleiht dieser Konferenz die allergrößte historische Bedeutung; deshalb hat Genua bei allen Völkem die freudigsten Hoffnungen erweckt.

Im Auslande machen sich unsere Volksge­nossen oft ein falsches Bild von unseren inner­deutschen Verhältnissen. Deutschland i st kein politisches Chaos, sondern bei allen tiefen Meinungsverschiedenheiten gibt es für dieses fchwergevrüfte Volk ein gemeinsames Ziel, nämlich die Wiederaufrichtung der politi­schen und wirtschaftlichen Selbständigkeit im Rahmen der europäischen. Diese Liebe zu unse­rem Dolle wollen wir aber auch auf andere Völker der Erde ausdehnen, denn alle Völker ohne Ausnahme, leiden nach diesem Kriege unter den größten Schwierigkeiten. Unsere Po­litik ist mit vielen Opfern verbunden gewesen. Wir haben unser Möglichstes getan, vielleicht sogar auch Unmögliches vollbracht. Zunächst haben wir nur die Einheit unseres Reiches ge­rettet!

Sw 6er Könr-rsproklamatto» in Unparn.

Budapest, 22. April, wie in politische» Kreisen verlautet, ist zwischen dem Reichsver­weser Horthy und dem Führer der L-gilimisten, dem Grafen Andrasfy, ein Kompromiß auf fol. gender Grundlage zustandegekommen: Die Re­gierung Horthy ist verpflichtet, die Anerkennung des Prinzen Otto, des ältesten Sohne» des ver­storbenen Extaifers Karl, zum König von Un­garn vorzubereiken. Otto soll zum König aue- erufen werden und bis zu feiner in 8 Jahren sich vollziehenden Thronbesteigung durch de« Reichsverweser bevormundet werden. 3m Zu­sammenhang damit ist der gegen den Grase« Andrasin wegen dessen Beteilianng an dem leh- *en pullchv-rsuch angestrengten Hochverrats? Prozeß niedergeschlagen worden.

Wetto-e PalitUch- Rschrjcht« SMeLL