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Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Md Feiertage

WS

«r. 84

Samstag den 8. April

1922

Am Dorabenö von Genua.

Als Lloyd George nach seinem irischen Er­folg sich anschickte, in Cannes weitere Lorbeeren zu pflücken, machten ihm Millerand und Poin- :arè plötzlich einen großen Strich durch seine Rechnung, indem sie Briand zu Fall brachten. Lloyd George war es nur mit Mühe und Not gelungen, die europäische Wirtschaftskonferenz in Genua unter Dach zu bringen. Es war das einzige positive Ergebnis im schönen Cannes. Dann kam Boulogne wo auch dieses Ergeb­nis nahezu null und nichtig wurde, denn die beiden Premierminister kamen überein, daß in Genua weder den Vorrechten des Völker­bundes, noch den in Frankreich nach dem Frie­den unterzeichneten Verträgen, noch den Rechten der Alliierten auf Reparationen Abbruch getan werden solle. In klares Deutsch übertragen bedeutete dies: An den wahnsinnigen Pariser Verträgen darf nicht gerüttelt werden also Erdrosselung des Wiederaufbaugedankens.

Morgen Sonntag soll nun durch den italienischen Ministerpräsident Palazzo San Giorgio zu Genua, das für den literarischen Deutschen die Stadt des Fiesko ist, jene Kon­ferenz eröffnet werden, deren Anberaumung seinerzeit deutscherseits allgemein begrüßt wurde. Heute sind die Hoffnungen aufs äußerste herabgesetzt worden.

Lloyd George hat zwar in seiner letzten Rede erklärt, daß^die Genueser Konferenz ein- berufen sei, um die Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas zu erwägen, das bis zu einem nie dagewesenen Umfange verarmt sei. Doch wie kann über die wirtschaftliche Sanierung Europas mit Aussicht auf Erfolg beraten werden, wenn aus politischen Gründen Wr die tiefsten

(einer Kränkelt nicht gesprochen werden soll? Was nützt es, an einem kranken Baum herum­zukurieren, wenn nicht die Wurzel, aus denen die kranken Säfte emporgestiegen, in pflegliche Behandlung genommen werden? Solange die Pariser Verträge, einschließlich des Versailler Diktats in ihrer Ungeheuerlichkeit in Kraft bleiben und planmäßig die Entwertung der Mark von Deutschlands Gläubigern betrieben wird, kann man keine Wandlung zum Besseren erwarten. Wie denkt sich wohl Lloyd George beispielsweise die Lösung der Währungsfrage, auf die er in seiner letzten Rede hingewiesen hat? Die Währungsfrage kann u. E. nur da- durch gelöst werden, daß man versucht, die Wechselkurse zu festigen. Die Festigung aber hängt ab von den Goldzahlungen und Gold­deckungen, und damit steht in allerengstem Zu­sammenhang das Elend, das die Entschädi­gungsforderungen in der Welt angerichtet haben. Liegt es etwa in der Absicht Lloyd Ge­orges das Studium der Entschädigungsfrage hinten herum, also indirekt zu ermöglichen? Wir wissen es nicht.

Es mag in Genua gewiß viele Vertreter geben, die heimlich hoffen, daß auf der Konfe­renz die Vernunft der Dinge sich stärker er­weisen möge als die èigene Unvernunft derer, die sich anmaßen, diese Dinge meistern zu wollen, daß der Zwang der Verhältnisse und der elementaren Lebensnotwendigkeiten sich stärker erweisen möge als der Terror chauvi­nistischer, imperialistischer militärischer Willkür ob sie aber den Mut finden werden, diese heimliche Erkenntnis offen auszusprechen, steht dahin und muß abgewartet werden. Fest steht aber bereits, daß wenn es in Genua überhaupt äu Verhandlungen kommen sollte, man jeden lugenblick auf die entscheidende Kernfrage für ganz Europa stoßen wird, nämlich auf die Re- parationsfrage. Auch dann, wenn das dreimal verfluchte WortReparation" nicht ausge­sprochen werden darf. Anders können wir uns ein Verhandeln in Genua nicht vorstellen. Alle Reden über Währungsfragen, .über Anleihe- fragen, über Wiederaufbaufragen können nur leeres Gerede fein, solange man sich dabei an einer ehrlichen Antwort auf die Reparations- lrage vorbeidrückt. Denn die Währtmgsiroge: das ist die Reparationsfrage; denn die Frage nach einer Anleihe: das ist die Reparations- llage; denn jede Wiederaufbaufrage ist eine präge der Reparationen.

Sache der deutschen Vertreter ist es, dieser Predigt der Tatsachen zu Gehör verhelfen.

Genuas Degrüßungsaufruf.

Genua, 8. April. Der Bürgermeister von Genua hat einen hoffnungsvollen Aufruf an die Bevölkerung.gerichtet, in dem u. a. gesagt wird: Ute Stimmen von Millionen von Gefallenen chf«N uns an. ihr Opfer fei nicht gebracht wor­

den, um die Welt in ewiges Ungemach zu wer­fen. Die Wohlfahrt der Menschen muß wieder­hergestellt, der Güteraustausch wieder ausge­nommen, die Beziehungen aller untereinander müssen wieder angeknüpft werden. Unsere Stadt ist stolz darauf, als Sitz dieses neuen Kongresses auserwählt worden zu sein, wo zur Versöhnung bereits Verbündete, Neutrale und Feinde von gestern und alle die jungen Nationen zusam­menkommen. Im Herzen jeden Italieners brennt der Wunsch, dies möchte endlich ein wahres Osterfest des Friedens werden.

Die Abreise des Reichskanzlers.

Berlin, 8. April. Reichskanzler Dr. Wirth hat gestern abend gegen %9 Uhr Berlin ver­lassen, um sich zunächst nach Freiburg zu be­geben. In Freiburg wird er dann heute den von Dr. Rathenau benutzten Sonderzug be­steigen und mit diesem die Weiterreise nach Genua antreten.

Berlin, 8. April. In der gestrigen Sitzung des auswärtigen Ausschusses wiesen sämtliche Redner mit Nachdruck darauf hin, daß die Reichsregierung in Genua unter keinen Um­ständen über die Grenze unseres bisherigen Angebots an Reparationsleistungen hinaus­gehen dürfe. Unser Wirtschaftsleben sei nicht in der Lage, noch größere Lasten zu tragen. Irgend welche Beschlüsse wurden in der Sitzung nicht gefaßt.

Dr. Kieffer über die Konferenz.

Reichstagsvizepräsident Dr. Riesser sprach gestern abend in Frankfurt a. M. in einer Ver­sammlung der Deutschen Volkspartei und führte über Genua u. a. folgendes aus: Die Aufgabe der Konieren?, von Genua ist löblich, nämlich eine Sarnierung der Weltwirtschaft. Die Welt­wirtschaft geht dem Chaos entgegen, wenn nicht in Deutschland, der mächtige Kultur- und Wirtschaftsfaktor, die Valuta in Ordnung ge­bracht wird. Es handelt sich hier, das möchte ich den Franzosen sagen, auch um ein verwüstetes Gebiet, um die deutsche Wirtschaft, die wieder aufgebaut werden soll. Meine Hoffnung auf Genua ist stark begrenzt, aber als Fachmann bin ich der Meinung, daß man die Sarnierung der Weltwirtschaft in Genua nicht besprechen kann, ohne daß man die Lasten bespricht, die auf Deutschland ruhen. Wir müssen an der Kon­ferenz in Genua teilnehmen, aber von den Delegierten muß klar und deutlich gesprochen werden. Sie dürfen den Mund sich nicht verbin­den lassen, sie müssen erklären, daß ohne Re­vision des Versailler Vertrages das Aufleben der Weltwirtschaft nicht möglich ist, daß eine Stundung von Summen für Deutschland nicht ausreichend ist, daß eine internationale Anleihe zu angemessenen Bedingungen von allen Mäch­ten der Welt angestrebt werden muß, wenn die Besserung der Valuta und der wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten sollen. Unser Delegierten müssen auch gegen die Behauptung des allei­nigen Verschuldens Deutschlands am Kriege protestieren und ihre Beweise für das feindliche Verschulden vorbringen, damit gezeigt werde, wo die richtigen Hunnen sitzen, damit die Wahr­heit mit großen Schritten durch die Welt gehe. Unsere Delegierten dürfen nicht einen Schritt z u r ü ck w e i ch e n bei der Ableh­nung der 60 Milliarden neuen Steuern und jeder Einmischung in unsere inneren Verhält­nisse. Sollte Genua ohne Erfolg bleiben, dann erst wird sich zeigen, ob das deutsche Volk etwas gelernt hat aus den letzten vier Leidens­jahren, ob es sich dann wenigstens entschließen kann, so weit wie möglich eine nationale Ein­heitsfront zu bilden und jede Regierung zu unterstützen, die gewillt ist, eine Einheitsfront zu fördern, jede Regierung zu beseitigen, die in nationaler Beziehung würdelos ist. Einmal wird der Tag kommen, wo das deutsche 'Volk in der Abwehr feindlicher Vergewaltigungen einig und geschlossen ist.

Lloyd Georges Besprechung mit Poincarè.

Paris, 8. April. Der englische Ministerprä­sident, der gestern um 8 Uhr früh abreiste und um 1 Uhr mit dem gewöhnlichen Postdampfer in Calais anlangte, wurde vom Unterpräfekten empfangen und setzte seine Fahrt dann in einem eigenen Salonwagen nach Paris fort. Er kam abends 5.30 Uhr auf dem Nordbahnhof hier an. Der englische Premier ist begleitet von Sir Robert Horne und dem Kriegsminister Evans. Ferner reifen mit ihm seine Gemahlin und seine Tochter. Der Aufenthalt von einer Stunde, wäh­rend welcher sein Wagen für die Abfahrt nach Genua zum Lyoner Bahnhof überführt wurde, galt einer Besprechung mit dem französischen

Ministerpräsidenten, die im Eisenbahnwagen selbst stattfand. Poincarè, Barthou und Della Rocca nahmen französischerseits an der Unter­redung teil. Um 6.35 Uhr reiste Lloyd George nach Genua ab.

Paris, 8. April. Ueber den Verlauf der Be­sprechung zwischen Poincarè und Lloyd George erfahren wir von sicherer englischer Stelle folgendes: Die Besprechung hatte generellen Charakter. Beide Ministerpräsidenten betonten die Notwendigkeit eines engen Zusam­mengehens Frankreichs und Eng­lands in Genua. Lloyd George setzte seine Auffassung von der Gesamtlage auseinander. Es besteht Grund zu der Annahme, so wird englischerseits gesagt, daß Poincarè ebenfalls davon überzeugt ist, daß ein Scheitern derKonferenz von Genua infolge englisch­französischer Differenzen zubedauern wäre. Poincarè versicherte Lloyd George, daß die französische Delegation in Genua aus vollen Kräften im Einvernehmen mit der englischen Delegation arbeiten werde. Die Bedingungen für die Zulassung der einzelnen Delegationen in Genua und für die Delegationen in Genua überhaupt sind nicht geändert worden und sind also die gleichen geblieben. In der heutigen De- sprechung ist also von den Abmachungen in Boulogne nicht abgewischen worden. Der Um­stand, daß die französische Delegation ohne Voll­machten nach Genua reist, ist in der Besprechung gar nicht erwähnt worden, weil englischerseits die Auffassung vertreten wird, daß diese Frage eine rein innere Angelegenheit der französi- schen Regierung sei. Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß alle Nachrich­ten über die endgültige Tagung für die inter­alliierte Vorkonferenz verfrüht sind.

Italiens Richtlinien.

^Al^- WlAi^ Roms

hegt man große Hoffnungen. Der Präsident des auswärtigen Ausschusses der Kammer, Torre, sagte, es sei zweifellos, daß die Völker Europa- allmählich die Notwendigkeit der Solidarität erkennen. Auf diesem Wege sei Genua jeden­falls ein großer Schritt vorwärts. Allerdings werde man die Revision der Reparation nicht behandeln, aber wer wollte Deutschland und Rußland hindern, Anträge zu formulieren, die als Samenkorn unter den Völkern wirken wür­den? Aus anderen, der Regierung nahestehen­den Kreisen wird versichert, die leitenden Staatsmänner Italiens seien von den aller­besten Absichten beseelt. Am liebsten würden sie die Deutschen reden lassen, wie es ihr Herz ihnen eingebe. Aber dies sei durch die Boulog- ner Beschlüsse ja leider unmöglich. Wenn man aber auch die Diskussion verhindern könne, sei es doch unmöglich, die Anträge der Besiegten zu unterdrücken, die, wenn auch nicht im Rah­men der Konferenz, aber in der ganzen Welt die Geister beschäftigen würden. Von den Eng­ländern erwartet man Verständnis. Die ersten drei Tage würden, so nimmt man an, für die Konferenz entscheidend sein.

Die Jteutraten.

Dern, 7. April. In Erledigung einer Inter­pellation im schweizerischen Nationalrat erklärte Bundesrat Motta über die Stellung der Schweiz zur Konferenz von Genua folgendes: In die Friedensverträge mischen wir uns nicht ein. Wir würden es be­grüßen, wenn dem Völkerbund die Durch­führung der Beschlüsse übertragen würde. In der russischen Frage werden wir eine kluge und loyale Haltung einnehmen. Der Bundesrat wünscht, daß die Konferenz von Genua eine neue Aera des Friedens und der Gerechtigkeit einleite.

Stockholm, 7. April. Auf eine Interpellation im Reichstage über die Konferenz von Genua erklärte der Ministerpräsident B r a n t i n g, die schwedische Regierung wünsche, daß die Aufgabe der Konferenz zur Durchführung gelange im Geiste der Versöhnlichkeit, Solidarität und Auf­richtigkeit. Die schwedische Delegation erhalte nur allgemeine Instruktionen, insbesondere hin­sichtlich der Stabilisierungoer V a l u - t e n durch Rückkehr zum Goldzinsfuß, Ab­bau der Schranken des internationalen Handels und definitiver allgemeiner Verständigung mit Rußland. Mit der Genua-Delegation reist heute Branting über Bern nach Genua ab.

Amerikas Vertretung in Genua.

Paris, 8. April. Der amerikanische Gesandte in Rom hat den Generalsekretär der Konferenz von Genua davon benachrichtigt, baß er in den nächsten Tagen in Genua emtrefsen werde, und zwar nur in der Eigenschaft eines Bericht­erstatters für seine Regierung.

Neue Kochverratspläne im Rheinland.

Berlin, 8. April. Am 12. März traten die Bezirks-, Kreis- und Ortsabgeordneten der Rhein. republikanischen Volkspartei (Smeets* gruppe) in Boppard zusammen und faßten, nye nunmehr bekannt wird, eine Entschließung an die Rheinlandkommission. In dieser Entschließung bitten sie die interalliierte. Kommission, im Interesse der politischen Frei» heit und der politischen Betätigung der Rhein» länder alle Maßnahmen der preußischen Ver» waltungsbehörden und der preußischen Gerichte zu untersagen, die unter Mißachtung unb Außerachtlassung des formalen Rechts darauf .hinaus gingen, die rheinische Freiheitsbewe­gung zu unterdrücken. Die Unterzeichner glau­ben insbesondere darauf Hinweisen zu müssen, daß die Ausweisung aller nichtrheinischen Be­amten und ihr Ersatz durch Rheinländer in Ver­bindung mit strenger Kontrolle der preußischen Behörden die richtige Politik sei, um die poli­tische Freiheit im Rheinland zu sichern. Die Unterzeichner der Eingabe erwarten besonder» von der interalliierten Kommission, daß sie de« preußischen Gerichten verbieten werde, den Vor­sitzenden der Partei (Smeets) in ungesetz­mäßiger Weise festzunehmen, da er ihr volles Vertrauen genieße. Die Unterzeichner der Ein­gabe hoffen weiter, daß die interalliierte Kom­mission die Bestrebungen der Rheinischen repu­blikanischen Volkspartei schützen werde, da sie den Weltfrieden und gleichzeitig die Rechte der Rheinländer durch die Errichtung eines absolut unabhängigen rheinischen Staates zu sichern be­strebt seien. Zum Schluß benutzen die Unter­zeichner, (etwa 30 an der Zahl), die Gelegenheit, der interalliierten Kommission ihre Treue und ihre friedlichen Wünsche zu versichern.

Verschärfung des Belaqerungs- MrauSes in ^^.

Duisburg, S. April. Die strengen Maßnah­men, die die belgische Defahnngsbehörde nach dem Hamborner Zwischenfall ergriffen Hak. haben zu einer begreiflichen Erregung der Be­völkerung geführt. Die scharfen Äonkrollmaß­nahmen führen häufig zu Zusammenstößen der Bevölkerung mit Milikär. Schlägereien sind an der Tagesordnung. In Duisburg führte vor­gestern abend ein Streitfall zwischen Zivilper­sonen und belgischen Soldaten zu wüsten Szenen, in deren Verlauf ein Belgier verletzt worden sein soll. In Verbindung damit steht wohl die gestern angeordnete weitere Ver­schärfung des Belagerungszustandes dergestalt, daß die Polizeistunde für Cafès und Wirtschaf­ten auf 6 Uhr abends festgesetzt worden ist Diese Maßnahme führt naturgemäß zu Wwe- ren wirtschaftlichen Schädigungen der Wtrks- Hausbesitzer und deren Angestellten sowie ZU einer gesteigerten Empörung der Angestellten.

Die Beisetzung Kaiser Karls.

Funchul, 8. April. Am Donnerstag fände« die Beisetzungsfeierlichkeiten Exkaiser Karls statt. Der Exkaiser wurde in einem in der Pfarrkirche provisorisch errichteten Mausoleum bestattet. Das Totenamt wurde vom Bischof zelebriert; der größte Teil der Familie und der Gefolges nahmen daran teil. Die Geschäfte waren den ganzen Tag geschlossen. Das Herz Karls ist aus dem Körper genommen morde« und wird nach Ungarn gebracht.

PvMsche Tagesberichte.

Gegen Dr. Hermes. Die Sozialdemokrat tische Korrespondenz kündigt an, daß bei der Beratung des preußischen Justizetats sofort nach der Osterpauss der preußische Iustizminister mit allem Nachdruck gefragt werden soll, weshalb die Staatsanwaltschaft noch nicht Anklage gegen den Reichsminister Dr Hermes wegen positiver Beamtenbestechung und Amtsmißbrauchs er» hoben wurde Unter Umständen werde durch eine direkte Anzeige bei der Staatsanwaltschaft nachgeholfen werden.

Absplitterung der Reichsgewerkichaft. Der Verband der Eisenbahningenieure ist gestern aus der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten ausgetreten.

Ablehnung der.einjährigen Dienstzeit in Frankreich. In der französischen Kammer wurde gestern der Zusatzantrag des Abg. Ossala, der die einjährige Dienstzeit vorschlägt, jedoch für die Jahresklasfe 1921 die zweijährige und für die Iahresklassen 1922, 1923 und 1924 die achtzehnmonatige Dienstzeit vorsieht, mit 320 gegen 237 Stimmen abgelhnt. Unter den Abge- ordneten, die für die einjährige Dienstzeit stimmten, befinden sich Viviani, Pamlevè unk Loucheur.

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