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SamuerS Anzeiger

B«l»a»vr«i»: Monatlich Mk. 17. ohne Träser- lsb«: Einrelaummer 75 Pis. Anzeis «nv reife: Die 33 mm breite Zeile Mk. 3.: Finanzinferate Mk. 3.50; Reklame (68 mm breit) Mk. 8.-. Inserate. Mick laufende, werden nur rum jeweiligen Tages- »«ii« berechnet. Dffertenaebübr Mk. L.

General-Anzeiger

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide teile Kanan a. M. 3m Falle höherer Gewalt hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Rach»

AmMches Organ str Slaöb und Lmdkreis Sm-»^SXÄÄ

wird seine SewS-r eeleiftet

Nr. 83

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Das Neuette.

Das Reichskabinett hat gestern nachmittag eine zwette Sitzung abgehalten, die sich aus­schließlich mit der Antwort auf die Repara­tionsnote befaßte.

Die Abreise des Reichskanzlers nach Genua, bie für gestern vorgesehen war, ist abermals verschoben worden.

Aus Oberschlesien treffen erneute Alarm- Nachrichten über bevorstehende polnische Auf- stände ein.

An ein Requiem für den »erstorbenen Exkaiser Karl, das in der Wiener Stephans- Arckfe stattfand, schloß sich eine große monar­chistische Demonstration.

Nach einer Londoner Meldung wurde vorgestern der Bertrag über die englische An­leihe an die Tschechoslowakei unterzeichnet. Die Anleihe wurde gestern aufgelegt und zwei Stunden nach Beginn der Subskription voll gezeichnet. Die Zeichnung mußte geschlossen werden.

FreNag den 7. April

Die Vorbereitungen für Genua.

Gaum, 7. April. In den leitenden Kreisen der italienischen Konferenzteilnehmer wird heute gesagt, daß die sogenannte vorberatende Kon- strenz der einladenden Staaten wahrscheinlich nicht stattfinden wird, da sie eigentlich!'' besprechen haben würden. Private Vorbesp; chungen, die sich automatisch ergeben werd, haben keineswegs die Bedeutung regelrechter Konferenzen. Ebenso hat der Versuch Frank­reichs, auch die kleine Entente zu den sogenann­ten Vorbesprechungen hinzuzuziehen, keine Gegenliebe gefunden. Die Er Öffnungs- f i tz u«g wird nach den bisherigen Ab­machungen am Sonntag stattfinden. Es werden nur 80 Einladungskarten vergeben. In leitenden Kreisen der Konferenz war gestern die Frage der Prüfung der Vollmachten ange­schnitten worden, wobei man sich hauptsächlich

Nichts zu

we- en.

Frankfurt a. M., die für gestern abend vorge­sehen war, aus wichtigen politischen Gründen abermals verschoben worden. Es ist deshalb nicht sehr wahrscheinlich, daß Dr. Wirch vor der Konferenz von Genua seine beabsichtigten Be­suche in Frankfurt und Freiburg noch zur Ausführung bringt. Es ist noch unbestimmt, ob der Kanzler heute abend oder erst am Sams­tag abend zusammen mit der Delegation nach Genua fährt.

(Aller Wahrscheinlichkeit nach hängt die Ver­zögerung der Abreise mit der Fertigstellung der Antwort auf die Note der Reparationskom­mission zusammen. D. Red.)

Neue Scharfmacherrede« in Paris.

Paris, 7. April. Die Kammer setzte gestern nachmittag die Debatte über die Militärreform fort. Der Abgeordnete deCassagnac er­klärte, er habe den Wunsch gehabt, die Mi­litärlasten Frankreichs so viel wie möglich $u verringern. Aus diesem Grunde habe er sich in Deutschland an Ort und Stelle unterrichten wollen. Er sei zurückgekommen mit der Ueber­zeugung, daß die 18monatige Dienstzeit eine. Notwendigkeit sei und daß man unmöglich einen vermittelnden Gesetzentwurf annehmen könne. Die Sinnesart Deutschlands habe sich nicht, gewandelt. Die revolutionäre Bewegung in Deutschland könne nicht verglichen werden mit jener, die Frankreich während der Revo­lution bewegte. In dieser falschen Republik gebe es keine wirklichen Republikaner. Der Abg. Le Provost de Launay, der Paul de Cassagnac auf seiner Reise durch Deutschland begleitete, bestätigte diese Erklärungen und

gefragt hat, wie man sich den Russen gegenüber verhalten solle, die bekanntlich jeder einen soge­nannten Spitznamen führen, der nicht mit dem Hauptnamen übereinstimmt. Mit welchen Na­men sollen sie unterschreiben, wenn es zu einer Überschrift kommen würde? Ihr Spitzname würde offiziell nicht bindend sein und ihr Tauf- Lam« ist den meisten ganz unbekannt.

PoincarS über die Rolle Frankreichs.

Paris, 6. April. Poincarè hat in seiner gestern nachmittag mit den französischen Bevoll- wächtigten für Genua statgehabten Besprechung die Rolle Frankreichs auf der Konferenz deutlich klar gelegt und seinen Willen bestätigt, Frank­reich an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Europa teilnehmen zu sehen unter Boraus- stzung der Wahrung der französi- chenRechte gemäß den Verträgen. In die- er Hinsicht habe er, so meldet Havas, an die Mnzösifch-brUijchen Besprechungen in Bou- logne erinnert und erklärt, die Konferenz dürfe nicht zur Behandlung politischer Fragen über» gehen, sie müsse sich auf ihren wirtschaftlichen Charakter beschränken. Poincars habe dann die verschiedenen Möglichkeiten und die von der französischen Regierung dabei einzunehmende ^^Vsi besprochen. Die Entscheidung müsse auf alle Fälle voll und ganz der Regierung über­lassen werden, in der die Abordnung zu berich­ten habe. Frankreich werde wie Poincars schon verschiedentlich in der Kammer erklärt hat, durch die Empfehlungen der Konferenz nicht gebunden sein: in letzter Instanz werde das Parlament zu entscheiden haben. Die Aufgaben der russischen Genua-elegierten.

Conbon, 7. April. Die russische Delegation Genua soll von der Sowjetregierung fol­gende Instruktionen erhalten haben: wenn mög» sich» Ame allgemeinen Abkommen mit den auf ber Konferenz vertretenen Mächten abzuschlle- tzen,- in den öffentlichen Vollversammlungen sv.:en sie nicht auf Einzelheiten eingehen, son­dern nur auf allgemeine Tatsachen Hinweisen, insbesondere ans die Maßnahmen der Sorojet» regterung auf dem Gebiete der Rechtssprechung, sie sollen ferner die Unverletzlichkeit der indi- mduellen, kommerziellen und industriellen I X Nahmen der Sowjetregierung ver­traglich darlegen. Die Delegierten sollen die Auf- gäbe haben, in Genua Sonderverhandlungen mit ben einzelnen Staaten anzubahnen und ihnen Privilegien auf wirtschaftlichem Gebiete anzubieten, um dadurch die Anerkennung der Sywjetreaierung durch die interessierten Staa­ten zu erlangen.

Abermaliger Aufschub der Abreise des Kanzlers.

Berlin, 7. Avril. Wie wir erfahren, ist die wbreik» ReuliskawUers Dr. Wirtb nach

verlas eine Anzahl Dokumente, die er aus Deutschland mitgebracht hat. Diese Dokuments sollen beweisen, daß Deutschland seine militäri­schen Vorbereitungen und feine Bewaffnung mit Geschwindigkeit fortsetzte, trotz der Beobach­tungen durch die Kontrollkommission. Minister­präsident Poincarè unterbricht: Ich habe tatsächlich erfahren, daß der Abgeordnete aus Berlin sehr wichtige Auskünfte über deutsche Rüstungen erhalten hat. Ich habe jedoch guten Grund anzunehmen, daß er keine offiziellen Dokumente in Händen hat. Wie dem aber auch sei: Ich habe gesagt und werde es zu jeder Stunde wiederholen, daß alle Anstrengungen der Kommission Rollet auf den Widerstand Deutschlands stoßen. Aber die Mission der Kom­mission wird fortgesetzt und wird fortgesetzt werden, solange wir nicht die Sicherheit haben, daß die Entwaffnung Deutschlands endgültig ist Schließlich stimmte die Kammer mit 342 gegen 247 Stimmen dagegen, daß der Antrag auf Verringerung der Dienstzeit von der Kam­mer weiter in Betracht gezogen werde. Ein Zusatzantrag, die Dienstzeit auf ein Jahr fest­zusetzen, aber für die Jahresklasse 1921 die zwei­jährige Dienstzeit, für die Klassen 22, 23 und 24 die achtzehnmonatige Dienstzeit beizubehalten, wurde nach längerer Debatte mit 320 gegen 237 Stimmen abgelehnt.

der Abgeordnete aus

Wochen in Paris gehalten worden sind, waren auf eine mnerpolitische Wirkung berechnet. So auch die

geigen der beiden Abgeordneten,

leumdungen Deutschland gegenüber nichts an­deres bezweckten, als die achtzehnmonatige Dienst­zeit durchzudrücken. Da eine ziemlich starke Strö­mung für die einjährig« Dienstzeit vorhanden ist, so sind alle Mittel anzuwenden, um die Regie­rungsvorlage zur Annahme zu bringen.)

die mit ihren

«In Franzose über WieSerausba» und Reparation.

Zürich, 7. April. Der bekannte französische Nationalökonom Prof. Gide äußerte sich gegenüber dem Pariser Korrespondenten der Neuen Züricher Zeitung" über den Wieder­aufbau der zerstörten Gebiete: Es ist ein Fehler, daß man die Vorschläge eines direkten Wiederaufbaus durch Deutschland nicht beizeiten geprüft hat. Die Wiederherstellung wäre rascher und billiger vor sich gegangen. Was die Reparationen anbetrifft, so äußerte sich Prof. Gide, daß er hinsichtlich der Höhe derselben den Kritiken des Engländers Keynes Recht gebe. Solange hier nicht durch internationale Schuldenkompensationen abge­holfen werde, könne Deutschland seinen Ver­pflichtungen nicht nachkommen und Frankreich müsse auf unüberwindliche Hindernisse stoßen, wenn es seine Guthaben mobilisieren wolle. Die Forderung des letzten Sozialistenkongresses, wonach die Pensionen von den Kriegführenden selbst getragen werden sollten, ist insofern be­rechtigt, als die Friedcnsbedingungsn des Prof. Wilson von keinen Kriegsentschädigungen, son­dern nur von sachlicher Wiedergutmachung Auch die kostspieligemilitä- Besatzung in den Rbeinlanden. die

reden.

rische

Mechode, sagt er, erinnert an einen Schuldner, dem man einen Gerichtsvollzieher ins Haus schickt und dessen Abzahlungen durch die Kosten des letzteren verschlungen werden. Eine weitere Forderung außenpolttischer Natur wäre die Zulassung Deuffchlands zum Völker- b u n b. Auf der Tagesordnung der Konferenz von Genua vermißt Prof. Gide das Repara­tionsproblem. Die Schuld bc»in liege aber an Amerika und seinem Fernbleiben von der Kon­ferenz. Ein Haupthindernis in der Wiederher- ftellung der wirtschaftlichen Beziehungen, wie sie vor dem Kriege bestauben, sieht der Professor in der Derschiedenheit der Wechsel­kurse und der Papierwirtschaft. Für Staaten mit starker Verschuldung, wie auch für Frank­reich, hält er deshalb den Staatsbankrott für Unvermeidbar Er ist überzeugt, daß zur Sanierung der fiebergang zu einer neuen Münzeinheit unvermeidbar sei. Es fei keines­wegs das erste Mal, daß solche Devaluationen ftattfinben. Die Münzgeschichte sei mit Präze­denzfällen angefüllt. Der französische Franken werde an die Stelle des 80-Centimes-Stückes treten, die italienische Lire und die deutsche Mark würden sich entsprechend danach richten. Zum Schluß predigte der Professor eine Politik der Sparsamkeit.

Um das Reichsschulgesetz

Der Beschluß des Bildungsausschuffcs des Reichstags.

Bei der Bedeutung, die dem Beschluß des Bildungsausschusses des Reichstages für den § 1 des Reichsschulgesetzes zukommt, ist es von Interesse, festzustellen. wie der Beschluß zustande gekommen ist Die vom Ausschuß mit 15 gegen 1-3 Stimmen angenommene Fassung des § 1, wonachVolksschulen entweder Gemeinschafts- schulen ober Bekenntnisschulen oder bekenntnis- freie Schulen" sein sollen undden drei Schul­arten dieses Gesetzes gleichmäßig freie Ent­wicklungsmöglichkeit zu geben ist," geht auf einen Antrag des deutschnationalen Abgeord­neten Dr. Düringer zurück. Für den Antrag stimmten die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei, das Zentrum und die Bayerische Volkspartei, dagegen die Demokraten und die sozialistischen Parteien. Vorher war mit allen gegen 4 Stimmen folgender Antrag der Unab­hängigen abgelehnt worden:Die Volksschulen sind weltliche bekenntnisfreie) Schulen". Mit allen gegen die sozialdemokratischen Stimmen wurde ferner folgender Antrag abgelehnt:Die Volksschulen sind Gemeinschaftsschulen. Be­kenntnisschulen und bekenntnisfreie Schulen können in jeder Gemeinde nur neben der Ge­meinschaftsschule und nach näherer Bestimmung dieses Gesetzes errichtet werden. Die bekennt- ntsfreien Schulen sind entweder weltliche Schu- len oder Weltamchauungsschulen." Endlich war auch noch mit 15 gegen 13 Stimmen folgender demokratischer Antrag abgelehnt worden:Die Volksschulen sind nach Art. 146 Abs. 1 der Reichsverfassung für alle gemeinsame Schulen (allgemeine Volksschulen). Indes sind gemäß Abs. 1 des Art. 146 auf Antrag von Erziehungs­berechtigten Volksschulen ihres Bekenntnisses und ihrer Weltanschauung einzurichten. Wo in einer Gemeinde nur eine Volksschule besteht, ist diese Schule vorbehaltlich der näheren Bestim­mung allgemeine Schule."

Bundestag »<s deutsche, Stenden- benies.

Berlin, 7. April. Gestern vormittag Hai hier der dritte ordentliche Bundestag des Deut­schen Beamtenbundes begonnen. Di« Tagung ist von entscheidender Bedeutung, denn auf chr sollen die Gegensätze, von denen die größte Be- amienorgaNlsation des Reiches feit langem er­füllt ist, zum Austrag gebracht werden. Der Ausgang der vorgestrigen Sitzung der Reicks- gewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten, der zw -ilgrüßten Nnterorganisatton des Deutschen Beomtenbundes. bie mit der Wiederwahl der

Streikführer Menne und Scharffchwert endete, drückt dieser Tagung das besonder« Gepräge auf. Beim letzten Eisendahnerstreik hat sich be­kanntlich die Reichsgewerkschaft, die führend im Streik war, mit ihrer Spitzenorganisation und mit den übrigen Gewerkschaften, die den Streik verurteilten, in scharfen Gegensatz gesetzt. Nach der Begrüßungsrede des ersten Vorsitzenden Flügel mürbe die Wahl der Verhandlung», leitung in die Hände des Vorsitzenden Dietrich Kassel gelegt. Zn '

Göpfert von der Reichsgewerkschaft. In seinem Geschäftsbericht betonte der Bundesvor- sihende ylüget die Notwendigkeit der partei- oolittick neutralen Grundlaae des Deutschen Be-

mder wurde

1922

amtenbundes. Zum Streikrecht her Be­amten sagte er folgendes: Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein deutscher Beamter, er müßte denn politisch oder sonst völlig krank sein, oft furchtbare Waffe des Beamtenstreiks andere anzuwenden willens sei als im Zustande äußer­ster Notwehr.

Sine bayerische Anfrage an Dr. Fehr.

Berlin, 7. April. An den neuen Reichsernich- rungsminffter Dr. Fehr, einen der vier dauern^ bündlerifchen Abgeordneten im bayerischen Landtag, hat der Bund der Landwirte m Bayern folgende schriftliche Anfrage gerichtet-

Wir fragen an, ob der Herr Minister ge­sonnen ist, entgegen der einheitlichen Stellung­nahme der bayerischen Landwirffchaft gegen die Fortfiihrung jeder Zwangsbewirtschastung für das Jahr 1922/23 wieder die Getreide» Umlage und, wie verlautet, weitere Zwangs» maßnahmen gegen die Landwirtschaft «inzu» führen.

Neue Deunruhistung Oberschlesieus.

Breetau, Z. April. Der ,Obers âsiesische Kurier" meldet, daß seit langem Sassen trans- porte nach dem südlichen Teil der Kreises Ryè- ulk und Abtransporle nach verschiedenen Orga- «isakisnsstellen beobachtet werden. Der Schmug­gel und Transport erfolgt in Autos, Bauern­wagen, Handkoffer, Taschen usw. Man kann behaupten, daß die Kreise Rybnik und Pletz in Waffen starren und daß dort soviel Munitiö« aufgehäust ist, daß bei einer Explosion ganz Oberschlesien in die Luft gehen müßte. Bei den unsicheren politischen Verhältnissen sei es immer noch möglich, daß die Polen einen neuen Putsch versuchen würden.

Demvuslrativ« für Exkaiser ^avL

Wien» 7. April. In der Stephanknch« fand gestern vormittag für den verstorbenen Exkaiser Karl ent Requiem statt, dem u. a. auch Bundes­kanzler S chober und mehrere Mitglieder ber Regierung beiwohnten. Nach der kirchlichen Feier kam es zu einer großen monarchistischen Demonstration. Mehrere Tausend Personen sangen entblößten Hauptes die DolkshyMn« und brachen in Hochrufe auf den Kronprinzen Otto aus. Sie zogen zum Parlament, wo sie eine Abordnung zum Präsidenten des National- rats, Dr. Weißkirchner, sandten, die von ihm verlangte, daß er zum Zeichen der Trauer di« Fahnen vor dem Nationalrat auf Halbmast hissen lassen soll«. Dr. Weißkirchner lehnte das je­doch mit Rücksicht auf die Haltung der Parteien ab. Inzwischen war ein großes Aufgebot von Polizei erschienen, welches die Monarchisten in die Nebengassen abdrängte.

Wien, 7. April. Im Nationalrat stellten gestern die Nationaldemokraten an die Regie­rung die dringliche Anfrage wegen der Teil­nahme des Bundeskanzlers Dr. Schober an dem Requiem für den verstorbenen Exkaiser Karl. Bundeskanzler Schober erklärte dazu, die Re­gierung sei zu der kirchlichen Feier nicht einge­laden worden. Er habe deshalb teUgenommen, weil er unter Karl Polizeipräsident von Men war und von chm nur Gutes erfahren habe. Auch an der Bahre feines Gegner» denke er ritterlich. Die im Anschluß daran stattgefunde­nen Straßendemonstraiion verurteilte die Re­gierung auf das schärffte. Sollten bei kommen den Gottesdiensten für Kaiser Karl welche statt finden, so würde die Regierung mit allen gefeU lichen Mitteln einschreiten.

Patts, 7. April. Das Herz des Kaisers Ka^ ist gestern von Funchal nach Oesterreich abg» fandt worden, um dort bestattet zu werden.

Mr und gegen die Rückkehr der Exkassett« All«

Budapest, 7. April. Die ungarische Regie­rung hat infolge eines Dermittlungsschlitte-». der vom Fürstpttmas Csernoch beim Minister­präsidenten Graf Betheln unternommen wurde, mitteilen lassen, daß sie gegen die Rückkehr bet Exkaiserin Zita und des Erzherzogs Otto nichts einzuwenedn habe, im übrigen aber an der bis­her in der Sönigsfrage befolgten Politik fest» halten wolle. Daraufhin haben die Vertreter der Kleinen Entente in Budapest ber ungarischen Regierung einesehrscharfeRaie gegen die Rückkehr der Exkaiserin nud ihrer Familie auf ungarischen Boden übergeben.

Seine Neuwahlen in Sachsen. In der gestrigen Sitzung des sächsischen Landtags wurde der Antrag der Dentnhnationalen und Demokraten auf Auflösung des Landtages nm den Stimmen der Sozialisten und Kommunisten abgelehnt.