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AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Sanaa I Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main.

Rotationsdruck der Wailenbausbuchdruckerei banau.

Fernivreckanschlülle Nr. 1237 und 1238.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Nr. 74

Dienslag den 28. März

1822

Das Neueste.

Beim Reichskanzler haben gestern Be- ,prechungen mit den Ministerpräsidenten der deutschen Länder und später mit den Partei- führern stattgsfunden.

Professor Fehr- München hat das Amt des Reichsernährungsministers angenommen.

Der Völkerbundsrat hat den Vorschlag der Regierungskommission des Saargebiets für die im Friedensvertrag vorgesehene Vertretung der Saarbevölkerung genehmigt.

Wie gemeldet wird, findet die beabsich­tigte zweite Konferenz der alliierten Finanz­minister vorerst nicht statt. Als Grund wird -Zeitmangel wegen der Konferenz von Genua ingegeben.

Die französische Regierung hat im Ein­verständnis mit der italienischen Regierung die Türkei davon in Kenntnis gesetzt, daß sie an der Konferenz von Genua teilnehmen kann.

Der serbische Ministerrat faßte den Be­schluß, die Unabhängigkeit Albaniens sowie die jetzige Regierung Albaniens anzuerkennen.

vor -er Regierungserklärung.

Das Reichskabinett Wirth-Rathenau, das als Programm die Erfüllung bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit aufgestellt hat, steht am heutigen Tage vor einer Entscheidung, die das gesamte deutsche Volk, ja die ganze Welt mit Spannung erwartet. Sie muß klipp und klar gefällt werden. Ein lautesRein" muß aus­gesprochen werden, wenn die Regierung das deutsche DSlk nicht in die Unfreiheit, in die völlige Botmäßigkeit der Ententestaaten führen will. Das dewifche Volk fordert vom Reichstag, von feinem vornehmsten Ausschuß, dem Reichs- ^WB»iiM überführt zu werden.

Wird heute die Kundgebung in diesem Sinne erfolgen? Genaues läßt sich darüber noch nicht sagen. Nach den Urteilen, die aus volksparteilichen Kreisen kommen, darf man an­nehmen, daß der Reichskanzler einigermaßen den Mut zu der Entschlußkraft, die unerhörten Forderungen der Entente abzulehnen, gefun­den hat. Gestern nachmittag haben Bespre­chungen des Reichskanzlers mit den Minister­präsidenten der Einzelstaaten und daran an­schließend solche mit den Parteiführern stattge­sunden, über deren Verlauf folgende Meldun­gen vorliegen:

Die Konferenz der Ministerpräsidenten.

Berlin, 27. März. Die Konferenz der Ministerpräsidenten der Einzelstaaten hat heute nachmittag 3 Uhr begonnen. Sie endete erst abends um %7 Uhr. Der Reichskanzler gab in dieser Konferenz die Richtlinien der Erklärung bekannt, die er morgen im Reichstag verlesen will. Es handelt sich, wie gesagt, nur um die Richtlinien, denn die Erklärung selbst ist bis jetzt noch nicht formuliert. An der sehr ausge­dehnten Debatte beteiligten sich die Minister­präsidenten Braun-Preußen, Lerchenfeld-Lay- ttn, Hieber-Württemberg, Humel-Baden, Vock- vachsen, Fröhlich-Thüringen und Ulrich-Hessen. Die Ministerpräsidenten haben sich mit den Richtlinien und den Ausführungen des Reichs­kanzlers einverstanden erklärt. Es soll auf dieser Konferenz Einmütigkeit darüber bestan­den haben, daß die F o r d e r u n g e n der Entente unannehmbar seien. Man kann also erwarten, daß diese einhellig zutage getretene Auffassung dem Reichskanzler doch etwas den Rücken gesteift haben wird und daß die morgige Regierungserklärung vielleicht doch etwas energischer ausfallen wird, als man dies fwch vor wenigen Tagen nach den offiziösen Auslassungen glaubte annehmen zu müssen. Die einhellige Verurteilung der Ententeforderungen in der weitesten Öffentlichkeit hat den Reichs­kanzler von seiner anfänglich vagen und schwankenden Haltung doch etwas abgebracht.

Die Parkeiführerkonferenz.

Sofort im Anschluß an die Ministersitzung empfing der Reichskanzler die Führer der De­mokraten, des Zentrums, der Mehrheitssozial­demokratie, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei. Bei dieser Gelegen­heit gab Dr. Wirth wiederum Aufschluß über die Haltung des Kabinetts. Nach seinen Mit­teilungen legte der Kanzler den Parteiführern "ahe, von einer sofortigen Diskussion abzusehen und sich erst in den Fraktinnssitzungen mit sei­nen Darlegungen zu beschäftigen. Dement­sprechend wurde von einer Aussprache abge­sehen. Es läßt sich indessen schon jetzt sagen, daß sich auch die fünf an dem Steuerkompromiß beteiligten Parteien in voller Ueberinstimmung Mit der Auffassung der Reichsregierung über

die Reparationsnote befinden. Später empfing der Reichskanzler auch die Vertreter der Deutsch- nationalen und der Unabhängigen, denen er gleiche Erklärungen abgab.

B e r l i n, 28. März. Aus den Besprechun­gen mit dem Kanzler verlautet, daß der Reichs­kanzler dieForderung von 60 Milliarden neuer Steuern und eine Finanzkontrolle als unannehmbar ablehn l. Glcichze^ig aber betonte er dis Notwendigkeit, die Aus­gaben des Reiches durch eine noch größere Sparsamkeit zu verringern. 3m übrigen wer­den die Möglichkeiten zu Verhandlungen mit der Reparationskommission offen gelassen. Nach dem Reichskanzler ergriff Dr. Rathenau das Wort zu einer Rede.

(Es wird allerdings äußerst wesentlich sein, wie Dr. Wirth nach Ausspruch des selbstver­ständlichenNein" fortfahren wird. Sollte er etwa darauf Hinzielen, Verhandlungen bewil­ligt zu erhalten, um eine Möglichkeit des Un­möglichen möglich zu machen, dann käme dies allerdings einer Erfüllung auf Umwegen gleich. D. Red.)

Die Frage eines Vertrauensvotums.

Berlin, 28. März. Die Frage, ob die Re­gierungsparteien ein Vertrauensvotum ein- bringen werden, ist noch unbeantwortet. Es ist hierüber noch kein Beschluß gefaßt worden. Ebenso wenig ist bis jetzt bestimmt, ob von links oder von rechts mit einem Mißtrauens­votum zu rechnen ist. Die Beantwortung dieser Frage wird von dem Verlauf der Reichstags­sitzung abhängen.

Dolksparleittcher Wi-erskan-.

Eine Rede Stresemanns.

Berlin, 28. März. 3m Anschluß an den gestern hier abgehaltenen 4. Gauparkeitag der Deutschen Volkspartei sprach Dr. Strese-

Lage. Der hauptteil feiner Ausführungen be­schäftigte sich mit der neuen Reparations­note. Dr. Stresemann betonte, daß gerade diese Rote zum Ausdruck gebracht habe, wie sehr Deutschland aufgehört hat, ein selbstän­diger Staat zu sein. 3n solchen enlscheidungs- vollen Stunden dürften im deutschen Volke nicht parteipolitische Leidenschaften entfacht werden, sondern es sei vor allem notwendig, das uns Einigende zu betonen. Außenpo­litisch sah der Redner den Kampf zwischen der englisch-amerikanischen Auffassung, daß die ganze Welt leiden müsse, wenn Deutschland leide und zusammenbreche, und zwischen der fran­zösischen und wirtschaftlichen Denkweise auf der andern Seite. Frankreich treibe seine Macht­politik rein aus politischen Machttendenzen, weil es Deutschland noch immer fürchte. Aus dieser Furcht heraus unterstütze es allein, was Deutschlands Einheit zerstören könne. Deshalb dürfe in dieser Zeit außenpolitischer Bedrohung niemand rütteln an dem Bestehen des preußi- fchen Staates. Preußen sei der feste Nerv, um den sich das Deutsche Reich gebildet hak und wenn wir Heuke nicht wüßten, ob das Reich er­halten bleibe, müßte wenigstens Preußen erhalten bleiben als Sern für eine eventuelle spätere Einigung des Reiches. Der Redner vermutet, das Frank­reich uns in einen Bürgerkrieg hinein- fteiben wolle, um dann die Besetzung Deutsch­lands zu einer dauernden werden zu lassen. Dr. Stresemann wies alsdann im einzelnen nach, daß dieForderungenderFeinde wirtschaftlich unsinnig und poli- tisch unmöglich seien. Darum glaube er auch, daß gegenüber dieser Note die Deutsche Regierung ein Rein zum Ausdruck bringen werde.

Der Redner beschäftigte sich dann noch zum Schluß seiner Rede mit dem Steuerkom- promiß und den Angriffen wegen des Zu­sammenwirkens der Deutschen Volkspartei in der großen Koalition in Preußen- Der Redner schloß seine mit großem Beifall aufgenommene Rede mit den Worten: Die Pfeiler und Säulen, auf denen das alle Deutschland ruhte, sind ge­brochen. Das Kaisertum ist dahin: auch die Armee, die Schuhwehr gegen den äußeren Feind. Eines können sie nicht brechen, das treue Herz, das für Deutschland schlägt und an Deutschlands Zu­kunft glaubt. *

Am Sonntag sprach in Breslau der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Frei­herr von Rheinhaben über die durch die Note der Reparationskommission geschaffene politische Lage und die davon nicht zu trennen­den Vorarbeiten für die Konferenz von Genua. Der Redner führte etwa folgendes aus: Die Wirth-Rathenausche Erfüllungspolitck sei schon

im Herbst 1921 zusammengebrochen. Deutsch­land müsse nach dem verlorenen Kriege eine Entschädigung zahlen, aber kein äußerer Druck dürfte dazu führen, unsere Wirtschaft feind­licher Kontrolle und absichtlicher Zertrümme­rung auszuliefern. Diesmal werde sich keine Regierung für die Erfüllung der jetzigen Entente­forderungen finden. (Hoffentlich!) Die Finanz­kontrolle sei nach dem Wortlaut der Mantelnote der Entente vom Frühjahr 1919 ausdrücklich ausgeschlossen und müsse energisch abgelehnt werden. Die Reichstagsverhandlungen am Dienstag würden sicher zeigen, daß eine große Mehrheit für eine Nachprüfung der Leistungs­fähigkeit Deutschlands sich ergeben könne, vor­ausgesetzt, daß die Regierung diesmal ihre Auf­gabe erkenne: zu sammeln und nicht zu trennen. Die sozialistischen Massen müßten endlich be­greifen, daß der Feind draußen stehe. Die schärfste Opposition seitens der Deutschen Volks- p*rtei sei für den Fall zu erwarten, daß die Pläne der Linken weiter verfolgt würden, Teile der deutschen Wirtschaft an das Ausland aus­zuliefern, um den sogenanntenErfüllungs­willen" noch deutlicher zu beweisen. Bezüglich der Konferenz von Genua erklärte der Redner endlich, daß wir wieder Politik treiben müßten und nicht das Heil von einer energie­losen Erfüllungspolitik erhoffen dürften, wie sie trotz aller Proteste der Rechtsparteien die Re­gierung Wirth-Rathenau bis jetzt immer noch aufrechterhalte. Die Regierung müsse aus ihrer Passivität heraus, müsse von ihrer zwar schönrednerischen, aber energielosen Politik einerverkrachten Aktiengesellschaft" ablassen.

Berlin, 28. März. Die gestrigen Be­sprechungen der Deuttchen Volksparkei sollen heute vormittag fortgesetzt werden. Die Ansicht der Franktion geht dahin, daß die Rote Forde- rungen an uns stellt, die durchaus unerfüllbar sind und mit aller Entschiedenheit abgelehnt werden muffen. Für die weitere Haltung der Fraktion wird entscheidend sein, ob die Regie­rung unnachgiebig und stark bleibt und sich nicht auf Verhandlungen einläßt, die doch schließlich zu unmöglichen Zugeständnissen führen werde.

Die jetzige Lösung keine Lösung."

Jpu. Paris, 28. März. Entgegen den an­deren Stimmen, die sich zum Beschlusse der Re­parationskommission über die deutschen Zahlungen im Jahre 1922 äußern, erwartet allein Bainville nicht viel davon. Entweder unterwirft sich Deutschland nicht, sagt er, und dann muß es sich an die Alliierten wenden und sie ersuchen, Maßregeln zu treffen, von denen diese gerade nie etwas wissen wollten, oder aber Deutschland unterwirft sich und wird durch den ungünstigen Kurs der Mark ver­hindert, seinen Verpflichtungen nachzukommen und dann hat man mit einem deutschen Fallissement zu tun. In jedem Falle ist also die Sache dieselbe geblieben und die jetzige Lösung ist keine Lösung. Man wird deshalb der Frage sehr bald wieder näher treten müssen.

Ein englischer Prolesl gegen die Teilung Oberschlesiens.

Angesichts der bevorstehenden Entscheidung über die endgültige Festsetzung der Grenze, die das deutsche und wirtschaftlich durchaus von Deutschen geschaffene Oberschlesien ausein­anderreißen und wertvolle Teile dieses deut­schen Landes den Polnischen Schützlingen der Entente zuschanzen soll, ist der folgende Protest von englischer Seite gegen solche Willkür von größtem Interesse:

Die amerikanische WochenschriftThe Nation", ein hervorragendes und Deutschland gegenüber gerecht urteilendes Blatt, hat am 18. Januar ds. Js. eine Zuschrift veröffentlicht, welche sie von einer Gruppe britischer Liberaler und Arbeiterführer er­halten hat. Diese protestieren gegen die Teilung Oberschlesiens durch die Entscheidung des Völ­kerbundes und drücken damit eine unter den fortgeschrittenen und klarsehenden politischen Kreisen Englands weitverbreitete und energisch vertretene Ansicht aus. Der Protest lautet:

Wir, die Unterzeichneten, protestieren feier­lich gegen das Arrangement der Teilung Schle- siens, welches von dem Völkerbundsrat gebilligt worden ist. Wir erkennen besonders in der wirt­schaftlichen Teilung, wie sie jetzt angeordnet worden ist, ein Abweichen von der Gerechtig­keit. ein Autzerachtlasfen der Geschichte, eine Verhöhnung des Spruches, der durch den letzten Volksentscheid abgegeben worden ist. Wir sehen voraus, daß eine solche Teilung es Deutschland, welches so noch mehr und in fürchterlichster Weise verstümmelt worden ist, mehr als je un­möglich machen wird, die von ihm geforderten Wicderautmackunaen in leisten. Und wir alau-

ben, daß eine solche Entscheidung aufs neu* Europa in stärkste Erregung versetzen wird, di? Gefahr eines zukünftigen Krieges näher bring! und die Zersetzung und Verarmung der Gesell- schaft nicht nur auf dem Kontinent, sondern auck in unserem Lande befördern wird.

Frankreichs orientalischer Sieg.

Paris, 27. März. Das Ergebnis der Orient* konferenz wird vom französischen Standpunki wie folgt dargelegt: Für den Fall einer Mb» lehnung der alliierten Vermittlung sei in keiner Weise von Sanktionen die Redè, wie z. BL Blockade oder Besetzung Konstantinopels, wie man sie vor einigen Monaten in London etwa ins Auge gefaßt habe. Diese Drohungen seiet übrigens auch illusorisch. Damals sei die fron'« zösische Diplomatie von der Gefahr bedroht ge­wesen, entweder zu einer feindseligen Haltung gegen die Türkei oder aber zum Bruch mit ihren Alliierten sich hinreißen zu lassen. Diese Gefahr sei völlig aus dem Wege geräumt wor­den. Gleichzeitig mit ihr verschwinde die Span­nung, die in den französisch-englischen Bezie­hungen durch das Abkommen von Angora er­zeugt wurde. Dieses Ergebnis allein gewinn« schon eine besondere Bedeutung für die Genu­eser Konferenz. Frankreich werde auch den Türken gegenüber den moralischen Gewinn aus den Opfern, die es ihnen in dem Abkommen von Angora gebracht habe, wahren: denn seiner Ausdauer und Initiative sei größtenteils die jüngste Entwicklung der englischen Politik ihnen gegenüber zu danken. Durch das Ange- bot, das ihr gemacht werde, erlange die Türkei tatsächlich schätzenswerte Vorteile. Ohne einen Schwertstreich und ohne Schaden nehme sie ganz Kleinasien in Besitz. Die Türkei erhalt« einen großen Teil Thraziens. Griechenland be- halte allerdings Gallipoli, aber es besitze dort die Mehrheit in der Bevölkerung. Die Alli- bälten auf diesem Boden zu viele von ihren Soldaten verloren, um dasselbe blutige Risiko künftig wieder einzugehen. Möglicher- weise würden die leitenden Männer in Angora die vorgeschlagenen Abänderungen des Ver­trages von Sevres immer noch für ungenügend erachten. In diesem Falle sei jedoch in Paris nichts geschehen, was nicht wieder gut zu machen wäre und die Fortführung der Ver­handlungen verhindere. Es sei schon offiziell bekannt, daß Konstantinopel den Waffenstill­standsvorschlag annehme. Die Vertreter von Angora hätten, als sie gestern abend von den endgültigen Entscheidungen der Alli­ierten in Kenntnis gesetzt wurden, eine gewiss« Befriedigung nicht verhehlt.

Paris, 27. März. Den bereits mitgeteilten Einzelheiten sind anzufügen die Bestimmungen von der Heeresstärke der Türkei und über das Regime der Kapitulation. Der Türkei soll das Recht zustehen, 45 000 Mann Gendarmerie und ein reguläres Heer von 40000 Mann, also 85 000 Mann, zu unterhalten, wäh­rend im Vertrag von Sevres nur 50 000 Mann vorgesehen wurden. Die Entscheidung der Ver­bündeten stellt es als Grundsatz der alliierten Mächte hin, in keinem ehemals feindlichen Lande das System der Aushebung von Rekruten bestehen zu lassen. Indessen seien die drei Minister bereit, gemeinsam mit der türkischen Regierung in freundschaftlichem Geiste die Festsetzung eines bestimmten Zeit­raumes zu prüfen, nach dessen Ablauf in der Türkei Rekrutierungen durch Freiwilli­genanwerbung vorgenommen werden dürften.

Die Türken keinesimple Deutsche". V

Basel, 28. März. Der Pariser Mitarbeit^ derBasler Nachrichten" sagt über die Be- schlüfse der Orientkonferenz: Die Türken sind die einzigen ehemaligen Feinde der Entente, di« zu einer Konferenz eingeladen werden und mit denen man diskutieren will. Es ist anz«- nehmen, daß sie versuchen werden, ihre Forde» rungen auf der in drei Wochen stattfindend« eigentlichen Friedenskonferenz mit Zähigkeit xi verteidigen, nachdem man ihnen gezeigt hm daß man sie nicht wie simple Deutsche behandelt Bolschewistische Propaganda bei den Türken.

Paris, 27. März. Aus Konstantinopel mel­det derHomme Libre", daß ein Vertreter her Moskauer Regierung die türkische Front in einigen Tagen inspizieren werde. Man messt der Reise große Bedeutung bei. Es werd« zweifellos unter den Truppen Propaganda be> trieben werden. Der Vertreter der Moskaus« Regierung Araloff werde den Truppen zahl­reiche Geschenke der russischen Regierung über­mitteln und werde offiziell ankündigen, daß Rußland der Türkei militärisch zu Hilfe komme. Gewißen Informationen zufolge würde« Mustafa Kemal und Trotzki sich demnächst in Erzerum begegnen.