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Amtliches Orga« für Staöt- Md Landkreis Kanarr

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage

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WS

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Nr. 69

Mittwoch den 22. März

1922

Das Neueste.

Die Entscheidung der Neparationskom­mission über das deutsche Stundungsgesuch ist gestern abend gefallen.

Gestern trat das Reichskabinett zu einer folgeren vertraulichen Sitzung zusammen, in ser man sich hauptsächlich mit den Vorberei- hingen für Genua befaßte.

Im Hauptausschuß des Reichstages stellte sseichsverkehrsminister Gröner fest, daß der Fehlbetrag, der im vorigen Jahre bei den sseichseisenbahnen noch vorhanden war, jetzt be. Missi ist.

r- Die Botschafterkonferenz hat der deut- schen Botschaft in Paris eine Note überreicht, in der sie die Verantwortung für die durch die polnischen Aufstände in Oberschlesien entstände, »en Schäden ablehnt.

Der Reichspräsident hat Geheimrat Dr. Diedfeldt zum Botschafter in Washington er» nannt.

Zurzeit befinden sich in Württemberg in M Betrieben 41 080 Metallarbeiter im Streik, jn weiteren 30 Betrieben mit 10 400 Arbeitern lat die Arbeiterschaft zum nächsten Frestag ge­kündigt.

Der Dollar ging gestern auf 288, der holländische Gulden auf HOM Mark zurück.

Die Entscheidung der Reparations-Kommission.

Die Finanzkontrolle über Deutschland unvermeidlich.

Die Entscheidung der Reparationskommission Iber das Deutschland zu gewährende Mora- torium und dem Zahlungsplan für 1922 ist, JBÜ ein Telegramm aus Paris meldet^ Wern in den späten Abenopunuen Seit gestern vormittag hat sich die Reparation» kpmmission in sehr ausgedehnten Sitzungen mit dem Gesamtproblem beschäftigt. Abends MIO Uhr trat die Kommission zu der abschlie­ßenden Sitzung zusammen, in der der Wortlaut ter Deutschland zu übermittelnden Note fertig» gestellt wurde. Die Veröffentlichung des Er­gebnisses der Beratungen wird im Laufe des heutigen Tages erwartet.

Nach gestern abend vorliegenden Blätter- Meldungen soll die Antwort der Reparations- Immission in drei Teile zerfallen und zwar

Die Finanzkontrolle über Deutschland scheint also unvermeidbar zu sein. Wir sind zwar, Gott sei's geklagt, jetzt schon nicht mehr Herr in un« serem Haus, aber die geplante Kontrolle wird uns klar machen, daß das deutsche Volk unter einer politischen und wirtschaftlichen Botmäßig­keit sieht, wie sie noch nie einem großen Volk selbst den Chinesen und Türken nicht be» schieden war.

Neue Sleuerksmprvmitz-Schwlerlg- heilen ?

B e r l i n, 22. März. Dr. Rathenau wirb in der heutigen Sitzung des Auswärtigen Aus- schuffes eine Erklärung über das Betnel- man-Abkommen abgeben. In parlamen­tarischen Kreisen legt man dieser Sitzung außer­ordentliche Bedeutung bei, da man befürchtet, daß die Deutsche Volkspartei ihre Programm­forderung, bedeutsame Verträge nicht ohne Zu­stimmung des Reichstages abzuschließen, auf­recht erhält und daß bei einer die Deutsche Volksparkei nicht befriedigenden Erklärung Ra- khenaus neue fiompfitafionen für das Zustande­kommen des Steuerkommpromistes entstehen.

Die Schäden der politischen NuMände-

Berlin, 21. März. Die Botschafterkonferenz hat der deutschen Botschaft in Paris eine Note übersandt, in der es u. a. heißt:

Herr Dr. Mayer hot der Botschafterkonfe- renz am 13. März 1921 eine Note zugehen lassen, in der die deutsche Negierung die alliier­ten Mächte auffordert, Ersatz für die Schäden zu leisten, die im Abstimmungsgebiet während der Besetzungszeit durch die verschiedenen pol­nischen Aufstände entstanden sind. Die deutsche Regierung stellt die Behauptung auf, daß die Vergütung für diese Schäden nicht aus den örtlichen Einnahmen geleistet werden darf, Uta' ^ächten

Tagen viele Tausende von Klagen aus Elsaß- Lothringen eingelaufen: Gemeinden verlangen die Bezahlung ihrer Kriegsleistungen in Gold; Verbände und Genossenschaften beanspruchen ür ihre Mitglieder Nachzahlungen auf längst geglichene Lieferungen; Zeichner von Kriegs­anleihe fordern deren Rückzahlung zum Kurse von August 1914 usw. Fast alle bisher von die­sem Schiedsgerichtshof behandelten Streitfälle sind gegen die deutsche Partei entfliehen wor­den. Ä-an darf danach ohne weiteres behaupten, daß dieser Gerichtshof in Wahrheit einen ganz anderen Namen verdient.

Die Polen den Mord in Oberschlesien organisierte.

Dsukhen, 21. März. Das Schwurgericht ver­urteilte die Grubenarbeiter Miotek und Schwarz und den Wärter Olex wegen Mordes an dem Landjäger Nohl aus Josefstal während des polnischen ^lugustaufstandes von 1920 zum Tode. Die Angeklagten behaupteten in ihren Aussagen, sie hätten von Sosnowice aus Be­fehl erhalten, alle deutschen Landjäger im ober- schlesischen Abstimmungsgebiet zu beseitigen, wozu ihnen des öfteren eine schwarze Liste vor­gelegt worden sei.

Dke -eu^ch-polnische« Verhandlungen.

Genf, 22. März. Ueber die strittigen Fragen der Liquidation und der gemischten Kommission sowie des Schiedsgerichts werden bei der deutsch-polnischen Konferenz unter eifriger Mit- arbeit des Präsidenten Galonder sehr_ ein­gehende Verhandlungen geführt. Die Möglich­keit einer Einigung erscheint nicht ausge­schlossen, wenn es auch zuviel gesagt wäre, daß sie mit einiger Sicherheit zu erwarten fei. Jedenfalls ist der Präsident bemüht, beide Delegationen zu einer Einigung zu bewegen; indessen wäre dies nur durch Nachgiebigkeit

3.

Rechtfertigt die finanzielle Lage Deutschlands eine Herabsetzung der Zahlungen für 1922?

Zurückweisung der Denkschriften Dr. Wirths und Rathenaus über die finan­zielle Lage Deutschlands als vollkom­men ungenügend und ungenau.

Der neue Zahlungsplan und die ge­forderten Garantien.

Die Entscheidung der Reparationskommission wurde in der Schlußsitzung gegen 10 Uhr von den Delegierten der beteiligten Mächte unter» zeichnet. Die Kommission hat einstimmig die deutschen Zahlungen für das Jahr 1922 gemäß den Beschlüssen von Cannes festgesetzt. Aus den Sach­leistungen sind auch die K o st e n s ü r d i e vesatzungsarmeen zu bestreiten. Außer- oem hat sich die Kommission über die G a - rantie- und Kontrollmaßnahmen geeinigt, die Deutschland zugleich mit dem Zah- wngsauffchub auferlegt werden sollen. Dieser Zahlungsaufschub ist nur provisorisch und an Die Erfüllung der Garantiemaßnahmen ge» knüpft. Der Text, der von der Reparationskom- wission getroffenen Entscheidung, ist noch in der Nacht nach Berlin, wie an die Kabinette der verbündeten Regierungen mitgeteilt worden Unb fall veröffentlicht werden, sobcüd diese ba» von Kenntnis genommen haben.

, Nach demMatin" ist die Kontrolle Iber die deutsche Finanzgebah- kung eine dreifache. Zunächst finanzieller Katur durch Ueberwachung der Reichsbank und m Zusammenhang damit der Papiergeldaus- Ssbe durch das Reich. Die Maßnahmen siska- scher Natur sollen darin bestehen, daß dem Reich die stritte Verpflichtung auferlegt wird, die zur Stabilisierung der Valuta notwendigen Steuern im Parlament zur Annahme und vinerhalb einer vorgeschriebenen Frist zur Er- xbung zu bringen. Endlich soll bie deutsche Ausfuhr und die Zollverwaltung einer strengen Kontrolle unterworfen werden. Wenn Deutsch­land nicht bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt, wahrscheinlich am 1. Mai, alle Maßnahmen Ergriffen haben sollte, um die Erfüllung dieser krduzicrten Zahlungroerpflicistungen zu sichern, ja würde dies dann das sofortige Wiederinkraft- -^eten^des Londoner Zahlungsplanes zur Folge

tcrkonserenz erklärt hierzu, daß sie die in dem Schreiben des deutschen Botschafters aufge­stellte These keinesfalls zulassen könne. Der Friedensvertrag sehe vor, daß die von der Kom- miffion für die Verwaltung des Abstimmungs­gebietes aufzuwendenden Kosten aus den ört» lichen Einnahmen bestritten werden sollen. Die Vergütungen für die im Abstimmungsgebiet entstandenen Aufstandsschäden müßten demnach in diese Ausgaben eingezogen werden. Für den Fall, daß die örtlichen Einnahmen nicht aus- i eichen sollten, müßte festgestellt werden, unter welchen Bedingungen die Entschädigung zu leisten wäre. Aber di« Verantwortlichkeit der Alliierten Mächte könne niemals in Frage kommen.

Diese Rot stellt die Antwort auf die erwähnte deutsche Note vom 13. März 1921 bar, in dem u. a. ausgeführt wird: Nachdem die Botschafterkonferenz namens des Obersten Rares eine Entscheidung über Oberschlesien getroffen hat, beehrt sich die deutsche Regi-rung die alliierten Mächte zu ersuchen, eine Regulierung derjenigen Schäden herbeizuführen, die während der Besetzung-zeit im Abstimmungsgebiet durch die verschiedenen polnischen Ausstände entstan­den sind. Die alliierten Regierungen haben \?mâB den Bestimmungen des Friedensvertrages die Der- waltung des Abstimmungsgebietes zu treuen Hän- den übernommen. Sie tragen damit die Verant­wortung für jede Störung des gesetzmäßigen Zu- standes. Die deutsche Regierung darf daher erwarten, daß von Seiten des Obersten Rates numehr um- oehend Maßnahmen getroffen werden, um den ge» schädigten Deutschen vollen Ersatz für allen während der Besetzung-zeit durch die polnischen Au stände erlittenen Verluste zuteil werden zu lassen, und zwar selbstverständlich nicht aus den örtlichen Einnahmen, sondern aus Mi teln der beteiligten alliierten Mächte. Die interalliierte Kommission in Oppeln ist zwar neuerdings der Frage der Geldregulierung dadurch näher getreten, daß sie eine Verordnung erlösten hat, betreffe des Verfahren, bei der Fest­setzung der Schäden, die durch die Aufstandsbe- wequnq in Oberschlesien verursacht worden sind. (Mai-Juli 21.) Die Außerachtlassung der früheren Schäden in dieser Verordnung widerspricht ;edoch dem Grundsatz von Recht und Billigkeit. Wenn die alliierten Regierungen ihrerseits entsprechend, ihrer Note an bie polnische Regierung vom 11. Mai o. y. diesegeldlich verantwortlich zu machen", für jeden Schaden, den die Insurgenten in Oberschlesien ver­ursacht haben, so hat bie deutsche Regierung keinen Anlaß, dazu Stellung zu nehmen. Ihr gegenüber sind bie beteiligten alliierten Regierungen al» V»r- wolter des oberschlesischen «bstimwunssgebietes ver- antwortlich. ,

Ein nicht minder ungeheuerliches Seiten- stück zu dieser Entscheidung des Botschafter- rates hat sich dieser Tag« der in Paris Nieder- gesetzte d e u t s ch-f r a n z ö s i s ch e S ch i« d«- g e r i ch t s h o f geleistet. In einem von ihm gefällten Urteil wurde ausgesprochen, daß für di« Elsaß-Lothringer als Tag des Erwerbs her französischen Staatsangehörigkeit der Tag der Kriegserklärung, also der 2. August 1914, zu Zellen habe. Daraufhin lind binnen wemaen

zu erreichen, oa oer Seuijche tt« punkt den klaren und unzweideutigen Bestim­mungen der Entscheidung der Botschafterkon­ferenz durchaus entspricht

Eine schlesische Sundgebung.

Breslau, 21. März. Der gemeinsame 29. Provinziallandtag der Provinzen Niederschle­sien und Oberschlesien hat m seiner Eröffnungs­sitzung folgende, von allen Parteien beantragte, Entschließung einstimmig angenommen:

Als der Provinziallandtag im April des vorigen Jahres auseinanderoing, standen wir unter dem er- hebenden Eindruck Der glänzend verlaufenen Ab- Stimmung in Oberschlesien und deren unzweifel- hastem klaren Ergebnis. Wir rechneten bestimmt darauf, daß unsere Heimatprovinz ungeteilt und unverstümmelt bleiben würde. Diese Erwartung betrog uns: Wider Recht und Gerechtigkeit fiel der Genfer Entscheid gegen uns, gegen den unzweideu­tigen Dolkswillen und gegen die Bestimmungen bes Versailler Vertrage». Wenn wir auch machtlos, wie wir sind, uns der Gewalt fügen müssen, so wollen wir doch auch von dieser Stelle au» einen weit ver­nehmbaren lauten Protest gegen dar uns wider­fahrene Unrecht erschallen lassen. In tiefster Trauer gedenken wir der HunderUausènde deutscher Brüder und Schwestern, die von uns und ihrer Hcimatpro- Ding losgeriflen dem härtesten aller Schicksale ver­fielen, ihr Vaterland zu verlieren. Wir vertrauen auch jetzt noch auf die Gorechtigkeit der Weltge­schichte und halten unseren deutschen Brüdern da drüben die Treue über Rot und Aersolgung, über Raum und Zeit!"

Die Lage der Reichsbahnen.

DsrUn, 22. März. In der Beratung des Etats des Reichsverkehrrminifteriums im

Hauptausschuß des Reichstages berichtete

Reichsverkehrsminister Gröner über die

gegenwärtige Situation der Reichsbahnen. An Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials stellte er fest, baß der Fehlbetrag, der im vori­gen Jahre noch vorhanden Gar, jetzt beseitigt ist. Er bezeichnete es als eine Aufgabe der " in diese n Jabre mit

Eisenbahnverwaltung, auch aller Energie und Rücksicht sorgen, daß der Haushalt im Gleichgewicht bleibt. Was die Aussichten der Reichseisen-

itstofiateit dafür zu

bahnen angehe, so bekannte sich Gröner zu der Ueberzeugung, daß das Unternehmen der deut­schen Eisenbahnen in seinem inneren Kern ab­solut gesund, auch finanziell gesund fei. Es be­dürfe nur einer gewissen Zeit, um die Schäden des Krieges wieder gutzumachen. Er richtete an die beteiligten Wirtschaftskreise den Appell, in Derkehrsangelgenheiten mit dem Derkehrs- minUterium mehr als bisher zusammenzuarbei­ten. Der Minister schloß mit der Hoffnung, daß in wenigen Jahren dem deutschen Reiche ein Eisenbahnnetz zur Verfügung stehe, das allen Ansprüchen gewachsen wäre.

Die Maßregelungen der Eisenbahn beamten.

Berlin, 22. März. Nach einer Erklärung des Reichsoerkehrsminister» Gröner in der gestrigen

Sitzung des Reichstagshauptausschustes sind wegen der Beteiligung am Streik rund 350 Dis« ziplinarverfahren anhängig gemacht und 126 bis jetzt eingestellt worden. Don Kündigunge» bei kündbar angestellten Beamten sind insgp samt 233 ausrecht erhalten worden.

Die oberen Deamlen gegen den Beamlensireik.

Bertin, 22. März. Dieser Tage- trafen i# Berlin die Vertreter der Organisationen bet oberen Beamten des Reiches, der Länder un8 der Gemeinden zusammen, um Fragen des Be« amtenftreites, der Neuregelung der GehälteZ und der Entwicklung des Deutschen Beamten» bundes zu besprechen. Die Versammelten, bh über ICO 000 Beamte vertraten, lehnten bett Streik als staatzerstörend und mit dem Beruf» beamtentum unvereinbar ab. Sie kamen ei» mütig zu der Erklärung, daß der vertikale Äpf» bau den Deutschen Deamtenbund ungeeigtal macht, die Interessen der oberen Beamten wtr» fungsoon zu vertreten und stellte einstimmig fest, daß hierzu nur eine auf horizontale, Grundlage geschaffene große Organisation tag Stande wäre. .

Dorschafler Dr. Wie-feldt.

Berlin. 21. März. Dr. Wiedseldt, der für beg deutschen Dotschafterposten in Washington be­stimmt war, hat das Agrement der ameritsni» schen Negierung erhalten.

Der deutsche Botschafter in Vashingdm»

Paris, 22. März. Die Wahl Diedfekdts zmB deutschen Botschafter in den Vereinigten Staa­ten wird in Paris als ein Zeichen für die fünf» tige deutsche Politik Amerika gegenüber ange» sehen. DasEcho de Paris" schreibt bajtj, Deutschland habe die Absicht, in Amerika w!rl« suchen, E^m die SeTingmigen bes" Berfas des* Friedens zu beseitigen. Deshalb brauche es hl Washington einen Mann, der sich mit amerik» nischen Geschäftsmagnaten verständigen tönne. Er werde ihnen sagen, daß Deuttchland dieselbe Meinung wie Amerika über bie Bedeutung der Wirtt-baftrinteresien habe, vor denen diejenige« der Politik zurücktreten müßten. Die Haltung Amerikas, besonders die Begrüngung, die Ame­rika für sein Fernbleiben von der ®enuatonfe« renz angeführt habe, zeige deutlich, daß bie deutschen Pläne einen gut vorbereitete« Bobes finden würden.

PvlMsche Tasesberichle.

Ein vernünftiger Franzose. Der frinzâ fische Abgeordnete Leon Blum schreibt imPo- pulaire", während er imTemps" die Bote über die bevorstehende Festsetzung der deustche« Zahlungen für 1922 lese, falle sein Blick auf bie Spalten mit den Börsenkursen. Die Mark steh« genau auf 3.65 Centimes, das bedeut«, daß man jetzt ungefähr 30 Mark für 1 Papierfranc uni und gefähr 75 Papiermark für 1 Goldmari brauche. Wenn man die feit dem 1. Februar ge« leisteten deutschen Zahlungen berücksichtige, ( stelle das, was man von Deutschland verlang«, in bar immer noch 40 Milliarden und in Sach­leistungen einen Wert von ungefähr 100 Mil­liarden dar. Deutschland verschaffe sich diest Summen durch seine Zwangsanleihe, bas sei ausgemacht, aber dann? Wie solle es Budget- "berfrhüffe erzielen, wenn die Sprünge bei Markkurses jeden Augenblick die Steuerveran­lagung und alle Kostenanschläge über den Hau­fen werfen? Soll Deutschland neue Anleihen auflegen, die die Mart noch weiter drücken? Wir können, jagt Blum, unsere Forderung«« ruhig immer weiter herabsetzen, sie bleiben un» durchführbar, denn das Sinken der Mark geht schneller als unsere Zugeständnisse vor sich. Die Schlußfolgerung ist immer wieder dieselbe.

Besuch Poincarès im besetzten Gebiet Wie aus Kreisen des französischen Oben kommandos bekannt wird, steht jetzt fest, daß Boinraré anfangs April in Begleitung bei Marschalls Pètain und des Kriegsministers M«- unot die im Rhrinlande stehenden französische« Besoiningstruvpen besichtigen wird. Ein längs -er Aufenthalt ist in Mainz, Wiesbaden Speyer, Worms und Düsseldorf vorgesehen

MorarckiNiiche Kundgebung in Vie«. Suauntfen des Kaisers Karl fand am Sonntag in Wien eine monarchistische Kundgebung vo, ?er englischen Gesandschaft statt. Eine Abor» ming wurde zwar empfangen, eine Weiter« leitung des Gesuches an das englische König» paar aber abgelehnt, da lediglich die Botschafter» konferenz für bie Bebandluna bes Schuhe» maßgebend sei.