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AmMches Organ für Slaöl- uns Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage

Verlagsleituns: Ad. Snbertnübtc Verantwortlich: für volitilchen und allgemeinen Teil Rickard öultlck; für lokalen undvrovinziellenTeil iomie Svort Wilhelm Moritz; für Anzeigen und, Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Donau.

Fernivreckanicklüsie Nr. 1237 und 1238.

Nr. 60

Samstag den 11» März

1922

Das Neueste.

Dr. Hermes wurde zum Reichsminister her Finanzen ernannt.

Die deuftche Regierung hat sich bereit erflärt, Serbien auf Rechnung der Repara­tionen 160 Bahnpostwagen zu liefern.

Die Verhandlungen wegen Neuregelung der Beamtengehälter sind ohne Ergebnis ab­gebrochen worden.

Der Untersuchungsrichter beim Reichs- gericht hat in Uebereinstimmung mit dem Ober­reichsanwalt das Gesuch Kapps auf freies Geleit und Verschonung mit der Untersuchungshaft obgelehnt.

Die Streikbewegung der Metallarbeiter in Bayern und Württemberg breitet sich weiter aus. In Augsburg, Nürnberg, Fürth und Er­langen ist der Streik bereits beschlossen. Es handelt sich bei dem Streik um die grundsätz­liche Frage, ob 48 Stunden oder 46 Stunden in der Woche gearbeitet werden soll.

In einer Sitzung der kommunistischen gnternationale in Moskau erklärte Sinowjew, daß bis russischen Kommunisten die Hoffnung auf die Weltrevolution aufgegeben hätten, daß eine Revision der bisherigen Methoden nötig sei, und daß es ferner nötig sei, alle Internatio­nalen in eine einzige zusammenzuschließen.

Kermes Reichsfinanzminifter.

Berlin, 10. März. Der Reichspräsident hat den bisherigen Ernährungsminister Herme- unter Entbindung von feinem poften zum

Finanzminister ernannt

Dieser Ernennung ist ein Briefwechsel zwi­schen dem Reichskanzler Dr. Wirth und Dr. Hermes vorausgegangen, der jetzt von der Germania" veröffentlicht wird. Wie wir dieser meldeten, hatte Dr. Hermes kürzlich den, Kanzler gebeten, ihn von einem der beiden von DWK^WZi ihm innegehabten Aeinter zu entbinden. Man Karf wohl das Ergebnis der damals stattge­fundenen Aussprache in den jetzt oeröffenllichten Briefen sehen. Aus ihrem Inhalt seien vorzugs­weise folgende Sätze wiedergegeben:

Dr. Wirth schrieb: Ihr Wunsch, in der Frage der Besetzung des Finanzministeriums möglichst rasch klarsehen zu wollen, würdige ich vollauf. Sie werden mir wohl zustimmen, wenn ich den Wunsch gehabt habe, in der Fragender inneren und äußeren Politik unter uns zur

vollen Klarheit zu kommen. Bezüglich der Außenpolitik nehme ich an, daß über die Grundlagen der bisherigen Außenpolitik keiner­lei Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Nach dieser Richtung herrscht wohl auch völliges Einvernehmen mit der Auftastung des Herrn Kollegen Dr. Rathenau. Was die innere Poli­tik angeht, so steht ja im Vordergründe die Er­ledigung des Steuerkompromisses. Besonderer Sorgfalt bedarf dabei die Zwangsanleihe. Mit der Auftastung, als ob die Zwangsanleihe nur zögernd behandelt und als ob die Erhebung erst im Jahre 1923 vorgenommen werden sollte, werden wir beide gründlich aufräumen. Es muß versucht werden, die Zwangsanleihe zum größten Teil noch in diesem Jahre einzuheben und dem Jahre 1923 im wesentlichen die Kor­rektur zuzuweisen. Ich bitte Sie, darauf bedacht sein zu wollen, überhaupt nur den Anschein einer einseitigen Orientierung bei der Auswahl der für die Bearbeitung der Steuervorlagen »orgesehenen Beamten des Finanzministeriums zu vermeiden.

Auf dieses Schreiben hat Dr. Hermes ge­antwortet, er habe keinen Zweifel darüber ge­lassen, daß er den Grundlagen der bisherigen Außenpolitik durchaus zustimme, auch der Be­handlung des Reparationsproblems. Er sei auch nach wie vor bemüht, nachdrücklich dazu beizu­tragen, daß das Steuerkompromiß möglichst bald erledigt wird. Hinsichtlich der Zwangsan- lcihe entbehrten Versuche, das Finanzministe- rium als einen Sabotör der Zwangsanleihe hinzustellen, jeder tatsächlichen Grundlage. Man müsse jetzt alles tun, um den Eindruck zu be­seitigen, als ob die Erhebung der Zwangsan­leihe erst im Jahre 1923 vorgenommen werden solle. Das Ziel müsse darauf gerichtet sein, den größten Teil der Zwangsanleihe noch in diesem Lahre einzuheben. Dr. Hermes schließt mit der Versicherung, es müsse das Bestreben aller an der Bearbeitung der wichtigen Steuerfragen be­teiligten Beamten sein, in reinlicher, sachlicher Art, sich zu betätigen.

Die Leschuldigun-fen der Unabhängigen gegen Dr. Hermes.

Die Ernennung Dr. Hermes zum Reichs­finanzminister ist erfolgt, trotz der vor einigen S* non den Unabbänaiaen erhobenen Be­

schuldigungen gegen Dr. Hermes. Gestern noch hat die Reichstagsfraktion der U. S. P. ein Schreiben an den Reichskanzler gerichtet, in dem sie die bereits vor einigenTagen erhobe­nen Beschuldigungen erneuert. Erst heute wird amtlich erklärt, daß die Beschuldigungen jeder Grundlage entbehren.

Das Schreiben der U. S. P. an den Reichs­kanzler lautet:

Der Vorstand der Reichstagsfraktion der Unabhängigen hat sich mit den gegen den Reichsernährungsminister Dr. Hermes in der Presse erhobenen Vorwürfe beschäftigt. Er hat sich davon überzeugt, daß 1. Herr Dr. Hermes im April 1920 187 Flaschen edlen Weines im Gesamtbeträge von 8430 Mark bezogen und dafür am 23. Juli 1920 600 Mark bezahlt hat, 2. daß Herr Dr. Hermes in einer Ressort- Besprechung am 18. März 1920 eine besondere Zuwendung von Zucker an den Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer angeordnet hat. Das ist geschehen, obwohl der Vertreter der Reichszuckerstelle darauf hinwies, daß nach den vorliegenden Berichten eine Sonderzuwendung von Zucker nicht notwendig sei. Ferner wurde von dem Minister angeordnet, daß die Zu­weisung im Gegensatz zur bisherigen Regelung nicht durch Preußen vorgenommen werden sollte. Die Sonderzuweisung wurde dann auf 4000 Doppelzentner festgesetzt, 3. daß Dr. Her­mes im Frühjahr 1921 erneut Wein ähnlicher Qualität (diesmal 110 Flaschen) zum Preise von 3 Mark von demselben Winzerverband be­zogen hat. Der Vorstand der Unabhängigen unterbreitet diese Tatsachen dem Reichskanzler und erwartet, eine baldige Stellungnahme der Reichsregierung."

Wie verlautet, hat der Vorstand der Unab­hängigen eine Abschrift dieses Briefes auch an die Zentrumsfraktion gerichtet.

Berlin, 11. März. Amtlich wird gemeldet, daß nach genauer Prüfung festgestellt worden ist, daß keinerlei Devorpigung des Mnzerver- bandes für Mosel, Saar und Ruwer durch Dr. Hermes stattgefunden hat.

Gegen Die fliessende Lohnskala.

Der Große Ausschuß der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberver­bände hat sich mit der gleitenden Lohnskala befaßt und macht folgende Bedenken gegen diese gellend: ,

L Die Höhe der Entlohnung muß sich nach der L «istung des einzelnen Arbeiters und nicht nur nach den Kosten der Le- benshaltung richten.

2. Automatische Lohnerhöhung kann dazu führen, daß das Deranwortungsge- f ü h l des Arbeitnehmers sinkt.

3. liegt die Gefahr nahe, daß automatische Lohnerhöhungen zu Preistreibereien auf dem Gebiete aller Lebensbedürfnisse fuhren.

4. wird angezweifelt, daß sich wirklich richtige und einwandfreie Index­ziffern aufstellen lassen. Der Ausschuß be­fürchtet daher von der gleitenden Lohnskala eine schwere Erschütterung unseres Wirtschaftslebens.

(Die hier geltend gemachten Bedenken decken sich mit unseren in Nr. 54 vom 4. März d. Js. gemachten Ausführungen über die gleitende Lohnskala. D. Red.)

Die Dosvldunasverhan-luug«« abgebrochen.

Berlin, 11. März. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen mH den Spihenorgani- salionen der Beamtenschaft wegen Neuregelung der Gehälter, die bekanntlich gestern vormittag begannen und nach kurzer Beratung auf den Spätnachmittag vertagt wurden, ist durch das Eintreffen des radikalen Eisenbahnerbeamien- führers Menne unmöglich gemacht worden. Die Telunion erfährt dazu noch folgende Einzel­heiten: Dem Vernehmen nach war das Ergeb­nis der Regierungsberatung eine roeit**' mbe Annäherung an die berechtigten Deamten- wünfcbe. Die Wiederaufnahme der Verhand­lungen wurde aber dadurch verhindert, daß sich nunmehr als Verhandlungsteilnehmer Herr Menne, der seinerzeit den Beamtenstreik insze­nierte, einfanb. Von den Regierungsvertretern wurde es aus Gründen der Slaatrautorität als unmöglich betrachtet, daß ein Beamter, gegen den ein Verfahren auf Dienstentlassung l^webt, der Regierung als Unterhändler gegenüber-eht. Trotz mehrfacher Versuche war Herr Menne, da ihn der Vertreter von der Reichsposigewerk- schafl nachdrücklichst stützte, nicht zu bewegen den verüaudlunasraum zu verlast«». Sie Ver­

tretet des Deutschen Beamtenbundes und des Gewerkschastsringes enthielten sich einer klaren Stellungnahme. Infolgedessen mußte die Sitzung ohne Ergebnis und ohne daß ein neuer Termin festgesetzt werden konnte, geschlossen werden.

Ueber den Verlauf der Besprechungen wird noch berichtet:

An den Besprechungen nahmen außer der Reichsregierung auch das preußische Finanz­ministerium, die Finanzministerien der verschie­denen Länder und der Beamtenausschuß des Reichstages teil. In allgemeinen Ausführungen legten zunächst die Vertreter der Spitzenorgani­sationen die Teuerungsoerhältnisse dar und gaben dann ihren gemeinschaftlichen Vorschlag bekannt. Dieser Vorschlag sucht die Verbesserung hauptsächlich in einer Erhöhung der Grundge­hälter, läßt den Ortszuschlag, Teuerungs- und Kinderzuschläge im wesentlichen bestehen und sieht in den Derbesierungsbeträgen eine ab­steigende Linie vor. In Gruppe 1 sind im An­fangsgehalt 10 200 Mk., im Endgehalt 11 760 Mark Aufbesserung vorgesehen. Die Beträge verlaufen dann nach oben in der Weise, daß in Gruppe 12 im Anfangsgehalt sich noch 2 400 Mark Aufbesserung, im Endgehalt 0 ergeben, während die Gruppe 13 und die Einzelgehälter ganz leer ausgehen. Da die Regierungsvertre­ter sich über diesen Vorschlag erst selbst be­sprechen wollten, trat eine Derhandlungspause ein. Am späten Nachmittag wurden die Ver­handlungen'dann wieder gemeinsam fortgesetzt aber dann wie oben gemeldet, abgebrochen.

Don der Pariser Finanzkonferenz.

Paris, 11. März. Die Konferenz der inter­alliierten Finanzminister soll heute zum Ab­schluß kommen. Die Basis für das Abkommen zwischen den vier alliierten Ministern wird nun-

Cannes

Briands abgebrochen war. Jedenfalls haben sich die Verbündeten über den Schachzug Poin- carès, der Nichtigkeitserklärung aller seit Spa getroffenen interalliierten Vereinbarungen hin- weggefetzt. Sie haben sie unbeachtet gelassen und sind auf der Diskussionsbasis von Cannes stehen geblieben, mit dem Hinweis darauf, daß die Verhandlungen von London im September 1921 und diejenigen von Cannes im Januar 1922 so­weit geführt worden seien, daß sich die beteilig­ten Regierungen ihren moralischen Verpflich­tungen zu den behandelnden Bestimmungen nicht mehr entziehen können. Das neue Abkom­men, das heute unterzeichnet werden soll, regelt:

L Die Verteilung der von Deutschland im August 1921 gezahlten Goldmilliarde unter die Alliierten derart, daß England und Frankreich 100140 Millio­nen als Ersatz für rückständige Besatzungskosten er» hasten, während Italien 31 Millionen, die es der Reparationskommission schuldet, behalten darf und während Belgien den Rest in Anrechnung auf seine Priorität bekommt.

2. Die Frage der Besatzungskosten: Sie sind für die Zeit vom 1. Mai 1921 bis 30. April 1922 aus den deutschen Sachleistungen zu decken, vom 1. Mai 1922 ab von Deutschland ratenweise allmonatlich in Devisen der Okkupationsmacht an diese direkt ab­zuführen; ihre Höhe wird auf 220 Millionen Gold­mark jährlich fixiert.

3. Die Ratifikation des Wiesbadener Ab­kommens. Dieses soll zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren in Kraft treten. (In Cannes ist dos Maß der deutschen Leistungen, auf die Frankreich daraus Anspruch haben soll, auf 950 Millionen im ersten und je 1500 Millionen in den folgenden Jah-

rcn beschränkt worden; diese Ziffern sollen eine leichte Modifikation erfahren haben. Nach dem »Temp«" soll Frankreich ferner dar Recht der Option zwischen den im Wiesbadener Abkommen vorgesehenen und dem soeben in Memelmans Vertrag festgesetzten Liefe­rungsmodus zugestanden worden sein.)

4. Die Anrechnung der Saargruben: Die Festsetzung des genauen Wertes bleibt derRepara- tionskommission überlassen. Von dem Gegen- wert sollen 300 Millionen Franken aus Reparations- tonto gebucht werden, so, als wenn es sich um eine am 1. yanuar 1922 gemachte direkte deutsche Natu- raMeferung handelte. Sollte der Wert auf einen höheren Betrag als 300 Millionen, festgesetzt werden, so hat die Lerrechnung des Ueberschusfes zwischen den Alliierten mit Hilfe von zum Anteile Frankreichs ge­hörigen Bons der Serie C zu geschehen.

5. Die Kohlenpreis-Frage:

Nach dem

Friedensvertra

."..".. I g erfolgt die Anrechnung der auf dem Landwege gelieferten deutschen Kohlen auf Reparotiouskorto zum Inlandspreis, der auf dem Seewege oei ^Mitten Kohlen zum kob-Prets. Ohne Rücksicht af.. -^.e Entscheidung soll Frankreich ledig­lich mit drill deutschen Inlandspreis be-

lastet werden.

(Eine Internationale Anleihe?

In der ""'rigen Debatte hat der englische Finanzminister die Anregung wiederholt, die er schon im letzten Dezember vor Lloyd George und Loucheur gemacht hat, daß man die deutsche Revarattonsickuld in zwei Teile teilen soll. Diel

deutfcke Reparationsschuld beträgt 135 Milliar­den Goldmark. Der eine Teil und Mar 65 Mil­liarden, der der Gesamtsumme der interalliier­ten Anleiheschuld entspricht, wird gewissermaßen beiseitegestellt. Dieser Betrag werde von Deuchh- land nur gefordert werden, wenn Amerika die Rückzahlung seiner Guthaben fordern werbe. Diese Forderung von 65 Milliarden gegen Deutschland wäre eine Art Bürgschaft für Die amerikanischen Guthaben in Europa. Der zweite Teil, ungefähr 70 Milliarden, würde dagegen mobilisiert werden, in Form einer Anleihe und zwar so kurzfristig wie möglich; etwa 10 bis 15 Jahre müßten genügen. Die Konferenz hat sich beeilt, die Reparationskom- miffion anzuregen, auf Grund dieses englischen Vorschlages die Frage der Mobilftierung der deutschen Reparationsschuld vorzubereiten und für die eventuelle Anleihe bestimmte Siche­rungen, z. B. die Zolleinnahme, vorzu- sehen. Man nimmt an, daß schon in den nächsten Tagen die Frage Fortschritte macht. DerPetit Parisien" sagt sogar eine neue Konferenz in die­ser Angelegenheit voraus und zwar in etw-» 14 Tagen.

Amerika fordert Desatznagrtosten.

Paris, 11. März. Gestern am dritten Ber» Handlungstage der Finanzkonferenz hat der amerikanische Delegierte Boyden, der als amerikanisches Mitglied der Reparationskom- miflion an der Konferenz teilnimmt, anläßlich der Verhandlung über die Besatzungskosten im Rheinlands, im Auftrage der amerikanischen Regierung die sofortige Zahlung eines Teiles der für den Unterhalt der amerrtanischen Gar­nisonen ausgegebenen Summen verlangt und zwar 240 Millionen Goldmark, wäh­rend der Rest später zu bezahlen wäre. Die Ge- samtsumme der amerikanftchen Besatzungskoften beträgt nur bis 1. Mai 1921 966 Millionen Goldmark. Die amerikanische Forderung kam

arding angekündigt worden war. r Amerii kaner hatte die ersten Tage der Konferenz ruhig zugehört.

Eine Nhektlimdkimdgedmtg.

Leipzig, 14. März. Der Reichsverband der Rheinländer, Landesverband Sachsen, veran­staltete gestern abend im Festsaale des Zentral­theaters eine eindrucksvolle Kundgebung für die Landsleute im besetzten Gebiet. Es sprachen von Beifall und lebhafter Zustimmung begleitet Reichstagsabgeordneter Oberbürgermeister a. D. Dr. M o st aus Duisburg über die gefesselte Wirtschaft, Reichstagsabgeordneter Z i r r g i e» b e l aus Köln über die Stellung der '

in

Arbeiter zu den Rheinlandfragen, Verbands- direktor Dr. V o g e l vom Saarverein in Berlin über das Saargebiet unter französischer Herr­schaft, Reichstagsabgeordneter Prof. Dr. M e l» kenhauer aus Köln über französischer Rhein- landpolitik und Reichstagsabgeordneter Pfarrer Korell aus Dingelsheim am Rhein über Europäische Kultur und schwarze Truppen. Zum Schluß wurde folgende Entschlie-

ß u n g angenommen:

Auf dem besetzten Gebiet und auf dem Saar­gebiet lastet ein schwerer moralischer politisier und wirtschaftlicher Druck, der ein Hohn auf bie abren Friedens und au die DAker bedeutet. Die »er«

Me

Forderungen des mal

Verständigung der ______ _____

sammlung der Rheinländer, Pfälzer unb son­stigen Freunde erhebt scharfen Protest gegen diese Zustände und fordert die Befreiung ihrer Brüder und Schwestern, insbesondere die Zu­rückziehung der farbigen Truppen. Die Ver­sammlung ist stolz auf die Treue des Rhein- tmb Saargebiets und gibt ihrerseits die Bersuherung gleicher Treuen.

Kapps Dedingsns«« abgelehM.

Leipzig, 11. März. Der Untersimchungsrichter beim Reichsgericht hat in Uebereinstimmung mit dem Oberrelchsanwatt abgelehnt, auf die Be­dingungen Kapps, ihm für feine SelbstgestellunG freies Geleit und Verformung mit der Unter­suchungshaft zuzusichern, einzugehen.

Anarchie in Südafrika.

Paris, 11. März. Einer Reutermeldimg aus Johannesburg zufolge, haben die radikalen Bergarbeiter des östlichen und westlichen ®ru , bengebiets di» Regierungsgewalt an sich ge­rissen. Ein Postzug wurde bei Kapstadt zur Ent­gleisung gebracht. Zwischen Weißen und Schwarzen kam es bereits zu Zusammenstößen, General Smuts erklärte, daß die Lage in Süd­afrika nie so ernst gewesen wäre, wie in diesen Tagen.

(Weit«« poOtild» Nachrickt« ©ÄtiGk