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Linrückungsgebübr: Die8geiv. Kolonelzeileoder deren Raum LSN Mk. die 4gefp. Zeile im Reklameteil »LN Mk,Finan,inierate2.7<>Mk. Inlerate werden nur I Tagespreis berechnet. OffertsedüdrSi» Vig. Bezugspreis VierteliLbrl.M.-Mk.. monatl. 10.— Mt„ tüt Postbezug viertel iäbrl.31LNMk„monatl.llLNMk Die RummerMPfg. Po>ticheck-Konto26659.FrankiurtlM.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanaa
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Indermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Richard Sultick: für lokalen und orooinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen Auguit Brodt. alle in banau a. Main. Rotationsdruck drr.Waüenbausbuchdruckerri Kanan. Fernioreckanichlülle Nr. 1237 und 1238.
Das Neueste.
^ — Der amerikanische Senat genehmigte Jestern mit 62 gegen 22 Stimmen den Vertrag 6er die Insel Pap.
.----Aus Kairo wird gemeldet: Sorwat Pascha hat die Bildung des neuen ägyptischen Kabinetts vollendet. Man hofft, daß die be- Benden Schwierigkeiten jetzt beseitigt werden daß das Land nun zur Ruhe kommt.
— Wie verlautet/ soll wahrscheinlich im jlpril die Räumung Bonns durch die Franzosen und die Mederübernahme der Besetzung durch die Engländer erfolgen.
— Aus Paris wird gemeldet: Das in Berlin abgeschlossene neue Sachleistungsabkommen ist heute zur Prüfung der Reparationskom- mission unterbreitet worden.
. — v. Iagow hat das Wiederaufnahmeverfahren beim Reichsgericht beantragt.
— Der zweimal zum Tode verurteilte Mörder Peter Grupen hat sich gestern in der Zelle lies.Gerichtsgsfängnisses das Leben genommen.
. — Die Genueser Konferenz soll eine abermalige Verschiebung erfahren.
— Amerika plant eine selbständige Kreditaktion für Europa einzuleiten.
Gleitende Lohnskala und Wtederaufbau.
Dem Rhetnisch-Westsälischen Wirtschafts- dienkt entnehmen wir folgenden Artikel, der - unserer Ansicht nach die Sachlage treffend kennzeichnet. Der Artikel sollte als Flugblatt verbreitet werden, um überallhin die dringend nötige Klarheit über die wirtschaftliche Notlage zu verbreiten. Well wir Mangel an Lebens- . initkeln. Material und Fertigwaren leiden, muffen ww alles viel teurer bezahlen als früher. Die konsolidiere uns imwww Schulden Deutschlands und die Unmasse von deutschen Geldscheinen zeigen die Höhe der im Krieg« und in der Revolutionszeit verloren gegangenen Güter- und Warenmengen an, die aber niemals durch einen schematischen ; Achtstundentag wieder erworben werden können, ebensowenig wie durch eine schrankenlose Preiskalkulation. Diese Einsicht wird auch in Deutschland noch kommen trotz aller Theorien und trotz Leichtlebigkeit. Der Rheinisch- Westkälische Wirtschastsdienst schreibt:
Die Hauptursache einer jeden Teuerung ist in der unzureichenden Menge von Bedarfsgegenständen zu erblicken. Werden diese knapp, werfen sich die Verbraucher auf sie und treiben so die Preise in die Höhe. Teuerung ist also gewissermaßen eine Mahnung, entweder die Erzeugung zu steigern oder den Verbrauch einzuschranken. Geschieht das eine oder andre nicht, ist auf die Dauer eine Katastrophe unvermeidlich. Man vergegenwärtige sich z. B., daß die Gètreideerzeuguna (wie bei uns) hinter dem Pedarf zurückoleibt. Der dadurch entstehende Ausfall an Brotgetreide kann nur, wenn der Verbrauch nicht eingeschränkt werden soll, geheckt werden durch Einfuhr fremden Getreides aus dem Ausland. Dieses müssen wir mit andern Sachwerten bezahlen; in demselben Tempo wie die Menge der dafür verfügbaren Sachwerte allmählich sich verringert, schließlich sogar gleich Null wird, muß sich die Teuerung ver- gröhern
In diesem Zustand der steigernden Teurung befinden wir uns jetzt. Die Regierung versucht nun, ihm durch bte gleitende Lohnskala in etwa abzuhelfen. Dieser Plan widerspricht vollkommen dem Wesen der Teuerung. Sie kann nicht durch gleitende Lohnskala beseitigt werden, sondern nur dadurch, daß die Knappheit der Bedarfsgegenstände und Vorräte allmählich in «ine genügende Menge umgewandelt wird. Geschieht das nicht, kann auch trotz der gleitenden Lohnskala die Lebenshaltung des Durchschnitts der Bevölkerung nicht auf derselben Höhe gehalten, geschweige denn gehoben werden, da der auf den einzelnen entfallende Anteil sich nicht vergrößert. Das wäre erst dann anders, wenn durch die gleitende Lohnskala nicht ein Mehreinkommen an Papier, sondern ein Mehreinkoni- men an Sachgütern erzeugt würde. Durch Streits wird die Lage nur noch schlimmer, da durch sie eine weitere Verminderung der Er- $eugung und damit des Anteils des einzelnen eintritt.
, ,3n der Einführung der gleitenden Lohn- stala soll gewissermaßen eine Garantie der Gesamtheit für ein Existenzminimum des einzelnen siegen. Auf dem Papier kann man ein solches zwar festlegen; die Wirtschaft mit ihren eignen ehernen Gesetzen kümmert sich aber darum nicht. Schon deshalb kann eine derartige Verpflichtung nicht gehalten werden, weil die S)öbe «es Existenzminimums wenigstens ungefähr die Mich« tote früher geblieben ist, während sich die Zeugung erheblich verringert hat. Man über« «•UH nicht, mann men den Rückgang der Er
Freilag den 3. Mörz
zeugung im Vergleich zur Vorkriegszeit auf rund ein Drittel veranschlagt. Es ist deshalb unmöglich, den Betrag für das Existenzminimum auf der Grundlage des Friedensstandes zu belassen und dazu die der Geldentwertung entsprechenden Zuschläge zu gewähren; zum mindesten müßte es um den Grad des Rückgangs der Erzeugung oder der Leistung vermindert werden.
Aus dem Gesagten geht hervor, daß die gleitende Lohnskala die Folgen der Teuerung für den einzelnen nicht beseitigen kann, sondern sie schließlich nur verschärfen wird. Wenn eine gleitende Lohnskala eingeführt werden soll, ist sie nicht nach der Teuerung zu bemessen, sondern nach der Produktion, wie das in England in einigen Gewerben üblich ist. Nur wenn jedem einzelnen unmittelbar und deutlich zum Bewußtsein gebracht wird, daß der Grad feiner Lebenshaltung von seiner Leistung abhängt, ist ein Anreiz zur Steigerung der Grgeugung, die uns allein aus dem Elend führen kann, vorhanden, während dieser durch die gleitende Lohnskala, wie sie jetzt vorgeschlagen wird, nur noch künstlich weiter herabgedrückt wird.
Um das Siener Kompromiß.
Der „Vorwärts" schreibt: Die sozralde- mokratische Reichstagsfraktion beschäftigte sich Donnerstag abend mit dem Steuerkompromiß. Anlaß zu diesen Besprechungen gab das Verhalten einiger Mitglieder der Deutschen Volks- partei, die in dem Steuerausschuß den Anschein erweckten, als habe das Kompromiß für ihre Fraktion keine Geltung mehr. Die sozialdemokratischen Mitglieder des 11. Ausschusses (Steüerausfchuß) wurden von der Fraktion beauftragt, in der Freitagssitzung des Steueraus- Partei eine Erklärung über die Stellungnahme zum Kompromiß zu verlangen. Sollte die Volkspartei ihre bisherige Zustimmung jym Kompromiß verneinen und einen neuen Beweis ihrer Unzuverlässigkeit erbringen, dann wären selbstverständlich auch für die Sozialdemokratie alle bisherigen Vereinbarungen, die dem Steuerkompromiß zu Grunde liegen, hinfällig.
Die „Z e i t" schreibt: Nach Meldungen, die insbesondere in der Presse der Deutschen Volks- partei verbreitet wurden, sollten heute die Verhandlungen über die endgültige Verabschiedung des Steuerkompromisses stattfinden. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat bisher noch keine Einladung zur Teilnahme an den Besprechungen erhalten. Sie hat keine Veranlassung, von sich aus irgendwelche Schritte zu unternehmen. Wie schon wiederholt betont, kommt eine Beteiligung der Deutschen Volkspartei an den Verhandlungen nur dann in Frage, wenn sie nicht nur von der Regierung, sondern von der gesamten Regierungskoalition ausdrücklich gewünscht wird.
Die „D e u t s ch e Zeitung" schreibt: Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hat der Reichsfinanzminister den Parteien, die für das neue Steuerkomvromiß in Frage kommen, mit« geteilt, daß die Regierung an dem ganzen Gesetz feffhält, durch das der Plan der Zwangs- anlsibc in die bevorstehende Steuergesetzgebung eingeschaltet werden soll. Beharrt die Regierung oder die Deutsche Dolkspartei auf ihrem Standpunkt, so ist die Aussicht auf eine Mehrheit, die von Stresemann bis Scheidemann reicht, dahin. *
Nach Lage der Dinge kann man sich nicht vorstellen, daß in der heutigen Besprechung eine Einigung zustande kommen wird, nachdem vor allem die Unabhängigen, mit denen besonders verhandelt worden ist, um ihren Widerstand gegen verschiedene Steuermaßnahmen aufzuheben, die schärfste Form der Zwonasanleihe gefordert haben, sodaß sie als eine Besteuerung des Besitzes zum Ausdruck kommen müßte.
Die hannoversche Frage.
Hamburg, 3. März. Während in Wilhelmsburg der Obervräsident der ProvinzHannooer scharf gegen die Bestrebungen der Welfen si b aussprach, erklärte zu derselben Zeit in Stade der Reichstagsabgeordnete Alpers, daß das von Bismarck geschaffene Reich allein auf der Macht aufgebaut worden sei. Ein deutscher Staat (gemeint ist Preußen) dürfe nicht über den anderen herrschen. Das Reich kann nur gesunden, wenn Preußens Uebermacht gebrochen würde. Die hannoversche Frage sei eine deutsche Frage. Was Preußen an Hannover verliert, würde das Reich gewinnen. Von der Versammlung wurde ein Beschluß angenommen, in dem gegen die Entschließung des Reichstao« mm Austüb-
rungsgesetz betreffend Artikel 18 der Reichsver- fassung protestiert wird.
Amerikanische Kre-ikakiton f. Europa
W l e n, 3. März. Der amerikanische Senator Owen, der schon im herbst mit eigenen Plänen einer selbständigen amerikanischen Kreditaklion für Europa hervorgetreten ist, hat hier mit Vertretern der ersten Wiener Danken verhandelt und reist nach Budapest ab, von wo er über Prag und B e r l i n den Rückweg nach Amerika nehmen dürfte. Aus seinen Erklärungen gehl hervor, daß Amerika wobl nicht die Abssckt hat, sich an dem Londoner Finanssyndikal zu be- teiNgen, sondern daß dort ernsthaft Plane bestehen, aus den überschüssigen Goldreserven der Bundesreservebank einen Betrag von etwa 500 Millionen Dollar Gold ausru'cheiden, und diesen Betrag als Grund füreineamerika- nls „eGutopabanf, deren Sih Wasblng- kon sein würde, zu hinterlegen. Diese Bank hätte dann überall in Eurova Zweigstellen zu errichten, die durch Dermilklnnn der europäischen Bankinstitute Kredit gewähren würden. Man plant, die in Washington bleibenden Goldreserven dadurch flüssig tu macken, bah man -irle europäische, nur für Handelszwecke bestimmte Dovarwâhrunn bis zum Höckstbetraae von 2% Millionen Dollar aus-ibl. 3m Ver- «leich muß hinzn-efggk werden, b-h das Kapital des LondonerFinanrfndikal-s 20 Milane- Pfund, also nur wem« über 100 Millionen Dollar Gold betragen soll.
Die Konferenz von Genua.
Reue Verschiebung? — Die Haltung Frankreichs gegenüber Rußland.
Paris, 2. März. In informierten Kreisen rechnet man mit einer neuen Verschiebung der Konferenz von Genua. Während das russische Ersuchen um eine Früherlegung des Termins keine Aussicht auf Erfolg hat, scheint sich das Argument, daß es inopportun sei, die Verhandlungen in der Karwoche beginnen zu lassen, durchzusetzen. Eine Verlegung auf die Zeit nach Ostern erscheint gesichert, als neuer Termin wird der 25 April genannt.
London, 3 März. Auf die Haltung Frankreichs gegenüber der Beteiligung Rußlands an der Konferenz von Genua werfen einige Mitteilungen e>n Licht, die der „Daily Telegraph" noch nachträglich über die Zusammenkunft in Boulogne macht. Hierbei habe sich Poincarè wohl gegen die sofortige Anerkennung der Sow» setregierung gewandt, aber andererseits festgestellt, daß es für den Verband notwendig sei. so früh wie möglich die wirtschaftlichen Beziehungen zu Rußland wieder aufzunehmen, damit Deutschland dem Verband nichtdenRang ablaufe. Er ziehe aber ein gemeinsames Vorgehen des Verbandes einem internationalen vor, in dem Deutschland leicht die führende Rolle spielen könnte. Das Programm von Genua schiene ihm allzu be» laden zu sein. Er würde eine Reihe von Konferenzen von Fachleuten, wobei nacheinander die Ordnung der deutschen Finanzen, die wirt° schaftliche Regelung der Donaustaaten und der Wiederaufbau Rußlands behandelt worden wäre, vorgezogen haben.
Pvincar« in Abwehrstellung.
Paris 3. März. Poincars war gestern Gast her Anglo-amerikanischen Preß--Aiso- ciation bei einem Frühstück, an dem auch der englische und amerikanische Botschafter teilnahmen. In der Antwort auf einen Trinkspruch wandte er sich gegen die Anklage gegen den angeblichen Imperialismus Frankreichs. Dieser Vorwurf sei ein altes Schreckgespenst, das lange Zeit im Invalidendom in der Nähe des Napoleon- grabes geruht habe und jetzt wieder auftaucke. Es gebe keinen einzigen Franzosen, der für morgen oder später kriegerische Unternehmungen oder Annektionen erwäge. (Und das Rheinland, Herr Poincarè? D. Red.) Wir haben so fuhr er fort, keinen anderen Wunsch, als den, den Frieden zu wahren. Aber leider sind wir nicht gegen die geschützt, die ihn brechen können. Wir haben weder wie England einen Meeres- gürtel, noch fehlen uns wie Amerika, gefährliche Nachbarn. Wir legen uns nicht aus Leichtsinn große Opfer auf, um unsere Verteidigung zu sichern. Wir würden das Gefühl, daß wir vor äußeren Gefahren geschützt sind, bei weitem vorziehen, aber es liegt nicht in unserer Macht, die Geschichte zu verbessern, geographische Verhält- nisse zu ändern. Wir zählen auf Sie, meine Herren, daß Sie Ihren Landsleuten das sagen, daß Frankreich einer unausweich- liches Notwendigkeit gehorchen
1925
.........r........ ii—■T ml 14 muß, und daß Sie das wirtschaftliche Gesicht Frankreichs im Licht der Wahrheit zeigen.
Aus dem Reichstag. >■
Der Reichstag hat gestern nach einer mehr» tägigen Pause seine Arbeiten wieder ausgenommen, do er den einzelnen Ausschüssen Zeit geben wollte, die vorliegenden Gesetzentwürfe zu erledigen. Auf eine Interpellation der Deutschen Dolkspar^i betreffend die ErhS- hungderRentenderKrtegsbefchâ- d i g t e n und Kriegshinterbliebenen teilte Ministerialdirektor Dr. Ritter mit, daß die Regierung bereit sei, die Interpellation in der vorgeschriebenen Frist zu beantworten. Wegen einer Erhöhung der Bezüge seien bereits Dee- Handlungen in Interessentenkreisen eingeleitet u der Gegenstand werde heute im Reichstagsausschuß beraten werden. Die im Dezember be* willigten Teuerungszuschüsse sind für März oet« doppelt worden. Anschließend folgte die Fortsetzung der Beratung des Haushalt g * planes und zwar beim Haushalt des. Reichsschatzmini steriums. Hierzu batte der Ausschuß eine Denkschrift ausgearbeitet, aus der die gesamte Geschästsgebahrung derjenigen industriellen und kaufmännischen Unternehmungen, an denen das Reich beteiligt ist, und der jeweilige Stand ihrer Betriebe zu ersehen ist. Eine Denk<^rift soll dann noch gefordert werden über die Vereinfachung der Reichsverwaltung und über die Zuweisung der Aufgaben des Reichsschatzamtes und anderer Ministerien. Gleichzeitig wurde eine Denkschrift über die Verwertung des Heeres- und 1 -rinegutes seit Ende des Krieges gefordert. Zunächst nahm von den Sozialdemokraten der Abg. S t ü ck l e n das Wort, der festftellte, daß das Reichsfchatzmini'terium von Anfang an nur eine Uebergangsbehörde sein sollte. May sonnte deutlich gefordert wurde, sonst würde em Steitz aus dem ganzen Gebäude der ReichsverwaP tung gerissen. Die Hauptaukaabe des Schatze, Ministeriums liege heute in der Verwaltung des besetzten Gebietes. Der Abg. Schultz- Bromberg (Dntl.) verbreitete sich über die Uebergriffe der Franzosen im besetzten Gebiet und betrachtet das Reichsschatzministerium für überflüssig. Abg. Dr. Cremer (D. Vpt.) erörterte ausgiebig die Sparsamkeitspolitik und war der 1 Meinung, daß die Sparsamkeitspolitik, die beim Etat des Schatzministeriums beginnen soll, bei den übrigen Ministerien fortgesetzt werden müsse. Redner sprach der Regierung die Anerkennung seiner Partei aus, in welchem Maße es ihr gelungen ist, unberechtigte Forderungen der Besatzungstruppen zurückzuweisen. Der Zentrumsabg. Lang e-Hegermann hisst es für erfreulich, daß die Liquidation der Kriegsgefell- kchaften in Gang gekommen ist und war der Ueberzeugung, daß die Besatz^.igskosten unge- heuerlich und auf die Dauer unerträglich sind. Reichsschatzminister Bauer nahm dann das Wort und betonte die Bemühungen des Ministeriums für die Leiden und Wünsche der Bevölkerung der besetzten Gebiete Verständnis entoegenzubringen. Er wies die Vorwürfe der è'n-elnen Redner zurück und bat, den Antrag auf Abschaffung des Schatzministeriums abzu- lehnen. Als letzter Redner nahm der demo- tratU^e Abg. Gothein das Wort und erklärte, daß wir mit weniger arbeitenden Ministerien auch auskommen könnten. — Damit schloß die Aussprache. Nach einigen persönlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutfchnationalen Schultz und dem Demokraten Gatbein wurde dann die Weiterberatung auf Freitag vertagt.
Um den Finanz- und Ernähruassminisierpofk«
Berlin, 3. März. Der Finanzminister Dr. Hermes hatte gestern, Donnerstag, unmittelbar, nach der Rückkehr des Reichskanzlers mit diesem eine Unterredung, in der die schwebenden Fragen eingehend erörtert wu den. Wie die Telegraphenunion hört, hat Dr. Herme» den Reichskanzler dabei auf die Notwendigkeit hingewiesen, bei der Wichtigkeit, der Aufgaben, die sowohl das Finanzministerium wie auch do« Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu erfüllen haben, jetzt eine endgültig« Besetzung der beiden Ministerposten vorzuney» men. Dr. Hermes hat diesen vtandpunkt scho» wiederholt vertreten. Er hat bei/der letzte« Kabinettskrise auf Wunsch des Reichskanzler« die Verwaltung des Finanzminiftenums m» übernommen, hat aber damals schon diese Lösung als ein Provisorium bezeichnet. .
— Wiedera -tsnahme de» Jag««prozefle, ! Wie wir hören, hat Herr v. Iagow, her gegen, wattig in Gollvow in Pommern feine Zeitung»« bait nerhüBt. seinen Verteidiger beauftragt, d«» Wiedercusnahmeverfahren beim Reichsgericht iß Leipzig zu betreib«».