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General-Anzeiger

ches Orga« für Sladt- und Landkreis Lamm

Erscheint täglich mif Ausnahme her Sonn- und Feiertage

Verlagslritung: Ad. Snbetmüble.

Verantwortlich : tot politischen und allgemeinen Teil Richard &ultf<b:für lokalen und vrooinsielle» Teil sowie Soo« Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. all« in Sanan a. Main, Rotationsdruck bet Waisenkausbuchdruckerei Hanan. FernivreckanschlüN« Nr. 1237 und 1238.

Nr. 47

Freilag den 24. Februar

1922

Das Neueste.

Zwischen dem Reichsnerkehrsminister Yröner und der Reichsgewerkschaft Deutscher Nstnbahnbeamten ist ein neuer Konflikt ent­stunden.

Die Reichskonferenz der U. S. P. hat sich mit dem Anschluß der Kommunistischen Arbeits- zemeinschaft einverstanden erklärt.

In englischen Regierungskreisen wird be- stStigt, daß sich Lloyd George nur mit einer Wa^en ^erf^tehung des Kor" renzbeginns flnvèrstanden erklären werde, sodaß die Er- Mma am 18. oder 20. März erfolgen dürfte.

Ueber die Zusammenkunft des englischen «nd des französischen Premierministers ist bis jur Stunde wenig bekannt. Sie wird nur einen lag dauern. Als Verhandlunasort werden nach wie vor Doulogne ober Calais genannt.

Das -erüsche Volksvermögen.

Dem deutschen Volke fehlt vor allem eins, die wirkliche Kenntnis feiner gegenwärtigen Ein - kommens-, feiner Vermögens- und Produktionsverhältnisse. Würden sie in den weitesten Schichten bekannt fein, so müßte man annehmen, daß zum Beispiel nim­mermehr solch unsinniges Verlangen, wiedieEr- faffung der Goldwerte" usw. erhoben wird. Goldwerte! Ein phantastischer Begriff, der in unserer Zeit heillose Verwirrung unter den Gei­stern anrichtet! Und den besonders die Vertreter der sozialistischen Parteien hegen und pflegen, bc er den Massen eine Fata Morgana vor- gaukelt, ein Trugbild, an dem sie sich ergötzen sönnen,, nachdem die harten Tatsachen unserer Zeit dem Soziolisierungswahnwitz nach Marx- Wm Rezept den Garaus bereitet haben. Das Wber Wahryeu mutz -m- MJte.ram Volkes hineinleuchten die Wahrheit muß ge­predigt werden. Wie groß ist das deutsche Volkseinkommen? Der Direktor des statistischen Amtes in Berlin-Schöneberg, Dr. Kuczynski, schätzt es gegenwärtig auf annähernd 250 Milliarden, vor dem Kriege auf rund 40 Milliarden Mark. Aus diesen beiden Zahlen iuieBt er, daß das Einkommen reichlich sechsmal soviel wie vor dem Krieg unter Berücksichti­gung der Gebietsabti etungen reichlich sieben­

mal soviel auf den Kopf der Bevölkerung aus­macht. Bekanntlich sind die Kosten für die Lebenshallung fast auf das Zwanzigfache ge­stiegen. Eine Reihe von Leuten die soge­nannten neuen Reichen, die viel Geld aus­geben, well sie ihr Geld leicht und größtenteils n' t durch ihrer Hände Arbeit erworben haben, erwecken in der großen Masse die unselige Vor­stellung, daß es in Deutschland garnicht so schümm aussieht, daß im Gegenteil Geld in ßMe und Fülle vorhanden ist. Diese Schicht der neuen Reichen fällt besonders auf, aber sie ist in Wirklichkeit dünn. Die große Masse des heutigen Volkes verbraucht mehr als sie ein« nimmt. Kaczynski sagt daher sehr mit Recht: »Hierüber herrscht in weitesten Kreisen größte Unklarheit. Tatsächlich beruht denn auch ein gut Teil der heutigen Ueberschätzung des deutschen Volkseinkommens auf einer Verwechslung von

in

Volkseinkommens auf einer Verwechslung Ankommen und Verbrauch."

Wie groß ist nun dasdeutfcheVolks- oermögen? Der Schrei der betörten Massen "achErfassung der Goldwerte" hat den frühe­ren Oberpräsidenten v. Batocki veranlaßt, den Wert der Sachgüter festzustellen und,in einer Berliner Zeitung einen Ueberblick über die Sachgüter, aus denen sich das Volksvermögen jusammenietzt, zu geben. Batocki hat den Wert der Sachgüter in das bekannte System der sechs Haup'gnippen gebracht und zwar:

m 1- ^seitliches Vermögen /Eisenbahnen, sonstige «erkchrsonlagen, Pvstcinrichiungen, Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke, öfsentliche Gebäude). Von Reinerträge, also von einem errechenbaren Goldwert ist bei dieser Gruppe, trotz der hohen in- »«stikrten Werte, heute keine Rede, von einer Steuer« *!°l!ung durch dns Reich selbstverständlich ebenso» Letztere ist auch bei den Staatsforften aus» Wlossen, die an sich ein nicht ganz unerhebliches -Wtoum bitten.

,2. Deutsche Guthaben, Gewerbe- und Handels- n ernekmungen im Auslande, früher ein erheblicher, Mrr Zahlungsbilanz günff- beeinflui'ender Posten, Ä größtenteils durch den Feindbundligui- M. Dos Reich hat den Betroffenen nach dem Wattier Vertroo den Verlust zu ersetzen, anqemel- bisher 18 Milliarden Schaden in Gold das a 0 Papiermilliarden, die das Reich als Passs- W Lu buchen hat, die aber in der Regel bei Dar- Mdmaen unserer FInavstage vergessen werden. »,,^-Dcihnhättser mit Bauland, Gärten, Straßen, Lni^ ^""62an!ogen. 1914 rund 20 Millionen «»timtngen zu durchschnittlich 5000 Mt., also 1914. W Goldmilliarden. Heute ist infolge der Mist- i»anns«irtschast die Renie in Pap'ermork im all» N"en kleiner als früher in Goldmark. Der N»_^ Wert mag trotzdem auf das Doppelte in W0*« «laelettisrdâ a» BÄo Ma-

pier ergeben für 1922: 5 Goldmilliarden. Don einer steuerlichen Crfaflung dieser Sachwerte ist keine Rede. Eine Erhöhung der Miete zugunsten des Reiches hat mit Erfassung der Sachwert« nichts zu tun.

4. Hausrat, Kleidung. Schmuck, Kunstsachen, Haushalsungsvorräte, 20 Millionen Haushalte zu 1500 Mk. ergeben für 1914: 30 Goldmilliarden. Dieser Posten hat relativ den höchsten Wert be­halten, er mag heute zu schätzen sein auf 600 Paxier- milliarden, d. i. 1922: 15 Goldmilliarben, deren steuerliche Erfassung aber selbst nach Ansicht der radikalstenGoldwertsresser praktisch kaum durch-

führbar ist.

5. Land- und forstwirtschaftlich genützter Boden in privaten Händen einschließlich Wirtschafts- (aber nicht Wohn-)gebäuden, Drainage, lebendem und totem Inventar, Getreidevorräten, stehender ober, in der Scheune bestndlicher Ernte. Setzen wir die FläSe sehr hoch auf 40 Millionen Hektar, den Wert des Hektars 1914 auf 3000, 1922 auf 30 000 Mk. an, so ergeben sich 1914: 120 Goldmilliarden, heute 1200 Papiermilliarden, d L 1922; 30 Goldmilliar- den. Davon sind etwa zwei Drittel 20 Gold­milliarden klein- und mittelbäuerlicher Besitz, besten starke Steuerersafiung kaum in Frage kommt. Nur der Rest von 10 Goldmilliarden als Wert des Groß­bauern- und Gutslandes könnte starkerfaßt" wer­den, freilich nur unter schwerster Gefährdung der Betriebsmittel und damit der Produktionsfähigkeitl

6. Fabriken, Bergwerke. Speicher, Handels^ ifse usw. Bor dem Kriege wurden sie geschätzt auf etwa . . . 1914: 120 Goldmilliarden, für heute schätzt der sozialdemokratische Statistiker Ballod im Firn" den Sachwert aller im Besitz von Aktien- und sonstigen Gesellschasten befindlichen Unterneh­mungen auf knapp 9 Milliarden Goldmark. Man wird also sicher nicht zu niedrig greifen, wenn man alle gewerblichen Anlagen überhaupt bewertet mit . . . 1922: 30 Goldmilliarden. Dieser Wert ist aber völlig von schwankenden Konjunkturen, Waren­preisen, Löhnen, Absotzverhältnissen und Eingriffen unseres und her stemben Staaten abhängig, also t,uru cul ^gx^mnuivtiiuyivn lumavi. «»u .<,«.- nur unter schwerer Gefährdung unserer Volkswirt- fn$ be5 b^ifanges her Kommission durch den

gende Goldmilliordenwerte zugänglich:

1. Oeffentliches Vermögen 0..

2. AuslandsgMhaben 0. (bezw. Minus 720 Pap ermilliarhen).

3. Wohngebäude 5 Goldmilliarden, davon er­faßbar 0..

4. Hausrat pp. 15 Goldmilliarden, davon er­faßbar so gut wie 0..

5. Landwirtschaft 30 Goldmilliarden, davon wesentlich ersaßbar 10 Goldmilliarden.

6. Gewerbliche Anlagen 30 Goldmilliarden, zum großen Teil von recht zweiselhaster ^Ersatz- barkeit".

Wenn die Zahlen im einzelnen auch be­mängelt werden mögen, so muß doch das Ge­samtergebnis selbst dem Laien auf volkswirt­schaftlichen Gebiet die Augen öffnen und die völlig unklaren Verstellung?:, klären, die sich Deutsche und Ausländer über den heutigen Goldwert des deutschen DolksvermöAens immer noch machem Von den Sach­gütern der Landwirtschaft wären 10 Gold­milliarden zu erfassen, von denen der Fabriken, Bergwerke, Handelssâsiffe vielleicht auch einige, aber nur unter großer Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Der Eingriff in die Substanz wäre unausbleiblich und die Entente könnte aus diese bequeme Weise am schnellsten in den Besch der deutschen Produktionsmittel gelangen. Also auch hier das Ergebnis: Nahezu nichts! Unter Berücksichtigung der politischen Verhältnisse: Torheit, wenn man von Staatswegen soge­nannte Goldwerte aus dem Volksvermögen herausholen wollte.

Wie über die Vermögens- und Einkom­mensverhältnisse haben sich auch über die deut­schen Produktionsverhältnisse der Gegenwart verhängnisvolle Irrtümer breitge­macht. Heute haben wir einen durch die deutsche Valuta bedingten Schleuderexport, der die irrige Meinung hat auskommen lassen, daß Deutschland ein billig produzierendes Land fei. Diese Meinung ist wie gesagt irrig, denn in Wirklichkeit sind wir ein armes Land mit hohen Erzeugungskosten geworden, was ganz ver­ständlich ist, wenn wir an all die Riesenlasten an Schulden und Kriegskontributionen, den Verlust an Land usw. denken. Unsere wahre Lage würden die meisten erst dann ersonnen, wenn eine Stabilisierung der Mark eingetreten wäre. Denn dann würde es sich zeigen, daß das tief verschuldete Deutschland die höchsten Pro­duktionspreise hätte.

Diese Kenntnis unserer Einkommens-, Ver­mögens- und Produktionsverhältnisse gilt es dem deutschen Volke rote dem Auslande um» gehend beizubringen Eingehende Statistiken, aufgestellt von den hervorragendsten Führern der Volkswirtschaft, sind hierzu notwendig und es sollte keine Stunde versäumt werden, um wenigstens den eigenen Volksgenossen die Wahrheit vor Augen zu führen und die völlig unklaren Vorstellungen über die deutschen Ser» hMüsjö zu klären,

Gröner und die Reichs-ewerKschaft.

Berlin, 23. Febr. Die Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter hat gestern nachmittag bei dem Reichsnerkehrsmini- ster um eine Besprechung nacbaesucht, die für heute vormittag vorgesehen war. Da sich ergab, daß bei der von der Reichsgewerks^-'st ent­sandten Kommission sich Beamte befanden, gegen die wegen Urheberschaft am Streik Dis­ziplinarverfahren schweben, hat der Reichsver- kehrsminister der Kommission durch einen Be­vollmächtigten mitteilen lassen, daß er in Ver­handlungen mit diesen Beamten nicht eintreten könne. Die Kommission erklärte hierauf dem Bevollmächtigten, die Kommission könne die Ansicht ober nicht teilen. Die Kommission sei durch den erweiterten Vorstand der Reimsge­werkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter als n-schlosiener Uferbar^ngpförner geschaffen worden und habe als solche bereits mit dem Herrn Reichskanzler verhandelt ohne hgH Überhaupt irn^M^^*» ^»^s,?on prfrcf'** morden sind. Wir bitten daher um eine Er­klärung, ob der Herr Reickisn-rfehrsmini^er mit der unterzeichneten Kommission in Ver­handlungen treten will.

Der Minister hat darauf u. a. geantwortet: Der Reichsverkehrsminister ist gern bereit, je« derzeit die Verhandlungen mit der R"icksge- werkfcbaft, zu denen er als oberster Verwal- tungscksf berufen ist, aufzunehmen. Es ift aber mit feiner Stellung gegenüber der gesamten Beamtenschaft nW vereinbar, diese Verhand­lungen mit Persönlichkeiten zu führen, die sich als Beamte der Urheberschaft an dem Dean-ten-

rtroif schuldig gemacht haben und gegen die des­halb ein Diszivlinarverfahren fchrncbt. Die Tat-

und Dienstvorgssehten der Eisenbahn.

Berlin,. Febr. Der Konkükt zwischen der Reichsgewerkschaft imd dem Reichsverkehrsmi- ntfter Gröner, hat dazu geführt, daß die Kom­mission der Reichsgewerkschaft ge^-rn abend den Reichskanzler, der eine Unterredung eben­falls abgewiesen hatte, nochmals um eine Unterredung ersuchte und von diesem auch emp­fangen wurde. Die Oraanisationsvertreter tru­gen dem Kanzler ihre Differenzen mit Gröner vor, der die Kommission nicht anerkennen will und baten um Wirtbs Vermittlung. Dr. Wirth war der Auffassung, daß der ganze Fragen­komplex der Disziplinierungen aus Anlaß des Streiks trotz alledem mit dem dafür zuständigen Reichsverkehrminister bestirntsten werden mülle. Ohne die endgültige Festlegung und Durchfüh­rung der für die Disziplinierungen vorg-sche- nen Richtlinien könne der Kanzler der Ange­legenheit nicht nähertreten.

Der sächsische Landkaz nahm gestern im Verlauf der Debatte über den letzten Eisenbahnerstreik mit allen sozialistischen gegen die bürgerlichen Stim­men einen unabhängigen Antrag an, wo­nach die sächsische Regierung ersucht wird, bei her Reichsregierung darauf hinzuwirken, daß keine Maßregelungen der am Streik beteiligten Eisenbahner stattfinden, die be­rechtigten Forderungen der Beamten bewilligt und besondere Belohnungen der Streikbrecher aogelehnt werden.

Die deutsche Induskrie gegen Sie GMerlariserhvhung.

Berlin, 24. Febr. Der Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Industrie be­sagte sich mit der Meldung, daß die Reichs- bahnen ihre soeben erst erhöhten G ü - t e r t o r i f e am 1. März os. Zs. wiederum um 20 protent erhöhe« wollen. Es wurde darauf hingewiesen, daß die allgemeinen Tarifsätze jetzt schon, namentlich für nahe Ent­fernungen, das 35Mache der Vorkriegszeit betragen, aber verglichen mit dèn Ausnahme- tarifen der Vorkriegszeit, fei die Steigerung noz weil höher. Sie betrage z. B. für Roh­baumwolle im Verkehr von den Seehäfen nach den mittel- und süddeutschen Spinnereien da» 60 SVfache der Vorkriegszeit, für andere Roh­stoffe ebensoviel oder noch mehr. Die Fracht­tarife haben nach Ansicht des Reichsverban­des die Geldentwertung jetzt schon weil über­holt und sind zu einem gefährlichen Antrieb zu einer weiteren Geldentwertung geworden. Sie verteuern die Rohstoffe und allen Verbtauch, führen zwangsweise wei­tere Lohnstelgërungen herbei, die nach den bisherigen Erfahrungen von der Ei- jeMtmtawntiaUima sofort wieder gut Sfr

Gründung weiterer Frachterhöhungea verwen­det werden Der Reichsverbau- ver deutsch« Industrie warnt vor melieren Schritten auf diesem gefährlichen Wege, erhebt Protest gegen die zum 1. März geplante weitere Tarife?» Höhuna und fordert erneut von der Eisenboha» Verwaltung, daß sie ihr Defizit durch wirtschaftlichere Gestaltung bei Betriebes beseitigt, statt durch fortge­setzte Tariferhöhungen den Verkehr zu lähmen, die Geldentwertung zu verschlimmern und m# der Steigerung aller Preise und Löhne ih» Defizit nur zu vergrößern.

Äeraufsetzung -er deutsche« Kohlenpreise.

Beim Reichskohlenkommisiar schweb«- gegenwärtig Verhandlungen zwecks Herauf­setzung der deulichen Kohlenpreise auf de«, Weltmarktpreis gemäß der teutschen Zusage in Cannes. Die Tonne deutscher Kohle, die bisher in Stettin, Hamburg und Bremen co. 750 bis 850 Mark gekostet hat, wird sich dann auf ca 1150 Mark stellen. Die eine Hälfte des Ueber* Preises soll dazu dienen, die Reparationsfor- derungen der Entente zu erfüllen, während du andere Hälfte für die Abteufung neuer Schächte besonders in dem deutsch verbleibenden Teil Oberschlesiens, nutzbar gemacht wird. D-e Preis­erhöhung soll bereits ab L März ds. Is. tr Kraft treten.

Die Aufnahme -er ^Levileu" in die U. S. P. erfolgt.

Die Reichskonfereuz der Unabhängigen So­zialdemokratischen Partei Deutschlands, die am Mittwoch im Reichslagsgebäude logte, beschloß, die Aufnahme der Aommuvistifchen Arbeitsge­meinschaft in die Partei zu genehmigen.

Wir erwähnten bereits in anderem Art- sammenhang, daß durch diese Verschmelzung der 11. S. P. mit der Kommunisrnwen Arbeits­gemeinschaft die unabhängige Reichstagsfrat» tion auf 80 Mitglieder anwachsen wird. Wie weit und wie lange nunmehr in der vergrößere ten U. S.' P. Einigkeit herrschen wird, kann sich erst in der politischen und parlamentarischen Tagesarbeit und bei prinzipiellen Stellungnah« men ermessen. Ohne Zweifel bedeutet jedoch diese Verschmelzung eine erneute Linksorien­tierung her 1L 6. P» ein Ab rücken von der S P. D.

Das Wanlelgefey zu -e« Steuer- Vorlage«.

Berlin, 24. Febr. Gestern nachmittag fand im Reichstag eine Sitzung von Vertretern des Zentrums, der Demokraten und der Sozial« dsmokraten statt, in der über das Steuerkom» promiß beraten wurde. Auch Reichskanzler Dr. Wirth und Finanzminister Hermes nah­men daran teil. Der Reichskanzler wies in seinen Ausführungen auf die Notwendigkeit, die 2 «-Handlungen der einzelnen Ausschüsse so­bald wie möglich zu beendigen. Demzufolge er« suchte er die Parteien, auch ihre Besprechungen über das Stcuerkompromitz während der Pause des Reichstags weiterzuführen. In der gestrigen Sitzung lag den Parteioertretern auch der Ent­wurf eines Mantelgesetzes vor, der sich in den allgemeinen Richtlinien hält, wie sie in der De- ratung über das Kompromiß ausgestellt waren. Das Mantelgesetz umsaßt auch das Gesetz über die Zwangsameihe. Es ist zu erwarten, daß schon in der zweiten Hälfte der nächsten Wacht das Manteigesetz beraten werden wird. Reunr- sinanzminister Hermes wird in der Frage M Manle«geft§cs auch mit der Deutschen Voltz- portei in VerviuduNg treten.

Verhaftung eine» Münchener Rechtsan­waltes in der Erzberger-Affäre. Amtlich wir» mitgeteilt, daß von den deutschen Kriminalb^ amten, die in Budapest waren, dort das Ori­ginal eines Telegramme» vom 20. Dezember ermittelt wurde, welches von dem slüchnaer» Tillesen herrührt und an eine Münchener Per* könlichkeit gerichtet war. Der Empfänger der Telegramms wurde durch den OsfenburM Untersuchungsrichter in Haft genommen.ES handelt sich um den Rechtsanwalt Dr. Adolf Müller, der sich in Budapest aufgehalten unv dort zweifellos mit Tillesen in Verkehr gestau­ten hat. Bei der Durchsuchung des in Frag« kommenden Hauses wurden mehrer« Personen angetroffen und vorläufig festgehalten, spater aber wieder entlassen, werlchch ein Zusammen^ hang biefer Personen mit der Erzberger-Sacht »cht «r«d« hat,