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General-Anzeiger

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Öerniure&anhblüffe Nr. 1237 tmb 1238.

Nr. 45

Das Neueste

Auf Einladung maßgebender englischer Kttise hat die deutsche Regierung eine Dele­gation nach London entsandt, um an der Vor- tonferenz ftir die Bildung de Syndikats zum Wiederaufbau Rußlands teilzunehmen.

Die gestern verbreitete Meldung

eldung von der

Mlich vollzogenen Vertagung der Genueser Konferenz war verfrüht.

Das Reichsgericht hat gestern die Revision in dem Mordprozeß gegen den Architekten Peter Grupen, der vom Schwurgericht in Hirfch- Herg wegen zweifachen Mordes auf Schloß Aleppelsdorf zum Tode verurteilt worden ist, verworfen.

In Petersdorf (Oberschlesien) wurde von drei französischen Soldaten ein Wachtmeister der Schutzpolizei niedergeschoffen.

Nach Pariser Mitteilungen soll England bereit sein. Aegypten völlige Unabhängigkeit zu gewähren.

Poinearè beabsichtigt eine Umbildung seines Kabinetts vorzunehmen.

Die italienische Ministerkrise will immer «och nicht zu Ende gehen. Neuerdings ist auch die Kombination Giolitti gescheitert, sodaß man nunmehr wieder von einer Kandidatur Orlando spricht.

Das Rätsel Genua.

Wpnn die italienische Kabinettstrisis auch dicht etwa Porncarès bestellte Arbeit ist, so paßt sie doch außerordentlich gut in den politischen Rram des französischen Ministerpräsidenten, der einen zähen Kampf um die Vertagung von Ge- führt Bis jetzt konnte die italienische Krisis rH nicht gelöst werden. De Ricsla's und Gw- ittite Kombinationen sind, wie aus den heutigen Meldungen hervorgeht, gescheitert- sodaß das Ende der Krisis nicht abzusehen ist Wie unter Hirsen Umständen die Konferenz am 8. März zusammentreten soll, ist nicht einzusehen. Der Depeschenkampf um Genua hat in den letzten Tagen geradezu groteske Formen angenommen. Die eine Korrespondenz meldet die bereits be­schlossene Vertagung, die andere dementiert eiefe Meldung die erstere Meldung stammt aus französischer, die letztere aus englischer Duelle. Gestern wurde gemeldet, der deutschen Regierung sei die offizielle Nachricht von der I Vertagung der Konferenz zugegangen, heute wich aus Berlin amtlich erklärt, daß die fran­zösische Regierung in der Note an Deutschland wir mitgeteilt habe, daß sie bei der italienischen Negierung unter Hinweis auf bie in dem Me- i woranbum des französischen Ministerpräsiden­ten geltend gemachten Gründe eine Aml^ie- hmg der Konferenz von Genua beantragt habe. Diese sich widersprechenden Meldungen füllen nun schon seit geraumer Zssit die Presse aus, wodurch der Schleier über die Konferenz selbst tob über das ihr vorangehende Vorspiel der Diplomaten immer dichter wird. Unseres Er­achtens ist wenn auch die Meldungen von einer bereits beschlossenen Vertagung noch ver­früht sind vor Mitte April keinesfalls mit h°r großen diplomatischen Zusammenkunft zu rechnen. Was bis dahin noch geschehen kann, wissen die Götter.

Für das deutsche Volk ist es wesentsich, keine W großen Hoffnungen auf Genua zu setzen, wewiß wird Genua eins bringen, das nicht Mteffchätzt werden soll: Die Tatsache, daß die Lutsche Diplomatie zum ersten Male seit Wegsenbe gleichberechtigt mit anderen Staats­männern wieder an einen Verhandlungstisch N setzen kann. Man mag als Deutscher diese Tatsache empörend finden, aber eins dürfte sie, realpalitisch betrachtet, zum Ausdruck bringen: zunehmende Entgiftung der öffentlichen Meinung Europas. Und das ist immerhin schon ^was, wenn man an die Fülle flammenden Hasses denkt, die Europa noch bis vor kurzer § oto beherrschte.

. Die Vorarbeiten für Genua waren und sind für Frankreich und England identisch mit «Wer Reihe von diplomatischen Abflüssen. ^Mond Poincarè wünschte Zeit hierfür. Er daß zwischen den beiden Hauptpartnern £ Entente ohne vorherige Abmachungen bie Ncherenz nicht abgehalten werden dürfe. Awkreichsstarker Mann" wünschte Zeit, ft* Ne griechisch-türkische Frage und den ^ulA-französiiwen Garantievertrag ins Reine bringen. Die Geheimdixlomatie ist eifrig ®etfe. Schon hat sich Lord Curzon anfagen lassen. Und Lloyd George 3} gute Miene zum bösen Spiel machen Men, we« Frankreich doch ein starker Macht- ist Daß der »nalHcb-ftamöfHdie ffiatan-

Mittwoch den 22. Februar

tiepertrag über die mit Briand in Cannes ge-I pflogenen Bestimmungen hinausgehen wirh, ist ' wohl kaum anzunehmen. Hingegen dürfte die Drientfrage einige Zugeständnisse Englands an Frankreich erfordern. Die nunmehr einfetzende britisch-französische Aussprache und vor allem die an anderer Stelle dieser Nummer ange- kündigte Besprechung zwischen Lloyd George und Poincarë wird voraussichtlich eine Annähe­rung bringen und die Schaffung einer gemein­samen Front.

Auch dieKleineEntente tritt zu einer Vorbesprechung für Genua in dieser Woche in Belgrad zusammen. Das balkanisierte Europa er reicht jetzt bis Prag und Warschau hat die wirtschaftlichen Todsünden des Versailler Vertrages so heftig empfunden, daß es die Wirtschaftskonferenz aufs innigste ersehnt. So­gar die Tschechostowakei, die getreueste Vasalin Frankreichs, hat es gewagt, durch ihr Prager Regierungsorgan zu erklären:Der Frieden von Versailles ist ein Werk der Politiker, und seine Kritiker und heute kritisieren ihn im großen und ganzen alle stimmen darin über­ein. Die wirtschaftlichen Probleme hat der Vertrag ungelöst gelassen." Allerdings treiben die Herren Tschechoslowaken ein seltsames Doppelspiel. Herr Venelch befindet sich zurzeit wie man sagt, auf Poincarès Wunsch in Paris bezw. London. Ueber diese Reife haben Prager Blätter manches ausgeplaudert, das für das Deutsche Reich doch sehr bemerkenswert ist Tscheckoslowakiens Ministervräsident will die Konstellation der Mächte, die sich unter Um­ständen in Genua neu bilden könne, aus- fpionieren. Soll aber die bisherige bestehen bleiben, dann will Herr Benesch fordern, daß der britlsch-französtsch-belgifche Garantievertrag | auf alle Ententemächte ausaedehnt werde, denn!

welch getreuer Gefolgsmann Palneares err Benesch aus Prag ist Ob die tschechische Re­gierung mit diesem Vorschlag Glück haben wird, steht dahin. Mit einer großen europäischen Wirtfchaftskonferenz hat er allerdings wenig bezw. gar nichts zu tun.

Don besonders interessantem Reiz und außerordentlicher Wichtigkeit ist endlich das Diplomatenspiel, das von Frankreich, Sowjet- rußland und dem Deutschen Rei^ bestritten wird, bezw. ihren Repräsentanten: Poincar», Radek, Rathenau. Noch liegt ein Schleier über den Verhandlungen, aber so viel scheint schon festzustehen: Die Wilhelmstraße scheint bis jetzt nicht gut abgeschnitten zu haben. Als die deutsch-russischen Verhandlungen ins Stocken gerieten, schossen die russischen Fäden blitzschnell nach Paris.

Genua! Das diplomatische Vorspiel hat mit allen Finessen eingesetzt. Wirtschaftskonferenz Europas, ja der Welt! Vorher aber find alle Machtfaktoren bemüht, ihre Partner sich zu sichern. Nur das arme deutsche Volk will cs nickst, kann es nicht. Warum, weil ihm die Macht fehst. Sein Trost ist die Zukunft, seine einzige Stärke der Wille zur Arbeit. Deshalb nicht allzu großen Optimismus auf Genua ge­setzt, um keine Enttäuschung zu erleben.

Benesch' großer Londoner Erfolg.

Paris, 22. Febr. Dr. Benesch ist gestern nach­mittag um 4 Uhr aus London wieder in Paris eingetroffen. Rach demJournal des Debüts" soll der Besuch Dr. Benesch in London von gro­ßem Erfolg gewesen sein. Er habe versucht, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Poincar« und Lloyd George zu beseitigen und fei mit dem Ergebnis feiner Bemühungen sehr zufrieden.

Deutsch-englische Besprechungen über RutzlauS. .

Berlin, 22. Febr. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, haben maßgebende englische Kreise die Reichsregierung davon in Kanntni» gesetzt, daß sie die Anwesenheit deutscher Ver­treter in London sehr gern sehen würden. Die Besprechungen, um die es sich hier handelt, sind als Borkonserenz für die Bildung des Syndikats Sum Wiederaufbau Rußland» aufzufassen. Auf ie Einladung hin haben sich sofort deutsche Vertreter nach der englischen Hauptstadt be­geben. Unter ihnen befinden sich Staatssekretär Bergmann und Geheimrat Kempner. Die Verhandlungen bürsten im Laufe des heu­tigen Tages beginnen.

«Berliner Sindrüche sraiiz. Deputierter

peri», 22 Febr. Der Deputierte de Lau­nay hat einem Vertreter desMatin" gegen­über seine Eindrücke über seine Berliner Reise mitaeteiit. Er sagte, der Zweck der Reise lei der gewesen, gewisse Nachrichten über die Reichs- mehr unteilbar Ma Organisation der «i-o ru

kontrollieren und sich namentlich eine möglichst genaue Meinung über die Mentalität der ver­schiedenen parlamentarischen Gruppen in Deutschland zu bilden.Wir sind bei unserer Ankunft mit vollkommener Höflichkeit ausge­nommen worden," sagte de Launay.Im Ver­laufe der verschiedenen Besprechungen haben wir uns indessen genau Rechenschaft darüber

geben können, daß o> Deutschen in ihrer ver­schiedenen Gestast, welcher Partei sie auch ange- hören, die gleichen Ziele verfolgen. Es war deshalb ein großer Fehler, die Deutschen in- bezug auf die auswärtige Politik verschieden einzuschätzen. Selbst die am fortschrittlichsten gesinnt sein Wollenden, wollen aus der Nieder­lage einen möglichst großen Nutzen ziehen, sich z. B. über die berühmte Sipo

Wenn man sich z. ,

unterhält, so sagen die Vertreter der Rechts­parteien, diese Organisation diene zur Be-

kämpfung der bolschewistischen Treibereien. Spricht man mit Leuten der Linken, so ver­sichern sie. die Sipo ist dazu da, die eventl. Treibereien der Reichswehr zu verhindern. All­gemein genommen geht aus unserer Reise her­vor. daß es wirklich nicht der Fall ist, daß Deutschland für uns eine unmittel­bare Gefahr bedeutet, doch müffen wir davon überzeugt sein, daß alle Deutschen sehr wohl darin einig sind, daß ihrem Lande die Aktionsmöglichkeiten für die Zukunft erhalten werden müßten, namentlich für den Fall, daß die Entente ihre Ueberwachung lockern sollte. Dies dürfen wir nie vergessen."

Einem Vertreter desPetit Bleu" erklärte derselbe Deputierte de Launay: Ich habe in Berlin nichtsgesehen, was michvon der ArmutDeutfchlands überzeugen konnte. In ben verschiedenen Gesellschaftsklassen kann I man wie bei uns das Vorhandensein entspre­chender Existenzmittel feststellen. In der Stra-

zeugen und die Nachtlokale gehe« nicht leer aus. Man feiert darin geradezu Orgien. In einem

Der zweite Deputierte de Cassagnacs erklärte einem Vertreter desPetit Journal": Was den Deutschen lästig fällt, das ist die B e - setzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort und die Truppenstärke der Garnisonen im besetzten Gebiet. Man hat uns gesagt: Zieht eure Truppen zurück!" Wir haben ge­antwortet:Gebt uns zuerst sichere Garantien der Abrüstung. das heißt: Haltet euch in den strikten Grenzen des Versailler Vertrags für die Reichswehr und die Schutzpolizei. Wir zweifeln nicht an eurem guten Willen, ober 1914 habt ihr geglaubt, das Proletariat werde den Krieg ver­hindern. Dem ist aber nicht so und heute be­dürfen wir bestimmter und sicherer Garantien." Der Abgeordnete fügte hinzu: Die gegenwärtiae Ueberwachung des Materials urü> der Ab­rüstung kann jedoch nicht ewig dauern und eines Tages werden die beiden Lander sich wieder offen einander gegeirüberstehen. Darum muß man die beiden Meinungen klarstellen, die in beiden Ländern Glauben finden: In Deutsch­land herrscht die Meinung, Frankreich betreibe den Imperialismus und wolle Deutschland ruinieren und in Frankreich herrscht die Mei­nung: Deutschland bereite eine Revanche vor. Das sind zwei Probleme, die man gründlich und öffentlich ohne Rücksicht auf alle Verbandlungen der Regierungen erschöpfen muß. Vor allem muß die französischePropaganda reorganisiert werden. Ihre gegenwär­tige Methode hat nicht bie Ergebnisse gezeitigt, die zu erhoffen wie ein Recht haben. Auch die gegenseitigen Besprechungen zwischen Vertre- tren der Presse einerseits und der Parlamente andererseits sind von großem Nutzen. Man hat uns in Berlin gesagt:Wir haben euch unge­duldig erwartet. Es ist an den Siegern, zu den Besiegten zu kommen." Dem kann nicht wider­sprochen werden. Man muß die Unterredungen dieser Art fortsetzen und ausdehnen. Mein Kollege de Launay und ich sind in diesem Punkte einig und wir sind entschlossen, bald wieder nach Deutschland W gehen.

Sin netter Zwischenfall in Pelersdorf.

Der letzte Gleiwitz-Petersdorfer Zwischenfall, der so viel Staub aufgewirbelt hat, ist noch in aller Erinnerung. Gestern wurde uns nun von Berliner amtlicher Stelle von einem Vorfall Kenntnis gegeben, der sich am Sonntag, 19. Februar, abends gegen 9 Uhr ebenfalls im Stadtteil Petersdorf bei Gleiwitz abgespielt hat. Danach kamen an diesem Tage abends drei französisch« Soldaten (ein Unteroffizier und zwei Mann) au» einem Lokal auf die Straße, wo einige Zivilisten beieinander standen, die, ebne selbst die geringste Veranlassung gegeben zu haben, von den Franzosen belästigt wurden.

1922

EBteffiriiiiäaiw iiiT il MS!»SS»iSMMS»W»M

Ein französischer Soldat gab auf die ZioUiffen einen Schuß ab, ohne zu treffen. Daraufhin begab sich der deutsche Polizeiwachtmeister Paul Rüsenberg auf die Gruppe zu und forderte bte Franzosen in ruhigem Tone auf, auseinander zu gehen und keinen Auflauf zu verursachen. Da­rauf zog der Franzose, der zuerst geschossen hatte, ohne weitere Widerrede abermals den Revolver und tötete den Wachtmeister durch einen Schuß in den Kopf.

Breslau, 22. Febr. Ueber die ftanzösische Bluttat in Petersdorf wird noch berichtet: Die drei Franzosen, die den Mord auf dem Ge­wissen haben, konnten festgenommen werben, als sie den Versuch machten, die Kasernerrmauer zu überklettern. Auch andere ftanzösische Ueber- griffe haben sich in der letzten ZrS ereignet. So wurde ein Chauffeur, der mit seinem Auto mitten in der Stadt vor einem Konzerthm» hielt, von drei französischen Soldaten unter An­drohung von Waffengewalt gezwungen, die Soldaten nach Rybnik zu fahren. Unterwegs erlitt das Auto eine Panne und konnte nicht meiterfahren. Die Franzosen oerprügelten den Chauffeur und stießen das Auto in den Chausseegraben. Am Abend desselben Tage« gingen in Petersdorf drei Franzosen an der Po­lizeiwache vorüber. Einer von ihnen riefHier Pollzei" und schlug die Glasscheiben der Tür in Trümmer. Darauf flüchteten sie, wurden aber von Polizeibeamten eingeholt. Die Soldaten stellten sich ihnen mit gezogenem Seitengewehr gegenüber. Die Beamten mußten sie laufen lassen.

(Man darf gespannt sein, wie sich die sranzösi- schen Justizbehörden diesmal verhakten werden, ob sie auch in diesen Satten Zeter und Mardis schrei«» ober entfchuldlg«nd« Gründe für das brutal« Bar-

daH ht Obers Rieften keines Franzosen Haar W« Deutschen gekrümmt werden dürfe. D. Red.)

Umbildung des franM. Kabinetts?

Paris, 22. Febr. DerDon Soir" hat wr einigen Tagen angekündigt, Poincar« werde das Portefeuille des Außenminssieriums gegen dasjenige der Finanzen vertauschen. Das. Blatt präzisiert diese Ankündigung jetzt dahin, daß Poincarè die Präsidentschaft auch ohne Portefeuille behalten und das Kabinett in der Weise umstellen werde, daß der Finanzminssts de Lasteyrie das Portefeuille für die zer­störten Gebiete übernehmen, der Bankier Sergent, der an den Versailler Friedens­verhandlungen teilgenommen hatte, Finanz- minister werde und der gegenwärtige Bot­schaffer beim Heiligen Muhl, I o n n a r d, schließlich in den Oum d'Orsey kommen würde.

Politische Tagesberichte.

Kein Veamlenstreikrecht. Nach einer Mel­dung aus Weimar antwortete auf eine Anfrage der ~ kommunistischen Partei des Thüringer Landtages über das Beamtenstreikrecht die nur aus Mehrheitssozialisten und Unabhängigen be­stehende Landesregierung, daß das Streifrechi der Beamten nicht ohne roeiteres aus der Reichsverfassung hergeleitet werden könne. Die Anerkennung des Streik rechtes für die Beamten müßte konsequenterweise das Recht zur jeder­zeitigen Losung des Dienstverhältnisses nach sich ziehen. Gegen die Entlassung sei aber der Beamte geschützt. DerBerl. Lokalanz." meldet, daß der Vorstand des Verbandes der Polizeibeamten Preußens eine Entschließung gefaßt bat, in der ausdrücklich festgestellt wird, daß e» für die Polizeibeamten kein Streikrech^ gebe. Im Falls eines Deamtenstreiks hätten die Polizeibeamten ihren Dienst zu versehen.

Die »eamtenleueruuaszuschüsse in Bayern. Die Regierung hat dem Landtag zur möglichst baldigen Verabschiedung einen Gesetzentwurf über die Festsetzung der Teuerungszuschläge für die Staatsbeamten zugehen lassen. Der Teu­rungszuschlag für das Einkommen der Beamten beträgt, soweit es den Betrag von 10 000 Msrf nicht übersteigt, 40 Proz., im übrigen 20 BW» der Teuerungszuschlag für die Kinderplage Prozent.

Zur Frage der Kriegsbeschvldigte«. Ich englischen Unterhaus hat gestern ein Rems» rungsvertreter wiederum bestätigt, daß M Frage der sogenannten Kriegsverbrecher (Aus^ lieferungsfrage) nur von der gesamten Er«rr« entschieden werden könne. Die knt-rallnerw Kommission, bie beauftragt sei, bte von der deckt» schen Regierung getroffenen Maßnahme» (Leipziger Rechtssprechung) zu untersuche», habe ihren Bericht dem obersten Bundesrij überreicht und es fei Sache des Obersten RatU dem Bericht weit« Folge zu geben.