$erla6slettuna: Ad. Jndermüdl«.
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FernivreLaniÄtülle Nr. 1237 und 1238.
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vmMches Organ für Stadt- und Landkreis Lamm
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
gr?44
Dienstag den 21. Februar
1922
Das Renette.
»Lei her Reichsregierung ist die offizielle Nachricht von der Vertagung der Konferenz in g«ma eingetroffen.
- Deutschland soll voraussichtlich an den Dor- ^sarechungen über die Genueser Konferenz teil- «bmen.
- Die Reichsregierung hielt gestern eine Itabinettssttzung ab. in der die Frage der Sachleistungen besprochen wurde.
- In einer Sonderausgabe des Reichsverkehrs- klattes warnt der Reichsvertehrsminister Gröner die Eisenbahn vor einem neuen Streik.
— Nansen weilt« gestern auf der Durchreise «aÄ Kopenhagen in Hamburg und bestätigte die Zeitungsmeldungen. bah in den Hungergebieten Nutzlands die Einwohner die Leichen der verstorbenen Angehörigen verspeisen.
— In Rom verlautet, daß KardinalstaatSsekretär Gaspari au» Gesundheitsrücksichten zurückzutreten be- ebsichtige. Stil sein Nachfolger gilt Kardinal Ceretti, Nuntius in Paris.
Die Schulreform im preußischen Landtag.
Jeder großen staatlichen Umwälzung ist ein Ringen um Erziehungsfragen gefolgt, das, je nachdem es sich um Sieg oder Niederlage handelt, fein besonderes Gesicht zeigte. Die Beurteilung der Schule war stets mit dem Ausgange der Vorgänge verknüpft, die ans Leben des Volkes greifen. So legte man nach dem Jahre 1866 dem alten Moltke das Wort in den Mund: „Der preußische Schulmeister sei es gewesen, der Köniagrätz gewonnen habe", und erlebte dann in den Folge- jahren eine gewisse Befruchtung besonders des höheren Schulwesens. Die Jahre 1806/07 hatten
Aera Friedrichs des Großen, diè <
die ersten
beiden Schlesischen Kriege folgte. So überrascht es durchaus nicht, daß auch unsere Zeit ein verstärktes Interesse für Erziehungs- und Unter- richtsfragen beschieden ist, nur daß Zeiten des materiellen und wirtschaftlichen Elends dem Ganzen leider ihren unvermeidlichen Stempel ausdrücken. Auch im preußischen Landtag ist gegenwärtig wieder eine lebhafte Schuldebatte entbrannt, bei der von links her erneut der Der- fvch gemacht wird, unter Bezeichnung der Schule als eine Pflegestätte der Reaktion, die Einstellung des Geschichtsunterrichtes auf die Gegenwart und Zukunft zu fordern. Man will die Beseitigung des Rückblickes auf die Vergangenheit, da nach Ansicht der Linken die Schule seither „chauvinistisch" eingestellt war. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß der Vorwurf der Züchtung chauvinistischer Gesinnung in der Schule nur bei Deutschen überhaupt denkbar ist. Wir haben die ganze, bittere Wahrheit des Wortes: „Der Sieger hat recht", ««fahren müssen, und wir tun selbst noch ein Lebriges, indem wir in einer geradezu unverständlichen Sucht nach Selbstherabsetzung dem Gegner mit unserer angeblichen chauvinisti angehauchten Erziehung Wasser auf die Mühle liefern- Von diesem Gesichtspunkt aus erhält die Forderung der sozialistischen Schulreformer «ine besondere Beleuchtung und wir begrüßen die gestern gesprochenen Worte des Kultusmi- «»fters: „Die Geschichte unserer großen Vergangenheit ist das Quellgebiet, aus dem alle unsere Kräfte wachsen". Aus diesem Quellengebiet müssen wir natürlich auch heute schöpfen, Um der Gegenwart leben zu können. Ja eine »udere Möglichkeit besteht gar nicht infolge der Stellungnahme der Jugend selbst. Diese Stellungnahme ist das weitaus stärkste Hemm- Uis für die überreformerischen Kreise. Sie über» l«hen, daß in der Jugend der Sinn für die Vergangenheit, für das Heldentum unausrottbar ist- Die Deutsche Jugend wird, so lange unser Dolk nicht gänzlich entartet ist, den Taten der
Männer von Hermann dem Befreier bis öu Hindenburg, noch immer eher ihr begeifter« F Herz öffnen, als den Verfechtern von Zu- ^chstsutopien. Dafür sorgt schon die Gegenwart, für unsere Jugend eine viel eindringlichere Lehrmeisterin abaibt, als alle parteipolitische Natürlich Neben auch wir auf dem Stand- Punkt, daß die E rz i e h u n g zu r St a a t s - ACt «ine Hauptaufgabe ist, aber wir sagen, diese staatsbürgerliche Bildung und Er- ruchung nur durch geschichtlichen Unterricht ver- wittelt werden kann. Zu diesem Zwecke fordern «'r, wie es bereits vor einigen Taaen an dieser M« geschehen ist, für unsere Schule ein ^onal- und Volksbuch im Fichteschen Sinne, Meisternd und erbebend, so wie es Bibel und
Gesangbuch sind. Tüchtige Pädagogen sollten alle Kräfte anspannen, um unserer Jugend dieses Bucy zu schaffen, bezw. zu verschaffen.
Sitzungsberichl.
Abg. K ö n i g - Swinemünde (Soz.): Wir fordern einen Erlaß des Ministers im Sinne der Völkerversöhnung. Aufbauschulen, Hochschulen und Universitäten müssen so zu einander gestellt werden, daß jedem der Aufstieg ermöglicht wird. Im Kultusministerium ist eine Reformabteilung zu schaffen. Die Univerfitätsbil- dung kann sich die Form zum Muster nehmen, die in Sachsen vorbereitet wird. Die Lehrpläne müssen reformiert werden. Die deutsche Jugend muß auf die Gegenwart und nicht auf die Vergangenheit eingestellt werden. Der deutsch- nationale Jugendbund erzieht seine Mitglieder wieder in reaktionärem Sinne.
Abg. Reinhard (Dntl.): Das Kultusministerium ist das eigentliche Wiederaufbauministerium. Der Kultusminister hat sich als Koalitionsminister bekannt. Herrn Braun und Severing können wir nur als Parteiminsster an« sehen. Wir sind für die deutsche Volksgemeinschaft. Wir sind das Volk der Arbeit. Unhaltbar freilich ist der Zustand, daß der Handarbeller auf den geistigen Arbeiter herabsieht. Bildung ist schließlich der einzige Exportwert, der uns geblieben ist. Bei der VolksbU- dung muß besonders die Liebe zur Heimat gepredigt werden. In der Pflege der Sittlichkeit hat der Prozeßweg seinen Weg verfehlt. Wir wollen den deutschen Glauben, die evangeüsche Schule aufrecht erhallen wissen. Den beiden Konfessionen muß der Staat das geben, was sie brauchen.
Kultusminister Dr. Boelitz: Die Erziehung unserer Jugend zur Staatsgesinnung muß eine unserer Ausgaben fein. Dem alten r fein für alles, was
eine andere Staatsform für Deutschland nicht möglich. Die Opposition muß sich, so notwendig auch ihre Kritik ist, vor einer zersetzenden Kritik hüten. Unser Volk ist keine Einheit in dem Sinne, wie es die Einheitsschule zur Voraussetzung hat. Die von der Sozialdemokratte geforderte weltliche Schule widerspricht unserem Schulideal. Bei den Gegensätzen für die Ablösung der staatlichen Leistungen gegenüber der Kirche müssen die Valutaverhältnisse berücksichtigt werden.
Abg. Dr. Schuster (Dopt.): Der Klassenegoismus ruiniert den Staat. Man muß dem Staat die Einzelpersönlichkeit unterordnen. Die Aufgabe einer weifen Staatsregierung ist es, bei der festen Staatsform die Freiheit der ein« Seinen Persönlichkeit zu gewährleisten. Wir müssen uns hüten, durch Zwangsschablonisie- rung Dinge erreichen zu wollen, die nur auf der Grundlage innerlicher Freiheit errichtet werden können. Die Frage der Trennung von Staat und Kirche haben wir leidenschaftslos behandelt, um jedem zu feinem Recht zu verhelfen. Der Kunst muß freie Dahn gelassen werden.
Abg. Kleinfpehn (USP.): Geradezu eine Schande ür die Republik sind die jetzigen Lesebücher. D e Autonomie der Universitäten muß erwogen werden. Für die Kirche, diese reaktionäre Einrichtung, dürfen keine Staatsmittel verwendet werden. Diese Mittel sollte man dem Wohlfahrtsministerium für foziale Zwecke überweisen.
Abg. Dr. Meyer (Kom.): Die staatlichen Zuschüsse für die Kirche bedeuten eine Verschwendung des Volksvermögens. Das Kirchen» gut ist vielfach durch Mißbrauch der opostoli- fchen Macht erworben worden.
Abg. Hoff (Dem.): Ohne Ansehen des Standes und der Konfession müssen Staatsbürger herangebildet werden. Wie ist gerade die Landschule von den früheren Konservativen be»
aatsform auch in bie
Erziehung zur Staatsgesmnung, zur Staats^ idee, hat in der Vergangenheit vielfach gefehlt. Die deutsche Bolkspartei wollte, als die große Koalition gefordert wurde, an der Kulturmission mitarbeiten. Die Koalition fordert von jeder Partei vorläufig viele Opfer. Koalition heißt Arbeitsgemeinschaft, nicht Gesinnungsgemeinschaft. Das große Ideal unserer Jugend wollen wir aber nicht verslattern lassen. Sie soll ein« strömen in den gegebenen heutigen Staat. Das nenne ich Erziehung. Nicht sentimental zurückschauen dürfen wir, sondern wir müssen aus der Vergangenheit die Kräfte für den Wiederaufbau hervorholen. Die Verfassung garantiert Konfessionssckulen. Die Gegner sollten den Bogen in diesem Kampfe nicht überspannen. Herr Haenisch hat Klassen errichtet für die Schüler, die am Religionsunterricht nicht teilnehmen. Er weiß, daß ich chn deshalb bekämpft habe. Heute aber ist eine Aufhebung dieser Klassen unmöglich. Wo bleibt denn der Gedanke der Einheitsschule, wenn mit Abspkitterungsbsstrebungen gearbeitet wird? (Zustimmung rechts). Auch der Lehrermangel für diese reine weltliche Schule erfüllt uns mit größter Besorgnis. Nötigenfalls muß die Angelegenheit durch ein Reichsnotgesetz geregelt werden. Die weltliche Schule muß heraus aus dem Streit der Parteien, sie muß in die Bahn der pädagogischen Erörterungen und der praktischen Versuche übergeführt werden. Die Richtlinien sürVolksschulen werden demnächst erscheinen. In der Frage der Reli- gionsstundenzahl sind wir in neue Verhandlungen eingetreten. Auch über die Schwierigkeiten der Simultanschulen werden Verhandlungen geführt mit Hessen-Nafsau und F r a n k f u r t. Die deutsche Oberschule und die Wiederaufbauschulen halle ich für die Schrittmacher ber neuen Schulreform. Am 1. April werden 50 Aufbauklassen vorhanden sein, die nach dem Tvvus der Oberschule oder der deutschen Realschule aufgebaut werden. Wir werden hierzu Lehrpläne herausgeben. Die Lehrerbildung muß einheitlich für das ganze Reich geregelt werden. Bei den höheren Schulen wird an der neunjährigen Dauer festgehallen werden. Die Befürchtung, daß das Lyzeum vernachlässigt wird, ist grundlos. Die n e u e n G e- chichtsbücher müssen Staatsbücher fein. Ueber die notwendige Reform der Universität herrscht Uebereinstimmung zwischen dem Ministerium und den einzelnen Universitäten. Für die Studentenschaft als staatlich anerkannten Selbverwaltungskörper verlange ich die akademische Freiheit. Wir wollen eine Jugend heranbilden, die ihre Arbeit in den Dienst der Volksgemeinschaft stellt, ^«^«»»i »er ÜUrJ: Mir fange Atzt tst
Vorschläge für die Ausgestaltung der Zahlungen sowie der von Deutschland angebotenen Garantien und des von Deutschland vorgeschlagenen Finanzprvgramrns beschäftigen. Von dem Ausgang dieser Berahmgee wird es abhängen, ob Deutschland ein Mora» torium zunächst für 1922 bewilligt wird. Bei Bejahung dieser Frage werde die ReparnÜons» kommission entscheiden, wie die entsprechend dem Londoner Ultimatum von Deutschland zu leistenden Zahlungen ermöglicht werden solle» und ihre Entscheidung über die Verteilung bet Geld- und Sachleistungen festsetzen. Gleichzeitig werde sich die Reparationskommission mit den Garantien zu beschäftigen Haber», auf Grund deren das Moratorium für 1922 festgelegt werden soll. Diese Garantien werben sich auf dick Herstellung des Gleichgewichts des deutschen' Staatshaushalts, auf die Einschränkung des Banknotenumlaufes, die Erfassung der fremdsk Devisen und auf die Maßnahmen gegen die Kapitalflucht ins Ausland beziehen. Der deutschen Regierung würde nur eine kurze Frist zur Durchführung dieser von der Reparationskom- mission angeordneten Maßnahmen demütigt werden, wobei das Garantiekomitee bt^ Durchführung dieser Maßnahmen durch die deutsche Regierung überwachen werde. Die Verteilung der deutschen Zahlungen während des Moratoriums bleibe einer Sonüerberatrmg Dorfes» Hallen.
Die Form der deustchen Sachfetflrmgeik
Verhandlungen des Retchskabiaelt».
Berlin, 21. Febr. Vor einigen Woche» beschäftigte sich die französische Kammer mit dem Ergebnis von Cannes und der Frage der beut» schen Reparationsleistungen. Gewissermaßen als Resultat dieser Kammerdebatte, erhielt dann eine Abordnung der Reparationskommission unter der Führung des belgischen Vertreter» Bemelmans den Auftrag, nach Bertz» M reifen, um insbesondere darüber zu verhandeln, in welcher Form die Sachleistungen über da- Jahr 1922 von Deutschland ausgebracht werdet sollen. Die Kommissionsvertreter trafen. - tme schon gemeldet, vor etwa acht Tagen in Berlin ein. Bald nach feiner Ankunft startete Herr Be» melmans dem Reichsminister Dr. R a t h e n a n einen Besuch ab, wobei die Modalitäten der Aufbringung der Sachleistungen eingehend besprochen wurden. Im Anschluß hieran begannen dann die eigentlichen Verhandlungen mit de» Vertretern der zuständigen Amtsstellen. Hauptzweck dieser Beratungen ist im besonderen die Ablösung des bisher gebundenen Verkehrs durch einen freien oder gemischten Verkehr. Bei diesem Problem handelt es sich um folgendes: Seit etwa drei Monaten nach Abschluß des Versailler Vertrages reichten bekanntlich die Franzosen dem deutschen R-ichstommissar zur Ausführung der Wiederaufbauarbeiten Listen ein, auf denen die von Frankreich zum Wiederauf» bau feiner zerstörten Gebiete benötigten Waren verzeichnet stehen und angefordert werden. Der Reichskommissar seinerseits stellte dann ein Gegenangebot auf, in dem er angibt, wieviel und für welchen Preis Deutschland liefern kann. Dieser gebunbene Verkehr hat sich aber mit bet Zeit als bürokratische Einrichtung erwiesen uns einem großzügigen Lieferungsverfahren . mancherlei Hindernisse bereitet Die Reichsregierung hielt gestern nachmittag eine Kabinellssitzung ab, in der über diesen gesamten zur Debatte stehenden Fragenkomplex beraten wurde. Wieviel Zeit die hiesigen Derhaâmgen Bem* mans noch beanspruchen werden, steht noch nicht fest, doch dürfte sein Aufenthaü in Berlin noch etwa eine Woche währen.
ID eifere SackckresernnssUbksmmsn?
Berlin, 20. Febr. Die „Deutsche Allg. Ztg/ erfährt, daß die deutsche Regierung im^Lcgrifse steht, ein ähnliches Abkommen über Sachliefs- rungen„ wie es mit der frchckzösiichen Regierung in Wiesbaden abgeschlossen worden ist, auch nM den übrigen feindlichen Staaten obzufchließe». Rach diesem Abkommen sollen die Angehörig« dieser Staaten das Recht haben, SarèntintawP und Bestellungen, sofern sie im einzelnen >raM den Betrag von 100 000 Francs übersteigen, * Deutschland zu tätigen. Die Bezahlung soll derart erfolgen, daß die Käufer nur den Bisher in Waren verkörperten Robttvfle in D«MM entrichten. Für die deutsche Arbeit soll her Lieferant vom Reich die Bezahlung in Papi«» mark erhalten. Dem Reich soll biHer Betragt« Gold umgerethnet, ans Reparâouskanto g»m geschrieben werte«.
den Kampf um Schule hereingetragen hat. Bedauerlich ist fer» ner, daß unsere akademische Jugend für den Gedanken der Demokratie so wenig Verständnis zeigt. Unsere Grundschule, unser Dildungswesen, steigt und fällt mit der Lehrerbildungsfrage. Wir wünschen baldige Klarheit hinsichtlich der Aufbauschule. Die Berufsbildung der Lehrer muß im engsten Anschluß an die Universitäten erfolgen. Eine konfessionelle Lehrerbildung lehnen wir ab. Die würde der Verfassung zu- widerlaufen. Die Ausgaben für unsere Jugend sind gut angelegt.
Damit war die Debatte beendet, sie soll heute fortgesetzt werden.
Gröner warnt vor einem neuen Streik
Berlin, 21. Febr. In einer Sonderausgabe des Rsichsverkehrsblaktes nimmt der Leichsverkehrsminister zu der ZNögllchkeii einer Wiederaufnahme des Eifenbahaerstreiks wie folgt Stellung:
Der Vorstand der Leichsgewerkfchaft deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter beschäftigt sich neverdiugs mit dem Gedanken einer Wiederaufnahme des Streiks. Ich mach« darauf aufmerksam, datzdec Reichstag in seiner weitüberwiegenden Mehrheit den Standpunkt der Regierung in der Streif frage gebilligt hat. Der Herr Reichskanzler hat zu dieser Frage in der Reichstagssihung vom 9. Februar ds. Is. nachdrücklich erstatt, daß ein Streif recht für denBeamten nichtbestehe und er bat die Arbeitsniederlegung eines Teils der Reichs- bahnbeamten als eine Revolte in der Beamtenschaft ge brandmarkt. Da- nach müßte bei einer Wiederholung solcher Vorkommnisse gegen jeden die Arbeit nieberkgen- den Beamten mit aller Schürfe eingeschritten werden. Die diesmal geübte Schonung der Mitläufer könnte nicht mehr in FrsM kommen. Die hier roiebergegebene Erklärung des Herrn Reichskanzlers widerlegt aber auch die von der Reickogewerkfckrafi verbreitete Darstellung, wonach die Reichsregierung die jüngst begangenen Verfehlungen nachträglich milder beurteilen wird als bisher. Maßgebend für bk Beurteilung sind allein bk im Kabinett ausgestellten, im Reichstag von mir bekanntgegebenen und dort Oten Richtlinien, für deren Einhaltung ich e Verantwortung trage. Ich habe Anlaß, dies mit Rücksicht auf das pflichttreue Personal und auf die mit der Untersuchung der Dirzipli- narsälle betrauten Stellen besonders zu betonen.
Die deutschen Zahlungen.
Paris, 21. Febr. Nach der Meldung eines hiesigen Korrespondenrbüro» wird die Reparation-kommission sich, sobald sie den offiziellen Auftrag der «Liierten Regierungen erhalten hat, sofort mit ber Krüluno der deutschen