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General-Anzeiger
nzeiger
Verlagsleitung: Ad. Indermüble.
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Amtliches Organ für Stadt- ant Landkreis Saturn I Reklamen August Brodt. alle in Sanau a. Main. Rotationsdruck der Waisen Hausbuckdruckerei Sanou.
Rerniprecbanfcblürie Nr. 1237 und 1238.
Erschein! täglich mü Ausnahme der Sonn, und Feiertage
«r. 39
H
Mittwoch den 15. Februar
1922
Das Neueste.
— Die Gütersperre vom besetzten nach dem gesetzten Gebiet, die durch den Eisenbahnerstreik eingeführt worden war ist wieder aufge- hoben worden.
— Don der ungarischen Staatsanwaltschaft ist auf Veranlassung des Offenburger Gerichts »SM die Erzbergermörder ein Steckbrief er« Wen worden.
— Heute mittag wird im Haag im großen, Derichtssaal die Eröffnungssitzung des Inter- Mttonalen Gerichtshofes stattfinden.
— Die Insel Sylt ist vom Festland durch bar Eis abgeschnitten. Es herrscht großer Lebensmittelmangel und große Kohlennot. Infolge des Eises ist auch der Dampferverkehr zwischen der Nordsee und der Stadt Danzig eingestellt.
Auf den finnischen Innenminister wurden drei Revolverschüsie abgegeben, an deren Folgen der Minister gestorben ist. Der Täter wurde verhaftet.
— Zwischen dem Vertreter der Sowjetregie- cung und der französischen Regierung ist ein stemösisch-russischer Vorvertrag abgeschlossen worden.
— Die Lage in Irland ist wieder bedenklicher. Bei einem Kampfe in Belfast wurden 7 Personen getötet und 11 schwer verletzt.
Hm Wirchs Kanzlerschaft.
Lustpllung des Problems der großen Koalition.
Heute nachmittag 4 Uhr soll die große Entscheidung über das Schicksal des Ministeriums Zx. Wirth fallen. Bis zur Stunde läßt sich, noch
^WMen, wie Ä oo die Fäden bet ve politischen Interessen sehr verworren liegest eine völlige Klarheit über die Stellungnahme sämtlicher Parteien noch nicht geschaffen ist. Die Fraktionsberatungen sind noch nicht abgeschlossen, im Gegenteil sie werden eifrig fortgeführt, da am Vorabend der Entscheidung von demo- trafifther Seite das Problemdergroßen Koalition von neuem wieder aufgerollt worden ist. Diesem Problem, dessen Verwirk- ichung der „Hanauer Anzeiger" von jeher als sfftrebenswert vertreten hat, scheinen jedoch die Deutsche Dolkspartei, wie die Sozialisten skeptisch gegenüberzustehen. Letztere scheinen den Bedanken der Regierungserweiterung nach rechts überhaupt abzulehnen, während die Deutsche Dolkspartei dergroßen Koalition unter der Kanzlerschaft Dr. Wirths wohl kaum zustimmen kann, da sie ja zu letzterem seit Samstag in offene Opposition getreten ist. Don dieser Kampfansage kann sie jetzt so ohne weiteres nicht $trrü(ftreten, wenn sie auch den guten Willen hat, sich ohne Rücksicht auf Personen zur gemeinsamen Arbeit in der Regierung zusammen- züfinden. Es würde also, wenn in dieser Stunde der Gedanke der großen Koalition verwirklicht werden sollte, nur eine sofortige Umbildung des Kabinetts übrig bleiben, was jedoch an der ablehnenden Haltung der Sozialdemokraten scheitern würde. An die Bildung der großen Volksgemeinschaft ist also vorläufig nicht zu denken und der Reichstag wird sich heute lcdig- »ch mit der Vertrauensfrage zu beschäftigen haben, einer Vertrauensfrage, deren Wortlaut "och nicht bestimmt feststeht. Man operiert im» wer noch an dieser Frage herum, schneidet hier
Wort ab, fügt dort etwas ein und wenn die Sacke fertig ist, nennt man dann das Ganze: .Vertrauensvotum!" Bei diesen Operationen h-gè man besonders nach den Unabhängigen — °mer Partei des Umsturzes — aus, um diese für die Vertrauensfrage zu gewinnen . . .
Ueber die Fraktionsbesprechungen liegen folgende Meldungen vor:
vor der Abstimmung im Reichstag.
Berlin, 15. Febr. Die Lage am Vorabend der Abstimmungsentscheidung über den Bestand des Kabinetts Dr. Wirth ist noch völlig unge»
Es sind Versuche des Zentrums und der Demokraten zu verzeichnen, für Dr. Wirth eine möglichst große Mehrheit zu gewinnen. Ob sie dkfvlgversprechend sind, wird die Abstimmung Men. Die Sozialdemokraten ver- luchen, das Vertrauensvotum so zu formulieren, die Zustimmung der Unabhängigen erlangt wird. In der Haltung der bei- Rechtsparteien ist eine Aenderung Wt zu verzeichnen. Die Bayerische Dolkspartei hat bisher zu der Frage des Vertrauensvotums keine Stellung genommen.
nimmt an, daß sie die Zustimmung frei- Z'oen wird. Die für Dr. Wirth erzielte Mehr- *« wird aller m^MrfiAf nach recht Munal
sein und für einen dauernden Bestand des Kabinetts nicht ausreichen.
Die Frakkionsberalungeu.
Berlin, 15. Febr. Die gestern abend abgehaltenen Fraktionsbesprechungen der Deutschen Dolkspartei und der Sozial- demokraten haben auf Grund der Verhandlungen der Parteiführer am Nachmittag neue Gesichtspunkte ergeben. Es sind neue Verhandlungen über die Bildung einer großen Koalition eingeleitet worden, denen aber sowohl die Deutsche Dolkspartei wie die Sozialisten skeptisch gegenüberstehen. Die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten. Sie haben gestern abend beschlossen, morgen den Antrag zu unterstützen, den der Reichskanzler annehmen wird. Sie lehnt es aber ab, zum Zwecke der Beeinflussung auf die Abstimmung eine Erklärung über die große Koalition abzugeben. Damit scheinen aber die Verhandlungen über die große Koalition jedenfalls für den Augenblick vertagt worden zu sein.
Eine Erklärung der Unabhängigen.
Berlin, 15. Febr. Die Fraktion der Unabhängigen hat beschlossen, gegen den Antrag Marx und Petersen sowie Müller - Franken: „Der Reichstag billigt die Erklärung der Regierung" zu stimmen. Sollte dem Reichstag von den Regierungsparteien ein anderer Antrag vorgelegt werden, dann wird die Fraktion der Unabhängigen erneute Stellung nehmen und es wird dabei für die Entscheidung der Fraktion von Bedeutung sein, ob Garantien und Sicherungen gegen Maßregelungen der Beamten und Arbeiter aus Anlaß des Eisenbahnerstreikes gegeben werde.
Berlin, 15. Febr. Die Plenarsitzung des Reichstages beginnt heute um 2 Uhr. Es sollen zuerst drei Redner noch zum Reichsmietengesetz sprechen. Um %4 Uhr wird die Debatte über die Regierungserklärung beginnen. Die Aussprache wird wahrscheinlich kurz sein, da die Parteien hauptsächlich nur Erklärungen abgeben werden. Um 4 Uhr beginnt die Abstimmung.
Slegerwalü über seine Volks- gemeinschafk
Bochum, 13. Febr. Der ehemalige Ministerpräsident Stegerwald hat seine Hoffnung, die Deutschen wieder zusammenzubringen, noch nicht aufgegeben. In einer von den chrisllichen Gewerkschaften anberaumten großen Versammlung sprach er hier über die Frage der deutschen Volksgemeinschaft. Zurückgreifend aus feine Essener ^rogrammrede entwickelte er seine Auffassung über die Wege zum Wiederaufbau Deutschlands, der nur durch Schaffung eines sozialen Staats, unbeeinflußt von Klassen- und Parteipolitik, erreicht werden könne. Eine weitere Förderung der von ihm gezeichneten Linie erwartet Stegerwald von der großen Koalition in Preußen. Von dem Besitz verlangt er, daß er ein großes, sichtbares Opfer bringe. Im übrigen forderte Stegerwald mehr Arbeit, jedoch ohne Preisgabe des Achtstundentags, und eine gesunde Bilanzierung der Post und der Eisenbahn. Don der Landwirtschaft forderte er eine Steigerung der Erträgnisse zur Sicherstellung der Volksernährung.
Asch dem Eisenbahnerstreik.
Die Lage abermals ernst?
Essen, 15. Febr. Gestern tragte hier eine Beamtenversammlung, welche von 4000 Personen besucht war. In erster Linie kamen Vor- würfe gegen die Regierung zum Ausdruck, da sie doch Maßregelungen überall durchführen wolle. Die Beamtenschaft könne sich das nicht bieten lassen. Vertreter der Postbeamten versicherten Solidarität. Ein kommunistischer Redner fordert« die Räterepublik. An anderen Orten fanden ähnliche Versammlungen statt. Auch im Elberfelder Eisenbahndirektionsbezirk betrachtet man die Lage ernst.
U. 5. p- v.-Hehe in Bagern.
München, 15. Febr. Nach den „Münchener Neuesten Nachrichten" sind Anzeichen dafür vor- Handen, daß die Unabhängigen auch in Bayern am Werke sind, einen neuen Eisenbahnerstreik in Szene zu setzen.
Haftbarmachung d« LIsenbahnslsku».
Die deutsche Arbeitgeber-Zeitung wendet sich mit einem Stuf ruf an alle Geickâd taten worin
es u. a. heißt: Der Streik der Beamten der Reichseifenbahnen hat Tausenden von Arbeitgebern schweren Schaden verursacht. Wertvolle Transporte sind verdorben oder verloren gegangen. Zahlreiche Betriebe sind zur Stillegung gezwungen worden. Da nicht höhere Gewalt, sondern frivole Verletzung der Beamtenpflichten vorliegt, haben die Arbeitgeber Anspruch darauf, daß ihnen der Schaden ersetzt wird. Wir beabsichtigen, den Reichseisenbahnfiskus haftbar zu machen. Alle durch den Streik unmittelbar geschädigten Arbeitgeber bitten wir, uns möglichst bald die Art und den Umfang des ihnen zugefügten Schadens mitzuteilen.
Ein neuer Dankerlaß des Reichsverkehrs. Ministers.
Berlin, 13. Febr. Das Reichsverkehrsblatt veröffentlicht folgenden Dankerlaß des Reichsverkehrsministers an das pflichttreu gebliebene Personal und die Technischen Nothelfer:
Dem Aufruf der Reichsgewerkschaft zu einer allgemeinen Dienstverweigerung ist ein Teil der Eisenbahnbeamten unter Verletzung ihrer Dienstpflicht gefolgt. Hunderttausends aber sind sich ihrer Verantwortung gegen das Vaterland bewußt geblieben und haben, allen Drohungen und Lockungen trotzend, treu auf ihrem Posten ausgeharrt. In großer Zahl sind sie ohne Rücksicht auf ihre Stellung an den Platz der ""lichtveryessenen getreten und haben un- ermüdllch unter Gefahr für Leben und Gesundheit ungewohnte Verrichtung übernommen. Mit demselben staatstreuen Opfermut hat sich die Technische Nothllfe für den Eisenbahndienst eingesetzt. Ohne Verzug sind ihre Mitglieder überall dem Ruf der Führer gefolgt und haben sich den durch die Ungunst des Wetters noch besonders erschwerten Arbeiten unter äußerster Selbstverleugnung unterzogen. Zu ihnen sind die Arbeiter getreten, die, einige Punkte des Seid)es ausgenommen, getreu ihrer Pflicht ihre Arbeit nicht verlassen haben. In richtiger staats- nnliiiidier Erkenntnis haben ihre Rührer den Streik
und schwersten wirtschaftlichen Schädigungen bewahrt. Darum sage ich allen den pflichtgetreuen Beamten, Angestellten und Arbeitern wie den beherzten Nothelfern für ihre aufopfernden Leistungen meinen wärmsten Dank. Ich freue mich besonders, diesen Dank ohne Einschränkung dem Personal der Reichsbahn in Bayern und Württemberg aussprc- chen zu können, das diesen Teilen des Reiches das verhängnisvolle Schauspiel einer Dienstoerweige- rung völlig erspart hat. Möge der Verlauf der Bewegung zur Folge haben, daß sich nunmher Pflichtbewußtem und Verständnis für die bestehenden Ctaatsnotwendigkeiten in allen Kreisen der Beamtenschaft durchsetzen. Nur so kann das Verkehrswesen einer baldigen Gesundung entgegengeführt und die dem Berufsbeam entum drohende Gefahr beseitigt werden, gez.: Der Reichsverkehrsminister Groener.
Wirtfchafisbeihilse« für die Beamten.
Berlin, 15. Febr. Im Reichsfinanzministerium wurde unter dem Vorsitz de^ Ministerialdirektors Schlieben die Besprechung mit den Spitzenorganlsationen der Beamten über die Einführung von Wirtschaftsbeihilfen für die Beamten fortgesetzt Uebereinstimmung herrschte unter den Spitzenorganisationen darin, daß in den Orten, in denen die Arbeiter Ueberteue- rungSZuichüsfe erhalten, den Beamten Wirt- schaftsbelhilfen von 250 Mark gewährt werden sollen. Der Vorsitzende gab namens der Reichsregierung die Erklärung ab, daß die Regierung Wert aus möglichst rasche Erledigung dieser Angelegenheft lege, um die Wirtschaftsbeihllfen auszahlen zu können.
Die Reform -es deutsche« Rechtes.
Im Hauptausschuh des Reichstages macht« bei Behandlung des Etats des Reichsjustizministeriums Reichsjustizminffter Dr. R a d b r u ch ausführliche Angaben über feine Bestrebungen, das geltende Recht zu reformieren. Die große Reform des Strafrechts und des Strafprozesses würden möglichst beschleunigt. Die Aufstellung des neuen Strafgesetzbuches, die einer neuen Strafprozeßordnung und des Straf- vollzugsgesetzeg vorangehen soll, werde im Justizministerium voraussichtlich im Sommer ds. Js. beendet sein. Inzwischen soll die Straf- gerichtsverfossung den dringendsten Aenderungen durch Einzelgesetze unterzogen werden. Dahsti gehört vor allem die Besetzung der Gerichte erster und zweiter Instanz mit Laien, die Einführung der Berufung in allen Strafsachen (ausgenommen in schwur- und reichsgerichtlichen Sachen). Auf Dem Gebiet des Zivilprozesses würden das Güteversahren und Beitreibungsverfahren wesentliche Punkte bilden. Das Recht der a u ß e r- ehelichen Kinder unterliegt einer Neu- regelung Auch die Frage der Aenderung des Ehescheidungsrechtes werde geprüft. Schließlich sei die Reform der juristischen Bor« biüuiRO in Sinariff aennmntaB.
Das Reich mH 8750600 WK. Kapital als Aktionär.
Berlin, 14. Febr. Der Hauptausschuß des Reichstags erledigte heute die Beratung über den Etat des Reichsschatzministers. Für die Stickstvffindustrie wurden im Rahmen des Haushalts dieses Ministeriums seitens der Regierung 470 Mill. Mark beantragt. Da aus der Mitte des Ausschusses Bedenken geäußert wurden, wurde beschlossen, zur Prüfung dieser Frage einen Unterausschuß unter dem Vorsitz des Abg. Semmler einzusetzen. Der Hauptausschuß stimmte schließlich den Doricklägen -er Regierung zu, die darauf hinausliefen, daß das Reich sich mit einem Aktienkapital von 6 250 000 Mark bei der Deutschen Leder-Aktiengesellschaft und mit 2 500 000 Mark bei der Allgemeinen Schuhindustrie Akt.-Ges. beteilige, die baldigst gegründet werden. Durch die Annahme des Ultimatums vom 5. Mai 1921 sind viele Reichs» verpflegungs- und Reichs-Äekleiöungsämter entbehrlich geworden. Im Interesse der Reichskasse sollen diese insgesamt an die geplanten Aktiengesellschaften vermietet werden. Als Gesellschafter werden an der Deutschen Leder- Aktien-Geselllckaft auch die Landwirtschaft, die Konsumgenossenschaften sowie weite Kreise von Handel, Industrie und Handwerk teilnehmen.
Die Besetzung von Frankfurt u.Kaua«..
Das den Franzosen die Besetzung kostete.
Paris, 14. Febr. Die Finanzkommission M> französischen Kammer wurde gestern durch die Tatsache überrascht, daß für das Budget von 1921 Nachtragskredite von anderthalb Milliarden verlangt werden. Die interessanteste dieser Nachtragskredite beläuft sich auf 1 9 0 M i l - l i o n e n F r a n k e n für die Kosten der Mobilisierung des Jahrgangs 1919 zur Besetzung von
Deutschland zu deckenden Auslagen schreiben, die Regierung würde einem derartigen Auswege sehr gern zustimmen, aber sie muß de» großen Bedenken Rechnung tragen, die England und Italien dagegen erheben, die immer daraus Hinweisen, daß Frankreich die Kosten dieser Operation selbst zu bezahlen habe, weil es diese allein beschlossen und allein unternommen habe. Bisher wurde nicht entschieden, auf welches Konto die 190 Millionen zu schreiben seien.
Gegen die Verschiebung der Genua- Konferenz.
Rom, 15. Febr. An maßgebender Steve wird versichert, die italienische Regierung denke durchaus nicht daran, das für die Konferenz von Genua festgesetzte Datum zu verschieben. Hierzu wäre eine Vereinbarung unter den Mächten notwendig, die die Konferenz einberufen hätten. Bisher habe aber die italienische Regierung von keiner Seite ein derartiges Ersuchen erhalten. Die italienische Regierung hat die Verbündeten gebeten, die Zusammenkunft der Schatzminiuer, die die letzten Vorschläge Deutschlands in der Reparationsfrage beraten sollen, bis nach dem Ausgange feiner Parla- mentskrife zu verschieben, da bis dahin kein einziger italienischer Minister in der Lage wäre, Rom zu verlassen.
Paris, 15. Febr. Einer Havasmeldung aus London zufolge soll die englische Regierung mit einer Verschiebung der Konferenz von Genua um 14 Tage einverstanden sein, falls auch die italienische Regierung einem solchen Plane zustimmen sollte.
Bsdenkstche Lage in Frla«-.
paris. 15. Febr. Die Lage in Irland ist so bedenklich geworden, daß die englische Regierung alle anderen Fragen, namentlich die außenpolitischen Fragen, $. B. die Beantwortung der poincarèRote über die Konferenz van Genua, beiseite legen läßt. Alan befürchtet nicht nur, daß zwischen Nord- und Südirland ein Bürgerkrieg ausbrechen wird, sondern bat allen Grund, auch einen Staatsstretch der irischen Republikaner zu befürchten, die â Anhänger von De Valera die provisorische Regierung des n^uen Staates Irland stürzen ane an ihre Stelle die Republik Irland fetzen wollen. Unter diesen Umständen hat die britische Regierung die Räumung Irlands durch engltfdw Truppen verschoben. Der Minister Churchill hat im Unterhaus die Erklärung abgegeben, sag dem Ulstersührcr Iames Craig Verstärkungen zur Verfügung gestellt werden, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Stadt Belfash die seit 4 Wochen in vollem Frieden lebt, Hat gestern den blutigsten Tag seit 6 Monaten erleben müssen. 7 Personen wurden getötet und 17 schwer verletzt. Die Läntpse werde» wa^ toeiniich wieder besinnen.