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Amtliches Organ für Staöt- Mö Landkreis
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Jndermübl«.
Verantwortlich: für volitilchen und allgemeinen Teil Richard bultsch; für lokalen undvrovinziellenTeil iowie Sport Wilhelm Moritz; für Anzeigen uab Reklamen August Brodt. alle in banau a. Maur. Rotationsdruck der Wailenbausbuchdruckerei Sana».
Fernivreckanicklülle Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 34
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Das Neueste.
— Der Dienst im Eisenbahnbetrieb ist gestern jezw. heute überall wieder ausgenommen vordem
— Der Groß-Berliner Kommunalausstand ist ebenfalls abgebrochen worden.
— Der rheinische Sonderbündler Dr. Dorten hätte eine Unterredung mit Poincars über die nn Rheinlands zu treibende Propaganda.
— Aus Tokio wird gemeldet, daß der Finanzminister Sckang-Hu bemiffioniert hat.
Zur Beilegung des Eifenbahner- streiks.
Der Eisenbahnerstreik ist beigelegt — die klrbeit ist zum größten Teil wieder ausgenommen — die Räder, die fast acht Tage still gestanden haben, werden wieder in Bewegung gesetzt und alles wird wieder sein wie zuvor. Stimmt die letztere Annahme? Nein, denn die Wirkungen dieses Streikes werden wir
erst noch zu spüren bekommen, mir — das ganze Bvlk. Der der Allgemeinheit zugefügte Schaden Materieller und morasischer Art ist so gewaltig, tag mir von einer Nachwirkung nicht verschont bleiben werden. Es hat noch keinen Streik ge- 5eben, der nickt seine Nachwirkungen gezeitigt aite und sie werden bei einem Streck, der geeignet ist, den Lebensnerv des deutschen Volkes lmd dessen Wirtschaftsleben zu zerschneiden, nicht «usbleiben. Wir erinnern nur an den Eifen» bahnerstreik im Saargebiet 1919, wobei es sich um einen polnischen Streik handelte. Bald nach Leendiguna des Streikes stiegen sämtliche Ls- bensmittelpreife fast auf das Doppelte und als sie diese Höhe einmal erreicht hatten, gab es kein Sinken mehr. Und wer wird von diesen Mchwirkunoen «tu meisten betroffen? Die Seile drs deutschen Volkes, die arbeitend ihr Brdt' verdienen— und das sind doch mindestens ho^ in die 90 v. H. des gesamten Volkes —, Sie bereits ihr gerüttelt Maß von Sorgen und Entbehrungen tragen und nicht recht mehr aus Noch ein wissen. Und daß dieser Streik gegen den zlrleitgeber staat die Allgemeinheit treffen Mußte, und daß ein etwaiger Streikerfolg nur auf Kosten der Allgemeinheit, die die Streikenden ebenso gut erfaßt, wie die übrige Bevölkerung, errungen werden konnte, mußte von vornherein bie einfache wirtschaftliche Ber» hunft sagen. Diese einfache Wahrheit war jedoch den Streikführern nicht eigen, nahmen zwar die Verantwortung für den stusstand auf sieb, feine Folaen aber hat die Allgemeinheit zu tragen. Es wäre daher vollkommen falsch, wenn nunmehr nach Beilegung des Streikes alles mit dem Mantel verzeihender Liebe zugedeckt werden sollte. Wir teilen vollkommen die Ansicht der Regierung, daß von einer MassendiszipUnierung Abstand genom» Wen werden soll, müssen aber fordern, daß die Vtreikhetzer zur Verantwortung gezogen wer- wn, um zu verhüten, daß in Zukunft dem »Bater Staat" jeden Tag der Dienst aufgesagt werden kann. In dieser Beziehung scheint die Regierung auch festzubleiben, wie ?us einer unten folgenden Meldung her- dvrgeht. Es muß weiter eins vollkommen eindeutige Klärung herbeigeführt werden, die für das weitere Verhalten der Beamtenschaft Mid der Regierung maßgebend zu sein hat. Diese «Gurung ist notwendig, wenn wir nicht einmal Punkt erreichen wollen, wo das Bestehen des Otaates in Frage gestellt ist. Das „Es erreicht," dürfte gegeben fein, wenn Staats» drucke in Masse den Staat als Feind behandeln möchten, demgegenüber keine Rücksichten Treu und Glauben mehr gelten sollen.
Der nuninehr beigelegte Streik war Neben seiner Verfassungswidrigkeit, wie wir an dieser Stelle von vornherein betont haben, sucht nötig. Man hat uns in Kreisen der ssreikeni-en Beamtenschaft diesen Standpunkt stark verübelt, dennoch vertreten mir auch heute ?dch mit Nachdruck unsere Stellungnahme, und lagen, unter Verneinung de» Streik- techtg für Beamte, daß fü tod) nicht der gering fte G------... siegen hat. Fmanzmiuijter Dr. Herme» hat Mirena den Verhandlungen mit den Gernert» Wien am Montag zum dritten Male erklärt, da ßdie Diegierung bereit gewesen sei und bereit die Grundgehälter der Beamten uadjguprü» Ito und die nötigen Besserungen vorzunehmen. Diese Erklärung ist bereits am 21. Januar im Reistag ausgesprochen worden und der 23. ZUAchug des Reichstage» hat sie wiederholt.
also ein Grund zum Ausstand vorhanden? 'ieliii Es wäre Pslicht der Streikführer ge» "'icn, si a L ie Frage vorzulegen: Werl« ug - bie berechtigten Wünsche der "‘fenbagnbeamten? Und man hätte *W au her MuitMutiuni; N jemand mm»
ür den Streik
rund vor-
Donnerstag den 9. Februar
1922
men müssen, weün man dis zuständigen Stellen, Regierung und Reichstag, ins Auge gefaßt hätte. Beide Instanzen verschließen sich nicht der Erkenntnis, daß das materielle Dasein der Beamtenschaft gesichert sein muß. Aber auch das geplante Arbeitszeitgesetz — das auch im Eisenbahnwesen den tatsächlichen Achtstundentag verwirklichen soll — gab keinen Grund zu diesem fur^oaren Ausstand. Das Arbeusgssetz lag und liegt zunächst nur im Referentenentwurf vor und der Eisenbahnbsamtenschaft wäre noch reichlich Gelegenheit gegeben worden, zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen, bevor es Gesetz geworden wäre. Ein Antrag auf Anhörung der Vertreter der einzelnen Organisationen hätte genügt, um diesem Wunsche zu entsprechen. Dam bedurfte es keinesfalls der Anwendung des furchtbarsten Kampfmittels gegen das gesamte deutsche Volk. Der Verhandlungsweg stand, wie wir von vornherein betonten, für alle Fragen offen. Wäre er beschritten worden, so hätte er sicherlich zum Hiele geführt und dem Staat, also der Allgemeinheit, wäre der ungeheure Schaden, der überhaupt nicht zu errechnen sein wird, erspart geblieben. R. H.
Der Abbruch -es Streiks.
Der Aktionsausschuß der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter und Anwärter ist gestern morgen zusammengetreten und hat, entsprechend den beim Reichskanzler abgegebenen Erkürungen seinen Ortsgruppen im Lande telegraphisch und telephonisch die Mitteilung zugehen lassen: „Streikabbrechen, sofort geschlossenindieDetriebegehenl" — Dieser Anweisung scheinen die meisten Aus- ständischen noch gestern abend nachgekommen zu sein, während der Rest heute morgen den Dienst wieder ausgenommen hat. Der Zugver- kehr ist natürlich heute und wohl auch in den nächsten Tagen noch ein sehr unregemrsMe», da die Betriebsmittel während des Streiks infolge der Kälte, des Schnees usw. außerordentlich stark gelitten haben. Auch die in den Streik getretenen Eisenbahnarbeiter haben den Streik abgebrochen und sind wieder an der Arbeitsstelle erschienen.
Aus Frankfurt
wird uns gemeldet: Der Deutsche Eisenbahnerverband, Ortsgruppe Frankfurt, beschloß am Mittwoch nachmittag in einer außergewöhnlich gut besuchten Versammlung den Abbruch des Streiks und zwar unter Protest. Die Eisenbahner meldeten sich am Mittwoch abend 6 Uhr auf ihren Dien^ellen und nahmen um 10 Uhr die Arbeit wieder auf. Die Werk- stättenarbeiter begaben sich am Donnerstag früh an ihre Arbeitsstellen. Den gleichen Beschluß fooie am Mittwoch nachmittag die Versammlung der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter und Anwärter. Das Personal der drei Betriebswerke hat bereits gestern nachmittag und am Abend seine Tätigkeit in vollem Umfange wieder ausgenommen. Lediglich in der Betriebswerkstatt Frankfurt-Ost fehlen noch Arbeiter. Es ist von der Direktion e i n n e u e r Fahrplan für alle Richtungen ausgearbeitet worden, der heute in Kraft tritt und dem Normalbetrieb sehr nahe kommt. In erster Linie sollen Brennstoffe und Lebensmittel befördert werden. Ab heute vormittag fahren die fahrplanmäßigen Züge, soweit rollendes Material bereits rangiert und bereitgestellt werden kann. Seit Mittwoch abend 6 Uhr vollzieht sich die Räumung aller von der Technischen Not- Hufe in Betrieb genommenen Werke. Die Schutzpolizei hat für die reibungslose Uebergabe der zu räumenden Betriebe an die Arbeiter und Beamten Sorge getragen. Es steht zu befürchten, daß sich an den Lokomotiven erhebliche _.yäden Herausstellen werden, weil die Entleerung der Kessel von Wasser teilweise unterblieben ist und sich nun schwere Ro>. ^oen bemerkbar machen.
An» dem übrige» Reiche
liegen Meldungen vor, daß überall der Streit abgebrochen und der Verkehr, soweit möglich, wieder ausgenommen worden ist.
Die Ueberleilung zum normalen Eisenbahnbetrieb geht in der Weise vor sich, daß einerseits mehr Züge eingelegt werden, andererseits die Kräfte der Technischen Nothilfe und die Burobeamten nach und nach durch die zurückkehrenden Beamten ersetzt werden. Es dürfte in den nächsten Tagen gelingen, den Personenverkehr bedeutend zu verstärken, während die Ingangsetzung des ordnungsmäßigen Güterverkehrs mindestens eine Woche in Anspruch nehmen wird. Leider wird es auch dann ..od) nicht möglich sein, die selben Leistungen wie vor dem Streik zu erzielen, da der Zustand der Eisenbahnanlogen und nor allem der Repa- raiuuuHaiib der Lokomotiven biss verhindert.
Letzterer ist deshalb so hoch, weil nach dem plötzlichen Verlassen der Lokomotiven bei Aus- brud) des Streiks durch den Frost wesentliche Teile der Maschinen zerstört worden sind. Der allein hierdurch entstandene Schaden miib von der Eisenbobnverwaltung auf mehrere hundert Millionen Mark beziffert.
Bestrafung der Skreikführer.
Bettin, 9. Febr. Rach einer Berliner Pressemeldung sollte im Laufe des Mittwoch nachmittag eine neue Besprechung zwischen den Beauftragten der Reichsgewerkschaft deutscher Eifcnbahnbeamker und der Regierung stakkfin- den, um die Aussübrungsbeslimmungen der Einigung noch besonders zu bestimmen. Die wir dazu von unkerrichketer Seite hören, haben derartige Besprechungen nicht stalkgesunden und sind auch nickt beabsichtigt. Insbesondere ist an zuständiger Stelle von Verhandlungen über die Ausführungsbeftimmungen des Disziplinierungsverfahrens zwischen der Reichsregierung und der Reichsgewerkschaft nichts bekannt. Die vom Kabinett festgesetzten Richtlinien über die einzuleitenden Disziplinarverfahren gegen die Führer des Streiks sind Gegenstand von Beratungen des Kabinetts am gestrigen Abend gewesen.
Des weiteren erfahren wir über die Tendenz dieser Richtlinien aus Parlamentariern Kreisen der Koalition, daß die Regierung im Desent- lichon die vom Reichsverkehrsminister Gröner ausgearbeiteten Sähe übernommen habe. Rach den Ansichten dieser Kreise wird d i e R e g i e - rung mit den Richtlinien an der Bestrafung der verantwortlichen Führer des Streiks festhalten und damit in der entscheidenden Frage der Wahrung der Staatsautorität ihre bisher kundgegebene Stellung belbehalten. — Man erwartet, daß feMi^aÈLgl-» Uesen Standpunkt auch in der heutigen Sitzung des »schstager zum Ausdruck bringen wird.
Abbruch -es Srotz-Berliuer Skrekkes.
Bedingungslose Unterwerfung der Streikenden. i
Berlin, G. Febr. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr erschien die Streikleitung der Berliner städtischen Arbeiter mit Vertretern der Spitzen- Organisationen beim Oberbürgermeister um von ihm eine Erklärung zu verlangen, daß sämtliche entlassenen Arbeiter und Angestellte wieder eingestellt werden sollen, sofern sie sich heute Donnerstag zum Dienstantritt melden würden. Diese Erklärung gab der Oberbürgermeister nicht, sondern er machte geltend, daß der Magistrat dabei verharre, alle diejenigen Arbeiter und Angestellten als entlassen zu betrachten, die am Dienstag nachmittag 2 Uhr, also dem vom Magistrat aufgegebenen Zeitpunkt, nicht wieder zur Arbeit gekommen eien. Wieder eingestellt werden könnten nur olche, deren Arbeitsstellen inzwischen nicht be- etzt wurden und für die ein Bedarf noch vorhanden sei. Der Magistrat würde übrigens vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung solchen entlassenen Arbeitern, die wieder zum Dienst erscheinen, ihre Rechte nicht verkürzen, die sie aus ihrem vor der Entsassung liegenden Arbeitsverhältnis erworben hätten. Darauf zog sich die Abordnung zurück. Um 8 Uhr abends wurde bekannt, daß die Streikleitung und die Obleute beschlossen hätten den Streik abzubrechen und die Arbeit wieder aufznehmem
Ekgl««» über bie SlreiKschSde«.
Jpn. London, 9. Febr. Obwohl die Ursachen, die zu dem deutschen Eisenbahnerstreik geführt haben, in England nicht bekannt sind, beschäftigen sich die Blätter doch mit den schweren wirtschaftlichen Folgen, die für die deutschen Staatsfinanzen aus dem Streik entstanden sind. Die genannten Ziffern von dem täglichen Verluste von ca. 200 Millionen Mark könnten sich wohl nur auf den Ausfall bei den Eisenbahnen beziehen. Der wirklickeVerlustseiviel größer, besonders derjenige, der de... deutschen Handel zugefügt worden sei. Bei eng» ischen Fabrikanten liefen letzter Tage vom Kontinent die Anfragen' nach verfügbaren oder schnell lieferbaren Waren zu Tausenden ein.
Ium Ela! -es Reichsschayminifleriums
Der Hauptausschuß des Reichstage» setzte gestern die Beratung des Etat» des Reichsschatz- minisleriums fort.
Bei dem Etatsansatz für die „Deutschen Werke" wurde von der Regierung darauf hingewiesen, daß auf Ueberschüsse, die über die erforderlichen Abschreibungen und Rückstellungen hinaus eine Dividendenausschüttung ermöglichen wurden, weder für 1921 noch für 1922 ge« reduwi werden Lärm«. Die Urwtekuvia der trübem
ren Heeres- und Marinebetriebe auf Frieden» wirtschaft sei bei den „Deutschen Werken" plan- mägrg fortgeschritten. Sie sei soweit durchge» führt, daß man mit einiger Zuversicht der Wei- terentwicklung entgegensehen könne. Bezüglich
rigkeiten in der Regelung der Ansprüche Preußens und insbesondere auch Bayerns. Es sei iw Erwägung gezogen, die Ansprüche dieser Länder durch Beteiligung am Aktienbesitz abzu- gelten. Die „Deutsche Werke A.-G." betreibe heute folgende Werke: Spandau, Haselhorst, Kiel-Friedrichsort, Rüstringen, Erfurt, Cassel Lippstadt. Siegburg, Wolfgang bei Hanau, München, Dachau, Ingolstadt und Amberg. Für die ehemalige Pulverfabrik Reichertshofen habe sich keine dauernde Beschäftigung finden lassen; sie sei deshalb im Sommer 1921 geschlossen und die Arbeiter seien zum größten Teil nach Ingolstadt übernommen worden; bas Gelände und die Anlagen habe die „Deutsche Werke A.-G " größtenteils verpachtet. Für 495 Millionen Mark, die nach dem Beschluß der Nationalversammlung zur Umstellung der Betriebe aufgewendet worden seien, habe das Reich Laien im Nennbeträge von 100 und Genuß» scheine im Betrage von 830 Millionen Mark erhalten; die restlichen 65 Millionen Mark seien als verlorener Zuschuß für die Umstellung gegeben worden.
Eine Rede Spreen».
5m englischen Oberhause bisst am Diens» tag Lord Curzon eine Rede. Hinsichtlich der Konferenz von Genua sagte er, die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa könnten mir durch eine gemeinsame Anstrengung beendet werden, an der alle Länder Europas teilnehmen können. Man könn« Deutschland nicht cn,»schließen und zwar VMM iLi^LeoLravhischen Lage, ^,inM gen Hilfsquellen und der besonderen Fahigk des deutschen Lottes. Man könne Rußlano nicht ausschließen, weil, solange Osteuropa sich in einem Kustarrde des Zusammenbruch» befinde, Mitteleuropa nicht wieder hergestellt «erden könne. Er hoffe, daß di« Konferenz von Genua einen bedeutenden Fortschritt auf dem Gebiete des wirUchaftliche« Wiederaufbaus darstellen werde. Es könne wohl fein, daß Ne Konferenz für Europa Folgen zeitigen »eitle, die von denen der Washingtoner Konferenz in Bezug auf den fernen Osten nicgt sehr verschieden sein würden. Während der letzten achtzeP« Monate seien zwei erfolglose Versuche gemacht worden, um den verhängnisvollen Kampf zwi- scken der Türkei und Griechenland zu beenden. Bezüglich der verschobenen Konferenz zwischen den drei Außenministern Gnglanbs, Frankreichs und Italiens scheine es ihm, daß die Mächte über die Bedingungen Übereinkommen sollten, die sie vorschlagen würden, um eine aerechte Regelung sowohl für Gnechen- land cls'auch für die Türkei zu sichern. Dre Regierung wünlcke Zustande zu schaffen, die es der Türkei ermöglichen, für die Provinz, dl« sie zu regieren nicht fähig sei, eine feste netto» nale Exillenz zu schäften mit Konstantinopel als Hauptstadt und mit ihrem Sckwergewrcht in inten und zugleich Grieckenland für die großen Opfer zu entschädigen, die er gebracht habe. ^ct neuen türkischen Regierung werde nicht gestattet werden, jemals wieder eine Meerenge zu ichliehen. _ „ _ , ,
Ueber Aegypten sagt Lard Curzon, bei den Verhandlungen mit den ägyptischen Ministern sei die britische Regierung em gut« ^ck in der Richtung auf die ägyptische Selbst- Verwaltung entgegengetommen. Sre verlange nur, daß dieser Borreckt nicht gegen sie selbst geruhtet werde. Die britischen Zruupen in Aegypten könne man nicht missen. In I n d i e » sei die Lage drohend. Die Zrit sei getom- men, wo die Achtung der Gesetze in Indien er- zwungen werden müsse, .
Weiter erklärte Lord Curzon, ène gepla»* ten Uebereinkommen zwischen Großbritan- n i en, F r a n k r e i ch und B e! g i e n seien, soweit Frankreich in Betracht komme, in «» fu :ng jener nicht erfüllten moralischen Verpflichtungen, dir auf England feit dem Feh^ Schlagen des Garantieoertrage» geruht hatten an dem Großbritannien und die Bereinigten Staaten 1919 beteiligt gewesen seien. ©einet Ansicht nach würde es ein großer Fehler sein, diese» Abkommen, wie von manchen S^tzn gewünscht werde, zu einem Ossensio-und Defensiv- bündnis zu erweitern. Es sei fern Bestreben, aus dem Stadium der militärischen Bündnisse her» austufommen, durch die Europa bewaffnrt« Lager geteilt worden fei, was den Frieden deg West mehr bedroht als gesichert hab^