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General-Anzeiger

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ffernivreckanicblüüe Nr. 1237 und 12W.

Ar. 33

Mittwoch den 3. Februar

1922

Abbruch öes Eifenbahnerslreikes?

Der Streik der Eisenbahnbeamten dürfte nunmehr nach nahezu einwöchiger Dauer sein kÄe finden, d. h. wenn nicht in letzter Stunde noch von den einzelnen Ortsgruppen der Reichs- gemerkschaft der Eisenbahnbeamten und An­wärter Opvosition gegen die gestern von der Gewerkschaft abgegebene Streikabbruchs-Er­klärung getrieben wird. Die genannte Gewerk- schast hat gestern abend 9 Uhr die Erklärung obgegeben, daß sie den Streik als beendet er- üären wolle. Bis kurz vor Redaktionsschluß konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob die Eswerkschaft ihren Organisationen im Lande tatsächlich die Weisung zum Streikabbruch hat zugehen lassen.

Ueber die Vereinbarung des Streikabbruchs siegt folgende Meldung vor:

Berlin, 8. Febr. Die Besprechungen, die am Montag zwischen der Reichsregierung und Vertretern "der Gewerkschaften we"en Veendi- aung des Eissnbabnerstreiks aekührt wurden, sind gestern nachmittag vom Reichskanzler mit Vertretern des Deutschen Beamtenbundes und einem Vertreter der Postgewerkschaft wieder ausgenommen. Sie führten abends 9 Uhr zu einem positiven Ergebnis. Die Vsrbandlunaen bezogen sich zunächst nur auf die Frage der Disziolinierung ausständiger Beamter. Nach­dem die Deamtenvertreter unter inzwischen ge­klärten Voraussetzungen den alsbaldigen Ab­bruch des Streiks in Aussicht stellten, wurden zwei Vertreter der Reichsgswerkfckaft zu einer letzten Aussprache hinzugezogen. Es wurde über «llchfolgends Erklärung Uebereinstimmung er­zielt, üockdem das Kabinett von dem Gann

SEVWch8ndlungen Kenntnis üSWWM«Aâ das vom Reichskanzler vorgstragsne Ergebnis gebilligt hatte.

, Die Erklärung lautet:

Die R e l ch s g e w e r k ( ch a f l gibt die Er­klärung ab, daß sie noch heule (Dienstag) abend bett Streik der Neicbsaewerkslbgtt als beendet erklären wird, nachdem der Reickrskanzler (einerseits im Namen der Reichsregierung nusaefübrt bat, daß bei so­fortigem Abbruch des Streiks die Diszi­plinierung nach den vom GesamtkM- nekt aufzufkelkenden Richtlinien erfolgen wird. Die Reichsregierung wird bei sofor­tigem Abbruch des Streiks in der Anwen­dung und Durchführung der Diszipl-narmaß- nahmen von Masfendisziplinar- verhandlungen und Mnffenent- lassungen absehen. Den in Frane stehenden Beamten wird ihr Beschwerderecht selbstverständlich vollständig gewahrt werden.

Damit ist der Streik der Eisenbahner be- Udet. Die Vertreter der Reichsgewerkschaft er« "ârten, noch am Abend an ihre Organisationen im Lande telegraphisch die Weisung zum Ab­bruch des Streiks ergeben lasten zu wollen. —

®ef dem gegenwärtigen Zustand der Bahn- Eagen ist nicht zu erwarten, daß der Verkehr Mn von morgen früh an wieder normal ner« Mft; um so weniger, als ja auch große Teile »es Arbeiterpersonals sich dem Ausstand ange- ”’*°fien haben. Immerhin rechnet man damit, gegen Ende der Woche wieder der normale ^ersonenzug- und Güterverkehr in Gang kommt.

Für und Wider den ©freist.

Cin Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Berlin, 7. Febr. Ein neuer Aufruf des Lutschen Gewerkschaftsbundes, der bekanntlich christlichen Gewerkschaften umfaßt, bringt •ie Ueberzeugung zum Ausdruck, daß dem wil- «en Eisenbahnerstreik gegenüber der Begriff der ^werkschaftlichcn Solidarität keine Anwendung ™f finden können, und der Begriff der •ötreifaibeit" in diesem Falle nicht bestehe. Die ■rW Aktion, ein Streik der Lokomotivführer, kN bet größte Teil der übrigen Beamten- Ist'ppen selbst innerhalb der Reichsgewerkschaft

Mitgemacht habe, sei verloren gewesen, be- °or sie begann. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Klangt erneut die alsbaldige Wiederaufnahme «r Arbeit, damit der bereits angerichtete Scha­an nicht noch größer werde und stellt fest:

» âr wilde Streik bedeutet eine ernste Lehre für Eisenbulmer. Kein Stand kann sich vom Schicksal .»Lölkes steimachen. Ein Lerkehrsstreik in dieser

°ct gespanntesten außenpolitischen Lage und acr völ iq erschütterten Volkswirtschaft sührt in LR'Skn Tagen zu Milliarden-Verlusten und zur ,'st'schtung des letzten Nestes von Staatsautorität

«ushnbstrcbit. Eine neue Teuerungswelle ist L unmit.eio.irc Folge. Sie trifft nicht den wohl- Svende» Teil der Bevölkerung, sondern fällt mit . «er Wucht auf die breiten Waffen der Beamten, "Oter, und Llngestelüen."

e-^oichzeirig verurteilt der Deutsche Eewerk- ^ftsbund w einer zweiten Kundgebung den

in den Berliner Gemeindebetrieben ausge­brochenen Streik. Dieser Ausstand sei in seiner ganzen Art ein Hohn auf die erprobten gewerk­schaftlichen Grundsätze: ihm fehle jede fachliche, rechtliche und moralische Unterlage. „Dieser Streck", so heißt es weiter, „ist e i n e i n z i g e s großes Verbrechen an unserem schon durch Not und Leid genug geplagten Volke. Nur heller Wahnsinn kann die Ursache dieser Untat sein . . . Die Mitglieder unserer Ver­bände, die in den Privatbetrieben abkömmlich sind, ersuchen wir, soweit es noch nicht geschehen ist, sich unverzüglich der Technischen Nothilfe zur Verfügung zu stellen."

Berlin, 8. Febr. Der Reichsbund Deutscher Beamten hat sich g e g e n j e d e n D e a m t e n- st r e i k ausgesprochen. Er forderte seine Mit­glieder auf, allen Versuchen, die Beamtenschaft zu Sympathiestreiks oder Geldsammlungen für die Streikenden zu bringen, auf das entschie­denste entgegenzutreten.

Berlin, 8. Febr. Der Nationalverband deut­scher Berufsverbände fordert sämtliche Mitglie­der der im angeschlossenen Arbeiter-, Angestell­ten- und Beamtenverbände auf, in die Tech­nische Nothilfe einzutreten, nachdem sich schon ein großer Teil der Mitglieder in den letzten Tagen der Technischen Nothilfe zur Verfügung gestellt hat.

Essen. 8. Febr. Die christlichen Gewerkschaf­ten haben in einer scharfen Entschließung den Streik verurteilt. Dagegen haben sich die Post­beamten Essens, sowie einer Reihe anderer Orte einmütig hinter den Streik der Eisenbahnbe- amten gestellt. Sie erklären den Streik für be- re&tiqt. da er nicht nur für die Eisenbahner, sondern für alle Beamte geführt werde.

Aus dem Direklionsbezirk Ersnkfurl.

Frankfurt a. M^ 8. Febr. Bei einer Ab­stimmung der Reichsgewerkschaft Deutscher Ei­senbahnbeamter und Anwärter stimmten für die Fortführung des Streikes über 4000 und für die Wiederaufnahme der Arbeit über 400 Mitglieder.

Ueber die Streiklage erfahren wir folgendes:

Das streikende Personal, besonders das Ran- gierpersonal, meldete sich teilweise wieder an vielen Stellen zum Dienst zurück. Vom Hauvt- bahnhof Frankfurt a. M. wurden gestern zum ersten Male wieder zwei Personenzüge abge­lassen. Im ganzen Bezirk sind rund siebzig Per- sonenzüge gefahren worden. Die Mi'ch wird nicht mit besonderen Milchzügen, sondern mit zehn Güterzügen, zwei Kohlenzügen und einem Braunkohlenzug van Cassel nach Gießen ge­fahren. Zwischen Frankfurt und Vilbel wurde ein Pendelzugverkehr zur S^reckensicke- rung eingerichtet; er wird von Nothelfern ge­fahren und soll von Schupoleuten geschützt wer­den. Fortdauernd finden Na-^schübe von Noti Helfern statt, vor allem technische Kräfte. Den Anforderungen kann vollauf genügt werden, auch sieben mm hinreichend Lokomotivführer zur Verfügung. Sechzig Lokomotivführer wur­den von Cassel verlangt: sie" sind dabin abge­gangen.

Der Deutsche Etss"'''-'-erver- b a n d hat am Dienstag im Frankfurter Ee- werk^'-astsbous erneut eine Nr imu.ung unter seinen Mitgliedern über die Fortsetnmg oder Abbruch des Streiks vornehmen lasten. Für den Streik w"rden 2554 Stimmen abgegeben, gegen den Streik 428, ungültig waren 45 Stimmen.

(Diese Meldungen, die wir nur der Voll-, ständiaksit halber veröffentlichen, sind zum Teil' überholt durch den gestern beschlossenen Ab­bruch des Streikes).

Der Reichstag verschrien.

Die für gestern vorgesehene Reichsiags- sitzung, in der u. a. Stellung zu dem Effcn- bahnerstreik genommen werden sollte, hat nicht stattgefunden. Der Aeltestenrat, der gestern mittag unter der Befestigung des Reichskanz­lers zusammentrat, beschloß, die Sitzung aus­fallen zu lassen, da wegen der Dèrkehrs- schwierigkeiten nur verhältnismäßig wenin Ab­geordnete in Berlin anwesend sind. ^? wurde in Aussicht genommen, die nächste Sitzung auf Donnerstag oder Freitag dieser Woche anzube­raumen, je nachdem es hem Reichrverk ''ms- minister möglich sein wird, besonders die Par- lawentszüge einleg-n z" t--"en. Der R->-^^*"as- präsident wird sich deshalb mit dem Derkehrs- minifter in Verbindung setzen.

Die Deutsche Vekkspa- 'e! gegen die vertaauna.

Berlin, 7. Febr. Die Reichstaasfrak'ion der Deutschen Volkspartei hat gegen die Vertagung des Reichstages Einspruch erhoben. Die Abiaae

des Reichstages erscheine nach außen als ein Nach"eben aegen den verfisiungswidriaen Streik, der das ganze deutsche Wirt! --ftsleben schwer schädige. Nach Ansicht der Fraktion hätte der Reichstag die Gelegenheit seines ersten Zu­sammentretens unter allen Umständen berufen müssen, um die Meinung der überwiegenden Mehrheit des Rei-ststaaes Ausdruck zu bringen, daß das verfastunnswidrige Vor­gehen der Streikenden ^m owen ^rlamerf ’U’ücfc’emie'en würde. Hierbei hätte es wesent­lich zur Stärkung der Autorität gedient, wenn dem Reichstag von Regierungsseite die be­stimmte Erklärung abgegeben worden wäre, daß die Verordnung des Reichsprä­sidenten gegen die Streikenden unter allen Umständen aufrechterhalten und angewendet werde.

Rückkehr zum Dkensl.

(Letzte Meldung.)

Frankfurt a. Til., 8. Febr. Die Eisenbahn- direktion teilt mit:

Die gestern abend spät bekanntgewordene Rachrichk über die Beendigung des Streikes ist noch in der vergangenen Rackl auf kürzestem Dege allen Aemtern des Bezirks mgelcilek worden, um die rascheste Rückkehr des Personals zum Dienste sicher zu stellen. Das Personal kommt auch kaksächlich zum Teil zum Dienst zurück. Mit der sofortigen Diederaus- nahme des Betriebes im vollen Umfange ist jedoch vorerst noch nicht zu rechnen. Der Harts Frost und der Schnee sind an den Bahnaulngeu und Deichen der Bahnhöfe ni^f spurlos vor­über gegangen. Nahezu alle Deichen müssen erst aufaekaut werden. Auch den Betriebs­mitteln hat der Streik natürlich übel mitge- jpieU. Äer gross hat das übrige getan. Die Hci- Perfouenwagen find eingefroren. Anker diesen Umständen kann die Wiederaufnahme des Ver­kehrs nur schleppend vor sich gehen. Es wird kaum möglich fein, daß vor Ende der Woche der alte regelmäßige Verkehr wieder in Eang kom­men wird.

Frankfurt a. M., 8, Febr. Der D-Zug 41 hat heute morgen mit 50 Minuten Verspätung den Havplbahnhof nach Berlin verlassen. Er verkehrt auch morgen früh. (Ls handelt sich hier noch um Rotverkehr.)

Der Streik in Berlin.

Berlin, 7. Febr. Der Streik der städtischen Arbeiter ist heute nachmittag entgegen allen Erwartungen nicht abgebrochen worden, son­dern geht zunächst noch weiter. Betriebsräte« Versammlungen und Demonstrationen von Streikenden haben sogar das äußere Bild der Lage etwas verwarft. G^f^mohf wird man erwarten können, daß die Beilegung des Kon­flikts bei der Reichseifenbahn auch die streik­lüsternen Elemente in den städtischen Betrieben wieder beruhigen wird. Ohne Zweifel ist die 6t ci / intmung bei der Arbeiterschaft in Ber­lin und m anderen größeren Orten durch die A 'snahmeverordnung des Reichspräsidenten vom legten Mittwoch gefördert worden, weil ra ü i k a I e A g i t a t o r e n in der Lage waren, unter Berufung auf diese Verordnung die Ar­beiter von der angeblichen Notwendigkeit ihrer Kraftprobe zu überzeugen.

England ssrderl Beilegung der inler- naiionalcn LitvalUälen.

London, 8. Febr. Die Thronrede, die der englische König gestern vor dem englischen r nterhaus gehalten hat, entspricht 1 :n Erwar­tungen. Die Thronrede, die von der Regierung Lloyd Georges abgefaßt ist, bezieht sich zunächn auf den Abschluß und das Ergebnis der Washingtoner Konferenz. Das hat insofern eine besondere Bedeutung, als dadurch auch in außenpolitischer Hinsicht der wichtige Zusammenschluß Englands und Amerikas stark betont wird. In diesem Sinne spricht die Rede von einem Erfolg der Konferenz und wenn sie einerseits hinzufügt, daß dieser Erfolg für die

tunst der internationalen Beziehungen von größter Bedeutung sei, andererseits unmittelbar im Zusammenhang damit das Rep ora­tio ns Problem berührt, so ist dieser Zu­sammenhang auch kein zufälliger. In welchem Geiste tue englische Regierung nach Genua gehen wird, ist aus folgendem Passus ersichtlich:

„Die große Arbeitslosigkeit verursacht unter dem englischen Volke große Beun­ruhigung und bildet den Gegenstand ernster Sorge. Das einzige Heilmittel gegenüber die­ser t rückenden Lage besieht nur in der B c i - legung der internationalen R !- vali töten. .::s diesem Grunde sind die Vorarbeiten für das Zustandekommen einer internationalen Konferenz in Genua zu be- grüßea und bo>-entlud wird es auf dieser

Konferenz möglich sein, in Europa eine» Frieden auf der Grundlage der Gerechtigkeit zu errichten."

Man beachte, daß ausdrücklich von ement gerechten -rieben gesprochen wird. Es tnttfr damit glatt zugsgeben, daß der jetzige Frieden»! zustand kein gerechter Friede ist und zwar i n einer englischen Thronrede. Marr beachte ferner, daß das offizielle England zum ersten Male die Frage der internationalen Rl» oalität, d. \ des ständig gespannten Derhäsi- nisses zwischen Deutsckland und Frankreich unit beucn Ursacken (Versailler Vertrag und die fran'ö^stche Gewaltpolitik) mit den Katastrophe« innerenglischer Z"^ände in Verbindung bringt Die Bedeutung dieses Umstandes liegt darin, daß die englif.be Regierung nunmehr Frank- re! das alleinige Recht nimmt, das es für sich in Form einer besonderen Politik Deutschland gegenüber in der Frage der zerstörten Gebiekë beansprucht hat und daß England für Simo eit« bang einer anderen Deutschland-Bolitik sich auf die englische Wirtschaftskrise beruft

Jur Konferenz von Genua.

London, 7. Febr. Ueber die gestern über» reichte französische Note ist bisher keinerlei amt­liche Mitteilung erfolgt. Nach Informationen non angeblich gut unterrichteter Seite soll die französische Regierung darin den Wunsch ausge­sprochen haben, daß die russischen Delegierten noch vor der Eröffnung der Konferenz aufge­fordert werden sollen, die Anerkennung der in Tannes für die Teilnahme an den Beratungen gestellten Bedingungen durch Unterschrift zu be­stätigen, Ferner wünscht Herr Poincarö eine positivere Formulierung der Bestimmung, daß keinerlei Diskussion der Friedensverträge ein« chlietzlich des Reporationsproblews ftattfmben düZs. Die französische Regierung hätt es außer« ^ew MânlLen^ vor dem Zusam­mentritt der Konferenz eine interne Aursprache zwischen England, Italien und Frankreich statt« f'nbe, die die Grundlage zu einem gemeinsamen Vorgehen bet drei verbündeten Mächte in atlett Programmpunkten schaffen soll. Endlich regt die französische Note die Heranziehung des Völker­bundes und des Internationalen Arbeitsbüros in Gent zu den Beratungen über die wirtschaft­lichen und sozialen Probleme an.

London, 7. Febr. Obwohl die „Times" heute wieder erklärt, es gebe in England keinen Men­schen mehr, der an die Eröffnung der Konfe­renz von Genua am 8. März glaubt, ist festzu­stellen, daß Lloyd George nach wie vor an dem in Cannes beschlossenen Eröffnungstermin feft- hält. Eine Vertagung der Konferenz, so wird in Regierungskreisen versichert, könne nur in Frage kommen, falls sich der Reise Lloyd Georges aus der innervolitifchen Entwicklung heraus unü'e windliche Schwierigkeiten ent« gegenstellen sollten.

Wirljchaftsabksmmen zwlfche« Pol« uns Frankreich.

Paris, 7. Febr. Poinearâ und der polnische Gesandte, Graf Zamoiski haben heute nachmit- tag eine Reihe wirtschaftlicher Abkommen zwi- fchen Frankreich und Polen unterzeichnet, da­runter ein Handelsabkommen, ein Abkommen iber den Privatbesitz in den beiden Ländern und ein Handelsabkommen über die Petroleum­industrie. Das Hsndelsabkommen wird acht Tage, nachdem es von der polnischen Kammer ratifiziert sein wird, in Kraft treten. Frankreich erhält für seine Einfuhr Kohlen zur Meist- begünstigungskiausel. Diese Klausel erstreckt sich auch auf dre Waren aus den französischen Ko­lonien. Eine große Anzahl von Waren, beson­ders Weine, Liköre, Dijouteriewaren, Maschi­nen und Mctallwaren, Textilwaren erfahren eine Tarifermäßigung, die bis zu 50 v. H. geht. Eine gewisse Anzahl polnischer Waren, beson­ders landwirtschaftliche Erzeugnisse und Mine­ralöle erhalten einen Minimaltarif. Ursprungs­zeugnisse werden gegenseitig gefordert werden? Der Transit französischer Waren durch Polen- barf keiner besondren Gebühr unterworfen werden. Für gewisse Produkte, wie Weine, Lt» köre, Automobile und Tertiiroaren ist »ein Ei» fuhrkomingent in Polen festgesetzt worden.

— Die Alliierlen-Schulden , Amerika. Nach einer Meldung aus Washington sollen die Verhandlungen mit den europäif*en Negier rungen wegen der Regelung der Krirgsschuldp« in aller Kürze ausgenommen werden.

— Dir Washingtoner Verträge. Selbst bie zur Opposition gehörende demokratische „Rem- york World" gibt zu, daß die öffentliche Stim­mung den Ergebnissen der Washingroner Son* 'erenz günstig gegenüberfteht Die Rakifikationè der non der Konferenz angenommenen Bertägs- durch den amerikanischen Senat kann somit ti» gesichert gelten, falls diesen platonische, ledigli^ ausleaeiwe Vorbedâ osariügt werden.