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J
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Swan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage
Jir. 31
Monlag den 6. Februar
1922
Forlöauer öes EisenbahnerslreiKs.
Vudrohung der Enllaffung aller streikende» Arbeiler und Angestellten. — Keule Reichstag.
Der Aufruf der gewerkschaftlichen Spitzen- «rganisationen, der den sofortigen Abbruch des Streikes forderte, ist auf die streikenden Eisenbahnbeamten ohne Eindruck geblieben, ebenso iâben die Vermittlungsverhandlungen des Deutschen Beamtenbundes bis zur Stunde noch zu keinem Ergebnis geführt, sodaß man sich in der em Samstag gehegten Erwartung, daß der Streik vielleicht am Montag beendet sein werde, schwer getäuscht hat. Der Streik, der fast von allen Gewerkschaften verurteilt wird, dauert fort die Streikenden kümmern sich nicht darum, In welch namenloses Unglück sie das gesamte deutsche Volk mit diesem Streik, den wir auch weiterhin als ein frivoles Spiel bezeichnen müssen, stürzen.
Den Streikenden ist versichert worden, daß sofort nach Wiederaufnahme des Dienstes in Verhandlungen über die Besoldungsfroge eingetreten werden soll und dennoch verharren sie weiter im Streik mit der Motivierung, daß sie den Kampf bis zum Siege durchführen wollen, b. h bis zur Erfüllung der Forderungen der Beamten. Dabei ist es ein Ding der Unmöglich-
weiteres
seit die Forderungen, die bei der Reichsbahn einen Mehraufwand von rund 15 Milliarden Mark jährlich verursachen würden, so ohne zu bewilligen. Dies sollte doch jedem g denkenden Menschen einleuchten.
vernünftig
Daß dies aber nicht der Fall ist, zeigt das Verhalten der streikenden Beamtenschaft, das neben
waltüng einen täglichen Ausfall an Einnahmen von beinahe 200 Millio- «enMarkzur Folge hat. — Nach den heute eingelaufenen Meldungen scheint die Regierung auch weiterhin an ihrem von vornherein ein- 5enommenen Standpunkt festzuhalten, was von er Oeffentlichkeit nur gebilligt werden kann.
Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist für heute der Reichstag einberufen worden, der sich mit dem Streik beschäftigen soll.
Ueber die Streiklage liegen folgende Meldungen vor:
Bericht des Reichsverkehrsministeriums.
Berlin, 6. Febr. Das Reichsverkehrsministe- tiutn teilt mit: Der Streik hat sich auch auf Mecklenburgausgedehnk, wo die Lokomotivführer utw das Zugpersonal in den Ausstand getreten sind. Der Süden ist bis auf Baden (siehe besondere Notiz von Karlsruhe v. Red.) streikfrei. Der Aufruf der Spihenorga- «ijationen der Gewerkschaften hat auf die slrei- reuden Beamten der Reichsgewerkschaft im allgemeinen keinen Eindruck ausaeübk. Auch die streikenden Gruppen des Deutschen Eisenbahner- verbandes haben den Ausstand noch nicht auf- zegeben, mit Ausnahme von Magdeburg, wo «ie Ortsgruppe des Deutschen Eisenbahnerver- dandes den Streik abgebrochen hak. Der Nok- vetrieb ist weiter im Gang. Auch der Srast- Wagenverkehr entwickelt sich immer mehr.
Besprechungen des Reichskabinetts.
Berlin, 6. Febr. In der Reichskanzlei fanben Sonntag nachmittag unter dem Vorsitz des Eet^sfanilers Dr. Wirth Besprechungen statt, Ä?^kn sie Mitglieder des Kabinetts und die suhrer der in der Regierung vertretenen par- teilnahmen. Den Gegenstand der Ve- Prechungen bildete die durch die Skreiyage ge- Nlsene allgemeine Lage. Es wurde festgestellt, •58 der Eisenbahnnotverkehr nach »men, vom Reichsverkehrsministerium ausge- pcilcten Plan durchgefützrt wird. Zur Lage Le r l l n wurde davon Kenntnis genommen, die Wasserwerke von der Regierung in Be- genommen sind. In den Eleklrizitätswer- *ft die technische Nothilfe im Laufe des ?onnkag Nachmittag eingesetzt worden, nach- die Streikleitung erklärt hatte, daß sie nicht ’Lage sei, die Notversorgung auch nur im Li^Sen Umfange durchzuführen. E» herrschte "wütigteil darüber, daß das Zusam- «^treffen der beiden Streiks die B e r l i n e r o e v v l ke r un g in eine sehr mißliche 1.79e gebracht habe und daß die Lage, die . »ourch geschossen worden sei, nach wie vor von u? großen Gesichtspunkten der Sesamtpolitik, tJ!i rs des Gesamtdeutschland» aus betrachtet «wen mühte. Man war sich einig, daß der 6! „ PPu n U der Regierung gegen- Streikenden unverändert sei.
Vierung wird weiter in engster Fühlung- wil bm politischen Partei«» und dm»
Spltzenorganlsalionen bleiben. Die im Gang be- finbiichen Verhandlungen über Besoldungs- fregen werden Heuke vormittag 10 Uhr in der Reichskanzlei fortgesetzt.
Die Eisenbahnbeamten übertragen ihr Mandat der Reichspostgewerkschaft.
Berlin, 6. Febr. Die Reichsgewerkschaft hat noch gestern abend zu den auf heute in der Reichskanzlei anberaumten Verhandlungen über die Besoldungsfrogen Stellung genommen und ihr Mandat der Reichspostgewerkschaft übertragen. Wie man hört, soll von anderer Gewerkschaftsseite dagegen Protest erhoben werden.
Die Reichsgewerkschast gegen die gewerkschaftl. Spihenorganisakionen.
Die Reichsgewerkschaft hat am Samstag durch Flugblatt eine Erklärung „an alle deutschen Beamten, Arbeiter und Angestellten" veröffentlichen lasten, in der sie ihre Verwunderung über den „übereilten" Aufruf der Gewerkschaften Ausdruck gibt. Das sich von Stunde zu Stunde weiter verstärkende Heer der Streikenden kämpfe keineswegs für die Sonderbestrebungen der unteren Eisenbahnbeamten allein, sonder für eine Besserung der Loge aller Arbeitnehmer, und zwar in erster Linie gegen die Beseitigung des Achtstundentages und für die automatische Ausgleichung der Löhne und Gehälter an die steigende Entwer-
Ministerium seien von vornherein aussichtslos gewesen und würden ohne den Streik zu einem glatten Mißerfolge geführt haben. Die Reichs- gewerkschaft glaubt nach dieser Darstellung die Erwartung aussprechen zu dürfen, daß die Gewerkschaftsverbände den „beklagenswerten, die gesamte Arbeitnehmerbewegung schwer schädigenden Aufruf" zurücknehmen würden. Schließlich heißt es:
„Uns werden weder derartige von der Ka- pitalistenpreste mit Behagen obgedruckte Auf- rufe, noch Drohungen, Ausnahmsverordnungen und „Befehle" in unserem Entschluß wankend machen, für unsere Kollegenschaft und damit zugleich für alle Arbeitnehmer Deutschlands begonnenen Kampf bis zum Siege unseres bescheiden genug geforderten guten Rechtes mit steigender Energie durchzuführen. Der Anschluß immer weiterer Beamten- und Arbeiterorganisationen wird uns fortgesetzt gemeldet. Mit jedem Tag, um den sich dieses Ringen gegen unseren Wun^- verlängern muß, schlägt der unverständlich« Starrsinn, mit dem man die Eisenbahnbeamtenschaft unter das kaud mische Joch der Rot und der steigenden Ratlosigkeit zu beugen sucht, der Allgememyeit tiefere Wunden. Die Verantwortung liegt allein bei unseren G e g n e r n, die uns sèden Augenblick zum Verhandeln auf der Basis der be- kanntgegekienen Forderungen bereit wissen, es aber lieber sähen, wenn die Eisenbahnbeamten und -Arbeiter zu Kreuz kriechen und eine zweite innerdeutsche, Auflage des Fri"dests von Versailles auf ihre ohnehin von der Not schwer gebeugten Schultern nehmen müßten. Die Front der verbündeten Reichs- und Staatseisenbahnbeamten und -Arbeiter wird unerschütterlich wetterkämpfen und mächtiger werden, bis sie den Sieg unserer gerechten Sache erstritten hat!"
Aus dem Frankfurter Bezirk.
Jtanffurf a. M^ 6. Febr. Während die Streitlage in Frankfurt selbst am Sonntag un- verändert war, hat sie im A u ß « n b e r e i ch des Direktionsbezirks eine Besserung erfahren. Die Beförderung von Kahlen, Koks und anderen Gütern des täglichen Bedarf, konnte in beschränktem Maße durchgeführt werden. In Gießen hat das gesamte Personal mit Ausnahme der Lokomotivführer dèn Dienst wieder ausgenommen. Don anderen Stationen sind Meldungen eingegangen. daß dort die Eisenbahner teilweise wieder an den Arbeitsstätten erschienen sind. Die Arbeiter der Frankfurter Werkstätten, die sich mit großer Mehrheit am Samstag gegen den Streik erklärten, werden am Montag früh die Arbeit wieder aufnehmen. Ferner ist es gelungen, den Notverkehr im Direktionsbezirk im Laufe des Sonntag in erhöhtem Maße zur Durchführung zu bringen. Nach Aanau. Offenbach und Limdura wurden
von der Frankfurter Dienststelle zahlreiche Lokomotivführer und Heizer auf Anforderung entsandt. Es sind genügend fachmännisch« Helfer vorhanden, um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Die Nothilfe, die nur da eingreift und eingreifen will, wo es unbedir. ft notwendig ist, findet erfreulicherweise tatkräftige Unterstützung bei den Behörden und bei der Bevölkerung.
Aufruf der Direktion an alle Arbeiter — Sabotageakte.
Die Eisenbahndirektion hat am Sonntag durch Anschlag in allen Betrieben allen Arbeitern und Angestellten (nicht den Beamten) aufgegeben, sich bis Dienstag vormittag zur Arbeit wieder einzustellen. Wer nicht erscheint, gilt als entlassen. Die gegen die streikenden Beamten eingeleiteten Disziplinarverfahren nehmen ihren Fortgang.
Streikende Eisenbahner haben am Sonntag den großen Wasserturm des Hauptbahnhofes, der die Lokomotiven speist, größtenteils leerlaufen lasten. Ferner wurde an Lokomotiven nicht unerhebliche Zerstörungen durch die Entfernung von Rohren, Ventilen usw. festgestellt. In einzelnen Betrieben sind Treibriemen abhanden gekommen. In dem großen Eisenbahnkraftwerk am Main wurde von Streikenden schwere Sabotage verübt, an deren Behebung die Nothilse arbeitet. Auch Diebstähle von wertvollem Material kamen in dem Werk vor.
Ausdehnung des Streiks auf Baden.
Karlsruhe. 6. Febr. In der Nacht zum Sonntag ist auch in Baden der Eisenbahnerstreik ausgebrochen. Die Einstellung des Zugverkehrs ist um Mitternacht dadurch veranlaßt worden, daß
übrige Personal bewahrt eine ruhige Haltung. Auch die württembergischen Lokomotivführer erklärten dem Staatspräsidenten, wenn es der Regierung nicht bald gelinge. Verhandlungen mit der Reichsgewerkschaft anzubahnen, so sei die in Süddeutschland eingenommene Haltung nicht mehr länger aufrecht zu erhalten.
Der Gemeindearbetterstreik in Berlin
Berlin. 6. Febr. Gestern nachmittag fanden im Rathaus Verhandlungen zwischen dem Oberbürgermeister und der Streikleitung der städtischen Arbeiter und Angestellten statt. Hierbei wurde von feiten des Magistrats auf die schwere Bedrohung der Einwohnerschaft einschließlich der werktätigen Bevölkerung hin- gewiesen und insbesondere darauf aufmerksam gemacht, welch grosse Gefahren den Kranken, Müttern und Kindern drohen, die sich bereits in lauten Rotrufen aus allen Teilen der Stadt bemerkbar machen. Die Streikleitung sagte zu, bis 4 Uhr nachmittags Bescheid darüber geben zu wollen, welche Notstandsarbeiten verrichtet werden sollen und ob man in eine abermalige Urabstimmung eintreten wolle. Bis jetzt ist jedoch eine Antwort noch nicht eingelaufen. Die zuständigen Behörden haben im Laufe der gestrigen Sonntags den Einsatz der technischen Noihilfe in den städtischen Wasserwerken angeordnet. Dadurch ist die Versorgung mit Wasser sichergestellt.
Die Schlichkunsisor-nunz.
Berlin, 3. Febr. Der Reichsrat hat gestern gegen die Stimmen Sachsens den Entwurf einer Schlichtungsordnung im wesentlichen nach der Regierungsvorlage angenommen.
Der Entwurf beruht auf dem Grundsatz der Selbstverwaliung. Vorgesehen sind Schlichtung»' stellen, Landerschlichtunzrämter und Rrichr- ick-lichtungrämtir. Dem neuen Verfahren sollen nur Gesomtstreltigkeiten unterworfen fein, die zwischen einer Gesamtheit von Arbeitnehmern oder einer oder mehreren Unternehmungen entstanden sind. Das Ziel ist, überall aus eine gütliche Einigung hinzuwirken und zwar mit mö-lichlrer Beschleunigung. Dor Lerhängung ton Aussperrungen oder Arbeitseinstellungen müssen die Lchlich- tungâllen angerufen werden. Aussperrungen ober Ausstände müssen In geregelter Abstimmung, zu deren Kon'rolle ein Gewerbeaufsichtsbeamter zugezogen wird, mit mindestens Zweidrütelmehr- Heit beschlossen werden. Zwischen der Zustellung eines Schiedssprüche, und dem Beginn eines Kampfes sollen mindestens drei Tage lienen. Die gemeinnützigen Betriebe, die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke nehmen eine Ausnahmestellung insoweit ein, als hier die Echllchtungsstellen auch von amtsmegen tätig sein können. Ein Schiedsspruch kann für diese Betriebe nicht nur auf An- trag der Beteiligten, sondern auch aus Antrag der obersten Landerbehörde oder des Rei' »Ministers des Inner» ausgelvrcchen werden. Ein S rafver- fahren |ür Verstöße ge^en dieses Gesetz ist nicht vorgesehen. Auch findet keine ZwanjSviMreckung für die Schiedssprüche statt.
Die Ausschüsse haben in eingehender Dera, hing wesentliche Aenderungen an der Regierungsvorlage vorgenommen. Nach den Aus- schußbeschlüsten soll das Reich die Gesa m t k a st e n des Verfahrens tragen und nicht wie die Vorlage vorsah, nur ein Drittel. Zweitens wurde die Sonderfchlichtnngsbehörde für die Arbeiter beseitigt, die in Unternehmungen und Verwaltungen des Reiches beschäftigt sind, und drittens haben die Ausschüsse entgegen der Regierungsvorlage, die den Vorsitzende» und die Beisitzer der Londess^li-btungsstelle« mit einiShriger Kündigungsfrist anstelle» wollte, ihre Bestallung auf Lebenszeit beschlosten. Für die sächsische Regierung erklärt« Gesandter Dr. G r a d n a u e r, der Entwurf sei für diese nichtannehmbar, weil § 55 eint sehr weitgehende Bindung der Arbeitnehmer enthielte, die in den Ausstand treten wollen-
Um die Genueser Konferenz.
Jpu. London, 6. Febr. Nachrichten aus Paris zufolge, ist mit einer Aufschiebung der Genueser Konferenz zu rechnen, womit man gleichzeitig auf eine gänzliche Aufgabe der Konferenz Hin- zielt. Die Ursache wird in den Gegensätzen der Kolitis zwischen Llond George und Poincars gebucht. Von englischerSeite ist feit Cannes 'ortgesetzt betont worden, daß es in Genua herum gehe, wirtliche praktische Arbeit für Europa auf zwei Gebieten zu leisten, nämlich die Stabilisierung der Dalutafrage durch Kredit- ausalsich und ferner die Schaffung von wirt» chaftlkchen Beziehungen zwischen allen Staaten. Dadurch erhoffte Lloyd George einen günstigen Ausgleich zwilchen den europäischen Ländern auf wirtschaftlichem Gebiet, wodurch zunächst die Arbeitslosigkeit abnehmen würde. Frank« r e i ch sah in der Genueser Konferenz von vornherein Doltlifche Hintergedanken, da Deutschland und Ruqiand zum ersten Mule nach ü^.S^iH dort gleichberechtigt mit zu Tisch sitzen fotfert. Poincarâ hat diesen Gedanken nicht überwinden können.
Lolzfvr-eruug der Beparklious- kommiffton.
Die Reparationskommistion hat der deutschen Regierung für das Jahr 1922 Holzanforderungen für Frankreich, Belgien, Italien und England übermittelt, die sich belaufen auf: 441 700 Telegraphenstangen, 2 700 00 Schwellen ^Hartholz), 155 000 Festmeter Rundholz und 3 948 000 Festmeter Schnittholz.
Anläßlich der in Bans gevilogenen Verhandlungen über diese Anforderungen ist der Reparationskommistion bekanntgegeben worden, daß Holzmenaen in diesem Umfang aus dem anfallenden Rundholz des normalen Einschlages fich unmöglich würden aufbringen lassen und daß infolge des verspäteten Termins der Anmeldung der verlangten Lieferung Maßnahmen bezüglich eines vermehrten Einschlages wegen technischer Schwierigkeiten mit Aussicht auf Erfolg für Vas Jahr 1922 nicht mehr zur Durchführung gelangen konnten. Dessenungeachtet hat die Reparationskommistion mit Note vom 18. Januar darauf bestanden, daß die deutsche Regierung unoerzugüch Mannahmen ergreif«, um dne zur Erfüllung der Lieferungen erforderlichen Einschlag beginnen zu lassen und verlangte innerhalb kurzer Frist Maßnahmen über den Umfang der während des laufenden Jahre» noch zu tätigenden Lieferungen
Die R e i ch s r e g i e r u n a hat sich daraufhin trotz schwerster Bedenken hinsichtNch der innerwirtschaftlichen Folgen entschlossen, der Reparalionskommistion bekannt zu geben, daß Deutschland alle gesetzlich zulässige» Maßnahmen zur Anwendung b r i n g e n w i r d , um die Durchführung einer Lieferung von 1275 000 Hartholz- und Kiefer- schwellen, 441 700 Telegraphenstangen, 155 000 Festmeter Rundholz und 1 246 000 Festmeter Schnittholz zu ermöglichen. Die Reichsre- gierung wird, wie uns aus Berlin gemeldet wird, mit allen ihr zu Gebote stehende» Mitteln versuchen, die Aufbringung der angebotenen Holzmengen zustande zu bringen. Sie hat demgemäß an die Länderregie- rungen die Bitte gerichtet, umgehend Atak nahmen wegen Durchführung eines vermehrte» Einschlags zur Sicherstellung bes erforderliche» Rundholzbioarfs zu ergreifen. Die Aufi bringung der Holzmengen soll auf dem Wege- allgemeiner Entscheidungen erfolgen, die in der nächsten Zeit von dem SKeichsfommiffar zur Ausführung von Aufbauarbeiten in ben zerstörten Gebieten veröffentlicht werden.
— Reichsminister Dr. Rakh-nau. Dr. W-k» ter Rathenau ist als Minister des Auswärtigen vom Reichskanzler Dr, Wirth in sein Amt eh* geführt ward«4.