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AmMches Organ für Sieöl- und Landkreis Kamm

Erjcheknl täglich mst Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Derlagsleitung: Ad. Indermüble. Vrrantwortlick: für politischen und allgemeinen Teil Richard bultlâ: iür lokalen und vrovinziellen Teil iowie Scott Wilhelm Moritz: für Anzeigen und Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waiienbausduchdruckerei Hanau, Fernlorechanlcklülle Nr. 1237 und 1238.

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Nr. 39

Samstag den 4. Februar

Sie Lage im Wol

Die gewerkschasMchsu Spitzeuorganis

der 21

Die Lage hn Cisenbahnerstreik ist seit gestern zn allgemeinen unverändert. Eine weitere Ver­schärfung hat einige Direktionsbezirke aus­genommen nicht stattgefunden. Dagegen steint die von den Gewerkschaften und dem Be- amtenbund inzwischen unternommene Dermitt- kungsaktion Aussicht auf Erfolg zu haben. Die freiaewerkschaftlschen Spitzenorganisationen haben sich nach Verhandlungen mit dem Reichs­kanzler in scharfer Weise gegen den Streik aus- «spwchen und fordern in einem Aufruf zur Dortigen Wiederaufnahme des Dienstes auf, um dann mit der Regierung in Verhandlungen ein$u treten, die sich zu einer Aussprache über die Regelung der Beamtengehälter in den unteren Truppen und über das Arbeitszeitgesetz bereit erklärt hat, d. h. erst dann, wenn von den Strei­kenden der Dienst in vollem Umfange wieder ausgenommen worden ist. Ob die Reichsgewerk­schaft der Eisenbahnbeamten diesem Aufruf Folge leisten wird, steht noch nicht fest.

Die letzte Meldung de» Reichrvcrkehr»' «inisttrium» über die Streiklage besagt: Di, Lage ist int allgemeinen unverändert. In Süddeutsch- land ist keine Neigung zum Streik vorhanden. In Norddeutschland hat sich der Streik an einzelnen Stellen av»gedebnt. Im Bezirk Hannover streiken dagegen beispiellweise nur 10% der Personal». Innerhalb der Direktionen beginnt sich langsam ein Notverkehr

,ll entwickeln, der zu einem Notfahrplan au»gesialtet «n» U-r die Bezirke ausgedehnt werden soll. In erster Linie werden Lebensmittel,üge und Kohlenzüge, 4* zweiter Linie Perionenzüge gefahren. Die Technische Nothilfe wird in verstärktem Maße eingesetzt. Da» Einsetzen geht nur langsam vor sich, da au» streikfrcicn gebieten Nothelfer herangezogen werden sollen, wie da» in gleicher Weise mit dem Personal beabsichtigt ist. Der Ersatz de» streikenden Lokomotivpersonal» wird durch Heranziehung nicht handwerksmäßig ausgebildeter Hetzer durchgeführt.

Die Spiheuorganifalionen fâr Beendigung des Streikes.

Berlin. 4. Febr. Gestern nachmittag Pupfing der Reichskanzler die Spitzen- yerbânde der drei Gewerkschafts­richtungen. mit denen in Anwesenheit der beteiligten Ressortchefs eine eingehende Aus- Be über die Streiklage stattfand. Daraufhin die Spitzenverbände einen Aufruf zur ligung des Streiks erlassen. 3m Anschluß an die Besprechung wurde im Beisein von Der- ireleru der Gewerkschaften der Vorstand des Deutschen Beamtenbundes empfangen, naazdem et erklärt hatte, daß er den Streik ablehne und das vor­stehender Reichsgewerkschast miß­billige. Der Reichskanzler erklärte, daß die Erörterungen mit den Spitzenorgani- fationen über die grundsätzlichen Fragen der Seamienbefolbnnfl alsbald fort- gesetzt werden sollen.

Indem Aufruf der Spitzenver­bände heißt es u. a.:

Es ist unerträglich, wenn einzelne uudiszl- püniecte Gruppen in solch unverantwortlicher Weise mit dem Schicksal der gesamten Devölke- tung spielen. Dieser Lohnstreik einer einzelnen «eamlengruppe muß bei der derzeitigen wirt- ichasilichen Lage auch bei nur kurzer Dauer die Lebensbedingungen aller Arbeitnehmer, befon- bers in den Großstädten, aufs verhängnis- allste gefährden. Geradezu katastrophal wirkt Ner Streik jetzt drei Wochen vor der Sonfe- ttnz von Genua auf die Außenpolitik Deutsch­lands ein. Die Verantwortung gegenüber den on ihnen vertretenen Beamten, Arbeitern und Angestellten wie gegenüber dem gesamten Volk «St deshalb den unterzeichneten Spitzenorgani- Mionen aller gewerkschaftlichen Richtungen die gebieterische Pflicht auf, alle im Streik befind- «chm Eisenbahner aufzufordern, d i e A r b e l t sofort wieder aufzunehmen. Von Reichsgewerkschast wird erwartet, daß sie sich ebenso ihrer schweren Verantwortung be- Abt ist und den Streik unverzüglich beendet. Ale für diesen besonderen Streitfall der Reichs- Nnbeamfen erlassene Verordnung des Reichs- sittisidenten wird mit Beendigung des Streiks JgeurauusloB. Die Reichsregierung erklärt, aB c^v «derüchte und Behauptungen über eine oeobsianuzle Beschränkung des versasiungs- ^iaee üoalitionsreckte» unbegründet sind.

Die Skreiklage im Reich.

Ueber die Lage in den einzelnen Direktions- bezirken hören wir an amtlicher Stelle folgen­des: Im Bezirk Altona ruht der Betrieb fast vollständig. Die Einrichtung eines Rotbetriebes für ^gmburg und Umgegend gestaltet sich be­sonders schwierig. Die Polizeibehörde hat die Streiklsimng festgenommen. In der Geschäfts­stelle der Reichsgewerkschaft deutscher Eisen­bahner sind über 1000 Streikaufrufe beschlag­nahmt worden. Beim gestrigen Schichtwechsel nachmittags 2 Uhr ist das Zugbegleit- und Sta- tionspersona! stellenweise vom Dienst fernge­blieben. Von gestern ab ist eine Dampferver- binduna DockenhudeHamburg in Betrieb. Im Bezirk Berlin ist der Stadtbahnverkehr voll­ständig eingestellt. Der Vorortverkehr wird nur in sehr geringem Umfang aufrechterhalten. Im Fernverkehr verkehren nur ganz wenige Züge. Im Bezirk Breslau sind mehrere Bahnhöfe in den Streik getreten. Der Güterverkehr ruht im ganzen Bezirk mit Ausnahme von Brockau nach Oberschlesien. Hier wird der Verkehr durch Kattowitzer Lokomotiven aufrecht erhalten. Personenzüge verkehren nur in beschränktem Umfange. Diese Züge werden durch Arbeits- willige und durch technisch vorgebildet« Büro­kräfte gefahren. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß das Stattonsp-^sonal bald wieder Herr der Lage sein wird. In Sangerhausen, Bezirk Cassel, sind die in der Reichsgewerk­schaft organisierten Beamten im Ausstand. Im Bezirk Halle wird von Leuna nach Halle ein Notbetrieb aufrecht erhalten. In Jüterbog hat die Stteikleitung die Abfahrt eines Mllch- zuges nach Berlin verhindert. In Leipzig haben die Lokomotivführer das Drehen einer Lokomotive verhindert und die Gasfchläuche der Lokomotive durchfchnitten. Es sind Maßnahmen getroffen, um die Saboteure zu verhaften. Die Etfenbahndrrenwn Li a AS y^u * y einen Notfahrplan aufgestellt, der gestern fast vollständig innegehalten worden ist Die Eisen­bahndirektion hofft, daß bei weiterem Heran­ziehen der Technischen Nothilfe die Lage sich bessern wird. Im Bezirk M ü n st e r i. Wests, haben die Ausständigen die Lichtleitung des Bahnhofs Münster durchschnitten. Im Bezirk Hannover wird durch Fahren einer Reihe von Arbeitszügen, Viehzügen, Kohlenzügen ein Notbetrieb für den lebenswichtigen Verkehr auf­recht erhalten. An dem Streik beteiligt sich nur das Lokomotioperfonal. Das Stationsprrfonal ist fast vollständig zur Stelle. Im Bezirk Königsberg wird der Transport von Virh und Gütern mit Ausnahme von Lebensrnitteln vorläufig verweigert. Im besetzten Gebiet und in Süddeutschlano ist der Zugverkehr fast plan­mäßig. Aus Wiesbaden wird gemeldet, daß die Desatzungsbehörde dem Eifenbahnperso- nal befohlen hat, an Ort und Stelle zu bleiben und alle Befehle auszuführen, andernfalls kriegsgerichtliche Verfolgung eintrete« würde.

Hamburg, 3. Febr. Die Streiklage ist durch die Befchlußfasiung des Deutschen Eisenbabner- verbandes verschärft worden. Der Verband be» chloß in einer gestern ebend stark besuchten Versammlung im Gewerkfchastshaufe, feine Mitglieder aufzufordern, sich dem Streik anzu­schließen. Danach werden jetzt auch die übrigen Beamten und Angestellten in den Ausstand eintreten. Dagegen gab der hiesige Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Eewerkfchafisbun- des in einer ebenfalls gestern abend im Ge- werkfchaftshaufe abgehaltenen Sitzung eine Parole gegen den Streik heraus. Dwi^enfâlle haben sich bis jetzt noch nicht ereignet, da die ftreitenben Lokomotivführer und Heizer die größte Zurückhaltung üben und auch das fahr­willige Personal keinen Anlaß zu Provoka­tionen gibt. Die streikenden Eisenbahner wollen jetzt, wie in einer gestern abend abge­haltenen Versammlung bekannt wurde, den Transport lebenswichtiger Lebensmittel zula">n.

Kiel, 3. Febr. Vom Hiesigen kiauptbahnhof sind in den frühen Morgenstunden Fernzüge nach dem Süden und Norden noch nicht abge­gangen. Ein Milchzug, der von Eckernförde ab» fahren sollte, wurde ausgefallen und mußte wieder nach Eckerförde zurückkehren.

Leipzig, 3. Febr. Eine Funktionärversamm­lung des Deutschen Eisenbahnerverbonde», die gestern abend in Leipzig tagte, nahm Stellung zum Streit der Ntichseisenbahner. Nach hefti­gem Für und Wider wurde beschlosien, es vor­läufig bei dem bisherigen Zustand zu belassen und sich nicht offiziell an dem Streit zu betei­ligen. Die Leistung von Streikarbeit wird jedoch abgelehnt.

Karlsruhe, 3. Febr. Die Vorsitzenden der Ortsgruppen der Lokomotivführer aus ganz Baden waren heute vormittag versammelt, um die Lage zu besprechen. Es wurde der Deickluk gefaßt, erst mit den Kollegen in

«erstreik «mer8«dert. ilionen für sofortige Wiederaufnahme rbett.

Die Stellungnahme der Reichsgewerkschaft.

Berlin, 4. Febr. Wie der »Lokalanz." hört, erflärfen die Vertreter der Rei^sgerverk- schaft, ohne vorherige Garantien die Bedin­gungen des Streikabbruchs nicht annehmen zu können. Die Entscheidung müsse dem Aktions­ausschuß verbleiben. Eine Bestätigung war bis­her nicht zu erlangen, doch verlomtet, daß die Verhandlungen heule fortgesetzt werden sollen. Rach der Besprechung mit den Spitzenverbänden trat das Reickskabinett zu einer Sitzung zusammen, um Stellung zu neh­men zu der durch den Eisenbahnerstreik ge­schaffenen innerpollkii^en Lage.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Berlin, 4. Febr. Der Deutsche Eewerkschafts- bund hat sich in seiner gestrigen Dorstands- sitzung mit dem Streik einiger Eisenbahner- gruppen beschäftigt. Er erblickt in dem Dor- Sehen der Reichsgewerkschast deutscher Eisen- ahnbeamten und Anwärter eine mit den ge­werkschaftlichen Grundsätzen nicht zu verein­barende Handlung, die jede Rücksicht auf die politische und wirtschaftliche Laqe Deutschlands vermissen läßt. Er spricht seine Genugtuung da­rüber aus, daß die ihm angehörenden Verkebrs- und Rersonalverbände gegen diesen wilden Streik Stellung genommen und zur Fortsetzung der Arbeit aufgefordert haben. Dem deutschen Volk wird nahegelegt, die ^ aus dem Streik ergebende nur wenige Tage dauernde Störung âL.rtragen. Mit aller Schärfe wurde das Ver-

urteilt, der zusieht, wie seine Ortsgruppen Ber­lin, Königsberg usw. in den Streck aktiv ein­greifen und durch ihre Stellungnahme den a b - solut ungewerkschaftlichen Streik fördern. Der Vorstand spricht die zuversichtliche Erwartung aus, daß bie Autorität der Reichsregierung durch die unverant­wortlichen Treibereien einiger Eisenbahner­gruppen nichtuntergraben werden wird.

Ilm Frankfurt«- DirtttionSbezirk ist die Lage unverändert. In dem gestrigen Abendbericht der Direktion heißt el: »Auf sämtlichen Abschnitten der Hauptstrecke nach Bebra-Estrnack sind einzelne Züge gefahren worden. Auch auf der Strecke nach Gießen-Marburg haben nördlich Friedberg Züge verkehrt. Auf der Strecke nach Betz­dorf und weiter läuft bet Verkehr in beschränktem Maße. Auf den Nebenstrecken kommen gleichfall» einige Züge zur Abfertigung. Zm besetzte« Sebret ist der Verkehr unverändert auirecht «raalten. Der Haupt bahn Hof wurde am Freitag zur Zugabfertigung nicht herangezogen".

Ei« Rotverkehr für Lebenrmittel- und Sehlen- tran Sporte konnte hiebet in nennenswertem Umfang nicht durchgeführt werden, obwohl fahrbereite Rc- schinen, durch die Technische Notdilse vorbereitet, zur Verfügung stehen. Die Streikenden halten an be­stimmten Stelle« die Gleise besetzt und verhindern die W e i t« r s a h r t der Züge. Dabei ist el vorgc- femmen, daß die freiwillige Vedir»u«gtman«>ckan empfindliche« Unannehmlichkeiten aufgelegt war. Da sich Freitag nachmittag die Lage zu verschärfen drohte, erschien au» Wiesbaden der Regicrungdpränoent, um sich persönlich bei der Polizei und in der Eite«, bahndirektion zu unterrichten. Die jchiitzpolizellichen Maßnahmen werde« sich »ohl « erster Linie auf die Ermöglichung e«ne» Notocrkchrk in beschränktem Um­fang zu erstrecken habe«. Der Güterverkehr ist natürlich vollständig lai>«»el«gt. Schlimm ist el um die vielen aus Uuter»cg»-Statio«cn auige» stellten Güterzüge bestellt. Die Eisenbahiivcrwaltun, sieht sich außerstande, diesen Güter» den erforderlichen Schutz m dem von ihr für nötig erachteten Umfang angeheiben zu lassen. Wie man mileilt, ine gern sich auch die Bcrsicherung»gesrllschaften, nachträglich solche Güter in Versicherung zu nehmen.

I« Bezirk ter Direktion Frankfurt, die über 13 000 Beamte und 4059 000 Arbeiter verfügt, Sehen eigentlich nur bte Lokomotloführer im Streik. Dadurch ist allerd, ng» der Mehrzahl bei Fahr- und Stationtpersonal» bie Arbe>t«mi,uâ! genommen. Praktisch hülsten von 18 000 Beamten 12000 feiern. In Frankfurt selbst baoeu sich aber dem Lokomotivpersonal noch andere Gruppen ange- schlossen. So haben die Telegraphen beamten im Haupt- bahnhof schon Freitag vormittag ihren Dienst verlasien. Der Teltgraphenverkehr wird durch nidjtftre.feuDet Personal ü» btjchräâm Untfan« «akoeähtadaite«.

Württemberg und Bayern in Verbindung M Insbesondere wurde auch beschlossen, daß Me süddeutschen Regierungen veranlaßt werd«» sollen, auf die Reichsregierung einen Stuf auszuüben bezüglich der Anbahnung von Ver­handlungen.

Lèln, 3. Febr. Bis jetzt hat die Lage b« Eisenbahnerstreik im allgemeinen keine Ver­änderung erfahren. Der planmäßige Personttt- und Güterverkehr ist aufrecht erhalten worden mit Ausnahme der Züge nach dem unbesetztes Gebiet. Don Berlin sind bisher hier keine Züge eingelaufen. Im Laufe des gestrigen vorm«- tags wurden die Züge 1 und 11 nach Berlitz abgelasien. Die Eisenbahndttektion will um ihre Weiterfühnlng bemüht sein. Es soll der Ver­such gemacht werden, auch die Berliner D-Zütze abzulassem Für die Durchführung dieser ZüK» kann Line Gewähr übernommen werden.

Der Deutsche Eisenbahnernerbaud für den Streik

Frankfurt a. UL, 4. Febr. Die U r a ff.« stimmung der im Deutschen CiseD bahnerverbond organisierten Eisenbahnarbettèt im Bezirk Frankfurt wurde, wie schon berichtet ward, gestern in den Betrieben und Werkstätten, ausgenommen in denen, die im besetzten Gebiet liegen, durchgeführt. Uta* den bis 10 Uhr na^ts erfolgten Feststellungen el fehlen noch 17 Dienststellen hat die überwiegende Mehr­heit sich für den Streik ausgesprochen. Die ju einem Streik notwendige Zweidrittel-Mehrhest der Abstimmenden ist wett überschritten worden. Das Gesamtergebnis ist vor Samstag mittag nicht zu erwarten. Eine Funktionärversamm- trng wird alsbald die entsprechenden Maßnah­men treffen.

Berlin, 4. Febr. Es bestätigt sich, wie uns von unterrichteter Seite mitgeteHt wird, daß die Ortsgruppe Berlin des Seufzen Eisenbahner- Verbandes gestern vormittag in den Strßll ge­treten ist. "Die Aufrechterhaltung des lebens- wichtigen 23ersehrs ist dadurch in Frage gestellt. Einzelne Ortsgruppen des Deutschen Ersen­bahneroerbandes im Reich sympathisierest mit den Streikenden. Das Reichsverkebrsministe- rmm will wissen, daß der Hauptvorltand de» Deutschen Eisenbahnerverbandes diesen Tellak- tionen fernsteht und es ablehnt, sie finanziell oder fonftmte zu unterstützen.

Die Luftpost in Betrieb.

Berlin, 4. Febr. Wie das Reichspostmi« nifterium mitteilt, ist es gestern gelungen, wich­tige Postsendungen nach Hamburg, Dortmund und Dresden durch Flugzeuge zu befötbern. Auch in den nächsten Tagen wird versucht wer­den, für wichttge Sendungen Beförderungs- Möglichkeiten dieser und anderer Art zu be­schaffen. Auch der vom Reichsverkehrsmttnste- rium eingerichtete Rotoerkehr wird von der Post soweit als möglich zur Beförderung von Postsendungen benutzt werden. Insbesondere fÄl die Post auch den regelmäßig verkehrend«« süddeutschen Eisenbahnen entsprerhend zuge­führt werde«.

Auch bie Post- und Telegraphenarbetter?

Berlin, 3. Febr. Wie die Blätter mitteten beschlosien die Post- und Telegraphenarbeiter bei der Oberpostdirektton Berlin in den Streif zu treten. Sie verlangen eine Teuerungszulage von 3.50 Mk. pro Stunde. LautBon. StR-' verließ ein Teil der Arbeiter bereit» bte Ar­beitsstätten.

Der Berliner Sladlslreit beschlossen«

Berlin, 4. F:br. Der Schlichtungsausschuß des Reichsarbeitsministeriums fällte gestern einen Schiedsspruch, wonach eine ^Verlängerung des bestehenden Manteltarifs bis zum 30. Iuu bi. Js. eint ritt Wie die »D. L. o-* berichtet, hat die gestern abend tagende Funkttonärver- fammlung sich für den Streik entschlossen. Den Beginn des Streiks zu bestimmen, soll bei Streikkommission überlassen bleiben. Nach Sag# der Dinge erscheint es unwahrscheinlich, dich es noch einmal zu Verhandlungen mit dem Wo* giftrat kommen wird. Sollte es aber doch noch im Laufe des heutigen Tages dazu tommät soll der Magistrat sich entscheiden, ob für die jetzt bestehenden Tarifverträge unter Beibehal« hing des Mitbestimmungsrechts eine Verlange», rung bis 31. Dezember ds. Js. eintreten fast oder nicht. Es ist vorläufig noch unbestimmt ob es noch heute zum Streik kommt oder erst am Montag.

Die britische Rationalschuld. Die britffch« Nationalschuld zeigt zum ersten Male nach dem Kriege ein Sinken gegen das Dorzahr auf 246 343 610 Pfund Sterling.

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