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Hanauer 8 Anzeiger

Einrückungsgedühr: Die8geio. Kolonelzeile oder deren Raum LLüMk die 4gefo. Zeile im Reklameteil 5L0Mk..Finanzinierat«2.7ttMk. Inserate werden nur rTagesvreis berechnet. OsiertgebübrSO Psg. Bezugs- pteis: Bierteliâbrl. M.-Mk.. monatl. 10.- Mk.. für Postbezug v,erteliäbrl.34.50Mk^monatl.N.50Mk. Die Nummer40Pig. Posticheck-Konto 26 6S9,FrankfurtlM.

General-Anzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermübl«.

Verantwortlich: für oolitttchen und allgemeinen Teil Rickard Hultsch: für lokalen und provinziellen Teil

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanau Reklamen Auguk Stobt, all« in Sanou a. Mata.

Rotationsdruck der Wattenbausbuchdruckerei Sanou.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Ferniorechanlchlülle Nr. 1237 und 1W8.

Nr. 28

Das Neueste.

Der Eisenbahnerstreik hat sei Mitter- zecht eingesetzt. Bayern beteiligt sich nicht am Streik.

Der Reichspräsident hat zum Cisenbah- nerftreit eine Ausnahmeverordnung erlassen, md den Beamten der Verweigerung der Ar- beü verboten.

Die Berliner Streikleitung soll verhaftet sein.

Poincarè hat kein Interesse mehr an der Dermeser Konferenz.

Ei« Aalional- und Volksbuch.

Unter den einzelnen und besonderen Mitteln, den deutschen Geist wieder zu heben, würde es ein sehr kräftiges sein, wenn wir eine begeisternde Geschichte der Deutschen.....hätten, die das National- und Volksbuch würde, so wie Bibel und Gesangbuch es sind..... Fichte.

In seinenReden an die deutsche Nation" hat Johann Gottlieb Fichte diese Aufforderung an die deutsche Geschichtsschreibung gerichtet. Dieses National- und Volksbuch sollte allerdings nur einen gewissen Zeitraum unserer Geschichte umfassen, nämlich die Blütezeit der deutschen Städte im Mittelaster. Aber Fichte erklärt zum Schluß: Dieses Geschichtswerk soll National­sind Volksbuch so lange sein,bis wir selbst wiederum etwas des Aufzeichnens Wertes her- sorbrächten . . ."

Dieses

Das deutsche Volk besitzt bis heute noch nicht jenes National- und Volksbuch, statt dessen aber Schulreform« in Massen, von denen manche dâibige Bände geschrieben haben und noch

n Weltverbrüderung und in der Verächtlichmachung Heldentums und nationalen

3nternationalismus, ii jedes kriegerischen Hel Geistes. Aus den Reihen der sozialistischen fc^ulreformer kommen ohne Unterlaß Klagen, daß die deutsche Jugend in weiten Schichten sich dem sogenannten neuen Geist gegenüber ab­lehnend verhalte, daß sie sich zu fest in- den nationalistischen Glauben verbissen habe. Jeder Deutsche, der historischen Sinn hat, wird er- llären: Dem Himmel sei Dank, daß der größte Test der deutschen Jugend solchen Glaube re- Volk braucht Bürger mit einer

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«Watsgesinnung, die in nationaler Kultur ®u^eU, unser Volk braucht eine Jugend, die Heldentum und Heldenverehrung in ihren Her- M trägt und die in tiefster Seele des Wortes sich bewußt bleibt: Das Höchste, was ein Mensch erlangen kann, ist ein heroischer Lebenslauf, mKampf denen, die unsere gegenwärtige Wehr- und Waffenlosigkeft preisen, die unsere -linder den Wahnwitz der Bußfertigkeit des Putschen Volkes lehren und ihm die Stellung einer Art Heilandsmiffion unter den Völkern mauben machen wollen. Man eifert' in unserer Gegenwart besonders gegen das Lehren von »riegsgefchichte, man will der Jugend nament- N Ole großen Kämpfe des Weltkrieges so ab­schreckend wie nur möglich schildern, man will Sie deutsche Politik vor dem Kriege als ganz oesonders verbrecherisch hinstellen. Aus partei- ^utischen Erwägungen tut man dies. Nie ist

Kampf um die Seele der Jugend heftiger und sinnloser von den radikalen Elementen ge« Mit worden als in unserer Gegenwart. Ja, sinnloser! Man vergißt, wie notwendig es für °°s künftige deutsche Geschlecht ist, daß es nur ourd) genaueste Kenntnis der geschichtlichen lat» befähigt wird, den Kampf gegen die Memschuld Deutschlands am Krieg fortzufüh- ren. Man vergißt ferner, daß durch erweckte Abneigung gegen Kriegsgeschichte vor allem leiden muß, nämlich die Verteidlaungs- Mcbt der nationalen Selbständigkeit. Unsere Uule braucht ein National- und Volksbuch im Yichteschen Sinne, begeisternd und erhebend. Die Blütezeit der deutschen Städte im Mittel- ËU'ter müßte vor uns und unseren Kindern er*

en, jene Zeit, die nach Fichteber jugend- Traum der Nation in beschränkten Kreisen oo» künftigen Taten, Kämpfen, Siegen und bie Weissagung war, was sie einst bei vollendeter Traft sein würde." Inzwischen hat unser Volk Mertes hervorgebracht: Die Schöpfung seines Kelches und Taten voll kriegerischen Geistes, M sie die Völker der Erde noch nie geschaut S°ben. Ehrlos der Deutsche, der sich dieser Ellien seines Volkes schämt. Er frevelt wider »en deutschen Geist. Gerade unsere neuste Ge- Wchte mit der Kurve stolzer Höhe und dem "Ae^Fall in Unfreiheit und Lahnsklaventmu

Donnerstag den 2. Februar

ist besonders geeignet, ein Vorn lebendiger Kraft und Weissagung zu sein, eine anfeuernde Lehre und eindringliches Gleichnis, Ziele zu stecken.

In diesen Tagen, da heftiger denn je der Kampf um die Schule tobt, da das Reicksschul- gesetz im Bildungsausschuß des Reichstages durchberaten wird, da mehr oder minder be­rufene Geister um Erziehungsfragen sich strei­ten, sollten unsere deutschen Schulmänner vor allem darauf bedacht sein, der Jugend jenes begeisternde National- und Volksbuch, so wie Bibel und Gesangbuch es sind, zu schaffen bezw. zu verschaffen. Man hat gewiß neue Geschichts­bücher herausgebracht. Sah man sie ober durch, so waren es zu allermeist jämmerliche Mach­werke ober gänzlich einseitig orientierte Schwar­ten. Unser Verfasiungsstaat fordert politische

Verantwortung. Sie ist aber unmöglich ohne staatsbürgerliche Bildung und Erziehung. Diese aber kann man nur vermitteln durch geschicht­lichen Unterricht. Die Wissenschaft der eigenen Geschichte fördert die Liebe zum Vaterland. Als Bekenntnis kann und muß es in eine be­geisternde Form gegossen werden. Das ist eine der wichtigsten Forderungen unserer Zeit. Wird es gelingen, dann dürfen wir der Hoff­nung und des Vertrauens uns hingeben, die Johann Gotlieb Fichte also verkündet hat: Bringe man diese Nation nur zuvörderst zu­rück von der falschen Richtung, die sie ergriffen, zeige man ihr in dem Spiegel jener ihrer Jugendträume ihren wahren Hang und ihre wahre Bestimmung, bis unter diesen Betrach­tungen sich ihr die Kraft entfalle, diese ihre Be­stimmung mächtig zu ergreifen."

Eisenbahnerslreik seil Mitternacht

20 Gonen 15 Stimmen bei einer Stimm­enthaltung beschlossen hatte, in der Nacht zum Donnerstag 12 Uhr in den Aus- stand zu treten, hak heute morgen der Streik eingesetzt.

Eine seltsame Stimmung befällt den denken­den Kulturmenschen, wenn plötzlich der Gang

der Dinge.unterbrochen wird, wenn mit einem Male das Wort Wahrheit werden soll: Alle Räder stehen still. Ein Gemttch aus Er­regung und Neugierde ist es zuerst, die als Stimmung aufkommt: Man glaubt zu fühlen, es liege etwas in der Luft. Und aus besorgteren Herzen steigt dann die Frage hoch: Was wird ^t^uSÄ« Reicksgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten für heute den Streik beschlossen hätte. Ihren Höhepunkt aber erreichte die Erregung heute morgen, als die Nachricht, einer Bombe gleich plabend von den Bahnhöfen kam: Eisenbahner­streik die Züge verkehren nicht mehr!

Die Eisenbahnen sind die Nervenstränge der Wirtschaft. Es ist beim ' ""'

der Beamten zu prüfen. Tatsächlich ist denn auch ein Unterausschuß des 23er Reichstims- ausschusses bereits dabei, die automatische An- vassung der Gehälter an die sinkende Kaufkraft des Geldes zu behandeln. Auch der Reichsver­kehrsminister hat versprochen, seinen Einfluß geuend zu machen, um die baldige Erledigung der schwebenden und die beschleunigte Behand­lung der weiteren Besoldungsfragen durchzu­führen. Trotz dieses Versprechens stellte der Hauptvorstand d^r Reichsgewerkschast Deutscher Eisenbabnbeamten am 26. Januar die gleichen Forderungen, bie- die Spitzenoerbände zurück­gezogen hatten, erneut an die Regierung und zwar in ultimativer Form. Diesem Ultimatum beugte sich die Regierung nicht, erörterte aber,

1922

ld die Nervenstrang ahe überflüssig zu sagen, für ein Wirtschaftsland

lassen, an Orten mit besonders schwierigen wirt­schaftlichen Verhältnissen Wirtschaftsbeihilfen zu bewilligen. Mit diesem Angebot war jedoch ein Teil der genannten Gewerkschaft nicht ein­verstanden und so kam der Streikbeschluß zu stände, trotzdem die Vertreter der gemäßigtk Richtung erklärt hatten, daß das Angebot 1

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was die Eisenbahnen , ...

von der starken Siedlungsdichte wie Deutsch­land bedeuten, nämlich alles. Eisenbahnerstreik! Die Nervenstränge der Wirtschaft liegen brach, funktionieren nicht mehr! Das bedeutet: unser Wirtschaftsleben in ein furchtbares Unglück stürzen. Solches Vorhaben von so großer Tragweite ist auf das entschiedenste zu verur­teilen; dies umsomehr, als die Führer der Reichsgewerkschaft trotz aller Mahnungen über die Köpfe der Mllglieoermasien hinweg diesen verhängnisvollen Schritt den verdammens­werten Angriff auf das öffentliche Wohl getan haben, ohne genügende Erschöpfung des Ver­handlungsweges und ohne Herbeiführung einer Urabstimmung. Die wirtfchafllichen Verhält­niße der Eisenbahnbeamten, besonders der Lokomotivführer, find gewiß nicht gut, sie haben Ursache, auf das Recht hinzuweisen, ein einiger­maßen menschenwürdiges Dasein zu führen, für ihre verantwortungsvolle Arbeit vom Reich fo entlohnt zu werden, daß sie und ihre Familien leben können. Doch dies kann nur im Ver­handlungswege geschehen und sie dürfen sich in ihrer Unzufriedenheit nicht durch parteipolitische Wühlarbeit des Linksradikalismuseine solche liegt hier u. E. bestimmt vor, ja wir glau­ben, daß der Streik der Anfang der von der äußersten Linken für März geplantengroßen" Aktion bildet < v " ' ^^

Regierung annehmbar sei.

Don den besonnenen Elementen der Deam- tenscbaft wird es nun abhängen ob der Streik sich weiter ausbreiten wird oder nicht. Gott sei Dank gibt es noch solche Beamte, die sich nicht von der Laune oder dem parteipolitischen Ge­schäftssinn einer Handvoll Leute abhängig machen und durch ein solch furchtbares Kampf­mittel, wie es ein Eisenbahnerstreik ist, lebens­wichtige Funktionen der Wirtschaft unterbin­den. Wir hoffen, daß es diesen Beamten bal­digst gelingt, den Verkehr wenigstens einiger­maßen aufrecht zu erhalten und die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln sicher zu stellen. Dank und Anerkennung des deutschen Volkes sind chm sicher. R. H.

Eine Kundgebung des Reichs- präfidenlen.

Gestern vormittag hat Reichspräsident Ebert eine Verordnung betreffend das Ver- beitsniederlegung durch DeamtederReichsstfenoahn erlassen:

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teiligung aufforbert oder anreizt, wird mit Gefäng­nis und Geldstrafe bis 50 000 Mark oder mit «in« dieser Strafen bestraft.

(gez.) Reichspräsident Ebert. Reichskanzl« Dr. Wirth. Reichsverkehrsminister Gröner.

Beschlagnahme Her Streikgelder.

Berlin, 1. Febr. In Ausführung der Der» ordnung des Reichspräsidenten, welche die Ar- bestsniederlegung der Eisenbahnbeamten für verboten erklärt und die Aufforderung zum Streit unter Strafe stellt, ordnete der Polizei­präsident folgende Maßnahmen an:

Alle zur Durchführung des Streiks be­stimmten Gelder sind zu beschlagnah­men. Die Drucklegung von Aufrufe«, die Aufforderungen zum Streik enthalten, i# zu verhindern. Aufrufe zum Streik ftrib zu beschlagnahmen. Personen, die gum Streit auffordern oder sich nach § 316 be» Strafgesetzbuches strafbar machen, sind fest« zunehmen. Der § 316 bedroht mit schwer« Gefängnis- und Geldstrafe die zur Leitung von Eilenbahnfahrten und zur Aufsicht über die Bahnen und den Beförderungsbetrieb ange­stellten Personen, wenn sie durch Vernachlässi­gung der ihnen obliegenden Pflichten tat Transport in Gefahr setzen.

Die Sfreittage in Berlin.

Berlin, 2. Febr. Der Streik hat in Berlin heute nacht voll eingesetzt. Der Vorortverkehr ruht. Fernzüge konnten nur vereinzelt abge­lassen werden. Die Weitergestaltung der Lage läßt sich erst übersehen, wenn die Abwehrmaß­nahmen der Regierung, Einsatz her Nothilfe rc., wirksam geworden sind.

Berlin, 2. Febr. Die Schutzpostzei befindet sich seit gestern abend in erhöhter Alarmbereit­schaft, um eoentL die Bahnhöfe und Bahn-, dämme zu schützen und gegen jedes Verbrechen zu sichern.

Berlin, 2. gebt. Die Streikleitung der Reichsgewerkschast hat sich nach der von der Regierung erlassenen Ausnahmevsrordnung aus Sicherheitsgründen unsichtbar gemacht. Der Vorstand der Reichsgewerkschast erklärt, bis zur Stunde von den Maßnahmen der Streikleitung nichts zu wissen.

Berlin, 2. Febr. DieZeit" berichtet von einem Gerücht, wonach der in Berlin eingesetzte Akttonsausschutz der streikenden Ersenbahner, der den Streik für das ganze Reich durch führen soll, verhaftet worden ser. Eine amtliche Bestätiguna war nicht AU erlan­gen und auch mit der Reichsgewerkschast ist eine1 Verbindung und Verständigung unmogUch.

B e r l i n, 2. Febr. Die FunNionärversalM«- lung der Berliner städtische« Arbeiter be- schloß, sofort eine Urabstimmung über tat Eintritt in tat Streik vorzunehmen.

Gegner des Streikes.

Berlin, 2. Febr. Der Vorstand herDeutscher» Eisenbahner und Staatsbediensteten hat eme Entschließung veröffentlicht, in der er gegen den Streik Stellung nimmt und seine Mitglie­der auffordert, nach wie vor ihren Dienst aus­zuüben. Dieser Entschließung haben sich ta Deutsche Verkehrsbeamtengewerkschast uns derVerband Deutscher Eisenbahnmeister an- geschlossen.

In Bagern keine Streikgefahr.

für Marz geplantengroßen ausnützen lassen. Ein Streik n des Beamtentums unverein-

ist mit dem Wesen des Beamtentums unverein­bar, durch ihn wird die Basis des Beamten- rechts zerstört und dieses Recht ist dann nicht mehr aufrecht zu erhalten. Es kann in der Tat dem Volke nicht zugemutet werden, daß es Hun­derttausende lebenslänglich versorgt, daß es sich ihrer Hinterbliebenen annimmt und so fort, ohne die Gewähr dafür zu haben, daß die mit solchem Vorrecht Ausgestatteten dann auch dem Volke gegenüber ihre Pflicht und Schuldigkeit

tun.

Die Ursache des Streiks? Bereits am 3. De­zember v. Js. hatten die Spitzenverbände der Eisenbahner verschiedene Forderungen gestellt, deren Bewilligung eine Mehrbelastung des Etats von 50 bis 60 Milliarden zur Folge ge­habt hätte. Diese Forderungen wurden kurz vor Weihnachten der Reihe nach zurückgezogen, da man sich überzeugt hatte, daß die Forde­rungen Unmögliches verlangten. Dabei wurde von der Regierung im Reichstag erklärt, daß man beabsichtige, nach der Verabschiedung der Besoldungsvorlage so bald wie möglich in eine eingehende Aussprache über alle in Betracht kommenden Fragen ein^eten und tue Lage

Auf Grund des Art. 48 Abs. 2 der Reichsver- fassung verordne ich zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung tutb Sicherheit im Reichsgebiet folgendes:

§ 1. Den Beamten der Reichsbahn ebenso wie allen übrigen Beamten ist nach dem geltenden Be- amtenreebt die Einstellung oder Verwei­gerung der ihnen obliegenden Arbeit v e r b o - t e n. Wer die Beamten der Reichsbahn zu der hier- nach verbotenen Einstellung oder Verweigerung der Arbeit a u f s o r d e r t oder anreizt, wird mit G e - fängnis und Geldstrafe bis 50000 Mark oder einer dieser Strafen bestraft. Ebenso wird be­straft, wer zur Durchführung der verbotenen Ar­beitsniederlegung ober Verweigerung der Arbeit an Zugkräften, Fahrzeugen, Maschinen, Vorräten oder sonstigen Anlagen ober Einrichtungen Handlungen vornimmt, durch die die ordnungsmäßige Fort­setzung des Betriebes der Reichsbahn unmöglich ober erschwert wird.

§ 2. Wird durch unzulässige Einstellung ober Verweigerung der Arbeit der Betrieb der Reichs­bahn ganz ober teilweise stillgelegt oder erschwert, so ist der Reicksverkehrsminister berechtigt, die Notst andsarbeiten unddieNotstands - forgung zu sichern, ebenso alle Maß- nahmen, die zur Weitersührung des Betriebs geeig-

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net sind.

§ 3 Beamte, Angestellte oder Arbeiter, die im Betriebe der Reichsbahn die Arbeit weitersührer oder Notstandsarbeiten oder Arbeiten zur Sicherung der Netstandsversorgung leisten, bür.en dicserhall in keiner Weise wirtschaftlich uenach. t«i l La i werden. Wer zu einer fo.iweu lyenach-

zwar noch vor Eintreffen eines Aufruf der Zweigstelle München des Reichsverkehrsm,at- sterlums, worin den Beamten mit Diesstenl- lastung oder Disziplinarstrsfcn gedroyt Ä Der Bezirk Bayern der GewerkschaftDeutsch« Lokomolivführ«". weiter der Reichsoewerk- schaff deutscher Eisenbühnbeamten anqehorst schließt sich dem Streik nicht an. Auch m Augsburg und Koburg und anderen Städten haben Versammlungen der Beamten siatt^e- funden, die in all« Form gegen tat Streik sprachen und zur Besonnenheit aufforderten.

Dresden, 2. Febr. Die Eisenbahner auf tat Dresdener Bahnhöfen sind seit Mitternacht iw Streit. Die Post lehnt die AnnahmO von Briefsendungen ab.

D« Streik eine Machtprobe.

Berlin, 2. Febr. Ein Vorstaudsmitä» der Reichsgewerkschast «klärte einem vertret« desBert Lokalanz.". daß es sich bei tau Streik um eine Machtprobe znüschen de« Ge- irerkschasien und d« Regierung haâ v» andren Verbände würden durch ihre Mltglie- der gezwungen werden, in den Streik mit «»- utreten. Die Regierung werde W!«* vas sie angerichtet habe. Er werbe ihr weitet ziv.tr übrig bleiben, als kleia beizugedea.

(Fortsetzung der WrâriLt« «eite 4J

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