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Hanauer S Anzeiger

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General-Anzeiger

Nerlagsleitung: Ad. Jndermübl«.

Verantwortlich: für politischen und allgemei««TM RiibardSultsch: für lokalen und vrovinziÄle« Takt

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanou I Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Mai«.

Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Ferniorechanschlüsse Nr. 1237 und 1238.

Ar. 27

Mittwoch den 1. Februar

1922

Das Neueste.

Dr. Rathenau wurde zum Außenmim­str ernannt.

5n der Eisenbahnerbewegung wurde noch keine Einigung erzielt. Der Ausdruck des Streiks wird als sehr wahrscheinlich bezeichnet.

Das Komitee des Internationalen Me- Warbeitererbandes schlägt vor, im Falle eines Krieges den Generalstreik zu vroklamieren.

Nach kurzem Krankenlager ist in Rade­beul bei Dresden im Alter von 80 Jahren der -«kannte Naturheilkundige Friedrich Eduard Pilz gestorben.

Die Meinungsverschiedenheiten zmis-ben England und Frankreich über die Fragen des Nahen Ostens treten immer deutlicher zutage.

Die Türkei verlangt eine Einladung für Genua.

Ralhenau Außenminister.

Berlin, 31. San. Der frühere Wiederauf- iomniniftet Dr. Walker Rathenau ist zum Minister des Auswärtigen ernannt worden.

DerLokalanzeiger" erklärt: Die Miß- Ummung innerhalb der Deutschen Dolkspartei ist so «roß, daß man sogar von Strömungen sprechen kann, die die Fraktion nicht mehr an das Steuer­kompromiß gebunden halten und die sich daraus ngèb enden Konsequenzen verlangen. Gestern abend tagte bereits die volksparteiliche Fraktion. Ein Be­schluß wurde jedoch nicht gefaßt. Vorläufig ist noch unklar, welchen Weg man einschlagen will. Man berücksichtigt dgn Ernst der augenblicklichen Situ­ation. Es wird aber großes Gewicht darauf gelegt, jèstzustellen, daß di« Ernennung Rathenaus ohne dm Tillen und ohne das Einverständnis der Dolks-

Demokraten zur Ernennung Rathenaus Betonen, daß ^berufen worden ist, ohne daß man sie befragt habe. Die Frage der großen Koalition ist unter Siefen Umständen sehr in den Hintergrund gerückt.

DieZeit" veröffentlicht die Stellungnahme Ser Reichstagsfraktion der Deutschen Dolkspartei zur Ernennung Rathenaus unter der Ueberfchrift:Ein Vorstoß des Reichskanzlers gegen die Deutsche ' Für die Fraktion bestehe angesichts

Bottspartei'*. Für die Fraktion bestehe angesichts 5er bevorstehenden endgültigen Verabschiedung des Steuerkompromisses wiederum volle Handlungs­freiheit.

DerTag" betont gleichfalls, daß das Steuer- kompromiß und die Koasitionsfrage durch Rathe- naur Ernennung nicht gefördert worden seien.

Die Jt r e u $ $ e i t u n g" stellt fest: Wir können Dr. Rathenau auch in seinem neuen Amt kein Ver­trauen entgegenbringea.

Die gl. Rundschau" urteilt zur Koa- ütionsfrage: Die Demokraten werden der Minder­heitsregierung Wirth ganz gewiß keine Schwierig­keiten in den Weg legen und auch die Deutsche Volks- Partei dürfte sich einer Opposition enthalten, die der Regierung eine autoritative Durchsetzung gegenüber dem Ausland erschweren würde.

DieDeutscheTageszeitung" bezeichnet Vathenous Berufung als Unterstreichung der Er» füllungs- und Unterwerfungspolitik.

DieVörfenzeitung" sagt: Es fragt sich nur, ob es klug war, die zahlenmäßig noch recht erhebliche Rechtsopposition in der Deutschen Volks- Partei auf diese Weise zu stärken.

; DasBerliner Tageblatt" meint, daß schon seit einiger Zeit bekannt war, daß Rathenau 'N erster Linie für den Außenministerposten aus- ersehen sei. Das Blast glaubt ferner annehmen zu können, daß die Deutsche Volkspartei mit der Be- rusung Rathenaus doch noch einverstanden sein werde.

DieGermania" begrüßt Rathenaus Er­kennung wegen seiner internationalen Bezie­hungen.

DerVorwärts" begrüßt Rathenaus Cr- uennung auch deshalb, «veil durch sie die Vorstellung, feien gewisse Leute schon die Diktatoren, zer­stört wird. Man dürfe in dieser Ernennung eine fach- uch« und persönliche Garantie dafür erblicken, daß lene Vorstellung falsch war.

DieFreiheit" glaubt, daß zu einem erfolg­reichen Wirken Rathenaus auch eine innere Politik fctt>tt^«, die das Kabinett Wirth nicht den 1 dieser Außenpolitik ausliefert.

DieRote Fahne" sagt: Rathenau ist der Literat unter den Industriellen und der beste «nbuftrielle unter den Literaten.

Gegen die Wiederkehr Rathenaus.

Hamburg, 31. Jan. Der Hauptgeschäftsfüh- des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbun- des hat an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Der Bundesvorstand des Deutschvölkischen «chutz- und Trutzbundes, dessen Mitglieder aus Wen Teilen Deutschlands versammelt sind, er- At scharfen Einspruch gegen die Wiederkehr Walter Rathenaus - in die Regierung. Ein «ann, der zu Beginn des Krieges nach feinem ebenen Eingeständnis erklärt hat, die Weltge- mtte jhren Sinn verloren, wenn siegen würde, er ist unter keinen berufen, bei der Führung der Ge» eutitben Volke» mUruwirken.

Das Gold der Reichsbank.

Erklärungen des Reichsbankpräsidenten.

Der Hauptausschuß des Reichstags wandte ich der Besprechung des Gesetzentwurfs be= reffend den Kassenbestand der Reichsbank zu. Aus Anregung des Bericht- rstatters Abg. Dr. Rießer (D. Vpt.) gab der Zräsident der Reichsbank Havenstein be- annt, daß die Reichsbankverwaltung in dieser Richtung bereits mitderBankvonEng- land Vereinbarungen getroffen habe. Ehe sie jedoch zur Ausführung gebracht werden können, erscheine eine Aenderung der bankgesetz­lichen Vorschriften aus überwiegend Zweck­mäßigkeitsgründen geboten. Als Darlehnsgeber käme nicht nur die Bank von England, sondern auch die Zentralnotenbank eines ande­ren Landes in Betracht, zu deren Gunsten jene als Treuhänder und Pfandhalter dienen würde. 'Die Abdeckung der Darlehen hätte alsdann zu erfolgen, entweder durch die allmähliche und je der Markttage angepaßte Umwandlung vor­handener Valuten in die Valuta des Darlehns oder dadurch, daß ausstehende Valutaforderun­gen später eingehen. Der Präsident wies da­rauf hin, daß nicht die Absicht bestehe, das in die Treffors der Bank von England zu überfüh­rende Gold zu langfristigen Krediten für Repa­rationszwecke zu benutzen, sondern es handle sich lediglich um Kredite vorübergehender Art, um die banktechnischen Schwierigkeiten zu beseiti­gen, die für das deutsche Wirtschaftsleben bei Beschaffung der Devisen bestehen. Es solle Deutschland eine freiere Bewegung auf den Geldmärkten der Welt gesichert werden. Nicht zum mindesten aber solle der Devisen- Spekulation Zaum und Zügel an­gelegt werden. Auf die in der Presse geäußcr- '^heufen üiinprtp der. Präsident dahin.

habe, daß jederzeit auf Verlangen die Lizenz zur Wiederausfuhr des deutschen Goldes gewährt werden würde. Hinter die­ser Erklärung ständen Name und Ehre der Bank von England und ihrer Leiter.

Der Eifenbahverflreik wahrscheinlich.

Berlin, 1. Febr. DieVoss. Ztg." be­zeichnet den Ausbruch des Streiks als wahr­scheinlich. Rach derBerliner Börsenzeitung" lag ein Abstimmungsergebnis der Reichsge­werkschaft bis 1 Uhr früh noch nicht vor.

Berlin, 1. Febr. DieZeit" meldet: Die Fachgruppe der Lokomotivführer, die in der Rei^gewerkfchafk der deutschen Eisenbahnbe­amten die Hauptrolle spielt, hat, wie verlautet, gestern nachmittag beschlossen, die Streikparole mit sofortiger Wirkung auszugeben. Infolge­dessen ist mit einem sofortigen Beginn des Streiks zu rechnen. Soweit die Parole durch­dringt, haben vermuflid) schon in der verflosse­nen Rächt die Lokomotivführer die Arbeit niedergelegt.

Seine Streiktelegramme.

Berlin, 1. Febr. Der Reichspoftminister hat durch Rundtelegramm an alle Postanstalten den Befehl erteilt, keine Telegramme anzunehmen und zu befördern, die zum Streik der Beamten auffordern.

Die Opposition in der Reichsgewerkschaft.

Berlin, 1. Febr. Ueber den Verlauf der für gestern nachmittag anberaumten Sitzung des Hauptvorstandes der Reichsgewerkschaft deut­scher Eisenbahnbeamten erfährt die Telunion folgendes: Die Versammlung wurde eingeleitet von dem ersten Vorsitzenden der Gewerkschaft. Anwesend waren 30 Vertreter der Reichsge­werkschaft aus Berlin und dem Reich. Von die­sen 30 Vertretern bekannten sich 22 zur radi­kalen und 8 zur gemäßigten Gruppe. Seitens der Gemäßigten wurden unter Hinweis auf die aus einem Streik möglicherweise erwachsen­den innen- und außenpolitischen Folgen heftige Angriffe gegen die Radikalen geführt. Die Wortführer der gemäßigten Grunve sprachen den radikalen Vertretern das Recht ab, über die Kövfe der Mitglieder hinweg ohne Vornahme einer Urabstimmung den Streik zu prokla­mieren. Demgegenüber hielten sich die Sprecher der Radikalen zur Durchführung ihrer Absicht für durchaus befugt und erklärten, sie hätten einen Fonds gegründet, aus dem durch Dienst­entlassung Gemaßregelten Unterstützungen zu- fließen könnten und daß sie die Wiederein­stellung der Dienstentlasienen gegebenenfalls er­zwingen würden. Zu einer endgültigen Be- scklußfafsung war es in vorgerückter Nacht­stunde trotz vielstündiger Aussprache noch nicht gekommen.

3m Reichsverkehrsminifterium wird erklärt, daß das Ministerium nachdrück­lichst auf dem Standpunkt stèhe, wie er durch den in unter« gestriger Ausgabe veröffentlich»

ten Beschluß das Reichskabmetts dargelegt wird: ein Streik der Eisenbahnbsamten ist mit den Bestimmungen und dem Wesen des Beam­tenrechts völlig unvereinbar. Das Ministerium hat daher alle Eisenbahndirektionspräsidenten beauftragt, im Falle des Ausbruchs eines Streiks unter keinen Umständen mit den strei­kenden Beamten in Verhandlungen einzutreten. Dis Präsidenten sind ferner angewiesen worden, keine Einmischung der streikenden Beamten in die Verwaltung und den Betrieb zu dulden. Ferner sind die Präsidenten aufgefordert wor­den, für die Innehaltung des Verkehrs der Lebensmittelzüge und des beruflichen Perfonen- verkehrs in möglichstem Umfange zu sorgen.

Süddeulschland gegen einen Streik.

Stuttgart, 1. Febr. Bei der Beratung des erweiterten Vorstandes der Fachgewerkschaft der deutschen. Eisenbahnverkehrsbeamten in Berlin brachten, wie der Vorsitzende des Bezirks Württemberg der deutschen Eisenbahnverkehrs­beamten mitteilt, sämtliche süddeutschen Ver­treter klar zum Ausdruck, daß ihre Mitglieder nicht geneigt sind, die Narrenpolitik gewißer Berliner Gewerkschaften mitzumachen.

Die poln. Verwaltung in Oberschlesie«

Berlin, 1. Febr. Im Laufe eines Monats nach Uebernahme des abgetretenen Gebietes wird Polen die Verwaltung übernommen haben.. Die Vorbereitungen für die Einrichtung der Derwallung werden vom Obersten Volks­rat, der f. Zt. auch in Posen die gleiche Aufgabe übernahm, getroffen. Gemäß Ministerialbe- fchluß vom 20. Dezember v. Js. wird in War­schau ein eigenes Departement für oberfchlefiiche Angelegenheiten errichtet, das sich in eine Ab­teilung für Bergbau und eine Abteilung für Handel und Industrie teilt. Anstelle des deut­schen Oberbergamts in Breslau tritt im polni­schen Oberschlesien das OberbergaMt Kattowitz, dem Oberbergämter in Kattowitz, Königshütte und Rybnik sowie Tarnowitz beigegeben wer­den. Da Oberschlesien über kein Eisenbahnnetz nach dem Osten verfügt, werden große An­schlußpläne an das polnische Industriegebiet er­wogen. Zur finanziellen Durchführung ge­denkt man ausländisches Kapital heranzuziehen, von dem man eine Beteiligung von über 60 % erhofft. Infolge der Grenzziehung ist die Um­organisation der beiderseftigen Industrie in vollem Gange. Eine Reihe von Gesellschaften, die auf polnischem Gebiet liegen, haben bereits ihre Verkaickssiellen in Berlin und Breslau auf­gegeben. Es muß damit gerechnet werden, daß auch leitende Persönlicbkeiten dieser Industrie durch Polen ersetzt werden und daß den Polen allgemach ein überragender Einfluß in der Lei­tung eingeräumt wird. Auf deutschem Gebiet werden die Zentren Gleiwitz und Hindenburg besondere Bedeutung erlangen. Das Oberver­sicherungsamt in Posen übernimmt die Funk­tionen der Rel.osversicherung. Das Gerichts­wesen leidet unter dem außerordentlichen Man­gel an Justizbeamten. Es sollen aus Posen und Pomerellen 20 und aus Kongreßpolen 60 Richter nach Oberschlesien versetzt werden. In Kattowitz wird ein Oberlandesgericht und ein Oberverwaltungsgerichtshof eingerichtet, dem drei Landgerichte in Kattowitz, Königs- bütte und Rnbnik angegliedert werden. Die

Hütte und Rybnik angegliedert werden. Städte werden mit Garnisonen und Ve

Verwal-

tungen, die Polonisierungszwecken dienen, über- belegt, wodurch die Wohnungsfrage aufs äußerste kritisch werden dürfte.

polnische Fiaauzmaßnahmen.

Sakowitz, 1. Febr. Don Warschauer und Posener Finanzleuten sind in dem tunftiaen polnischen Teil Oberschlesisns etwa 30 neue Banken gegründet worden, die den Ankauf der Immobilien der aus Oberschlesien fortziehenden Deutschen finanzieren sollen.

Zur Verschiebung der Orieulkouferenz

Differenzen zwischen Frankreich und England.

Paris, 1. Febr. Die Verschiebung der Orientkonserenz beschäftigt die Londoner Kreise aufs lebhafteste. Die Meinungsverschiedenheiten unter den Alliierten, das heißt zwilchen Eng­land und Italien einerseits uns Frankreich an­derseits sind durch diesen Vorfall öffentlich ge­worden. Eine Londoner prcssenote kennzeich­net die Differenzen zwischen Frankreich und England in der Orientfrage folgendermaßen: Den Hauptpunkt bildet die Frage der Sanktio­nen, die festgelegt werden sollen für den Fall, daß die Türkei zur Ausführung des zwischen Frankreich, Belgien und Italien abzuschlietzeu- den Uebereinkommens gezwungen werden müßte. Sodann will die englische Regierung der Grenzfrage in Thrazien den französischen Vorschlägen nur in einem beschränkten Maße zustimmen. Line weitere heikle Frage bildet die wa Smuraa. Das französisch« Memora»-

dum zur Orientfrage, das gestern vom englische» Minislerrat vor der Unterredung zwischen CotS Curzon und dem ftanzösischen Botschafter ge­prüft wurde, sei der englisch«! These sehr wider- sprechend. Man benötige ein eingehendes 586- dium. Einige englische Zeitungen gehen sogar so weit zu sagen, die Orientkonferenz der Außen- minister werde wegen zu großer Meinungsver­schiedenheiten überhaupt nicht abgehÄteu wer­ben können.

Abschluß des Flotten-Abkvmmeus-

Washington, 31. Jan. Die japanische Dele­gation auf der Abrüstungskonferenz ist ermäch­tigt worden, ihre Zustimmung zu dem Wort­laut des Flottenabkommens zu geben, nachdem den Bedenken der japanischen Regierung M Bezug auf die Befestigungsfrage Rechnung ge­tragen wurde, indem die Bonin-Inseln zwar als zum japanischen Mutterlande gchörig ge­rechnet werden, aber nicht befestigt werden dür­fen. Die Bestimmungen über die Befestigung sehen vor: 1. Großbrttannien, Japan und Ame­rika verpflichten sich, den Status quo im Stille» Ozean aufrecht zu erhallen, das heißt, chre Be? sitzungen nicht zu befestigen, besonders auf den Inseln Guam, Philippinen, Hongkong, Bonin, Ryuky, Ossima, Formosa und die Fischerinseln; 2. das Abkommen ist nicht anwendbar auf die Westtüste der Vereinigten Staaten, Austra­liens, Tasmaniens, Neu-Seeland, Norfolk, Neu-Guinea und die gesamten Inseln, die das- japanische Land darstellen.

PoMische Tagesberichte.

Der englische Doffchafker und die Flucht Dittmars. Der englische Bots* nfter hat die Reichsregierung um Auskunft über die Fluckt des Oberleutnants zur See Dittmar ersucht. Der Reichsjuslizmuüjter hat sich nur bei preußischen Regierung in Verbindung gefetzt, um die not­wendigen Unterlagen über die Flucht Dittmars zu erhallen. Von Dittmar fehll bisher jede Spur.

Schießerei zwischen Zivilisten unL'Fnm- zosen. Aus Gleiwitz (Oberschlesien) wird ge­meldet: In der letzten Nacht ist in Petersdorf anläßlich der Durchsuchung eines Hauses nach Waffen eine Schießerei zwischen Zivilisten und ftanzösischen Soldaten entstauben. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete. Wie ver­lautet, haben die Franzosen 25 Verletzte und 2 Tote zu beklagen. Infolge dieses Vorkomm­nisses wurde von der Interalliierten Kom­mission der Belagerungszustand von 8 Uhr abends bis 5 Uhr früh verhängt.

Die Wiederaufbaudebatte in der Pariser Kammer vertagt. Die französische Kammer hat gestern die Generaldebatte über die Beratung der Budgetmittel für den Wiederausbau in den nördlichen und östlichen Departements, deren Rückerstattung nach dem Friedensverttag von Versailles Deutschland obliegt, aufgefchoben.

Gründung einer internationalen Bank. Im Brüsseler Volkshaus hatte sich gestern die Vereinigung zur Gründung einer internatio­nalen Bankorganisation versammelt, wobei Vertreter der Schweiz, Belgiens, Hollands, der Tschechosiowakei, Schwedens, Rußlands, Frank­reichs und Englands anwesend waren. . Eine Sachverständigenkommission wurde mit der Ausgabe betraut, zu prüfen, in welchem Maße jetzt schon an der Gründung einer internatio­nalen Bank organisativ gearbeitet werden könnte. Sie soll darüber einen Bericht ausfer­tigen, der der nächsten Versammlung, die im April in Mailand stattfinden soll, mtterbrettet werden soll.

Die baltischen Staaten und Ruhland. Die ballischen Randstaaten lassen nichts unversucht, um das Verhältnis zu Rußland und allen den­jenigen Staaten, die demnächst mit Rußland einen regelrechten Handel aufnehmen werdech möglichst fteundfchastlich zu gestalten. Ihrer Meinung nach wird sich die Frage der Aner­kennung Rußlands in Genua endgülttg entschei­den müssen. In erster Linie ist Lettland daran interessiert, da zum mindesten ein großer TeS des Transitverkehrs über Lettland gehen würde.

Reueiuteilung der dâmfchen webrmaiU. Die dänische Regierung hat folgende Reuow- nuna ihrer Wehrmacht beschlossen: Die Infam- terieformationen werden von 52 auf 30 Batail­lone herabgesetzt, die Kavallerie von 16 auf v Schwadronen. 9 Maschinengewehr-Kompagnie» werden neu geschaffen. Zwei Drittel der Wehr­macht werden westlich des Großen Bells statio­niert. Die Befestigungen um Kopenhaa«» werden bis auf einige Forts geschleift. Di- stärkste dritte Division wird an der deutschs* Grenze stationiert. Der Etat für Militarau^ gaben wird auf 42 Millionen Kronen jährlich festgesetzt. Für die Modernisierung der W macht sind W Million«! firm«« ix «n HP* gebracht.