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Amlèiches Organ für Staât* und Landkreis Sanou

Erscheint tâgUch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Dienstag den 10. Januar

Verlagsleitung: Ad. Indermüble.

Verantwortlich: Mr volitischen und allgemeinen Teil Rickard bultsch: für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Svort Wilhelm Moritz: für Lmeigen und Reklamen AuguK Brodt. alle in Hanan a. Mai«. Rotationsdruck der Waisenhansbuckdruckerei Hanau. Fernsoreckanschlülle Rr. 1237 und 1288.

Das Neueste.

In parlamentarischen Streifen rechnet man mit der Möglichkeit, daß Dr. Hermes sei­nen Ministerposten bald aufgibt. Die Vorver­handlungen, die wegen seiner Entsendung als Botschafter nach Washington geführt worden sind, sollen so gut wie abgeschlossen sein.

Die deutsche Abordnung ist von Paris nach Cannes berufen worden.

Bezüglich der Frage eines Steuerkom- ^romiffes finden gegenwärtig Verhandlungen

Aus Cannes wird gemeldet, daß man mit dem Gedanken umgehe, den Sitz der Repara­tionskommission von Paris nach Berlin zu ver­legen und eventl. die Reparationskommission mit dem Garantiekomitee zu verschmelzen.

Rußland hat die Einladung für Genua angenommen.

Die Verhandlungen von Cannes.

Einigung über das Moratorium.

London, 10. Jan. Telegramnren aus Cannes zufolge ließen sich gestern die Finanzminister der vertretenen Staaten den Bericht der Sach­verständigen über die Reparation vorlegen und gelangten über verschiedene Punkte zu einer vollständigen Einigung. Die wichtigsten Fragen, die erörtert wurden, waren:

1. Der Betrog den Deutschland zu zahlen Hot.

2. die Wirkungen des Moratoriums auf die einzelnen alliierten Mächte,

3. die Garantien, die man von Deutschland verlangen müsse wie die notwendigen Finanz­reformen, die Deutschland zu treffen hat.

Paris, 10. Jan. Der -Intransigeant" gibt über die Wiederherstellungsfroge folgende Ein- zelheiten wieder: Bis zum 1. Mai 1922 hätte Deutschland 700Millionen Goldmark zu bezahlen, wodurch sich seine im laufenden Reparationsjahr geleisteten Zahlungen auf 1700 Mill. Goldmark belaufen würden. Hier­von gingen zunächst 500 Mill, an England zur Deckung seiner Besatzungskosten bis 1. Mai 1921. Von den übrigen 1200 Mill, werden 279 Mill, auf Frankreich entfallen, falls die deut­schen Kohlen zu dem Inlandsmarktpreis, aber nur 172 Mill., falls der Preis nach dem Tarif der auf dem Seeweg gelieferten Kohlen berech­net wird. Der Rest soll als Priorität an Bel­gien fallen. Ferner soll die Ueberpriorität erst nach den Besatzungskosten und nach der belgi­schen Priorität in Betracht kommen. Unter Ueberpriorität versteht man die deutsche Vor- kriegsschuld und die Summen, die von der deutsch«: Schuld verschluckt werden. Der erste Teil dieser Ueberpriorität verbrauchte 30 Mill. Goldmark, die den alliierten Kaufleuten zugute kamen. Der zweite Teil der Ueberpriorität be­steht in den Summen, die zum Dienst der deut­schen Jnnenschuld verwendet werden. Diese Junenschuld besteht aus der konsolidierten Schuld von 90 Milliarden Papiermark. Die nicht konsolidierte Schuld beträgt 250 Milliar­den. Die Zinsen für diese beiden Schuldbeträge werden den deutschen Klägern vor jeder Zah­lung für die Reparation ausbezahlt. Diese Summe wird dann sofort nach den Kosten für die Okkupationsarmee und die belgische Priori­tät bezahlt werden. Diese Maßnahme wird vor allen Dingen die deutschen Banken treffen.

(Die geforderte Reparationszahlung von 700 Millionen Goldmark bedeutet ein Kompromiß zwi­lchen der Londoner Festsetzung (500 Millionen) und der belgischen Forderung (900 Millionen).

Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland?

Cannes, 10. Jan. Die auf der Konferenz vertretenen Ainanzminister haben gestern nach­mittag die Beratungen über die Reparatlonr- imge fortgesetzt. Man hat die Absicht, Deutsch- land zwangsmaßregeln aufzuerlegen. Man wird mit den deutschen Delegierten über die Art dieser Zwangsmaßregeln diskutieren.

Die Einladung nach Cannes.

Paris, 10. Jan. Die deutsche Abordnung wurde aufgefordert, sich heute nach Cannes zu begeben. Man versichert, daß die Deutschen wit Gegenvorschlägen nach Cannes kommen. Auch Hinsichtlich des Wiederaufbauplane» sollen He ein Gegenprogramm mtlbringen. Für Frankreich sollen sie neue Garantien anbieten, um auf diese weise Deutschlands Aufnahme in ein französisch-englisches Abkommen zu ermög­lichen.

Das europäische Wirtschaft-konsortium.

Paris, 10. Jan. Die alliierten Minister W jetzt definitiv den Plan für den en ro»

päischen Wiederaufbau angenom­men. Die von Loucheur vorgeschlagene Bil­dung einer Zentralgesellschaft mit einem Ka­pital von 200 Millionen Pfund Sterling, der andere Gesellschaften in anderen Ländern an­gegliedert werden sollen, ist endgültig angenom­men worden. Als Zentralsrtz wird Lon­don genannt. Die Anteile der verschiedenen Läilder sollen in der Währung der betreffenden Länder gezahlt werden, und ein Zehntel soll in Pfund Sterling entrichtet werden. Briand ist mit der Organisation der Gesellschaft betraut worden. Man hatte zuerst vorgeschlagen, sich des Sekretariates des Völkerbundes zu be­dienen, weil aber die Befürchtung laut wurde, daß dies in Amerika Mißstimmung Hervor­rufen würde, wurde der Gedanken fallen ge­lassen.

Der französisch-englische Allianz

Lannes, 10. Jan. Das französisch-englische Allianzabkommen gewinnt immer mehr an Ge­stalt. Es verlautet, daß Lloyd George dieses Abkommen nicht gegen irgend einen Staat rich­ten will, sondern daß sein Ziel darauf hinaus­gehe, dem Rheinland dieselbe Neutralität zu sichern, wie sie dem Pacifickonzern gegeben wurde. Er soll sogar zu diesem Zwecke beab­sichtigen, Deutschland mit in das Bündnis hineinzuziehen. Er sagt, sämtliche Mächte seien an der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens interessiert.

Eine Liga der kleinen Staaten Zentral und Osteuropas.

Berlin, 9. Ian. Wie die Radioagentur mel­det, werde außer einem Garaentievertrag zwi­schen England und Frankreich auch eine Liga der kleinen Staaten Zentral- und Osteuropas ins Auge gefaßt werden, in die Polen eintre-

laWs zuvorzukommen Der englisch-französische Garantievertrag würde aber nicht für den Fall in. Straft treten, daß bei einem Angriff Deutsch­lands auf Polen Frankreich dem letzteren zu Hilfe komme.

Abänderung des Wiesbadener Abkommens.

Tannes, 10. Jan. England hat dem Wies­badener Abkommen unter folgenden Be­dingungen zugestimmt:

1. Die Endsumme der unter dieses Abkom­men fallenden Leistungen von 7 Milliarden wird gestrichen.

2. Das Abkommen erhält eine Gültigkeit von drei Jahren.

3. Im ersten Jahr darf Deutschland an Frankreich Lieferungen von nicht mehr als 1250 Millionen machen, im zweiten und dritten Jahr von nicht mehr als 1500 Millionen. Frankreich nimmt diese Bedingungen an.

Ein Moratorium bedeutet gar nichts.

Lannes, 10. Jan. Ein französischer Delegier­ter sagte, es handle sich für Frankreich in Can­nes und in Genua um nichts geringeres als um einen Verzweiflungskampf um den Frie­densvertrag von Versailles. Das amerikanische Kapital zeige sich jeder Kreditaktion unwill­fährig. Der amerikanische Botschafter in Lon­don soll im vertrauten Gespräch erklärt haben, es sei seine persönliche Meinung, daß das amerikanische Großkapital nur dann einer in­ternationalen Kreditaktion zugänglich sei, wenn der Friedensvertrag von Versailles revidiert werde. Ein Moratorium bedeute gar nichts. Man müsse Deutschlands Schulden auf ein er­trägliches Maß reduzieren. Der Botschafter erklärte, er habe diese persönliche Meinung aus Gesprächen mit amerikanischen Finanziers ge» schöpft.

Rußland nimmt die Einladung an.

Paris, 10. Jan. Tschitscherin hol im Namen der Sowjetregierung bereits telegraphisch ge- antwortet, daß diese ff* gern einverstanden er- kläre, an der großen Wirtschaftskouferenz in Genua teilzunehmen.

Die amerikanischen Delegierten für Genua.

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Paris, 9. Jan. LautNewyork Herold" werden wahrscheinlich Staatssekretär Hughes, Hoover, Mellon und der Direktor der Federal Reserve Bosrd an der Konferenz in Genua

teilnehmen.

Die Stimme des französischen Volkes.

Paris, 9. Ian. DasNablogramm" schreibt: Dis Stimme des Volkes urteilt mit Staunen über unsere Unterhändler. Wenn Herr Briand nicht in den nächsten Stunden der französischen Politik einen energischen Aufschwung gibt, ist er verloren. Dennoch sei Briand nicht an der Entwicklung der Lage schuld Briand, der die Politik der Mehrheit des Lande» führt, mache

nur den Fehler, eine Politik der Linken mit einer Kammer der Rechten treiben zu wollen. Diese Kammer sei bedroht. Von dem Pro­gramm, für das sie gewählt wurde, sei auch nicht ein einziger Punkt erfüllt worden. Des­halb sei die Auflösung der Stammer die einzige Lösung. Wenn der Präsident der Republik vor diesem radikalen Mittel zurückschrecke, müßten die wirklichen Republikaner einen politischen Streik ankündigen. Das Land müsse Gelegen­heit haben, sich darüber auszusvrechen, ob es ferner die Politik der Gewalt oder die Politik der Versöhnung wolle. Die Linksparteien seien unzufrieden darüber, daß England und nicht Frankreich die Initiative zum Aufbau Europas ergriffen habe. Auf der Rechten wird die Regie­rung desVerrates" beschuldigt. Die Gemäßig­ten konstatierten melancholisch, daß vom Sieg nichts mehr übrig bleibe. Die Linksparteien freuen sich über die Anerkennung der Sowjet­regierung, in der sie das Programm ihrer Ideen erblicke Sogar die Freunde Briands zeigten sich unruhig. Sie geben zu erkennen, daß Briand die Schlacht in der Kammer wahrschein­lich nicht abwarten werde, sondern schon vorher zurücktreten werde.

Das Garautiesystem.

Wir haben in den letzten Tagen wiederholl Meldungen über Alliiertenvorschläge gebracht, die in Cannes gemacht werden sollen, um Garantien für den deutschen Zahlungsaufschub in die Hände zu bekommen. Wie meit und in welcher Form diese Meldungen auf Richtig­keit beruhen, das läßt sich zur Stunde noch nicht klar übersehen, es hat aber den Anschein, als ob man es hier tatsächlich mit englischen Vorschlägen zu tun hätte. Das gebt zum Bei­spiel daraus hervor, daß man die deutsche

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preis verkauft werden kann. Durch eine solche Maßnahme wird natürlich für England die heftige deutsche Konkurrenz beseitigt. Diese Maßnahme hat aber andererseits die Folge, daß diese geplante Preisausgleichung eine gewal­tige Preissteigerung auf allen Gebieten nach sich ziehen wird. Diese Preissteigerung bedeu­tet aber weiteren eine Vermehrung der In­flation, und es ist mehr als eigentümlich, daß in dem sogen. Garantiesystem auch eine Ein­schränkung des Papiergeldumlaufs gefordert wird. Man kann aber nicht eine Kohlenpreis­steigerung und eine Einschränkung des Papier­geldumlaufes zugleich fordern. Auch die weitere

Steigerung der Tarife für Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverkehr wird eine Vermeh­rung des Papiergeldes zur Folge haben. Die vorgebrachten Forderungen stehen im inneren Widerspruch zueinander. Was die Erhöhung der Tarife für die Staatsbetriebe betrifft, so hat der 1. Januar ja bereits eine überaus starke Erhöhung der Posttarife gebracht. Am 1. Fe­bruar werden die bisherigen Eisenbahntarife um 75 Prozent erhöht. Und die Befürchtungen sind leider allzu gerechtfertigt, daß wir auch mit dieser Tariferhöhung noch nicht auskommen werden, um den Etat der Eisenbahnen auf die Dauer zu balanzieren. Man kann aber hier ...... chlos alle Tarife steigern; sehr

nicht einfach maßlos alle Tarife steigern; sehr gute Kenner unserer Wirtschaftsverhältnisse und au* wir sind der Meinung, daß die Tarif­schraube schon heute überdreht ist, ganz abge­sehen davon, daß eben berücksichtigt werden muß, daß eine Tarifsteigerung auch eine In- flationssteiaerung ist. Auch die Bedingung, daß man die Devisen für den deutschen Export im Ausland ersassen und für die Reparation verwenden solle, hört sich vom gegnerischen Standpunkt sehr gut an, aber man kommt auch da nicht weiter. Die deutschen Sachleistungen sollen gesteigert werden. Diese Sachleistungen müssen von der deutschen Regierung mit Pa­piermark bezahlt werden. Woher bekommt nun die deutsche Industrie ihre Devisen, wenn von ihr erhöhte Sachleistungen gefordert werden und ihre Auslandsdevisen ohne weiteres für die Reparation verwendet werden sollen? Und woher bekommt sie ihre Rohstoffe, wenn ihr die Devisen fehlen? Das alles sind Fragen, die auch nicht dadurch beantwortet werden kön­nen, daß man eine Kontrolle der deutschen Reichsbank fordert. Eine solche Bedingung würde nur ein Eingriff in innere deutsche An­gelegenheiten darstellen, ohne daß, genau wie bei den übrigen Bedingungen, praktisch für die Reparation und für die Wiederherstellung einer gesunden europäischen Wirtschaft etwas dabei herauskommt.

Die Weltwirtschaftskrise-

Bochum, 9. Jan. Im Ruhrgebiet fanden gestern etwa 70 Versammlungen des Gewerk­vereins christlicher Bergarbeiter statt die sich mit der Stellungnahme der christ­

lich organisierten Bergarbefter zur Weltwirt­schaftskrise befaßten. In Bochum sprach Ge­werkschaftssekretär Kuhnen aus dem Saar­gebiet, Er gab ein erschütterndes Bild über die Lage des Saargebietes unter der Fremdherr­schaft und beleuchtete dann den Kohlenüberfluß auf dem Weltmarkt und die Kohlennot in Deutschland. Er wies ferner auf den Wettbe­werb zwischen Kohle und Heizölen hin und be­tonte, daß wir noch eine schwer« Zeit durchzu­machen hätten. Die Arbeiter müßten aus dieser Weltwirtschaftskrise die rechte Lehre ziehe«, nicht dem Sozialismus, sondern dem christ­lichen Solidarismus gehöre die Zu­kunst an.

Das Steaerkompromch.

Berlin, 10. Jan. Der Reichskanzler Dr. Wirth hatte gestern abend die Parteiführer $i sich geladen, um die Steuerfragen mit ihnen er­neut zu besprechen. Bei den Verhandlungen über das Steuerkompromiß spielt die Erhe­bung eines roeiteren Teils des Reichs­notopfers eine wesentliche Rolle. Der Ge­danke eines Großblocks von der Volkspartei bis zur Sozialdemokratie ist vom Kanzler noch nicht aufgegeben worden.

Berlin, 10. Jan. Unser Berliner Vertreter teilt mit: Heute finden die für das etwaige Zu standekommen eines Steuerkompromisses aus schlaggebenden Besprechungen zwischen dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes und den Par­teiführern statt. Für heute vormittag 10 Uhr sind Verhandlungen mit den Koalitionsparteie« und nachmittags 2 Uhr mit den beiden. Rechts­parteien anberaumt. Die Reichsregierung ver­tritt den Standpunkt, ihre Zustimmung zu dem Ergebnis der ersten Lesung der neuen Steuergesetze versagen zu müssen. Die Regie­rung glaubt namentlich mit der Ermäßi­gung der Umiu^fk»« von â auf 2 Prozent, mit der Z o l le r m 8 ß igu ng für die Einfuhr von Kaffee, Tee und Kakao und mit den Zollerleichterungen für Zigaretten sich keineswegs einverstanden erklären zu kön»M. Innerhalb der Koalition gipfeln die Haupt- gegensätze zwischen Zentrum und Sozialdemo- kratie vornehmlich in der Erfassung der Sach­werte und der Besteuerung von Grundstücke« nach dem gemeinen oder dem Ertraoswert.

Der neue Reichshaushatt.

Von parlamentarischer Seite wird zu dem neuen Reichshaushalt 1922 folgendes ge­schrieben:

Der vom Reichsfinanzminister ausgearbei­tete Reichshaushaftsplan, mit dem der Reichs­tag demnächst sich zu beschäftigen haben wird, ist zunächst nur als ein Voranschlag anzusèheu, der Einnahmen und Ausgaben nach dem bis­herigen Stande der Dinge zusammenfaßt. Schlimm genug ist auch dieses Bild, das er­kennen läßt, welche zerrüttenden Wirkungen die Ausführung des Friedsnsvertrages auf das Reichsfinanzwesen ausübt. Durch die Drei- teil u n g des Reichsetats in die Hauptgruppe« Allgemeine Reichsverwaltung",Betriebsver- waltungen" (Post und Telegraphen, Reichs­eisenbahnen) undAusführung des Friedens- Vertrages" wird ein klarer Ueberblrck möglich, auf welche Ursachen das Ge­sa m t d e f i z i t zurückzuführen oder wo in erster Linie der Hebel zur Besserung anzusetzen ist, um eine Gesundung des Reichsfinanzwesen» einzuleiten.

Der ungedeckte und auf Anleihe zu überneh­mende Ausgabenbedarf bietet sich wie folgt b«: Allgemeine Reichsverwaltung 3127 Mill. Betriebsverwaltungen . . 11015 Mill

Ausführung des

Friedensvertrages

210 196 Mill

zusammen 224 338 Mill.

Um den ganzen Wahnwitz einer solche« Ueberlastung zu verdeutlichen, braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß bei ein-r Bevölkerung von etwa 60 Millionen Deutsche« jedes Individuum, abgesehen von allen alten und neuen Steuerauflagen von de» Anleihezuwach» nur des Jahres 1923 37389 Mark auf fein Anteil überneh­men müßte. Zu beachten ist hierbei, daß ungè fähr 93 Proz. dieser Unsumme auf denTribut entfällt, den die -Sieger" in ihrer grausame». Verblendung dem deutschen Sone aufge­zwungen haben.

Die Option in Danzig und in Jtcupoten. Rach Blättermeldungen haben in Pomerelle» von 1% Millionen Deutschen rund 500 000 für Deutschland optiert. Die Zahl der für Deutsch­land optierenden Personen in dem Gebiet der Freistaats Danzig geht ebenfalls in bie Tau­sende.