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Dean lenstalistik. Nach amtlichen Zusam-' mcnftcllungcn gibt es in Preußen 481 Land- räte, 17 Polizeipräsidenten und 9 Grenzkom- missare, 44 Polizeinspektoren, 44 Polizei- und Kriminalkommissare, 382 Polizei- und Krimi­nalassistenten, 7290 Polizei- und Kriminalbe- triebsassistenten und 5942 Landjäger.

* Karneval. Damensitzung. Die1. Hanauer" Me für gestern zu einer Gala-Damensitzung n der Centralhalle eingeladen und groß war Sie Schar derer, die erschienen waren, um für einige Stunden den Ernst der Zeit zu vergessen und in ungebundener Fröhlichkeit Gott Jocus Tribut zu zollen. Die Räumlichkeiten, dekoriert im Allgäuer Stil, nahmen sich prächtig aus und als um %6 Uhr unter den Klängen des Kathe­dermarsches der Prinz mit Ministerium und sonstigem Hofftaat seinen Einzug hielt, herrschte ein beängstigendes Geschiebe und Getriebe von buntbemützten Männlein und Weiblein in den für einen derartigen Andrang nicht ausreichen­den Räumlichkeiten. Einen derartigen Besuch wie gestern hat die Centralhalle wohl kaum zu­vor aufzuweisen gehabt. Dadurch wurde es eigentlich ungemütlich, denn ein Teil der Be­sucher hat wohl kaum viel gehört nod) gesehen von dem, was auf der Bühne vorging. Nach Begrüßung durch den Vizepräsidenten Rohde, dem vom Prinzen die Leitung übertragen war, kam als erster der närrische Protokollier Nei­dig zu Wort, der in derbhumorvoller Weise städtische Angelegenheiten kritisch Revue passie­ren ließ. Seine Hiebe, nach rechts und links ausgeteilt, wurden viel belacht und beklatscht. Sodann folgte in bunter Reihenfolge in kine- matographischer Geschwindigkeit das übrige rüstige Programm. Liedervorträge, von Frau echter und Herrn Z u l a u f ansprechend zu Gehör gebracht, wurden ebenso stürmisch applaudiert, wie die Biiüennorträge der Herren Neidig und Jost. Die Damen Lamy und Bauer führten prächtig in Kostüm graziös einen Diedermeiertanz auf und Herr Ober­länder gab die 2lriette des Mydas aus Schöne Galathe" zum Besten. In demFrüh­lingstraum" mimten Herr Neidig den Pierrot und Frl. V i ed endo rff die Colombine und hatten wohlverdienten Seifen einzuheimsen. Eine Abordnung der Frankfurter Weindelschen Karnevalgesellschaft war ebenfalls zum Fest er­schienen und zwei Mitglieder derselben erfreu­ten alsRadieschen" undGeele Rüb" in einem Büttenoortrag mit urgelungenen Witzen. Herr Schneider von Frankfurt brillierte als routinierter Mandolinenspieler mit verschie-

schiedenen Vorträgen. Vier allgemeine Chorlie- " ' > v e l,

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der, verfaßt von den Narren R o h d e, A p Neidig und F i x, bildeten neben närrischen Musikstücken die Vervollständigung des gramms, das trotz der Reichhaltigkeit so flott erledigt wurde, daß bereits um 9 Uhr zum Tanz gestritten werden konnte. Ein schwieriges Pro- blsm war die Freimachung des dazu unbedingt nötigen Raumes, aber was anfänglich unmög­lich erschien, gelang doch schließlich und munter und unentwegt konnte auch noch Göttin Terp-

sichore Triumphe feiern.

* Diebstähle. In der Nacht zum Sonntag wurde einem Einwohner der Huttenstraße ein Geldbetrag in Höhe von etwa 9000 Mark, am Samstag einem Bewohner der Lothringer­straße 27 ein Schwein entwendet.

* Freiwlll. Sanlkätskolonue vom Roten Kreuz. Wir nermeifen nochmals auf das am 14. d. M. in her Turnhalle, Jahnstraße, stattfindende Stiftungs- feff unter gütiger Mitwirkung des Radsportvereins 1912 und der Art. Abteil. d. T. A. D. Hanau. Da

murde

an der Abendkasse Karten nur in beschränktem Maße verausgabt werden, ist es ratsam, sich recht­zeitig mit Karten zu versehen. Karten im Barver­kauf sind noch zu haben bei Herrn Fr. Grasmeher, Buchhandlung, Zigarrengeschäst I. Paul, Krämer- straße, H. Darast, Kunsthandlung, H. Dölkel, Schnur­straße, und H. Weimar, Nordstraße

* Modernes Theater. Das FilmwerkDas in­dische Grabmal" erzielt wie an allen Plätzen auch fier großen Erfolg. Wie uns die Direktion des Modernen Theaters mittelst, bleibt der erste Teil nur noch 2 Tage auf dem Spielplan.

* Werkmeister-Vezirksoereiu Hanau. Die Mo- natSvsrsammlung findet Samstag, 14. Jan., statt.

Wetterbericht. lltilgeteilt von der Wetterdienststelle Frankfurt a.M.

Vorhersage bis Dienstag abend: Meist bedeckt, einzelne Regenfälle, mild, Westwind.

Landkreis Kanan.

* Bruchköbel, 7. Jan. (Lichtbildervor­ra g.) Ueber Wohnungsbau und Steülungs- nefen spricht im Auftrage des Kuratoriums für flolkshochfchulkurfö des Landkreises Hanau am nächsten Dienstag, 10. Januar, abends 7 Uhr, Herr Hauptmann Schnrude aus Berlin, in der Turnhalle der Turngesellschaft zu Bruchköbel. Der Vortrag wird durck Lichtbilder erläutert. Herr Schmude ist Bahnbrecher auf dem Gebiete des Kleinwohimngsbaucs. Die Art, wie er das Wohnungsbauwefen organisiert, ist unter der BezeichnungSystem Schnrude" in ganz Deutschland bekannt geworden. Aus der reichen Erfahrung und der durchaus von Erfolg be­gleiteten praktischen Tätigkeit dieses Statutes kann man sicherlich viel lernen. Insbesondere aber dürste es interessant sein, die Organisation des Wohnungsbaues in unserem Kreise in Der- gleich zu stellen mit demSystem Schmude", was burd) die zur Vorführung kommenden Lichtbilder ermöglicht wiro. Alle Bürgermeister und Mitglieder der Gemeindekörperfchasten der umliegenden Gemeinden sollten diesen Vortrag besuchen. Der Eintritt beträgt 2 Mark.

Gedenket der hungernden Vögel!

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Aus Nah und Fern.

mc. Franfurck a. 2JL, 7. Jan. Einer Zi­geunerfamilie wurde dieser Tage im Oschafen Wagen und Pferde gestohlen, als sie beim Pferdehandel waren. Die Diebe fuhren mit dem Wagen in rasender Fahrt davon, waren aber sehr erstaunt, als in Bonames plötzlich Hilfe­rufe ertönten. Im gestohlenen Wagen lag näm­lich die kranke Großmutter der Zigeunerfamilie, eine siebzigjährige Frau, die durch das rasche Fahren aufgewacht war. Unter diesen Umstän­den zogen es die Diebe natürlich vor, schleunigst zu verschwinden. Wagen und Pferde konnten der Familie wieder zugestellt werden.

Cassel, 7. Jan. Aus Hagen war vor einiger Zeit ein junger Mann, der sich Bergmann nannte, bei einer hiesigen Köchin eingetroffen unter dem Vorwand, ihre Freundin in West­falen ließe sie durch ihn grüßen. Diese habe ihm auch mitgeteilt, daß sie selbst (die Köchin) gern heiraten möchte. Er wolle dies gleichfalls. Er fei auch gesund, strebsam und verfüge über ein gutes Einkommen. Da der Heiratskandidat auch recht nobel auftrat, ließ sich das Mädchen übertölpeln, mit dem Mann ein Verhältnis ein­zugehen. Er versprach chr die Ehe und veran­laßte sie, ihre beträchtlichen Ersparnisse von der Kasse abzuheben und Heiratsgut zu kaufen. Er logierte einige Zeit in dem Haus seiner Braut", ohne seine Schulden zu bezahlen. Dann wohnte er mit ihr in einem hiesigen Gast­haus. Während sie nun weitere Einkäufe be­sorgte, verkaufte derBräutigam" bereits die

Betten. Darauf fuhren sie beide nach West­falen. Hier erklärte er dem Mädchen ganz ein- fach: Die Polizei ist hinter mir, fahre schnell nach Cassel, sonst wirst du mitverhastet!

ihre ganzen Ersparnisse betrogen, traf arme Mädchen hier wieder ein.

Bad Orb, 7. Jan. Den Pasianten

Um das

der

Straße zwischen Eiserne Hand und Wächters­bach bot sich gestern inmitten der tiefbeschneiten Landschaft das seltene Bild eine» pflügenden Landmannes in der Wächtersbacher Gemarkung. Der Landmann hatte es sehr eilig, die hohen Schneemassen unter den Pflug zu bekommen, da nach einer alten Bauernregel der Schnee ein wertvolle« Dnngmittel sein soll.

Fulda, 7. Jan. Wie verlautet, zieht der Magistrat der Stadt Fulda nunmehr auch die in Stuttgart zuerst eingeführte Nachtsteuer, die sog. Hockersteuer, in den Kreis seiner finanz- politischen Erwägungen.

Höchst, 8. Jan. Ein Straßenraub wurde in der Nacht zum Freitag um halb 4 Uhr auf der Chaussee von Höchst nach Soden an 2 Sodener Damen verübt. Diese waren in Frankfurt im Theater gewesen und hatten den letzten Zug van Höchst nach Soden sicht mehr erreicht. Sie

gingen Mri^^ ^ üMerwAg» von einem etwa 50 Jahre alten Mann enge»

halten, der sie schon von Höchst ab verfolgt hatte. Unter Bedrohung mit einem Revolver

erpreßte der Räuber den Damen Geld, Schmuck­sachen und andere Wertgegenstände ab.

Braubach, 8. Jan. Muf die große Näsie am Montag waren in der Nacht zum Dienstag am Marksburgberge auf desien Nordwestseite Fels­blöcke abgefallen, von denen ein gewaltiger Block von weit über 50 Zentnern in gefährlicher Weise hinter den Anwesen am Hahnweg dem weiteren Absturz drohte. Die sofort aufge­nommenen Schutzmaßnahmen hatten das Er­gebnis, daß der Steinklummer in einzelne Stücke zerschlagen und dies« im Boden eingegraben werden konnten.

Saarbrücken, 8. Jan. Eine Friedhofs­schändung schlimmster Art kam jetzt auch in der Gemeinde Groß - Rosieln im Saargebiet var. Auf dem Friedhof wurden etwa 70 Holzkreuze von den Gräbern abgebrochen, au» dem Boden gerissen und umhergestreut. Auf dem Kind«r- friedhof wurden von über dreißig Engelfiguren di« Köpfe, Flügel oder Hände abgeschlagen, einzelne Figuren gänzlich zerstört. An einer wertvollen Muttergotte,-Statue wurden beide Arme abgebrochen, ferner wurden Blumenstöcke von den Gräbern gerissen und Grabkränze ver­nichtet.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Operahaus. Montag, 9. Jan., 7 Uhr: Die Fledermaus. Dienstag, 10. Jan., 7 Uhr: Die tote Stadt. Mittwoch, 11. Jan., nach­mittags 3M Uhr: Spulezwirnchen, das Sonntagskind. Abends 7 Uhr: Der Frei­schütz. Donnerstag, 12. Jan., 6)4 Uhr: Tannhäuser. Freitag, 13. Jan.: Geschl. Vorstellung. Samstag, nachm. 3X Uhr: Hänsel und Gretel. Abends 7 Uhr: Die Boheme. Sonntag, 15. Jan., nachm. 3% Uhr: Spulezwirnchen, das Sonntagskind. Abends 7 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Montag, 16. Jan., 7 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Dienstag, 17. Jan., 7 Uhr: Tiefland. Mittwoch, 18. Jan., 7 Uhr: Der Graf von Luxemburg.

Schauspielhaus. Montag, 9. Jan., 7)4 Uhr: Schneider Wibbel. Dienstag, 10. Jan., 7« Uhr: Ernst. Mittwoch, 11. Jan., 7 Uhr: Die lustigen Vagabunden. Don­nerstag, 12. Jan., 7 Uhr: Himmel und Hölle. Freitag, 13. Jan., 7)4 Uhr: Zwei glückliche Tage. Samstag, 14. Jan., nachm. 4 Uhr: Das Rotkäppchen. 7 Uhr: Himmel und Hölle. Sonntag, 15. Jan., nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. 7 Uhr: Turandot, Prinzessin von China. Mon­tag, 16. Jan., 7 Uhr: Die Verschwörung des Fiesco au Genua. Dienstag, 17. Jan., 7 Uhr: Die Marquise von Arcis. Mitt­woch, 18. Jan., 7 Uhr: Himmel und Hölle.

am I wehklagenden Frauen zurief, er werde wieder- Pomtskye sm«-n^ren. kommen. Und dies wird er tatsächlich tun. m Sein künftiges Königreich Hot es ihm angetan, Das Serben um die U. S. P. und er hat sich bereits in San Francisco, wo die

Gestern ist in Leipzig der Parteitag der U. S. P. eröffnet worden. DieFreiheit" er­klärt in ihrem Leitartikel: Die verschiedenar­tige Einstellung der U. S. P. und der S. P. D. zur Äoalitionspolitit wird mit Recht als die hauptsächlichste Differenz zwischen den beiden Parteien angesehen. Es wäre aber falsch, diese Differenz als Frage an sich zu behandeln. Hin­ter der Meinungsverschiedenheit in der Koa- litionsfrage stehen zwei verschiedene Auf­fassungen in der Frage des Klassenkampfes und der Stellung zur kapitalistischen Gesellschaft überhaupt. Weiter betont das Blatt: Es kann und muß in Leipzig der Boden geebnet werden für eine Gemeinschaft der beiden sozialistischen Parteien, soweit sie sich auf den Boden gemein­samer praktischer Arbeit unter Einhaltung pro­letarischer Disziplin und proletarischer Solida­rität stellen. DerVorwärts" beleuchtet die Frage der Wiedervereinigung der beiden Parteien und betont: Wenn die Delegierten des Leipziger Parteitages sich leiten lassen von dem Gedanken der gemeinsamen Sache des arbeiten­den Volkes und dem Sozialismus zu dienen, dann soll uns um das Ergebnis nicht bange sein. Dann, aber auch nur dann wird das Er­gebnis ein wichtiger Schritt, sei er auch noch nicht der letzte bedeutende zur Schaffung einer geschlossenen Kampffront, die allen Stürmen der Zukunft gewachsen wäre. DieRote Föhne" fordert den Leipziger Parteitag auf, endlich eine klare Antwort auf die Frage der proletarischen Aktion im internationalen Maß­stabe zur Hilfe für Rußland zu geben, dann seine revolutionäre Aufgabe weiter zu erfüllen und diese Reae^-'g im revolutionären ,_titne geschehen zu lassen.

PoMifche Tagesberichte.

Amnestie in Braunschweig. Der braun­schweigische Landtag beschloß anläßlich des Zu­standekommens der revolutionären Staotsver- fasiung eine weitgehende Amnestie. Sie bezieht sich auf Gefängnisstrafen bis einem Jahr und aus Niederschlagung schwebender Strafver­fahren, die durch Vergehen und Verbrechen ein­facherer Art veranlaßt sind.

De Dalera bleibt De Valera hat seine Rücktrittserklärung zurückgegeben, er bleibt vor­läufig im Amte.

Irland nimmt den Frieden an. Das irische Parlament hat das englisch-irisch? 2lb- kommen mit 64 gegen 57 Stimmen ange­nommen.

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Dreizehn Mann von derFehmarn" ge­rettet. Ein Fischdampfer landete in Grimsby gehn Uebertebenbe der Besatzung des deutschen DampfersFehmarn", welcher am toamstag während des Sturmes in der Nordsee kenterte. Die Hoffnung, daß die ganze Besatzung der Fehmarn" gerettet worden sei, hat sich leider noch nicht bestätigt. Die Besatzung zählte 26 Mann; drei davon sind erst in Hamburg einge­troffen, so daß mit den zehn in England Gelan­deten erst dreizehn Leute von derFehmarn" sicher gerettet sind. DieFehmarn" war ein neuer 1500 Tormen-Dampser der Hamburger Firma Röchling u. Co. Der Dampfer war mit Kohlen von England nach Hamburg auf der Fahrt begriffen; er erhielt in der Nacht vom 30. auf 31. Dezember nördlich Helgoland im schwe­ren Nordwesffturm Schlagseite. Aus die draht­losen Notrufe des Schiffes eilten der deutsche FlschdampferKärirten" und ein englischer Fischdampfer zu Hllfe. Troß größter Mühe ge­lang es ihnen nicht, an dieFehmarn" heranzu­kommen. Am 31. Dezeinber gegen mittag legte sich der Dampfer auf die Seite, um 4 Uhr brachen unter dem Druck der Ladung die Luken und der Dampfer lief von oben voll. Die Be­satzung sprang ins Wasser. Drei Mcurn rettete nach etwa einer Stunde der Kieler Fischdampfer aus den gewaltigen Sturzseen und brachte sie nach Geestemünde, von wo sie nach Hamburg zurückkehrten. Sie wußten nichts von dem Ver­bleib chrer Kameraden, auch nicht der zehn von dem englischen Fischdanrpfer Geretteten.

Ein Südsee-Roman. Ein höchst romantisches Erlebnis auf einer einsamen Insel der Südfee hatte die Mannschaft eines kleinen Schoners, der im Stillen Ozean Feuerschaden erlitt und mit Mühe die Insel Tubai erreichte, ein kleines Eiland der Salomon-Gruppe; die Mannschaft bestand aus Italienern mit Ausnahme von zwei Schweden Knut Uddgren und Ginnor Saison. Der erstere ist ein blonder Hüne und von angenehmen Äußeren. Er erregte unter den etwa 50 Eingeborenen der Insel, die zum größten Teil Frauen find, ein ungeheures Auf­sehen, und die dunkelfarbigen Damen verlieb­ten sich leidenschafüich in den blonden Nord­länder. 54 Tage blieb die Mannschaft auf der Insel und als dann der amerikanische Harchels- dampferMarama" vorbeifuhr, machten sich die Schiffbrüchigen bemerkbar, um mitgenom­men zu werden. Als Knut Nddgren in das von dem Dampfer ausgesandte Boot steigen wollte, spielten sich rührende und sehr lebhafte Ab­schiedsszenen ab. Die farbigen Schönen woll­ten sich von ihrem Liebling durchaus nicht trennen; sie umringten chn unter Wehklagen und hielten ihn an Händen und Füßen fest. Sie stehten ihn an, hei ihnen zu bleiben und König von Tubai zu werden. Uddgren mußte alle seine Hünenkräfte anwenden, um sich von seinen zahlreichen Verehrerinnen loszumachen und sprang schließlich in das Doot indem er beti

Marama" anlegte, wieder auf einen Dampfer nach den Salomoninseln begeben. Er will den Rest seines Lebens als König von Tubai in« mitten seines Harems verbringen, und er er­klärte vor feiner Abreise:Warum nicht, das Klima ist prachtvoll, ich kann unter einer Menge schöner Frauen mir eine Königin wählen und ich kann auf der Insel, auf der es reichlich zu essen und auch manch alkoholische- au trinken gibt, wirklich wie ein König leben Warum soll ich nicht zu meinen Schönen in der Südsee zurückkehren, die mich viel leidenschaft­licher und aufopfernder lieben als irgendeinc Amerikanerin oder Schwedin?"

Opfermut eines Kindes. Aus Afch in Böh­men wird berichtet: Das sechsjährige Mädchen Frieda Wettengel, Kind eines Eisendrehers, goß Spritius ins Feuer. Dabei fingen seine Kleider Feuer. Rasch schob es sein jüngeres Schwesterchen unter das Bett und stellte noch Stühle davor, um es vor den Flammen zu schützen. Das ältere Kind wurde später mi völlig verbrannten Kleidern und schwerer Brandwunden auf dem nacktèn Leib von bet heimkehrenden Mutter aufgefunden. Sterbend konnte es noch erzählen, was geschehen war.

Spatzen in Schuhhast. Die Deutsche Tier­schutzzeitung Ibis berichtet aus Wien: Zu einer einzig dastehenden Intervention rückte kürzlich eine Wiener Polizeiwache aus. Durch plötzliche, von heftigem Wind begleitete Regengüße wur­den etwa 100 Spatzen, die auf den Bäumen in der Krausengasse ihr Nachtquartier hatten, gang durchnäßt und unfähig zu fliegen, vor das Po lizsigebäude geschleudert. Schutzleute eilten auf die Straße, nahmen sich der gefährdeten Spatzen an und brachten sie, um vor Wetterunbill zu schützen, in den Arrest. Dort blieben sie über Nacht, bis ihr Gefieder ganz trocken war. Dann wurden die Spatzen wieder in Freiheit gesetzt.

Der Nachbar ohne Ueberzieher. In einem Berliner Cafè Unter den Linden wurde ein Gauner auf frischer Tat ertappt und unschädlich gemacht. Er entpuppte sich als ein 30 Jahre alter Kaufmann Hermann Eisenberg aus Tzschernowitz bei Bitterfeld, der auf einer Ver­gnügungsreise mit seiner Braut eine Erbschaft von 60 000 Mark durchgebracht hatte. Eisen­berg hatte in seiner Heimat ein junges Mädchen kennen gelernt, und ihm die Ehe versprochen. Er hätte auch mit der Erbschaft ganz gut einen Hausstand gründen können. Statt dessen steckte er das Geld in die Tasche, reifte mit feiner Braut in Mitteldeutschland und am Rhein um­her und kam dann mit ihr nach Berlin. Als er hier mit seinem Gelde am Ende war, legte er sich, ohne daß die Braut davon wußte, aus den Paletotdiebstahl. So besuchte er auch vom Hotel in der Georgenstraße aus das Cafë Unter den Linden alsNachbar", ohne Ueberzieher. VergebUch wartete die Braut auf feine Rück­kehr. Sie ging darauf am nächsten Morgen nach der Dermißtenzentrale des Polizeipräsi­diums. Hier konnte man der Ueberrafchten den Vermißten aus dem Gewahrsam heraus gleich vorführen. Eisenberg hatte im Präsidium er­klärt, er sei ganz zu Unrecht verhaftet worden, als er sich in einem Cafe einen Mantel ansah, den er für den seinigen gehalten habe. Das Mädchen hatte nun aber bereits ausgefagt, das Eisenberg seinen eigenen Ueberzieher noch irr Hotel habe. So war seine Ausrede verfehlt und er gab denn auch nach und nach nicht weni­ger als 26 Diebstähle zu. Der Dieb wurde nad Moabit gebracht.

Sprechsaal.

(Unter Verantwortung des Einsenders.)

Der Raubüberfall in der Heffenstraße ant Dienstag gibt Veranlassung auch an dieser Stelle nochmals auf die Beleuchtung der Lußenstadt hinzuweisen. In der genannten Straße waren zu Friedenszeiten 4 Laternen aufgestellt, die man also damals für die Be­leuchtung der Hessen- und Karolinenstraße für erforderlich hielt. Bis heute ist noch keine der Lichlguellen wieder erfchlosien, sodaß die Be­wohner dieser Straßen mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Vor Mo­naten wurde die an der Ecke Frankfurterland- straße-Heffenstraße befindliche Lampe abmon­tiert, und jedermann gab sich der angeneymen Hoffnung hin, daß nun für zweckmäßige Be­leuchtung gesorgt würde. Statt dessen kam dieses wichtige Exemplar als Genosie der schon vor­handenen Laterne an die Rosenau, während die erwähnten Straßen ihr trauriges Dunkel behielten. Es ist jedermann klar, daß zu jetziger Zeit, und besonders hier in Hanau, überall ge­spart werden muß, doch bei richtiger Vertei lung der Beleuchtungskörper könnten die Be wohner der ganzen Stadt zu ihrem Rech! kommen. Auf der Marktplatz-Mitte brenncü allabendlich an den Kandelabern 10 Laternen, während auf dem Paradeplatz, der die gleicher Abmessungen hat, 2 Stück genügen müssen Acht der auf dem Marktplatz überflüssiger Lampen in der Außenstadt verteilt, würde der jetzigen Uebelstand schon etwas mildern, unk die Anschaffung eines weiteren Dutzend wirk die Stadttaffe auch nicht über Gebühr belasten Jedenfalls kann eine Dame allein überbau^ nicht ohne Gefahr die Straßen der Außenstadt passieren. Uebrigens fei noch bemerkt, daß es heute kaum noch eine Stadt in der Größe Hanaus gibt, die eine so mangelhafte Beleuch«

tung aufwsist»

Einer für Vjâ