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Amtliches Organ für Slaöl- und Landkreis Kanan I Reklamen A u?uK^V ro d^ â^ in^Sa»^ cu ^Maim 3 $ Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanan.
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FernsvrechanschlüNe Nr. 1237 und 1238,
Nr. 6
Samslag den 7. Januar
1922
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Die Leralungen in Cannes eröffnet — Eine große Rede Lloyd Georges.
Die Welt will nach den schweren Stürmen der letzten Jahre Ruhe, sie sucht nach dem Hafen des Friedens, der Stetigkeit, der Ordnung, der Vernunft. Die britische Politik unter Lloyd Georges Führung hat erkannt, daß ein Welchandelsstaat wie England in erster Linie die Ruhe und Festigung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Europas im Auge haben muß. Lloyd George hat daher in der gestrigen Eröffnungssitzung des Obersten Rates m Cannes über die Notwendigkeit der Wiederherstellung Europas und die Besserung der wirtschaftlichen Lage überhaupt, eine längere Rede gehalten und schließlich Grnudsätze für rine baldigst einzuberufende internationale Wirtschaftskonferenz aufgestellt. Dieser Schritt Lloyd Georges beweist, daß England in schweren Nöten sich befindet und mit aller Kraftanstrengung auf eine Aenderung der wirtschaftlichen Lage hinarbeitet. Ob Lloyd George sein Ziel erreichen wird, läßt sich — obwohl man gestern Lloyd Georges Vorschlag „im Prinzip" zugestimmt hat — noch nicht sagen. Immerhin kann bereits die Erörterung der Einberufung riner internationalen Konferenz, an der u. a. mch Deutschland teilnehmen soll, als ein Erfolg Lloyd Georges bezeichnet werden. Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, als bekanntlich Briand darauf gedrungen hat, die Rs- parationsfrage als ersten Punkt auf der Ean- ner Konferenz zu behandeln.
Ueber das Reparationsproblem finden vorläufig noch Vorbesprechungen innerhalb der Sachverständigenkommission statt, deren Ab
Die Eröffnungssitzung.
Ueber die erste Sitzung des Obersten Rates wird folgendes offizielles Kommunique veröffentlicht:
Die erste Sitzung der Konferenz der alliieren Mächte hat im nautischen Klub um 11 Uhr vormittags unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Briand staügefunden. Nachdem der Ministerpräsident die Delegierten begrüßt hatte, hat auf seine Aufforderung Lloyd George seine Ansicht über die allgemeine Wirtschaftslage Europas auseinandergesetzt und gewisse Vorschläge formuliert. Die Führer der verschiedenen Delegationen haben ihre grundsätzliche Zustimmung zu diesen Vorschlägen ausgesprochen, die im Ausschuß unterbreitet wurden, der heute nachmittag 3^ Uhr zusammentritt und gebildet wird aus den Ministerpräsidenten und den Ministern für die auswärtigen Angelegenheiten. Andererseits ist entschieden worden, daß die Finanzminister sich zu einer noch später festzusetzenden Stunde vereinigen sollen, um den Bericht der Sachverständigen zu prüfen, die sich bis jetzt mit der Reparationsfrage beschäftigt haben.
Lloyd Georges große Rede.
Paris» 7. Ian. Lloyd George hielt gestern in Cannes eine längere Rede, in der er das Projekt zue wirtschaftlichen Rekonstruktion Europas entwickelte, dessen Grundzüge in der vergangenen Woche von der Pariser Wirtschafts- konserenz ausgearbeitet worden sind und das die Gründung eines internationalen Finanz- konsortiums zur Sanierung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den notleidenden Ländern Zen- lral- und Osteuropas vorsieht. Lloyd George schlug die baldige Einberufung einer internationalen Konferenz vor. Deutschland und Rußland werden eingeladen werden. Von Rußland wird die Erfüllung gewisser Vorbedingungen gefordert werden.
Paris, 7. Ian. Lloyd George Hal im Anschluß an seine Rede eine Konklusion der Vor- chläge in Form einer Resolution vorge- Lloyd Georges internationaler Konferenz- vorschlag enthält folgende Richtlinien:
„'UOe Rationen sollen durch ihren Ministerpräsidenten vertreten sein. Es ist nötig, daß die Hilfsmittel eines jeden Landes in gröhtmög- Mem Maße zur Entwicklung kommen. Deshalb ist es nötig, die Hindernisse, die den inker- aationalen Handel einschränken, zu beseitigen.
sind jedoch gewisse Garantien erforderlich, keineswegs die Souveränität der beteilig- Staaten berührt wird. Es soll keine Ein- Mischung in ihre nationale Wirtschaft staktfin- ven. Es soll Freiheit bestehen bezüglich des Grundeigentums und der Großunternehmen Atenklichen Charakters. Wenn Ausländer einem i-ande zu Hilfe kommen, muß dieses Garantien vosür geben, daß das Eigentum der Ausländer
gesichert wird und daß die Gläubigeransprüche befriedigt werden. Die Regierungen, die auf der Konferenz vertreten sein werden, müssen sich verpflichten, die gesamten Schulden anzuerkennen und die Gläubiger für eventuelle Schädigungen schadlos zu halten. Die Regierungen müssen eine Gesetzgebung ausarbeiken, die die Handelsbeziehungen, sowie andere Kontrakte auf unparteiischem Wege regelt.
Lloyd George verlangt eine vernünftige Basis für die Wechselkurse, ferner hätten sich alle beteiligten Länder der umstürzlerischen Propaganda bei den anderen Ländern und der agressiven Propaganda gegenüber den Rachbarn zu entfalten.
Der letzte Paragraph besagt, daß die Mächte bereit sind, die Sowjetregierung anzuerkennen, wenn letztere die vorstehenden Bedingungen angenommen habe.
Paris, 7. Ian. Lloyd Georgs ist es gestern in Cannes gelungen, zuerst von seinem Plan des Wiederaufbaus Europas zu sprechen und die Frage der Reparationen an die zweite Stelle des Programmes zu setzen. In der Eröffnungssitzung, die gestern um 11 Uhr stattfand, führte er seinen Plan aus, der in London vorbereitet und von der internationalen Industrie- und Finanzkonferenz in Paris gebilligt worden war. Der Grundgedanke ist die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland, dessen wirtschaftliche Lage für alle Länder Europas die schwersten Konsequenzen nach sich ziehe, da ja doch einmal alle Nationen wirtschaftlich aneinander gebunden seien. Deutübland rvürde am schwersten unter diesen Folgen zu leiden haben, und Frankreich hätte doch unter allen Umständen das größte In- tereffe daran, daß Deutschland durch den Handelsaustausch mit Rußland feine mißliche finanzielle Lage bessere, um so eher seine Reparationsleistungen erfüllen zu können. Die Delegierten Italiens, Belgiens, Japans und auch Frankreichs erklärten ihre prinzipielle Zustimmung zu diesem Vorschläge, nachdem Briand nochmals betont hatte, daß von der Sowjetregierung ganz bestimmte Garantien gefordert werden müßten.
Tagungsort der internationalen Konferenz.
Berlin, 7. Ian Bon Soir teilt unter Vorbehalt das Gerücht mit, daß Lloyd George den Plan habe, die große Wirtschafts- und Finanzkonferenz nach Prag zu berufen. Er will mit Rußland verhandeln, aber nicht mit russischen Delegierten zweiter Klasse, sondern mit Lenin und Trotzki selber. Man spricht davon, daß die Konferenz schon für den Februar einberufen werden soll.
Die Nole der Reparalionskommission.
Paris, 7. Jan. Die Reparationskemmission hat die Note der deutschen Regierung besprochen, in der Deutschland erklärte, sich in der Stundungsfrage jeder Erklärung zu enthalten, bis die Verhandlungen des Ententerates in Cannes abgeschlossen seien. Gestern ist die Antwort der Reparationskommission an die deutsche Regierung abgeschickt worden. Sie wird heute in Paris und Berlin veröffentlicht werden. Es ist vorauszusehen, daß die Reparationskommission die formelle Erklärung abgibt, daß ihr nach dem Versailler Bertrag das Recht zusteht, Deutschland auf Perlangen, eine Stundung zu gewähren, daß sie sich aber weigert, dies zu tun, solange Deutschland die verlangten Erklärungen über die Dauer der Stundung, der Garantten usw. nich abgegeben hat. Die Verhandlungen zwischen Kriegslastenkommission und Reparationskommission liegen jetzt still und warten die Beschlüsse von Cannes ab.
England will verzichten.
Paris, 6. Jan. Ueber die Vorschläge Lloyd Georges, die er gestern Briand gemacht hat, erklärt der „Berl. Lotalanzeiger", England will für 1922 auf feinen Anteil an den deutschen Wiederherstellungszahlungen, die etwa 50( Millionen Goldmark betragen würden, bis au einen Betrag von 60 bis 80 Millionen Mark verzichten. Italien werde anheimgestellt, seinerseits auf seine 180 Millionen Mark zu verzichten und Belgien wird aufgefordert, feine Prioritätsrechte im Betrage von 700 Millionen Mark auf 1923 zu verschieben. Frankreich hat keine zusagende Antwort gegeben.
pari», 6. Jan. Der „Matin" spricht sich deutlich über das Programm au«. England (e(
bereit, auf neun Zehntel feiner Zahlungen zu verzichten und wolle auch einen Teil der ihm rurch das Abkommen vom 13. August zuge- prochenen Summe (450 Millionen Goldmark) an Frankreich abtreten. Hiermit könnte Frankreich einverstanden fein, aber Italien protestiere und Belgien sei besorgt, weil es glaube, die Zustimmung vor dem Parlament nicht vertreten zu können. Man käme aus der Sackgasse nicht heraus, bevor nicht entschieden sei, was Deutschland zahlen könne und mit welchen Mitteln es zur Zahlung gebracht werden solle. Eine Diskussion über dieses Thema könnte zu schweren Zusammenstößen zwischen Frankreich und seinen Verbündeten führen, auf deren Freundschaft es großen Wert lege.
Sturm unter den Sachverständigen.
London, 6. Jan. Der „Daily Telegraph" teilt aus Cannes mit, die Sitzung der Sachverständigen fei gestern recht stürmisch gewesen. Es war auffallend, daß Loucheur abwesend war. Bei den Engländern herrschte die Ansicht vor, je früher die belgischen Ansprüche behandelt würden, je besser sei es. Der Korrespondent teilt ferner mit, daß Frankreich unter Umständen bereit sei, in eine Ermäßigung oder Verschiebung der deutschen Zahlungen einzuwilligen, wenn die Sachleistungen in diesem Jahre auf 1250 Millionen, im nächsten Jahre auf 1500 Millionen erhöht würden. Alle diese Fragen müßten in Kommissionsberatungen erledigt werden.
Rathenau aus Paris abgereist.
Paris, 7. Jan. Rathenau und Dr. Simons haben gestern Paris verlassen und sind nach Berlin und nicht nach Cannes abgersist.
Ein angeblicher Reparationsplan Dr. Wirths?
Ätis, 6. Jan. „Echo de Paris" lir erlin melden: Man spricht in bet politischen Kreisen davon, daß Dr. Wirth neuen Reparationsplan Deutschlands gege
einen
gegenüber
Frankreich studiere und daß dieser in Cannes von Dr. Rathenau vorgelegt werden würde.
Aus Frankreich.
Deutsche kohlenlieserung — Herabsetzung der Löhne.
Paris, 7. Jan. Die Kohlenarbeiter von Nordfrankreich drohen mit dem Streik, wenn die Gesellschaften die Löhne tatsächlich um 5 Franken pro Tag herabsetzen sollten. Die Arbeiter verlangen, daß die jetzigen Löhne erhalten bleiben bis im Frühjahr, wo sie hoffen, daß sich die Lebenshaltung verbilligt haben wird. Die Gesellschaften stützen sich vor allem darauf, daß die ausländische (das heißt die deutsche) Konkurrenz dazu zwinge, die Betriebe stillzulegen, wenn sie die Löhne nicht herabsetzten. Bekanntlich sprach man vor einiger Zeit schon davon, die deutschen Kohlenlieferungen nicht mehr zu den in Deutschland gültigen Preisen zu berechnen, sondern zu demselben Preise wie die französische Kohle. Es heißt sogar ein derartiges Projekt werde dem Obersten Ententerat in Cannes vorgelegt werden.
Calonder über Oberschlesien.
Veuthen, 7. Ian. Der Vertreter einer hiesigen Zeitung hatte Gelegenheit, von Calonder empfangen zu werden, der ihm sagte, er sei sich der schweren Aufgabe voll bewußt und habe dies Amt nur aus Sympathie für das oberschlesische Volk übernommen. Die Verhandlungen dürften am 15. Januar abgeschlossen sein, wenn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten eintreten sollten. Aber die Nachprüfung der Vorschläge in Genf, die auf das gewissenhafteste erfolgen werde und das Fällen des Schiedsspruches dürften sich jedoch bis Februar hinziehen. Reges Interesse brachte Calonder der Minderheitenfrage entgegen und versicherte, dieser Frage sei ganz besonderes Interesse entgegenzubringen. Er halte es nicht für ausgeschlossen, daß sich in der nächsten Zeit wieder Streitfälle ergeben würden. Hierfür fei bereits ein Organ gebildet, dessen Vorsitzender er aber entgegen verschiedenen Zeitungsmeldungen nicht ^ei. Seine Aufgabe sei mit dem Schiedsspruch über die abgeschlossenen deutsch-polnischen Verhandlungen erschöpft.
Bon der Washingtoner Konferenz. Die Unterseeboot fragè.
Paris, 6. Jan. Im Anschluß an die gestrige Sitzung der Marinekommission in Washington wurde folgendes offizielle Kommunique ausge- geben: Die von Root vorgeschlagenen Resolutionen bezüglich der Unterseeboote wurden einstimmig angenommen; sie lauten:
Die unterzeichneten Mächte wünschen die Regeln «irkiamer zu gestalten, die von den
zivilisierten Nationen für den Schutz der Menschenleben der Nichtkämpfenden zur See in Kriegszeiten gebildet worden waren. Die unterzeichneten Mächte erklären, daß unter diesen Regeln die nachfolgenden als Vorschriften des Völkerbundsrechts zu gelten haben: dies« Regeln lauten:
1. Resolution. Bevor ein Handelsschiff angegriffen wird, muß ihm der Auftrag erteilt werde», sich einer Durchsuchung zu unterwerfen, um bett Charakter des Handelsschiffs festzustellen. Ein Handelsschiff darf nur angegriffen werden, wenn es sich weigert, sich untersuchen zu lasten. Nach der Beschlagnahme eines Handelsschiffs darf es nur dann zer-» stört werden, wenn Besatzung und Passagiere vorher! in Sicherheit gebracht sind. Die Unterseeboote der Kriegführenden sind unter keinen Umständen d'Ow den obenerwähnten allgemeinen Regeln ousge- schlosien. Wenn ein U-Boot ein Handelsschiff nicht unter Beobachtung der vorgenannten Regeln kapern kann, schreibt ihm das geltende Dölkerbundsrecht vor, auf Angriff und Beschlagnahme zu verzichten, und es muß dem Handelsschiff gestatten, seine Fahrt un- belästigt fortzusetzen.
2. Resolution. Die unterzeichneten Mächte laden alle andern zivilisierten Nationen ein, ihre Zustimmung zu den Vorschriften des Völkerbundsrechi» zu geben.
Sodann wurde diedritteResolution in Beratung gezogen; es ist die ursprüngliche zweite Resolution Root, in die auch die M- änderungsantrâge Balfours aufgenommen wurden. Nach längerer Debatte wurde die Resolution in folgendem Wortlaut angenommen:
„Die unterzeichneten Mächte erkennen es als unmöglich an, Unterseeboote zur Zerstörung des Han- dels zu verwenden, ohne daß man die Grundsätze, die allgemein von den zivilisierten Nationen für den Schutz des Lebens Neutraler anerkannt sind, annehmen würde. Im Hinblick auf die Prinzipien, welche im legten Krieg von 14 bis 18 verletzt worden waren, betrachten sie das Verbot der Anwendung der Unterseeboote zur Zerstörung des Handels als einen Teil des Völkerbundsrechts. Die unter-
Rücktritt De Dateras.
Haag, 7. Ian. Aus Dublin wird gemeldet, daß De Valera die Präsidentschaft niedergelegt hat.
Hierzu wird weiter gemeldet: Bei der Eröffnung der offiziellen Sitzung des Sinnfein- Parlaments erklärte De Valera, durch die Unterzeichnung des Abkommens in London fei die vollziehende Autorität des Sinnfein-Parla- ments unwiderruflich untergraben worden. De Valera sagte, das Kabinett werde mithin zurücktreten müßen, und wenn das Sinnfein- Parlament ihn wiederwählen sollte, so werde es seine Pflicht sein, ein neues Kabinett zu bilden. Die Politik dieses neuen Kabinett- würde dann sein, für die irische Republik einzu- treten, die im Jahre 1916 errichtet und im Jahre 1919 konsolidiert worden sei und diese mit allen Kräften nach außen hin zu verteidigen sowie den britschen Vorschlägen auf dieser Grundlage Gegenvorschläge entgegenzustellen.
Ein großes deutsches Aktenwerk.
Im Auswärtigen Amt wird eine Aktcnoer- öffsntlichung großen Stils vorbereitet. Unter dem Titel „Die große Politik der europäischen Kabinette 1871 bis 1914" soll eine Ausgabe aller dis auswärtige Politik angehenden Akten aus den Jahren 1871 bis 1914 erfolgen. Das Werk, beffen Gesamt - umfang auf ungefähr 20 Bände berechnet ist. wird bereits im nächsten Monat mit vier bis sechs Bänden zu erscheinen beginnen. Diese ersten Bände werden die Akten der Bismarck- Zeit umfassen. Bearbeiter sind die Herren Dr. Thimms, Dr. Iohannes Lepsius und Prof. Albrecht Mendelssohn. Das Werk wird von der Verlagsanstalt für Politik und Geschichte her- ausgebracht werden.
Es handelt sich bei dieser Aktenveröffent- lichuna um eine Maßnahme, bei der dem Deutschen Reiche noch kein Land vorangegangen ist. Alle anderen Mächte halten die den gleichen Zeitraum betreffenden Akten noch in ihren Archiven verschlossen. Man darf hoffen, daß diese großzügige Veröffentlichung die Sch Umfrage in einem von der Beurteilung des Fcie- densvertrages völlig verschiedenen Lichte zeigen wird. v
— Schließung der bolschewistischen Zeitungen. Aus Riga wird gemeldet: Wie hier aus Moskau gemeldet wirb, soll der Rat der Volkskommissare wegen der allgemeinen Einstellung der Strebite beschlossen haben, sämtlich« bolschewistischen Zeitungen im Ausland zu schließen, da außerdem die Richtung dieser Blätter vielfach den Ansichten und dem ©erste der Zentrale in Moskau nicht mehr entsprachen. Aus diesem Grunde würde u. a. auch die R^ gaer „Nowyj Putj" geflossen jnerben.^ ^