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Nmlllchss Organ für SkLök- und LnKökrers Säumt

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Nr. 3

MMWvch den 4. IaRNÄr

Derlagsleitung: Ad. Inderm üble.

Verantwortlich: füj politischen und allgemeinen Teil Richardö ultiL: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport Wilhelm Morib: für Anzeigen und Reklamen August Brodt, alle in Hanau a. Main. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. FernlorechanlSlülle Nr. 1237 und 1238.

1922

Das MeuSW.

Der preußische Staatsrat wird voraus­sichtlich am 17- Januar wieder zusammentreten, um zunächst den neuen Etat aufzustellen.

Der Entwurf zum Schutze der Beamten und Einrichtungen der deutschen Republik wird dem Reichsrat Mitte Januar zugehen.

Der Eisenbahnerstreik wird amtlicherseits als völlig beendet erklärt.

Briand ist gestern in Begleitung von Loucheur nach Cannes abgereist, um dort mit Lloyd George die Vorbesprechungen aufzu­nehmen.

Vsr Csnnes.

Ob sich der 15. Januar als der Verfalltag für eine deutsche Zahlung von 500 Millionen Goldmark zu einem kritischen Tag erster Ord­nung gestalten wird oder nicht, steht augen­blicklich noch ganz dahin. Wir wissen noch nicht, was die Entente mit uns vor hat, wir wissen auch noch nicht, welche Antwort deutscherseits auf die Anfrage der Reparationskommission betr. die Zahlungsmöglichkeit erteilt werden wird. Die Klärung dieser Frage wird erst die Konferenz in Cannes bringen, die übermorgen, am 6. Januar beginnen soll. Die genannte Konferenz soll nach Lloyd Georges Plan eine Konferenz zur Abschaffung der Konferenzen werden, d. h. sie soll die ständige Unruhe und Ungewißheit, die seit Jahren den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen Europas und der ganzen Welt ihren Stempel aufdrückt und die uns von einer Konferenz zur anderen ge­führt hat, endgültig beseitigen. Englands Plan ist es, da letzteres einsieht, daß der britische Handel nimmermehr auf die alte Höhe kommen

kann, wenn ein Wirtschaftsland wie das Deut^ w£ Âii^mtltl ^P - f? Pfifft/ftf ttVtttS r+rtfrtsrt

zu schaffen und es will zu ____________,

die Frage der deutschen Entschädigungsver-

pfsichtung auf neuer Grundlage regeln. Ob sich nun der englische Plan durchsetzen lassen wird, ist natürlich noch ganz ungewiß. Frankreich ist ein grundsätzlicher Widersacher, mit dem England rechnen muß. Die französische Re­gierung ist als willenloses Werkzeug der öffent­lichen Meinung von Frankreich immer noch in dem Sisgerwahn befangen, der den Abschluß der Entwicklung seit 1918 nur in der völligen und dauernden Ohnmacht Deutschlands sehen will. Im französischen Volk, es gibt kein eitle­res auf dieser Erde, lebt nur der eine Gedanke: Wir haben den Krieg gewonnen, wir fordern Kraft dieses Rechtes restlose Erfüllung des Versailler Vertrages. Schon die Tatsache, daß die Franzosen, wie gemeldet, den unversöhnlichen Doumer an den Verhandlungen teilnehmen lassen werden, deutet darauf hin, daß es in Cannes schwere Auseinandersetzungen geben wird. Außerdem hat der Sturm gegen Briand in der französischen Kammer, den letzterer so­fort nach seiner Rückkehr zu beschwichtigen hatte, gezeigt, daß sich die Denkart des französischen Parlaments nicht geändert hat und daß die An­schauungen der französischen Politik unbeugsam tyr weltwirtschaftlichen Gleichgewichtsidee Lloyd Georges gegenüber stehen.

Frankreichs Forderungen kennen wir, die Purser Presse hat sie nicht verschwiegen. Es besteht auf dieOttomanisierung" des Deutschen Reiches, auf der Kontrolle der deutschen Zölle und anderer Staatsmonopole durch die Garan- tiekommission. Es fordert ferner die Unab- hiingigkeit der Reichsbank, damit diese nicht auf Geheißder deutschen Regierung eine unbe­schrankte Menge von Papiergeld auszugeben gezwungen ist. Den von Lloyd Georgs ge­machten Vorschlag, das Rheinland zu räumen und zu neutralisieren hat der offiziösePetit Parisien" dieser Tage mit dem ausdrücklichen ßmwsls beantwortet, Frankreich stehe am Rhein und könne auch die Kontrolle des dcut- Men Budgets ausüben. Voll gespanntestem Interesse wird nun nicht nur in Deutschland, sondern in allen europäischen Ländern die Frage aufgeworfen: Welche Macht wird die stärkere sein, Frankreich oder England? Bri­tanniens Position wurde gewiß in den letzten Wochen gestärkt, aber die gewaltig überragende Machtstellung des britischen Imperiums von einst ist noch nicht wieder erreicht worden, dürfte auch nicht sobald wieder erreicht werden. Die irische Frage hat eine endgültige Lösung »och nicht erfahren; in Indien gärt es nach wie vor weiter. Dazu kommt die britische Ar­beitslosigkeit durch das deutsche Dumping, die billige Lieferung von Waren nach Uebersee durch bie deutsche Industrie. Und nicht zuletzt spielt das militärische Uebergewicht Frankreichs eine bedeutsame Rolle. Die Blößen des briti-

scheu Weltreiches liegen klar zutage. Dagegen ist die französische Macht nach wie vor herr­schend. Hinter Briand steht mit erhobener Peitsche der französische Chauvinismus. Seine letzten Reserven sind noch nicht von ihm einge­setzt worden. Es wäre vermessen, voraus sagen zu wollen, Frankreichs Rationalismus wird siegen. Aber das eine darf gesagt werden: Die Gefahren, die Europa, besonders aber dem deutschen Volke, von dorten her drohen, sind sehr ernst. Blicken wir auf die einzelnen Phasen der deutschen Außenpolitik seit Versailles zurück. Stets hat die französische Zerstückelungspolitik über die britische Wirtschaftspolitik gesiegt. Im­mer kam es nach vorangcgangenen Meinungs­verschiedenheiten zwischen den Staatsoberhäup­tern zu einer Einigung, und zwar ständig auf Kosten Deutschlands. Oberschlesien bot uns das letzte Schauspiel.

Und diesmal? Vriand hat vor seiner Ab­reise nach Cannes erklärt, Frankreich werde in der Reparationsfrage nichts von seinem Schein ablassen, und mit diesem starren Programm ist Briand nach Cannes gefahren. Zur selben Zeit aber hat Frankreich durch sein unbedingtes Fest­halten am Bau und an der beliebigen Verwen­dung der U-Boote die Washingtoner Konferenz bis nahe an das Scheitern gebracht. Für Eng­land aber ist die U-Bootsfrage von der höchsten Wichtigkeit; seine Delegierten haben offen er­klärt, daß die französischen U-Boote nur gegen England bestimmt sein könnten. So liegt es nahe, daß Frankreich in Cannes Zugeständnisse in dieser Sache als Ausgleich in der Repara- tionssroge benutzen wird die Kosten dieses Ausgleiches würden wieder auf Deutschland

fallen.

Es läßt sich also noch nichts sagen, ob wir am 15. Januar zahlen müssen, oder ob man uns einen Aufschub oder sonst etwas bewilligen wird. Vorläufig neigen die Ansichten zu der

1 stabil ^orhätfnifie ^110* -oonaujig neigen exe zinpajien gu utr diesem Zwecke auch .eMrerr ÄNimhtUè, â Lvââ M^ 2m£ Z Standpunkt steht, daß Deutschland zahlen kann.

Von Frankreichs Seite ist so gut wie nichts zu erhoffen und wir hätten es daher für ange­brachter gehalten, wenn die deutsche Regierung statt des ostentativen Verhandelns in Paris wobei wie es scheint, man alles auf die fran­zösische Karte gesetzt hat bestrebt gewesen wäre, sich den Anschluß an die englische Außen­politik freizuhalten und England in seiner Hal­tung zu stützen. Letzteres scheint versäumt wor­den zu sein, offenbar in der irrigen Annahme, daß die deutsche Regierung in England bereits genügend Vertrauen genießt. R. H.

Die deutsche Gefahr.

Haag, 4. Jan. Beim Neujahrsempfang in der französischen Gesandschaft in Brüssel hielt der französische Gesandte Margerie eine Rede, in der er den Wunsch äußerte, daß die so sehr gewünschte französisch-belgische Oeko- nomie-Entente möglichst bald zustande kommen möchte. Ueber das Verhältnis zu Deutschland sagte der Gesandte, daß niemand den Ernst der Lage unterschätze. Es sei sich jedermann der Gefahr bewußt, die Belgien und Frankreich von Deutschland drohe. Die Lage sei in Wirklichkeit mit der von 1914 identisch.

Zur Schuldfrage.

Die früher von uns erwähnte wissenschaft­liche Kommission der neutralen Staaten zur Untersuchung der Ursachen des Weltkrieges hat, wie uns aus Christiania gemeldet wird, ihre konstituierende Versammlung abgehalten. Als Delegierte für Norwegen sind gewählt worden Oberbibliothekar Drolsum und Dr. Hjalmar Christensen; von Schweden waren Professor Neuterskiöld (Upsala) und Professor Almqvist (Götborg) erschienen; Holland war vertreten durch Steinmetz (Amsterdam).

In der Sitzung der Kommission verlas Ober­bibliothekar Drolsum eine Uebersicht über die Arbeit, die in Angriff genommen worden soll. LautDagbladet" berichtete er, man habe ver­sucht, alle neutralen Länder zusammenzu­bringen, mit Ausnahme Dänemarks, welches Land nicht ganz unbeeinflußt sei, weil es Nord­schleswig bekommen habe. Im übrigen hätten die Bestrebungen Interesse erweckt, und zwar auch in unparteiischen Kreisen der Kriegführen­den, namentlich in Amerika. Vom Zentralko­mitee für eine neutrale Untersuchung der Ur­sachen des Weltkrieges ist eine Mitteilung ver­öffentlicht worden, in der es heißt: Hervor­ragende Bürger in den meisten der kriegführen­den Länder haben den Wunsch nach einer solchen Untersuchung ausgesprochen. Obwohl viel Mate­rial veröffentlicht worden ist, hat man noch keine genügenden Mittel für ernsthafte Unter­suchungen, um zur Wahrheit zu gelangen. Der politische, wirtschaftliche und geschichtliche Hin­tergrund des Konfliktes wird untersucht werden. Das Komitee hat keinen amtlicben Ebarakter.

Es empfängt nur Unterstützungen von Bürgern neutraler Länder. Alle diejenigen, die im Besitze wichtiger Mitteilungen sind, werden ersucht, diese an das Komitee zu fenby unter der Adresse Dr. Manger, Nic. Maestratt 45, Amsterdam.

Der republikanische Schutzxaragraph.

Berlin, 4. Jan. Halbamtlich wird der Wort­laut des Beleidigungsparagraphen, der bisher als Gesetz zum Schutze der Republik bezeichnet wurde, mitgsteilt:

Wer die verfassungsmäßige Staatsform oder die Reichs- oder die Landesfarben öffentlich be­schimpft, wird mit Gefängnis bestraft. Dabei kann auf Geldstrafe bis zu 50 000 Mk. sowie auf Verlust der Bekleidung öffentlicher Aemter er­kannt werden. Ebenso wird bestraft, wer öffent­lich, oder durch Verbreiten von Schriften, Ab­bildungen oder Darstellungen zu Gewalttätig­keiten gegen die Person des Staatsoberhauptes oder die Mitglieder der Regierung auftordsrt oder aufreizt.

*

DasBerl. Tgbl." erklärt: Es handelt sich um die selbstverständliche Anpassung des Straf­gesetzbuches an das neue Verfafsungsrecht, von der nur zu bedauern ist, daß sie zu spät kommt. DerLokalanzeiger" urteilt: Auf feiten der Opposition dürfte man dem vorgelegten Gesetz­entwurf mit einem gewissen Gleichmut gegen- überstehen. Der Gedanke, einem Abstraktum, einem logischen Begriff, einem durch juristische Definitionen festgslegten Etwas Schutz, gegen Beschimpfung zu gewähren, hat etwas ver- söbnend Heiteres an sich. DerTag" schreibt: Die Verordnung zum Schutze des Herrn Ebert und des Herrn Dr. Wirth kann wirklich nicht imponieren. DerVorwärts" erklärt die Be­stimmung für nur allzugerechtfertigt durch die Erfahrungen der letzten Jahre.

RegèerunFSUMbirömrg in Mssksu?

Moskau, 3. Jan. Ueber die Frage des Außenhandels fand eine große Beratung statt, an der der Rat der Volkskommissare, der Di­rektor der Reichsbank, der Vorsitzende der Moskauer Warenbörse, der Leiter der kooperati­ven Verbände u. der Gewerkschaften, Krestinski, und der wirtschaftliche Vertreter Ruhlands in London teilnahmen. Zu Grunde lag der Be­ratung ein Bericht Krassins über seine Ver­handlungen mit maßgebenden Handelsfirmen Westeuropas und über seine Versuche, eine An­leihe für Sowjetrußland bei den Großbanken aufzunehmen. Ueber den Inhalt dieses Be­richts wird nur bekannt, daß die ausländischen Finanzleute schwere Bedingungen für eine Weiterführung der Verhandlungen gestellt haben. Als Ergebnis der Beratung wird mit­geteilt, daß Skobelew zum Vertreter Sowjet- rußlands für Frankreich und Belgien ernannt worden ist, um die Verhandlungen mit den An­gehörigen dieser Länder zu führen. Obgleich im übrigen der Inhalt der Besprechung streng geheim gehalten wird, verlautet doch aus Krei­sen, die den maßgebenden Regierungsmänn-rn sehr nahe stehen, es sei beschlossen worden, eine Umbildung des Rats der Volkskommissare durch Uebertragung der Ressorts für Finanzen, Außenhandel und Justiz, also der unpolitischen Verwaltungszweige, an Parteilose vorzu­nehmen.

25 0M) facher Tarif.

Berlin, 2. Jam Die Versuche der russischen Räteregierung, zu einem festen Haushalt und dadurch zu geordneten Finanzverhältnissen zu gelangen, sind, wie die Beratungen des Neun­ten Allrussischen Rätekongresses zeigen, vor sehr große Schwierigkeiten gestellt. Fast ein- mütig wurde anerkannt, daß auf der Grund­lage der Papierwährung die Sanierung un­möglich ist, Rußland müsse seinen Haushalt auf der Goldrubelrechnung aufstellen. Dabei gibt die Räteregierung an, daß ein Goldrubel un­gefähr 100 000 Räterubel wert ist. Die Steuern, Zölle und sonstigen staatlichen Einnahmen sollen in Gold berechnet und zum jeweiligen Kurs in Papier bezahlt werden können. Be­sondere Schwierigkeiten bereitet der Wieder­aufbau der Staatseisenbahnen. Der Unterbau und das rollende Material sind infolge man­gelnder Ausbesserung arg zerrüttet. Die Räte- regierung hat auf dem Kongreß erklärt, daß die Fahrpreise heute das 25 000 fache der Vorkriegszeit betragen. Die Regierung ist überzeugt, daß auf dem Wege der Fahrpreis- erhöhung die Eisenbahn nicht saniert werden kann. Die Regierung erwägt deswegen und sie hat dafür einen besonderen Begutachtungs- ausschuß eingesetzt an Stelle des Geldtarifs für den Güterverkehr einen Naturaltarif einzu­führen in der Weise, daß ein bestimmter Pro- ientiah der au beförbernben Waren an den

Staat abgegeben wird. Auch dieses Verfahren läßt sich nur bei teilbaren Gütern, wie Getreide, Salz usw. durchführen; hinsichtlich großer ein­heitlicher Frachtstücke, wie Maschinen, Möbel usw. muß trotzdem an der Geldzahlung festge­halten werden; doch soll dafür ein bestimmter Prozentsatz des Werts erhoben und nicht das Gewicht als Grundlage genommen werden. Wieweit man damit kommt, ist sehr fraglich; bei der Korruption, dis in Rußland jetzt stärker herricht als in der Zarenzeit, und bet der Unzu- verläfsigkeit des Beamtenpersonals üüerhaup' ist ein solch kompliziertes System, das mit bei Ehrlichkeit der Beamten steht und fällt,, praß tisch undurchführbar.

Politische Tagesberichte.

Der neue Reichsekal für 1922. Der neue Reichsstat für 1922 wird dem Reichstag Ende Januar vorgelegt werden. Der Etat ist ange­sichts der Unsicherheit der Lage nur ein vorläu­figer und wird im Laufe des Jahres ergänz! werden. Er enthält nur die dringendsten Fov derungen.

Ankündgigung eines neuen Hungerstreiks. Die politischen Strafgefangenen im Zuchthaus zu ^ichtenburg haben einen neuen HilferufAn Alle" gesandt, den dieRote Fahne" abdruckt und in dem die kommunistischen^ Gefangenen des Zuchthauses für den Fall, daß ihnen nicht bald Amnestie gewährt wird, ankündigen, am 22. Januar erneut in den Hungerstreik zu h» ten. Vom zehnten Tage ab wollen sie auch, mit es in dem Aufruf heißt, die Aufnahme vor Wasser verweigern.

Neue Vorschläge für die Beamkenbefob dung. Ueber die bevorstehenden Verhandlungen übt. die Neuregelung der Beamtengehälter hat der Reichsbund höherer Beamten Vorschläge ausgearbeitet, die die gesamte Beamtenbesol­dung aus eine neue Grundlage stellen sollen. Anstelle der bisherigen Sysleimosigteir ut der Besoldung der verschiedenen Gruppen, die im- , mer wieder Anlaß zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Beamtenkategorien gegeben ; haben, wird ein System aufgestellt auf der Grundlage des Existenzminimums.

Zum Eisenbahnflnanzgesetz. DerVor­wärts" schreibt: Der Entwurf eines Reichs­bahnfinanzgesetzes ist jetzt in die Fassung ge­bracht worden, in der er vermutlich dem Reichs­tag bald zugehen wird. Er wird aber wahr­scheinlich m ganz anderer Fassung wieder aus ihm herauskommen.

Sächsische Schulpolitik. Das sächsische Kul­tusministerium teilt mit, daß in den nächsten Tagen eine Verordnung herauskommen wird, die das Tragen von Abzeichen politischer Par­teien und Gruppen in allen Schulen. auch in den Hochschulen verbiete. In Vorbereitung sind ferner Vorlagen über die endgültige Regelung der Uebernahme der persönlichen Schullasten durch den Staat und über die Lehrerausbil- bimg, die eine vollkommene Umgestaltung des höheren Schulwesens nach modernen Grund­sätzen mit sich bringt. Mit dem Abbau der Lehrerseminare wird Ostern schon begonnen werden.

Leipziger Wahlkuriosum. In der am Montag stattgefundenen ersten Sitzung des neu- gewählten Leipziger Siadtverordnetenkolle- giums, das aus 36 bürgerlichen und 36 sozia­listischen Mitgliedern besteht, wurde die Wahl der Vorsteher vorgenommen. Nach zwei er­folglosen Wahlgängen, in denen je 36 Stim­men für einen Bürgerlichen und einen sozia­listischen Kandidaten abgegeben wurden, wurde durch Auslosung der alte Vorsteher, der unab­hängige Stadtverordnete Seeger zum ersten Vorsteher gewählt. Zum ersten Dizevorsteher wurde durch Zuruf der bürgerliche Kandidat Heinze gewählt, 2. Vorsteher wurde, nachdem wiederum zwei Wahlgänge erfolglos geblieben waren, der kommunistische Kandidat Hermann durch das Los.^

Siu neuer Vertreter Amerikas in Berlin, Wie dieZeit" aus unterrichteten Kreisen er­fährt, wird an Stelle des demnächst zurücktre­tenden bisherigen Geschäftsträgers Dresel Herr Hoygton zum Vertreter Amerikas in Berlin er­nannt werden. Er ist Mitglied des Amerikani­schen Kongresses.

Der Kampf im irischen Parlament. irischen Parlament wurde die Debatte über das englisch-irische Abkommen fortgesetzt, das wie­derum von der Mehrheitspartei befürwortet, von Griffiths und De Valera verworfen wurde.

Bolschewistische Offensive. Aus Helsing- fors wird gemeldet: Bolschewistische Truppen, die über Artillerie und Kavallerie verfügen und den Karelianern an Zahl bedeutend überlegen sind, haben eine große Offensive gegen Pera« iarvi eingeleitet.