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Dienstag den 3. Januar

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* Alle Hausmilkel gegen Grippe. Gegen die noA immer im Zunehmen begriffene Grippe­welle sollen nach Angaben eines alten Rezept­buches Kopfdämpfe ein vorzügliches Vorbeuge- und Heilmittel sein. Sie werden in der Art an­gewandt, daß man über eine Schüssel mit kochendem Wasser eine dicke Kolter legt und dann unter der Kolter die aufsteigenden Dämpfe einatmet. Nach dem Kopfdampf legt man sich zu Bett und sorgt durch Wärmflaschen und Flie­dertee für weiteren starken Schweißausbruch. Auch der Tee von Schafgarbe soll ein ganz vor­zügliches Heilmittel gegen Grippe sein, nament­lich wenn er mit reinem Bienenhonig unter­mischt getarnten wird. Alle Stunde eine halbe Tasse und man wird über die Wirkung erstaunt sein. Schafgarbe sollte sich jeder im Sommer selbst sammeln und trocknen. Sie wächst an jedem Rain und ist eine der weitverbreitetsten Pflanzen in Deutschland. Nur muß man sich in acht nehmen, sie nicht mit Schierling zu ver­wechseln, der bekanntlich sehr giftig ist. Wer aber einmal die beiden Pflanzen nebeneinander gesehen hat, wird niemals mehr fehlgehen. — Als ein drittes gutes Hausmittel für Grippe werden Wechselfußbäder genannt, die in der Weise genommen werden, daß man von einer flachen Schüssel mit warmem Wasser in eine andere mit kaltem Wasser tritt und umgekehrt. Schließlich sollen heiße Bäder mit einem Salz­zusatz ihre Wirkung nicht verfehlen, jedoch scheint dieses Mittel mehr für rheumatische Erkrankun­gen als für Grippe geeignet zu sein.

* Weihnachtsfeier des Milikäranwärtervereins. Wenn wir zur Weihnachtsfeier des Militäranwär­teroereins eingeladen werden, so sind wir es seit Jahren nicht anders gewöhnt, daß wir mit einem gediegenen Programm aufgewartet werden. Und so war es auch am Neujahrstage in der Turnhalle, wo der Verein feine diesjährige Weihnachtsiinterhaltung verbunden mit Neujahrsfeier hielt. Kein Wunder, daß sich jeder Vereinsangehörige, sowie Freund und Gönner des Vereins gerne zu den wirklich schönen, von echtem deutschen kameradschaftlichen Geiste ge­tragenen Veranstaltungen begibt. Und gerade in diesem Jahre wurde wieder eine Fülle von Gutem und Schönem geboten, ein auserlesenes Programm vorgelegt, das dem Festausschuß, an dessen Spitze der 2. Vorsitzende Herr Pol.-Obers. Schmidt stand, alle Ehre machte. Vor einer überaus reichen Zahl von Gästen wurde die Vortragsfolge, die in ihrem 1. Teil echt weihnachtliche, im 2. Teil heiterer Stim­mung voll und glatt und exakt durchgeführt. Eine acht Mann starke Abteilung der Kapelle ehem. Mili- tärmusiker leitete die Feier mit einem schneidigen Weihnachtsmarsch ein, worauf ein vom 2. Vor­sitzenden verfaßter Prolog „Weihnachtsengel" von Frl. Ludwig in einer zu Herzen gehender Weise ge­sprochen wurde. Die weihevolle Feststimmung brachte das sog. Achter-Quartett unter Führung des Herrn Frischkorn mit dem Satz „Der Tag des Herrn". Klangvoll und rein vorgetragen, löste der Dortrag ernsten Beifall aus. Die von Herzen kommende und zu Herzen gehende Begrüßungsansprache des 2. Vorsitzenden, Herrn Pol.-Obers. Schmidt, brachte einen in Reimen gefaßten, von tiefem Empfinden getragenen Neujahrswunsch. Der Redner schloß mit folgenden Worten: Deutsches Gemüt, deutscher Kin­oerglaube, deutscher Christenglaube. Unter dieser Devise wollen wir unser diesiähriges Vereins-Weih­nachten feiern und wenn auch unter den denkbar ungünstigen äußeren und inneren Verhältnissen in Not und Elend, so doch unter dem grünen Weih­nachtsbaum der Hoffnung. Denn der Glaube an eine bessere Zukunft allein ist es ja, der uns aufrecht hält in der Trübsal dieser Tage. Darum wollen wir für heute abend unsere Alltagssorgen vergessen und lauschen und schauen, was unsere Vereinsange­hörigen, Kleinen und Kleinsten, sowie Freunde und Gönner unseres Vereins darbieten. Hierauf folgten in steter Abwechselung Liedervorträge von Fräul. Mariechen Böhm, die große Begeisterung hervor­riefen. Ihre glockenreine Stimme, ihre ruhige und feine Vortragsweise berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Das Weihnachtsfestspiel „Das Mutter- Bild", von 6 Mitgliedern dès Vereins und deren Kinder aufgeführt, wurde mit großer Begeisterung ausgenommen. Dies ernste, uns in heiliger Weih­nacht versetzte Stück, wurde aber auch flott und gut dargestellt. Manche Rührung wurde bei den Gästen erzeugt, als die Kleinen und Kleinsten auftraten. Besonderes Lob verdient die kleine Elli Bauer, die geradezu bewundernswert ihre Rolle vertrat. Das Achter-Quartett, das noch mit mehreren Sätzen auf­wartete, hat sich an dem frönen Verlauf des Abends ein ehrendes Verdienst erworben. Einen schönen Reiz des Abends bildeten die exakt und graziös aus­geführten Tänze „Stefani Gavotte" von Frl. Rosen­thal und Winkler und ein „Rosenreigen" von 14 Damen ausgeführt, durch Herrn Tanzlehrer Rohde fein einstudiert, wurden sie in mustergültiger Weise ausgeführt und mußten wiederholt werden. Ein wunderbares Weihnachtspotpourri schloß das Pro­gramm. Im Mittelpunkt der Feier stand noch die Ehrung derjenigen Mitglieder, die dem Verein mehr als 10 Jahre angehörten. 15 Kameraden konnte der 1 Vorsitzende, Herr Kaufhold, das „In Treue fest" verdiente Ehrenzeichen nach einer sinnigen Ansprache an die Brust heften. Ein Gabenaustausch in Form einer Verlosung hot manchen Glücklichen erfreut. Der Erlös aus dieser Verlosung kommt dem Unter­stützungsfonds für in Rot geratene Vereinsange- hörige zugute. So kann der Militäranwärterverein auch auf seine diesjährige Weihnachtsfeier mit Stolz und Freude blicken.

* Die Weihnachtsfeier des Handwerker- und Gewerbevereins Hanau findet nächsten Samstag, 7. Januar in den Sälen der CentralhaNe statt und hat das Komitee ein ausgewühltes Programm zu­sammengestellt. Den musikalischen Teil haben die ehemaligen Militärmusiker übernommen, während der Turnverein und dessen Athletik-Abteilung ihre Mitwirkung zugesaat haben. Auch dürfte die Mit­wirkung von drei Mitgliedern vom hiesigen Stadt- theater von großem Interesse sein, ebenso werden die lebenden Bilder, dem Charakter des Festes an- gepaßt, ihre Wirkung nicht verfehlen. Der Anfang ist pünktlich 8 Uhr festgesetzt, um auch den Geschafts- und Ladeninhabern Gelegenheit zu geben, der Ver- onstall mg von Beginn an beizuwohnen. Es wird auch dafür gesorgt sein, daß die Tanzlustigen auf shre Rechnung kommen. Eintrittskarten zu 5.50 Mk. uitL Steuer sind bei Herrn Friseur Ganter, Nürn- bergerstraße, erhältlich. Lifte zirkuliert.____________

Wetterbericht.

Vorhersage bis Mittwoch aknmd: Wolkig, ÄrebeeidMäae, westliche WindL.

Von Ser Kinobühne.

* Lenkral-Theaker. Der neue Spielplan enthält zwei der größten Sensationsfilme des Tages. „Das Souper um Mitternacht", ein Abenteuer des be­rühmten Detektivs Harry Wills von Horst Emscher ist unter der künstlerischen Leitung des Meister- regisseurs Hans Werckmeister entstanden, der den vorzüglichen Stoff zu einem gewaltigen Filmwerk ausbaute. Hierbei standen ihm Kräfte wie Dr. Hans Winkelmann, Sybill Morel, Hans Ad. v. Schlettow und Elfe Gerhart zur Seite, die ihr ganzes Können einsetzten. Reich an Abenteuern bietet dieser Film ebenfalls viel neues auf dem Gebiete der Sensa­tionen. „Sterne des Westens", ein Original-Wild­westfilm zeigt Dustin Farnum in der Rolle des Jimmy Stuart. Hier ist ein Sechsakter voll fort­gesetzt packendster Bilder und Sensationen aus dem Leben in Wild-West entstanden, der sicher seinen Siegeszug durch die ersten Lichtspieltheater Deutsch­lands halten dürfte. Ein Besuch ist zu empfehlen.

* Gunnar Tolnaes-Woche im M. T. Als erster Stern des neuen Jahres leuchtet im Modernen Theater Gunnar Tolnaes. Bereits am Freitag be­gann der Zyklus eines modernen nordischen Film­werkes mit dem populärsten dänischen Film-Star in den: Sensationsroman von Maria Louise Drooß „Im Rausche der Macht" im Vordergründe. Die Handlung, verbunden mit allererster Darstellungs­kunst, bedeutet etwas ganz besonderes, nichts ist hier unterlassen, um etwas wirklich Großzügiges zu bieten. Die Fortsetzung zu diesem Großfilm hat insofern Wert für diejenigen Besucher, die den ersten Teil versäumten, als sämtliche vorausge- gangenen Handlungen hier verständlich eingelegt fintn Das weitere Programm kann ebenfalls als reichhaltig bezeichnet werden. Ein Besuch der Gun- nar-Tolnaes-Tage kann empfohlen werden.

Landkreis Kana«.

r. Langendiebach, 31. Dezbr. (Abend- unterhaltung.) Am ersten Weihnachts­feiertage hatte der Gesangverein „Liederkranz" zu seiner Abendunterhaltung im Gasthaus zur Krone geladen. Der Bergnügungsausschuß hatte ein gutes und abwechslungsreiches Pro­gramm zusammengestellt. Als Eingangschor wurde der Chor „Nachtzauber" von Storsch zu Gehör gebracht. Im ersten Teil der Vortrags- ordnung stand als Mittelpunkt das Panneksche Weihnachtsschauspisl „Das Gift der Lüge". Wenn man hier den Schwierigkeiten der Ver- hältniffe Rechnung tragend sagt, es war in allem gut, so ist dieses nicht ss viel. Sämtliche Mitwirkende wurden den ihnen gestellten An­forderungen gerecht und darf als besondere Leistung und fein durchdachtes Spiel die Par­tie der Toni und des alten Arnstedt bezeichnet werden. Auch Herr Rezitator Jean Bock, Ha­nau, fesselte in seinen ernsten und heiteren Dichtungen die Anwesenden und mußte sich mehreremale zu einer Zugabe bequemen. Die Pausen füllte das Henzlersche Salonorchester in gewohnter vorzügliches Weise aus. Im zwerren ^ eite sahen nur außer Rezitanonew und dem schneidig ausgeführten Terzett „Drei fidele Jungens" die Poffe „Henny schläfst Du schon" von W. Webel, welche in ihrer komischen Wirkung wahre Lachsalven ausloste und die Zuschauer zu regem Beifall veranlaßte. Erst bei vorgerückter Stunde trennte man sich mit dem Bewußtsein, einige schöne Stunden verlebt zu haben. — Welch schöne Früchte gutes Ver­ständnis und tatkräftiges Zusammenarbeiten zeitigen, konnte man bei der am 3. Dezember stattgefundenen Feier anläßlich mehrerer Jubi­lare sehen. Waren es doch wieder 4 Mitglieder, die aus 25jährige emsige Vereinsarbeit zurück­blicken konnten, darunter der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Jean Bär, welcher 25 Jahre dem Vorstände anqehört. Wenn man b» denkt, was es heißt, 25jähriges fruchtbares Vereinswirken, welche Opfer in jeder Beziehung erforderlich sind, welcher Weitblick dazu gehört, so ist man eins mit den von Herrn Jean Muth in seiner vortrefflichen Ansprache ausgeführten Gedanken. Drei Jubilaren wurde je ein Diplom und die silberne Sängernadel, dem ersten Vor­sitzenden ein künstlerisch ausgeführtes Relief überreicht. Mit einem wuchtigen Appell an die jüngeren Mitglieder zu reger Vereinsarbeit schloß Herr Muth seine markanten Ausfüh­rungen.

Aus Nah und Fern.

mc. Frankfurt a. N., 2. Jan. Infolge der starken Zunahme der Grippe-Erkrankungen hat dar Provinzialschulkollegium genehmigt, daß der Schulbeginn in Frankfurt bis 11. Jan. hinau»- gefchoben wird. Durch diese Maßnahme sell eine weitere Verbreitung der Grippe verhütet werden. Während der gestrigen Sonntags wurden die Krankenhäuser abermals auf das Arußerste in Anspruch genommen, sodaß er schwer hielt selbst Schwerkranke unterzubringen. Auffällig ist diefesinal, daß die Grippe nament­lich unter alten Leuten erschreckend aufräumt, denn täglich sind mehrere Todeifälle zu ver­zeichnen, wo Leute in ganz kurzer Zeit hinge­rafft wurden.

Wiesbaden, 31. Dez. Wie verlautet, soll die französische Behörde sich bereit erklärt haben, für den erschossenen Lehrer Petzold an die An- Iehörigen eine Entschädigungssumme zu zahlen. Sin amtlicher Bericht über den geheimnisvollen Vorgang wurde von französischer Seite nach nicht veröffentlicht.

Aschaffenbarg, 31. Dez. Gestern abend ging der Belmdigunqsprozeß des Aschaffen, durger Oberbürgermeister« Dr. Matt gegen den ehemaligen Chefredakteur der Aschaffenburger Volk«z»Üung Josef Matth« nach 14 tägiger Dauer vor dem Unterfränkischen Schwurgericht zu Ende. Matthe» wurde, nachdem die Se« schworen«» die Schuldsrag« auf fort««se-te öffentliche Beleidigung Dr. Matt- und der ^AjchaffenLurger Stad trat- belobt hatten, an

6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Be­leidigung wurde in mehreren Artikeln gefunden, in denen dem Oberbürgermeister und dem Aschaffenburger Stadtrat der Vorwurf der Korruption gemacht worden war.

Würzburg, 1. Jan. Der ledige Buchbinder Rudolf Eichhorn stahl seiner Logiswirtin 400 Mark Bargeld. Als er zur Rede gestellt wurde, sprang er durch da, Fenster in den Garten und entfloh. Man verfolgte ihn. Eichhorn sah, daß er nicht entkommen konnte. Er lief zum Main und shrang in den Fluß, wo er ertrank.

Regensburg, 2. Januar. Mitte Dezember wurde in einem Bierkeller bei Regensburg eine halb verweste und teilweise mumifizierte männ­liche Leiche gefunden, welche Mitte Juli dort hingefchafst wurde. Da man in den Kleidern eine Fahrkarte Franfurt— Würzburg fand, nimmt man an, daß der Mann aus dieser Gegend stammen könnte. Die Leiche ist ihrer Habseligkeiten beraubt. Wer irgendwelche Mit­teilungen über vermißte Männer machen kann, melde sich bei der Frankfurter Kriminalpolizei, Zimmer 371.

München, 1. Jan. In der Echellingstraße in München ereignete sich ein aufsehenerregendes Familiendrama. Die 63jährige Buchbinder- meisterwitwe Marie Schick feuerte auf ihre 41jährige Schwiegertochter, mit der sie seit längere Zeit verfeindet war, mehrere Revolver- schüsse ab, die den sofortigen Tod der Frau herbeiführten. Die verhaftete Täterin erklärte, sie sei seit längerer Zeit von ihrer Schwieger­tochter drangsaliert worden und habe ihr nur durch einige Schreckschüsse Angst machen wollen.

Stuttgart, 31. Dezbr. Die Grippe und in Verbindung damit die Lungenentzündung for­derte hier zahlreiche Opfer. Während die durch­schnittliche Zahl der Todesfälle in Stuttgart ohne Cannstatt im Oktober und anfangs No­vember 28 in der Woche betrug, ist sie im De­zember, namentti* seit 20. Dezember, auf 80 bis 100 wöchentlich gestiegen. In der Woche vor Weihnachten gab es 28 Todesfälle an Lun­genentzündung und 39 an Grippe, für die Zeit vom 11. bis 17. Dezember wurden je 14 Todes­fälle an Lungenentzündung und Grippe gemel­det. Während der Weihnachtsfeiertage waren die Leichenhallen geradezu mit Toten überfüllt. In den letzten Tagen ist ein Nachlassen der Seuche festzustellen.

Bombenwurf in öer Neujahrsnachk.

Dinkelsbühl (Mittelfranken), 2. Jan. 2n dem unterfränkischen Städtchen Dinkelsbühl wurde in der Silvesternacht, kurz nach 12 Uhr, auf dem von Menschen dichtbesetzten Marktplatz vor der Kirche, von welcher aus Ehoräle ge» blasen wurden, eine Bombe in die Menge ge­worfen. In der Art der ersten Handgranate im

W. Höllen­maschine war ein Wurfgeschoß konstruiert wor­den, bas mit Dynamit, Drahtstücken, Schrott, Glas und Nägeln gefüllt war und mit einem elektrischen Leitungrdraht zur Explosion gebracht wurde. Die Wirkung war furchtbar. Von über 50 Personen, harmlose Pasianten, wurde bie Hälfte tödlich beim, schwer verletzt. Bei vielen wird an einem Aufkommen gezweifelt. Ein^ zelne Menschen waren buchstäblich mit den Teilen der Explosion gespickt. Amputationen sind er* forderlich. Der Anschlag galt nicht der harm­losen Bevölkerung, sondern den Eicherheitr- organen der Stadt. Als Täter wurden neun Burschen aus Ardeiterkreisen im Alter von 17 bis 23 Jahren verhaftet. Sie geben als Grund an, einen Racheakt gegen bie Polizei ausgeführt zu haben; denn am gleichen Nachmittag war einer ihrer Kollegen wegen eines anderen De­liktes ins Gefängnis eingeliefert worden, beften Freilassung sie vergeblich zu erzwingen trachteten.

In die Liste zwecks Ablösung von Neujahrs- gralulalionen haben sich unter Zahlung eines Geldbetrages zum Besten armer Waisen weiter eingetragen:

5. Bastine, J. V., und Frau, Ostbahnhof. Der Waisenhaus-Verwalter: Ewald.

MM MoiMllMtn.

Bekanntmachung betr. die Entrichtung der Umsatzsteuer für das

Kalenderjahr 1921»

Auf Grund des § 144 der Ausführungsbe­stimmungen zum Umsatzsteuergesetze werden die zur Entrichtung der allgemeinen Umsatz­steuer, der Luxussteuer und der erhöhten Um­satzsteuer auf Leistungen besonderer Art ver­pflichteten Personen, die eine selbständige ge­werbliche oder berufliche Tätigkeit ausüben, die Gesellschaften und sonstigen Personenoer­einigungen im Bezirk des Finanzamts aufge­fordert, die vorgeschriebenen Erklärungen über den Gesamtbetrag der steuerpflichtigen Entgelte im Kalenderjahr'1921, oder, in den Fällen, in denen der Steuerabschnitt ein Kalendervierteb- jahr beträgt, im vierten Vierteljahr 1921 bis spätestens Ende Januar 1922 dem unterzeichne­ten Finanzamt schriftlich einzureichen oder die erforderlichen Angaben an Amtsstell« münd­lich zu machen. Der Termin darf nicht flfw- schritten «erden.

Als steuerpflichtiger Gewerbebetrieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, der Viehzucht, der Fischerei und des Garten- baues, sowie der Bergwerksbetrieb«. Die Ab­sicht der Gewinnerzielung ist nicht Voraus­setzung für das Borliegcn eines Gewerbebe­triebes im Sinne der Umsatzsteuergesetzes. Auch Angehörige freier Berufe (Aerzte, Rechtsan­wälte, Notare, Schriftsteller, Künstler, Inge­nieure, Architekten, Privatlehrer, Lehrer, die Privatunterricht erteilen uM find stauen­

pflichtig. Auch kleinste Betriebe sind steuer­pflichtig; eine Steuerbefreiung für BetrkeK mit nicht mehr als 3000 Mk. Umsätze besteht nach dem Umsatzsteuergesetze vom 24. Dezember 1919 nicht mehr. Die Steuer wird auch erhoben, wenn und soweit die steuerpflichtigen Personen usw. Gegenstände aus dem eigenen BètriM zum Selbstgebrauch- oder verbrauch entnehmen. Als Entgelt gilt in letzterem Falle der Betrag, der am Orte und zur Zeit der Entnahme von Wiederverkäusern gezahlt zu werden pflegt.

Die Einreichung kann durch — erforder­lichenfalls zu wiederholende — Ordnungsstrafen bis zu je 500 Mk. erzwungen werden. Um­wandlung in Hast ist zulässig. Wer meint, zur Erfüllung der Aufforderung nicht verpflicht zu sein, hat dies dem Finanzamt rechtzeitig unter Darlegung der Gründe mitzuteilen (§ 208 der Reichsabgabenordnung).

Das Umsotzsteuergssetz bedroht denjenigen, der über den Betrag der Entgelte wissentlich urt»- richtige Angaben macht und vorsätzlich die Um­satzsteuer hinterzieht oder einen ihm nicht ge- bührenden Steuervorteil erschleicht, mit einer Geldstrafe bis zum 20fachen Betrage der M lährdeten oder hinterzogenen Steuer oder mit Gefängnis. Der Versuch ist strafbar.

Zur Einreichung der schriftlichen Erklä­rungen sind Vordrucke zu verwenden, die soweit sie nicht inzwischen zugestellt worden sind, von jedem Steuerpflichtigen und zwar in je einem Stück bei dem unterzeichneten Finanzamt oder bei den Magistraten und Bürgermeisterämtern kostenlos entnommen werden können.

Steuerpflichtige sind zur Anmeldung der Entgelts verpflichtet, auch wenn ihnen Vor­drucke zu einer Erklärung nicht mgegangey sind.

Bei Nichteinreichung einer Erklärung, bi* im übrigen durch eine Ordnungsstrafe geahndet werden kann, ist das Finanzamt befugt, die Veranlagung auf Grund schätzungsweiser Er­mittlung vorzunehmen.

Gleichzeitig werden die Inhaber von Weiker- veraußerungsbefcheinigungen darauf hingewie­sen, daß die Gultiateitsdatter dieser Bescheini­gungen mit dem 31. Dezember d. Js. ablauft und Anträge auf Ausstell-ma neuer Bescheini­gungen schleunigst beim Finanzamt zu stellen sind. Das Gleiche gilt für Bszugsbèscheini- gungen. Auch wird darauf hingewiesen, daß die Aufnahme des Lagerbestandes der lüxus- steuerpslichtigen Gegenstände zu Beginn eines jeden Kalenderjahres zu wiederholen ist.

Hanau den 28. Dezember 1921.

_________ ^^ Finanzamt Hanau.

Staatliches Gymnasium und Realgymnasium.

Mit Rücksicht auf die zur Zeit herrschende GrixpechsLinnt der Unterricht erst am Montag den 9. Januar, vorm. 8% Übr.

Hanau den 2. Januar 1922.

Der Gymnasialdirektor. Prof. Zeller.

Der Jagdaufseher Wilhelm Melchior aus Ostheim ist zum Ebrenwaldhüter der Gemeinde Ostheim bestellt und eidlich verpfsichtet worden.

Hanau den 23. Dezember 1921.

Gefundene und verlorene Gezenstinde.

Gefunden: Brille mit Futteral, 7öMk. in bar, 1 brauner Pelzkragen, schwarzer Damenlackgürtel, 1 Segeltiichmantel.

Verloren: weißer Battisttaschentuch, goldenes Collier, braunes Portemonnaie mit b0 Mk., Porte­monnaie mit Inhalt, rotbraune Brieftasche mit In­halt, 70 Mk. in bar, silberne Halkkette.

Gntlaufen: schwarzer Hund, graue Schifer- Pindin.

Z u g e l a u f e n: Weißgelleckter Hund.

Hanau den 2. Januar 1922.

MWe MmlMlWM

Mit Rücksicht auf die starke Verbreitung der Grippe bleiben sämtliche städtische Schulen Molks- und Mittelschulen, höhere Schulen, Fortbildungsschulen) vorläufig bis Mitte näch­ster Woche geschloffen.

Der Unterricht beginnt am Mittwoch den 11. d. Mts. zu gewohnter Sttinde, wenn nicht vor­her an dieser'Stells eine weitere Bekannt­machung erscheint, durch die der Wiederbeginn des Unterrichts lurch weiter hinausgeschoben wird.

Der Stadtschulrat.

Srennstoffverforgung.

2. Belieferung.

Ab Mittwoch den 4. Januar werden bei den zuständigen Kohlenhändlern auf Grund der Kundenlisten für das Gewerbe (rote und gelbe Kartech Brennstoffe ausgegeben und zwar: Anthrazit zum Preise von 54.40 Mark per Ztr., Elformbriketts zum Preise von 48.70 Mark per Zentner oder Briketts zum Preist von 28.70 Mark p« Zentner.

Allgemeine Versorgung.

Ab Ma«tag den 9. Januar wird bei den miftänbigen Kohlenhändlern auf Grund der Kundenlisten auf die Kohlenmarke 8, an bie Haushaltungen je 1 Zentner Briketts zum Preis, von 28.70 Mark per Zentner ausgegeben. - Außerdem wird 1 Zentner Briketts auf Öte Zu­satzkarten verabfolgt. (3. Bszug')

Brennholzausgabe an Erwerbslose und Kriegsbeschädigte.

Die Ausgabe von Brennholz an Erwerbs­lose, sowie die Rückstände an Kriegsbeschädigte, und Hinterbliebene, erfolgt ab Montag den 9. Januar in der Kochschen Brauerei (Eingang Mälzerei) in der Zeit von vormittags 8—12 Uhr und nachmittags seit 2—4 Uhr.

Hanau bei 3. Januar 1922.

Der »rogiftcat. KvytenvseSsillmMtâ. .