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Ri Ä ard Hu Itich: für lokalen und provinziellen Teil Amtliches Orga» für SSM- mS LanSkreis Sanaa I Reklamen August Brodt. alle in Hanau a. Main, i Rotationsdruck der WaHenbausbuKdruckerei Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

FernivreHanicklüsie Nr. 1237 und IM.

Nr. 1

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1922

Das Neueste.

Zwischen Regierung und Eisenbahner- gewerkschaften ist es zu einer Einigung ge­kommen.

Die Reichsbahn wird am 1. Juni be­schleunigte Porsonenzüge mit vierter Klasse ein- sühren.

Die Pariser Konferenz der Industriellen i^fe einen Plan, der d-"- Obersten Rat in Can­nes vorgelegt werden soll.

Die britische Konferenzdelegation soll an­gekündigt haben, daß Großbritannien auch weiter seinen Widerstand gegen Unterseeboots« angriffe auf Handelsschiffe aufrecht erhalten werde, ohne Rücksicht darauf, ob die Entschlie­ßung Root angenommen wird oder nicht.

Wollte Pomearè den Krieg?

Er sagt: Nein; hat es in unendlich verlogenen Artikeln imMatin" abgeschworen; die Tat­sachen und die zu deren Erkenntnis Befähigte haben von j^er I a gesagt. Man entsinne sich des Berichtendes belgischen Gesandten in Pa­ris, Varons Guilleaume, der in der Wahl Po in­nres zum Präsidenten der Republik im Januar 1913 eineKundgebung des alten französischen Chauvinismus" erblickte. Aus dem russischen Geheimarchiv ist inzwischen manches Dokument besannt geworden, das direkt und indirekt Be­stätigungen dafür gab. Jetzt hat die Sowjetre­gierung durch Rens Marchand eine neue plan­mäßige Durchsuchung der russischen Archive nach aufschlußreichen Dokumenten über die Vor­kriegszeit vornehmen lassen, aus deren Ergeb­nis im Berliner Tageblatt verschiedenes mitge- ceilt wird. ^y^ ,

z Iswolski war bekamMMbM letzten ZDMWV^M^jjjfchsr Botschafter in Pakts und er 19i2 während der damaligen -chiexstchifch-ferbischen Kräse und Anfang 1913 nach der Uebernahme des Präjidemenpostens durch Herrn Poincars an seinen Minister des Auswärtigen, Sasonow, in einer Sprache be­richtet. die fast den letzten Rest diplomatischer Behutsamkeit abgestreift hat. Man braucht au die Dokumente im einzelnen nicht einzugehen weil sie ja letzten Endes nichts neues bringen, sondern nur neue Bestätigungen von bereits bekanntem darstellen. So feien hier außer dem bereits am Samstag mitgeteilten noch einige besonders krasse Stellen verzeichnet. Dem fran- Tsischen General Lagiche war im November 912 im russischen Generalstab eröffnet worden, die Russen den österreichischen Rüstungen inen rein defensiven Charakter beimäßen und daß sie selbst im unwahrscheinlichen Falle eines österreichischen Ueberfalles auf Serbien nicht Krieg führen würden.Diese Antwort, meldet Iswolski, hat Poincars und alle französischen Minister in die größte Bestürzung versetzt." Man erwarte in Paris einkategorisches Her­vortreten des österreichischen Kabinetts", das den Widerstand Rußlands hervorrufen und dann automatisch und unabwendbar erst Deutschland und später auch Frankreich in den Krieg hineinziehen werde. Die französische Re- gterung verhalte sich dieser Möglichkeit gegen- tiücr durchaus ruhig,und ist fest entschlossen, ihre Vündnispflicht zu erfüllen". Alle notwendi­gen militärischen Maßnahmen wären in Frank­reich bereits getroffen, und gerade in diesem Logenblick stößt Frankreich auf ein anscheinend vollständig anderes Verhalten seines Bundes- gciwssen, der doch jedenfalls am meisten an der Situation interessiert ist!"

Diese Sprache dürfte deutlich sein, wozu aus iw gleichen Schreiben Iswolskis noch angr- merkt sei, daß der Verfasser sich in ihm rühmen darf, in derEinwirkung der Presie" dank den seinerzeit getroffenen Maßregeln f^r bemer­kenswerte Ergebnisse erreicht zu haben.Wie Ihnen bekannt, beteilige ich mich nicht direkt an der Verteilung der Subsidien. Die Verteilung wird aber unter Mitwirkung der französischen Minister voraenommen und hat bereits, die notwendige Wirkung gehabt." Die Wirkung, die aus dem Schlußsatz Iswolskis hervorgeht: In letzter Zeit habe ich nicht mehr gegen den Gedanken zu kämpfen, Frankreich könnte in »inen seinen Interessen fremden Krieg verwickelt werben, sondern gegen die Befürchtung, daß wir uns den Fragen gegenüber, die das Inter­esse und Prestige des ganzen Dreibundes be­rühren, zu passiv verhalten." Sechs Wochen später, nach der Wahl Poincarès, kann Iswols­ki durch Telegramm und durch Brief Sasonow mitteilen, daß der neue Außenminister Jonnart und der neue Präsident Poincarë übereinstim­mend erklärt haben, für die französische Regie­rung sei die Möglichkeit von äußerster Wichtig­keit,die französische öffentliche Meinung auf dtz . Beteiligung FxanLrMsan einem durch

die Lage auf dem Balkan hervorgerulenen Krieg vorzubereiten." Endlich teilt ein vertrau­liches Schreiben Iswolskis Herrn Sasonow mit. daß der durch Poincars-Jonnart in Ablösung des zu wenig chauvinistischen Botschafters in Petersburg, Louis, neuernannte Delcafss in allen Heer- und Marinefragen genauest unter­richtet. ganz speziell den Auftrag habe, die russi­sche Militärverwallung von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Anzahl der strategischen Wege nach der Destgrenze zu vermehren und bevollmächtigt wäre, Rußland alle hierzu er­forderlichen Geldmittel in Form von entspre­chenden Eisenbahnanleihen anzubieten.

Wir denken, diese Hauptstellen sehen bereits mit aller irgend wünschenswerten Deutlichkeit ins Bild. Poincars ließ Sasonow klarmachen, daß dieser viel zu wenig scharf gegenüber Oester­reich auftrete, daß er im Interesse des gemein­schaftlichen Prestiges von Rußland und Frank­reich andere Seiten aufziehen müsse und daß Frankreich der Möglichkeit eines Krieges kalt­blütig ins Auge schaue. Das ist jetzt aktenkundig, war aber bereits damals jedem spürbar, der auch nur Fühlung mit diplomatischen Kreisen hatte.

Bei dieser unverkennbaren Sachlage hätte die Reichsleitung alle Kräfte auf die Vorberei­tung des Abwehrkriegss einstellen müssen. Die Ausbildung bei; unausgebildeten Mannschaften die Aufstellung hinreichender Kaders, vom Ar­meekorps bis zur Kompagnie, die Ansammlung eines hinreichenden Bestandes an Kriegsbedarf, die Aufspeicherung von Lebensmitteln und Roh­stoffen, um der mit (Sicherheit zu gewärtigenden Blockade Englands aewacbsen zu fein all dies war ihre Pflicht. All dies ist aus

MWMWr^-M das MWnein's FiMensge- IJrijtttoge verudl'ulM Würden.

BerWndirmnq im Mfenbokm-rrfipeik.

Am Samstag nachmittag 1% Uhr nmrbm die Verhandlungen zwischen dem Reichsver- kehrsministerium einerseits dem Deutschen Eifenbahnerverband, dem Allgemeinen Ciien- bahnerverband und der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner andererseits wieder ausgenommen. Den Vorsitz führte Ministerialdirektor Hitzler vom Reichsverkehrsministermm. Auf der Grundlage der Anträge der Gewerkschaften wurde folgende Verständigung erzielt:

1. Das Ortsklassenverzeichnis für die Be­amten wird mit rückwirkender Kraft ab 1. Ok­tober 1921 auf die Arbeiter angewandt. Dis Unterschiedsbeträge werden sofort ausbezahlt. Soweit die alte Ortsklasseneinteilung für die Arbeiter günstiger war als für die Beamten, bleibt der bisherige Stand während der ganzen Dauer der Verhandlungen gewahrt.

2. Ueberall, wo bisher Ueberteuerungszu- schüjse gewährt wurden, wird mit rückwirkender Kraft ab 1. Oktober 1921 ein Zuschlag gebilligt, über dessen Höhe noch verhandelt wird. Die Regierung schlug 50 Pfg. pro Stunde vor. Dem von der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner gestellten Antrag auf 1. Mk. bewirt. 1.50 Mk. schlossen sich die übrigen Oraanifationen an. Im besetzten Gebiet soll an den Orten der alten Ortsklasseneinteilung derselbe ^-Wag al- neuer Ueberteverungszufchlag neben der Se« satzungszulaqs gewährt werden.

3. Die Verhandlungen im Reichsverkehrs­ministerium über die Höhe der Bsgüge des Per- sonals beginnen am 4. Januar.

4. In eine generelle Neuregelung der Ueber» teuerungsvorschläge, die auf eine Reihe weiterer Orte ausgedehnt werden sollen, wird sofort ein­getreten werden.

5. Die Organisationen verpflichten sich, das Personal alsbald wieder bett Betrieben zuzu- führen.

6. Saboteuren wird der gewerkschaftliche Schutz versagt.

7. Ueber die Frage des Verzichtes der Maß. regelung wird augenblicklich noch verhandelt.

8. Auf die Bezahlung der Streiktags Haben die Eisenbahneroerbände verzichtet.

Die Wirkung der Berti nberung.

Berlin, 2. Jan. Es ist im Augenblick noch nicht möglich, einen Ueberblick darüber zu geben, ob und wieweit die zwischen dem Reichsver- kehrrministerium und den Spitzenorganisatio- nen der Eisenbahner getroffenen Verein­barungen wirksam geworden sind. Der Neu­ahrstag war natürlich von ungünstigem Ein- luh. Obwohl diese Vereinbarungen sofort zur allgemeinen Kenntnisnahme der Streikenden kam und von ihnen dazu Stellung genommen werden konnte und also wohl kaum eine Ver- chärfung des Ausstandes eintreten dürfte, fc ft andererseits doch auch nicht damit zu rechnen, daß sich sofort eivè^wâuüjche Besserung des

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Verkehrs erzielen läßt. Man muß weiter be­denken, daß die Streikenden sich auf eine- längere Zeitdauer eingerichtet haben und daß sie nicht ausgerechnet am Neujahrstag wieder zur Arbeit zurückkehren würden. Erst im Laufe des heutigen Montag dürfte sich also die prak­tische Bedeutung der zwischen dem Reichsver- kehrsministerium und den Arbeiterführern er­zielten Einigung zeigen.

Dis Skreiklaae im Reich.

Berlin, 2. Ian. Ueber die Lage im Reich liegen keine Nachrichten vor, auf Grund deren man sagen könnte, daß der Streik der Eisen­bahnarbeiter sich wesentlich verschärft hätte. Auch in der Zusammensetzung der Ausständigen hat sich nichts geändert. Die Beamtenschaft so­wie die in den christlichen Gewerkschaften orga­nisierten Arbeiter versehen überall ihren Dienst. Allerdings treten die Wirkungen des Streiks besonders in den direkt davon betroffenen Be­zirken erst heute sehr unliebsam hervor. Doch wird fast überall der Fernverkehr nach Möglich, keit aufrechterhaften, während der Güterverkehr meist stilliegt Im einzelnen wird aus Breslau berichtet, daß der Streikparole der Ortsgrup- penleitnng des Eisenbahnerverbandes in Bres­lau entsprechend auf einzelnen Stationen der Provinz Schleifen die Eisenbahnarbeiter in den Streik eingetreten sind, so u. a. in Königsfeld. Infolgedessen mußte eine Reihe von Zügen ausfallen, doch wird der Verkehr notdürftig wenigstens aufrecht erhalten.

Wesen unö Deruf der Deurokrarke."

JmVerl. Tagebl." äußern sich Reichsprä­sident Ebert und Reichskanzler Dr. Wirtb i Dehinfratie. Der Reichspräsident schreibt über We 1 en und Beruf d e r Demo­kratie, in Deutschland und Oesterreich hätte nm die Bewegung zur Demokratie gwOf^os h Äve Ka cstrop re und Nfthcrleae durch innere Kämpfe durchgesètzt, denn die modernen Völker mit ihrem alle Schichten umfassenden komplizierten wirtschaftlichen Apparat könnten kein anderes System der Regierung und Der- waltung ertragen, als dasjenige der mitverant­wortlichen Demokratie. Dis Mängel und Wider­sprüche, in die sich die Denwkratis der Welt zu ihren eigenen Ideen fetzte und die gerade Deutschland und Oesterreich am eigenen Leibe hätten erfahren müssen, bestünden darin, daß man die Gemeinsamkeit der wirtschaftlichen In­teressen vergaß unb\ in die ^elfter des früheren Staatssystems verfiel, die in der gewaltsamen Niederkämpfung fremder Interessen und in der Errichtung von wirtschaftlichen und politischen Vorherrschaften die Weisheit der Politik sahen. Der Reichspräsident betont danach das Ringen der beiden Prinzipien und die Entscheidung des alten Prinzips, nach der es angeblich bevorrech­tete und besonders auserwählte Völker gebe, unb des neuen, wonach alle Völker ihren Welt­beruf in freier ungehinderter Entwicklung er­füllen sollen. Diese Gedanken, um die sich fetz in Washington der Kampf abspiele, der Ru nach Abrüstung und das Verlangen nach einer solchen sowie nach einer internationalen Konfe­renz zum gemeinsamen Aufbau der Weltwirt­schaft, das alles seien Vorboten der neuen Zeit, gegen die sich die alte Lorstellungswelt mit ihren nationalrW^en Kirchturmsinterefsen wehre. Die deutsche Demokratie sehne den Sieg der neuen politischen Weltanschauung herbei und unser aller Ziel und Streben müsse es sein, dem deutschen Volke wieder den chm gebührenden Pla^ in der Welt zu erringen.

Reichskanzler Dr. Wirth verbreitete sich über den Beruf der deutschen Demo­kratie. Er betont, die Erweiterung der poli­tischen Rechte, die das Jahr 1918 dem deutschen Volke brachte, hätte zehn Jahre früher vielleicht Deutschland das bittere Schicksal der politischen Zusammenbruchs erspart. Die äußeren und inneren Bedingungen, unter denen sich jetzt die spät errungene Demokratie in Deutschland aus­wirken müsse, seien die denkbar ungünstigsten. Das deutsche Wirtschaftrgefüge aufrecht zu er» halten, fei für das deutsche Volk die Vorbedin­gung für feine Lebensmöglichkeit. Das Prob­lem sei, der Welt klar gu machen, daß sie am Schicksal Deutschlaiids interessiert sei.

V»s der Pariser Industrielle«- Konserenz.

Projekt eines internationalen Finanz- Konsortiums.

Paris, 81. Dezbr. Die Havasagentur ver­öffentlicht folgende Mitteilung: Die industriellen und finanziellen Delegierten Frankreichs, Eng­lands, Italien«, Japans und Belgiens hielten unter Minister Loucheur mehrere Sitzungen am Quai b' Orsay ab. Die Beratungen führten zu der Abfassung eines Planes, der dem ühßrürst^gtistKgtznk-Pyrgelrgt

wird. Eine autorisierte Persönlichkeit aus der Umgebung Loucheurs gab dem diplomatischen Vertreter von Havas folgende Erklärung über die Konferenz ab: Die Delegierten der alliierten Staaten beschäftigten sich keineswegs mit der Frage der Reparationen, noch weniger behan­delten sie die Problems, die von der internatio­nalen Wirtschaftskoniërenz erörtert werden sollen, über deren Einberufung der Oberste Rat in Cannes auf Vorschlag der britischen und französischen Regierung zu entscheiden hat. Bis­her ist übrigens noch keine Macht insbesondere weder Deutschland noch Rußland zu dieser künf­tigen Konferenz eingeladsn. Die Industrie- und Finanzdelegierten führten dieNotwendig- keiteinerinternationalenAktion ins Auge, um das Wirtschaftsregime in Europa zu verbeffern. Sie überzeugten sich von der So­lidarität, die nach dieser Richtung die verschie­denen Staaten mit einander verbindet. Das sei die französische These, die seit zwei Jahren von Frankreich verteidigt werde. Heute allge­mein anerkannt würde die Handels» k r i s e, die in Europa infolge des Krieges herrsche. Sie würde wesentlich verstärkt durch das Versagen des rumänischen Marktes. Anders Staaten sahen ihren Wech­selkurs in verhängnisvoller Weise sinken. Ihnen müsse man zu Hilfe kommen. Es fei aber unerläßlich, von diesen Ländern formelle Ga­rantien zu erhalten, um den Respekt des Privat­besitzes im Freihandelsverkehr und die Schaf­fung einer legalen Währung zu erlangen. Alle diese Bedingungen seien in einer einstimmig von der Wirffchastsko^'-renz angenommenen Erklärung famuliert Ein Internationa les Konsortium mit französischem un? engllschem Kanital unter der Mitwirkung Ame­rikas und Deutschlands werde gebildet. Auch die BetefstmgW Fullens imb Janans wenn auch I in geringem Maße, fei hierfür gesichert. Es sei j nuA mit oer Derersimma Belgiens uiw i lvnds zu rechnen. Zu bestimmen bleibe noch die Währung und wann die Mission des interna­tionalen Konsortiums erfolgen soll. Diese Frage Merde noch von den Finanzsachverständigen ge- vrüst und sicher in einigen Tagen geregelt? Der vollständige Plan für das internationale Unter- ushmen würde alsd->nn dem Obersten Rat zur (Genehmigung vorgelegt.

Die deutschen Zahlungen.

Englisch-französisches Abkommen.

Paris, 2. Jan. Briand soll nach demPetit Parisien" erklärt haben, wenn Deutschland nicht zahle, würden automatisch die Sank­tionen in Kraft treten, und wenn eine Her­abminderung der deutschen Schuld ins Auge ge­faßt werde, sei formell zwischen ihm und Lloyd George abgemacht worden, daß der Anteil Frankreichs für 1922 jedenfalls keine Minderung erfahren dürfe. Der Unter­schied solle durch Ermäßigung, die die Alliierten auf ihren Anteil nehmen, ober mit ihrer Ein­verständnis durch vermehrte Lieferung in na­tura gedeckt werden. Was Cannes anbetreffe, so fei ein feftumriffenes Programm, hervorge­gangen aus genauer Kenntnis der Sache, noch nicht aufgestellt worden. Weiter erklärte Briand, eine Schuld, die durch Verträge fesfftehe, könne weder ausgelöscht, noch in irgend einer Form vermindert werden ohne Einverständnis oHer Unterzeichneter, vor allem aber aller derjenigen, die davon Rutzen ziehen.

Wahlniederlage der sozialdemokrakisch- kommunistifcheu Parteien in Lippe. Die am gestrigen 1. Januar in Lippe stattgefundenen Gemeindewahlen gingen unter außerordentlich guter Wahlbeteiligung vor sich. Für die Sozial­demokratie ist ein sehr bedeutender Rückgang zu verzeichnen, der sowohl in den industriellen Dörfern als auch in den Städten in Erscheinung trat. Zahlreiche sozialistische Mehrheiten wur­den gebrochen, und im übrigen der Einfluß der Sozialdemokraten stark zurückgedämmt. In Bet» mold stehen 19 bürgerlichen Mandaten nur nach 5 der Mehrheitssozialdemokraten gegenüber. Auffallend sind besonders die Wahlergebniffe der Stadt Salzuflen, die in dem industriellen Schöpfmar und Lemgo. Die Unabhängi­gen sind im lippischen fast vollständig verfchwunden, und auch die Kommu­nisten haben eine Niederlage erlii« i e n. Die Rechtsparteien haben bemgegenüber tark angenommen. Die Denwkraten konnten sich )en vor einem Jahr stattgefundenen Wahl«« ür den Landtag fast überall behaupten, zum Teil haben sie sogar eine Zunahme an Stim­men zu verzeichnen. In zahlreichen Gemeinde« hatten sich die Parteien auch auf Einheitsliste« geeinigt mit Einschluß der Sozialdemokrat^, lodaß es imtâ äMmrMchwmdlwurMM