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General-Anzeiger

nzeiger

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil RickardLultsL:für lokalen und provinziellen Teil

i sowie Sport Wilhelm Moritz: für Anzeigen und

Amlltches Organ für SlaSk- und Landkreis Kanan

# 2notattonsDrua der AZaNenhausouchoruckerer Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Fernivrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238.

Hr. 305

Freilag den 3a Dezem^-r

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1921

Das Neueste.

Der Eisenbahnerausstand hat eine wesent- che Verschärfung angenommen. Im Direk- onsbezirk Berlin wurde ebenfalls der Streik eschlofsen.

Die Besprechungen zwischen der Repara- ionskommission und deutschen Vertretern wer­den heute oder morgen fortgesetzt werden.

Der Papiergeldumlauf der Reichsbank stieg in der dritten Dezemberwoche abermals um 4,8 Milliarden auf 116,97 Milliarden. .

Wie aus Oldenburg gemeldet wird, ist der FischdampferHolstein" mit 20 Personen Besatzung in der Nordsee verschollen.

In Vonn ist gestern im Alter von 64 Jahren General v. Wandel, der frühere Gou­verneur von Köln und spätere stellvertretende Kriegsminister an der Grippe gestorben.

Staatssekretär Hughes legte der Washing­toner Konferenz zwei Resolutionen über die Verwendung der U-Boote in Kriegszeiten vor.

Verhandlungen, die er in London ge-

ührt habe, äußern. In Deutschland habe man ^loyd George vorgeworfen, daß er seine Ver- prechungen nicht gehalten habe. Die gleichen Einwände habe die englische Presse erhoben. In )er französischen Presse dagegen habe er nach einer Rückkehr Bemerkungen im entgegengesetz­ten Sinne gelesen. In der Kammer habe er sich ausgesprochen, weil in den Wandelgängen das Zerücht verbreitet gewesen sei, er habe einige )er Sicherheiten am Rhein aufgegeben. Nach )ieser Richtung fei das Land sehr empfindlich. Es sei deshalb nötig gewesen, daß diese Gerüchte auf der Kammertribüne niedergeschlagen wür­zen. Auch er habe in London erklärt, daß das Reparationsproblem die Lage Frankreichs be- ' an Lloyd eich muß

Briand über London, Cannes und Washington.

Paris, 29. Dezbr. Bei der Beratung des Vudgets des Ministeriums des Aeuße Senat erklärte heute nachmittag der P

lern

im

___________Berichter­statter, Senator Lucien Hubert, die auswär­tige Politik Frankreichs müsse offen sein. Die Völker protestierten heute gegen die Geheimnis­krämerei, die bei der Abfassung des Friedens­vertrages von Versailles vorherrschte. Die Völker ivollten wissen, wohin man sie führe. Man ver­lange keine Diplomatie auf dem offenen Markte, aber die Regierungen könnten nicht mehr eine Politik der vollendeten Tatfachen und der illu- sörischsn Kontrolle betreiben. Im Verlaufe bir SeWe-ergrtftiSinTffit^^

sagte, die Aussprache über die Angelegenheit Angora sei nicht onvortun. Senator P o i n - carè sprach die Erwartung aus, daß Briand dem Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten die Erklärungen geben werde, die er öffentlich nicht geben könne. Briand erwiderte, da man auf der Tribüne von dem Abkommen gesprochen habe, wolle er alles sagen. Ribot fuhr fort, er verlange nur einige Auskünfte über die l e tz t e n Verhandlungen in London unb die bevorstehende Zusammenkunft in Cannes. Die öffentliche Meinung sei über alles, was die Forderung an Deutschland betreffe, nervös geworden. Deutschland könne zahlen. Die Repa- 'ationskommission habe Deutschland zu verstehen gegeben, daß sie das wisse, und doch stünden noch die Erläuterungen aus. Pflicht der Regie­rung sei es, nun zu prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn Deutschland fort- Mre, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Vor allen Dingen müsse man wissen, obEng - andundFrankreich einig seien. Werde biese Einigkeit aufrecht erhalten, so werde Deutschland nachgeben. Ribot fragte, ob man ich in London mit der Frage beschäftige, was "ran tun wolle, wennDeutschlandnicht bezahle, und ob man die Reparatiouskom- >uisjion mit der ganzen Autorität der Regie­rungen unterstützen werde. Briand erwiderte, werde ihnen das sagen. Ribot fuhr fort: Vielleicht sind Sie aber weit mehr gebunden, ms Sie glauben. Briand anwortete: Ich werde chnen das sagen. Ribot fuhr fort: Aber, wenn ch den englischen Zeitungen glauben darf, die

Reparationsproblem die Lage Fra )errsche, und seine ersten Worte George seien gewesen: F r a n k r bezâhltwerden. Es muß wiederhergestellt werden. Wenn Opfer gebracht werden müssen, müssen sie andere bringen. Lloyd George habe eine internationaleAnleihe ins Auge gefaßt, durch die Frankreich sofortige Vorschüsse )ätte erhalten sollen. Er habe diesen Gedanken aufgeben müssen, da gewisse günstige Umstände nicht eingetreten seien. Es sei dann die Lage im Jahre 1922 geprüft und festgestellt worden, daß Frankreich nicht für einen Sou Ipfer bringen könne. Aber da die Frage auch Belgien und Italien angehe, so sei be­schlossen worden, daß vor der Zustimmung der anderen interessierten Staaten nichts endgül­tiges entschieden werden solle. Ribot habe von einem großen Wiederaufb auplan Europas gesprochen. Alle Welt sei einig, daß las nur mit Hilfe Aller geschehen könne, und daß ein derartiges Unternehmen Schwierigkeiten und Gefahren in sich berge. Aber die internatio­nale große Konferenz unter Beteiligung Deutsch­lands und Rußlands sei n o ch nftchteinbe- TTTfVrtEine 9tegTürrrrm,' bte-t«f fe R«E«s würdig sei, müsse ihre Blicke in die Zukunft richten. Rußland sei kein Land, das man ver­nachlässigen könne. Rußland dürfe nicht unter die wirtschaftliche Herrschaft eines anderen Lan­des fallen, der dann bald auch die politische Be­herrschung folgen würde. Frankreich könne sich der Wiederaufrichtung von Mittel- und Ost­europa nicht entziehen. In London sei beschlossen worden, daß dieses Werk nur durch ein franzö­sisch-englisches Abkommen ausgeführt werden könne. Man werde davon in Cannes reden. Was die Anwesenheit Deutschlands und Rußlands auf einer wirtschaftlichen Konferenz anlange, so sei die Frage noch nicht entschieden. Wenn aber Deutschland aus der Wiederaufrich­tung Rußlands Nutzen ziehe und dies den Repa­rationszahlungen zugute kommen würde, so würde es keine schlechte Operation sein.

Briand fuhr fort, er müsse noch von der Reparationsfrage sprechen. Der Mecha­nismus des Vertrages werde nach jeder Rich­tung funktionieren, wie es fein müsse. Ueber die Verfehlungen Deutschlands müßte sich die Re­parationskommission aussprechen. Urteile sie nicht, dann hätte die Regierung zu entschelden. Die Kommission könnte das Verlangen Deutsch­lands nach Zahlungsaufschub abweisen. Sie könne neue Garantien verlangen. Drrand sagte ' on e r K onfe -

tionskommission nicht geprüft werden, bevor sie nicht die in ihrem Briefe vom 16. 12? angege­bnen näheren Auskünfte erhalten habe. Die deutschen Delegierten baten alsdann die Repa­rationskommission, die weiteren Verhand- ungen bis morgen oder übermorgen aufzu- chieben.

Eine Finanz- und Industrie-Konferenz.

Paris, 30. Dezbr. Die Pariser Finanz- und Jndustriekonfersnz wurde gestern mit einem Diner im Hotel Crillon, in dem auch Dr. Rathe­nau wohnt, begonnen. Gestern nahmen auf Einladung Loucheurs nur englische und franzö­sische Vertreter teil, doch sollen in der Folgezeit auch deutsche, österreichifche, ungarische, tschechi­sche und vielleicht auch russische Vertreter der Finanz und Industrie hinzugezogen werden. Die Konferenz hat den Zweck, einen von Lloyd George und Briand ausgearbeiteten Plan für den wirtschaftlichen-Wiederaufbau Europas und besonders Mitteleuropas zu beraten. Die Ar- besten der Konferenz sollen am Samstag ab­geschlossen werden.

Die Eistznbahnerbewegung.

Verschärfung der Streif tage.

Die Streikbewegung der Eisenbahner im westlichen Jndustriebezirk hat im Laufe des gestrigen Tages weiter zugenommen. Vor allem haben sich große Teile der Arbeiterschaft im Direktionsbezirk K ö l st dem Streik ange­schlossen. Weiter kommt dazu, daß neben dem itschen Eisenbahnerverband nunmehr gestern ) die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner in Barmen und Rittershausen die Streik­parole ausgegeben hat. Dadurch hat die Be­wegung an Schwere bedeutend zugenommen und es ist noch nicht abzusehen, ob nicht noch

Deu:

auch

ummuefzerr.

Im Reichsverkehrsministerium haben gestern keinerlei Verhandlungen mit den streikenden Eisenbahnern stattgefundsn, da man dort nach wie vor auf dem Standpunkt steht, daß die T e i l a k t i o n der Eisenbahner in West­deutschland einen Tarifbruch bedeu­tet. Das Reichsverkehrsministerium wird ver­suchen, einen wenn auch beschränkten. Perso­nenverkehr mit den bestreikten Bezirken einzu­richten. Zum Schutz der Bahnstrecke usw. wird ein ausgedehnter Schutzdienst eingerichtet werden.

Vertreter der Eisenbahnbeamten baten gestern im Reichsverkehrsministerium um Auskunft, was die Regierung zu tun gedenke,

Hinsichtlich der W a r e n z, die U-Boote

Jörnen oas sagen. Ribot fuhr s den englischen Zeitungen g] der Downing Street inspir. ...... , , es- daß man einen europäischen Kon - 9.r £ ß zusammenberufen nfiU, auf dem die euro- Sen Nationen die wirtschaftliche Wiederher- ig der Welt studieren solle. Man spreche von den europäischen Nationen, sagte Reiter, zweifellos, weil auch Deutschlar

Ribot

weüer, zweifellos, weil auch Deutschland und Rußland einbegriffen seien. Lloyd George habe eine außerordentlich schmiegsame Intelligenz. Er Konferenzen mit Bankiers und der City und »erhandle mit Rathenau und Stinnes. Er Ersiehe, Deutschland und Ruhland wünschten M den europäischen Nationen zu verhandeln.

habe man für den geplanten Kongreß schon ^nen Plan? Man müsse von England vorher Garantien verlangen und müsse die Sicherheit uoben, daß man im Verlaufe der Verhand- jungen nicht im Stiche gelassen werde. Wenn Ausland eines Tages wieder aüsgerichtet werde, ? Eden Deutschland und England den größ- 3 Nutzen davon haben, aber Frankreich könne mUJ ?ul die geplante Konferenz gehen mit einer immer unbezahlten und bedrohten Schuld- Mderung. Er könne nicht begreifen, daß die jJ^erung die Verantwortung übernehmen °~e' an der internationalen Konferenz ohne ryercge Garantien teilzunehmen.

___,. den Schutz der französischen Küste und die französischen Kolo­nien unerläßlich. Das Abkommen von Angora habe gewisse Schwierigkeiten mit England ergeben. Briand betonte die Notwen­digkeiten, die sich ergaben, mit Mustapha Kemal Pascha zu verhandeln. Der groyte Vorteil des Abkommens sei, daß 100 000 Mann französischer Soldaten nicht mehr in einem fernen Lande zu dienen brauchten. Das Abkommen berühre jedoch nicht das Mandat über Syrien. Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung wurde scyneß- lich das Bridget für auswärtige Angelegenheiten

Angora

Ministerpräsident Briand

bevor er sich über das Abkommen von "Lora ausspreche, wolle er sich offen über die

angenommen.

Die Reparationsverhandlungen.

Paris, 29. Dezbr. Die Reparat i o n s - k o m m i f f i o n hat heute abend folgende Mit- ^Me Reparationskommission empfing heute nachmittag 4 Uhr, wie angekundigt, die Ver­treter der deutschen Regierung, Staatssekretär Fischer, Ministerialdirektor Trendelenburg und Regierungsrat von Oertzen. Die deutschen Dele­gierten fragten die Reparationskommlssion, ol sie es für nötig halte, eine sofortige Antwort au den Brief vom 16. Dezember zu erhalten. Die Kommission antwortete, daß die deutsche Regie­rung allein über die Zweckmäßigkeit zu entschei­den hätte, die es für sie haben könne, auf den Brie der Reparationskommlssion vom lv. 12. sofort oder später zu antworten. Jedoch könne die Forderung auf einen Zahlungsaufschub, die von der deutschen Regierung in ihrem Briefe vom 14. 12. gestellt wurde, von der Repara-

um einer Beunruhigung der bis . Streik ablehnend gegenüberstehenden Eisen­bahnbeamten vorzubeugen. Der Vertreter des Ministers erklärte, daß alle Vorbereitungen zur Durchführung des beschränkten Personenver­kehrs getroffen seien. Mit Verächtern des Tarifgedankens könne nicht verhandelt werden. Die Präsidenten der bestreikten Direk- tionsbezirke werden die Streikenden zur sofor­tigen Wiederaufnahme der Arbeit aufsordern, widrigenfalls fristlose Entlassung erfolgt. In den Kreisen der Berliner Eisenbahner-Organi­sationen dürfte es bereits heute zu einer klaren Stellungnahme der einzelnen Verbände kom­men. Die Berliner Bezirksleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes tagte gestern mit den Funktionären. Die Beratungen wurden streng vertraulich geführt. Die Reichsgewerk­schaftdeutscher Eisenbahner, in der der überwiegende Teil der Beamtenschaft der Reichseisenbahn organisiert ist, hat gestern in einer Vorstandssitzung in Berlin beschlossen, eine abwartende Haltung einzunehmen und die letzten Entschlüsse wenigstens solange zurückzu- stèüen, bis eine angestrebie Verständigung zwi­schen dem Deutschen Beamtenbund, der höchsten Vertretung der Beamtenschaft, und dem Reichs­finanzministerium positive Ergebnisse gebracht hat. Die Gewerkschaft hat drei Vorstandsmit­glieder nach den Bezirken Köln, Elberfeld und Essen beordert, um dort genaue Informationen einzuziehen, und um auch, wie dasB. T/ mitteilt, dahin zu wirken, daß sich dle Beamten­schaft aus keinen Fall an dem Streik beteiligt.

einzuzieh! mitteilt, t

lungen, den Personenverkehr im allgemeinen glatt abzuwickeln, jedoch sind im Güterverkehr bereits erhebliche Behinderungen eingetreten.

Köln, 30. Dezbr. Die Eisenbahndirektion teilt mit, daß gegen 11 Uhr abends die Bahn wenig verändert war. An einigen weiteren Stellen sind die Eisenbahner in den Streik ge­treten- Bisher konnte der Verkehr kaum aufrecht erhalten werden.

Düsseldorf, 30. Dezbr. Die sämtlichen Knotenpunkte des Eisenbahndireklionsbezirkes Elberfeld sind völlig stillgelegt, sodaß jeder Ver- kehr unmöglich ist.

Dresden, 30. Dezbr. Unter den sächsischen Eisenbahnern herrscht vorläufig völlige Ruhe.

Der Streik ist ein wilder".

Streikbeschluß auch für Berlin.

B e r l i n, 30. Dezbr. WieVorwärts" und Freiheit" mitteilen, hat sich gestern oben eine Funktionärversammlung des Deutschen Eisen­bahnerverbandes für den Bezirk Groß-Berlin einstimmig für den Streik erstatt Laut «Vor- wärls" dürfte der Streik schon beim nächsten Schichtwechsel eintreten.

Köln, 29. Dezbr. Der Deutsche Eisenbahner­verband hat den Streik für Köln-Ost auf heute nachmittag 2 Uhr und für Köln-Bezirk auf heute abend 10 Uhr ausgerufen. Die Arbeiter in Köln-Ost sind daraufhin heute nachmittag 2 Uhr in den Ausstand getreten. Es ist bisher ge-

Köln, 30. Dezbr. Die christlichen G e« schäften erlassen folgenden Aufruf an fenbahner: Der Deutsche Eisenbahner-

werk die EU

verband versucht durchPutscheden ganzen Eisenbahnverkehr lahmzulegen. Ohne Rücksicht auf die dem ganzen Reich drohenden Gefahren wird besonders im besetzten Gebiet eine verwerf­liche Agitation entfaltet. Alle gewerkschaftlichen Grundsätze werden nicht mehr beachtet, die Ver­handlungen in Berlin nicht abgewartet, mit den Sondereisenbahner-Organisationen ein Einver­ständnis nicht gesucht. In der jetzigen Stunde haben kommunistische Elemente die Führung in die Hand genommen. Die Ge­werkschaft Deutscher Eisenbahner und die Orga­nisation des Deutschen ©eroerttoaftsbunbes er­lassen in diesem Augenblick an die Mitglieder dieser Organisationen die Aufforderung, eine Streikbeteiligung unter allen Umständen abzu­lehnen. Der jetzige Streik ist ein wilder. Eine Zusammenkunft der Führenden der Gewerk­schaft Deutscher Eisenbahner hat gestern als Meinungsäußerung festgelegt: Die BeMn- mungen der Zentrale werden abgewartet und dem Diktum des Deutschen Eisenbahneroerban­des wird sich nicht gefügt. Die Eisenbahner des besetzten Gebietes wollen sich nach dieser Parole richten und sich auch besonders ihrer politischen Verantwortung bewußt sein.

Dr. Wirth über seine Steuerpolitik.

Berlin. 30. Dezbr. Wie aus parlamentari­schen Kreisen verlautet, wird, Dr. Wirth einige Tage vor dem Wiederzusammentritt des Reichs­tages die Führer der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Demokraten und der Deutschen Volkspartei zu einer Besprechung einladen, um ihnen nahezulegen, sich über ein Kompromiß in der Steuerfrage zu einigen. Er wird hierbei auch auf die schwierige außenpolitische Lage hinweisen und betonen, daß die ganze Politik der Regierung von dem Gesichtspunkt ausge- gangen fei, daß eine Balanzierung des Etats auf die Steuern erfolgen müsse. Wenn auch nicht die große Koalition geschaffen werde, so sei doch ein Kompromiß nötig.

Die Verwendung von U-Booten.

Washington, 30. Dezbr. In der gestrigen Sitzung wurden von Staatssekretär Hughes zwei Resolutionen betreffend die Verwendung von U-Vootcn in Kriegszeiten eingebrackt. Da­rin heißt es, daß U-Boote Handelsschiffe nur angreifen dürfen, wenn diese den Befehl zum Anhalten nicht Folge leisten, und daß Handels­schiffe nur versenkt werden dürfen, wenn vorher die Besatzung und die Personen in Sicherheit gebracht worden sind, ekin U-Boot könne Han- oelsfchisfe als Prise erklären, wenn sie durch die Umstände genötigt worden seien, die obener­wähnten Bestimmungen zu verletzen. Die Un­terzeichneten erklären, daß jede Person, die die genannten Bestimmungen verletzt, vor Gericht gestellt und zu Gefängnis verurteilt werden darf, als ob sie Seeraub begangen hätte.

Beschränkung des Kalibers der Schiffs­bestückung.

Washington, 29. Dezbr. Durch endgültiges Abkommen ist das K a l i b e r der K a n o n e n für Hilfsschiffe auf 8 Zoll und das Ka­liber für die Kanonen der Kriegsschiff« erster Klasse auf 16 Zoll beschränkt worden.

Keine Einigung mit Frankreich.

London, 30. Dezbr. Der Sonderberichle^ statter des Reutechüro meldet aus Washington: Rach dec Mikteilüng Sarr aufs über das von Frankreich beschlossene Programm über die U-Boolstonnage wurden alle Bemühungen zur Erreichung eines Uebereinkommens aufge­geben. Die amerikanischen, englischen, ita­lienischen und japanischen Delegierten drückten ihr Bedauern darüber aus, daß ein Ueberein^ kommen nicht möglich sei. Balfour sagte u. a., daß Großbritannien die durch eine gro^ französische U-Bootflotte geschaffene Lag< nickt olelckaültta aniehen konvex -

geschaffene Lag!